Archivradio – Geschichte im Original

SWR
undefined
Mar 8, 2019 • 3min

Berliner Märzkämpfe: Noske lässt Aufständische niederschießen | 13.3.1919

Hintergrund Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sind die bekanntesten Opfer des brutalen Machtkampfs, der in Deutschland nach der Novemberrevolution 1918 einsetzte. Sozialdemokraten und Kommunisten hatten zwar den Kaiser zum Abdanken gebracht, aber nach dem Ende der Monarchie war die Sozialdemokratie tief gespalten. Sozialdemokratie in Deutschland ist gespalten Sozialdemokraten und Kommunisten hatten zwar den Kaiser zum Abdanken gebracht, aber die Sozialdemokratie war tief gespalten. Auf der einen Seite: Die etablierten SPDler der "MSPD" unter Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann und Gustav Noske. Sie strebten nach der Abdankung des Kaisers Neuwahlen an, um rasch wieder geordnete Verhältnisse herzustellen. Diesen "Mehrheitssozialdemokraten" stand die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) gegenüber, die sich von der SPD abgespalten hatte. Sie wollte grundlegend andere Verhältnisse. Hinter ihr versammelte sich die Arbeiterschaft und die Revolutionäre. Sie wollten mehr Verstaatlichung und eine Entmachtung des Militärs. Auch der links-marxistische Spartakusbund gehörte dazu. Spartakusaufstand wird im Januar 1919 niedergeschlagen Die Auseinandersetzung zwischen MSDP und USDP eskalierte zunächst in einem Generalstreik im Januar 1919, dem sogenannten Spartakusaufstand. Am 6. Januar übergab Friedrich Ebert das Kommando über die Berliner Truppen an Gustav Noske. Der konnte gemeinsam mit den sogenannten Freikorps den Januaraufstand beenden. Mehrere hundert Aufständische wurden bei erschossen. In den darauffolgenden Tagen begann die Verfolgung der Beteiligten. Im Zuge dieser Verfolgungen wurden schließlich auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar ermordet. Weitere vier Tage später, am 19. Januar fanden die Wahlen zur Nationalversammlung statt – auch die Frauen durften zum ersten Mal wählen. Neue Unruhen im März 1919 Im März brachen die Unruhen wieder los – diesmal gingen sie auch über Berlin hinaus. Am 9. März erließ Noske einen Schießbefehl gegen die Spartakisten – was er in der Tonaufnahme begründet. 1.200 Menschen starben in den Kämpfen. Am 13. März 1919 hielt Gustav Noske eine Rede vor der Nationalversammlung, in der er den Sieg über die Aufständischen verkündete und sein Vorgehen verteidigte. Transkript der Ansprache von Gustav Noske "Ich kann mitteilen, dass der Aufstand niedergeschlagen ist! Dazu hat beträchtlich ein Erlass beigetragen, den ich schweren Herzens am 9. abends unterzeichnet habe. Er lautet: Jede Person, die mit den Waffen in der Hand gegen Regierungstruppen kämpfend angetroffen wird, ist sofort zu erschießen. In höchster Not habe ich mich zu dieser Anordnung entschlossen. Aber ich durfte die Abschlachtung von einzelnen Soldaten nicht weiter dauern lassen. Ich gedenke tief erschüttert und ehrend der wackeren Männer, die in diesen Schreckenstagen für die Ruhe und die Sicherheit im Lande ihr Leben gelassen haben. Grausen muss jeden fühlenden Menschen packen bei der Erinnerung an eine viehische Bestialität, mit der eine Anzahl von Soldaten dahingemordet worden sind. Es steht fest, dass Bestien in Menschengestalt sich ausgerast haben wie Amokläufer. Ich musste den Versuch machen, dieser Bestialität Einhalt zu tun durch die Androhung härtester Abschreckungsmittel. Die Ansichten der Juristen über die rechtliche Zulässigkeit der Verfügung gehen auseinander. Ich lasse mich auf juristische Zipfeleien nicht aus. Wenn in den Straßen Berlins Tausende Menschen die Waffen gegen die Regierung führen, Mörder und Plünderer Orgien feiern besteht ein Zustand außerhalb jedes Rechts. Die Staatsnotwendigkeit gebot so zu handeln, dass so rasch wie möglich wieder Ordnung und Sicherheit hergestellt wurden. Getan habe ich, was gegenüber dem Reiche und dem Volke für meine Pflicht gehalten wurde."
undefined
Feb 19, 2019 • 28min

Der Amoklauf von Winnenden und seine Folgen | Archivradio-Gespräch

2009 tötete ein 17-Jähriger im schwäbischen Winnenden 15 Menschen. Die Tat hatte Folgen für seine Familie und das Waffenrecht in Deutschland. Christoph König im Archivradio-Gespräch mit Knut Bauer (SWR 2019)
undefined
Feb 19, 2019 • 3min

Schüler schreiben ein Buch nach dem Amoklauf von Winnenden | 11.3.2013

Vier Jahre nach dem Amoklauf kämpfen die Zeugen des Amoklaufs weiter mit den Erinnerungen. Einige Schüler und Schülerinnen haben zusammen mit einer Lehrerin ein Buch geschrieben, um nicht dauernd über den Amoklauf reden zu müssen. – Ein Weg, mit dem Trauma weiterzuleben.
undefined
Feb 19, 2019 • 7min

Der Prozess gegen den Vater des Amokschützen von Winnenden beginnt | 16.9.2010

Im Stuttgarter Landgericht treffen die Angehörigen der Opfer im September 2010 zum ersten Mal auf den Vater des Amokschützen. Vorab bekommt der Angeklagte Morddrohungen. Erinnerungen kommen hoch, die Stimmung im Gerichtssaal ist angespannt.
undefined
Feb 19, 2019 • 4min

Brauchen wir ein schärferes Waffenrecht? | 13.5.2009 | Amoklauf von Winnenden

SWR1 Rheinland-Pfalz befasst sich im Mai 2009 mit der Frage, ob nach dem Amoklauf von Winnenden Waffenbesitzer schärfer kontrolliert werden müssten. Der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen, ist dafür. Der Vizepräsident des Deutschen Schützenbunds, Jürgen Kohlheim, ist dagegen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei stellt fest, die Zunahme von Gewalt in der Gesellschaft lasse sich nicht mit einem verschärften Waffenrecht aus der Welt schaffen.
undefined
Feb 19, 2019 • 4min

Was dürfen die Medien? | 19.3.2009 | Amoklauf von Winnenden

Einige Tage nach dem Amoklauf in Winnenden ist eine Debatte über die Berichterstattung entbrannt. War es nötig, trauernde Angehörigen zu zeigen und bei den Nachbarn zu klingeln? SWR1 Thema heute befasst sich am 19. März 2009 mit den Rückmeldungen der Hörerinnen und Hörer und lässt Kollegen aus anderen Medien zu Wort kommen.
undefined
Feb 19, 2019 • 47min

Erste Pressekonferenz nach dem Amoklauf in Winnenden | 11.3.2009

Am 11. März 2009 treten gegen 18 Uhr unter anderem Heribert Rech, der Innenminister von Baden-Württemberg, und Landespolizeipräsident Erwin Hetger vor die Presse. Der Fernsehsender Phoenix überträgt die Pressekonferenz. Ausschnitte daraus werden in verschiedenen Hörfunkwellen übernommen.
undefined
Feb 19, 2019 • 17min

Am Abend nach dem Amoklauf in Winnenden | 11.3.2009

In der Sendung "Thema des Tages" fassen die Kollegen von SWR4 Baden-Württemberg zusammen, was sie am Abend des 11. März 2009 über den Amoklauf zusammengetragen haben. Polizei und Behörden kommen zu Wort, dazu ein Polizei-Psychologe, Politiker sprechen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Eine Schülerin schildert die Tat aus ihrer Sicht und ein Reporter fragt die Nachbarn nach dem Amokläufer Tim K. und seiner Familie.
undefined
Feb 19, 2019 • 2min

Live-Reportage aus Wendlingen | 11.3.2009 | Amoklauf von Winnenden

Der Täter ist inzwischen gefasst, der Amoklauf beendet. Doch noch sind die Einzelheiten der Tat und das Ausmaß nicht klar. SWR1 schaltet am frühen Nachmittag des 11. März zum Reporter in Wendlingen, der den Großeinsatz der Polizei schildert.
undefined
Feb 19, 2019 • 1min

Erste Nachrichtenmeldung des SWR zum Amoklauf in Winnenden | 11.3.2009

Um 9:33 Uhr geht bei der Polizei der erste Hilferuf vom Tatort in Winnenden ein. Kurz danach laufen die ersten Agenturmeldungen über den Ticker. Der SWR sendet die ersten Meldungen.

The AI-powered Podcast Player

Save insights by tapping your headphones, chat with episodes, discover the best highlights - and more!
App store bannerPlay store banner
Get the app