

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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Apr 6, 2023 • 35min
Wer wären die Profiteure einer zusätzlichen MVZ-Regulierung, Herr Kalläne?
Die Länder wollen MVZ stärker regulieren - das hätte Folgen auch auf den Wert von Praxen
Die Länder haben in einer eigenen Arbeitsgruppe eine lange Wunschliste zur zusätzlichen Regulierung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) entwickelt. Dabei geht es vor allem um mehr Transparenz sowie um Einschränkungen bei der Gründung von MVZ durch Krankenhäuser, wenn Investoren mit im Spiel sind.
So sollen MVZ-Gründungsmöglichkeiten für Krankenhäuser regional eingeschränkt werden, und die Möglichkeit, dass MVZ Arztsitze erwerben, indem Niedergelassene auf ihre Zulassung verzichten und dann im MVZ angestellt weiterarbeiten, soll entfallen, wenn es nach den Ländern geht.
Johannes Kalläne, Fachanwalt für Medizinrecht und Partner der Kanzlei medlegal in Hamburg, fürchtet, dass manche dieser Überlegungen nicht bis zu Ende durchdacht worden sind. Im „ÄrzteTag“-Podcast gibt er zu bedenken, dass der Praxenmarkt, der durch die Zurückhaltung vieler junger Ärztinnen und Ärzte, sich selbstständig zu machen, ohnehin auf der Kippe stehe, noch weiter in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Dies hätte seiner Ansicht nach Folgen für den Verkaufspreis bei Praxisabgabe, aber auch für die Bereitschaft von Ärztinnen und Ärzten, vor der Abgabe der Praxis noch zu investieren.
Im Podcast erläutert er, wer die Profiteure einer solchen zusätzlichen Regulierung wären, welche Folgen dies für die Versorgung auf dem Land haben könnte und welche Rolle den investoren-geleiteten MVZ (iMVZ) im Praxenmarkt zukommt.

Mar 28, 2023 • 23min
Wie die Praxissoftware Arztpraxen unter die Arme greifen kann
Eine Praxismanagerin über den sinnvollen PVS-Einsatz
Die Praxisverwaltungssysteme (PVS) werden zurzeit viel gescholten, weil es in manchen Programmen bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur hakt oder die Abläufe den Praxisbetrieb aufhalten. Doch wenn es um Hilfen in der Praxisorganisation geht, ist die Praxissoftware längst unverzichtbar geworden – wenn die Praxisteams sich die Möglichkeiten zu eigen machen.
Diese positiven Seiten der Digitalisierung beschreibt Praxismanagerin Tatjana Kleimann aus der Praxis Dr. Marcel Fiebrich in Sulzbach-Neuweiler, in der Nähe von Saarbrücken, im „ÄrzteTag“-Podcast.
In der Hausarztpraxis arbeiten die MFA beispielsweise mit Patientenmarkern, so Kleimann: Wenn ein Patient, der seit drei Jahren nicht mehr zur Gesundheitsuntersuchung (Check-up 35, EBM-Nummer 01732) bei ihnen war, in die Praxis kommt oder anruft und die elektronische Karteikarte aufgerufen wird, dann fällt sofort ein farbiger Hinweis – in der Praxis Fiebrich ist er giftgrün – ins Auge.
Die Abläufe, die dann folgen, sind laut Kleimann genau im Praxisteam abgesprochen: Der Patient oder die Patientin wird an die Möglichkeit der Vorsorge erinnert; wenn möglich, wird sofort Blut abgenommen, um die erforderlichen Blutwerte zu erheben – nicht zuletzt wird ein Termin für die Untersuchung gemacht. „Die Patientinnen und Patienten lassen sich gerne verhaften, wenn es um Vorsorge geht“, berichtet Kleimann.
Patientenmarker setzt die Praxis für alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen ein. Im Podcast erläutert Kleimann, welche besonders wichtig sind und wie die Software zusätzlich helfen kann, mit ausgefeilten Such-Anfragen Listen mit Patienten für anstehende DMP-Termine zu erstellen und chronisch kranke Patienten zu finden, die im Quartal noch nicht in der Praxis waren. Die Praxis kümmere sich auf diese Weise um ihre Patienten und sorge dafür, dass die ihnen zustehenden Leistungen in Anspruch genommen werden und dass chronisch Kranke gut eingestellt bleiben. Und die Abrechnung stimmt auf diese Weise am Ende auch. (Dauer: 23:06 Minuten)

Mar 21, 2023 • 47min
Wie haben Sie den Düsseldorf-Patienten von HIV geheilt, Dr. Jensen?
Die Behandlung eines HIV-Positiven mit Stammzellen
Der Düsseldorf-Patient, ein inzwischen 53-jähriger HIV-Positiver, ist nach einer Transplantation von hämatopoetischen Stammzellen seit mittlerweile vier Jahren in der Lage, seine Infektion aus eigener Kraft, also ohne medikamentöse Unterstützung, zu kontrollieren. Die Transplantation hatte er 2013 wegen seiner akuten myeloischen Leukämie erhalten.
Weil er neben der Leukämie auch HIV-positiv war, hatten sich seine Ärzte vor zehn Jahren dazu entschieden, eine experimentelle Therapie zu probieren, die bis dahin nur ein einziges Mal erfolgreich angewendet worden war: Die Transplantation von Stammzellen, die eine bestimmte, günstige Mutation haben. Der Weg dahin war sehr steinig, berichtet der behandelnde Arzt Dr. Björn Jensen vom Universitätsklinikum Düsseldorf im „ÄrzteTag“-Podcast. (Dauer: 46:57 Minuten)

Mar 17, 2023 • 25min
Welche Qualifikation brauchen Ärzte jetzt, um Cannabis verordnen zu können, Professor Hecken?
G-BA-Vorsitzender Josef Hecken spricht über den Cannabis-Beschluss des G-BA
Ärzte können aufatmen: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Regeln für die Verordnung von Cannabis im Vergleich zum Gesetzestext nicht verschärft. Der wichtigste Punkt: Hausärzte dürfen entgegen der ursprünglichen Beschlussvorlage doch Cannabis weiterhin verordnen.
Direkt im Anschluss an die Sitzung des G-BA hat dessen unparteiischer Vorsitzender Professor Josef Hecken im „ÄrzteTag“-Podcast die Beweggründe des Gremiums für die Entscheidung erläutert. Auch führte er aus, was die Entscheidung für die Qualifikationsanforderungen der verordnenden Ärzte und für den Bürokratieaufwand beim Erstantrag bedeutet.
Hecken hebt vor allem die Bedeutung des Stellungnahmeverfahrens hervor, das der G-BA nach der Veröffentlichung der Begleiterhebung zur Verordnung von Cannabis durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angestoßen hatte – mit dem Ziel die gesetzlich geforderte Konkretisierung der Gesetzesvorlage vorzubereiten.
Selten habe er es erlebt, dass die zweieinhalb Stunden Anhörung so viele neue Erkenntnisse über die Versorgung gebracht hätten, so Hecken. Zuvor hatte es aus Ärzteverbänden Befürchtungen gegeben, dass Hausärzten ohne Zusatzqualifikation etwa als Schmerzmediziner die Verordnungsmöglichkeit von Cannabis komplett aus der Hand genommen werden könnte.

Mar 16, 2023 • 19min
Warum muss die Terminvermittlung immer die Hausarzt-MFA machen?
Praxisberater Dr. Georg Lübben über Honorarkompensation
Für eine schnelle Terminvermittlung beim Facharzt erhalten Haus- und Fachärztinnen und -ärzte ein erhöhtes Honorar: Hausärzte bekommen seit Januar die Gebührenordnungsposition 03008 mit rund 15 Euro vergütet, statt bisher rund 10 Euro, Fachärzte bekommen Zuschläge auf die Grundpauschale und eine extrabudgetäre Vergütung der Leistungen für den gesamten Fall.
Der Pulverdampf des Streits über die neuen Regelungen – ob sich für das Zusatzhonorar der Aufwand lohnt, wo die Grenzen für fachärztliche Forderungen liegen – hat sich mittlerweile verzogen, und vor Ort kommt es zwischen Haus- und Fachärzten teilweise zur Verständigung darüber, in welchen Fällen eine schnelle Hausvermittlung sinnvoll ist und wie dabei vorgegangen werden soll, um den Arbeitsaufwand zu begrenzen. Das berichtet Arzt und Praxisberater Dr. Georg Lübben im aktuellen „ÄrzteTag“-Podcast.
Lübben wirbt im Gespräch für ein pragmatisches Vorgehen und gute Absprachen zwischen den Versorgungsebenen. Auch er sieht die Problematik, dass es im Versorgungsalltag nicht zumutbar ist, in Warteschleifen und angesichts Dauerbesetzt-Zeichen immer wieder bei der Terminvermittlung neu ansetzen zu müssen. Denkbar seien verschiedene Wege, um den Prozess zu vereinfachen, seien es eigene Telefonnummern für zuweisende Ärztinnen und Ärzte oder eigene Terminslots im elektronischen Terminkalender. Vor allem frage er sich, warum gerade MFA der Allgemeinarztpraxis die Arbeit haben müssten, da die Facharztpraxen doch mehr profitierten. Im Podcast beschreibt Lübben, wie die Praxen dabei vorgehen können._ (Dauer: 18:56 Minuten)_

Mar 14, 2023 • 22min
Dr. Spöhrer vom Hausärzteverband: „Opt-out-ePA allein ist nicht der Schlüssel zum Erfolg“
Wo die Knackpunkte für Fortschritte bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems liegen
Praxistauglichkeit der IT-Anwendungen – das ist die Messlatte des Hausärzteverbands. Hausärztin und Digital-Sprecherin Dr. Kristina Spöhrer erläutert im Podcast, wie der Verband die Digital-Pläne des BMG sieht.

Mar 10, 2023 • 41min
Wird mit der Digitalisierungsstrategie jetzt alles besser, Dr. Stachwitz?
Dr. Philipp Stachwitz zu den Konsequenzen der Gesetzespläne zur Digitalisierung und der E-Health-Strategie
Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) hatte seinen großen Auftritt: Zwei Gesetzesvorhaben kündigte der Minister zur Digitalisierung an, und dazu präsentierte er die lange erwartete Digitalisierungsstrategie seines Hauses für Gesundheitswesen und Pflege.
Wird jetzt alles anders bei der Digitalisierung, die in Deutschland vor 20 Jahren mit der elektronischen Gesundheitskarte angeschoben werden sollte und seitdem immer wieder ausgebremst wurde? Das Echo aus den Verbänden fällt unterschiedlich aus, die KBV etwa warnt vor einem „überhasteten“ Vorgehen.
Eher optimistisch beurteilt der Anästhesist Dr. Philipp Stachwitz die Konsequenzen der Gesetzespläne und der E-Health-Strategie im aktuellen „ÄrzteTag“-Podcast. Stachwitz ist seit vielen Jahren als Telemedizin- und Digitalisierungsfachmann gefragt, war einige Jahre bei der Bundesärztekammer als stellvertretender Dezernent zum Thema angestellt und im Health Innovation Hub während der vergangenen Legislaturperiode Medical Director.
Was Stachwitz zu der Umwandlung der Betriebsgesellschaft gematik in eine Digitalagentur ohne Beteiligung der Selbstverwaltung sagt, wie er die Stärkung der Telemedizin in der Versorgung aus Ärztesicht beurteilt, und welche Rolle der Datenschutz künftig spielen wird – das ist zu hören im aktuellen „ÄrzteTag“-Podcast.

Mar 8, 2023 • 23min
Dr. Gatinho ist Pädiater und Influencer Kids.Doc: „Kinder haben keine Lobby“
Dr. Vitor Gatinho hat als Kids.Doc auf Instagram eine halbe Million Follower.
In der Versorgung von Kindern ist die derzeitige Lage schwierig: Kinderkliniken sind überfüllt und es fehlt an Medikamenten. „Kinder haben in Deutschland keine Lobby“, sagt Dr. Vitor Gatinho, angestellter Kinderarzt in einer Gemeinschaftspraxis in Frankfurt. Regelmäßig kämen besorgte Eltern in die Praxis, weil sie verschriebene Antibiotika nirgends bekommen können. Das sorge für erhebliche Mehrarbeit in der Praxis, wie er im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet.
Aber Gatinho ist nicht nur engagierter Pädiater, sondern auch auf Social Media unterwegs und berichtet dort aus seinem Alltag als Kinderarzt und klärt Eltern allgemein über Krankheiten auf. So hat er als Kids.Doc auf Instagram eine halbe Million Follower, zudem hört man ihn einmal die Woche in seinem Podcast, in dem er allgemeines Fragen beantwortet, die Eltern zusenden können, und er hat ein Buch geschrieben.
Gatinho sieht einen hohen Bedarf auf Social Media nach Aufklärung von Expertenseite. „Wenn ich auf Instagram sage, dass es gerade eine Magen-Darm-Welle gibt, dann beruhigt diese Information schon viele Eltern.“
Im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet der Frankfurter Pädiater über häufige Anliegen von Müttern und Vätern und erzählt, wie er auf die Idee kam, sich als Influencer zu engagieren. Auch gibt er eine Einschätzung ab, sie sich die Folgen der Corona-Pandemie auf die kindliche Entwicklung auswirken. (Dauer: 23:23 Minuten)

Feb 28, 2023 • 22min
Dr. Ritter: Das stört uns Hausärzte an den Notfallreform-Vorschlägen
Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands sieht Nachbesserungsbedarf
Theorie und Praxis klaffen bei den Vorschlägen zur Notfallreform weit auseinander. Nicht nur deshalb üben viele Ärzteverbände heftige Kritik. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands, Dr. Wolfgang Ritter, die Knackpunkte der Reform.
Für Ritter ist es entscheidend, wer in den geplanten Integrierten Notfallzentren (INZ) den Hut aufhat. In Bayern hätten die Ärztinnen und Ärzte die Erfahrung gemacht, dass bei Steuerung der bereits vorhandenen INZ an Kliniken durch das Krankenhaus „die Bereitschaftspraxis im letzten Eck im dunklen Gang“ in der Klinik postiert werde. Die Folge: Die Fallzahlen seien dort extrem niedrig, aber das Klinikum könne seinen Bedarf an Patienten über die Notfallambulanz steuern. Ritter sieht hier noch großen Nachbesserungsbedarf.
Ein Problem sei auch, dass die Vorschläge für die Reform ohne die Expertise aus dem ambulanten Sektor zustande gekommen sei. Im Podcast spricht Ritter weitere Punkte an, die in der Praxis bei Umsetzung der Pläne Probleme bereiten könnten und erläutert, warum eine Steuerung der Patienten über die geplanten Integrierten Leitstellen (ILS) verbindlich gemacht werden müsste und wieso die ohnehin knappen Ressourcen – Stichwort Ärztemangel und Fachkräftemangel – mehr geschont werden müssten.

Feb 23, 2023 • 21min
Taugt die E-Zigarette für einen Rauchstopp, Herr Urlbauer und Frau Dr. Bauer-Kemeny?
Die Spezialisten für Tabakentwöhnung von der DGP über Wege, mit dem Rauchen aufzuhören
Es ist ein Laster, dem Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger frönen, und zu Jahresbeginn war es sicherlich wieder Gegenstand vieler guter Vorsätze: das Rauchen. 19 Millionen Menschen in Deutschland haben beim letzten Mikrozensus angegeben, gelegentlich oder regelmäßig zu rauchen. Und nicht wenige von ihnen spielen mit dem Gedanken, dieses Laster sein zu lassen.
Als Unterstützung für dieses Vorhaben hält die S3-Leitlinie „Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung“ viele evidenzbasierte Optionen zur Erleichterung des Rauchausstiegs parat, etwa zu Kurzinterventionen, Medikamenten oder Unterstützungsangeboten. Eine Option, die dagegen wenig für einen Rauchstopp-Versuch geeignet ist, ist die E-Zigarette.
Warum das so ist, das erläutern Matthias Urlbauer und Dr. Claudia Bauer-Kemeny im „ÄrzteTag“-Podcast. Urlbauer ist Assistenzarzt an der Klinik für Innere Medizin 3 der Universitätsklinik Nürnberg mit dem Schwerpunkt Pneumologie. Bauer-Kemeny ist Leiterin der Abteilung Prävention und Tabakentwöhnung am Universitätsklinikum Heidelberg.
Zusammen sind sie Sprecher und stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe Tabakprävention und -entwöhnung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). (Dauer: 20:41 Minuten)


