Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Sep 28, 2020 • 12min

Aus für Gorleben als Endlager: Ein schwer zu fassender Triumph

Ende 2022 also geht der letzte Atomreaktor in Deutschland vom Netz. Doch die hochradioaktiven Abfälle strahlen weiter. Eigentlich war Gorleben mal als Endlager vorgesehen. Jetzt aber hat die "Bundesgesellschaft für Endlagerung" festgestellt, dass Gorleben dafür nicht in Frage kommt. Doch die kleine niedersächsische Gemeinde wurde zum Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte, sagt Norddeutschland-Korrespondent Peter Burghardt. Gorleben sei zum Symbol des Widerstandes gegen die Kernenergie geworden. Doch gerade sei man vor Ort vor allem noch überrascht darüber, dass man in der ersten Runde gleich raus sei: “Ein Triumph, den man noch gar nicht fassen kann.” Weitere Nachrichten: AfD-Fraktion entlässt Sprecher, Trump soll kaum Steuern gezahlt haben, Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über ntv.
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Sep 25, 2020 • 12min

Schluss mit "Klimapäckchen": Das will Fridays for Future

Zum ersten Mal seit Pandemie-Beginn wird global für Klimaschutz gestreikt. Das Thema müsse wieder ganz oben auf die Agenda, fordern Aktivisten. In über 300 Orten auf der ganzen Welt streiken Menschen für das Klima. Auch in Deutschland gibt es laut der Fridays-for-Future-Bewegung über 400 Aktionen. In Berlin wird zum Beispiel eine Mahnwache abgehalten. In dieser Folge von "Auf den Punkt" sprechen wir mit der Pressesprecherin der Bewegung: Fabia Klein, 18, erklärt, warum der globale Klimastreik gerade jetzt so wichtig ist. Er kann die Aktivistinnen und Aktivisten verstehen, sagt Michael Bauchmüller. Der SZ-Hauptstadtkorrespondent gesteht der Bundesregierung zu, dass sie zwar vieles auf den Weg gebracht hat. Dennoch brauche es weitere klimapolitische Maßnahmen, die kurzfristig wirken. Weitere Themen: Messerattacke in Paris, AfD-Fraktion in Schleswig-Holstein löst sich auf, Spahn warnt vor Urlaub im Ausland. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl, Moritz Eder Produktion: Valérie Nowak
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Sep 24, 2020 • 12min

Warum die Vorfälle bei der Polizei zu denken geben müssen

104 rechtsextremistische Verdachtsfälle hat es in den letzten drei Jahren in der NRW-Polizei gegeben. Könnte eine Studie Klarheit verschaffen? Rechtsextremismus in der Polizei ist ja schon länger ein Thema. Vor allem als 2018 Drohnachrichten, unterschrieben mit NSU 2.0, an verschiedene Personen verschickt wurden. Seit zwei Jahren kommt das Land Hessen den Tätern nicht auf die Spur – obwohl man weiß, dass die Daten der bedrohten Personen in hessischen Polizeidienststellen abgerufen wurden. Dann wurde vergangene Woche der nächste Polizeiskandal öffentlich. Auch in diesem Fall tauschten sich Beteiligte in rechtsextremen Chatgruppen aus. Dieses Mal in der Essener Polizei. Und nun stellte NRW-Innenminister Herbert Reul eine neue Zahl vor: 104 Verdachtsfälle von Rechtsextremismus gab es seit 2017 in der NRW-Polizei. In so einer Situation helfe weniger eine Studie über die politische Einstellung der Beamten, sondern der Mut derjenigen, die im Team Grundgesetz" spielen, sagt SZ-Hauptstadtkorrespondent Ronen Steinke. Weitere Themen: Wong auf Kaution frei, Demos in Belarus, Gewalt gegenüber Lehrkräften steigt laut Umfrage. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl, Moritz Eder Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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Sep 23, 2020 • 13min

Warum Deutschland fast 100 Milliarden Euro Schulden macht

Olaf Scholz kündigt an, nächstes Jahr 96 Milliarden Euro neue Schulden aufzunehmen. Sorgen darüber solle man sich nicht machen, sagt Ökonom Marcel Fratzscher. Finanzminister Olaf Scholz pumpt richtig viel Geld in die deutsche Wirtschaft. In diesem Jahr macht Deutschland mehr als 200 Milliarden, nächstes Jahr nach gerade vorgestelltem Haushaltsentwurf 96 Milliarden Euro neue Schulden. Gegen die Coronakrise ansparen wäre genau das Falsche, betont Scholz immer wieder. Damit habe der SPD-Kanzlerkandidat recht, sagt Marcel Fratzscher. Das Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dessen Präsident Fratzscher ist, hat ausgerechnet, dass der Staat viel Schlimmes durch seine Politik verhindern konnte. Den Optimismus von einigen teile er jedoch nicht. Noch immer sei ein massenhaftes Firmensterben möglich. Weitere Themen: Neue Asylpolitik der EU-Kommission, Drogen-Razzia bei Münchner Polizei. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz.
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Sep 22, 2020 • 12min

Vom Sinn und Unsinn der verschärften Corona-Regeln für München

In München sind die Corona-Infektionen über den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gestiegen. Bleibt diese Zahl auf diesem Niveau, gelten in der bayerischen Landeshauptstadt ab Donnerstag eine generelle Maskenpflicht in einigen Bereichen - wie der Fußgängerzone in der Altstadt und am Viktualienmarkt. Außerdem dürfen sich nur noch maximal fünf Personen treffen. Besonders hart wird es für die Münchner Gastronomie, die in den vergangenen Monaten schon stark gelitten hat, sagt SZ-Lokalredakteur Jakob Wetzel. Allerdings habe es auch am vergangenen Samstag unschöne Bilder von ungezügelten Massenszenen etwa am bereits erwähnten Viktualienmarkt gegeben. Zur Eindämmung der Pandemie seien die verschärften Regeln deswegen durchaus sinnvoll. Aber manchmal seien die Regeln laut Wetzel nicht ganz nachvollziehbar. Zum Beispiel, wenn 30 Schülerinnen und Schüler in einem Klassenraum zusammensitzen würden. Wenn sich schließlich nur ein Teil von ihnen nach der Schule draußen trifft, sei das nicht mehr regelkonform. Weitere Nachrichten: Spahn für Corona-Schnelltests für Reisende und Pflegeeinrichtungen, Wiener Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen wegen verdeckter Parteispenden gegen Strache und Gudenus ein. Die Digitale Wiesn finden Sie unter sz.de/digitalewiesn Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Justin Patchett, Moritz Eder Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
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Sep 21, 2020 • 12min

Nachfolge für Ginsburg: Es wird eine skrupellose Entscheidung

Am Freitag ist Ruth Bader Ginsburg mit 87 Jahren an Krebs gestorben. Die brillante Juristin und Kämpferin für Gleichberechtigung war DIE Ikone des liberalen Amerikas. Jetzt ist ein erbitterter Kampf zwischen den Demokraten und ihrem Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und den Republikanern und Präsident Donald Trump um ihre Nachfolge ausgebrochen. Eine Mehrheit von 96 zu 3 Stimmen, mit der Ginsburg 1993 vom Senat gewählt wurde, sei heute nicht mehr möglich, sagt US-Korrespondenten Christian Zaschke. Die Lager seien völlig zerstritten und die Auseinandersetzungen zutiefst verbittert. Die Mehrheit der neun Richter des Supreme Court sei schon konservativ. Die Gefahr sei aber, dass die konservative Mehrheit über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, zementiert werden würde. Zaschke ist sich sicher, dass die Republikaner die Nachfolge von Ginsburg skrupellos und brutal regeln werden. Favoritinnen seien die Richterinnen Amy Coney Barrett und Barbara Lagoa. Barrett bediene mit ihren Ansichten die religiöse Rechte, Lagoa könne Trump mit ihrer kubanischen Herkunft im Swingstate Florida helfen. Weitere Nachrichten: Aktienverluste nach Enthüllungen von FinCEN-Files, München führt wieder stärkere Corona-Schutzmaßnahmen ein. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über die William J. Clinton Presidential Library.
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Sep 20, 2020 • 13min

FinCEN Files: Die Banken und das schmutzige Geld

Im Podcast erklärt SZ-Investigativjournalist Frederik Obermaier alles zu den Hintergründen der FinCEN Files. Jeden Tag werden 15 Billionen Dollar um die Welt geschickt - von Konto zu Konto, als Kartenzahlung, per Überweisung oder Lastschrift. Oft wird aber auch Geld um die Welt geschickt, um es zu waschen: Um die Herkunft des Geldes zu verschleiern, weil es zum Beispiel mit kriminellen Geschäften verdient wurde. Täglich werden im Schnitt etwa 5,4 Milliarden Dollar gewaschen, schätzen die Vereinten Nationen. Wenn Banken verdächtige Zahlungen oder Kunden bemerken, müssen sie die Behörden darüber informieren. Das sind sogenannte Geldwäscheverdachtsmeldungen. Und genau diese Verdachtsmeldungen sind die geleakten Dokumente, um die es bei dieser aktuellen Recherche geht: Die FinCEn-Files. FinCen steht für das Financial Crimes Enforcement Network in den USA. Ursprünglich sind die Dokumente dem US-Onlinemedium Buzzfeed News zugespielt worden. In Deutschland haben SZ, NDR und WDR die Dokumente ausgewertet. Was in diesen FinCEN-Files steht, erklärt Frederik Obermaier in dieser Sonderfolge von "Auf den Punkt". Moderation: Laura Terberl Redaktion: Ania Kozlowska Produktion: Julia Ongyerth
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Sep 18, 2020 • 11min

Gespräche mit den Taliban: Ein unmöglicher Frieden?

Seit Jahrzehnten herrscht in Afghanistan ein blutiger Krieg. Seit der Vertreibung der Taliban durch US-Streitkräfte 2001 gehören Anschläge der Islamisten zum afghanischen Alltag. Seit einer Woche nun verhandeln ihre Vertreter in Katar mit der afghanischen Regierung über Frieden. Eingefädelt von Donald Trump. Die Taliban haben sich an den Verhandlungstisch gebombt, sagt der Afghanistan-Experte des SZ, Tobias Matern. Dennoch würden die Friedensverhandlungen in Afghanistan mit Erleichterung und Hoffnungen aufgenommen. Sollte es am Ende wirklich zu einem Frieden kommen, dann sei das kein Frieden, auf den der Westen stolz sein könne. Weitere Nachrichten: Lukaschenko schließt Grenzen, Trump verbietet Tiktok und Wechat. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Viola-Kristin Rüdele, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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Sep 17, 2020 • 11min

Wirecard: Die Rolle der PwC-Wirtschaftsprüfer

Der Wirecard-Skandal zieht immer weitere Kreise: Jetzt geht es um die Wirtschaftsprüfer von PwC, die den Jahresabschluss 2019 der Wirecard-Bank testiert haben - möglicherweise auf der Basis falscher Angaben. Was das für die Wirtschaftsprüfer bedeutet. Im Juni 2020 ist das Lügengebäude von Wirecard in sich zusammengefallen: Die Firma musste Insolvenz anmelden, mehrere Spitzen-Manager von Wirecard sitzen in Untersuchungshaft und Ex-Vorstand Jan Marsalek befindet sich auf der Flucht. Wem hätte der Skandal früher auffallen müssen? Neben der Bafin stehen hier besonders die Wirtschaftsprüfer im Fokus: Die Firma EY testierte jahrelang die Bilanzen der Wirecard AG und wurde erst sehr spät misstrauisch. Und eine neue SZ-Recherche gemeinsam mit dem WDR beleuchtet jetzt die Rolle von PwC, einer anderen Wirtschaftsprüfungsgellschaft. PwC hatte zuletzt die Wirecard-Bank geprüft. Investigativjournalist Klaus Ott erklärt im Podcast, wie PwC jetzt versucht, sich abzusichern - damit keine Schadenersatzforderungen auf den Konzern zukommen. Weitere Nachrichten: Hate-Speech-Gesetz, Polizeiskandal in NRW Der im Podcast angesprochene Text von Uwe Ritzer finden Sie unter diesem Link. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Ania Kozlowska Produktion: Valérie Nowak
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Sep 16, 2020 • 11min

Von der Leyens Rede: Viel Pathos, wenig Konkretes

Steigende Corona-Infektionen, Klimawandel, Geflüchtete: Die Europäische Union steht vor vielen Herausforderungen. Ursula von der Leyen versuchte in ihrer ersten Rede zur Lage der Europäischen Union zu erklären, wie die EU gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen kann. Die Kommissionspräsidentin verkündete dabei ihre Vision einer klimaneutralen, digitalen und sozialen Union. Die von ihr erwähnte “Next Generation EU” sei im Grunde ein Corona-Hilfstopf, der die EU aus der Krise nach der Pandemie herausführen soll, sagt Brüssel-Korrespondent Björn Finke. Man könne natürlich auch zynisch sagen: Es ist ein Topf, in den die künftigen Generationen einzahlen müssen, die Steuerzahler der Zukunft. Konkret kündigte Leyen eine Digitalsteuer an und Strafzölle für umweltschädliche Produkte. Zudem habe sie die Relevanz der Rechtsstaatlichkeit in Polen und Ungarn deutlich gemacht: “Das war ganz klare Kante”, meint Finke. Der Redeteil zu Migration und Geflüchteten sei hingegen stark von Pathos anstatt von konkreten Ankündigungen geprägt gewesen. Weitere Nachrichten: Rechtsextreme Polizei-Chat-Gruppen in NRW, Dritte Startbahn in München in weiter Ferne, verlängertes Kurzarbeitsgeld. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Viola-Kristin Rüdele, Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über die Facebook-Seite der EU-Kommission.

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