

AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie
Karl Urban und Franziska Konitzer
Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziskia Konitzer und Karl Urban regelmäßig Geschichten, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Es sind wahre Geschichten aus Astronomie und Astrophysik, Geologie und Geowissenschaften.
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Nov 27, 2024 • 1h 5min
Vom Mittelpunkt zum Mitläufer: Wie wir unseren Platz im Kosmos fanden
Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!
Und sie bewegt sich doch: Diese geflügelten Worte werden Galileo Galilei zugeschrieben. Ob er sie je geäußert hat, ist zwar fraglich – doch dass er ihnen zugestimmt hätte, steht außer Zweifel. „Sie“ ist unsere Erde. Jahrtausendelang hatte das geozentrische Weltbild sie starr und unbewegt in das Zentrum des Universums gesetzt: Alle übrigen Planeten, die Sonne, der Mond und der Fixsternhimmel sollten sich um sie drehen.
Galileo Galilei hingegen hat als früher Verfechter ein heliozentrisches Weltbild vertreten: eines, dass die Erde von ihrem Ehrenplatz im Mittelpunkt des Universums schubst und an diese Stelle die Sonne setzt. Demnach würde sich die Erde um die Sonne drehen – und sich eben doch bewegen. Heutzutage wissen wir, dass Galilei und andere frühe Vertreter dieses Weltbilds Recht behalten sollten – nur: Wie konnten sie überhaupt beweisen, dass sich die Erde um die Sonne dreht?
In dieser Folge von AstroGeo erzählt Franzi die Geschichte einer Suche, die Jahrtausende gedauert hat: die nach der stellaren Parallaxe. Diese scheinbare Bewegung von Sternen im Laufe eines Erdjahres ist nicht nur ein Beleg dafür, dass sich die Erde um die Sonne dreht – sie ist bis heute die einzige Möglichkeit, die Entfernung zu Sternen direkt zu vermessen und damit die Grundlage so ziemlich all unseres Wissens über den Weltraum und unser Universum.
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Folge 38: 1,8 Milliarden Sterne
Weiterführende Links
WP: Stereoskopisches Sehen
WP: Aristarchos von Samos
WP: Planet
WP: Archimedes
WP: Geozentrisches Weltbild
WP: Aristoteles
WP: Parallaxe
WP: Claudius Ptolemäus
WP: Nikolaus Kopernikus
WP: Planetenschleife
WP: Johannes Kepler
WP: Heliozentrisches Weltbild
WP: Galileo Galilei
WP: James Bradley
WP: Aberration
WP: Friedrich Wilhelm Bessel
WP: Standardkerze
WP: Cosmic Distance Ladder (engl.)
WP: Gaia (Raumsonde)
Empfehlung: Bild der Wissenschaft Podcast
Quellen
Alan W. Hirshfeld: Parallax: The Race to Measure the Cosmos (2001)
Episodenbild: ESA/Gaia/DPAC; CC BY-SA 3.0 IGO. Acknowledgement: A. Brown, S. Jordan, T. Roegiers, X. Luria, E. Masana, T. Prusti and A. Moitinho

Nov 13, 2024 • 1h 8min
Riffsterben und Klimachaos im Devon: Sind die Bäume schuld?
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Auf einer Wanderung durch den Harz entdeckt der Geologe und Botaniker Friedrich Adolph Roemer im Jahr 1850 eine merkwürdige Gesteinsfolge. Es sind dicke graue Kalkbänke, die durch viel dünnere und schwarze Kalklagen durchbrochen sind. Kalkstein ist fast nie schwarz – und ist er es doch, spricht seine Färbung für eine Katastrophe.
Karl erzählt in dieser Folge von dem wohl merkwürdigsten Massensterben der Erdgeschichte. Bis heute haben Fachleute nur ein lückenhaftes Bild davon, was damals, vor rund 372 Millionen Jahren, begann. Sie wissen, dass damals weltweit die Meeresriffe starben und dass das Klima über viele Millionen Jahre äußerst instabil war. Viele Ursachen sind dafür im Gespräch – aber am wahrscheinlichsten scheint der Erfolg einer Gruppe von Organismen, die wir heute mit vielen Dingen in Verbindung bringen, aber nicht mit einem Weltuntergang: Es sind Pflanzen – und darunter vor allem die Bäume.
Die Geschichte rund um das Massensterben im späten Devon ist komplex, weshalb es insgesamt acht Merkwürdigkeiten zu erzählen gibt. Und obwohl uns diese Zeit fremd erscheint, hat eine Merkwürdigkeit auch mit uns zu tun.
Die Landschaft im späten Devon: Während sich an Land die Pflanzen verbreiteten, lebten im Meer urtümliche Quastenflosser (Vordergrund links) und der Raubfisch Dunkleosteus (rechts), der über acht Meter lang werden konnte (Mikhail Shekhanov).
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Folge 101: Tödliche Sterne – wenn Explosionen ein Massensterben auslösen
Folge 86: Das Ende der Dinosaurier: Massensterben im Frühling
Folge 64: Massensterben im Treibhaus
Weiterführende Links
WP: Johann Wolfgang von Goethe
WP: Harz
WP: Pangäa
WP: Variskische Gebirgsbildung
WP: Friedrich Adolph Roemer
WP: Devon
WP: Kellwassertal
WP: Kellwasser-Ereignis
WP: Massenaussterben
WP: Hangenberg-Ereignis
WP: Wiljuiplateau
WP: Riff
WP: Stromatoporen
WP: Brachiopoden
WP: Kambrische Radiation
WP: Ordovizium
WP: Peter Ward
Hörempfehlung: Podcast „Goethe, Natur und Geist“
Quellen
Fachbuch: Michael Benton: Extinctions – How Life Survives, Adapts and Evolves, Thames & Hudson (2023)
Fachbuch: Peter Brannon: The Ends of the World, Oneworld Publications (2017)
Fachbuch: Peter Ward & Joe Kirschvink: A New History of Life, Bloomsbury (2015)
Fachartikel: Tomkins, Martin & Cawood: Evidence suggesting that earth had a ring in the Ordovician, Earth and Planetary Science Letters, 2024
Fachartikel: Algeo & Shen: Theory and classification of mass extinction causation, National Science Review (2023)
Fachartikel: Carmichael et al.: Paleogeography and paleoenvironments of the Late Devonian Kellwasser event: A review of its sedimentological and geochemical expression, Global and Planetary Change (2019)
Fachartikel: Keller: Impacts, volcanism and mass extinction: random coincidence or cause and effect?, Australian Journal of Earth Sciences (2005)
Hattenbach: Tödliches Licht explodierender Sterne, Spektrum der Wissenschaft (14.03.2024)
Episodenbild: Fiddlehead in Macro Shot Photography / Pexels

Oct 30, 2024 • 60min
AstroGeoPlänkel: Vom Urknall bis zum Ende der Menschheit
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In dieser Episode geht es wieder um euer Feedback zu den Geschichten: Das AstroGeoPlänkel ist eine regelmäßige Sonderfolge, in der es um eure Fragen, Kommentare, Anmerkungen und Wünsche geht.
Dieses Mal sprechen wir über das Ende des Urknalls und die Grenzen der Vorstellung. Wir stellen fest, dass die Raumfahrt die Atmosphäre nicht nur theoretisch, sondern messbar verunreinigt. Wir sprechen über die Unzulänglichkeiten der Nobelpreise und darüber, welche Themen wir hier lieber nicht behandeln wollen.
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Folge 99: Aluminium im Himmel – Wie Satelliten die Ozonschicht gefährden
Folge 100: AstroGeoPlänkel – Universum, Satelliten und Eichhörnchen
Folge 101: Tödliche Sterne – wenn Explosionen ein Massensterben auslösen
Folge 102: Das Ende des Anfangs – was vom Urknall übrigblieb
Weiterführende Links
Fachartikel: Murphy et al.: Metals from spacecraft reentry in stratospheric aerosol particles, PNAS (2023)
WP: Dragonfly
WP: Quantengravitation
Alles gesagt Podcast: Wie lebt es sich im All, Matthias Maurer?
WP: Ada Yonath
Buch: Friedman & Kaufmann – Universe, McMillan Learning (2019)
YouTube: Stanford Lecture Collection Cosmology
WP: Die Welt ohne uns (Buch)
WP: Voyager Golden Record
WP: Blockuniversum
Bildquelle: K. Urban / ChatGPT; ESA and the Planck Collaboration

Oct 16, 2024 • 1h
Das Ende des Anfangs: Was vom Urknall übrigblieb
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Es war einmal: der Urknall. Nachdem unser Universum wohl irgendwie entstanden war und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausgefunden hatten, dass es überhaupt einen Anfang gegeben hat, fanden sie auch heraus, dass die allerersten Elemente im Universum kurz nach dem Urknall entstanden sind, vor allem Wasserstoff und Helium. Doch wie ging es dann weiter?
Nun folgt das Ende des Anfangs: Es half dabei, dem Urknall-Modell zum wissenschaftlichen Durchbruch zu verhelfen. Dabei handelt es sich um ein Überbleibsel des Urknalls, das bis heute den ganzen Kosmos durchdringt – und dessen Entdeckung absoluter Zufall war: die kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung.
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Folge 94: Das Universum und sein Urknall – der Anfang des Anfangs
Folge 98: Das Erbe des Urknalls: Wie die Materie in unser Universum kam
Weiterführende Links
WP: Georges Lemaître
WP: Urknall
WP: Ralph Alpher
WP: Robert Herman
WP: Alpher-Bethe-Gamow-Theorie
WP: George Gamow
WP: Hintergrundstrahlung
WP: Schwarzer Körper
WP: Wiensches Strahlungsgesetz
WP: Robert Henry Dicke
WP: Arno Penzias
WP: Robert Woodrow Wilson
WP: James Peebles
spektrum.de: Das Universum, noch warm vom Urknall (2022)
Hörempfehlung: Podcast „Jetzt mal ganz in Ruhe“
Quellen
Buch: Joseph D’Agnese – The Scientist and the Sociopath (2014)
Buch: Ralph Alpher, Robert Herman – Genesis of the Big Bang (2001)
Buch: Helge Kragh – Cosmology and Controversy: The Historical Development of Two Theories of the Universe (1996)
Buch: Conceptions of Cosmos: From Myths to the Accelerating Universe: A History of Cosmology (2006)
Blog-Artikel: My Unpublished Interview with Astronomer Vera Rubin (2017)
Fachartikel: The Evolution of the Universe (1948)
Fachartikel: Evolution of the Universe (1948)
Fachartikel: Remarks on the Evolution of the Expanding Universe (1949)
Fachartikel: A Measurement of Excess Antenna Temperature at 4080 Mc/s (1965)
Fachartikel: Cosmic Black-Body Radiation (1965)
Episodenbild: ESA and the Planck Collaboration

Oct 2, 2024 • 55min
Tödliche Sterne: Wenn Explosionen ein Massensterben auslösen
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Am 9. Oktober 2022 registrieren Weltraumteleskope ein gewaltiges Ereignis tief im Kosmos: einen Gammablitz im Sternbild Pfeil, bei dem so viel hochenergetische Gammastrahlung abgegeben wird wie nie zuvor beobachtet. Dieses Ereignis war nicht nur von astronomischem Interesse, denn die ankommende Strahlung ließ kurzzeitig sogar geladene Teilchen in den obersten Schichten der Erdatmosphäre verrückt spielen. Störsignale im Radiobereich waren die Folge – und das trotz einer Entfernung von 2,4 Milliarden Lichtjahren.
Karl erzählt in dieser Folge, ob solche Ereignisse in größerer Nähe zu unserem Planetensystem das Leben auf der Erde beeinträchtigen könnten. Es geht wieder mal um Massensterben in der geologischen Geschichte – und wie neue Methoden aus Physik und Astrophysik helfen können, diese erdgeschichtlichen Kriminalfälle aufzuklären. Denn zurzeit machen solche Verfahren große Fortschritte. Die Asche vor langer Zeit explodierter Sterne wurde bereits in alten Sedimentschichten gefunden – und in einem Fall sogar einer Sternenleiche zugeordnet.
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Folge 82: Der hellste Gammablitz aller Zeiten
Folge 99: Aluminium im Himmel: Wie Satelliten die Ozonschicht gefährden
Weiterführende Links
WP: Montagne Noire
WP: Devon
WP: Kellwasser-Ereignis
WP: Hangenberg-Ereignis
WP: Gammablitz
WP: Ionosphäre
WP: Ozonschicht
WP: Supernova
WP: Beschleuniger-Massenspektrometrie
WP: Zeta Ophiuchi
HZDR: Hamster – Helmholtz Accelerator Mass Spectrometer Tracing Environmental Radionuclides
WP: r-Prozess
WP: Kilonova
Quellen
Hattenbach: Tödliches Licht explodierender Sterne, Spektrum der Wissenschaft (14.03.2024)
Ellis et al.: Geological Isotope Anomalies as Signatures of nearby Supernovae, Astrophysical Journal (1996)
Neuhäuser et al: A nearby recent supernova that ejected the runaway star ζ Oph, the pulsar PSR B1706−16, and 60 Fe found on Earth, Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (2019)
Fields & Wallner: Deep-Sea and Lunar Radioisotopes from Nearby Astrophysical Explosions, Annual Review of Nuclear and Particle Science (2023)
Episodenbild: K. Urban / ChatGPT

Sep 18, 2024 • 48min
AstroGeoPlänkel: Universum, Satelliten und unerwartete Eichhörnchen
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In dieser Episode geht es wieder um euer Feedback zu den Geschichten: Das AstroGeoPlänkel ist eine regelmäßige Sonderfolge, in der es um eure Fragen, Kommentare, Anmerkungen und Wünsche geht.Dieses Mal sprechen wir über die gedankenverknotende Expansion des Universums und warum das junge Universum nicht gleich nach seiner Entstehung zu einem Schwarzen Loch kollabiert ist.
Außerdem geht es darum, wie verglühende Satelliten helfen können, Flugbahn und Masse vorher unbekannter Meteoriten zu bestimmen. Wir sprechen auch über unsere Art, True Science-Geschichten zu erzählen und über unsere englischsprachigen Töne. Und zwischendurch geht es auch um Franzis Eichhörnchen, die ihren Balkon – und ihr Herz! – fest in ihren Krallen haben.
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Folge 94: Das Universum und sein Urknall – der Anfang des Anfangs
Folge 98: Das Erbe des Urknalls: Wie die Materie in unser Universum kam
Folge 99: Aluminium im Himmel: Wie Satelliten die Ozonschicht gefährden
Folge 89: Ninjas der Nacht: Die Entwicklung der Säugetiere
Folge 78: Kernenergie vor 2 Milliarden Jahren: Der Atomreaktor Oklo
Weiterführende Links
WP: Kamiokande
WP: Eichhörnchen
YouTube: Space Shuttle Launch Audio
KIT: Starlink-Absturz belauscht
Volkssternwarte München: Franzis Vortrag “Der Anfang von Allem: Wie der Urknall ins Universum kam”
Quellen
Fachartikel: Hans Bethe: Energy Production in Stars, Physical Reviews (1939)

Sep 4, 2024 • 1h 11min
Aluminium im Himmel: Wie Satelliten die Ozonschicht gefährden
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Am 22. Februar 2018 starten zwei unscheinbare Satelliten in eine Umlaufbahn: Sie sind weder besonders groß, noch auf andere Weise auffällig. Aber diese zwei Satelliten, die den Namen Starlink tragen, läuten einen Wandel im erdnahen Weltraum ein. Und der ist auch heute längst noch nicht abgeschlossen. Wir befinden uns mitten im Zeitalter der Megakonstellationen – von tausenden Satelliten, die viele neue Anwendungen möglich machen. Allerdings kommen diese Chancen der Raumfahrt zu einem hohen Preis.
Karl erzählt in dieser Podcastfolge von seiner Langzeitrecherche über die letzten sechs Jahre. Er wollte herausfinden, ob die Atmosphäre durch immer mehr startende Raketen und vor allem durch die stark wachsende Zahl verglühender Satelliten beschädigt werden könnte. Wieder mal geht es um die Ozonschicht: Denn jeder verglühende Satellit hinterlässt Partikel aus Aluminium, die chemische Abbaureaktionen anstoßen könnten und dadurch den planetaren Schutzschicht gegen krebserregende UV-Strahlung der Sonne beschädigen.
Mehr von Weltraumreportern und AstroGeo
AstroGeo 074: Leuchtende Nachtwolken
Verglühende Satelliten: unterschätzte Risiken für Klima und Ozonschicht
Starlink: Zensur im All, digitale Gräben und eine neue Industrie
Gefährdet Starlink Astronomie und Raumfahrt?
Elektrosmog von Starlink-Satelliten stört Radioteleskope
Verglühende Satelliten gefährden Ozonschicht
Weiterführende Links
WP: Space Shuttle
WP: Falcon 9
WP: Starlink
WP: Mesosphäre
WP: Ozonschicht
Aaron Boley, University of British Columbia
WP: Paul Crutzen
WP: FCKW
WP: Ozonloch
WP: Montreal-Protokoll
Johannes Schneider, MPIC
WP: Meteoriten
ESA: Clean Space Programme
José Ferreira, University of Southern California
WP: Molekulardynamik-Simulation
WP: Sputtern
WP: Thermische Ablation
BBC: Japan developing wooden satellites to cut space junk
Patrick Flamm, Peace Research Institute Frankfurt
Quellen
Fachartikel: Boley & Byers: Satellite mega‐constellations create risks in Low Earth Orbit, the atmosphere and on Earth, Scientific Reports (2021)
Fachartikel: Molina et al.: The reaction of CIONO2 with HCI on aluminum oxide, Geophysical Research Letters (1997)
Präsentation: Bekki et al.: Environmental impacts of atmospheric emissions from spacecraft re-entry demise (2021)
Fachartikel: Schulz & Glassmeier: On the Anthropogenic and Natural Injection of Matter into Earth’s Atmosphere, Advances in Space Research (2021) [arXiv]
Fachartikel: Flamm et al.: Space sustainability through atmosphere pollution? De-orbiting, atmosphere-blindness and planetary environmental injustice, The Anthropocene Review (2024)
Fachartikel: Ferreira et al.: Potential Ozone Depletion From Satellite Demise During Atmospheric Reentry in the Era of Mega‐Constellations, Geophysical Research Letters (2024)
Episodenbild: NASA/ESA/Bill Moede and Jesse Carpenter

Aug 21, 2024 • 50min
Das Erbe des Urknalls: Wie die Materie in unser Universum kam
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Der Anfang vom Anfang war gemacht: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten Wissenschaftler herausgefunden, dass unser Universum nicht ewig und unveränderlich in all seiner Pracht existiert, sondern dass es in ferner Vergangenheit zunächst entstanden ist. Dieses Ereignis bezeichnen wir heute als Urknall – aber was ist dann passiert?
In dieser Folge erzählt Franzi die Geschichte eines Physikers namens Ralph Alpher, der herausgefunden hat, wie das Weltall und alles in ihm entstanden ist: wie die Materie in unser Universum kam, allen voran die beiden häufigsten chemischen Elemente Wasserstoff und Helium. Diese Urknall-Nukleosynthese ist bis heute eine der stärksten Hinweise darauf, dass das Universum in einem unvorstellbar heißen und dichten Zustand angefangen hat – und sie verrät uns außerdem, wie lange dieser Anfang vom Allem gedauert hat.
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Folge 94: Das Universum und sein Urknall – der Anfang des Anfangs
Folge 79: Fehlende Neutrinos: Als die Sonne kaputt war
Weiterführende Links
WP: Georges Lemaître
WP: Urknall
WP: Ralph Alpher
WP: Alpher-Bethe-Gamow-Theorie
WP: George Gamow
WP: Alphastrahlung
WP: Hans Bethe
WP: Kernfusion
WP: Ylem (engl.)
WP: Robert Herman
WP: Primordiale Nukleosynthese
WP: Neutroneneinfang
WP: Nukleosynthese
Quellen
Buch: Joseph D’Agnese – The Scientist and the Sociopath (2014)
Buch: Ralph Alpher, Robert Herman – Genesis of the Big Bang (2001)
Blog-Artikel: My Unpublished Interview with Astronomer Vera Rubin (2017)
Fachartikel: The Origin of Chemical Elements (1948)
Fachartikel: What’s in a Name: History and Meanings of the Term „Big Bang“ (2013)

Aug 7, 2024 • 49min
AstroGeoPlänkel: Urknalllärm, Urvorfahr, Oumamua
Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke!
In dieser Episode geht es wieder um euer Feedback zu den Geschichten: Das AstroGeoPlänkel ist eine regelmäßige Sonderfolge, in der es um eure Fragen, Kommentare, Anmerkungen und Wünsche geht.
Dieses Mal sprechen wir ausgiebig über den Sound des Urknalls, der auch etwas mit Rockmusik und der Band Motörhead zu tun hat – und der Frage, ob es Bands gibt, die sogar lauter als der Urknall sind. Außerdem geht es um die Entstehung des Lebens, besonders den ersten gemeinsamen Vorfahren allen Lebens auf der Erde, LUCA. Denn vielleicht könnte der viel früher gelebt haben, als noch vor ein paar Jahren angenommen. Zuletzt kehren wir auch zur Debatte über den ersten interstellaren Besucher Oumuamua zurück – was waren eure Reaktionen zur Alien-Kontroverse um diesen mysteriösen Brocken aus dem All?
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AG094 Das Universum und sein Urknall – der Anfang des Anfangs
AG095 Von Tümpeln zu Tiefseevulkanen: Wo entstand das Leben?
AG096 Späher von fernen Sternen – was verbirgt Oumuamua?
Weiterführende Links
WP: Phylogenie
WP: Molekulare Uhr
WP: Drake-Gleichung
Quellen
Fachartikel: Moody et al.: The nature of the last universal common ancestor and its impact on the early Earth system, Nature (2024)
Fachartikel: Cowie: The ‘Oumuamua Controversy, Nature Astronomy (2021)
Episodenbild: Galaxie: ESA/Robert Gendler; Tiefseevulkan: CC-BY Ifremer; Komet: ESA/Hubble, NASA, ESO, M. Kornmesser

Jul 24, 2024 • 1h 39min
Späher von fernen Sternen: Was verbirgt Oumuamua?
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Am 25. Oktober 2017 finden Forschende in den Daten von vier Teleskopen auf Hawaii ein merkwürdiges Objekt: Es ist ein Lichtpunkt, dessen Umlaufbahn um die Sonne irgendwie seltsam ist. Schnell ist klar: Man hatte den ersten interstellaren Besucher entdeckt. Ein Komet, so vermuten die Astronomen, der aus einem anderen Sternensystem stammt.
Karl erzählt in dieser Folge die Geschichte des Objekts 1I/Oumuamua. Obwohl er nach wenigen Wochen bereits aus dem Sichtfeld der meisten Teleskope verschwunden war, konnten einige Daten über ihn gesammelt werden. Diese Daten scheinen aber bis heute nicht gut zusammenzupassen: Zwar beschleunigte Oumuamua nach seinem Vorbeiflug an der Sonne wie ein Komet, der einen Schweif bildet. Aber Teleskope fanden keinen Hinweis auf empor geschleuderten Staub oder austretendes Gas. Auch seine eigenartige Form gibt Rätsel auf, denn die ähnelt entweder einem flachen Pfannkuchen oder einer Zigarre.
Die Studienlage ist vielfältig und die Zahl der Hypothesen über den Ursprung und die Entstehung von Oumuamua ist groß. Bekannt wurde der erste interstellare Besucher allerdings durch eine Hypothese des Harvard-Physikers Avi Loeb: Er hält es bis heute für möglich, dass Oumuamua von Außerirdischen gebaut worden ist. Doch seine Herangehensweise, mit der wir uns am Ende dieser Geschichte beschäftigen, schadet der Wissenschaft vielleicht mehr, als dass sie nutzt.
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Folge 62: Pluto – ein Herz und vier Sorten Eis
Folge 76: Das Nizza-Modell – Chaos zwischen jungen Planeten
Weiterführende Links
WP: Minor Planet Center
WP: Pan-STARRS
WP: 1I/Oumuamua
WP: Avi Loeb
WP: Oortsche Wolke
WP: Komet
WP: Banards Pfeilstern
WP: 2I/Borisov
WP: Spitzer-Weltraumteleskop
WP: Vera-Rubin-Teleskop
WP: Comet Interceptor
WP: Dyson-Sphäre
Quellen
Minor Planet Center: Comet C/2017 U1 (PANSTARRS)
Fachartikel: Bialy & Loeb: Could Solar Radiation Pressure Explain ‘Oumuamua’s Peculiar Acceleration?, The Astrophysical Journal Letters (2018)
Fachartikel: Mamajek: Kinematics of the Interstellar Vagabond 1I/’Oumuamua (A/2017 U1), Research Notes of the AAS (2017)
Fachartikel: The ‘Oumuamua ISSI Team: The natural history of ‘Oumuamua, Nature Astronomy (2019)
Fachartikel: Do et al.: Interstellar Interlopers: Number Density and Origin of ‘Oumuamua-like Objects, The Astrophysical Journal Letters (2018)
Fachartikel: Seligman & Laughlin: The Feasibility and Benefits of In Situ Exploration of ‘Oumuamua-like Objects, The Astrophysical Journal (2018)
Fachartikel: Fraser et al.: The tumbling rotational state of 1I/‘Oumuamua, Nature Astronomy (2018)
Fachartikel: Trissi et al.: Spitzer Observations of Interstellar Object 1I/‘Oumuamua, The Astronomical Journal (2018)
Fachartikel: Bergner & Seligman: Acceleration of 1I/‘Oumuamua from radiolytically produced H2 in H2O ice, Nature (2023)
Fachartikel: Moro-Martín: Could 1I/‘Oumuamua be an icy fractal aggregate?, The Astrophysical Journal Letters (2019)
Fachartikel: Levine et al.: Constraints on the Occurrence of ‘Oumuamua-Like Objects, The Astrophysical Journal (2021)
Fachartikel: Hoang & Loeb: Implications of Evaporative Cooling by H2 for 1I/’Oumuamua, The Astrophysical Journal Letters (2023)
Fachartikel: Ligterink: Accelerating ‘Oumuamua with H2 is challenging, Nature (2023)
Fachartikel: Cowie: The ‘Oumuamua Controversy, Nature Astronomy (2021)
Fachartikel: Siraj et al: Physical Considerations for an Intercept Mission to a 1I/’Oumuamua-Like Interstellar Object, Journal of Astronomical Instrumentation (2023)
Buch: Avi Loeb: Außerirdisch, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 978-3-641-26336-2 (2021) [Deutsche Nationalbibliothek]
Hinweis zum Episodenbild
Oumuamua hat möglicherweise die Form einer langgestreckten Zigarre, wie hier künstlerisch dargestellt. Als wahrscheinlicher gilt mittlerweile die eines oblaten Spheroids, also eines flachen Eierpfannkuchens. Anders als im Bild dargestellt, konnten weder Staub noch Gas eines Kometenschweifs nachgewiesen werden. Doch es könnte nicht nachweisbare Gase wie Wasser, Stickstoff oder Wasserstoff gegeben haben oder groben Staub, der ebenfalls für die genutzten Teleskope unsichtbar gewesen wäre. Deshalb haben wir uns für dieses Episodenbild entschieden.
Bildquelle: ESA/Hubble, NASA, ESO, M. Kornmesser


