Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Oct 16, 2019 • 10min

Pkw-Maut: Scheuer in der Mangel

Die Pkw-Maut wird für Andreas Scheuer immer mehr zum Debakel. Am Dienstag wurden die Weichen für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss gestellt. Der soll klären, ob der Verkehrsminister das Prestigeprojekt der CSU nur aus wahltaktischen Gründen auf Kosten der Steuerzahler durchgedrückt hat. Scheuer steht sei Monaten im Dauerfeuer der Opposition und wirkt angeschlagen, sagt der CSU-Experte der SZ, Wolfgang Wittl. Aber ob sich Scheuer in seinem Amt halten kann, das entscheidet allein Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Doch beim anstehenden CSU-Parteitag werde das Maut-Debakel keine Rolle spielen. Weitere Meldungen: Türkei-Offensive in Syrien, Ermittler überprüfen möglichen Mitwisser im Fall Halle. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carlo Sarsky Zusätzliches Audio-Material über Phoenix.
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Oct 15, 2019 • 10min

"Die Kurden haben keine Freunde, aber die Berge"

Die türkische Invasion in Syrien treibt Hunderttausende Kurden in die Flucht. In ihrer Not verbünden sie sich mit den Truppen des syrischen Diktators Assad. Es sei utopisch, dass der türkische Präsident Erdoğan in dem Gebiet nach dem Einsatz syrische Flüchtlinge ansiedeln könne, kritisiert Paul-Anton Krüger, stellvertretender Außenpolitik-Chef der SZ. Und gerade in Rojova haben die Kurden ein selbstverwaltetes, demokratisches Gemeinwesen aufgebaut, das ein Vorbild für den Nahen Osten hätte sein können. Weitere Nachrichten: Shell-Jugendstudie, IWF senkt erneut Wachstumsprognose, Erfolg für Musterklage gegen Mieterhöhung. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Julia Ongyerth
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Oct 14, 2019 • 11min

Wie die Deutsche Bank in China jahrelang die Mächtigen umgarnte

Die Deutsche Bank wollte sich den Zugang zum chinesischen Markt mit Geld, Geschenken und Gefälligkeiten verschaffen. Das zeigen Unterlagen, die die Süddeutsche Zeitung mit dem WDR und der New York Times ausgewertet hat. Gastgeschenk gehören in China zum guten Ton, sagt die Frankfurter SZ-Wirtschafts-Korrespondentin Meike Schreiber. Aber die Deutsche Bank habe es dabei übertrieben. Für Kontakte zu ranghohen chinesischen Funktionäre und Konzernlenkern haben deutsche Banker Hundertausende Dollar an dubiose Berater bezahlt. Mittelsmann der Deutschen Bank dafür sei Lee Zhang gewesen, der intern auch “Mister China” genannt wurde. Er habe außerdem mehr als hundert Kindern von Parteifunktionären Praktikantenplätze und Jobs bei der Deutschen Bank verschafft, obwohl sie zumeist nicht über entsprechende Qualifikationen verfügten. Weitere Nachrichten: Wirtschafts-Nobelpreis für drei Armutsforscher, EU will Waffenstopp für Türkei. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carlo Sarsky
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Oct 11, 2019 • 10min

Abiy Ahmed: der Preis für das unmögliche Unterfangen

Es ist eine kleine, aber keine wirklich große Überraschung, dass Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis erhält. Die Buchmacher hatten vor allem die schwedische Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg ganz oben auf dem Zettel. Aber auch der Name des äthiopischen Premiers wurde immer wieder genannt. Seit eineinhalb Jahren ist er im Amt. In dieser Zeit hat Abiy Ahmed ein unglaubliches Reformtempo vorgelegt, Oppositionelle aus dem Gefängnis entlassen und verbotene Parteien wieder zugelassen. Vor allem aber schloss er Frieden mit dem Nachbarland Eritrea. Eine fast unmögliche Aufgabe, wie Außenpolitikredakteurin Anna Reuß schildert. Allein dafür hat Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis verdient. Weitere Themen: Stephan B. gesteht rechtsextremes Motiv, EU27 für neue Verhandlungsrunde mit Johnson, Tusk kontert Erdogan. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über nobelprize.org.
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Oct 10, 2019 • 10min

Warum Juden sich fragen, ob sie noch willkommen sind

Am Mittwoch werden in Halle zwei Menschen erschossen. Der Tatverdächtige ist ein 27-jähriger Mann aus dem Südharz namens Stephan B. Er hat sich in merkwürdigen Online-Foren aufgehalten, in denen Verschwörungstheorien, Rassismus und Antisemitismus nicht nur gut geheißen werden, sondern auch zum Handeln aufgerufen wird. Man kann fast von Glück sprechen, dass der Terrorist nur zwei Menschen ermordete. Denn eigentlich hatte er sich einen Angriff auf die Synagoge im Hallener Paulusviertel vorgenommen. Obwohl keine Polizei vor Ort war, scheiterte B. an den Eingangstüren. Zeigt diese Tat, dass Deutschland ein handfestes Antisemitismusproblem hat? Die jüdische Gemeinde, schildert Politikredakteur Matthias Drobinski, ist jedenfalls stark verunsichert. Nicht nur wegen der Anschläge durch Rechtsextremisten und Islamisten, sondern vor allem, weil sie nicht weiß, ob sie die Mehrheit des Landes noch willkommen heißt. Weitere Themen: Haftbefehl gegen Stephan B., Goulard in EU-Parlament durchgefallen, Literaturnobelpreis. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über dpa. Der Täter von Halle (Saale) hat im Internet ein Video seines Anschlags und außerdem ein sogenanntes Manifest veröffentlicht. Der SZ liegen diese vor, wir veröffentlichen sie aber nicht. Terroristen versuchen, im Internet ihr Gedankengut zu verbreiten. Die SZ macht sich nicht zum Werkzeug dieser Strategie. Aus diesem Grund zeigen wir ebenfalls keine Bilder expliziter Gewalt und achten darauf, in der Berichterstattung über Details zur Tat die Würde der Opfer zu wahren.
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Oct 9, 2019 • 10min

Glorifiziert "Joker" das Böse?

Wer der Joker ist, das weiß wahrscheinlich fast jeder. Er ist der, der Batman an seine Grenzen bringt, der keine Moral, sondern nur den Wahnsinn kennt. Aber wie ist er eigentlich zu diesem kranken Bösewicht geworden? Darum geht es in dem neuen Film mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. Phoenix stellt das Böse in Person so brillant dar, dass er für den Oscar gehandelt wird. Auf der anderen Seite gibt es viele Beschwerden und Proteste gegen den Film. In den USA, wo es eine unverhältnismäßig hohe Zahl an Schießereien gibt, klagen Hinterbliebene und Angehörige von Opfern, dass ein Massenmörder wie der Joker glorifiziert würde. Diese Kritik ist logisch, sagt SZ-Filmkritiker David Steinitz. Doch sie trifft den falschen Film. Weitere Themen: Tote bei Schießerei in Halle, Türkei startet Syrien-Offensive, Chemie-Nobelpreis. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carlo Sarsky Zusätzliches Audio-Material über Warner Bros. Hinweis: Im Gespräch heißt es Joaquin Phoenix hätte bereits einen Oscar gewonnen. Richtig ist, dass er bisher dreimal nominiert war.
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Oct 8, 2019 • 10min

Der alte und der neue Seehofer

Horst Seehofer verhandelt mit den EU-Innenministern in Luxemburg. Es geht es um den Plan, wie die Europäische Union künftig Bootsflüchtlinge aufnehmen soll. Plötzlich zeigt der CSU-Politiker Herz. Seehofer habe sich vom Law-and-Order-Vertreter in den Sozialpolitiker und Herz-Jesu-Sozialisten verwandelt, der er schon einmal war, sagt die Berliner SZ-Korrespondentin Constanze von Bullion. Er sei teilweise altersmilde geworden, aber es zähle bei ihm auch der Wunsch in den Geschichtsbüchern nicht als Hardliner wie Matteo Salvini stehen zu wollen. Besonders verwundert sei sie darüber, wie er inzwischen Kanzlerin Merkel lobe, an deren Stuhl er lange gesägt habe. Weitere Nachrichten: Johnson steuert auf No-Deal zu, Teilhabepaket kommt nicht an, Nobelpreis für Physik für Erforschung des Universums. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über Bundespressekonferenz und dpa.
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Oct 7, 2019 • 9min

Was die Türkei in Nordsyrien will

In Nordsyrien werden nach dem Willen von Präsident Erdogan demnächst türkische Soldaten einmarschieren. Noch ist nichts beschlossen, aber es gibt immer mehr Hinweise auf einen Militäreinsatz. Und US-Präsident Trump soll Erdogan grünes Licht für den Angriff gegeben haben, weil ihm der Einsatz für die Kurden schlicht "zu teuer" geworden ist. Dieses Gebiet ist den Türken seit Jahren ein Dorn im Auge, sagt die Türkei-Korrespondentin der SZ, Christiane Schlötzer. Es gilt den Türken als Rückzuggebiet kurdischer Rebellen, die auch im Südosten der Türkei agieren würden. Doch die Türkei wird mit dem Widerstand der Kurden rechnen müssen und auch der syrische Diktator Assad hat angekündigt, einen Einmarsch nicht einfach hinnehmen zu wollen. Weitere Nachrichten: Nobelpreis für Medizin geht an Zellforscher, Klimaschutz-Paket soll abgeschwächt werden, Ungleichheit in Deutschland wächst weiter. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terbel Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audio-Material über Reuters.
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Oct 4, 2019 • 10min

Wie die EU auf Johnsons Brexit-Vorschlag reagiert

In Brüssel haben an diesem Freitag Brexit-Gespräche zwischen Großbritannien und der EU stattgefunden. Zwei Tage nachdem der britische Premier Boris Johnson zum ersten Mal Vorschläge gemacht hat, wie er bis Ende Oktober doch noch einen Brexit-Deal erreichen will. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich nach dem Brexit eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland verhindern lässt. Ob es jetzt endlich Fortschritte gibt, erklärt der Brüssel- Korrespondent, Matthias Kolb. Weitere Themen: Trump und die Ukraine-Affäre, Vermummungsverbot in Hongkong; Kritik am Klimapaket der Großen Koalition. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Jean-Marie Magro Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audiomaterial über das britische Parlament und die Facebook-Seite der Conservatives.
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Oct 2, 2019 • 9min

Deutsche Einheit: Was Ost und West noch trennt

Deutschland feiert in Kiel den Jahrestag der Deutschen Einheit. Das Motto lautet: “Mut verbindet”. Aber was trennt und verbindet heute den Osten mit dem Westen Deutschlands? Und warum schwelgen noch immer Leute in Ostalgie? Das ist keine allgemeine Sehnsucht nach der DDR, sagt der Leipziger SZ-Korrespondenten, Cornelius Pollmer. Vielmehr gab es einige Dinge, die vielleicht sogar besser waren als in Westdeutschland. Doch weil selbst nach dem Mauerfall die eliminiert worden seien, würden viele Ostdeutsche selbst mit dem Begriff der Wiedervereinigung hadern. Schließlich sei die Deutsche Einheit doch eher ein Anschluss gewesen, als dass sich damals zwei souveräne Staaten vereinigt hätten. Weitere Meldungen: Johnson will keine Grenzkontrollen nach Irland, Bewegung im Ukrainekonflikt. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über die Bundespressekonferenz.

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