Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
undefined
Oct 9, 2020 • 11min

Friedensnobelpreis 2020: Wie das Welternährungsprogramm Überleben sichert

Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen bekommt überraschend den Friedensnobelpreis. Die Organisation wird für ihren Einsatz im Kampf gegen den Hunger in der Welt und für bessere Chancen auf Frieden in Konfliktregionen ausgezeichnet. Das WFP leiste tatsächlich Großes, sagte SZ-Redakteur Arne Perras, der lange Korrespondent in Afrika und Südostasien war. Im Südsudan habe er gesehen, wie diese Organisation in unzugänglichem Kriegsgebiet das Überleben von vielen Geflüchteten gesichert habe. Denn Hunger werde bis heute als Kriegsmittel eingesetzt. Jetzt habe aber auch die Corona-Pandemie die Situation wieder verschärft. Doch auch durch starke Bevölkerungszunahme wurden Erfolge in manchen Gegenden wieder zunichte gemacht. Allerdings sei dies kein globaler Trend. Weitere Nachrichten: Bundesregierung und Bürgermeister vereinbaren Schritte gegen Corona, FDP-Spitze distanziert sich von Thüringens FDP-Chef Kemmerich, Räumung “Liebig 34” in Berlin. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak, Moritz Eder Zusätzliches Audiomaterial über Norwegian Nobel Institute in Oslo, Norway.
undefined
Oct 8, 2020 • 11min

4000 Neuinfektionen: Ist das schon die zweite Welle?

Das Robert-Koch-Institut meldet 4.000 Neuinfektionen an einem Tag. In Panik muss man deswegen nicht geraten, aber Vorsicht walten lassen. Lothar Wieler hat man zum Anfang der Coronakrise sehr häufig gehört und gesehen. Damals gaben der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) und seine Kolleginnen und Kollegen täglich ein Update. An diesem Donnerstag meldete er sich zusammen mit dem Gesundheitsminister Jens Spahn zurück. Und seine Laune könnte besser sein. Er mache sich große Sorgen, sagt Wieler. Die Infektionszahlen steigen immer weiter. Mehr als 4000 Corona-Neuinfektionen meldet das RKI binnen 24 Stunden. Langsam aber stetig kommt Deutschland den Infektionszahlen aus dem Frühjahr näher. In Panik müsse man deswegen nicht geraten, sagt Christina Kunkel. Doch die SZ-Wissenschaftsredakteurin empfiehlt, Vorsicht walten zu lassen. Weitere Themen: Trump verweigert virtuelle Debatte, Louise Glück gewinnt Literatur-Nobelpreis. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak, Moritz Eder Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
undefined
Oct 7, 2020 • 11min

Wer im Krieg um Bergkarabach alles mitmischt

Seit eineinhalb Wochen ist der Konflikt um Bergkarabach eskaliert. Armenien und Aserbaidschan geben sich gegenseitig die Schuld an den erneuten Kämpfen und werfen sich Kriegsverbrechen vor. Auch Nachbarländer kämpfen hier gegeneinander, sagt Türkei-Korrespondent Tomas Avenarius. So unterstütze Moskau Armenien und Ankara Aserbaidschan. Die türkische Hilfe umfasse wohl auch syrische Söldner. Die Gefahr, dass sich der Konflikt über die Enklave auf die Nachbarländer ausweite, sei sehr groß. Weitere Nachrichten: Genforscherinnen erhalten Chemie-Nobelpreis für Forschung an Genschere, Razzia beim DFB wegen Steuerhinterziehung, "Goldene Morgenröte” ist kriminelle Vereinigung. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Justin Patchett, Moritz Eder Zusätzliches Audiomaterial über Youtube.
undefined
Oct 6, 2020 • 11min

Trumps wundersame Heilung: Absurdes Theater in Washington

Kaum angeblich genesen, legt der US-Präsident wieder los und verharmlost erneut das Virus. Doch es gibt eine ganze Menge Missmut auch bei Mitarbeitern des Weißen Hauses, sagt US-Korrespondent Hubert Wetzel. Trump wolle mit seinem kernigen Auftritt sich und den Amerikanern zeigen, dass er das Virus besiegt habe. Alles sei halb so schlimm. Seine triumphal inszenierte Rückkehr ins Weiße Haus ziele vor allem darauf ab, seine Anhänger zu mobilisieren. Doch seine Propagandashow sei bei mehr als 210.000 Leben, die das Coronavirus inzwischen in den USA gekostet hat, vor allem eins: zynisch. Weitere Nachrichten: Physik-Nobelpreis an Deutschen Reinhard Genzel, EuGh beschränkt Vorratsdatenspeicherung, zwölf Jahre für Hauptangeklagten im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk
undefined
Oct 5, 2020 • 11min

Antisemitismus: Wut statt Lähmung

Fast ein Jahr ist es her, dass bei dem Angriff auf die Synagoge in Halle zwei Menschen gestorben sind. Jetzt kam es wieder zu einer körperlichen, antisemitischen Attacke. Ein jüdischer Student wurde in Hamburg verletzt. Der Täter soll ein in Bundeswehruniform gekleideter 29 Jahre alter Deutscher sein, der in der Hosentasche einen Zettel mit einem handschriftlich gemalten Hakenkreuz trug. Die Bundesregierung, jüdische Organisationen und Vertreter von Politik und Religionen haben entsetzt auf den Angriff reagiert. Entsetzen, Lähmung, Trauern und Betroffenheit reichen nicht, sagt der Politik-Redakteur Ronen Steinke. Vielmehr seien Wut und Ungeduld richtige Reaktionen. Der Rechtsstaat könne und müsse gegen Hetzer im Internet vorgehen. Die hohe Anzahl antisemitischer Vorfälle würden auf eine bessere Statistik zurückgehen, meint Steinke, aber sie seien auch Ausdruck der politischen Verunsicherung in Zeiten von Corona. Bei diesen, sogenannten Anti-Corona-Demonstrationen und durch die AfD werde die Saat des Judenhasses auch anhand antisemitischer Chiffres verbreitet. Jeder Einzelne müsse widersprechen und aufstehen gegen solch einen Hass und “antisemitische Gülle”. Gemeinsam müsse man dafür streiten, dass jüdische Einrichtungen wie Synagogen und Kindergärten irgendwann keinen Schutz mehr benötigen würden. Weitere Nachrichten: Medizin-Nobelpreis geht an Entdecker des Hepatitis-C-Erregers, Wirecard-Vorstand Marsalek nutze philippinischen Geheimdienst, Donald Trump. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk
undefined
Oct 3, 2020 • 11min

30 Jahre Deutsche Einheit: "Ostbewusstsein wird nicht spalten, sondern einen"

Am 3. Oktober 1990 verloren viele Menschen im Osten nicht nur ihre Währung, sondern auch ihre Jobs und ihr Selbstwertgefühl. Von einer Gleichheit der Lebensverhältnisse sind wir bis heute noch vielfach entfernt. Je länger die Mauer nicht mehr steht, desto ostdeutscher fühle sie sich, meint die Autorin des Buches “Ostbewusstsein”, Valerie Schönian. “Ostbewusstein” sei für sie die Bewusstwerdung ihrer Herkunft, die Entwicklung eines Selbstbewusstseins als “Ossi” - und dies auch zu vertreten. Der Osten sei viel bunter, als viele Westdeutsche vor allem durch Pegida und der starken AfD wahrnehmen würden. Dabei müssten Unterschiede nicht zwingend trennend sein. Das Reden über sichtbare Unterschiede werde das Land nicht spalten, sondern einen, sagt Schönian. Eine etwas andere Perspektive auf dieses Thema hat die SZ-Redakteurin Antonie Rietzschel. Ihren Essay zu 30 Jahre Wiedervereinigung lesen Sie unter diesem Link: https://www.sueddeutsche.de/leben/wiedervereinigung-berlin-essay-1.5048078?reduced=true Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Moritz Eder Zusätzliches Audiomaterial über Youtube.
undefined
Oct 2, 2020 • 12min

Trumps positiver Corona-Test: Wie sich der US-Wahlkampf verändern wird

Lange hat Donald Trump die Gefahren des Coronavirus geleugnet. Obwohl in den USA bislang mehr als 207.000 Menschen daran gestorben sind und sich dort mehr als sieben Millionen Menschen mit Covid 19 infiziert haben. Einer davon ist jetzt auch der Präsident. Schadenfreude und Häme sind nicht angebracht, sagt SZ-Politik-Chef Stefan Kornelius. Der bislang ständig präsente Trump befinde sich nun zunächst für 14 Tagen in Quarantäne. Mehr als fraglich sei zudem, ob es noch zu den zwei offenen TV-Duellen kommen werde. Dies werde den US-Wahlkampf dramatisch unterbrechen und einen Schlussspurt sehen, den so noch niemand erlebt habe. Weitere Nachrichten: US-Vize Präsident Pence negativ getestet, Sanktionen gegen Belarus, Verkehrsminister Scheuer in der Kritik. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters. Überschrift Text
undefined
Oct 1, 2020 • 11min

Unruhige Tage in der AfD

Bei der AfD reiht sich eine schlechte Nachricht an die andere. Trotzdem darf die Partei bei der nächsten Bundestagswahl nicht unterschätzt werden. In der AfD war die letzten Wochen so einiges los: Angefangen von der Auflösung des rechtsextremen "Flügels" über den Parteiausschluss von Andreas Kalbitz, den Auflösungen der Landtagsfraktionen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein bis hin zu den unappetitlichen Aussagen des ehemaligen Pressesprechers der Bundestagsfraktion Christian Lüth. Nun verzichtete Parteisprecher Jörg Meuthen auf eine Kandidatur für den Bundestag und vermeidet so eine Kontroverse mit der restlichen Führungsmannschaft der Partei. Denn das Verhältnis zwischen Meuthen, Alexander Gauland, Alice Weidel und Co-Sprecher Tino Chrupalla beschreibt Jens Schneider als schlecht. Der SZ-Hauptstadtkorrespondent warnt jedoch davor, die AfD bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr zu unterschätzen. Weitere Themen: EU leitet rechtliche Schritte gegen Großbritannien ein, Wirecard-Untersuchungsausschuss, Wirt bekommt eine Million Euro von Versicherung. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Landtag Schleswig-Holstein, Bundestag.
undefined
Sep 30, 2020 • 12min

Trump vs. Biden: Das schlimmste TV-Duell aller Zeiten

Sie beschimpfen sich als "Clown", "Lügner", "Rassist" und "dumm". Das erste TV-Duell in den USA ist ein Tiefpunkt der Debattenkultur. "That was the worst debate I have ever seen" - Die schlimmste Debatte, die er je gesehen habe, sagt der CNN-Moderator Jake Tapper über das TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden. Eineinhalb Stunden haben sich die beiden Kandidaten für das Weiße Haus angebrüllt, beleidigt und ständig unterbrochen. Der Erkenntnisgewinn war ziemlich gering, findet auch Hubert Wetzel. Der SZ-Washington-Korrespondent hat aber auch nichts anderes erwartet. Den beiden Kandidaten ging es vor allem darum, ihre Anhänger zu mobilisieren. Weitere Themen: Merkel appelliert an Bürger zum Durchhalten, Strafen bei Verstößen gegen Rechtsstaatlichkeit. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Fox News, CNN.
undefined
Sep 29, 2020 • 10min

Merz, Laschet, Röttgen: Dreikampf der Kandidaten

Am 4. Dezember werden 1001 Delegierte der CDU auf ihrem Parteitag in Stuttgart entscheiden, ob ihr neuer Chef Laschet, Merz oder Röttgen heißen wird. Falls es Corona zulässt. Bis dahin wird es zwei im Internet übertragene “Live-Talks” geben, in denen sich die Kandidaten vorstellen werden. Es gibt keinen unabhängigen Journalisten als Moderator beim Fernseh-Wahlkampf, weil die CDU Konflikte vermeiden möchte, meint Berlin-Korrespondent Robert Roßmann. In Umfragen außerhalb der Partei werde Friedrich Merz favorisiert. Armin Laschet reagiere deshalb gerade sehr dünnhäutig. Trotzdem sei die Entscheidung noch offen, da der NRW-Ministerpräsident unter den Delegierten großen Rückhalt habe. Für die Kanzlerkandidatur der Union aber sei entscheidend, mit welchem Ergebnis der Kandidat gewählt werde. Nur bei einem knappen, schlechten Ausgang habe Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU eine Chance, Kanzler zu werden. Weitere Nachrichten: Neue Corona-Regeln, Razzia bei Wirecard, US-TV-Duell. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

The AI-powered Podcast Player

Save insights by tapping your headphones, chat with episodes, discover the best highlights - and more!
App store bannerPlay store banner
Get the app