ROCKETFUEL - Der Change Podcast!

Oliver Kemmann
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Mar 18, 2026 • 36min

Wie muss sich Landesverteidigung verändern, Oberst Trautermann? - Folge 260

Michael Trautermann ist Flieger-Oberst und verantwortet das Landeskommando Rheinland-Pfalz. In dieser Episode von Rocketfuel sitze ich mit Oberst Michael Trautermann in der Kur-Mainz-Kaserne in Mainz – einem Mann, dessen Karriere vom Cockpit der F4 Phantom über das Pentagon in Washington bis zur Führung des Landeskommandos Rheinland-Pfalz geführt hat. Trautermann kennt Veränderung nicht nur als Konzept, sondern als gelebte Realität: 14 Umzüge, Verwendungen in Deutschland, den USA und bei der NATO, und mittendrin Jahre, in denen er für die US Air Force an Innovation und digitaler Transformation gearbeitet hat. Wir sprechen darüber, warum Deutschland gerade dabei ist, Dinge neu zu lernen, die es vor 30 Jahren schon einmal konnte – von Konvoi-Operationen bis zur zivil-militärischen Zusammenarbeit. Trautermann erklärt, was sich seit 2022 fundamental verändert hat, warum der Stromausfall in Berlin mehr verändert hat als viele politische Debatten, und was die Mentalität junger Innovatoren im Silicon Valley mit dem Change Management in einer Großorganisation zu tun hat. Sein Blick auf Führung in Zeiten des Wandels ist direkt und ehrlich: Wer zum Jagen getragen werden muss, den überzeugt man in fünf Jahren nicht. Aber wer offen kommuniziert, Ziele klar benennt und Menschen wirklich mitnimmt, der kann auch in schwierigen Zeiten Organisationen in Bewegung bringen – ob im Militär oder in der Wirtschaft.
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Feb 11, 2026 • 46min

Wie sollten Marken mit digitaler Gewalt umgehen, Gerald Hensel? - Folge 259

Gerald Hensel, Digitalunternehmer und Gründer der NGO HateAid, über Marken und digitale Gewalt. „Marken stehen heute als Repräsentanten einer offenen Gesellschaft im Fadenkreuz.“ sagt Gerald Hensel Managing Partner bei superspring, einer Strategie-, Marketing- und Transformationsberatung, und Mitgründer von HateAid, einer Menschenrechtsorganisation für digitale Rechte. Er verbindet zwei Welten, die selten zusammengedacht werden: Markenführung und digitale Demokratie. Aus >25 Jahren Marketingpraxis, einem Politikstudium und sehr konkreten Erfahrungen mit digitaler Gewalt entsteht eine Perspektive, die weit über Kommunikation hinausgeht. Wir sprechen über superspring und die Idee, Marketing wieder als unternehmerische Führungsdisziplin zu begreifen. AI first gedacht, mit Fokus auf Content Pipelines, Innovationsmanagement und die Frage, wie Marken in einer Echtzeitwelt handlungsfähig bleiben. Und wir sprechen über HateAid, entstanden aus Geralds eigener Erfahrung mit Shitstorms, Morddrohungen und einem System, das damals noch keine Antworten hatte. Heute arbeitet die Organisation mit Betroffenen, Gerichten und Gesetzgebern und gerät genau deshalb selbst ins Visier. Der Kern des Gesprächs liegt dort, wo sich beides überschneidet. Shitstorms gegen Marken sind selten Zufall. Sie folgen Playbooks, erzeugen Content, Reichweite und vor allem Einschüchterung. Der eigentliche Schaden entsteht oft später, wenn Marken sich beim nächsten Mal lieber zurückziehen. Aus Reputation wird so eine Frage von Resilienz, nicht von Haltungspostings. Gerald beschreibt, was Unternehmen konkret tun können. Vorbereitung statt Wegducken. Klare Entscheidungswege, Monitoring, Gegenrede, eine innere Logik, wofür eine Marke steht. Nicht um politisch zu sein, sondern um in einer digitalen Öffentlichkeit nicht zum Spielball zu werden. Zum Schluss wird es persönlich. Gerald spricht nüchtern darüber, wie man mit dauerhafter Anfeindung lebt. Kein Pathos, eher ein wacher Realismus. Links https://superspring.de/en/ https://hateaid.org/ https://davaidavai.substack.com/ https://de.linkedin.com/in/geraldhensel/
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Feb 4, 2026 • 40min

Was ist ein "Brand New Bundestag", Maximilian Oehl? - Folge 258

Jurist, Aktivist und Buchautor Max Oehl über seinen Ansatz von einer resilienten Parteienlandschaft und die Zukunft der Politik. „Parteien haben die schlechtesten Vertrauenswerte seit 1949.“ Was man dagegen tun kann, darüber spricht unser Host Oliver Kemmann mit Dr. Maximilian Oehl, Jurist, politischer Aktivist, Mitgründer von "Brand New Bundestag" und Autor des gleichnamigen Buchs., über eine der zentralen Fragen unserer Zeit: Warum wirkt unsere parlamentarische Demokratie so unbeweglich und was müsste sich ändern, damit Politik wieder zukunftsfähig wird? Wenn du verstehen willst, warum Transformation in Organisationen ohne Transformation im politischen System an Grenzen stößt, ist diese Episode Pflichtprogramm. Max erzählt seinen Weg vom politisch interessierten Jugendlichen über das Jurastudium hin zur Gründung der ersten studentischen Refugee Law Clinic in Deutschland. Früh wird klar: Sein Blick auf Politik ist kein ideologischer, sondern ein struktureller. Es geht ihm weniger um „die Politiker“, sondern um die Mechanismen, die entscheiden, wer überhaupt politische Verantwortung übernimmt. Genau dort sieht er ein zentrales Problem unserer Demokratie: Parteien wählen Kandidierende oft nach interner Logik, Machtbalancen und Ritualen aus – nicht nach Mut, Zukunftsorientierung oder realer Anschlussfähigkeit an die Gesellschaft. Aus dieser Analyse heraus entsteht Brand New Bundestag. Die Initiative unterstützt Menschen, die politisch etwas bewegen wollen, aber im klassischen Parteibetrieb häufig untergehen würden. Nicht konfrontativ, sondern kooperativ: durch Sichtbarkeit, Community, strategische Unterstützung und langfristige Begleitung – auch nach der Wahl. Max beschreibt eindrücklich, wie ohnmächtig sich viele Abgeordnete trotz Mandat fühlen und warum echte Veränderung nur dann gelingt, wenn Parlament und Zivilgesellschaft zusammengedacht werden. Er nennt das Movement Politics. Im Gespräch geht es auch um Geduld. Politische Transformation funktioniert nicht im TikTok-Takt, sondern über mehrere Wahlzyklen. Acht bis zwölf Jahre sind realistisch. Das ist frustrierend – gerade in Zeiten von Rechtspopulismus und Dauerkrisen. Gleichzeitig macht Max Hoffnung: Es gibt funktionierende Institutionen, engagierte Menschen und konkrete Hebel. Wenn mehr Leute bereit sind, sich auch durch mühsame Strukturen zu bewegen, kann Demokratie wieder an Attraktivität und Wirksamkeit gewinnen. Zum Schluss zeichnet Max ein positives Zukunftsbild: eine Demokratie, die wieder Vertrauen verdient, weil sie handlungsfähig ist, Vielfalt abbildet und Gestaltung ermöglicht. Keine naive Utopie, sondern ein realistischer Anspruch – wenn wir bereit sind, das bestehende Betriebssystem zu verbessern, statt nur über ein neues zu fantasieren. Ungefähre Kapitelmarken (jeweils ca. +1 Minute zum Audio-Intro dazugerechnet) 01:02 Warum Transformation im Bundestag oft ausbleibt 02:11 Max’ Einstieg in Politik und erste Frustrationen mit Parteistrukturen 04:49 Jura, Refugee Law Clinic und gesellschaftliche Wirksamkeit 07:22 Prägung, Demokratieverständnis und politischer Antrieb 08:48 Parteiarbeit vs. Wirkung: warum viele abspringen 10:10 Bundestag von innen: Zwänge und gefühlte Ohnmacht 13:04 Systemische Vertrauenskrise und Auswahlmechanismen 15:23 Entstehung und Ansatz von Brand New Bundestag 17:02 Inspiration aus den USA und Übertragung auf Deutschland 19:12 Reaktionen der Parteien und wachsende Akzeptanz 21:20 Scouting, Nominierungen und Kandidierendenaufbau 24:58 Movement Politics und Wirkung nach der Wahl 30:42 Geduld, Wahlzyklen und politische Kommunikation 33:03 Wie man Brand New Bundestag konkret unterstützen kann 35:50 Zukunft der Parteien und demokratische Resilienz 38:25 Blick nach vorn: die Idee einer Brand New Democracy Links Dr. Maximilian Oehl https://www.linkedin.com/in/maximilian-oehl/ Buch: Brand New Bundestag (Goldmann Verlag) https://www.penguin.de/buecher/maximilian-oehl-brand-new-bundestag/paperback/9783442320004 Agentur: Media Force https://mediaforce.me/
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Jan 24, 2026 • 25min

Was lernen wir vom World Economic Forum in Davos 2026, Rapha Gielgen? - Folge 257

Als Trendscout bei vitra kommt Rapha viel rum, diesmal berichtet er vom Weltwirtschafts-Forum in Davos! In dieser Sonderausgabe von Rocketfuel berichtet Raphael Gielgen, Trendscout bei Vitra, direkt vom World Economic Forum in Davos. Im Gespräch mit unserem Host Oliver Kemmann geht es weniger um große Bühnenbilder sondern mehr um das, was Davos im Innersten ausmacht: Dialog, Verdichtung, Reibung – und ein sehr realistischer Blick auf eine Welt im Umbruch. Raphael beschreibt Davos als mehrschichtiges System. Neben dem offiziellen Forum mit strengen Sicherheitszonen und hohen Eintrittshürden existiert eine offene, pulsierende Parallelwelt entlang der Promenade. Unternehmen, Medienhäuser, Thinktanks und Initiativen mieten ganze Gebäude und verwandeln den Ort für eine Woche in eine temporäre Messe der Zukunft. Wer offen ist, zuhört und Gespräche sucht, findet hier Zugang zu Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – oft zufällig, manchmal in der Bäckerei um sieben Uhr morgens. Historisch spannt das Gespräch den Bogen vom Gründungsimpuls durch Klaus Schwab bis zur geistigen Metapher des Zauberbergs von Thomas Mann. Davos war schon immer ein Ort der Distanz zum Alltag, um Dinge klarer zu sehen. Dieser Abstand wird heute dringender denn je gebraucht. Inhaltlich dominiert ein Thema: das Ende der alten Ordnung. Raphael verweist auf den McKinsey-Report The Cusp of a New Era aus dem Jahr 2022, der bereits früh das Ende einer Welt mit billiger Energie, niedrigen Zinsen und stabiler Globalisierung beschrieb. In Davos 2025 wurde deutlich, dass wir nun vollständig in der neuen Realität angekommen sind. Geopolitische Fragmentierung, konkurrierende Machtblöcke und widersprüchliche Interessen prägen die Gespräche. Erstmals veröffentlichten die Leitreports des Forums keine klaren Handlungsempfehlungen mehr, sondern beschrieben eine Welt permanenter Verschiebung ohne eindeutige Richtung. Die Rede von Donald Trump im Kongresszentrum wirkte wie ein Brennglas. Viele verfolgten sie auf Tablets, in Hotel-Lounges oder draußen in der Sonne. Die anschließenden Diskussionen machten deutlich, wie sehr sich die Welt auf zwei dominante Pole zubewegt: die USA und China. Europa sucht in diesem Spannungsfeld noch nach seiner Rolle. Die zentrale Frage, die bleibt: Was bedeutet diese neue Realität konkret für Unternehmen, Regionen und Organisationen in Deutschland? Raphael beschreibt Davos auch als globalen Pitch-Ort. Ideen, Allianzen, Narrative und Zukunftsbilder konkurrieren um Aufmerksamkeit. Jeder versucht, Know-how, Kapital oder Unterstützung zu mobilisieren und mit einer stimmigen Geschichte nach Hause zu fahren. Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch alle Gespräche. Wer zu langsam reagiert oder auf Stabilität hofft, verliert Anschluss. Sein Fazit ist klar: Davos ist kein elitärer Ort im klassischen Sinn, aber einer, der Offenheit verlangt. Wer bereit ist, zuzuhören, Fragen zu stellen und sich auf andere Perspektiven einzulassen, erhält ein einzigartig dichtes Bild der Gegenwart. Nicht einzelne Antworten sind entscheidend, sondern die Summe vieler Gespräche. Zukunft entsteht hier nicht als Plan, sondern als Resonanzraum. Links und Referenzen zur Folge: World Economic Forum: https://www.weforum.org McKinsey Report „The Cusp of a New Era“: https://www.mckinsey.com Vitra Insights & Trends: https://www.vitra.com Thomas Mann, Der Zauberberg: https://www.fischerverlage.de/buch/thomas-mann-der-zauberberg-9783100224579 Raphael Gielgen auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/raphaelgielgen HelloRafa WhatsApp Community: Link über Raphaels LinkedIn-Profil
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Jan 9, 2026 • 34min

CES 26 Recap mit Flo, Rapha & Oli - Folge 256

Aus dem Venetian, Las Vegas, melden sich ROCKETFUEL Host Oliver Kemmann, Florian Holste und Raphael Gielgen mit einem brandaktuellen CES 2026 Recap. Eine Woche Messe, Keynotes, Hotels und das Gefühl, dass diese Veranstaltung längst keine klassische Technologiemesse mehr ist, sonder der Pulsmesser der Zukunft. Die CES ist ein Reallabor, ein Ort, an dem sich wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Veränderungen in extremer Verdichtung zeigen. Wer hier unterwegs ist, sammelt keine Produktneuheiten, sondern baut mentale Landkarten für das, was kommt. Im Mittelpunkt stehen die großen Keynotes, die heute eher Inszenierungen als Vorträge sind. Besonders prägend waren die Auftritte von AMD, Caterpillar und Lenovo. AMD überrascht mit einem ganzheitlichen Infrastrukturansatz und zeigt, dass das Rennen um KI längst nicht entschieden ist. Caterpillar beweist eindrucksvoll, wie ein über hundert Jahre alter Heavy-Industry-Konzern KI konkret und produktiv in sein Geschäftsmodell integriert. Lenovo inszeniert seine Vision im Sphere und macht deutlich, dass Hardware, Software und Infrastruktur nicht mehr getrennt gedacht werden können. Auffällig ist dabei die allgegenwärtige Präsenz von Jensen Huang von Nvidia, der wie ein verbindendes Element zwischen den Ökosystemen wirkt. Ein zentrales Thema dieser CES ist Infrastruktur. Chips werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil komplexer Systeme aus Rechenzentren, Energieversorgung, Software und Partnerschaften. Der enorme Datenhunger und die Investitionen der großen Tech-Konzerne machen deutlich, dass ohne physische Infrastruktur keine KI-Transformation möglich ist. Gleichzeitig rückt die Frage nach Energie, Ressourcen und Abhängigkeiten stärker in den Fokus. Besonders spannend ist der Blick auf Edge-AI und Barrierefreiheit. Gespräche mit NXP zeigen, wie Intelligenz zunehmend dorthin verlagert wird, wo sie gebraucht wird, direkt an Maschinen, Geräte und Prozesse. KI wird dadurch weniger abstrakt und zugänglicher. Es geht nicht um technologische Machbarkeit, sondern um die Lösung konkreter Alltagsprobleme. Diese Perspektive zieht sich auch durch viele Panels und Gespräche und verbindet Wissensarbeit, Industrie und Robotik. Ein Highlight auf der Messe ist der Besuch bei Neura Robotics. Die Fortschritte in der physischen KI sind deutlich spürbar. Humanoide Roboter, taktile Sensorik, lernende Systeme und reale Trainingsumgebungen zeigen, dass Simulation allein nicht ausreicht. Das Neuraverse und der Neura Gym stehen exemplarisch für einen neuen Ansatz, bei dem Anwendungen gemeinsam mit Kunden entstehen und sich über Ökosysteme exponentiell weiterentwickeln. Über allem liegt ein kulturelles Thema, das immer wieder aufscheint: Geschwindigkeit. Sie wird zur strategischen und kulturellen Größe. Veränderung passiert nicht mehr in Jahren oder Quartalen, sondern täglich. Das Spielfeld verschiebt sich ständig und Organisationen müssen lernen, unter permanentem Wandel handlungsfähig zu bleiben. Positive Überforderung ersetzt planbare Stabilität und verlangt neue Formen von Führung, Lernen und Zusammenarbeit. Kritisch wird auch der Blick auf Europa und insbesondere auf den deutschen Mittelstand. Während internationale Player sichtbar und mutig auftreten, wirken viele deutsche Unternehmen zurückhaltend oder unsichtbar. Die Diskussion macht deutlich, dass es nicht reicht, einzelne KI-Tools einzuführen. Gefragt ist ein neues Betriebssystem für Organisationen, neue Entscheidungslogiken, neue Rollen und eine klare Ausrichtung auf Opportunitäten statt reiner Effizienz. Startups spielen dabei eine Schlüsselrolle, indem sie Geschwindigkeit, Fokus und konkrete Use Cases in etablierte Strukturen bringen. Am Ende bleibt der Eindruck einer intensiven, lauten, überfordernden, aber hoch inspirierenden Woche. Die CES 2026 zeigt, dass Technologie kein Selbstzweck mehr ist, sondern tief in Geschäftsmodelle, Kultur und Gesellschaft eingreift. Wer verstehen will, wohin sich Wirtschaft und Arbeit entwickeln, findet hier keine Antworten, sondern bessere Fragen, neue Perspektiven und jede Menge Energie für den nächsten Schritt.
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Dec 31, 2025 • 56min

Wie wird Körpersprache zu einem Change Tool, Stefan Verra? - Folge 255

Stefan Verra, Autor, Coach und Speaker, ist einer der bekanntesten Körpersprache Coaches im deutschprachigen Raum In dieser Episode von rocketfuel trifft unser Host Oliver Kemmann auf Stefan Verra, einen der bekanntesten Experten für Körpersprache im deutschsprachigen Raum. Kennengelernt haben sich die beiden nicht auf einer Bühne, sondern in Osttirol. Dort, wo Beobachtung noch Handwerk ist und Haltung nicht erklärt, sondern gelebt wird. Vielleicht kein Zufall, denn genau darum geht es in diesem Gespräch. Um Wirkung. Um Präsenz. Um das, was zwischen den Worten passiert. Stefan Verra erzählt von einem ungewöhnlichen Weg. Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, geprägt von einem Vater, der aus Baumstämmen menschliche Figuren formte, lernte er früh, wie sehr Körper, Spannung und Haltung darüber entscheiden, ob etwas lebendig wirkt. Körpersprache war kein Begriff, aber Alltag. Später studierte er Musik in Wien, spielte Schlagzeug und lernte auf der Bühne, dass Menschen nicht nur hören, sondern sehen wollen. Dass Wirkung entsteht, lange bevor Inhalte greifen. Ein zentrales Thema der Episode ist Verras Ansatz, Körpersprache nicht zu psychologisieren, sondern zu entmystifizieren. Verschränkte Arme sind kein Charaktermerkmal, überschlagene Beine keine innere Haltung. Vieles ist Gewohnheit, Biologie, gespeicherte Bewegung. Das eigentliche Problem liegt woanders. Menschen glauben zu wissen, wie sie wirken. Tun sie aber nicht. Fast alle halten sich für freundlich. Die Wirkung nach außen erzählt oft eine andere Geschichte. Hier setzt auch Verras zentrales Konzept an, das er „Vom Du zum Super-Du“ nennt. Es geht nicht darum, lauter, dominanter oder performativer zu werden. Sondern darum, im Blick der anderen nicht eines von vielen Du zu sein, sondern ein besonderes. Ein Super-Du. Nicht durch mehr Leistung, sondern durch stimmige Wirkung. Die meisten Menschen sind kompetent genug. Was fehlt, ist Sichtbarkeit dieser Kompetenz. Körpersprache wird damit zum Übersetzer zwischen Innenwelt und Außenwirkung. Im Gespräch wird deutlich, wie klein die Stellschrauben oft sind. Ein bewusstes Lächeln. Gehobene Augenbrauen. Eine offenere Kopfhaltung. Keine Disruption, sondern Ergänzung. Verra plädiert für Mini-Veränderungen statt radikaler Umbrüche. Das gilt für Körpersprache genauso wie für Transformation insgesamt. Menschen brauchen Stabilität, auch in Routinen. Wer alles auf einmal verändern will, erzeugt Widerstand. Wer ergänzt, öffnet Räume. Auch Bühne, Politik und Führung kommen zur Sprache. Warum Populisten oft wirkungsmächtiger auftreten als die politische Mitte. Warum wir Führung emotional wählen, nicht rational. Und warum Körpersprache keine Trickserei ist, sondern eine emotionale Sprache, die entscheidet, ob Menschen zuhören oder abschalten. Zum Ende richtet sich der Blick nach vorn. Auf KI, humanoide Roboter und künstliche Körpersprache. Technisch wird vieles möglich. Aber das wirklich Menschliche entsteht im Gegenüber. Im Moment. Im Du. Oder eben im Super-Du. Wer Stefan Verra live erleben möchte, hat dazu regelmäßig Gelegenheit. In seinem Bühnenprogramm „Vom Du zum Super-Du“ zeigt er auf unterhaltsame und zugleich fundierte Weise, wie Wirkung entsteht und warum kleine Veränderungen große Effekte haben. Zusätzlich bietet er Seminare, Vorträge für Unternehmen und Medienanalysen an. Diese Folge ist keine Anleitung zur Selbstoptimierung. Sie ist eine Einladung zur Selbstbeobachtung. Und zu der Erkenntnis, dass Veränderung oft dort beginnt, wo man sie nicht vermutet. In der Haltung. Im Gesicht. In einem einzigen, echten Lächeln. Alle Informationen, Termine und Hintergründe finden sich hier: https://www.stefanverra.com Die Episode ist Teil des Podcasts rocketfuel von Oliver Kemmann, der sich mit Veränderung, Transformation und Zukunftsfragen beschäftigt.
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Dec 24, 2025 • 55min

Fröhliche Weihnachten 2025 mit Rapha & Oli! - Folge 254

Und, die Stille gehört zum Konzept ;-) Rapha und Oli nehmen uns am Heiligen Abend mit auf eine Entdeckungstour in die Weihnachtsgeschichte! Ein Licht in einer unruhigen Zeit Am Heiligen Abend setzen sich Raphael Gielgen, Trendscout des Designmöbelherstellers Vitra und Rocketfuel Host Oliver Kemmann zusammen. Nicht für ein klassisches Interview, sondern für ein offenes Gespräch. Zwei Menschen, die sich beruflich viel mit Zukunft, Arbeit und Veränderung beschäftigen und an diesem Tag bewusst den Fuß vom Gas nehmen und das Jahr mit ihren Erkenntnissen Revue passieren lassen wollen. Hat die Weihnachtsgeschichte heute noch etwas mit uns zu tun? Mit Organisationen. Mit Führung. Mit einer Welt, die sich gerade neu sortiert. Sie beginnt nicht mit Sicherheit. Sie beginnt mit Unsicherheit. Eine hochschwangere Frau. Eine lange Reise. Politische Willkür. Kein Platz. Kein Plan B. Menschen ohne Status und ohne Absicherung, unterwegs in einer Realität, die sie nicht kontrollieren können. Vielleicht ist das der Grund, warum diese Geschichte bis heute trägt. Nicht, weil sie idyllisch ist. Sondern weil sie ehrlich ist. Der Stern von Bethlehem ist kein Navigationssystem. Er gibt keine Route vor und verspricht kein Ziel. Er zeigt nur eine Richtung. Wenn die Karte nicht mehr lesbar ist, reicht manchmal genau das. Heute erleben wir etwas Ähnliches. KI, neue Arbeitswelten, gesellschaftliche und politische Verschiebungen. Viel Bewegung. Wenig Halt. Die Versuchung ist groß, alles kontrollieren zu wollen. Doch Orientierung entsteht nicht durch Kontrolle. Sie entsteht durch Fokus auf das Wesentliche. Manchmal ist dieser Stern kein fernes Licht am Himmel, sondern ein Ort. Ein Raum, der Schutz gibt. Ein Zuhause. Räume, in denen man kurz aufhören darf zu funktionieren. Nicht als Rückzug, sondern als Voraussetzung, um wieder aufzubrechen. Die Weihnachtsgeschichte erzählt auch von Verletzlichkeit. Ein Kind im Stall. Kein Palast. Keine Stärkeinszenierung. Und genau daraus entsteht Bewegung. Vielleicht liegt hier eine zentrale Lektion für unsere Zeit: Neues beginnt selten aus Perfektion. Es beginnt aus Fragilität. Dann kommen sie zusammen. Die Hirten – bodenständig, intuitiv, nah an der Realität. Und die Weisen – analytisch, vorbereitet, suchend. Zwei Perspektiven. Keine ist besser. Beide sind notwendig. Wir haben verlernt, diese Unterschiedlichkeit auszuhalten. In Organisationen wie in Gesellschaften. Dabei liegt genau dort das Kapital der Zukunft: in der Spannung zwischen Intuition und Analyse, zwischen Machen und Denken. Dieses Heiligabend-Gespräch war unser Versuch, genau das wiederzufinden. Nicht als Predigt. Sondern als Einladung. Folgt eurem Stern. Bleibt neugierig. Merry Christmas everyone Oliver Kemmann & Raphael Gielgen
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Dec 18, 2025 • 48min

Wann werden wir endlich digital erwachsen, Wolf Lotter? - Folge 253

Wolf Lotter schreibt uns mit spitzer Feder das Erwachsenwerden ins Transformations-Buch! In dieser Folge von Rocketfuel spricht Oliver Kemmann mit Autor, Journalsit und dem Co-Founder der brandeins, Wolf Lotter über eine Frage, die im KI-Rausch erstaunlich selten gestellt wird: Was passiert eigentlich mit dem Menschen, wenn Technologie schneller erwachsen wird als sein Umgang mit ihr? Wolf beobachtet die digitale Transformation seit den frühen Tagen der PC-Revolution. In seinem neuen Buch „Digital erwachsen“ bündelt er diese Erfahrung zu einer Streitschrift gegen Technikgläubigkeit, Tool-Fetisch und die bequeme Vorstellung, dass Denken, Urteilskraft und Verantwortung auslagerbar seien. Das Gespräch kreist um kognitive Schulden, also den Preis, den Menschen zahlen, wenn sie KI nutzen, ohne parallel ihre eigene Denk- und Problemlösefähigkeit zu kultivieren. Es geht um das Produktivitätsparadoxon, um Organisationen, die KI einführen, ohne sich selbst zu verändern. Und um den Unterschied zwischen mehr Output und besserer Wirkung. Ein zentraler Strang ist die Kritik an den neuen Erlösungsnarrativen der Tech-Industrie. Singularität, Superintelligenz, digitale Unsterblichkeit: Lotter ordnet diese Ideen historisch ein - von Golem und Frankenstein bis zu Ray Kurzweil - und zeigt, warum sie weniger über die Zukunft der Maschinen erzählen als über die Angst der Menschen vor eigener Verantwortung. Auch Bildung kommt zur Sprache. Nicht als neues Schulfach, sondern als kulturelle Grundlage. Digitale Mündigkeit bedeutet hier nicht Tool-Kompetenz, sondern Kontextwissen, Urteilskraft und die Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten. Serendipität, Irrtum und Experiment erscheinen nicht als Fehler im System, sondern als dessen Voraussetzung. Diese Episode ist kein Plädoyer gegen Technologie. Sie ist ein Plädoyer gegen Bequemlichkeit. Und eine Einladung, digitale Reife nicht mit Anpassung zu verwechseln. LINKS Wolf Lotter: https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Lotter brand eins (Magazin): https://www.brandeins.de/ Buch: „Digital erwachsen“ Haufe Shop (Buch): https://shop.haufe.de/prod/digital-erwachsen Thalia (Buch): https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1074569161 ISBN-Info: https://www.isbn.de/buch/9783689510695/digital-erwachsen Studie „Kognitive Schulden“ arXiv Preprint „Your Brain on ChatGPT…“: https://arxiv.org/abs/2506.08872 Projektseite zur Studie: https://www.brainonllm.com/ Erwähnte Menschen & Werke (Auswahl aus dem Gespräch) Hannah Arendt — „Vita activa / The Human Condition“: https://de.wikipedia.org/wiki/VitaactivaoderVomt%C3%A4tigen_Leben Peter F. Drucker — „Post-Capitalist Society“: https://en.wikipedia.org/wiki/Post-Capitalist_Society Gottfried Wilhelm Leibniz (Rechenmaschine/Idee Zeit fürs Denken): https://de.wikipedia.org/wiki/GottfriedWilhelmLeibniz John Maynard Keynes — „Economic Possibilities for our Grandchildren“: https://en.wikipedia.org/wiki/EconomicPossibilitiesforourGrandchildren Karl Kraus: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Kraus Robert Solow (Solow-Paradox): https://en.wikipedia.org/wiki/Solowcomputerparadox Daron Acemoglu: https://en.wikipedia.org/wiki/Daron_Acemoglu Simon Johnson: https://en.wikipedia.org/wiki/SimonJohnson(economist) Robert K. Merton (Serendipity/Soziologie): https://en.wikipedia.org/wiki/RobertK.Merton Hartmut Rosa (Resonanz): https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Rosa Andrew McAfee — „The Geek Way“: https://en.wikipedia.org/wiki/Andrew_McAfee Maria Montessori: https://de.wikipedia.org/wiki/MariaMontessori KI- und Computergeschichte Joseph Weizenbaum (ELIZA): https://en.wikipedia.org/wiki/JosephWeizenbaum ELIZA: https://en.wikipedia.org/wiki/ELIZA Alan Turing — „Computing Machinery and Intelligence“: https://en.wikipedia.org/wiki/ComputingMachineryand_Intelligence Turing-Test: https://de.wikipedia.org/wiki/Turing-Test Scott Brinker — Martec’s Law: https://chiefmartec.com/2013/06/martecs-law-technology-changes-exponentially-organizations-change-logarithmically/ Stewart Brand (Whole Earth Catalog): https://en.wikipedia.org/wiki/Stewart_Brand Whole Earth Catalog: https://en.wikipedia.org/wiki/WholeEarthCatalog Steve Jobs — Stanford Commencement (2005): https://news.stanford.edu/stories/2005/06/stanford-report-june-15-2005 Singularität, Hyperintelligenz, Tech-Mythen Ray Kurzweil: https://en.wikipedia.org/wiki/Ray_Kurzweil „The Singularity Is Near“: https://en.wikipedia.org/wiki/TheSingularityIs_Near James Lovelock: https://en.wikipedia.org/wiki/James_Lovelock „Novacene“ (Lovelock/Appleyard): https://en.wikipedia.org/wiki/Novacene Arthur C. Clarke (Zitat zur Magie): https://en.wikipedia.org/wiki/Clarke%27sthreelaws Frankenstein (Mary Shelley): https://en.wikipedia.org/wiki/Frankenstein Golem (Mythos): https://en.wikipedia.org/wiki/Golem Masayoshi Son (SoftBank): https://en.wikipedia.org/wiki/MasayoshiSon Popkultur-Referenzen Milli Vanilli: https://en.wikipedia.org/wiki/MilliVanilli Die Prinzen — „Alles nur geklaut“: https://de.wikipedia.org/wiki/Allesnurgeklau Foto: Katharina Lotter 2023
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Dec 10, 2025 • 39min

Wie wird man als Deutsch Bänker zum Nachhaltigkeits-Influencer, Enrico Eberlein? - Folge 252

Enrico Eberlein hat mit "5 nach 12" einen sehr erfolgreichen Nachhaltigkeits-Podcast im Kontext seiner Arbeit bei der Deutschen Bank entwickelt. In dieser Folge von ROCKETFUEL on Tour ist unser Host Oliver Kemmann in Berlin bei der Deutschen Bank zu Gast. Dort spricht er mit Enrico Eberlein, langjährigem Banker und Host des Nachhaltigkeitspodcasts 5 nach 12. Gemeinsam schauen die beiden darauf, wie aus einem internen Qualifizierungsformat der Deutschen Bank ein sichtbarer Nachhaltigkeitspodcast wurde, der heute auf allen relevanten Plattformen läuft und Menschen für Klimaschutz und Transformation begeistern soll. Wir begleiten Enrico zurück zu der Situation, in der alles begann. Ein Management Meeting kurz vor Corona, ein neues nachhaltiges Produkt, viel gesellschaftliche Debatte über Nachhaltigkeit und trotzdem wenig Resonanz bei Kundinnen und Kunden. Aus der einfachen Frage, warum das so ist, entsteht das Projekt der Grünen Filialen und die Idee, Mitarbeitende über einen internen Podcast niedrigschwellig zu qualifizieren. Gesendet wird zur Mittagspause, fünf nach zwölf, live und bewusst mit einem positiven Narrativ zu Nachhaltigkeit. Im Gespräch wird deutlich, wie sehr 5 nach 12 auch Enricos persönliche Transformation beschleunigt hat. Aufgewachsen in Sachsen, ursprünglich mit anderen Berufsplänen, erlebt er die Wende als kompletten Neustart und bleibt dann über 30 Jahre bei der gleichen Bank. Durch seine Kinder, durch Recherche und durch viele Gespräche mit Expertinnen und Experten im Podcast verändert sich nach und nach sein Blick auf Konsum, Mobilität und Energie. Vom schnellen Auto zum E Auto, von abstrakten Klimazielen hin zu konkreten Entscheidungen im Alltag. Wir sprechen darüber, wie Storytelling Nachhaltigkeit zugänglich machen kann. Enrico erzählt, wie sich seine Sprache durch LinkedIn, Podcasting und viele Bühnenauftritte verändert hat und warum er lieber über Lösungen und Chancen redet als über Weltuntergang. Seine Gäste reichen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Wuppertal Institut und Club of Rome über Klimaforscher und Zukunftsforscher bis zu Startups, die in Nischen echte Wirkung erzielen, etwa bei Lichtverschmutzung in Städten. Zum Schluss geht es um seine Vision für 5 nach 12. Der Podcast soll ein Ort für konstruktive Nachhaltigkeitsstories bleiben, Menschen und Organisationen vernetzen und zeigen, wie Unternehmen, Banken und Einzelne trotz Transformationsmüdigkeit weiter an Energie, Immobilien, Mobilität und Lieferketten arbeiten können. Wenn du dich für Nachhaltigkeit, Transformation, Deutsche Bank, Storytelling und praktische Beispiele aus der Wirtschaft interessierst, dann ist diese Folge für dich.
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Dec 3, 2025 • 52min

Wie machen Daten die lästige Büro-Suche zum Kundenerlebnis, Miguel Rodriguez Thielen? - Folge 251

Über die Schnittstelle von Büroimmobilien, Daten, Technologie und Kulturwandel. In dieser Folge von ROCKETFUEL geht es um einen Ort, über den alle reden und den trotzdem kaum jemand wirklich strategisch denkt: das Büro. Unser Host Oliver Kemmann spricht mit Miguel Rodriguez Thielen, Head of Office Leasing Germany bei JLL, einem der weltweit größten Immobilienberatungsunternehmen. Miguel verantwortet ein Team von rund 125 Menschen an elf Standorten und bewegt sich täglich an der Schnittstelle von Büroimmobilien, Daten, Technologie und Kulturwandel. Gemeinsam schauen die beiden darauf, was die Pandemie wirklich mit dem Büromarkt gemacht hat und warum das Büro erst totgesagt wurde, um jetzt in völlig neuer Rolle wiederzukommen. Miguel erklärt, warum der deutsche Büromarkt heute ein Drittel kleiner ist als vor Corona, gleichzeitig die Mieten in den Innenstädten steigen und trotzdem immer mehr Flächen leer stehen. Stichwort: Fly to Quality. Unternehmen ziehen in zentralere, hochwertigere Flächen und lassen veraltete Bestände zurück – mit massiven Folgen für Städte, Eigentümer und Projektentwickler. Natürlich geht es auch um Krisenmodus und Zinswende: Wie fühlt es sich an, in einer Branche zu arbeiten, die quasi dauerhaft im Ausnahmezustand ist? Miguel erzählt offen, wie sich sein Team durch Schock, Unsicherheit und Lernkurven manövriert hat und warum es gefährlich ist, darauf zu hoffen, „dass es irgendwann wieder wie früher wird“. Nicht nur für Führungskräfte ist das hoch relevant, weil sich daran exemplarisch zeigt, wie Organisationen mit permanentem Wandel umgehen können. Ein Schwerpunkt der Folge: Daten und KI. JLL sammelt seit Jahrzehnten Mietvertragsdaten weltweit und wertet diese heute mit KI aus, nicht mehr nur Miete und Laufzeit, sondern über zwanzig Datenpunkte pro Vertrag. Miguel zeigt, was passiert, wenn Erfahrungswissen plötzlich datenbasiert wird: von smarteren Verhandlungen über Markttransparenz bis hin zu neuen Kundenerlebnissen, bei denen Algorithmen helfen, das „richtige“ Büro zu finden, lange bevor jemand Exposés durchklickt. Wir begleiten Miguel und Oliver in der Diskussion darüber, wie sich die Rolle des Büros verschiebt, weg vom Ort der Stillarbeit, hin zum Resonanzraum für Austausch, Innovation und Kultur. Warum selbst Behörden anfangen, anders zu planen. Wieso Büroflächen immer häufiger wie Hotels und Hospitality gedacht werden. Und welche Ideen es für nutzungsbasierte Mietmodelle gibt, bei denen nicht mehr Quadratmeter, sondern tatsächlich erlebter Wert abgerechnet wird. Zum Schluss wagen die beiden einen Blick nach vorn: Was passiert, wenn Agenten mit Agenten verhandeln, dein persönlicher KI-Agent mit dem KI-System eines Immobilienberaters? Welche Teile des Maklergeschäfts werden automatisiert, und wo bleibt der Mensch unverzichtbar? Und was bedeutet das alles für dich, wenn du heute Entscheidungen über Flächen, Arbeitsmodelle und Kultur triffst? Wenn du verstehen willst, wie sich der Büromarkt gerade wirklich verändert, warum du dein Büro als strategischen Hebel für Innovation und Kultur betrachten solltest und wie KI die Spielregeln in der Immobilienwelt neu mischt, dann ist diese Folge für dich.

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