

Chefgespräch | Der True-Success-Podcast
Varinia Bernau, Konrad Fischer
Varinia Bernau (Ressortleiterin Management & Karriere) und Konrad Fischer (Ressortleiter Unternehmen & Technologie) diskutieren im Wechsel mit den wichtigsten Familienunternehmern, Top-Managerinnen und CEOs Deutschlands, wie es in der aktuellen Situation gelingt, erfolgreich ein Unternehmen zu führen – und wie sie selbst erfolgreich wurden. Dabei geben die Gäste faszinierende und unterhaltsame Einblicke in ihr Leben – als Inspiration für Ihren Karriereweg.
Logodesign: Patrick Zeh
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Jul 1, 2022 • 47min
Klöckner-Chef Kerkhoff: „Eins ist klar: Die Herausforderung ist riesig“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Kaum ein Produkt ist so eng mit der Geschichte des Industriestandortes Deutschland verbunden wie Stahl. Er bestimmt seit Jahrzehnten Aufstieg und Fall von traditionsreichen Imperien, narzisstischen Managern und aggressiven Investoren. Nun droht der nächste Stresstest. Der Klimawandel wird zur ultimativen Herausforderung für die Stahlindustrie. Die grüne Transformation kostet Milliarden und der Erfolg ist keineswegs gesichert, sagen die einen. Die anderen prophezeien dem grünen Stahl eine blühende Zukunft. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er wohnt am liebsten in einem Volkswagen Bulli, twittert Fotos von seinem Impfausweis, kann von Energie bis Handyverträgen eigentlich alles verkaufen, eröffnet gerne Kneipen für Mitarbeiter, liest Krimis, die seine Aufsichtsräte schreiben, und ist überzeugt, dass der Ersatz von Stahl eine Umweltkatastrophe wäre. Guido Kerkhoff ist seit Mai 2021 Vorstandsvorsitzender von Klöckner, der mit über fünf Milliarden Euro Umsatz zu den weltweit größten Stahlhändlern gehört.
Kerkhoff erzählt mir, wie er vergeblich versuchte, den Niedergang von Thyssenkrupp zu stoppen – und warum Schrott das neue Gold und Stahl der neue Klimaretter ist.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist klar: Deutschland muss ohne Putins Erdgas wirtschaften – früher oder später. Jetzt wissen wir: Das Aus kann schon in den nächsten Wochen kommen. Konzerne und Mittelständler rüsten für den Winter – und fürchten um ihre Existenz.
https://www.wiwo.de/my/unternehmen/energie/putin-provoziert-die-energiekrise-deutschlands-gas-trauma/28467772.html [wiwo+]
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Jun 24, 2022 • 1h 21min
E.On-Chef Birnbaum: „Wir müssen jetzt ohne Tabus nach Lösungen suchen“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Die Zeitenwende ist in diesen Tagen das deutsche Buzzword Nummer eins. Alte Gewissheiten gelten nicht mehr. Plötzlich herrscht wieder Krieg in Europa. Und plötzlich reden alle über ein Thema, das vor wenigen Monaten noch für viele Menschen so aufregend war wie eine Rede von Olaf Scholz. Seit Kreml-Chef Wladimir Putin mit dem Gashahn spielt, diskutiert ein ganzes Land über die Versorgungssicherheit mit Energie. Alle haben begriffen, dass die fatale Abhängigkeit von Russland schleunigst beendet werden muss. Aber wie und vor allem wann ist das zu schaffen? Wer wird auf diesem Weg zu den Verlierern gehören? Und wer muss eigentlich mögliche Energierationierungen für Haushalte und Unternehmen vor Ort umsetzen und gleichzeitig die immer höheren Rechnungen verschicken? Damit wären wir bei meinem heutigen Gast. Er hat ein bisschen Adriaküste im Blut, predigt am liebsten mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf optimistische Botschaften, setzt sich für Inklusion ein, warnt vor einem Masken-Egoismus-Syndrom auf dem europäischen Gasmarkt, erholt sich am liebsten an einer Felswand, versucht Konfuzius zu begreifen, setzt viel Geld auf Wasserstoff und ist sicher, dass die Stromnetze kollabieren, wenn der Ausbau nicht schneller vorangeht. Leonard Birnbaum ist seit April 2021 CEO des Dax-Konzerns Eon, einer von Europas größten Netzbetreibern für Gas und Strom. Um Missverständnissen vorzubeugen: Eon betreibt abgesehen von Ausnahmen keine Kraftwerke.
Birnbaum erzählt mir, warum Fracking in Deutschland kein Tabu mehr sein darf, das Netz ohne massiven Ausbau bald überlastet sein wird, deutsche Kernkraftwerke nicht einfach weiterlaufen können – und wie stark der Gaspreis explodieren wird.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Die Zentralbanken haben die Inflation lange unterschätzt. Jetzt müssen sie die Zinsen kräftig anheben, um die Teuerung unter Kontrolle zu bringen. Doch die hohen Staatsschulden stehen dem Kampf gegen die Inflation im Weg. Besonders in Europa. Flammt jetzt die Euro-Krise wieder auf?
www.wiwo.de/28447626.html [wiwo+]
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Jun 17, 2022 • 1h 3min
Roeckl-Chefin: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Weg so steinig ist“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Familienunternehmen genießen in Deutschland einen besonderen Ruf. Im Gegensatz zu anonymen Großkonzernen mit den angeblich so gierigen Managern dienen die nahbaren Unternehmerdynastien als perfekte Projektionsfläche – eine Projektionsfläche für die Sehnsucht nach sozialen Superreichen, tollen Traditionen und filmreifen Dramen. Doch die Realität kommt meist weniger glamourös daher. Oft ist das Familienerbe anfänglich mehr Last statt Lust und manchmal droht vor einem Comeback sogar der Untergang. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie spielte als Kind mit Schnittmustern, entspannt sich beim Motocross, hält Handschuhe für etwas Magisches, ist gegen die Frauenquote, hätte in einer Fuck-up-Night viel zu erzählen – und ihre Vorfahren belieferten die österreichische Kaiserin Sissi. Annette Roeckl führt in sechster Generation den gleichnamigen Handschuhhersteller, der inzwischen noch viel mehr ist.
Roeckl erzählt mir im Podcast, warum der Klimawandel ihr Geschäft bedroht, die Insolvenz im Jahr 2017 eine traumatische Erfahrung war, die Expansion nach China und in die USA auf Eis liegt, das Verhältnis mit ihrem Bruder schwierig ist, sie mit dem Motorrad durch Vietnam fahren will – und Karl Lagerfeld bei den falschen Leuten eingekauft hat.
Sie möchten einmal live bei einer Podcast-Aufzeichnung des Chefgesprächs dabei sein? WiWo-Chefredakteur Beat Balzli begrüßt am Donnerstag (23. Juni) um 16.30 Uhr den Chef des marktführenden Stahlhändlers Klöckner & Co, Guido Kerkhoff. Jetzt anmelden und im Livestream zuschauen: https://anmeldung.me/chefgespraech-live/
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Die Erfolgsbilanz von Tesla-Chef Elon Musk ist imposant. Doch seit Kurzem scheint er sich immer mehr zu verzetteln und Produktversprechen nicht halten zu können. Vor allem der lange Zeit technisch führende E-Auto-Bauer ist auf einem gefährlichen Kurs.
https://www.wiwo.de/my/unternehmen/auto/gefaehrlicher-kurs-musks-grosser-irrtum/28426718.html [wiwo+]
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Jun 10, 2022 • 58min
Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang: „Ich finde nicht, dass von Seiten der EZB Fehler gemacht wurden“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Die Ampelregierung blinkt gerade grün. Die Beliebtheitswerte von Außenministerin Annalena Baerbock und Wirtschaftsminister Robert Habeck steigen beinahe täglich, selbst in den Chefetagen der Großkonzerne. Der Kanzler und Nicht-Kommunikator Olaf Scholz liegt deutlich dahinter. Und FDP-Finanzminister Christian Lindner steht noch schlechter da. Der propere Porschefreak wirkt gerade wie ein ohnmächtiger Opelfahrer, der SPD und Grüne brav zu ihren Ausgaben-Orgien chauffiert. Doch der Siegeszug der grünen Realos stresst den linken Flügel. Panzerlieferungen an die Ukraine und Gasdeals mit demokratiefeindlichen Autokraten empfinden viele an der Basis der klimabewegten Friedenspartei als Zumutung. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie ist die Enkelin eines Pfarrers, Tochter einer alleinerziehenden Mutter, wurde durch die Schließung eines Frauenhauses politisiert, brach ihr Studium ohne Abschluss ab, wird von Gegnern als grüne Tonne diffamiert, postet auch mal Pferde-Fotos, bewundert Simone de Beauvoir, lässt sich von ungelesenen Büchern ein schlechtes Gewissen machen, ist gegen ein sofortiges Gasembargo und hält individuelle Verantwortung für einen Trick der Neoliberalen. Ricarda Lang ist seit vergangenem Februar zusammen mit Omid Nouripour eine der Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen.
Lang erzählt mir, warum sie eine Schwäche für Drag Queens hat, nicht jede Kritik an Frauen frauenfeindlich ist, hohe Spitzensteuersätze gar nicht so schlimm sind, sie für eine Übergewinnsteuer plädiert, ihre radikal-atheistische Phase vorbei ist – und die Neoliberalen vielleicht gar nicht so hart lügen wie sie immer dachte.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Die Speicher füllen. Terminals bauen. LNG aus den USA und Katar beziehen. Schön und gut. Aber um den nächsten Winter zu überstehen, muss Deutschlands Wirtschaft Gas vor allem sparen. Wie viel weniger ist möglich? Was hilft kurzfristig? Gibt es einen Königsweg? Der große Diätplan für Unternehmen und Kraftwerke.
https://www.wiwo.de/my/unternehmen/energie/energie-der-gas-sparplan-fuer-die-deutsche-wirtschaft/28411290.html [wiwo+]
Wenn Sie mehr zu den Themen Energie, Klima und Mobilität hören möchten, sollten Sie in unseren Podcast „High Voltage“ reinhören:
https://apple.co/3MFMo8z
https://spoti.fi/3mxwJO3
Und hier geht es zum im Podcast erwähnten Video: https://youtu.be/EE6yUGYsbZU
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Jun 3, 2022 • 60min
SAP-Chef Klein: „Kein Treffen mit einem CEO, in dem es nicht um Lieferketten geht“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Nicht alles dreht sich um Digitalisierung, aber ohne Digitalisierung ist alles nichts. Egal ob Lieferketten, Nachhaltigkeit, Robotics oder Elektromobilität, in der Industrie wäre kein Megatrend noch beherrschbar. Cloud, KI und Code entscheiden über die Gewinner von Morgen. Deren mächtige Schöpfer sitzen alle im Silicon Valley und in China. Fast alle. In einer Kleinstadt in Baden-Württemberg versucht man diesem Trend seit fünfzig Jahren etwas entgegenzusetzen. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er wuchs als Sohn eines Bürgermeisters auf, versuchte erfolglos Fußballprofi zu werden, verpasste knapp die Geburt seiner Tochter, ist der jüngste CEO in einem Dax-Konzern, findet, dass man in der Chefetage schnell altert, kämpft mit einem zu tiefen Aktienkurs, hofft auf Rückenwind für seine Strategie – und muss sich mit einem Aufsichtsratschef abfinden, der scheinbar nie mehr gehen will. Christian Klein ist seit 2020 alleiniger CEO des Walldorfer Software-Hauses SAP, dem bis vor wenigen Monaten wertvollsten Unternehmen Deutschlands.
Er erzählt mir, mit welchem Trick er Kunden nach Walldorf lockt, wie SAP die Auswirkungen des Ukrainekrieges spürt und warum jetzt auch der Mittelstand in die Cloud wechselt.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Wie der Lebensmittelgigant Nestlé trotz Imageproblemen seine Marketing-Power ausspielen kann – und von der Inflation sogar profitiert.
www.wiwo.de/28394184.html [wiwo+]
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May 27, 2022 • 59min
Webasto-Chef Engelmann: „Ich hoffe, es setzt irgendwann wieder ökonomische Vernunft ein“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Manche Ökonomen prophezeien in diesen Tagen den perfekten Sturm. Inflation, Zinsen und die Wahrscheinlichkeit einer Rezession steigen, in der Ukraine tobt ein Krieg. Und damit nicht genug. China droht nicht nur als globale Konjunkturlokomotive auszufallen, sondern sich auch vom Westen abzukoppeln. Pekings Null-Covid-Strategie und das zunehmend gespannte Verhältnis zu den USA verschieben die globale Tektonik. Das trifft besonders die deutsche Industrie. Deren Chinageschäft wuchs in den vergangenen Jahren atemberaubend. Mancher Konzern macht inzwischen bis zu 40 Prozent seines Umsatzes im Reich der Mitte und gerät damit in eine gefährliche Abhängigkeit. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er schwärmt für Segelboote auf dem Starnberger See, promovierte über Regionalbahnen, fährt mit Vorliebe Cabrios, isst gerne mit Chinesen in der Kantine, musste als erster CEO Deutschlands mit einem Corona-Ausbruch in seiner Firma kämpfen, leidet gerade unter tiefroten Zahlen – und glaubt, dass er noch rechtzeitig auf den Trend zur E-Mobilität aufgesprungen ist. Holger Engelmann führt seit 2013 den Autozulieferer Webasto. Das bayerische Familienunternehmen schafft es mit Autodächern, Standheizungen und Batteriesystemen auf einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro.
Engelmann erzählt mir, was beim Riesenauftrag für den Ford Bronco alles schieflief, im Geschäft mit der E-Mobilität sein Wettbewerbsvorteil ist, die Inflation für seine harten Preisverhandlungen mit den Autoherstellern bedeutet, seine Kinder über die Autoindustrie denken – und warum er ursprünglich Arzt werden wollte.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Putins Wirtschaft wird trotz Sanktionen länger durchhalten, als der Westen glaubt – doch sie dürfte auf den technischen Stand der Achtzigerjahre zurückfallen. Sogar erstaunliche Comebacks wären möglich.
https://www.wiwo.de/my/politik/ausland/russlands-sanktionierte-oekonomie-sowjetunion-2-0-haelt-putins-wirtschaft-viel-laenger-durch-als-der-westen-glaubt/28373366.html [wiwo+]
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May 20, 2022 • 1h 3min
Flix-Chef Schwämmlein: „Da muss ich mich schon beherrschen“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Die Mehrheit der Experten ist sich einig. Ohne Mobilitätswende ist der Klimaschutz zum Scheitern verurteilt. Das Verkehrssystem von heute wird in Zukunft deutlich emissionsärmer funktionieren müssen. E-Autos lösen in den nächsten Jahren die Verbrennertechnologie ab, selbst Schiffe werden immer öfter batteriebetrieben, die Flugzeugindustrie sucht nach alternativen Antrieben. Und besonders viele Milliarden pumpt die Politik gerade in die große Hoffnungsträgerin Deutsche Bahn. Auf Schienen soll das Land glücklich und zufrieden Richtung Klimaneutralität rollen. Doch noch ist dieser Plan eine Illusion. Tagtäglich bewegen sich die Deutschen auf dem Bahnsteig am Rande des Nervenzusammenbruchs. Züge kommen Stunden zu spät, mit defekten Bordbistros, halb so vielen Wagen wie angekündigt – oder sie kommen gar nicht. Mancher ist sich sicher, dass die Misere dem mangelnden Wettbewerb geschuldet ist. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er sagte als erstes Wort in seinem Leben „Bus“ statt „Mama“, findet Volleyball das Größte, saugte das grüne Denken mit der Muttermilch ein, kämpfte mitten im CSU-Land für Fahrradwege, will Weltmarktführer für grüne Günstig-Mobilität werden, streitet oft mit der Deutschen Bahn, muss familienbedingt schweren Herzens ein Auto kaufen und korrigiert lieber falsche Entscheide als gar nicht zu entscheiden. André Schwämmlein ist der Vorstandsvorsitzende der Mobilitätsplattform Flix, die er 2011 zusammen mit zwei Freunden gegründet hat. Im Busgeschäft ist die globale Expansion weit fortgeschritten, im Bahngeschäft steht man noch ganz am Anfang.
Er erzählt mir von seinem schwierigen Verhältnis zur Deutschen Bahn, warum er letztlich doch nicht in die Politik gegangen ist, wie es sich anfühlte, eine amerikanische Ikone zu kaufen und er bewusst auf die „Gründer-Show“ bei Flix verzichtet.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Für den Automarkt der Zukunft braucht VW das beste Betriebssystem. Doch Pleiten und Pannen gefährden das Projekt. Schafft Herbert Diess die Wende?
www.wiwo.de/28357180.html [wiwo+]
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May 13, 2022 • 1h
Sternekoch Tim Raue: „Ich kenne keinen, der mit einer Vier-Tage-Woche erfolgreich ist“ | Jubiläums-Spezial
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Corona war für die deutsche Gastronomie der größte anzunehmende Unfall. Maskenpflicht, Abstandsregeln, Lockdowns und ein mitunter willkürlich anmutendes Krisenmanagement der Politik haben eine ganze Branche an den Rand des Nervenzusammenbruchs manövriert – und darüber hinaus. Kein Wunder also, dass Deutschlands Wirte auf den Post-Corona-Boom hoffen. Endlich wieder Gäste statt gähnende Leere, endlich wieder gute Stimmung statt totaler Tristesse. Doch so einfach wird das nicht. Die Betriebe leiden unter einem verheerenden Fachkräftemangel, seit Corona arbeiten Koch und Kellner längst bei Amazon & Co. Mancher Kunde hat sich inzwischen an Thermomix und Lieferservice gewöhnt und jetzt kommt auch noch die Inflation. Wer in diesem brutalen Umfeld überleben will, braucht die richtige Strategie. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er prügelte sich als Mitglied einer Bande durch die Straßen Berlins, wurde mit 23 Jahren schon Küchenchef, schaffte wenige Jahre später den ersten Michelin-Stern, darf sich Netflix-Star nennen, kocht auf Traumschiffen von TUI, findet asiatische Küche spannend, war früher als Chef laut eigenen Aussagen „ein Riesenarschloch“, trinkt am liebsten industriell hergestellte Limonade – und kann Veganer erst seit kurzem ausstehen. Tim Raue ist einer von Deutschlands besten Köchen und Gastro-Unternehmern. Er hat sich im Stammhaus in Berlin zwei Michelin-Sterne erarbeitet, liegt im Ranking der weltweit besten Restaurants auf Platz 31 und schwärmt trotzdem gerne von der Hitze Anatoliens, die ein schlichter Döner-Teller ausstrahlt.
Raue erzählt mir, warum seine Karriere mit einer Menge Ei begann, die Deutschen inzwischen dankbarer für Gastronomie sind, die Branche aber trotzdem zu negativ dargestellt wird – und sein Menü demnächst noch teurer wird.
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May 6, 2022 • 1h 8min
Rügenwalder-Mühle-Chef Hähnel: „Wir sind keine Missionare“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Die Milch ist der neue Diesel, das Fleisch die neue Zigarette. Inzwischen vergeht kaum ein Tag, an dem tierische Produkte nicht in der Kritik stehen. Die Diskussion dreht sich um zu hohe CO2-Emissionen, Gesundheit, Tierquälerei und zu viel Wasserverbrauch. Haferdrink und Erbsenschnitzel gelten als die Glücklichmacher der Zukunft. Prompt wächst eine Milliardenindustrie heran, die internationale Großkonzerne und Start-ups beherrschen – und ein deutscher Mittelständler, der den vegetarischen Braten schon viel früher als alle anderen gerochen hat. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er fegte früher alle vom Tennis- und Basketballfeld, lebt nach dem Motto „Entschuldigen kannst Du Dich später“, verkaufte den Polen Nivea-Creme, rettete die Chinesen vor feucht gewordenen Bahlsen-Keksen, hat eine Schwäche für das Dschungelcamp, organisierte eine Currywurst-Hilfsaktion für leidende Volkswagen-Mitarbeiter, ist bekennender Flexitarier – und glaubt, fehlender Wettbewerb mache träge und satt. Michael Hähnel ist seit zwei Jahren der erste familienfremde CEO des 1834 gegründeten Wurstfabrikanten Rügenwalder Mühle, Deutschlands Marktführer bei Fleischalternativen.
Hähnel erzählt mir, warum der Veggie-Boom kein Ende nimmt, er Soja in Deutschland anbaut, vegetarische Fischstäbchen nicht funktionieren, Preisverhandlungen wie Schachspielen sind – und er gleichzeitig auf Sylt und in Griechenland leben würde.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Ukrainekrieg, Inflation und Lieferkrisen belasten die Weltwirtschaft und die Kurse an den Börsen. Anleger sollten jetzt auf krisensichere, zukunftsfähige Werte setzen. Sie finden sie unter den besten Aktien der Welt – den ertragsstarken Siegern unseres exklusiven Rankings.
https://www.wiwo.de/my/finanzen/boerse/2300-unternehmen-im-check-die-besten-aktien-der-welt/28307274.html [wiwo+]
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Apr 29, 2022 • 1h 9min
BayWa-Chef Lutz: „Wir sind auf dem Weg in eine Art DDR 2.0“
WirtschaftsWoche Chefgespräch
Spätestens seit Putins Krieg gegen die Ukraine hat uns die Inflation fest im Griff. Was letztes Jahr noch undenkbar schien, ist jetzt Realität. Das Geld entwertet sich mit einer Rate von über sieben Prozent im Monat. Bald drohen gar zweistellige Raten. Haupttreiber sind explodierende Energie- und Rohstoffpreise. Die Lage auf den Lebensmittelmärkten ist besonders angespannt. Die Ukraine gehört neben Russland zu den größten Weizenexporteuren der Welt. Nun warnen Experten vor Hungersnöten in afrikanischen Ländern und einem Brotpreis von zehn Euro in Deutschland. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er ist ein Vollblut-Bayer, schwärmt für die CSU, schreibt Bundes-Gesundheitsministern gerne böse Briefe, neigt zu undiplomatisch offenen Worten, kann vom Apfel bis zur Zeitung alles verkaufen, wird von Gegnern als Sonnenkönig beschrieben, setzte viel früher als andere auf Erneuerbare Energien – und befürchtet, dass in Deutschland die Staatswirtschaft die Macht übernimmt. Klaus Josef Lutz ist der ehemalige CEO des Süddeutschen Verlages und leitet seit 2008 als Vorstandsvorsitzender Deutschlands größten Agrarkonzern Baywa – mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro. Kommendes Jahr wechselt er auf den Chefsessel des Aufsichtsrates.
Im Podcast erzählt er mir, warum er mit einem Willy-Brandt-Poster seine Großmutter schockte, beim Süddeutschen Verlag „ohne Ende verprügelt“ wurde, der Krieg in der Ukraine auch für Ägypten eine Katastrophe ist und er einst der größte Autohändler Europas werden wollte.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Zu deutlich höheren Kaufpreisen kommen jetzt auch noch rasant steigende Kreditzinsen. Selbst Gutverdiener müssen sich vom Traum eines Eigenheims oft verabschieden. Oder doch nicht? Wie der Hauskauf doch noch klappt – und eine solide Finanzierung gelingen kann.
https://www.wiwo.de/my/finanzen/immobilien/immobilienfinanzierung-wie-viel-haus-koennen-sie-sich-noch-leisten/28285024.html [wiwo+]
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