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Sep 3, 2024 • 24min
Rätsel Troja - Mythos und Wirklichkeit einer antiken Stadt
Troja - kaum ein anderer Ausgrabungsort löst so viele Phantasien aus. Es ist aber auch der reale Ort, den Heinrich Schliemann ausgrub. Hat der Mythos eine reale Grundlage? Von Thomas Morawetz (BR 2022)
Credits Autor dieser Folge: Thomas Morawetz Regie: Kirsten Böttcher Es sprachen: Susanne Schroeder, Christian Baumann Technik: Ursula Kirstein Redaktion: Nicole Ruchlak
Im Interview:Prof. Ernst Pernicka, Grabungsleiter Troia 2006-12, Univ. TübingenProf. Dieter Hertel, Klassischer Archäologe, Univ. KölnProf. Barbara Patzek, Althistorikerin, Univ. Essen
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
SPRECHERIN
Oktober 1870. Heinrich Schliemann ist euphorisch. Endlich hat er von den osmanischen Behörden die Grabungserlaubnis bekommen und reist sofort von Konstantinopel an die Dardanellen in die Troas. Der Archäologe und englische Konsul Frank Calvert hatte ihm den Tipp gegeben, wo er nach Troja suchen müsse: auf dem überwachsenen Hügel Hissarlik, einem Geländesporn, der sich in die Ebene des Karamenderes erstreckt. Genauso wie Homer es beschreibt.
Musik 2: „Wrong answer“ – 30 Sek
+ ATMOS Steine klopfen, Bauarbeiten
SPRECHER
Als er jetzt zu graben beginnt, ist sich Schliemann sicher: Der Trojanische Krieg muss buchstäblich unter seinen Füßen stattgefunden haben. Ihn will er aufspüren unter der Oberfläche des Hügels, will Dichtung und Wirklichkeit vereinen. Er will die Stadt Homers finden, den Ort, den Griechen zehn Jahre lang belagert hatten, bis er durch Odysseus´ List mit dem hölzernen Pferd in Feuer und Gewalt unterging.
SPRECHERIN
Was Schliemann damals nicht ahnen kann: Er steht auf einem ganzen Berg von Rätseln. Die nächsten Generationen von Altertumsforschern und -forscherinnen wird dieser Hügel zu Begeisterung und zur Verzweiflung treiben, aber auch zu scharfsinniger Detektivarbeit. Und was Schliemann auch nicht weiß: Wie soll er eigentlich anfangen zu graben? - Damals gibt es noch keine anerkannte Methode, ein so großes Gelände auszugraben. Calvert überzeugt ihn schließlich von einem Vorgehen, das in der Archäologie bis heute ein Standardverfahren ist.
1 Zusp Pernicka
Er hat dort vor der Aufgabe gestanden, einen Siedlungshügel, der über 3000 Jahre gewachsen ist und sozusagen Siedlungsschichten übereinander gelagert hat, sowie eine Torte mit Schichten aufgebaut ist, … er hat also die Aufgabe gehabt, zu untersuchen, welche der Schichten denn nun das homerische Troia sein könnte. Und auch heute würde man das so machen.
SPRECHER
Professor Ernst Pernicka (spricht: Pérnitzka) war von 2006 bis 2012 Grabungsleiter in Troia.
2 Fortsetzung Zusp
Man geht in die Tiefe, man versucht, die Schichten zu identifizieren. Nur heute würde man vielleicht nicht einen zehn Meter breiten Graben schlagen (2:40)
SPRECHER
Der breite Graben, den Schliemann durch den Hügel legte, gilt oft als Fluch für die Forschung. Viel Substanz, die man bei einer modernen Grabung genau untersuchen würde, ist damals zur Seite geräumt worden, um möglichst rasch nach unten zu kommen, bis zum natürlichen Fels. Andererseits weiß man durch Schliemanns rigoroses Vorgehen schnell, wie dieser Hügel aufgebaut ist: aus neun übereinanderliegenden Siedlungsschichten. Die unterste Schicht überliefert die älteste Besiedlung, die oberste die letzte.
SPRECHERIN
Neun Schichten, von der frühen Bronzezeit bis in die römische Zeit der Spätantike. Spätere Grabungen haben dieses Grundmodell noch sehr verfeinert. Dieter Hertel ist Professor für Klassische Archäologie. Er hat selbst an Grabungskampagnen in Troja teilgenommen und mehrere Bücher über Troja geschrieben. Die ersten sechs Schichten führen direkt zum Rätsel Troja: Wo liegt die Stadt, von der Homer gesungen hat?
3 Zusp Hertel
4 [0:05:55] :
Also die älteste Besiedlungsphase von Troja ist dieses Troja I, … das hat etwa so um 3000 vor Christus bis etwa 2500 vor Christus existiert. Dann kommt das berühmte Troja II, wo Schliemann ja auch die meisten Schätze gefunden hat, darunter auch den sogenannten Schatz des Priamos. Dann kommen eben einige Siedlungsphasen III bis V, die relativ unbedeutend waren. Und dann kommt sicherlich die ganz bedeutende bronzezeitliche Siedlungsphase Troja VI, die zwischen etwa 1800 … und 1300 vor Christus existiert hat.
SPRECHER
Troias Anfänge reichen also bis in die frühe Bronzezeit zurück. Welche Bevölkerung damals auf dem natürlich anstehenden Hügel die Siedlung gründete, weiß man nicht. Es gibt keine Möglichkeit, diese frühen Bewohner anderen bekannten Gruppen zuzuordnen.
SPRECHERIN
Dann Troia II: In dieser Schicht fand Schliemann einen spektakulären Goldschatz, der ihn weltberühmt machte. Er war überzeugt, damit das Rätsel Troja gelöst zu haben: Ein solcher Reichtum konnte doch nur dem berühmten König Priamos zugestanden haben, dem Mann, den Homer als den alten König der von den Griechen belagerten Stadt besingt. Schliemann wähnte sich am Ziel, er hatte Homers Troja gefunden!
Musik 3: „Pink“ - 42 Sek
SPRECHER
Doch er wurde noch zu seinen Lebzeiten widerlegt. Denn inzwischen hatte derselbe Schliemann weitere Grabungen in Griechenland durchgeführt, in Mykene, Tiryns, Orchomenos. Und dort ist Keramik ans Licht gekommen, die eindeutig belegt: Die griechische Kultur und die trojanische begegnen sich nicht im goldreichen Troia II, sondern erst ganze 1200 Jahre später, in der Schicht Troja VI. Und noch etwas ist höchst bemerkenswert an Troja VI: Es stand mit einer beeindruckenden Visitenkarte in der Landschaft. Dieter Hertel:
4 Zusp Hertel
14 [0:12:06] :Erstmal sehr mächtige Mauern mit mächtigen Türmen versehen. Und diese Befestigungsanlage, die Troja damals umgab, die umgab eben die späteren Siedlungsphasen auch noch…
SPRECHERIN
… die nächsten Schichten,
5 Zusp Hertel (weiter)
14 [0:12:06] :
… nämlich auch Troja VII a, dann Troja, VII b und auch das griechische Troja, was ja nach unserer Zählung Troja VIII ist.
SPRECHER
Das griechische Troja VIII bewohnen dann bereits die Zeitgenossen Homers. Der Krieg, von dem er als ferne Erinnerung singt, muss dann also schon lange stattgefunden haben. Das bedeutet: Das Troja des Trojanischen Krieges muss in den Schichten VI oder VII liegen.
Musik 4: „Dorian Gray“ - 37 Sek
SPRECHERIN
Die Mauern von Troja VI waren spektakulär. Allein der steinerne Unterbau ist etwa 6 Meter hoch und hat eine Stärke von vier bis fünf Metern. Auch in Homers Ilias werden die gewaltigen Mauern immer wieder erwähnt. Sie machten noch lange nach der Bronzezeit großen Eindruck.
SPRECHER
Die Keramik-Funde, die gewaltige Mauer - da scheint diese Schlussfolgerung nahezuliegen:
6 Zusp. Hertel
15 [0:12:45]:man hat dann Troja VI, als das Troja des Trojanischen Krieges angesehen.
SPRECHERIN
Das war während der Grabungskampagnen, die der US-Amerikaner Carl Blegen in den 1930er-Jahren leitete. Alles schien zu passen. Nur eines ganz und gar nicht:
7 Zusp Hertel
15 [0:12:45] Blegen hat herausgefunden, dass Troja sechs durch ein Erdbeben zerstört wurde, also eben nicht durch Kampf.
SPRECHER
Es fehlen die üblichen Spuren eines Krieges, Speerspitzen oder Pfeilspitzen etwa. Troja VI passt mit dem Untergang Trojas im Mythos also nicht zusammen.
8 Zusp Hertel
Anschluss 15 [0:12:45]
Dann hat Blegen eben Troja VII a, das in einer starken Feuersbrunst zugrunde gegangen ist, zum Kandidaten für einen historischen Kern der Troja-Sage gemacht. Aber auch hier sind kaum Hinweise gefunden worden auf Belagerung, auf Eroberung auf Kämpfe.
SPRECHERIN
Brände allein sind kein Beleg, sie konnten aus den unterschiedlichsten Gründen ausbrechen, nicht nur während eines Kampfes. Aber selbst wenn es so war: Müsste Homers zehn Jahre währender Krieg, der mit der dramatischen Eroberung der Stadt endete, nicht eindeutige Spuren hinterlassen haben? Ernst Pernicka dämpft die Erwartungen.
9 Zusp. Pernicka
nach (27:40)
4 [0:27:11] : Ja. Also zunächst einmal muss man sagen, dass die Archäologie natürlich nicht die Geschichte der Ilias sozusagen bestätigen kann. Wir können nicht feststellen, ob Achilles den Hektor tatsächlich um die Stadt herumgeschleift hat. Aber [0:27:36] wir sehen sozusagen am Ende der späten Bronzezeit einen deutlichen kulturellen Wandel. Und er spielt sich ab nach der siebenten Stadt. Also Troja VII a ist eigentlich noch sozusagen das prunkvolle und das größte, der Stadt größte Ausdehnung, etwa um 1300 vor Christus bis 1200 vor Christus. Und dann gibt es sozusagen einen Abbruch. Das ist Troja VII b.
SPRECHER
Zwischen Troja VII a und VII b muss also etwas Einschneidendes passiert sein. Und zwar in einem ziemlich konkret fassbaren Zeitraum:
10 Zusp. Pernicka
Das käme also in die Gegend um 1200 /1180 vor Christus. …
Musik 5: „Targets“ – 51 Sek
SPRECHER
Und tatsächlich: Um 1200 vor Christus erlebt die gesamte östliche Mittelmeerregion eine Zeitenwende: Die bis dahin blühende Welt der späten Bronzezeit bricht in wenigen Jahrzehnten zusammen.
SPRECHERIN
Damals reiche nahöstliche Stadtstaaten gehen ebenso unter, wie das Hethiterreich in Anatolien – und auch die Herrschaften der Griechen auf dem Festland in der Bronzezeit, die als mykenische Kultur bezeichnet werden. Wer oder was war schuld an diesem allgemeinen Zusammenbruch? In ägyptischen Quellen gibt es Hinweise auf Überfälle von rätselhaften sogenannten Seevölkern in der Region. Doch sie können kaum allein verantwortlich für den kollektiven Untergang sein.
Musik 6: The unified field - 1 Min
SPRECHER
Die Ereignisse sind bis heute nicht umfassend geklärt. Die Kulturen der späten Bronzezeit waren vernetzt, oft sogar abhängig voneinander. Haben kriegerische Auseinandersetzungen, Dürren, Hunger und Wanderungen Dominoeffekte ausgelöst? Das Ende von Troja VII könnte somit im Horizont eines viel breiteren Untergangsszenariums liegen, das die ganze östliche Mittelmeerwelt erschüttert hatte.
SPRECHERIN
Ist Homers Krieg also die ferne Erinnerung an Ereignisse, die in diesen großen Zusammenhang gehören? Haben damals mykenische Griechen Troja angegriffen? Möglich. Das Problem ist nur: Bislang hat sich keine Siedlungsschicht gefunden, die dazu wirklich passt, es wird weiter heftig diskutiert.
SPRECHER
Beispielhaft dafür ist die Diskussion, die der Archäologe Manfred Korfmann ausgelöst hat. Ab 1988 war er der Leiter der Grabungen in Troja. Korfmann hat Indizien dafür vorgestellt, dass Trojas Burg von einer weiten Unterstadt umgeben gewesen sein muss. Durch seine Rekonstruktion wuchs Troja um ein Vielfaches an. Troja hätte demnach etwa 7.000 Einwohner gehabt.
SPRECHERIN
Ernst Pernicka, Experte für Archäometrie und Archäometallurgie, hat die Grabungen für den 2005 verstorbenen Manfred Korfmann weitergeführt und diese Annahmen präzisiert. Wie sah etwa das Verteidigungssystem der Unterstadt aus? Korfmann hatte durch geophysikalische Untersuchungen Strukturen gefunden, die er als Reste einer Umgebungsmauer gedeutet hatte.
11 Zusp. Pernicka
(nach 23:00)
Diese Struktur wurde dann ergraben, und es hat sich dann festgestellt, dass es eine negative Mauer ist. Also ein Graben. Aber trotzdem ein Verteidigungssystem und als Verteidigungssystem schon damals interpretiert. Und da hat es den Einwand gegeben, dass man diese Extrapolation nicht machen dürfe, sondern die Unterstadt, selbst wenn es eine große Fläche umfasst, es könnte ja auch eine Viehweide oder so was gewesen sein.
SPRECHER
Pernicka hat den Graben weiter erforscht und dabei auch Hinweise auf die nötige Biegung gefunden, damit eine solche Anlage die ganze Burg umgeben konnte. Dieter Hertel dagegen hält die Indizien für die Unterstadt für nicht ausreichend.
12 Zusp. Hertel
(nach 28:29)
die Kritiker, zu denen ich ja auch gehöre, (…) wir sind der Meinung, dass es Hinweise auf eine Unterstadt wirklich nicht gegeben hat.
Musik 7: The unified field - 1:10 Min
SPRECHERIN
Der Streit hierüber geht ins Detail, doch er läuft auf eine Kernfrage hinaus: War Troja am Ende der Bronzezeit eher ein kleineres Nest – oder ein großer Player in der Region, eine echte Handelsmacht in direkter Nachbarschaft zum mächtigen Hethiter-Reich? Denn ein bedeutendes Troja könnte natürlich viel leichter Erinnerungen in späteren Epen hinterlassen.
SPRECHER
Ein großes Troja sollte allerdings Spuren in den Quellen der Nachbarmächte hinterlassen haben. Doch auch hier stehen sich Befürworter und Gegner gegenüber. Sind hethitische Ortsangaben wie „Wilusa“ (sprich: Wilúscha) und „Taruisa“ (sprich: Taruíscha) Vorformen der späteren homerischen Namen „Ilios“ für Troja und die Troas? Und stecken nicht hinter den Überfällen sogenannter „Ahhiyawa“ (sprich: Achiáwa) auf Wilusa die Griechen, die Homer Achaíoi nennt? Möglich. Doch auch gegen diese Indizien gibt es Einwände. Die Eindeutigkeit fehlt.
SPRECHERIN
Eine Zwischenbilanz für das Troja-Rätsel sieht also etwa so aus: Auch Troja erlitt wie andere Regionen im großen bronzezeitlichen Finale im östlichen Mittelmeerraum einen Zusammenbruch. Es kann damals eine bedeutende Stadt gewesen sein, und es kann in Konflikten mit Griechen gestanden haben. Doch eine eindeutige Zerstörungsschicht, die auf einen großen Krieg hindeutet, gibt es nicht.
SPRECHER
Bei solchen Schwierigkeiten ist es kein Wunder, dass sich längst noch weitere Fragen etabliert haben: Hat es einen solchen Krieg überhaupt vor Ort gegeben? Und wenn nicht – Wie soll Homer dann zu seinem Epenstoff gekommen sein?
SPRECHERIN
Hinweise gibt Trojas weiteres Schicksal nach dem Zusammenbruch am Ende der Bronzezeit. Hier ist sich die Forschung wieder weitgehend einig: Zwischen den Schichten VII a und VII b gibt es einen Kulturbruch. Eine andere Welt hatte begonnen. Die Stadt lebte auf weit bescheidenerem Niveau weiter. Und es müssen neue Leute hinzugezogen sein, vom Balkan. Das verrät die Keramik, die sie mitgebracht haben. Diese Bevölkerung lässt sich verfolgen bis etwa 1000 vor Christus. Wieder folgt ein großer Brand – und dann? Ernst Pernicka:
13 Zusp Pernicka
3 [0:37:57] :Also (…) wir haben in Troja Anzeichen dafür, dass Troja nie ganz verlassen wurde. (…) Aber wir haben dann tatsächlich keine Bautätigkeit, sagen wir im zehnten und neunten Jahrhundert.
Musik 8: „Arrival“ - 49 Sek
SPRECHER
In diesen Jahrzehnten beginnt in der östlichen Mittelmeerwelt die Eisenzeit. Die Jahrhunderte vom Untergang der Bronzezeit bis zum Beginn der griechischen Polis-Welt werden das „dunkle Zeitalter“ genannt. Neue, kleine politische Einheiten beginnen sich zu entwickeln. Und ab etwa 800 vor Christus gibt es noch eine technologische Revolution: Die Griechen übernehmen von den Phöniziern das Alphabet.
SPRECHERIN
In diesen dunklen Jahrhunderten müssen sich mündlich überlieferte Mythen gebildet haben. Irgendwann umfassen sie weite Erzählbögen, besingen Schicksale von Menschen und Städten mit ihren Verbindungen zu den olympischen Mächten. Viele dieser Mythen führen am Ende durch ein Nadelöhr: den Untergang dieser alten Welt im Trojanischen Krieg.
Musik 9: „Dorian Gray“ – 30 Sek
SPRECHER
Aus diesen mündlich überlieferten Mythen scheint Homer zwei Episoden ausgewählt und tatsächlich zum ersten Mal aufgeschrieben zu haben: die Ilias und wahrscheinlich auch die Odyssee.
SPRECHERIN
Und auch hierüber besteht weitgehend Einigkeit: Als Homer die Ilias verfasst, beschreibt er die örtlichen Gegebenheiten Trojas auf dem Hügel Hissarlik. Die Topografie stimmt, ebenso erwähnte Tiere und Pflanzen. Noch 2007 hat der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Raoul Schrott vorgeschlagen, Homers Troja weit weg von den Dardanellen im Südosten Kleinasiens, in Kilikien, zu verorten. Seine These wurde intensiv diskutiert, hat jedoch keine Anhänger gefunden.
SPRECHER
Zunächst bleibt es also dabei: Homer hat Troja gekannt. Doch wie ist er an Troja als Ort seines Krieges gekommen?
SPRECHERIN
Möglichkeit eins ist bereits bekannt: Homer hat eben von dem Ort gesungen, der tatsächlich der originale Erinnerungsort war, die Stadt, die vor Jahrhunderten einen gewaltigen Krieg erlebt hatte.
SPRECHER
Doch es gibt noch eine zweite Möglichkeit: Demnach hätten die Griechen die Ruinen Trojas erst während der dunklen Jahrhunderte kennengelernt, als sie selbst den Ort besiedelt hatten. Denn auch das ist gewiss: Troja VIII ist griechisch. Um 700 vor Christus, also zur Zeit Homers, wohnen Griechen auf der alten Burg mit ihren auffälligen Mauern. Wäre es also denkbar, dass diese Griechen alte Mythen aus Griechenland mitgebracht und erst jetzt mit den Ruinen auf dem Hissarlik verbunden haben? Barbara Patzek ist Professorin für Alte Geschichte und Autorin mehrerer Bücher über Homer.
14 Zusp. Patzek
14 [0:11:59] :Ja, also, das ist eigentlich eine Erklärung, die diskutiert wird, weil das sehr einleuchtend ist, dass also bestimmte alte Mauern also einmal zum Wiederbesiedeln anregen. Und zweitens auch darum, dass man also Legendenbildung um sie herum anlegt …, so dass also Ruinen in der Landschaft immer Fix-Punkte sind, sozusagen mythische Erinnerungsorte, wo nur eben die Erinnerung also keine echte historische Erinnerung ist, sondern den Orten wird eine Erinnerung mitgegeben.
SPRECHERIN
Wieder Trojas Mauern! Sie wären also so eindrucksvoll gewesen, dass man mit ihnen ein gewaltiges Geschehen verbunden hat. Das hätte Homer dann aufgegriffen. Die Vorstellung gewinnt durch weitere Indizien an Wahrscheinlichkeit: Der Dichter hat aus mehreren Quellen geschöpft.
15 Zusp. Patzek
15 [0:12:50]: Man muss einfach vom griechischem Sagengut ausgehen, also von Heldengeschichten. Also ich weiß nicht, wie viele Helden in den homerischen Epen genannt werden. (…) Also zu den Helden gibt es jeweils einzelne Geschichten, die sehr, sehr individuell sind, von denen man sagen kann - also das sind wirklich lokale Geschichten. Die müssen nicht also von außen her hereingebracht worden sein.
SPRECHER
Solche originär griechischen Geschichten hätten also in Troja eine neue Heimat gefunden. Zu ihnen kommen aber auch eindeutig vorderasiatisch-orientalische Einflüsse.
SPRECHERIN
Homer schöpft demnach aus sehr alten Quellen, die bis in die Bronzezeit zurückreichen, aber eben auch aus relativ jungen, für ihn zeitgenössischen Überlieferungen. Seine Ilias wird erst zu seinen eigenen Zeiten rund.
SPRECHER
Und noch etwas hat sich durch den Blick auf orientalische Quellen Homers herausgestellt: Der ganze Troja-Mythos dürfte im Kern auf alte orientalische Traditionen zurückgehen. Denn dem komplexen Geschehen liegt ein befremdender Plan des Zeus zugrunde: Troja muss fallen, damit die Menschen auf der Erde dezimiert werden. Warum?
16 Zusp. Patzek
nach 14 [0:16:32] :Das Konzept ist sehr alt. Das geht auf die Sumerischen Mythen zurück, also auf das Atrachasis-Epos zum Beispiel, in dem eben erzählt wird: die Schöpfung von Anfang an 15 [0:17:09] - Und der Gott hat dann also alles geschaffen. Und er schafft die Menschen, und die Menschen schaffen Städte, und die Städte werden zu laut. Und dann gehen Sie dem Gott auf die Nerven, und der zerstört die Städte. Und dann tut es ihm wieder leid. Er schafft die Menschen neu, und so geht das also - mehrmals wird die Menschheit ausgelöscht, und dann entstehen wieder neue Generation.
Musik 10: „Nocturne“ -1:10 Min
SPRECHERIN
Aus anderen Epenfragmenten wissen wir Näheres: Die Erde habe gestöhnt unter der Last der Menschen und so hat sie Zeus gebeten, die Menschen auszulöschen oder zu dezimieren.
SPRECHER
So stiftet Zeus also Streit unter den Göttinnen Athene, Hera und Aphrodite: Wer ist wohl die Schönste unter ihnen? Ausgerechnet der trojanische Königssohn Paris muss den Streit entscheiden: Es kommt zur berühmten Geschichte mit dem Apfel. Paris wählt Aphrodite zur Schönsten und soll dafür die Liebe der schönsten Frau der Welt bekommen: Helena. Doch die ist verheiratet mit dem griechischen König Menelaos. Also entführt Paris die Schöne. Und die Griechen sammeln ein gewaltiges Heer – und ziehen nach Troja.
SPRECHERIN
Im Mythos endet Troja zehn Jahre später und mit ihm endet auch ein menschliches Zeitalter. Mit Troja geht nicht nur eine Stadt unter, sondern das alte heroische Geschlecht der Menschen.
SPRECHER
Nur wenige überstehen das Desaster. Sie ziehen fort, nach Hause oder gründen neue Siedlungen. Einer der Überlebenden auf trojanischer Seite ist der Königssohn Aeneas. Seine weitere Geschichte wird den Troja-Mythos über die Antike hinaus fortsetzen. Denn nach späteren Vorstellungen gründen seine Nachkommen Rom. Der sehr reale Kaiser Augustus hielt sich für verwandt mit Aeneas und förderte das alte Troja nach Kräften. So wird Homers Troja sogar zur Wiege eines universalen Herrschaftsanspruchs, des Kaisertums. Kein Wunder, dass später auch Franken in Troja ihren Wurzeln sehen wollen, genauso wie Burgunder, Normannen und Briten.
Musik 11: „Data, Data, Data“ - 42 Sek
SPRECHERIN
Und das reale Troja? Noch im Jahr 355 nach Christus wird aus der schon christlichen Stadt von einem alten heidnischen Kult berichtet: Eine Statue Hektors wurde mit Öl gesalbt, heißt es, und Feuer habe auf den Altären gebrannt. Eine der letzten Nachrichten. Noch lange weiß man, wo es liegt, dann gerät das reale Troja in Vergessenheit. … Bis Heinrich Schliemann auf Frank Calvert traf.

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Von Alexandra Hostert (BR 2023)
Credits Autorin dieser Folge: Alexandra Hostert Regie: Sabine Kienhöfer Es sprachen: Ruth Geiersberger, Andreas Neumann Technik: Wolfgang Lösch Redaktion: Bernhard Kastner
Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.
Interviewpartner/innen:Dr. Franziska Kuhne, Verhaltenstierärztin, Universität Gießen;Prof. Wulf Haubensak, Neurowissenschaftler, Universität Wien;Prof. Albert Newen, Philosoph, Universität Bochum;Hundebesitzerin Leonie (möchte ihren Nachnamen nicht nennen);Dr. Sandra Düpjan, Verhaltensforscherin, Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf; Christian Kucharz, Ziegenhalter
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Schreibblockaden - Der Kampf um den ersten Satz
Heute geht es um ein Problem, das fast alle Leute kennen, die längere Texte verfassen müssen oder wollen: die Schreibblockade. Was steckt hinter der Angst vor dem leeren Blatt, dem Bibbern vor dem ersten oder nächsten Satz? Und wie kommen Schriftstellerinnen und Autoren über diese Hürden hinweg? Von Justina Schreiber (BR 2022)
Credits:Autorin dieser Folge: Justina Schreiber Regie: Irene Schuck Es sprachen: Beate Himmelstoß, Andreas Neumann Technik: Wolfgang Lösch Redaktion: Susanne PoelchauDas Manuskript zur Folge gibt es HIER.Mehr über die Autorin Lena Gorelik erfahren Sie in dieser Folge von radioWissen:Erfolgsautorinnen aus dem Osten - Russisch zählen, deutsch schreibenJETZT ANHÖRENRadioWissen hat noch weitere spannende Folgen zum Thema:Ghostwriter - Autoren ohne NamenJETZT ANHÖRENNeue Subjektivität - Schreiben als SelbsterfahrungJETZT ANHÖRENLiteraturtipps:
Bieker, Nadine/ Schindler, Kirsten (2021): Wenn Autorinnen Kinder bekommen - Mutterschaft als Schreibblockade. In: Gansel, Carsten/ Lehnen, Katrin/ Oswalt, Vadim (Hrsg.): Schreiben, Text und Autorschaft II - Zur Narration und Störung von Lebens- und Schreibprozessen. Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht, 259-273.Alice W. Flaherty: Die Mitternachtskrankheit. Warum Schriftsteller schreiben müssen. Autorenhaus Verlag 2004Carsten Gansel / Katrin Lehnen / Vadim Oswalt (Hg.): Schreiben, Text, Autorschaft II. Zur Narration und Störung von Lebens- und Schreibprozessen. Vandenhoeck & Rupprecht, Göttingen 2021Lena Gorelik: Die weißen Nächte. Schirmer / Graf Verlag, München 2004Herlinde Koelbl: Schreiben! 30 Autorenporträts, Knesebeck Verlag München 2007Ilka Piepgras (Hg.): Schreibtisch mit Aussicht. Schriftstellerinnen über ihr Schreiben. Kein & Aber Verlag, Zürich – Berlin 2020Fridolin Schley, Die Verteidigung, Hanser Berlin, Berlin 2021Thomas von Steinäcker, Ende offen. Das Buch der gescheiterten Kunstwerke. S. Fischer, Frankfurt / Main 2021.
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Aug 22, 2024 • 22min
Fische - Die unterschätzten Lebewesen
Fische stumm und dumm? Von wegen: Fische denken, fühlen und sind sich ihrer selbst bewusst. Thesen und Erkenntnisse aus dem Bestseller 'What a Fish Knows' von und mit dem Verhaltensbiologen Jonathan Balcombe. Von Marko Pauli (BR 2017) CreditsAutor dieser Folge: Marko PauliRegie: Frank HalbachEs sprachen: Christian Baumann, Berenike Beschle, Johannes HitzelbergerTechnik: Monika GsaengerRedaktion: Bernhard Kastner
Das Manuskript zur Folge gibt es HIER.
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