WDR 3 Kulturfeature

Westdeutscher Rundfunk
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Mar 27, 2026 • 54min

Alexander der Kluge: Portrait des Intellektuellen als staunendes Kind

Schreiben hieß für ihn: Alternativen denken. Alexander Kluge erforschte Phänomene des Alltags - mit politischer Verantwortung, Neugier und der Spielfreude eines Kindes. Mit 94 Jahren ist der große Kreative unter den Intellektuellen gestorben.Alexander Kluge war Filmemacher, Schriftsteller, Fernsehproduzent und in allem: Autor. Ein Universalist, der generös seine Wunderkammer öffnet und teilhaben lässt an seinem vernetzten Denken. Kluges überbordendes Pluriversum lebt von der Gleichzeitigkeit aus Damals und Heute, Empathie und Sachlichkeit, Kunst und Wissenschaft, Fakten und Fiktion, alles geboren aus "der Beobachtung eines Textes, der sich Wirklichkeit nennt". Alexander Kluge ist ohne die zahlreichen Kooperationen mit Kunst- und Filmschaffenden, Musikern, Schauspielerinnen, Philosophen und Wissenschaftlern nicht zu denken. Und so kommen, neben dem großen Intellektuellen mit der Stimme des 13-Jährigen, auch Kollegen und Weggefährtinnen wie Ann Cotten, Hannelore Hoger, Anselm Kiefer, Edgar Reitz, Helge Schneider und Ferdinand von Schirach zu Wort.Ein Feature von Cornelia Zetzsche. Produktion: BR 2020
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Mar 20, 2026 • 2min

Podcast-Empfehlung: Riefenstahl – Influencerin des Bösen

Leni Riefenstahl – der Name ist bis heute weltbekannt. Sie gilt als eine der einflussreichsten deutschen Filmregisseurinnen. Das Krasse daran: Ihre größten Erfolge waren Propagandafilme für Hitler und sein Regime. Bis zu ihrem Tod hat Riefenstahl aber ihre Verstrickung mit den Nazis kleingeredet und dabei oft gelogen, was das Zeug hält.In „Riefenstahl – Influencerin des Bösen“ zeichnet Katja Paysen-Petersen Riefenstahls Leben neu nach. Sie hat bislang unveröffentlichte Interviews aus deren Nachlass mit anderen historischen Quellen abgeglichen und erzählt, wie aus einer ehrgeizigen Künstlerin die zentrale Propagandistin des nationalsozialistischen Deutschlands wurde. „Riefenstahl – Influencerin des Bösen“ ist die neueste Staffel vom Podcast „Alles Geschichte“. Jetzt hören in ARD Sounds: https://1.ard.de/kulturfeature_tipp_riefenstahl
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Mar 20, 2026 • 55min

Der Sound der Erde – Eine Expedition in den Boden 

Der Boden unter unseren Füßen ist voller Leben. Mit speziellen Mikrofonen stößt man dort in ein Reich außerirdisch wirkender Klänge vor: Es knarzt und knurpselt, es knackst und knistert. Aber dieses Leben ist bedroht.Die Böden unserer Erde sind besiedelt von unzähligen Lebewesen. Sie sind der artenreichste Lebensraum auf unserem Planeten - und dennoch weitgehend unerforschtes Terrain. Das Feature bricht zu einer Expedition in die Tiefen des Bodens auf, die sich mittels akustischer Methoden erkunden lassen. Ohne den Boden und die Pflanzen, die er hervorbringt, könnten wir Menschen nicht leben. Die Sounds, die aus der Erde kommen, sollten uns deshalb aufhorchen lassen. Denn sie machen bewusst, wie gefährdet dieses fragile Universum ist. Ein Feature von Anna Marie Goretzki. Produktion WDR 2026.
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Mar 13, 2026 • 52min

Der Mann im Mond – Ein Radio-Ballett mit Charlie Chaplin

Wenn überhaupt ein Einzelner das Kino verkörpern kann, dann wohl er: Charlie Chaplin, der Tramp, der Stummfilmkomiker, der Filmproduzent. Wer war dieser kleine Mann mit Stöckchen, über den die ganze Welt gelacht hat?Charles Spencer Chaplin, 1889 in London geboren, war der erste Weltstar der jungen Kunstform Film. In den USA feierte er Erfolge in Stummfilmkomödien, 1919 gründete er mit anderen Leinwandstars die Filmgesellschaft United Artists. Als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person schuf er Filmklassiker wie „Lichter der Großstadt“, „Moderne Zeiten“, „Der große Diktator“. Auch die Filmmusik in seinen Filmen komponierte Chaplin in den meisten Fällen selbst. Mit den Stimmen von Schaupielgrößen wie Ingrid van Bergen und Dominique Horwitz verfolgt das Feature den Lebensweg Chaplins, vagabundierend als  einsamer Aristokrat, als Prophet und Dichter, für den das Leben komisch und tragisch, gut und schlecht, schön und gemein ist - sehr kosmisch und sehr irdisch zugleich.Ein Feature von Evelyn Dörr. Produktion WDR 2002
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Mar 6, 2026 • 54min

Der Beat ist die Revolution – Der Schriftsteller Peter Schneider

Peter Schneider, Sohn eines Kapellmeisters, ist mit Musik groß geworden. Zum Solo-Violinisten fühlte er sich nicht berufen, er wurde Schriftsteller. Jetzt ist der große Chronist der 68-Bewegung gestorben.Mit der Erzählung „Lenz“ schrieb Peter Schneider 1973 das Kultbuch der undogmatischen Linken. Der Text spiegelt die politische Sozialisation des Autors, seine Entwicklung vom SPD–Wahlhelfer zum SDS-Aktivisten, seine Entscheidung für die Literatur. Die Poetisierung der Lebensumstände wird Grundthema seines Schreibens, mit Musik als Hintergrundstrahlung. Im „Lenz“ liefern Songs Sentenzen für die Lebenskunst, im großen Roman „Vivaldi und seine Töchter“ von 2019 rückt die Musik dann auch thematisch in den Vordergrund. Musik ist die Mitgift für die Rhythmisierung der Schrift und des Alltags. Ohne Musik wäre für Peter Schneider Leben und Schreiben ein Irrtum.Ein Feature von Theo Roos, Produktion: WDR 2023.
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Feb 27, 2026 • 54min

Die Kraft der Reduktion – Minimalismus in der Kunst

Steve Reich und andere Vertreter der Minimal Music haben die Musikwelt beeinflusst. Club Music wie House oder Techno sind die populärste Spätfolge. Minimalismus findet sich aber auch in anderen Kunstbereichen wie der Malerei, dem Film oder dem Design.Das Grundmuster der Kachel-Gemälde des holländischen Malers Piet Mondrian wird bis in die Gegenwart in Mode und Werbung aufgegriffen. Der Franzose Yves Klein wurde durch seine monochromen Bilder weltberühmt. Pop-Art-Künstler Andy Warhol praktizierte in seinen frühen Filmen Extrem-Minimalismus und das legendär minimalistische Produktdesign der Firma Braun fand weltweit Beachtung. Jahrzehnte und viele iPhones und iPads später bedankte sich der Apple-Chefdesigner höchstpersönlich bei seinem Braun-Kollegen für die Inspiration.Ein Feature von Rainer Praetorius. Produktion: DLF 2017
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Feb 20, 2026 • 53min

Anatomie der Melancholie. Der bosnische Autor Dževad Karahasan

Vor 30 Jahren im Februar 1996  endete die blutige Belagerung der Stadt Sarajewo im Herzen Bosniens. Der Schriftsteller Dževad Karahasan hatte der Stadt während des Bosnienkrieges mit seinen Büchern eine unverwechselbare Stimme gegeben.Dževad Karahasan wurde 1953 im heutigen Bosnien-Herzegowina geboren. Die Vielvölkerstadt Sarajewo war für ihn Imagination des Vergangenen und Hoffnungsbild für das Bessere. Als während der Belagerung Sarajevos durch die bosnisch-serbischen Truppen unter General Mladić ein Granatsplitter in die Bibliothek Dževad Karahasans einschlägt und eine hübsche Ausgabe des „Grünen Heinrich“ zerstört, fragt sich der bosnische Autor, was um Himmels willen der serbische Granatwerfer gegen Gottfried Kellers Roman habe. Erst später, ergänzt er, realisierten er und seine Frau, dass anstelle der Bücher auch sie selbst hätten getroffen werden können. Dževad Karahasan ist am 19.5. 2023 in Graz gestorben.Ein Feature von Tobias Wenzel. Produktion: WDR 2022
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Feb 13, 2026 • 54min

„Ich versuchte jemand zu sein“ – der italienische Cantautore Luigi Tenco

Auch für diese unruhige Zeiten war es ein außerordentlicher Akt des Protests: 1967 erschoss sich der italienische Sänger und Cantautore Luigi Tenco nach seinem Auftritt beim Schlagerfestival San Remo.Es war das rätselhafte Ende einer vielversprechenden Karriere. Nachdem Luigi Tenco mit seinem Lied „Ciao amore ciao“, das er gemeinsam mit Dalida vorgetragen hatte, auf dem Schlagerfestival San Remo durchgefallen und nicht ins Finale gekommen war, brachte er sich in seinem Hotelzimmer um. In seinem Abschiedsbrief schrieb der 28-jährige: „Das ist mein Protest gegen ein Publikum, das ’Io, tu e le rose’ ins Finale bringt und gegen eine Jury, die ’La Rivoluzione’ auswählt. Ich hoffe, dass es manchen zur Einsicht bringt. Ciao, Luigi".  Das Feature folgt den Spuren eines großen Talents, das in seinen Liedern das Politische in den kleinen Dingen zum Vorschein bracht.Ein Feature von Ariane Kessissoglou. Produktion: WDR 2012
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Feb 6, 2026 • 55min

Das Märchen von Nettetal - Die unglaubliche(n) Geschichte(n) des Dinçer Güçyeter

Dinçer Güçyeter, türkischstämmiger Schriftsteller und Verleger aus Nettetal, erzählt von Migration, Kindheit und Familiengeschichten. Kurze Sätze schildern Bordell- und Kneipenalltag, prägende Erinnerungen wie erschlagene Schwäne und Fabrikarbeit. Es geht um literarische Anfänge, Verlagsarbeit, Musik als Begleiter und den Wandel seiner Heimatstadt.
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Jan 31, 2026 • 54min

Mit Knackfrosch, Kiesel und Kassette - Die Komponistin Carola Bauckholt

Wie klingt die Welt, die uns umgibt? Die Komponistin Carola Bauckholt verwandelt Alltagsgeräusche in Musik: Da gibt es Schlagzeuger, die mit knarzenden Regenjacken und Reißverschlüssen performen und Sängerinnen, die mit Hilfe eines Staubsaugers die Luft neu vertonen.Carola Bauckholt, Jahrgang 1959, fand über das Theater und die bildende Kunst zu ihrer Musik. Sie gibt Musikern ungewohnte Instrumente an die Hand und den Geräuschen eine Bühne: Von schwingender Kassettenhülle über Knackfrösche und Kieselsteine - ihr Klangspektrum ist groß. Aus Geräuschen formt sie Musik, dem Wesen des Klangs auf der Spur. Wie klingt die Welt, die uns umgibt?Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion: WDR 2024

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