

Archivradio – Geschichte im Original
SWR
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog
Episodes
Mentioned books

Aug 29, 2022 • 2min
John F. Kennedy überzeugt den Kongress von der Mondmission | 25.5.1961
Der junge US-Präsident John F. Kennedy schwört die Nation auf den Wettlauf zum Mond ein.
Zunächst überzeugt er den Kongress, der die teuren Pläne genehmigen muss, mit seiner Rede vom 25. Mai 1961. Noch in den 1960er-Jahren will Kennedy einen Mann auf den Mond bringen und wieder gesund zurück zur Erde. Er will dazu die geeigneten Raumfahrzeuge und den Treibstoff entwickeln. Die gesamte Nation müsse sich dieser Aufgabe annehmen.

Aug 26, 2022 • 4min
Kurzhörspiel zum Vorstoß deutscher Truppen nach Paris | 26.8.1914 | Erster Weltkrieg
Kurzhörspiel zum Vorstoß deutscher Truppen nach Paris
Bei der Aufnahme handelt es sich um ein Kurzhörspiel, damals "Hörbild" genannt, zum Vorstoß deutscher Truppen nach Paris. "Kinder Kopf hoch / Singen wir mal was Lustiges / Ich bin ein lust’ger Grenadier / Jupheidi jupheida".
Aufgenommen wurde es am 26. August 1914, also kurz nach Kriegsbeginn. Ensemble Zono-Truppe. Zono-Phon war eine Schallplattenfirma in Berlin.
Hörbild
Soldatengesang: "Morgenrot"; "Ich bin ein lust'ger Grenadier" / Kriegsgeräusche / Unterhaltung der Soldaten: "Und wieder mit Hindenburg ... Und wir: Jeder Stoß ein Franzos', jeder Schuss ein Russ', jeder Tritt ein Brit'" / Gelächter, Zapfenstreich
Die Aufzeichnung enthält neben Musik auch militärische Kommandos und Schlachtengeräusche. Hörbilder waren auf Tonwalzen oder Wachsplatten gespeichert bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Es gab schon Aufnahmen von Spielszenen, kurzen Lesungen oder humoristischen Einlagen.
Das im Hörbild zitierte "Jeder Schuss ein Russ, jeder Stoß ein Franzos', jeder Tritt ein Brit', jeder Klaps ein Japs" ist Teil der deutschen Kriegspropaganda und fand sich auf vielen Postkarten und als Aufschrift auf Transportwaggons der deutschen Armee.
Deutscher Vormarsch kommt schnell zum Stehen
Der schnelle deutsche Vormarsch kam kurz vor Paris in der ersten Septemberwoche 1914 an der Marne zwischen Chantilly und Meaux zum Stehen. Es gelang dem deutschen Generalstab nicht, Kommando- und Nachschubprobleme zu lösen, mit denen die Truppen auf ihrem Vormarsch durch Nordfrankreich zu kämpfen hatten. Als sie die Marne erreichte, war die deutsche Armee ausgebrannt, während die französischen Truppen nach zwei Wochen des Rückzugs den Gegenangriff planen konnten.
Ensemble: Zono-Truppe (Zono-Phon war eine Schallplattenfirma in Berlin)Aufnahmedatum: 26.8.1914Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

Aug 26, 2022 • 2min
Sigmund Jähn: erster Deutscher im All | 26.8.1978
Baikonur, 26. August 1978. Sigmund Jähn aus der DDR startet als erster Deutscher ins Weltall. An Bord der sowjetischen Sojus 31 fliegt er zusammen mit dem Kosmonauten Waleri Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6.
Sigmund Jähn ist von seiner Ausbildung her Jagdflieger der Nationalen Volksarmee. Einen Tag nach dem Start meldet er sich zur ersten Bordreportage.
Nach Jähns Rückkehr: Empfang bei DDR-Staatschef Honecker

Aug 23, 2022 • 6min
Interview mit einem SS-Unteroffizier nach der Befreiung von Bergen-Belsen | 15.4.1945
Lieber an die Front als Dienst im Konzentrationslager?
Nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen befragt BBC-Reporter Patrick Gordon Walker einen 35-jährigen Unterscharführer der SS namens Joachim Wolf. Unterscharführer war der niedrigste Offiziersrang in der SS. Wolf berichtet von seinen Erlebnissen in Auschwitz, Dachau und Bergen-Belsen, wo er erst seit 14 Tagen sei. Er sei entsetzt über den Zustand der Insassen und das, was er dort erleben musste.
Am Ende bestätigt Wolf, dass viele in der SS, auch er, sich für einen Fronteinsatz gemeldet hätten, um einem Einsatz im Konzentrationslager zu entkommen.
Aus den Unterlagen in Bergen-Belsen ist bekannt, dass Wolf nicht erst 14 Tage, sondern schon etwa vier Monate in Bergen-Belsen war.
Nach der Befreiung des Lagers wurde er wie andere SS-Mitarbeiter dafür eingesetzt, die Leichen der Toten in Massengräbern zu beerdigen. Wolf starb kurz darauf, am 30. Mai 1945, an Typhus.
Interviewer Patrick Gordon Walker wird später britischer Minister
Der Interviewer, Patrick Gordon Walker wiederum wurde später britischer Außen- und Bildungsminister. In einer weiteren Aufnahme im SWR2 Archivradio befragt er zwei Mädchen unmittelbar nach ihrer Befreiung aus Bergen-Belsen.

Aug 13, 2022 • 11min
Olympia-Attentat (4): Radio DDR über "israelische Aggression" und Neofaschismus in Bayern | 6.9.1972
DDR-Kommentator Krause bekundet Solidarität mit den arabischen Staaten
Auch der DDR-Rundfunk berichtete über die Olympischen Spiele 1972 in München, aber wie bei fast allen Themen mit einem etwas anderen Akzent als die bundesdeutsche Presse. Den Terroranschlag verurteilt Kommentator Udo Krause, aber nicht ohne die Solidarität mit den arabischen Staaten gegenüber der "israelischen Aggression" zu betonen. Soweit der Kommentar von Udo Krause in Radio DDR.
Sender berichtet über Aktivitäten von Neonazis während der Spiele in München
In einem weiteren Bericht macht der Sender auf die Umtriebe von Neonazis am Rande der Olympischen Spiele aufmerksam und kritisiert die Untätigkeit der bayerischen Behörden. Nicht erwähnt wird – was heute bekannt ist: dass die palästinensischen Terroristen von München Unterstützung aus der Neonazi-Szene hatten.
Im Bild: Die israelische Olympiamannschaft gedenkt am 1.9.1972 beim Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau der Opfer des nationalsozialistischen Terrors und legt einen Kranz nieder. Vier Tage später sind die israelischen Sportler selber Opfer eines Terroranschlags.

Aug 13, 2022 • 18min
Olympia-Attentat (3): Befreiung gescheitert, alle Geiseln tot | 6.9.1972
Alle Geiseln und ein Polizist sterben
Die israelischen Geiseln konnten nicht gerettet werden. Sie kamen alle beim Befreiungsversuch der bayerischen Polizei ums Leben.
Bruno Merk und Hans-Dietrich Genscher treten vor die Presse
Es gab in der Nacht noch eine Pressekonferenz mit Bayerns Innenminister Bruno Merk und Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher – beide hatten sich zusammen mit anderen Verantwortlichen am Vortag vergeblich den Terroristen als Ersatz-Geiseln im Austausch für die israelischen Sportler angeboten. Nun haben sie das Scheitern der Rettungsaktion bekanntgegeben.
Das ist der neue Stand, am Morgen des 6. September. Die erste Sendestunde des Südwestfunks zwischen 5 und 6 Uhr besteht im wesentlichen aus einer ständigen Wiederholung der Nachrichten sowie zwischendurch der Stellungnahmen von Merk und Genscher.
Diese Folge bringt Auszüge aus der Stunde zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Franz Meindl, der am Vorabend bis Mitternacht moderiert hat, ist erneut im Studio.

Aug 13, 2022 • 37min
Olympia-Attentat (2): Die Nacht am Flughafen Fürstenfeldbruck | 5.9.1972
Palästinensische Terroristen fliehen mit Geiseln nach Fürstenfeldbruck
In der Nacht vom 5. zum 6.9.1972 gelangen die palästinensischen Terroristen mit den israelischen Geiseln mit zwei Helikoptern des Bundesgrenzschutzes zum Flughafen Fürstenfeldbruck. Dort wartet eine Boeing 727. Bevor Terroristen und Geiseln ins Flugzeug wechseln können, kommt es zu einem Schusswechsel.
Am Flughafengelände haben sich tausende von Schaulustigen und etliche Journalisten versammelt.
Chaotische Lage, teils falsche Berichte
Die Lage ist unübersichtlich. Die Hörfunkprogramme des Südwestfunks haben sich zusammengeschaltet. In dieser Folge hören Sie Beiträge, die abends zwischen 20 Uhr und Mitternacht gelaufen sind, bevor das ARD-Nachtprogramm beginnt. Die Moderatoren Wolfram Kreiker und Franz Meindl bitten zwischendurch um Verständnis, dass sich die Sendung mal zur Tagesschau schaltet, mal ins ZDF, mal zu den Reportern des Bayerischen Rundfunks in München. Dies sei sicherlich verwirrend, aber man versuche nun mal, die neuesten Informationen zu bekommen.
Die sind aber teilweise falsch. So klingt es zwischendurch so, als seien die Geiseln in Sicherheit gebracht worden – wie man heute weiß, konnte davon keine Rede sein.

Aug 13, 2022 • 37min
Olympia-Attentat (1): Die Geiselnahme – Berichte vom Tag | 5.9.1972
Die "heiteren Spiele" von München enden abrupt
10 Tage lang waren die Olympischen Spiele in München 1972 das, was sie eigentlich sein sollten: Ein friedliches internationales Sportereignis. Am Morgen des 5. September 1972 ändert sich das schlagartig.
Terroristen des "Schwarzen September" töten zwei israelische Sportler
Palästinensische Terroristen der Organisation "Schwarzer September" dringen ins Quartier der israelischen Mannschaft ein, töten zwei der Sportler, den Ringertrainer Moshe Weinberg sowie den Gewichtheber Josef Romano. Neun weitere nehmen sie als Geiseln.
Die ersten Informationen dazu kamen im Radio um kurz nach 7 Uhr vom Sportreporter des BR Hans-Albert Kraeft.
Statt Information zunächst skurrile Pressekonferenz mit Mark Spitz
Pressesprecher der Olympischen Spiele ist damals Hans Klein, der meist Johnny Klein genannt wird und später einmal Bundesentwicklungsminister werden sollte. Ob es eine Pressekonferenz geben würde, wird er an jenem Morgen gefragt. Er tut erstmal unwissend. Welche Pressekonferenz, fragt er zurück? Die von Mark Spitz?
Mark Spitz, der berühmte Schwimm-Weltmeister hat tatsächlich für diesen Tag eine Pressekonferenz angekündigt, zum Ende seiner Karriere. Diese Pressekonferenz findet auch statt, gerät aber angesichts der Umstände etwas bizarr. Schließlich gibt Olympia-Pressechef Hans Klein doch noch eine Erklärung ab zum Stand der Dinge.
Israel fordert Abbruch der Spiele
Der nächste Bericht: Korrespondent Zwie Schnabel schildert die Reaktionen in Israel.Interview mit Mursi el Shavi, Chefredakteur einer großen arabischen Zeitung.Israel fordert unterdessen den Abbruch der Spiele.
12 Uhr, das Ultimatum verstreicht – doch zunächst passiert nichts weiter. Kurz vor 13 Uhr meldet sich Reporter Michael Korth wieder.
Die Bundesregierung trifft sich zu einer Sondersitzung. Regierungssprecher Conrad Ahlers über das Ergebnis.
Veranstaltungen für diesen Tag abgesagt: Kanzler Brandt tritt vor die Presse
Um 15:38 Uhr erklärt IOC-Präsident Avery Brundage den Abbruch der Spiele. Um 16 Uhr gibt Olympia-Pressesprecher Johnny Klein eine weitere Erklärung ab.
Schließlich, kurz vor 20 Uhr, tritt auch Bundeskanzler Willy Brandt vor die Presse.
"Verständlicherweise ist auch die Frage aufgetaucht, ob die Olympischen Spiele nicht überhaupt abgebrochen werden sollten. Ich darf dem dafür zuständigen Internationalen Olympischen Komitee nicht vorgreifen, möchte aber mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg halten. Ich meine, es darf nicht Schule machen, dass eine Gruppe rücksichtsloser Extremisten darüber bestimmen kann, ob große internationale Veranstaltungen stattfinden können oder nicht. Die heiteren Spiele sind zu Ende. Was das bedeutet, werden viele von uns noch gar nicht ermessen können. In diesen Stunden und Tagen haben wir uns nun neu zu bewähren."
Quelle: Bundeskanzler Willy Brandt

Aug 13, 2022 • 11min
"Der Dicke muss weg!" – Demonstration gegen das Saarstatut | 13.8.1955
Sie protestieren gegen eine Veranstaltung der Befürworter des Saarstatuts, wonach das Saarland eine europäische Region werden soll. Die Stimmung ist angespannt. Parolen aus den 1930er-Jahren werden angestimmt.
Mit "der Dicke" war Ministerpräsident Johannes Hoffmann von der Christlichen Volkspartei (CVP) gemeint, der aus Sicht der Demonstranten dem Beitritt zur Bundesrepublik entgegenstand.
Quelle: Archiv des Saarländischen Rundfunks

Aug 13, 2022 • 1h 22min
"Für Europa!" – Die "Ja-Sager" bekennen sich zum Saarstatut | 13.8.1955
Währenddessen haben sich die Gegner vor dem Gebäude zu einer Gegendemonstration versammelt. Einige der Gegner haben es auch in den Saal geschafft und versuchen, die Redner zu stören. Es kommt zu Tumulten. In den Reden begründen die "Ja-Sager" ihre Zustimmung zum Saarstatut und wehren sich gegen den Vorwurf, Separatismus zu betreiben.
Sprecher: Peter Zimmer, Präsident des saarländischen LandtagsArchiv des Saarländischen Rundfunks


