

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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May 15, 2023 • 11min
Setzt die KBV bei der Digitalisierung die richtigen Zeichen, Dr. Steiner?
Die KBV-Zuständige für Digitalisierung am Rande der Vertreterversammlung
Kostendeckende Pauschalen für die TI-Anwendungen, eine ePA, die Anwendungen startet, die im Praxisalltag direkten Nutzen stiften, und eine Diskussion, die sich nicht zuerst mit Fristen, Pflichten und Technik beschäftigt, sondern mit medizinischen Versorgungskonzepten, mahnt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner im „ÄrzteTag“-Podcast vor Ort an.
Zuvor hatte sie bei der KBV-Vertreterversammlung betont, Ärztinnen und Ärzte seien alles andere als Digitalverweigerer. Bis zu 15.000 Euro jährlich würden Praxen für Anschaffung und Pflege der Praxis-IT ausgeben.
Regressregeln bei Off-label in der Kritik
Im Podcast erläutert die Ärztin, welche Möglichkeiten die Videosprechstunde bietet, wo sie weniger sinnvoll ist in der Anwendung und was die KBV von Versorgungszentren halten würde, die ausschließlich Kontakt per Videosprechstunde mit Patienten halten.
Sie beschreibt auch, warum die KBV fordert, dass die Regress-Regeln wegen der Off-label-Verordnung von Medikamenten gelockert werden. Die KBV-Vertreter hatten hierzu ebenfalls einen Beschluss gefasst. Demnach sollen medizinisch begründete Verordnungsentscheidungen stärker als bisher gegen Regress geschützt werden. (Dauer: 10:30 Minuten)

May 15, 2023 • 47min
Taugt die HzV als Vorbild für die deutsche Versorgungslandschaft?
Die Akteure im Südwesten ziehen Bilanz
Knapp 1,8 Millionen eingeschriebene Patienten, mehr als 700 Millionen Euro Honorar im vergangenen Jahr über Hausarzt- und Facharztverträge und eine medizinische Evaluation, die sich sehen lassen kann: Nach 15 Jahren Hausarztzentrierter Versorgung (HzV) in Baden-Württemberg, dort inklusive angeschlossener Facharztverträge, zeigen sich die Vertragspartner von MEDIVERBUND, Hausärzteverband und AOK aus Baden-Württemberg rundum zufrieden.
Im „ÄrzteTag“-Podcast heben Dr. Werner Baumgärtner von MEDI, vor 15 Jahren einer der „Väter“ der HZV, Professor Nicola Buhlinger-Göpfarth, Vorsitzende des Hausärzteverbands im Ländle, und Johannes Bauernfeind von der AOK im Land, die Vorteile durch eine bessere Steuerung der Patienten in der HzV hervor: Die Evaluation zeige, „dass vor allem chronisch Kranke profitieren – durch weniger Klinikeinweisungen, kürzere Wartezeiten auf Termine bei Haus- und Fachärzten und durch eine bessere Koordination der Behandlung“, so Baumgärtner im Gespräch.
„Innovationsmotor“ HzV, nächster Schritt Teampraxis
Bauernfeind hebt die wirtschaftliche Effizienz für den Kostenträger hervor. „Die HZV wird mustergebend für die Versorgungslandschaft sein. Wir brauchen dringend eine bessere Steuerung der Patientinnen und Patienten in der Versorgung“, so der AOK-Vorstand. HZV-Patienten seien 40 Euro im Jahr günstiger als Patienten in der Regelversorgung. Leider werde der Krankenkasse ein Teil der Effizienzvorteile im Finanzausgleich wieder genommen.
Auch einen Blick in die Zukunft der HzV werfen die Gesprächspartner im „ÄrzteTag“-Podcast. Professor Buhlinger-Göpfarth sieht in dieser Versorgungsform einen „Innovationsmotor“. Aktuell setze der Hausärzteverband „voll auf den Ausbau der Teampraxis“. Der Versorgungsdruck in den Praxen werde immer größer, „ohne Teampraxis werden wir dem nicht standhalten können“, so Buhlinger-Göpfarth.
Im Podcast gehen die drei Protagonisten ausführlich darauf ein, was den Unterschied zur Regelversorgung ausmacht, warum die HZV eine Antwort auf den Fachkräftemangel geben könnte, worin die Vorteile für alle Beteiligten liegen und welches medizinische Potenzial in der Versorgungsform steckt.(Dauer: 47:10 Minuten)

May 12, 2023 • 29min
Legen Sie wirklich bei jeder ambulanten Op drauf, Herr Dr. Kollenbach?
BvDU-Vize Dr. Peter Kollenbach erläutert im „ÄrzteTag“-Podcast die Herausforderungen für operierende Urologen, die durch die Ambulantisierung entstehen.
Die Grenzen zwischen ambulant und stationär werden mit den aktuellen Reformprojekten aus dem Bundesgesundheitsministerium neu gezogen. Die Erweiterung des AOP-Katalogs zu Anfang des Jahres war ein Schritt zur Ambulantisierung bei kleineren Operationen, gut 160 Leistungen sind allein in der Urologie dazugekommen.
Doch wo sollen die ambulanten Op erbracht werden – und vor allem wie kann es zu einer „speziellen sektorengleichen Vergütung“ für Operationen kommen, wie sie im Sozialgesetzbuch gefordert wird (Paragraf 115f)? Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) und die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) haben ein Positionspapier verfasst, um Bedingungen zu formulieren, wie eine Ambulantisierung tatsächlich gelingen kann.
Dr. Peter Kollenbach ist der 2. Vizepräsident des BvDU und einer der maßgeblichen Autoren des Papiers. Vor allem müssten die Honorare nach EBM so gesetzt werden, dass Operateure auch bei ambulanten Op auf ihre Kosten kommen. Sachkosten, Kosten für die Erfüllung der gestiegenen Hygieneanforderungen – all das müsse bei einer Vergütung, die für niedergelassene Ärzte und Kliniken „gleich und attraktiv“ ist, berücksichtigt werden.
Kollenbach nimmt im „ÄrzteTag“-Podcast auch Stellung dazu, welche zusätzlichen urologische Op-Leistungen in den AOP-Katalog aufgenommen werden sollten, woher zusätzliches Geld für höhere Honorare für Operationen kommen könnte und auf welchem Krankenhaus-Level in Zukunft Belegärzte noch welche Op-Leistungen erbringen dürfen sollten. (Dauer: 28:36 Minuten)

May 11, 2023 • 26min
Was werden Ärzte mit dem TI-Messenger anfangen können, Herr Dr. Hartge?
Dr. Florian Hartge, Chief Production Officer (CPO) der für den Betrieb der Telematikinfrastruktur zuständigen gematik, sieht unter anderem das vollständige Adressbuch im Gesundheitswesen, das für KIM und TIM vorgehalten wird, als Vorteil für eine schnelle
Noch in diesem Jahr geht es mit neuen Anwendungen über die Telematikinfrastruktur (TI) weiter: Die E-Health-Strategie aus dem Bundesgesundheitsministerium nennt vor allem den TI-Messenger, der voraussichtlich im August an den Start gehen soll, und das E-Rezept, das dann im Januar 2024 flächendeckend umgesetzt werden soll. Was die neuen Anwendungen Ärztinnen und Ärzten bringen werden und welche Ausstattung in den Praxen benötigt wird, erläutert Dr. Florian Hartge, Chief Production Officer (CPO) der Betriebsgesellschaft gematik, im „ÄrzteTag“-Podcast.
Der TI-Messenger (TIM) werde es Praxen erleichtern, für Ad-hoc-Abstimmungen mit anderen Praxen oder auch anderen Heilberuflerinnen und Heilberuflern Nachrichten auszutauschen. Der E-Mail-Dienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) sei eher für den Versand von Formularen geeignet oder für den Austausch mit dem Medizinischen Dienst – „überall dort, wo früher gefaxt worden ist“, so Hartge. Im August werde es voraussichtlich „eine Handvoll Anbieter“ mit TIM-Zulassung geben. Entscheidend sei, dass durch das vollständige Adressbuch für Praxen auch Nachrichten von einem Dienst in den anderen möglich seien.
Auch beim E-Rezept zeigt sich Hartge optimistisch, dass die Anwendung bis Januar ausreichend getestet sein wird. Er empfiehlt Ärztinnen und Ärzten, es einfach schon mal auszuprobieren, auch bevor die eigentlichen neuen Tests beginnen. Die Infrastruktur liege vor.
Zu den Bedenken, dass die elektronische Patientenakte, die dann 2025 breit ausgerollt werden soll, wegen doppelter Dokumentation zu erheblicher Mehrarbeit in Praxen führen könnte, äußert sich Hartge ebenfalls optimistisch. In „intensiven Gesprächen und Workshops“ mit Ärztinnen und Ärzten entstünden gerade Konzepte, wie die ePA in die Praxisabläufe so eingebettet werden könne, dass sie praktisch im Alltag mitlaufe.
Auch zu der geplanten TI-Pauschale, deren Höhe derzeit noch umstritten ist, nimmt Hartge im „ÄrzteTag“ Stellung. (Dauer: 25:57 Minuten)

May 9, 2023 • 13min
Was ist eigentlich Platanenhusten, Dr. Jens Gierich?
Statt Gas aus einem Industriegebiet lösten Platanen Husten sowie Reizungen von Augen und Rachenraum aus.
Ein Reizgasunfall in Wiesbaden? Das vermutet eine Schule, als am 11. Mai 2022 40 Kinder im Klassenzimmer bei offenen Fenstern Atemnot, Husten, gereizte Augen und Rachen bekommen. Doch die Feuerwehr schließt eine Fremdgaseinwirkung aus – stattdessen entpuppen sich die Platanen auf dem Schulhof als die Auslöser.
Dr. Jens Gierich, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin bei den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken, Kinderklinik Wiesbaden, war hinzugezogen worden. Schnell war klar: eine IgE-vermittelte Allergiereaktion steckt nicht dahinter, dafür ein Phänomen, das Baumpflegern bekannt ist: Platanenhusten. Trotzdem ist Gierich der Ansicht: „Es ist völlig kontraproduktiv, Platanen vorbeugend aufgrund des Phänomens zu fällen.“
Was genau Platanenhusten auslöst, unter welchen Bedingungen damit zu rechnen ist und warum es zukünftig wohl mehr Fälle von Platanenhusten in Hessen geben wird, erklärt Dr. Jens Gierich im „ÄrzteTag“-Podcast (Dauer: 12:30 Minuten).
Zum Bericht von Dr. Jens Gierich im Hessischen Ärzteblatt

May 5, 2023 • 20min
Masken statt Gesichter: Wenn die Gesichtserkennung gestört ist
Austausch zu drei Syndromen
Gesichter zu erkennen, scheint in der Evolution des Menschen ein Vorteil gewesen zu sein – immerhin haben wir heute eine eigens darauf spezialisierte Gehirnregion: die Fusiform Face Area (FFA). Aber was, wenn die Aktivität der FFA gestört ist? Personen, bei denen dies der Fall ist, fällt es schwer, Gesichter wiederzuerkennen und zuzuordnen. Sie sind von Prosopagnosie betroffen. Eine angeborene Form dieser Gesichtserkennungsstörung haben wohl rund 2,5 Prozent der Menschen in Deutschland.
Trotz ihrer Einschränkungen kommen diese Personen aber oft gut in ihrem Alltag klar und fallen kaum auf. Weniger trifft das auf zwei Misidentifikationssyndrome zu, die ebenfalls mit einer gestörten Gesichtserkennung zu tun haben: Das Capgras- und das Fregoli-Syndrom. Bei dem ersteren erkennen Betroffene ihnen nahestehende Personen nicht wieder und verstricken sich in eine Illusion, ihre geliebten Menschen seien von bösen Mächten entführt und durch Doppelgänger ersetzt worden.
Sozusagen den umgekehrten Fall davon gibt es beim Fregoli-Syndrom: Hier erkennen Betroffene in völlig fremden Personen angeblich verkleidete Bekannte wieder und bedrängen diese, ihre Verkleidung abzulegen und sich als die vermeintlich bekannte Person zu offenbaren. Warum das so ist, welche anatomischen Gründe es dafür gibt und welche Therapie-Möglichkeiten sich bieten, das besprechen wir im „ÄrzteTag“-Podcast. (Dauer: 20:18 Minuten)
Hier geht es zum Interview mit Dr. Martina Grüter: https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Was-ist-eigentlich-Prosopagnosie-438528.html

May 2, 2023 • 17min
Wovor haben Personen mit Nomophobie Angst, Professorin Görlich?
Eine Psychiaterin über die „No-Mobile-Phone-Phobia“
Wer Nomophobie – „No-Mobile-Phone-Phobia“ – hat, fürchtet sich davor, vom eigenen Smartphone getrennt zu sein. Betroffene Personen sind gestresst, wenn sie ihr Handy zu Hause vergessen, keinen Internetempfang oder kein Datenvolumen mehr haben.
Die Nomophobie ist offenbar auch in Deutschland weit verbreitet, darauf weisen Ergebnisse einer anonymen Befragung von über 800 Personen hin. Yvonne Görlich, Professorin für Psychologische Diagnostik und Differentielle Psychologie an der PFH Private Hochschule Göttingen, leitete die Studie zur Prävalenz der Angststörung. Im „ÄrzteTag“-Podcast erzählt sie, wie Personen mit ihrer Nomophobie umgehen. Zudem gibt sie Tipps, wie man es schafft, weniger Zeit am Smartphone zu verbringen. (Dauer: 16:47 Minuten)

Apr 26, 2023 • 10min
E-Rezept-Test bis Anfang 2024 – reicht die Zeit, Herr Scholz?
Vor Ort von der DMEA
Das E-Rezept ist die nächste Anwendung in der Telematikinfrastruktur (TI), die nach den Plänen der Bundesregierung in die Fläche gehen soll – bereits Anfang 2024. Doch ist das realistisch, wenn aktuell keine Tests zum E-Rezept laufen?
Bei der Gesundheits-IT-Messe DMEA in Berlin treffen aktuell Fachleute aus der Versorgung, der Politik, den ärztlichen Körperschaften und der Industrie aufeinander und diskutieren die Konzepte für die nächsten Schritte der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Im „ÄrzteTag“-Podcast vor Ort sprachen wir in Berlin mit E-Rezept-Spezialist Jakob Scholz, dem stellvertretenden Geschäftsbereichsleiter IT & E-Health bei der KV Westfalen-Lippe, über die Erfahrungen der KV mit dem E-Rezept und die Pläne, wie es weitergehen soll.
Die KV Westfalen-Lippe hatte jüngst angekündigt, zum vierten Quartal neue Tests mit den KV-Mitgliedern zu starten. Im vergangenen Jahr waren die Tests ausgesetzt worden, weil es nicht möglich war, eine datenschutzkonforme, aber niedrigschwellige Anwendung mit Hilfe der elektronischen Gesundheitskarte zu nutzen, die einen Zugriff auf das E-Rezept erlaubt hätte.
Im Podcast blickt Scholz auf die Erfahrungen beim ersten Testlauf zurück. Für ihn ist nach wie vor die Nutzung der eGK für den Zugriff auf das E-Rezept Voraussetzung für den nächsten Test. Sollte diese früher gegeben sein, könne die KVWL auch früher beginnen. Scholz berichtet auch über die Probleme mit dem E-Rezept im Alltag, aber er nennt ebenfalls die Chancen, die Ärztinnen und Ärzte darin sehen – etwa bei der Betreuung von Pflegeheimen._ (Dauer: 9:33 Minuten)_

Apr 21, 2023 • 26min
Würden Sie mit ARMIN gerne weitermachen, Frau Dr. Rommel und Herr Fink?
Medikationsberatung in Praxen und Apotheken zeugte von guter Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern
Patienten mit Polymedikation profitieren von einer interprofessionell koordinierten Beratung in Praxen und Apotheken. Im Projekt Arzneimittel-Initiative Sachsen und Thüringen ist gezeigt worden, dass das relative Risiko der eingeschlossenen Patientinnen und Patienten zu sterben im Vergleich zu einer Kontrollgruppe um 16 Prozent reduziert war. „Stolz auf dieses Ergebnis“ zeigen sich die Projektbeteiligten Dr. Annette Rommel und Stefan Fink im aktuellen „ÄrzteTag“-Podcast.
Die KV-Chefin in Thüringen und der Verbandsvorsitzende der Apotheker im Bundesland heben im Gespräch die gute Zusammenarbeit der beiden Berufsgruppen im Projekt hervor: „Streitereien auf Neidebene liegen uns fern“, betonen beide. Die Honorare im Projekt seien an Ärztinnen und Ärzte sowie an Apothekerinnen und Apotheker in gleicher Höhe für gleiche Leistungen gezahlt worden.
Jeder wusste, was er zu tun hatte
Wichtig für den Erfolg des Projektes sei gewesen, dass sehr gut definiert gewesen sei, welche Berufsgruppe im Medikationsmanagement was zu tun hatte, sagt Apotheker Fink. Rommel und Fink bedauern beide, dass das Projekt jetzt nicht fortgeführt wird, weil die gesetzliche Grundlage dafür fehle und auf Bundesebene und auch in anderen Bundesländern die Differenzen zwischen Ärzten und Apothekern stärker betont würden als in Thüringen.
Im Podcast erläutern beide, wie die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern im Projekt organisiert war, wieso Patienten die verstärkte Beratung und die interprofessionelle Zusammenarbeit helfen und wie die Digitalisierung dazu beitragen könnte, die Zusammenarbeit noch rationeller zu gestalten.

Apr 14, 2023 • 21min
Ist eine patientenzentrierte Versorgung besser als eine hausarztzentrierte, Professor Hager?
Der BMC-Vorstandsvorsitzende mahnt stärkere Patientenorientierung an
Klinikreform, Notfallreform, Digitalisierungsstrategie, Versorgungsgesetze: Die Gesundheitspolitiker der Ampelkoalition bereiten gerade eine große Reformoffensive für das Gesundheitswesen vor. Gute Zeiten für den Bundesverband Managed Care (BMC), der sich als eine Art Think Tank im deutschen Gesundheitswesen sieht – und viel Diskussionsstoff für den BMC-Kongress, der am 18. und 19. April in Berlin stattfindet.
Seit vielen Jahren ein Thema für den BMC ist eine stärkere Patientenorientierung in der Versorgung. Das ist Thema in dieser Episode des „ÄrzteTag“-Podcasts mit Professor Lutz Hager, dem Vorstandsvorsitzende des BMC. Dazu gehörten Vernetzung, Koordination der Versorgung, aber auch Lotsen, die Patientinnen und Patienten das System zugänglich machen.
Patientenorientierung zeige sich aber auch noch in einem anderen Punkt: „Die Fähigkeiten der Patienten mit in die Behandlung einzubeziehen, ist nach wie vor eine die größte ungenutzte Ressource im Gesundheitssystem, gerade in der Versorgung chronisch Kranker“, sagt Hager.
Eine patientenzentrierte Versorgung vor Ort – notfalls auch in Integrierten Primärversorgungszentren (IPVZ) ohne Ärztinnen und Ärzte – sei kein Widerspruch zur Hausarztzentrierten Versorgung (HzV), wie sie der Hausärzteverband propagiert, betont Hager. Im Podcast erläutert er, warum es nach seiner Ansicht nicht immer ausschlaggebend sein muss, ob ein Arzt oder eine Ärztin in der Behandlung den Hut aufhat.
Auch zum Thema Ambulantisierung, die mit der Klinikreform geplant ist, nimmt Hager im Podcast Stellung. Er hält den aktuell diskutierten Ansatz, die Ambulantisierung vor allem aus der Klinikperspektive zu sehen, für einen Fehler. Es fehlten noch immer die Zukunftsbilder einer ambulanten und einer stationären Versorgung, die integriert zusammenarbeiten.
An welchen Schrauben der Versorgung dringend zu drehen wäre, welche Innovationen aus dem Gesundheitswesen selbst kommen könnten und wie die Digitalisierung dazu beitragen könnte, eine bessere Patientenzentrierung zu erreichen, erläutert Hager im „ÄrzteTag“. (Dauer: 21:10 Minuten)


