SWR Kultur lesenswert - Literatur

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Jun 2, 2024 • 16min

Salman Rushdie: Knife. Gedanken nach einem Mordversuch

Unfassbar ist die Freude, mit der Salman Rushdie im Leben steht. Am 12. August 2022 wurde er bei einem Attentat schwer verletzt. In „Knife“ setzt er der rohen Gewalt das entgegen, woran er immer geglaubt hat – die Kraft der Literatur.
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Jun 2, 2024 • 17min

Heinrich Steinfest: Sprung ins Leere

Eine Museumsaufseherin, die die Exponate liebt. Eine Großmutter, die vor Jahrzehnten spurlos verschwand. Und eine burleske Reise nach Japan. Steinfests neuer Roman ist Detektivgeschichte und Generationenporträt zugleich.
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Jun 2, 2024 • 56min

Krieg ist keine Metapher - Über Lyrik im Ausnahmezustand

"Krieg ist keine Metapher", lautet die These der ukrainischen Dichterin Halyna Kruk. Sie und andere Lyrikerinnen und Lyriker sprechen über die Bedingungen einer Poesie im Ausnahmezustand. Manche unter ihnen setzen nun ganz neu an. Dabei wiederholen sich die Debatten aus den Weltkriegen. Und eigentlich begann alles schon mit Homer. Norbert Hummelt hat für das SWR Kultur lesenswert Feature die Autoren Durs Grünbein, Slata Roschal, Yevgeniy Breyger, Karl-Heinz Ott und Halyna Kruk getroffen.
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May 30, 2024 • 5min

Saša Stanišić – Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne | Buchkritik

Das Leitmotiv: Ein Proberaum für das Leben Sie hängen in den Weinbergen ab, werfen dann und wann Steine in die Luft: Fatih, Piero, Nico und Saša, vier Jungs um die 16, mitten in der Pubertät und kurz vor den großen Ferien. Fatih hat eine bestechende Idee – einen Proberaum für das Leben. Jeder, der will und 130 Mark zahlt, darf zehn Minuten lang die eigene Zukunft testen. Und überlegen: Will ich das? Oder will ich etwas ganz anderes? Dieses allzu menschliche Verlangen wird zum Leitmotiv im neuen durch und durch spielerischen Prosaband von Saša Stanišić. Saša Stanišić: Literatur ist ja so ein Möglichkeiten-Raum. Da probieren wir Geschichten aus der Vergangenheit, aus der Gegenwart – und eben auch die Zukunfts-Geschichten – aus. Und das wäre eine doppelte Vorstellungskraft, die dann zu Werke geht. Einmal haben wir diese Sci-Fi-Idee vom Proberaum. Und zweitens haben wir die literarische Umsetzungskraft dieser Biographien, die sich verändern. Und ich lasse meinen Figuren immer diese zweite Chance gewähren – dass sie noch einmal zehn Minuten von ihrem Leben leben können. Die sie sonst nicht hätten. Kein Roman, auch kein Erzählungsband Saša Stanišić nennt sein Buch mit dem Titel „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“: eine Chimäre. Es ist kein Roman, es ist auch kein klassischer Erzählungsband. Vielmehr beständiges Dazwischen, furios, voller Witz, oft in kurzen Sätzen, rhythmisch und mit knappen Dialogen: Geschichten von unterschiedlichen Menschen aus unserer Zeit, auf magische Weise miteinander verbunden – nicht nur, weil alle Figuren den Proberaum für das Leben betreten. Ein Saša Stanišić ist auch dabei. Er war angeblich als Jugendlicher auf Helgoland und wird dreißig Jahre später dort beschuldigt, das alte Wirtshausschild aus dem „Inselkrug“ gestohlen zu haben. Hochironische Autofiktion, voller Brechungen. Saša Stanišić: Wir haben da einen dahin gereisten Jugendlichen, der aber in Wirklichkeit nicht dahin gereist ist. Er hat nur seinen Freunden erzählt, dass er dahin reist, weil er sich geschämt hat oder Geltungsbedürfnis hatte, weil er auch einmal etwas erleben wollte. Dann haben wir den erwachsenen Saša Stanišić, den Schriftsteller, der sich wohl eine Geschichte durchliest, in der er selber Protagonist ist, die er aber nicht gut finden. Die Bilder gefallen ihm nicht, die Sprache gefällt ihm nicht. Und dann gibt es die Geschichte, die erzählt wird, dass ein Kneipenschild geklaut worden ist. Dieses Kneipenschild hat eine große Wichtigkeit für die Wirtin auf dieser Insel, auf Helgoland. Immer wieder kommen Saša Stanišić‘ Geschichten ungestüm daher, mancher erzählerische Kniff ist rotzfrech. Unter der Oberfläche aber liegen Melancholie und tiefer Ernst. Eben: der großen Frage folgend, welches Leben verpassen wir, während wir ein anderes leben? Und was wollen wir hinter uns lassen? Einige der Figuren erfahren Ausgrenzung, aufgrund ihrer Herkunft, aufgrund ihrer Sprache. Der Helgoland-Fahrer Saša Stanišić etwa begegnet – in der literarischen Imagination – Heinrich Heine. Lebens- und Zeitgeschichten verbinden einander: die Ablehnung, die Angst. Fatihs Anproberaum, das wäre es jetzt. Die Gegenwart war klar. Wie Heine hätte ich sie oft am liebsten verlassen. Wäre lieber woanders gewesen. Woanders und vor allem wer anders. Wenn die Albträume der Abschiebung uns heimsuchten. Wenn zu Hause gestritten und gelitten und das Geld am Ende des Monats knapp wurde. Oder wenn die Bullen uns mal wieder anhielten und: Leert die Taschen, Jungs, alles. In unserem Viertel, idyllisch zwischen Weinberg und Wald, reichte es unterwegs zu sein, um verdächtig zu sein. Hattest du dunklere Haut, fuhr keine Streife an dir vorbei. (aus: Saša Stanišić: Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne) Ein paar Sätze – und abgrundtiefe Traurigkeit. Und doch behaupten sich die Figuren von Saša Stanišić. Auch die beiden Frauen, die jeweils eine Art Zentrum in den vielen Prosatexten bilden: die Hamburger Witwe Gisel – die unter anderem über die entsprechende Platzierung der Gießkanne am Grab ihres Mannes räsoniert. Und Dilek, in einer Geschichte in Heidelberg zu Hause, in einer anderen – einer „Traumnovelle“ – Putzfrau in Wien, angestellt bei einer reichen wie unverschämten Wienerin. Dilek merkt bei ihrer Arbeit, dass die Zeit plötzlich stehen bleibt. Oder vielleicht auch ihr Herz, man weiß es nicht. Sie erlebt einen utopischen Moment der Freiheit. Und emanzipiert sich. Ein erzählerisches Labyrinth Saša Stanišić: Fast alle meine Figuren schaffen es, zumindest in Gedanken, wenn auch nicht in Vorstellungen und Wünschen und Zielen, die sie haben, sich ihres Lebens zu bemächtigen und zu sagen: Okay, ich will es aber so! Das ist meine Entscheidung, das ist mein neuer Weg. Bei ihr gelingt es mir, glaube ich, am intensivsten, diesen Kampf gegen die Konventionen – die Konvention, mit ihrem Mann zurück in die Türkei zu gehen, die Konvention, sich um die Kinder gekümmert zu haben und jetzt gar kein eigenes Leben gehabt zu haben, all diese Dinge zu verlassen und für sich einen kleinen Weg zu finden, wie klein der auch ist – aber es ist ein Weg in die Freiheit. Ja, ein Weg in die Freiheit. Das ist der Kern der nicht nur in emotionaler Hinsicht vielschichtigen Prosa von Saša Stanišić. Man verschwindet lustvoll in diesem erzählerischen Labyrinth, all denen folgend, die von einem anderen Leben träumen. Könnte man selbst einen Proberaum für die Zukunft betreten – die Geschichten von Saša Stanišić wären unbedingt mitzunehmen, aus welcher Gegenwart auch immer.
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May 29, 2024 • 4min

Sebastian Guggolz (Hg) – Kafka gelesen: Eine Anthologie

Franz Kafka hat nur ein schmales Werk hinterlassen: drei unvollendete Romane, einige Erzählungen, Briefe und Tagebücher. Trotzdem wurde der Prager Autor zum wirkmächtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, zum großen Vorahner der technologischen und bürokratischen Moderne. Benjamin, Adorno, Canetti, Deleuze – um nur einige zu nennen – haben die rätselhafte Welt Kafkas zu deuten versucht. Von dem Berg literaturwissenschaftlicher Analysen ganz zu schweigen, der immer weiter anwächst. Fast jedes Wort dieses Autors wurde unter die Lupe genommen. So begegnet man der Anthologie, in der 26 Autorinnen und Autoren über ihre Erfahrung mit Kafka schreiben, erst einmal mit einiger Skepsis. Der Herausgeber, der Verleger und Lektor Sebastian Guggolz, weiß um solche Vorbehalte. „Kafka gelesen“ versteht er dennoch als Einladung, fremden Lektüren zu folgen und in die Textwelt Kafkas aufzubrechen.    Kafkas Wirkung auf die eigene Biografie   Man kann sich auf einzelne Sätze, Motive oder Lieblingserzählungen konzentrieren, wie das einige Autoren tun, um diese mal mehr mal weniger originell zu dechiffrieren. Oder man erinnert sich an die Begegnung mit Kafkas Texten und rekapituliert deren Wirkung auf die eigene Biografie und das eigene Schreiben. Viele Autoren erzählen so sehr unmittelbar nicht zuletzt auch von sich selbst. Und das ist durchaus spannend zu lesen. Michael Kumpfmüller arbeitete sich als Gymnasiast nahezu durch das komplette Werk Kafkas. Ein später Widerhall der frühen Lektüre ist der gerade verfilmte Bestseller Kumpfmüllers „Die Herrlichkeit des Lebens“ über Kafkas letztes Lebensjahr und seine Liebe zu Dora Diamant. Aber vor dem souveränen späteren Umgang stand die umstürzende Erfahrung der ersten Begegnung.     Schwer zu sagen, wie und mit welchem Ergebnis ich ihn damals gelesen habe; ich sehe die Dunkelheit, vor allem sie; dass ich alles gut kannte oder zu kennen glaubte – die Figur des übermächtigen Vaters, dass die Liebe schwierig bis unmöglich ist und der Einzelne klein und für sich, verdammt und zugleich seltsam frei.  Quelle: Sebastian Guggolz (Hg) – Kafka gelesen: Eine Anthologie Schreiben als Ausweg aus den Begrenzungen der Gegenwart  Katerina Poladjan schreibt einen Brief an den liebsten Franz und erzählt von kafkaesken Erfahrungen. Isabella Lehn kennt – wie Kafka – das Gefühl nur zu gut, den Anforderungen der Welt nicht zu genügen. Das Schreiben ist für sie ein Ausweg aus den Beschränkungen der Gegenwart. Für Kafka war es noch mehr: die eigentliche Existenz. Dana Grigorcea berichtet ebenfalls von ihrer frühen Kafka-Lektüre. Im kommunistischen Rumänien waren die Bücher des Prager Autors für sie geradezu überlebenswichtig:  Da wurden Stimmungen, die ich bestens kannte, in Worte gefasst, in einprägsamen, repetitiven Bildern festgehalten. Nie mehr würden sie wieder formlos, als beunruhigende Ahnungen um mich schweben. Es war bei Kafka, wo ich die wirksamen Bannsprüche gegen die Angstlähmungen fand, das Gegengift für meine Erfahrungen von Diktatur und Willkür.  Quelle: Sebastian Guggolz (Hg) – Kafka gelesen: Eine Anthologie Ein Buch, das die Neugier auf Kafka weckt  Kafka habe dafür gesorgt, dass das Fragmentarische, das Abgebrochene und Verstümmelte Zugang in die Literatur findet und dort seine eigene Würde bekommt, hat sein Biograf Reiner Stach einmal gesagt. In einem der besten Beiträge der Anthologie bekennt Jan Faktor, dass „der ganz große Kafka“ für ihn der fragmentarische ist. Auch den unvollendeten Werken sei nichts mehr hinzuzufügen.  Da in der von Kafka geschaffenen Realität so vieles nicht stimmt, wäre es – jedenfalls in den umfangreicheren Werken – sowieso fast unmöglich, aus derartigen Konglomeraten ein rundes Ganzes zu erschaffen. Auf das sogenannte „Process“-Fragment bezogen: Kann sich jemand vorstellen, wie Kafka Josef K. vor irgendwelchen unteren, mittleren oder hohen Richtern antreten lässt?  Quelle: Sebastian Guggolz (Hg) – Kafka gelesen: Eine Anthologie Vorstellen können wir uns, dass diese Anthologie die Neugier weckt auf Kafka. Und dass sie dazu führt, ihn neu oder wieder zu lesen. Es wäre sicher der schönste Ertrag dieses Buches.
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May 28, 2024 • 4min

Hans-Gerd Koch – Kafkas Familie. Ein Fotoalbum

Mit seiner Familie hätte Franz Kafka lieber nichts zu tun gehabt. Diesen Eindruck erwecken zumindest bestimmte Passagen in seinen Tagebüchern, Briefen und vor allem sein berühmter „Brief an den Vater“. In diesem Prosatext wird nicht nur der Vater Hermann als übermächtig und übervital porträtiert, auch die Schwestern Elli und Valli werden wenig schmeichelhaft gezeichnet. Die große Ausnahme: Ottla, die jüngste der drei Schwestern. So schreibt der 29-jährige Kafka 1912 an seine spätere Dauerverlobte Felice Bauer:  Im übrigen ist meine jüngste Schwester (schon über 20 Jahre alt) meine beste Prager Freundin, und auch die zwei anderen sind teilnehmend und gut. Nur der Vater und ich, wir hassen einander tapfer. Quelle: Hans-Gerd Koch – Kafkas Familie. Ein Fotoalbum Der Dichter im Hauptquartier des Lärms  Hier kommen also auch die anderen beiden Schwestern gar nicht so schlecht weg. Aber insgesamt bemüht sich der junge Dichter, das Image des vom familiären Trubel in der elterlichen Wohnung Gemarterten zu kultivieren, im „Hauptquartier des Lärms“, wie er schreibt. Dass der neue Text-Bild-Band des Kafka-Herausgebers Hans-Gerd Koch den Titel „Kafkas Familie“ und den Untertitel „Ein Fotoalbum“ trägt, könnte deshalb verwundern. Aber ebenso, wie die Arbeit des promovierten Juristen Franz Kafka bei der Arbeiter-Unfallversicherungsanstalt nicht die reine Fron war, sondern ein vergleichsweise lauer Job mit Feierabend ab mittags um zwei, ebenso wenig ist Kafka vorstellbar ohne seine große Verwandtschaft.   Hans-Gerd Koch dokumentiert dies mit mehr als 100 Fotografien, zum Großteil aus dem vom Verleger Klaus Wagenbach aufbewahrten Kafka’schen Familien-Archiv, ergänzt um schlaglichtartig ausgewählte Auszüge aus Tagebuchnotizen und Briefen. Anhand der so eingeordneten Aufnahmen führt der Herausgeber durch die Familiengeschichte, von den Großelternpaaren Kafka und Löwy über die Eltern Julie und Hermann Kafka und deren zahlreiche Geschwister bis zu den Kindern der Schwestern Elli, Valli und Ottla, Franz‘ Nichten und Neffen also, für die der Onkel sich durchaus und sehr wohlwollend interessierte.   Unverdüsterte Mitteilungen aus der Sommerfrische  In einigen dieser Briefe ist Kafka ganz der verantwortungsvolle große Bruder, der etwa der Schwester Elli nahelegt, sie möge ihre kleine Tochter in die Reformschule Dresden-Hellerau schicken. In anderen schreibt er aus der Sommerfrische in böhmischen Bädern, an der Ostsee oder, nach Ausbruch seiner Tuberkulose-Erkrankung, bei Schwester Ottla, die während des Ersten Weltkriegs das Gut ihres Schwagers bewirtschaftete. Ihr vom Kriegsdienst freigestellter Bruder genoss derweil den heiteren Landaufenthalt, wie er im September 1917 einem Freund schreibt:  „Dabei sieht mich infolge vorteilhafter Anlage der nächsten Umgebung kaum irgendjemand, was bei der komplicierten Zusammenstellung meines Liegestuhles und bei meiner Halbnacktheit sehr angenehm ist. [...] Vielleicht werde ich noch Dorfnarr werden, der gegenwärtige, den ich heute gesehen habe, lebt eigentlich wie es scheint in einem Nachbardorf und ist schon alt.“  Quelle: Hans-Gerd Koch – Kafkas Familie. Ein Fotoalbum Franz Kafka ließ sich nicht gern fotografieren. Von den bekannten Kinderbildnissen und Passfotos abgesehen, ist er nur auf wenigen der Schnappschüsse und Gruppenbilder vertreten. Umso reichlicher sind die Aufnahmen der Verwandtschaft. Auf diese Weise vervollständigt sich nicht nur das Porträt Franz Kafkas, es entsteht auch ein Zeitbild jüdischen Aufstiegs in den letzten Jahrzehnten des Habsburgerreichs und der Umbrüche, die Weltkrieg und Gründung der tschechoslowakischen Republik mit sich brachten.   Hans-Gerd Koch fasst in seiner Nachbemerkung zusammen, wie es für die Familie nach Kafkas Tod am 3. Juni 1924 weiterging. Während der deutschen Besatzung starben alle drei Schwestern Anfang der Vierzigerjahre in Konzentrationslagern, auch viele der Nichten und Neffen, deren Kinderbildnisse in diesem Album versammelt sind, wurden ermordet. Angesichts dessen wirken die fotografischen Zeugnisse dieses lebendigen Familienzusammenhangs umso eindrücklicher.
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May 27, 2024 • 4min

Günter Karl Bose – Kafka im Ostseebad Müritz (1923) | Buchkritik

Meer und Wald-in diesen beiden Worten liegt der Zauber Müritz. Still und friedlich ist Müritz, kein Luxusbad, doch auch nicht altmodisch, sondern ein wirkliches Erholungsbad. Quelle: Günter Karl Bose – Kafka im Ostseebad Müritz (1923) Für Franz Kafka wird der verträumte Ort an der Ostsee mit viel Wald und Wellen, Sonne und Strand einen letzten, ungeahnten Sommer bereithalten: vier Wochen des Jahres 1923, die sein Leben noch einmal und grundlegend verändern. Davon ahnt Kafka noch nichts, als er sich am 10. Juli auf die Reise begibt. Es geht ihm sehr schlecht.   Ein letzter, ungeahnter Sommer für Franz Kafka im Jahr 1923  Vor einem Jahr ist er vorübergehend pensioniert worden, regelmäßige Büroarbeit kann er nicht mehr leisten. Immer wieder drücken ihn Fieberanfälle oder Magen-Darmkrämpfe nieder. Die Tuberkulose schreitet voran, Kuren zeigen keinen Erfolg.  Die schrecklichen Zeiten, unaufzählbar, fast ununterbrochen. Spaziergänge, Nächte, Tage, für alles unfähig außer für Schmerzen. Quelle: Franz Kafka notiert der Niedergeschlagene am 12. April 1923 in sein Tagebuch. Wenige Wochen später aber wagt er zusammen mit seiner Schwester Elli und deren Kindern die Fahrt nach Müritz. Sie wohnen im Haus „Glückauf“, Kafka bezieht ein Zimmer im zweiten Stock mit Blick auf den Wald.  50 Schritte von meinem Balkon ist ein Ferienheim des jüdischen Volksheims in Berlin. Durch die Bäume kann ich die Kinder spielen sehen. Fröhliche, gesunde, leidenschaftliche Kinder. Die halben Tage und Nächte ist das Haus, der Wald und der Strand voll Gesang. Wenn ich unter ihnen bin, bin ich nicht glücklich, aber vor der Schwelle des Glücks. Quelle: Franz Kafka Folgenreiche Begegnung mit Dora Diamant  Bereits drei Tage nach Ankunft im Ostseebad hat sich die Stimmung Kafkas deutlich aufgehellt, wie seinem Brief an den Schulfreund Hugo Bergmann zu entnehmen ist und es wird nicht mehr lange dauern, bis er in eben jenem Haus des Jüdischen Volksheims Dora Diamant begegnet. Sie arbeitet dort als Wirtschafterin und Köchin. Dora stammt aus einer Familie orthodoxer Juden in Lodz. Um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, hat sich die junge Frau bis Berlin durchgeschlagen und eine Anstellung gefunden. Den Sommer verbringt sie nun in Müritz. Eines Abends kommt Kafka, um den Sabbat mitzufeiern. Zum ersten Mal richtet er das Wort an Dora Diamant. Sie beschreibt es in den wenigen von ihr erhaltenen Notizen.  Als ich von meiner Arbeit aufblickte – der Raum hatte sich verdunkelt, es stand jemand draußen vor dem Fenster – erkannte ich den Herrn vom Strand wieder . Dann trat er ein – ich wusste nicht, dass es Kafka war und dass die Frau, mit der ich ihn am Strande zusammen gesehen hatte, seine Schwester war. Er sagte mit sanfter Stimme: ‚So zarte Hände, und sie müssen so blutige Arbeit verrichten!‘  Quelle: Dora Diamant Eine folgenreiche Begegnung Sie ist die erste Frau, mit der er sich ein gemeinsames Leben vorstellen kann, ein „anderes Leben“ in Berlin, nicht in ferner Zukunft, vielleicht im nächsten Monat schon. Nun hat er dafür eine „Komplizin“ gefunden. Erzählen wird er es niemandem. Noch können die Dämonen, die seit Jahren seinen Spuren folgen, die Pläne durchkreuzen. Quelle: Günter Karl Bose – Kafka im Ostseebad Müritz (1923) befürchtet mit Kafka der in Wort und Gestaltung feinsinnige Günter Karl Bose. In seinem wunderbar gestalteten Buch „Franz Kafka im Ostseebad Müritz (1923)“ beschreibt und bebildert der Germanist und Typograf die letzte große Vision des todgeweihten Autors.  Ein bibliophiles Kleinod  Was alles Platz findet in diesem bibliophilen Kleinod! Annoncen, Fotos, historische Beschreibungen, Karten des Ostseebades Müritz, Abbildungen der Häuser und Bewohner bereichern den sorgsam recherchierten Text. Dieser, immer aufs Neue durchfurcht von Zitaten, Briefen oder Berichten, erzählt nicht nur die Geschichte von Kafka und Dora Diamant (die glückliche in Müritz wie auch die traurige danach). Doras Kollegin und spätere Palucca-Tänzerin Tile Rössler erfährt ebenso ausführliche Erwähnung wie die Geschichte des Jüdischen Volksheims und seiner Gründer oder auch der Pension „Glückauf“ und was aus ihr wurde. Die Lektüre dieses Buches gleicht einer Reise – an die See und in die Seele eines großen Sommers.
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May 26, 2024 • 6min

Max Czollek – Gute Enden

da ist die hosentasche, da der strohhalm, da das feuerzeug in der zigarettenschachtel aus papier, das ist unser land,unberechenbar wie aprildas ist unser körper, eine durchgeschüttelte flasche krimsekt, die wir huckepack richtung morgenlicht tragen Quelle: Max Czollek – Gute Enden (Gedicht: Gemeinsame Kriege) „Gute Enden“ heißt der neue Gedichtband von Max Czollek – ein Titel wie eine Irreführung, denn es ist ja gar nichts gut in unserer Gegenwart und wird wahrscheinlich auch nicht gut enden. Seit dem erweiterten Angriffskrieg auf die Ukraine, seit dem 7. Oktober 2023, seit Hanau oder seit dem Treffen Rechtsradikaler in Potsdam – ist die Hoffnung endgültig verschüttet, dass die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts beendet wurde.  „Und plötzlich sind wir in einer Situation, die auf so vielen Ebenen klar macht, wir sind jenseits dieser Guten Enden. Und welche Sprache, auch welche Sprache für die Emotionen, die das auslöst, brauchen wir jetzt eigentlich? Und ich habe schon den Eindruck - und aus diesem Eindruck heraus ist glaub ich auch dieser Gedichtband gehoben, wenn man so will – dass wir in einer ziemlich heftigen Verleugnungsphase gerade sind: wir wollen uns dieser neuen Realität nicht stellen.“ Traurigkeit auf 125 Seiten Der Gedichtband „Gute Enden“ stellt und stemmt sich jedoch mitten hinein in diese Realität, in diese Gegenwart. Auf 125 Seiten türmt sich Traurigkeit und spannt ihr Netz in Raum und Zeit. Das lyrische Ich bereist die Welt, hat die Trauer immer im Gepäck und findet sie auch vor: in Berlin oder Los Angeles, in Vancouver, Venedig, Pompeij, in Tel Aviv und in Prag. Gewaltgeschichte ähnelt sich und verbindet Orte, das bezeugen die Gedichte. Die Sterne im Hollywood Boulevard erinnern an Stolpersteine, des einen Exil ist des Anderen Vertreibung.  Von überall schickt ein ramponiertes Herz Ansichtskarten von der Schlaflosigkeit. Es ist beeindruckend und bewegend, mit welcher Sprache Max Czollek die tiefe Verstörung herausarbeitet, die sich dem lyrischen Ich in den Gegenwartsphänomenen offenbart. Eine bildlich komplexe Sprache, die sich nicht zufriedengibt, mit den äußeren Erscheinungen, sondern stehen bleibt, Schichten von Geschichte abträgt, genau hinsieht. In dieser Sprache hat alles seine Unschuld verloren, auch die vermeintlich schöne Natur. Wenn in Brandenburg „für jeden der danach greift / Gärten blühender Zucchinischläger“ bereit liegen, dann evoziert das eine Landschaft, in der die Gewalt tatsächlich verwurzelt ist, in der selbst die Früchte an Baseballschläger und rechten Terror erinnern. „Dachte ich könnte keine Idyllen, nichts ohne Zweifel mehr schreiben“ heißt es an anderer Stelle. „Lyrik ist eine Form, zu der ich seit langer Zeit immer wieder zurückkehre. Ist sicher der Punkt auch von dem ich gestartet bin, und zwar nicht nur persönlich künstlerisch, sondern auch familiär. Mein Vater war Lyriker, mein Großvater war Verleger und hat unter anderem Lyrik verlegt. Lyrik ist sehr sehr nah an mir dran und damit auch nah an einem Gespräch mit den Toten, was ich als ein Kernstück meiner Kunst verstehen würde. Zu sagen: das ist die Möglichkeit, diese Oberfläche des Lebenden zu durchbrechen in eine Vergangenheit.“ Wachheit für die Wiederholung für Geschichte Die Vorfahren von Max Czollek wurden im Nationalsozialismus ermordet, nur der Großvater Walther Czollek überlebte im Exil. Ihm mitgegeben ist deshalb vielleicht eine besondere politische Wachheit, wie es in dem Gedicht „ich komme vom stamme der asra“ in Anlehnung an Heine deutlich wird. Diese Wachheit für die Wiederholung von Geschichte sowie die Tatsache, dass die gewaltsamen Ereignisse nicht jeden gleichermaßen betreffen oder zu interessieren scheinen – dieses Auseinanderdriften von gesellschaftlicher Wahrnehmung, all das bündelt sich in den unerbittlichen Beobachtungen des lyrischen Ich. Wie in der Zeile: manche stehen schon in flammen / andere riechen nicht einmal den rauch. Quelle: Max Czollek – Gute Enden In dem Eröffnungsgedicht des Bandes „Eigentlich hätten wir ja den Reichstag stürmen müssen“ werden die Ereignisse in einem poetischen Akt des Widerstands umgedichtet. Lyrik als Ort der Trauer, aber auch als Möglichkeit, für einen Moment die Dinge umzukehren: treffen uns am wannsee, laden alle eindie verstreut auf feldern, unter trümmern verschüttetverbrannt in wohnungen, aus straßenbahnen geschleudertabschied genommen habenschreiben tausendfach: wir vermissen euch, wir sind weiterohne jede fassung, wir hätten euch verdammtnochmal gebraucht all die tage, jahre Quelle: Max Czollek – Gute Enden (Gedicht: Eigentlich hätten wir ja den Reichstag stürmen müssen ) Gedichte wie die Alpträume unserer Gegenwart Gedichte müssen so schrecklich sein wie unsere Gegenwart, wie Alpträume, aus denen wir schweißgebadet erwachen – so wird in dem Gedicht „unsere gemeinsamen kriege“ die existenzielle Aufgabe von Lyrik beschrieben. Hoffnung besteht vielleicht nur noch darin, dass diese Gedichte jemanden erreichen:   denke meine gedichte als lunte, die in eure herzen reicht. eure ohren als letztes streichholz in meiner aufgeweichten packung Quelle: Max Czollek – Gute Enden (Gedicht: Unsere gemeinsamen Kriege) „Ich schreibe doch keinen ganzen Gedichtband über die Guten Enden oder das, was danach kommen wird, wenn es mir egal wäre. Ich glaube, es gibt eine große Trauer, die im Zentrum meiner Arbeit steht, die ist familiär, die ist über Generationen jetzt weitergegeben worden – und diese Trauer wächst natürlich auch aus einem großen Verlust. Sicher auch aus einer großen Liebe zu dem, was nicht mehr da ist oder zu dem, was man verliert gerade - immer und immer wieder. Und was das eigentlich heißt, dass diese Dinge einem andauernd verloren gehen? Und ich glaube, sich darüber immer wieder zu empören, dieses Gefühl nicht fallen zu lassen – das scheint mir doch eine Aufgabe meiner Kunst zu sein, vielleicht auch eine Aufgabe einer Kunst, die mich interessiert.“ „Gute Enden“ ist ein Buch der Unruhe - ein großer Gedichtband, der an der Erkenntnis festhält, dass wir durch die Trauer und Traurigkeit hindurchmüssen. Sprache, die klarmacht, nur so sind die Kontinuitäten von der Gewalt der Geschichte zu verstehen. Gedichte, die auf schreckliche Weise gegenwärtig sind und zum Glück gekommen, uns zu stören.
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May 26, 2024 • 55min

Sterne, Schlaf, Italo-Pop – Der neue Knausgård und andere neue Bücher im lesenswert Magazin

Theresia Enzensberger ist eine von vielen Schlaflosen: Jetzt hat sie den politischen Implikationen und den heilenden Kräften des Schlafes ein interessantes Buch gewidmet. Wir sprechen mit ihr. Suchtpotential: Der neue Roman von Karls Ove Knausgård Der Norweger Karl Ove Knausgård legt den dritten Teil seines neuen Roman-Großprojektes vor: „Das dritte Königreich“. Ein Buch, das süchtig nach mehr macht, findet unser Kritiker. In Mainz wird der puerto-ricanische Schriftsteller Carlos Fonseca mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet. Wir haben mit ihm über sein großes Thema Erinnerung und den aktuellen Roman „Austral“ gesprochen. Italienische Popmusik ist auch in Deutschland sehr beliebt - kaum etwas anderes bringt einen so direkt in eine gewisse, lässige Urlaubsstimmung wie Italo-Pop: Der Musikjournalist Eric Pfeil widmet in „Ciao, Amore, ciao“ 100 alten und neuen Songs kluge und die Italien-Sehnsucht befeuernde Betrachtungen. Wiederbegegnung mit Agatha Christie Unvergessen sind Figuren wie der sehr von sich überzeugte belgische Privatdetektiv Hercule Poirot und die schrullige britische Miss Marple: Schöpfungen der Krimi-Königin Agatha Christie. Jetzt gibt es eine schöne Wiederbegegnung mit ihnen in einem „Very best of“-Hörbuch. Max Czollek ist vor allem bekannt als streitbarer Zeitgenosse, unermüdlicher Twitterer und Autor von politischen Essays. Er kann auch leisere Töne anschlagen, wie er in seinem neuen Gedichtband „Gute Enden“ beweist. Gut ist darin allerdings nichts - ein Buch der Trauer und der Unruhe. Musik:Angèle - Nonante-Cinq La SuiteLabel: Angèle VL recordsLucio Battisti - Il mio canto libero Label: Numero Uno Milva - Alexanderplatz Label: EMM
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May 26, 2024 • 5min

Eric Pfeil – Ciao Amore, ciao. Mit 100 neuen und alten Songs durch Italien

Mit dem Schlager „Abbronzatissima“ – „stark gebräunt“ von Edoardo Vianello beginnt Eric Pfeils zweite musikalische Italienrundreise. Dass dieser Sommerhit aus dem Jahr 1963 den Auftakt bildet, ist zwar schlicht der alphabetischen Aufzählung nach Liedtiteln geschuldet. Aber auch inhaltlich ergibt es Sinn:  Die Wirtschaft boomt, Italien hebt ab ins scheinbar ewige Blau, und da darf es an leichtfüßigem Liedmaterial nicht mangeln. Doch nicht genug damit, dass hier eine italienische Musiktradition ihre Geburt erlebt; wir dürfen gewissermaßen dabei sein, wie Italien, so wie wir es kennen, sich überhaupt erst erfindet. Der Großteil dessen, was wir heute als „typisch italienisch“ wahrnehmen – Esskultur, Aperitivo-Tradition, Caffé-Rituale, Mode, Kino, Musik – ist ein Produkt der Nachkriegszeit und des „Boom economico“, des wirtschaftlichen Aufschwungs. „Abbronzatissima“ ist in diesem Sommer 1963 mithin der Soundtrack zur Erschaffung der italienischen Leichtigkeit. Quelle: Eric Pfeil - Ciao Amore, ciao Ein Buch wie eine riesige gemischte Antipasti-Platte  100 Lieder in 100 Kapiteln – wie schon das erste Italien-Buch von Eric Pfeil ist auch dieser Band wie eine riesige gemischte Antipasti-Platte: bunt, abwechslungsreich, überraschend, aber auch tiefgründig.  So erklärt der Autor beispielsweise anhand von Ivano Fossatis „La mia banda suona il rock“ das Verhältnis des Einzelnen zur Nation. Der Genueser Fossati nahm das Album 1979 in den USA auf, um der provinziellen Kleinteiligkeit seiner Heimat zu entfliehen.   Man denkt weniger national als regional – als piemontese, napoletano oder pugliese. Sich kollektiv unter dem Banner Italia zu versammeln, fällt den Bewohnern des Bel Paese bis heute schwer. In Italien spricht man vom Campanilisimo, der extremen Bezogenheit auf den örtlichen Glockenturm.    Quelle: Eric Pfeil - Ciao amore, ciao Leidenschaftlicher Italien-Forscher  Pfeil, das scheint auf jeder Seite durch, ist nicht einfach nur Tourist. Er ist ein leidenschaftlicher Italien-Forscher, der das Land in all seiner kulturell und regional fragmentierten Gesamtheit erfassen will. Dafür hat er es über Jahrzehnte hinweg bereist, sich in die Geschichte eingelesen und mit vielen Menschen gesprochen. Dieses Wissen vermittelt er uns anhand der ausgesuchten Lieder.    Ich gehör erstmal auch zu diesen Leuten, die sich unschuldig in dieses Land verknallt haben – sah einfach alles besser aus, war sehr überzeugend, zumal wenn man wie ich aus Bergisch Gladbach kommt. Irgendwann läuft man dann natürlich vor sehr viele Wände. Dann stehen die Widersprüche im Raum herum. Der Katholizismus, die Frauen, die Männer, die Mütter, die Mafia…. Die Musik, die für mich immer parallel lief, die ich auch immer faszinierend fand, weil sie so ein anderes Flirren hatte als anglo-amerikanische Musik, hat sich für mich irgendwann als das Mittel herausgestellt, mit dem man das Land wirklich verstehen kann.  Quelle: Eric Pfeil Große Themenvielfalt der italienischen Popmusik  Weil, so Pfeil, in der Musica leggera, wie sie in Italien heißt, wirklich jedes Thema abgehandelt werde. Die Anni di piombo, die bleiernen Jahre des Links-Rechts-Terrors in den 70ern, haben genauso ihre musikalische Entsprechung wie die LGBTQ-Bewegung oder die Rückkehr des Rechtspopulismus. Wir erfahren zudem, welche Künstler politisch wo zu verorten zu sind, und Pfeil erinnert  daran, wie wichtig das San Remo-Festival für italienische Liedkultur ist. Und dass die wahren Superstars des italienischen Lieds nicht die sind, die wir in Deutschland dafür halten - statt Ramazotti, Zuccero und Cutogno nämlich: De Andre, di Gregorio, Mina und immer wieder Lucio Battisti. Manchmal versteigt sich Pfeil etwas in seinen Formulierungen, verfällt dann in eine Art Jugendfreizeitleiter-Sprech der 80er-Jahre oder in Manager-Denglisch: da wird mächtig aufs Pedal gedrückt, direkt durch den Käse geschnitten und Themen werden adressiert, statt sie – nun ja – eben einfach an- oder auszusprechen. Das jedoch sind lässliche Verfehlungen dieses Reiseführers der anderen Art. Eric Pfeil trifft darin nämlich genau den Ton, den er am Gegenstand seiner Betrachtung so liebt: glitzernd und flirrend.

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