
Lesart Buchkritik - "Affenliebe" von Lara Rüter
Mar 31, 2026
Maike Fessmann, Journalistin und Buchkritikerin, erklärt kurz die Qualitäten von Lara Rüters Roman. Sie spricht über die doppelte Bedeutung von Affen und menschlicher Liebe. Es geht um Nähe und Distanz zu Affen, Trauer und Tabus sowie die Mischung aus lyrischer Sprache und essayistischer Schärfe.
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Episode notes
Nähe und Fremdheit der Affen erzeugt Projektionen
- Affen erscheinen uns vertraut und fremd zugleich, weshalb Anthropomorphisierung in der Forschung ein Problem ist.
- Lara Rüther beobachtet im Labor, wie Nähe zu Makaken und Bonobos starke menschliche Projektionen auslöst, trotz strenger Plexiglasabtrennungen.
Die Regel Nie Berühren und ihre Folgen
- In der Forschung galt die Regel "Affen niemals berühren", weil zu viel Nähe Forschung verfälscht und körperliche Gefahr birgt.
- Rüther schildert, wie Gorilla Abeku gegen Plexiglas schlägt und Bonobo Lexi als Supermom auffällt, plus ein Lockdown-Todesfall.
Fürsorge und Kannibalismus liegen nah beieinander
- Nähe in Affengruppen kann ambivalente Verhaltensweisen hervorbringen, etwa kollektives Verspeisen eines toten Jungtiers.
- Rüther nutzt dieses Ereignis im Lockdown, um Differenzen und Nähe zwischen menschlicher und affenmäßiger Fürsorge zu zeigen.

