Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Mar 5, 2020 • 11min

Flüchtlinge: Wo Europa seine Menschlichkeit verliert

An der türkisch-griechischen Grenze werden Geflüchtete, darunter auch Mütter und Kinder, mit Tränengas von der Grenze abgehalten. Die Grünen haben daraufhin einen Antrag im Bundestag eingebracht, wenigstens 5.000 besonders Schutzbedürftige, die auf den griechischen Inseln ausharren, aufzunehmen. Doch das wurde von den Regierungsparteien abgelehnt. Diese wollen mit allen Mitteln eine Situation wie 2015 verhindern. Die SPD will sich für eine europäische Lösung einsetzen. Doch wirklich näher gekommen scheint man dieser seit Jahren nicht, beschreibt die SZ-Brüsselkorrespondentin Karoline Meta Beisel. Weitere Themen: Putin trifft Erdoğan, neue Coronafälle in Deutschland. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak Weiteres Audiomaterial über Deutscher Bundestag und Reuters.
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Mar 4, 2020 • 11min

Super Tuesday mit Überraschungen

Beim “Super Tuesday” der US-Demokraten erlebt Joe Biden ein Comeback - und Bernie Sanders hält sich wacker. Abgeschlagen sind Elizabeth Warren und Michael Bloomberg. Damit ist klar, dass das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Biden und Sanders wird. "Bidens gutes Abschneiden ist eine große Überraschung", sagt USA-Korrespondent Thorsten Denkler. Dazu hätten vor allem die schwarzen Wählern beigetragen. Aber auch, dass drei andere moderate Kandidaten für Biden zurückgezogen haben. Überraschend sei auch, dass der Milliardär Michael Bloomberg trotz gigantischem Werbeaufwand so schlecht abgeschnitten habe. "Das zeigt, dass man auch in den USA keine Wahl kaufen kann. Das ist ein gutes Zeichen", meint Denkler. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl, Christina Winkler Produktion: Carolin Lenk Weitere Nachrichten: Thüringer Landtag wählt Ramelow zum Ministerpräsidenten, Italien will wegen Coronavirus Schulen und Unis schließen. Weiteres Audiomaterial über Joe Bidens Facebookseite und CBS News
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Mar 3, 2020 • 9min

Flüchtlinge: Die EU drückt sich vor ihrer Verantwortung

Es sind verstörende Bilder, die uns von den türkischen-griechischen Grenzen erreichen. Griechische Beamte feuern mit Tränengas auf Flüchtlinge, denen Recep Tayyip Erdoğan erzählt hat, dass die Grenzen zur Europäischen Union offen seien. Doch Griechenland hält die EU-Außengrenzen verschlossen. Die Grenzen Griechenlands seien auch die Grenzen Europas, sagt der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. Die Aufkündigung des Deals mit der EU sei das letzte Mittel für Erdoğan um außenpolitisch zu handeln. Zudem sei die Türkei wirtschaftlich angeschlagen, die Inflation immens hoch. Der türkische Präsident würde durch den Schritt seine Position innenpolitisch stärken, sagt SZ-Politikredakteurin Deniz Aykanat. Doch auch die EU drücke sich vor ihrer Verantwortung, etwa beim Krieg in Syrien. Brüssel lasse die Türkei mit ihren fast vier Millionen Geflüchteten weitgehend allein. Weitere Nachrichten: Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen, Coronavirus. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Justin Patchett Weiteres Audiomaterial über Reuters
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Mar 2, 2020 • 10min

Auf Lesbos eskaliert die Gewalt

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat seine Drohung wahr gemacht: Geflüchtete und Migranten werden nicht mehr von der Weiterreise nach Europa abgehalten. Hunderte Menschen haben sich am Wochenende auf dem Weg gemacht, auch von der türkischen Küste auf die nahen griechischen Inseln. Auf Lesbos eskaliert inzwischen die Situation. Das Flüchtlingslager Moria sei seit langem mit 21 000 Menschen völlig überfüllt, sagt die freie Reporterin Franziska Grillmeier, die seit Monaten über die Situation vor Ort berichtet. Sie erlebe eine völlige Rechtlosigkeit und einen Ausbruch der Gewalt. Erdoğan benutze Menschen als Waffe. Jetzt würden sogar Einheimische Schlauchbooten die Landung verwehren und sowohl Flüchtlinge als auch Helfer und Journalisten angreifen. Dies sei jedoch nicht nur Schuld der griechischen Regierung, sondern der gesamten EU, die seit Jahren ignoriere, was hier passiere. Weitere Nachrichten: Ramelow gegen Höcke bei Ministerpräsidentenwahl in Thüringen, OECD befürchtet gravierende Folgen durch Coronavirus. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Julia Ongyerth
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Feb 28, 2020 • 10min

Kanzlermacher Söder

Gerade schauen alle, wer sich im Rennen um den CDU-Parteivorsitz durchsetzt: Laschet, Merz oder vielleicht Röttgen? CSU-Chef Markus Söder gibt zwar vor, dass er sich in die Wahl der Schwesterpartei nicht einmischen möchte, betont aber gleichzeitig, dass seine Partei bei einer Frage sehr wohl Mitspracherecht habe. Nämlich, wer für die Union das Kanzleramt verteidigen soll. Sein Favorit dabei scheint der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet zu sein. Friedrich Merz, so wirkt es, traut er nicht zu, diese Aufgabe zu erfüllen. Doch es könnte einen Moment geben, in dem Söder selbst gerufen wird, sagt der Söder-Biograf Roman Deininger. Weitere Themen: Coronavirus, Türkei bittet um Beistand und droht. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Weiteres Audiomaterial über Phoenix.
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Feb 27, 2020 • 12min

Die Gefahren des Coronavirus

Nachdem das Coronavirus erst in China aufgetreten ist, kommt es jetzt zu immer mehr Fällen in Europa. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte bereits, Deutschland befinde sich am Beginn einer Corona-Epidemie. Wie gut Deutschland auf eine solche Epidemie vorbereitet wäre, werde sich erst beim Eintreten zeigen, sagt SZ-Wissenschaftsredakteurin Kathrin Zinkant. Allerdings sei Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern mit vielen Krankenhäusern ausgestattet. Auf der anderen Seite sind durch das Coronavirus die globalen Lieferketten betroffen. In Europa könnten bei manchem Autohersteller in den nächsten Wochen auch mal die Bänder stillstehen, sagt Victor Gojdka. Der Finanzjournalist erklärt, dass durch das Virus langfristig manche Unternehmen wieder lokal produzieren könnten. Weiteres Thema: Kopftuchverbot bei Rechtsreferendarinnen. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak und Julia Ongyerth Weiteres Audiomaterial über Bundespressekonferenz.
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Feb 26, 2020 • 10min

Sterbehilfe: Das Dilemma um Leben und Tod

Es gibt Menschen, die sind so krank, dass sie ihr eigenes Leben als nicht mehr lebenswürdig empfinden. Und dann gibt es auf der anderen Seite den Staat, der das Leben aller seiner Bürger schützen will. Es herrscht also ein Konflikt darüber, wann jemandem beim Sterben geholfen werden soll. Nun hat das Bundesverfassungsgericht den Paragrafen 217 aus dem Strafgesetzbuch für verfassungswidrig erklärt. Der hatte die “geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung” unter Strafe gestellt wird und damit für viel Unsicherheit bei Ärzten gesorgt. Einige befürchten, dass durch dieses Urteil dem Suizid Tür und Tor geöffnet wurde. Michaela Schwinn, die für die SZ betroffene Patienten und Ärzte getroffen hat, sagt hingegen, dass am Ende jeder Mensch für sich entscheiden soll, ob sie oder er ihr Leben für lebenswert erachten. Weiteres Thema: Immer mehr Corona-Fälle in Europa. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth Die meisten Paare wollen es, wenigen gelingt es: Gleichberechtigt leben. Für eine SZ-Videoserie suchen wir Paare und Singles, die von sich erzählen. Schreiben Sie uns eine Mail an video@sz.de oder melden Sie sich unter sz.de/paarserie. Weiteres Audiomaterial über Reuters und dpa.
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Feb 25, 2020 • 11min

Wer wird CDU-Chef?

Der neue CDU-Chef wird ein Mann, kommt aus Nordrhein-Westfalen und ist Katholik. All das trifft nämlich auf Friedrich Merz, 64, Norbert Röttgen, 54, und Armin Laschet, 59, zu. Doch wer hat die größten Chancen, Annegret Kramp-Karrenbauer zu beerben - und vielleicht auch Angela Merkel? Er würde derzeit auf kein Pferd setzen, sagt SZ-Berlin-Korrespondent Stefan Braun. Alle hätten untereinander ein kompliziertes Verhältnis. Vielleicht aber habe momentan Laschet gemeinsam mit dem jüngeren Jens Spahn die besten Chancen, aber sicher sei noch nichts. Eine echte Teamlösung wäre es zudem nur gewesen, wenn Laschet auch noch Röttgen eingebunden hätte. Schließlich komme auch Merz bei den CDU-Mitgliedern gut an, auch weil der einen Neuanfang verspreche und der AfD das Wasser abgraben könne. Deshalb sei das Rennen bis zum Parteitag am 25. April völlig offen. Weitere Nachrichten: Motiv der Amokfahrt von Volkmarsen unklar, Mubarak ist tot, Coronavirus in Österreich. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl, Donato Nicolaidi Produktion: Justin Patchett Weiteres Audiomaterial über Reuters und Phoenix
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Feb 24, 2020 • 10min

Rote Hochburg Hamburg

Die SPD kann also doch noch gewinnen. Die Sozialdemokraten in der Hansestadt haben zwar mehr als sechs Prozentpunkte verloren. Aber mit 39 Prozent werden sie trotzdem stärkste Partei. Die wirklichen Wahlgewinner in Hamburg sind aber die Grünen, die ihren Stimmenanteil fast verdoppeln konnten. Die CDU kommt gerade mal auf elf Prozent und die FDP verlor fast ein Drittel der Stimmen. Die rechte AfD hat den Einzug in die Bürgerschaft knapp geschafft. Die Hafenstadt könne mit den Rechten einfach nichts anfangen, sagt Hamburg-Korrespondent Peter Burghardt. Hamburg sei eine weltoffene, liberale Stadt und noch immer eine rote Hochburg. Bürgermeister Tschentscher von der SPD habe sich als Nachfolger von Olaf Scholz sehr gut gemacht und sich erfolgreich von ihm emanzipiert. Weitere Nachrichten: Auto rast bei Kassel in Karnevalsumzug, Coronavirus erreicht Europa, Entscheidung über CDU-Vorsitz deutlich früher. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl, Donato Nicolaidi Produktion: Carolin Lenk Weiteres Audiomaterial über Facebookseite der SPD Hamburg
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Feb 21, 2020 • 12min

Hanau: Wie Deutschland beim Rassismus wegsieht

Zwei Tage nach dem rechten Terroranschlag in Hanau, bei dem zehn Menschen ermordet wurden, stellt sich Innenminister Horst Seehofer den Fragen der Journalisten. Gleich zum Anfang redet er Klartext. Die Tat in Hanau sei ein "eindeutig rassistisch motivierter Terroranschlag" und den Rechtsextremismus bezeichnet Seehofer als die "größte Gefahr" Deutschlands. Doch Seehofer beschreibt den Terroranschlag von Hanau nur als eine sicherheitspolitische Frage, dabei stellt sich genauso eine soziale, sagt Sonja Zekri. Die Feuilleton-Chefin der Süddeutschen Zeitung beschreibt, wie Deutschland bei den Themen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus sich seit langer Zeit selbst was vormacht. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über Bundespressekonferenz.

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