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detektor.fm – Das Podcast-Radio
Dieser Podcast ist für alle vielseitig interessierten Hörer. Denn hier sammeln wir alle Inhalte von detektor.fm in einem Ordner. Nie wieder etwas von uns verpassen.
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Aug 12, 2025 • 5min
Was läuft heute? | Heretic
Heretic
Die beiden Mormonen-Schwestern Barnes und Paxton sind hingebungsvolle Mitglieder der Mormonen Kirche. Bei ihrer Missionarsarbeit geraten die jungen Frauen eines Tages an den vermeintlich charmanten älteren Herren Mr. Reed, der sie in sein Haus einlädt. Was zuerst einfach wie eine nette Unterhaltung über Religion wirkt, ändert sich schnell. Denn Mr. Reed hat Barnes und Paxton in sein Haus gelockt, um sie einer Prüfung zu unterziehen — er will herausfinden, wie stark ihr Glaube wirklich ist.
Wie weit würdest du für deinen Glauben gehen?
Neben den interessanten Ideen zu Fragen über Glauben und Religion punktet der Film vor allem mit seinem Cast. Sophie Thatcher und Cloe East spielen Paxton und Barnes, während Hugh Grant seine Figur Mr. Reed geradezu auf diabolische Art verkörpert. Den Horror-Thriller „Heretic“ gibt es für euch im Streaming-Katalog von WOW.
Was läuft heute?
Wir bringen Licht in den Streaming-Dschungel. In „Was läuft heute?“ klicken wir uns durch Mediatheken und Streaminganbieter — damit ihr es nicht tun müsst. Unsere Empfehlungen findet ihr täglich überall dort, wo es Podcasts gibt.

Aug 11, 2025 • 4min
Was läuft heute? | Don’t come knocking
Ein Mann und ein Pferd
In „Don’t come knocking“ aus dem Jahr 2005 von Wim Wenders spielt Sam Shepard den alternden Westernstar Howard Spence. Der verlässt während laufender Dreharbeiten auf seinem Filmpferd unabgesprochen den Drehort. Er tauscht sein Kostüm gegen herkömmliche Kleidung und verschenkt sein Pferd. Dann reist er nach dreißig Jahren das erste Mal zu seiner Mutter nach Nevada. Anschließend macht sich Howard auf den Weg nach Montana in ein kleines Bergwerksstädtchen, das seine glanzvollen Tage längst hinter sich hat. Dort trifft er seine Ex-Geliebte, die hübsche, resolute Kellnerin Doreen und Sohn Earl, der sich als Sänger einer Countryrock-Band versucht.
Ein Film wie ein Edward Hopper-Gemälde
Ähnlich wie bei „Paris, Texas“ handelt „Don’t come knocking“ von einem aus der Bahn geworfenen Mann, der sich zur Pilgerfahrt nach dem versäumten Leben als Familienvater aufmacht. Ähnlich sind auch die Aufnahmen von weiten Landschaften und verlassenen Straßenzügen, die von Wenders’ Lieblingsmaler Edward Hopper inspiriert sind. Aber „Don’t come knocking“ ist viel weniger sentimental, eher komisch, was vor allem an der Hauptfigur Howard Spence liegt. T Bone Burnett liefert die passende Musik zu den Bildern. „Don’t come knocking“ könnt ihr in der Arte-Mediathek anschauen.
Was läuft heute?
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Aug 10, 2025 • 4min
Was läuft heute? | Ellis
Exzellente Ermittlerin
Detective Chief Inspector Ellis ist eine hartnäckige Polizistin, die bei schwierigen und aussichtslosen Ermittlungen einspringt. Wie im Fall von Rowan Edwards, dessen Leiche in einem halb versunkenen Auto in einem See gefunden wird. Seine Freundin Maggie, mit der er unterwegs war, ist verschwunden. Da die Mutter des Getöteten der Polizei vor Ort nicht traut, wird DCI Ellis aus London als Verstärkung geschickt. Die lokale Polizei ist davon erwartungsgemäß wenig begeistert. Detective Sergeant Chet Harper wird ihr zur Seite gestellt und soll sie nicht nur unterstützen, sondern auch über Ellis’ Ermittlungsergebnisse informieren.
Psychologische Tiefe
Die Serie „Ellis“ thematisiert u. a. die Vorurteile, mit denen die Hauptfigur als Schwarze Ermittlerin zu kämpfen hat. Für Schauspielerin Sharon D. Clarke war dies auch ein Argument, die Serie zu drehen. Denn sie ist tatsächlich die erste Schwarze Frau, die die Hauptfigur in einer britischen Polizeiserie spielt. Die Macherinnen und Macher setzen auf psychologische Tiefe, einen realistischen, teils rauen Ton und brisante Themen wie Rassismus, Misogynie und Mobbing. „Ellis“ ist 30 Tage lang in der ZDF-Mediathek verfügbar.
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Aug 9, 2025 • 4min
Was läuft heute? | Becoming Madonna
Wie alles begann
Heute kennt sie eigentlich fast jede und jeder. Denn mit Songs wie „Like a Virgin“ oder „Material Girl“ hat Madonna den Pop so geprägt wie kaum jemand anderes. Doch bevor sie zur Ikone wurde, war sie einfach nur eine junge Frau aus Michigan mit großen Träumen — und 35 Dollar in der Tasche. Ende der 1970er-Jahre zog sie nach New York und bat den Taxifahrer nur um eines: „Fahr mich dahin, wo was los ist.“ Der Rest? Ist Musikgeschichte.
Die Doku „Becoming Madonna“ erzählt, wie aus der jungen Außenseiterin die Queen of Pop wurde — schon damals kompromisslos, laut und mit einer ganz eigenen, einnehmenden Art.
Madonna: Außenseiterin, Stilikone, Aktivistin
Die Doku setzt den Fokus auf die frühen Jahre. Es geht erstmal um kleine Auftritte und den Hunger, gesehen zu werden. Natürlich kommt Madonna selbst zu Wort, aber auch ihr Umfeld spricht über die Sängerin und ihre Karriere.
Dabei geht es nicht nur um ihr Gesangstalent, sondern unter anderem auch um das Leben im Rampenlicht oder den frühen Verlust ihrer Mutter und ihres besten Freundes. Auch Madonnas provokante Auftritte und ihr offener Umgang mit Sexualität werden thematisiert. Denn Madonna war nie nur Skandal oder Provokation — auch wenn sie genau dafür geliebt und gehasst wurde. Hinter der Inszenierung steckt eine vielschichtige Frau und Künstlerin, die sich nicht in eine Schublade stecken lässt.
Ihr könnt euch ab heute in der ZDF-Mediathek mit „Becoming Madonna“ ein eigenes Bild davon machen.
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Aug 8, 2025 • 18min
detektor.fm destilliert | August 2025: Podcasttipps für den Sommer
Podcasttipps für deinen Sommer
Dass wir Podcasts lieben, müssen wir euch nicht erzählen, aber es gibt einfach auch harte Argumente für gute Inhalte aus dem Kopfhörer: Man kann sie auf dem Fahrrad hören, im Ruderboot, am Badesee und während man auf einer Wiese im Park Wolken zählt — Podcasts sind einfach echte Allrounder und eine gute Begleitung in allen Lebenslagen!
Durch faule Tage und laue Nächte
Jetzt im Sommer haben viele Menschen ein bisschen mehr Zeit und vielleicht auch ein bisschen mehr Muße, um die Perlen im eigenen Podcast-Feed aufzufangen. Und genau deswegen haben wir was für euch. In diesem Jahr gibt es von uns Podcast-Tipps für faule Tage und laue Nächte!
Shownotes
(00:00:00) Intro
(00:00:37) Katis Tipp: Eule findet den Beat (Hörspiel)
(00:02:06) Paulis Tipp: Die Peter Thiel Story
(00:04:32) Klaras Tipp: AMOC — Der Strom, der alles ändern kann (Feature)
(00:05:45) Benis Tipp: The Blindboy Podcast
(00:07:34) Inas Tipp: The Retrievals
(00:08:58) Stephans Tipp: Dark Agents — Im Netz der Geheimdienste
(00:10:56) Tobias Tipp: Rund ums Parlament
(00:12:30) Steffis Tipp: 1001 Nacht
(00:14:04) Claudius’ Tipp: detektor.fm-Musikstream
(00:15:29) Christians Tipp: I’m Not a Monster
(00:17:17) Verabschiedung

Aug 8, 2025 • 1h 18min
Antritt | Interview: Was ist die Langstreckenfahrt „La Réconciliation“, Gunar Zetsche?
Im „Antritt“ geht’s in dieser Ausgabe mit Gunar Zetzsche um die Langstreckenfahrt „La Réconciliation“ auf den Spuren der deutsch-französischen Geschichte.
Langstreckenfahren
Eine besondere Spielart des Radfahrens ist das Langstreckenfahren. Auf sogenannten „Brevets“ stellen sich Randonneurinnen und Randonneure langen Prüfungen, Streckenlängen ab 200 km bis deutlich über 1000 km werden am Stück oder mit wenig Schlaf absolviert. Dabei geht es nicht um eine Platzierung oder besonders schnelle Zielzeiten. Die Bewältigung der Strecke und der eigenen Schwächen steht im Vordergrund. Schon an der Sprache des Langstreckenfahrens zeigt sich, dass Frankreich dabei eine wichtige Rolle spielt. Die vielleicht wichtigste Langstreckenfahrt überhaupt ist Paris–Brest–Paris, eine alle vier Jahre ausgetragene Veranstaltung mit langer Tradition.
Langstreckenfahrt „La Réconciliation“
Gunar Zetzsche hat einige Jahre in Frankreich gelebt und ist dort mit der Langstreckenszene in Kontakt gekommen. Inzwischen lebt er in Leipzig und hat im Juni 2025 ein besonderes Brevet veranstaltet: Über 1600 km ging es von Leipzig nach Strasbourg, und zwar mit besonderem Fokus: Die „La Réconciliation“ (dt.: die Versöhnung) hat über 30 Orte mit Bedeutung für die deutsch-französische Geschichte verbunden und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur vor eine sportliche Herausforderung gestellt, sondern sie auch mit historischen Orten und Fakten konfrontiert.
Gunar Zetzsche über „La Réconciliation“
Gerolf hat Gunar Zetzsche zum Interview getroffen und mit ihm über die Inspiration zu „La Réconciliation“, die Hintergründe und seine Erfahrungen als Veranstalter gesprochen.
Antritt bei Steady und Apple Rückenwind geben
In unserer eigenen „Antritt“-Community bei Steady könnt ihr die Folge immer schon früher hören. Schaut doch mal bei Steady vorbei, wenn ihr uns unterstützen wollt. Schon 2,50 Euro pro Monat geben uns ordentlich Rückenwind! Übrigens: Auch bei Apple Podcasts Abonnements könnt ihr unseren Fahrradpodcast regelmäßig unterstützen und Episoden früher hören.
Passend zu unseren Folgen könnt ihr hier unsere Spotify-Playlist hören:

Aug 8, 2025 • 23min
Spektrum der Wissenschaft – Der Podcast | Wie sich Emotionen auf die Gesundheit auswirken
Unsere Emotionen sind vielfältig und wirken in unserem Körper auf verschiedenste Weise. Sie beeinflussen sogar unsere Gesundheit. So wirken sich unsere Gefühle einigen Untersuchungen zufolge auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Negative Emotionen wie Angst, Ärger oder Trauer erhöhen demnach das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich.
Beispielsweise wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 beobachtet, dass die Zahl kardiovaskulärer Erkrankungen signifikant anstieg. Emotionen können also einen Einfluss auf die Gesundheit des Herzens haben, das zeigen auch aktuelle Studien.
Der Einfluss der Emotionen
Diese Wirkung erklärt sich über die sogenannte Hirn-Herz-Achse. Das vegetative Nervensystem reguliert dabei zentrale Körperfunktionen. Bei Stress steigen Puls, Blutdruck und Entzündungsaktivität. Diese Prozesse können langfristig Gefäßwände schädigen, was zu Infarkten oder Schlaganfällen führen kann.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Amygdala (Mandelkern), die bei negativen Emotionen wie Angst oder Ärger besonders aktiv ist. Studien zeigen, dass eine chronisch erhöhte Amygdala-Aktivität Entzündungsreaktionen im Körper fördert und somit Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt.
Im Gegensatz dazu haben positive Emotionen und psychologisches Wohlbefinden eine schützende Wirkung. Menschen mit hoher Lebenszufriedenheit leiden seltener an Herzkrankheiten, unabhängig davon, ob sie zusätzlich gesund leben. Auch soziale Bindungen spielen eine wichtige Rolle: Einsamkeit aktiviert genetische Programme, die Entzündungsprozesse verstärken.
Anna von Hopffgarten leitet die Redaktion Life Sciences bei Spektrum der Wissenschaft, die sich gerade mit der Hirn-Herz-Achse beschäftigt hat. Sie sagt: „Emotionen entstehen im Gehirn und haben Einfluss auf unsere Gesundheit.“ Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt von Hopffgarten, wie Emotionen sich auf unsere Gesundheit auswirken und wie wir dieses Wissen in der Medizin nutzen können.

Aug 8, 2025 • 27min
brand eins-Podcast | Mit Apps Touristenströme lenken – wie smart ist das?
Warum funktioniert digitale Besucherlenkung nur bedingt, Julian Reif?
Wenn zu viele Menschen einen Ort besuchen, hat das oft Auswirkungen auf die Menschen und die Ressourcen vor Ort, von Wasser bis Wohnen. Zuletzt sind Bilder von Einheimischen in Barcelona durch die Medien gegangen, auf denen sie mit Wasserpistolen auf Touristen und Touristinnen zielen und Rauchbomben in Hotellobbys werfen. Durch soziale Netzwerke und die Digitalisierung wird dieses Phänomen, Overtourism oder Übertourismus genannt, noch verstärkt. Gleichzeitig können gerade diese Technologien auch dabei helfen, Lösungen zu finden.
Städte wie Dubrovnik, Venedig und Kopenhagen arbeiten bereits mit digitalen Systemen, um den Andrang von Besucherinnen und Besuchern zu reduzieren, sie von den Hotspots zu den Coldspots zu locken oder die Touristenströme zumindest in Teilen vorhersehbar zu machen. Doch der Durchbruch für ein besseres Tourismusmanagement scheint damit nicht zu gelingen. Woran liegt das?
„Der Hauptgrund ist, dass Menschen reisen und sich vielleicht vorab nicht unbedingt informieren“, sagt Julian Reif. Er ist Professor am Deutschen Institut für Tourismusforschung der Fachhochschule Westküste im schleswig-holsteinischen Heide und forscht schon länger zu digitalem Besuchermanagement. Er meint, dass man sich als Tourist oder Touristin zwar informiere, wo man übernachte und abends essen gehe, aber zu selten darüber, ob und vor allem wann die Highlights vor Ort besonders frequentiert seien.
Perspektivwechsel: Den Gast im Fokus — den Einheimischen auch
Doch so einfach ist es natürlich nicht. Auch die Städte selbst müssen sich Lösungen überlegen.
„Wir sehen auch die Reiseziele in der Verantwortung, mit dem vorhandenen Wissen und den Daten, die sie durch diesen Ausbau an smarten Destinations generieren, eben auch richtige Ableitungen zu treffen“, meint Julian Reif.
Welche Ableitungen das im Detail sein sollten und warum es immer wichtiger wird, nicht nur die Gäste mit ihren Bedürfnissen im Blick zu haben, sondern auch die Einheimischen in die touristische Entwicklung eines Ortes einzubeziehen, darüber spricht Julian Reif in dieser neuen Folge des „brand eins Podcasts“ mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.

Aug 8, 2025 • 4min
Was läuft heute? | Everyone is f*cking crazy
Zwischen Therapie und Trauma
Derya (Via Jikeli), Malik (Arsenij Walker), Chloë (Maja Bons) und Schröder (Luise von Stein) haben nichts gemeinsam — außer, dass sie alle in Therapie bei Dr. Thomalla waren. Doch die liegt eines Tages tot vor ihrer Praxis. Und auf einmal stehen da vier junge Menschen, die beschließen: Wir machen das jetzt einfach selbst.
Derya übernimmt das Kommando und behauptet, die Assistentin von Dr. Thomalla gewesen zu sein — und lädt die anderen zur Gruppentherapie ein. Doch das ist einfacher gesagt, als getan.
Everyone is f*cking crazy — im besten Sinne
Die Serie zeigt vier Menschen, die alle ihre eigene Geschichte mitbringen: Malik kämpft mit Suchterkrankungen, Chloë mit Zwängen und Angststörungen, Schröder mit Aggressionen und ihrer eigenen Vergangenheit und Derya mit mehr, als sie selbst zugeben will. Schnell läuft das Projekt aus dem Ruder und niemand hat mehr die Kontrolle. Doch dabei entwickelt sich zwischen den Vieren auch eine Verbindung, die man fast schon eine Freundschaft nennen könnte.
„Everyone is f*cking crazy“ ist eine Miniserie, die versucht, psychische Erkrankungen nicht zu trivialisieren — aber eben auch nicht zu ernst zu behandeln. Ihr findet alle acht Folgen jetzt in der ARTE-Mediathek.
Was läuft heute?
Wir bringen Licht in den Streaming-Dschungel. In „Was läuft heute?“ klicken wir uns durch Mediatheken und Streaminganbieter — damit ihr es nicht tun müsst. Unsere Empfehlungen findet ihr täglich überall dort, wo es Podcasts gibt.

Aug 7, 2025 • 23min
Forschungsquartett | Mykorrhiza: Wie Pilze und Pflanzen zusammenarbeiten
Das Forschungsquartett — dieses Mal in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft
Mykorrhiza-Symbiose: eine hochspezialisierte Zusammenarbeit
Die meisten Pilze, die für Pflanzen wichtig sind, sieht man nie. Sie bilden keine Fruchtkörper wie Steinpilze oder Pfifferlinge, sondern existieren fast ausschließlich als feine, spinnwebenartige Hyphen unter der Erde. Die sogenannten Mykorrhiza-Pilze können der Pflanze dabei helfen, mehr Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Diese Nährstoffe können die Pilze auch selbst zwischenspeichern, bevor sie der nächste Regen wegspülen würde. Das bringt nicht nur den Pflanzen etwas, sondern verhindert auch, dass die Stoffe im Dünger in Flüssen oder Seen landen, wo sie der Natur schaden können.
Die Arbeitsgruppe „Wurzelbiologie und Mykorrhiza“ am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie erforscht die Mechanismen, die der Bildung einer arbuskulären Mykorrhiza zugrunde liegen. Bei der arbuskulären Mykorrhiza wächst der Pilz bis in die Pflanzenzellen hinein und bildet dort bäumchenartige Strukturen (Arbuskel), über die er die Nährstoffe wie Phosphat liefert und im Gegenzug von der Pflanze Zucker und Fette bekommt. Die Kommunikation und der Stoffaustausch sind so komplex, dass die Pflanzenzelle dafür ihre innere Struktur umbauen muss. „Diese Pilze bilden ein fast durchsichtiges Hyphen-Netzwerk, das so fein ist wie Spinnweben. Sie bilden nur ganz kleine Sporen, die direkt an den Hyphen hängen wie kleine Weintrauben. Sie sind ungefähr so groß wie ein Viertel Stecknadelkopf“, erklärt Prof. Caroline Gutjahr, Direktorin am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie.
Potenzial für Landwirtschaft und Medizin
Mykorrhizapilze werden bereits in der Biolandwirtschaft eingesetzt, um Nutzpflanzen robuster zu machen oder deren Nährstoffaufnahme zu verbessern. Dünger kann man somit zwar nicht komplett weglassen, aber bereits bei deutlich geringeren Konzentrationen kann die Pflanze somit mehr davon aufnehmen. Manche Pflanzen, wie die für Lakritze verwendete Süßholzwurzel, produzieren unter Pilzeinfluss auch mehr medizinisch wirksame Inhaltsstoffe. Ein Ansatz, der neue Wege in nachhaltiger Landwirtschaft und Pflanzenmedizin eröffnen könnte. „Unsere Nutzpflanzen sind eher darauf gezüchtet worden, mit viel Kunstdünger gedüngt zu werden. Sie sind sozusagen ‚verwöhnt‘ und nicht auf Symbiosen optimiert. Aber man hat die Hoffnung, dass durch diese Symbiosen Kunstdünger eingespart werden könnte“, so Prof. Gutjahr.
Wie funktioniert die Symbiose zwischen Pflanzenwurzeln und Mykorrhizapilzen? Wie kommunizieren Pilz und Pflanze miteinander, um ihre Symbiose einzugehen und aufrechtzuerhalten? Und welche Chancen bietet das für eine nachhaltige Landwirtschaft? Darüber hat Prof. Caroline Gutjahr, Direktorin der Abteilung „Wurzelbiologie und Symbiose“ am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, mit detektor.fm-Redakteur Eduard Bär im „Forschungsquartett“ gesprochen.


