Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Dec 12, 2019 • 10min

Wie ein Mord die deutsch-russischen Beziehungen belastet

Am 23. August wird im Kleinen Tiergarten in Berlin ein 40-jähriger Mann erschossen. Das Opfer ist Georgier und er soll in der russischen Teilrepublik Tschetschenien auf der Seite der antirussischen Separatisten gekämpft haben. Kurz danach wird schon der mutmaßliche Täter, ein Russe, gefasst. Das Bundeskriminalamt erkennt Anhaltspunkte dafür, dass es sich um einen staatlichen Auftragsmord handeln könnte - und verdächtigt Russland. Der Kreml streitet alles ab. Weil die russischen Sicherheitsbehörden nur unzureichend kooperieren, hat Berlin zwei als Diplomaten firmierende Geheimdienstmitarbeiter ausgewiesen. An diesem Donnerstagmorgen hat nun auch Russland zwei deutsche Diplomaten des Landes verwiesen. Eine erwartbare Reaktion, sagt Silke Bigalke. Die SZ-Moskau-Korrespondentin erklärt, dass alles andere ein Schuldeingeständnis der russischen Seite darstellen würde. Weitere Themen: Nord Stream 2, EZB lässt Leitzins bei 0, Bundestag beschließt Meisterpflicht. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Nora Ederer Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über dpa.
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Dec 11, 2019 • 11min

Aramco: Der größte Börsengang aller Zeiten

Das wertvollste Unternehmen an der Börse ist nicht mehr Apple sondern Aramco. Ein Öl-Unternehmen aus Saudi-Arabien, das jetzt auch an der Börse gelistet ist. Eigentlich hätte der Börsengang noch größer werden sollen, aber die Investoren waren recht zurückhaltend. Deshalb ist die Aktie auch nicht wie geplant international gelistet, sondern wird erstmal nur an der Börse in Riad gehandelt. Wie Saudi-Arabien langfristig unabhängiger vom Öl werden will, erklärt SZ-Redakteur Paul-Anton Krüger. Weitere Nachrichten: Galeria Karstadt Kaufhof übernimmt Sportscheck, Ursula von der Leyen stellt ihren "Green Deal" vor. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Theresa Parstorfer Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über Reuters
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Dec 10, 2019 • 10min

Literaturnobelpreis: Handke im Nebel des Krieges

Peter Handke bekommt in Stockholm den Nobelpreis für Literatur verliehen. Doch der österreichische Schriftsteller ist vor allem wegen seines literarischen Einsatzes für Serbien und serbische Politiker umstritten. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte etwa kritisierte die Entscheidung als “skandalös”, der türkische Präsident Erdogan nennt ihn gar einen Rassisten. Handkes Serbienreise folgte damals zwar einem "richtigen Impuls", sagt der Feuilleton-Chef der SZ, Andrian Kreye. Doch Handke habe die falschen Schlüsse bis zur Geschichtsverfälschung gezogen. Die Menschen waren auf beiden Seiten Gräueltaten ausgesetzt. Der Österreicher aber sei einem Reflex gefolgt, der aus einer überkommenen "antiautoritären Guerilla-Romantik der Sechzigerjahre" stamme. Weitere Nachrichten: US-Demokraten präsentieren zwei Anklagepunkte gegen Trump, rassistischer Vermieter zu Geldstrafe verurteilt. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über dpa. Auslöser der bis heute andauernden Diskussion über Handke und sein Werk war der Text "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien", der 1996 in der SZ erschienen ist.
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Dec 9, 2019 • 9min

Tödliche Attacke in Augsburg: Zwischen gefühlter und tatsächlicher Bedrohung

Nach einem Streit mit einer Gruppe junger Männer, ist am Freitagabend in Augsburg ein Mann gestorben. Diese Gewaltat ist entsetzlich, aber Jugendgewalt ist kein neues Phänomen. Die Gewalt nimmt statistisch immer weiter ab. Laut Bundeskriminalamt gab es in Deutschland 2017 insgesamt 731 Mord- und Totschlagsdelikte, in 83 Fällen wurden Deutsche von Ausländern getötet. Doch die Angst vor dem Verbrechen ist gestiegen. Die "gefühlte Bedrohung" ist deutlich größer, als es die polizeiliche Statistik nahelegt. Heute verzeichnet Deutschland pro 100 000 Einwohner etwa 0,78 Gewalttote, 1890 waren es 2,5 und 1990 1,7. Die Erschütterung über diesen Fall in Augsburg aber sei so groß, weil er in einer Situation geschah, die jeder kennt, die so jedem geschehen könnte, sagt Joachim Käppner aus dem Innenpolitik-Ressort der SZ. Weitere Nachrichten: Polizist in München niedergestochen, Welt-Antidopingagentur Wada sperrt Russland für internationale Wettkämpfe, Panda-Babys im Berliner Zoo haben Namen. Redaktion, Moderation: Theresa Parsdorfer Redaktion: Lars Langenau, Laura Terberl Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über ZDF.
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Dec 6, 2019 • 11min

Impeachment gegen Trump: Wie es jetzt weitergeht

Die US-Demokraten treiben das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump voran. Es wird jetzt unausweichlich zu einem Impeachment gegen den US-Präsidenten kommen. Letztendlich glaube er aber nicht an einen Erfolg des Verfahrens, sagt der USA-Korrespondenten der SZ, Hubert Wetzel. Entscheidend sei aber, wie sich die Stimmung in den knapp von den Republikanern eroberten Bundestaaten bei der kommenden Präsidentschaftswahl entwickeln werde. Republikaner und Demokraten würden sich in diesen Bundesstaaten besonders harte Kämpfe um die Stimmen der Wähler liefern. Und das Impeachment-Verfahren biete dafür genug Munition. Weitere Nachrichten: Esken und Walter-Borjans sind neue SPD-Chefs, Merkel besucht Auschwitz. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Theresa Parstorfer, Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über C-Span und dpa. Dieser Podcast wird unterstützt von Harman Kardon.
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Dec 5, 2019 • 10min

Wie der Verkehr Deutschlands Klimaziele gefährdet

Das Klimapaket der Bundesregierung wird von Kritikern auch Klimapaketchen genannt. Jetzt hat sich auch das Umweltbundesamt zu Wort gemeldet, eine Behörde, die zum Umweltministerium gehört. Und von dieser Behörde gibt es ein internes Papier. In dem steht, dass Deutschland kräftig nachsteuern muss, wenn es die Klimaziele im Verkehr bis 2030 schaffen will. Was besonders schmerzhaft für Dieselfahrer wäre: Die Steuer müsste um 70 Cent erhöht werden. Also auf 1,19 Euro den Liter. Auch Benzin müsste teurer werden. Und ein Tempolimit von 120 kmh sollte es auch geben. Das neue SPD-Führungsduo um Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gedenkt in möglichen Nachverhandlungen einige dieser Punkte aufzunehmen. Nur an eine wirkliche Wende möchte Michael Bauchmüller trotzdem nicht glauben. Die große Koalition hat oft genug bewiesen, dass der große Wurf in der Klimapolitik mit ihr nicht zu machen ist, sagt der SZ-Hauptstadtkorrespondent. Weitere Themen: SPD-Spitze will an Maximalforderungen festhalten, Streiks in Frankreich. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carlo Sarsky Zusätzliches Audio-Material über Reuters. Dieser Podcast wird unterstützt von Harman Kardon.
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Dec 4, 2019 • 11min

Nato-Treffen: Zwischen "obsolet" und "hirntot"

Eigentlich sind verbale Attacken auf internationale Organisationen vor allem die Sache von Donald Trump. Bevor er Präsident wurde, hat er die Nato als "obsolet" bezeichnet. Und immer wieder regt er sich über Deutschland auf, weil die Bundesrepublik zu wenig Geld für ihre Verteidigung ausgibt. Die Position als größter Kritiker macht ihm jetzt aber ein anderer streitig: der französische Präsident Emmanuel Macron. Der hat in einem großen Interview mit dem "Economist" mal so richtig mit der Nato abgerechnet und das Bündnis als "hirntot" bezeichnet. Niemand brauche die Nato mehr als Frankreich, entgegnete daraufhin Trump. Und wenn Macron so etwas sage, dann sei das sehr gefährlich für Frankreich. SZ-Außenpolitikredakteur Paul-Anton Krüger stellt fest, dass Macron versucht, Trump mit dessen eigenen Waffen zu schlagen. Weitere Themen: Deutschland weist zwei russische Geheimdienstler aus, 600 000 Wohnungen stehen leer. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Nora Ederer, Theresa Parstorfer Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über dpa und Nato. Dieser Podcast wird unterstützt von Harman Kardon.
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Dec 3, 2019 • 11min

Was an den Pisa-Ergebnissen so verwirrend ist

Am Dienstag wurde die neue PISA-Studie veröffentlicht. Nachdem die Leistungen der deutschen Schüler und Schülerinnen in den vergangenen Jahren stetig besser geworden sind, haben sie sich diesmal wieder verschlechtert. "Mittelmaß" kann nicht unser Anspruch sein“, sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Doch die Ergebnisse der Studie sind widersprüchlich. Die soziale Herkunft der Kinder ist noch immer entscheidend für deren Bildungserfolg, sagt SZ-Bildungsexpertin Susanne Klein. "Kinder von Eltern mit niedrigerem Bildungs- und Einkommensstatus sollten ebenfalls gute Entwicklungsmöglichkeiten haben." Auch würde es schon helfen, wenn beispielsweise in Mathe endlich nicht nur Grundlagen unterrichtet, sondern Probleme gelöst werden würden. Weitere Nachrichten: Indizien für russischen Auftragsmord in Berlin, Trump kritisiert Macron, Neues Album von "The Who". Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Nora Ederer, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über dpa und "The Who" aus dem Album "My Generation". Dieser Podcast wird unterstützt von Harman Kardon.
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Dec 2, 2019 • 10min

Malta: Wie ein Mord eine Staatskrise auslöste

Vor zwei Jahren wurde auf Malta die investigative Journalistin Daphne Caruana Galizia ermordet. Kurz darauf wurden drei Männer festgenommen, aber die Drahtzieher blieben bislang im Dunkeln. Nach der Festnahme des Geschäftsmanns Yorgen Fenech kommt nun wieder Bewegung in den Fall. Das ist ein Fall, der bis in die höchsten Kreise der maltesischen Gselschaft reicht, sagt Hannes Munzinger vom Investigativ-Ressort der SZ. Mitten drin im Strudel der Korruption und des Auftragmordes sei Ministerpräsident Joseph Muscat, der im Januar zurücktreten wird. Der Premier hätte schon vor drei Jahren zurücktreten sollen, als die Verwicklungen seiner engsten Vertrauen in die “Panama Papers” nachgewiesen wurden. Weitere Nachrichten: UN-Generalsekretär Guterres fordert mehr Temo beim Klimaschutz, Athener Gericht verurteilt Ex-Siemens-Chef von Pierer zu 15 Jahren, neues SPD-Führungsduo. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Theresa Parsdorf Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über euronews. Dieser Podcast wird unterstützt von Harman Kardon.
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Nov 29, 2019 • 11min

Black vs. Green Friday: Was nicht zusammenpasst

An diesem Freitag findet der globale Klimastreik statt. In über 2400 Städten in 157 Ländern gehen Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße. Sie wollen kurz vor der Weltklimakonferenz ein Zeichen setzen. Die startet am Montag in Madrid. Auf der anderen Seite ist - auch an diesem Freitag - der "Black Friday", der größte Schnäppchentag im Jahr. Viele Firmen locken mit attraktiven Angeboten die Kunden zum Kauf. Natürlich passt das überhaupt nicht zusammen, findet Marlene Weiß. Die SZ-Wissenschaftsredakteurin sagt, wenn man die Situation nüchtern betrachtet, sieht es schlimm aus - und die Menschheit ist dabei, es richtig zu versemmeln. Weitere Themen: Bundesrat stoppt Teile des Klimapakets, BER soll 2020 eröffnen, Trump spricht mit Taliban. Zusätzliches Audio-Material über Fridays for Future und Amazon-Werbung. Dieser Podcast wird unterstützt von "The Sooner Now", einem Podcast über die Stadt der Zukunft. Hören Sie den Podcast jetzt unter diesem Link.

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