

Archivradio – Geschichte im Original
SWR
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog
Episodes
Mentioned books

Apr 26, 2023 • 4min
Landesschützentreffen nach dem Amoklauf von Winnenden | 26.4.2009
Nur wenige Wochen nach dem Amoklauf in Winnenden treffen sich die Schützenvereine im April 2009 zum Landesschützentreffen. Der Verband verzichtet diesmal auf den traditionellen Umzug und das Böllerschießen.
Dennoch gibt es Kritik aus der Bevölkerung, und an den Schulen im Land sind Hobbyschützen nicht überall gerne gesehen.
Die Schützen selbst fühlen sich zu Unrecht unter Generalverdacht. Die Stimmung ist gereizt.

Apr 25, 2023 • 37min
"Stern" veröffentlicht angebliche Hitler-Tagebücher | 25.4. bis 11.5.1983
Chefredakteur des "Stern" betont sorgfältige Prüfung der Tagebücher
Am 25. April 1983 lädt der "Stern" zu einer internationalen Pressekonferenz und verkündet: Bislang unbekannte Tagebücher Adolf Hitlers seien aufgetaucht und der "Stern" werde sie jetzt veröffentlichen. Die Tagebücher würden bereits 1932, vor Hitlers Machtübernahme, beginnen, die letzten Aufzeichnungen stammten von Mitte April 1945, also kurz vor Hitlers Tod.
An diesen Tagebüchern gibt es von Anfang an Zweifel – allerdings nicht beim Chefredakteur des "Stern", Peter Koch, der auf der Pressekonferenz die sorgfältigen Prüfungen durch seine Redaktion betont.
Wem "gehören" Hitlers Tagebücher?
Noch am Tag der Pressekonferenz wird die Frage aufgeworfen, wem die Tagebücher gehören. Antwort: Dem Freistaat Bayern, ähnlich wie bei Hitlers Buch "Mein Kampf". So erklären es jedenfalls auf einer Pressekonferenz der Sprecher des Bundesinnenministeriums Wikhard Härtel und Regierungssprecher Dieter Stolze.
Daher muss Bayern der Veröffentlichung der vermeintlichen Tagebücher zustimmen. Diese Entscheidung fällt am nächsten Tag, dem 26. April 1983: Der "Stern" darf die Texte unter bestimmten Bedingungen veröffentlichen.
Der Name des Fälschers wird bekannt: Konrad Kujau
Keine zwei Wochen später, am 6. Mai 1983, erklärt das Bundesarchiv in Koblenz die Hitler-Tagebücher für gefälscht. Für den "Stern" ist es ein Debakel.
Damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Der verantwortliche Stern-Redakteur Gerd Heidemann wird entlassen und erzählt dem NDR seine Geschichte. Am 11. Mai 1983 taucht nun erstmals auch der Name des eigentlichen Fälschers in den Medien auf, Konrad Kujau. Die Spuren führen nach Stuttgart und Umgebung.
Die Chefredaktion des Stern trat nach der Affäre zurück. Die Auflage des Stern brach zumindest für ein paar Monate deutlich ein.
Hier zu hören sind Berichte von jenem 25. April bis zum 11. Mai 1983, als nicht nur die Tagebücher als Fälschung entlarvt sind, sondern auch der Name des Fälschers bekannt wird.

Apr 25, 2023 • 5min
Bundespräsident Heuss: Badener und Schwaben müssen miteinander leben | 25.4.1950
Neuordnung im Südwesten: Zusammenschluss oder Wiederherstellung?
Nachdem die Besatzungsmächte eine Neuordnung der Länder im Südwesten ins Spiel gebracht haben, ist bald klar, auf welche Möglichkeiten es hinauslaufen würde: entweder auf einen Zusammenschluss – also einen Südweststaat. Oder, wofür sich vor allem das Land Baden stark machte: die Wiederherstellung von Baden in den Grenzen von 1933 – also inklusive Nordbaden.
Bundespräsident Theodor Heuss über seine Sympathien
Einig war man sich, dass eine Volksabstimmung darüber entscheiden sollte. Uneinigkeit bestand darüber, was genau gefragt und wie am Ende ausgezählt werden soll: nach Ländern getrennt oder alle zusammen?
1950 wird zunächst eine informative Volksbefragung, also eine Art Probeabstimmung durchgeführt. Dieser geht ein heftiger Wahlkampf voraus, in den sich auch Theodor Heuss einschaltet. Eigentlich ist er schon Bundespräsident und sollte über den Dingen stehen, aber in dieser launigen Rede am 25. April 1950 hört man dem Schwaben an, welche Lösung ihm die sympathischste wäre.

Apr 25, 2023 • 1h 1min
Der Südweststaat wird gegründet – Schwarzer Freitag für die CDU | 25.4.1952
Erster Ministerpräsident: Reinhold Maier von den Liberalen
Ein knappes halbes Jahr ist vergangen seit der Volksabstimmung für den Südweststaat. Damit er verwirklicht werden kann, wird eine verfassungsgebende Landesversammlung ins Leben gerufen. Auf der vierten Sitzung am 25. April 1952 wird der liberale Reinhold Maier zum Ministerpräsidenten gewählt. Im Anschluss erklärt er offiziell die Vereinigung der drei vorherigen Länder zu einem Südweststaat und ernennt sein Kabinett.
CDU landet in der Opposition
Die CDU kommt darin nicht vor: Obwohl stärkste Partei, landet sie unerwartet in der Opposition. In der anschließenden turbulenten Aussprache kündigt die CDU schärfsten Widerstand an.
Reporter dieses Ereignisses ist der spätere Intendant des Süddeutschen Rundfunks Hans Bausch.
Die Regierung unter Reinhold Maier ist eine provisorische. Maier wird bei den Bundestagswahlen im kommenden Jahr abgestraft und muss 1953 den Posten des Ministerpräsidenten für Gebhard Müller (CDU) räumen.
"Südweststaat" soll nicht der endgültige Name bleiben
Die Arbeit der Verfassunggebenden Versammlung geht weiter. Denn noch hat das neue Bundesland keinen endgültigen Namen. Niemand will, dass es auf Dauer „Südweststaat“ heißt. Aber die endgültige Entscheidung darüber fällt erst anderthalb Jahre später.

Apr 19, 2023 • 7min
Himalaya-Forscher Dyhrenfurth über den "Schneemenschen" alias Yeti | 19.4.1952
Der Südwestfunk befragt den Himalaya-Forscher Prof. Günter Oskar Dyhrenfurth zum mysteriösen Schneemenschen, der später allgemein als Yeti bezeichnet wird.
Einige Monate vor dem Interview wurden erneut Spuren dieses mutmaßlichen Wesens gesichtet, das als halb Tier, halb Mensch beschrieben wird. Dyhrenfurth schlägt zur weiteren Erforschung eine Expedition vor, inklusive Jäger.
"Eine der Weltsensationen, die die erste Mount Everest Expedition im Jahre 1921 mitbrachte, war ein fantastisch klingender Bericht über wilde Schneemenschen, deren Spuren man oben im Mount Everest Gebiet über 6000 Meter hoch, also weit über der Waldgrenze, und im ewigen Schnee und Eis gefunden habe.
Ein englischer Journalist, Mr. Henry Newman, hat damals die Träger, die Eingeborenen, befragt und gab eine genaue Beschreibung dieser wilden Menschen, die von den Eingeborenen gesehen worden sind: Ihre Füße seien einwärts gestellt, um sie besser zum Klettern zu befähigen und ihr Haar sei so lang, dass es ihnen beim Abwärtsgehen über die Augen falle."

Apr 18, 2023 • 10min
Der Dalai Lama flieht nach Indien – Heinrich Harrers Live-Reportage | 18.4.1959
Von den chinesischen Besatzern unter massiven Druck gesetzt, flieht der 14. Dalai Lama am 17. März 1959 nach Indien. Einen Monat später kommt er in der Stadt Tezpur im indischen Bundesstaat Assam an und wird feierlich begrüßt.
Wir hören den berühmten Bergsteiger Heinrich Harrer, seit seinem Tibet-Aufenthalt ein Freund des Dalai Lama, in einer Live-Reportage. Sie besteht aus zwei Teilen; der Anfang spielt am 18. April 1959 in Tezpur. Von dort fährt der Dalai Lama weiter mit dem Zug nach Siliguri in Westbengalen. Dort setzt sich die Reportage fort.

Apr 18, 2023 • 8min
Heinrich Harrer über seine "Sieben Jahre in Tibet" | 11.12.1957
Interview mit dem Bergsteiger Heinrich Harrer. Harrer hatte damals schon sein Buch "Sieben Jahre in Tibet" geschrieben, das viele heute vor allem durch den gleichnamigen Film mit Brad Pitt kennen.
In diesem Gespräch mit Interviewer Helmut Greulich erzählt er die Geschichte.

Apr 13, 2023 • 9min
Gründungsparteitag der AfD | 14.4.2013
2013 gründet sich die Partei "Alternative für Deutschland", kurz AfD. Was die Gründer verbindet, ist ihre Ablehnung des Euro. Hintergrund ist die vorangegangene Finanzkrise und die europäische Unterstützung für Krisenländer wie Griechenland. Die gemeinsame Währung, so die Überzeugung der Parteigründer, habe die Krise nur noch verschärft.
Erster Vorsitzender wird der Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke. Weitere prominente Unterstützer findet die Partei im ehemaligen BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel, im ehemaligen FAZ-Herausgeber Konrad Adam oder im aus der hessischen CDU ausgetretenen Politiker Alexander Gauland.
Der Gründungsparteitag am 14. April in Berlin ist geprägt von Aufbruchstimmung und dem Bemühen, keinen rechts-nationalistischen Eindruck zu hinterlassen. Man sei weder links noch rechts, man sei vielmehr anders, so die Devise – und man zeigt sich enttäuscht von den etablierten, wie man sie auf dem Parteitag schon nennt: "Altparteien".
Parteichef Bernd Lucke bleibt zwei Jahre an der Spitze, 2015 muss dann den Posten für Frauke Petry räumen, die ebenfalls bald gestürzt wird. 2017 zieht die AfD in den Bundestag ein. Ihre haben sich seitdem immer weiter ins rechtsnationalistische Spektrum verschoben. 2021 stuft sie das Bundesamt für Verfassungsschutz als extremistischen Verdachtsfall ein. Vom einstigen Spitzenpersonal haben viele die AfD inzwischen verlassen.

Apr 7, 2023 • 3min
Sprengung der Kühltürme am AKW Philippsburg | 14.5.2020 | Kernenergie
40 Jahre lang hat das Kernkraftwerk Philippsburg Strom geliefert. Ende 2019 wurde es, wie beschlossen, abgeschaltet. So wird am 14. Mai 2020 der Atomausstieg sichtbar und hörbar: Die sorgar vom Schwarzwald aus sichtbaren Kühltürme werden gesprengt.
Quelle: W0916250

Apr 7, 2023 • 27min
Angela Merkel erklärt Atomausstieg nach der Katastrophe von Fukushima | 9.6.2011 | Kernenergie
Drei Monate nach der Katastrophe in Fukushima beschließt die Bundesregierung den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland bis 2022.
In ihrer Regierungserklärung vom 9. Juni 2011 skizziert Bundeskanzlerin Merkel den Weg in ein neues Energiezeitalter.


