

BR24 Medien
Bayerischer Rundfunk
Medien entscheiden mit, wie wir die Welt sehen. Deshalb drehen wir es um und sehen uns Medien und deren Rahmenbedingungen genauer an. Jede Woche nehmen wir uns in BR24 Medien ein Thema intensiv vor: Welche Herausforderungen gibt es bei der Pressefreiheit - auch in Deutschland? Wie steht es um das Vertrauen in Medien? Ist Künstliche Intelligenz ein Risiko oder die ersehnte Lösung? Welche Ideen, Veränderungen und Fehlentwicklungen gibt es in der Medienbranche? Natürlich berichten wir dabei auch kritisch über uns selbst: Über das öffentlich-rechtliche System und den Rundfunkbeitrag.
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Aug 26, 2022 • 30min
rbb-Skandal: Wie die Rundfunkaufsicht besser organisiert werden könnte
Der Skandal um den rbb und die inzwischen fristlos gekündigte Intendantin Patricia Schlesinger sowie den zurückgetretenen Verwaltungsratsvorsitzenden Wolf-Dieter Wolf haben eines gezeigt: Die Rundfunkaufsicht beim rbb hat eindeutig versagt. Der Verwaltungsrat hat weder die Intendantin, wie es seine Aufgabe ist, noch seinen Vorsitzenden kontrolliert. Auch der Rundfunkrat hat nicht richtig gearbeitet - auch dessen Vorsitzende ist inzwischen zurückgetreten. Wie sieht das bei anderen Rundfunkanstalten aus? Wir haben uns die Aufsichtsgremien beim BR genauer angeschaut und mit Verantwortlichen gesprochen.

Aug 20, 2022 • 37min
BR-Intendantin Wildermuth zur rbb-Affäre: "Besorgt mich sehr"
Nach der Abberufung der rbb-Intendantin Patricia Schlesinger äußert sich die Intendantin des Bayerischen Rundfunks, Katja Wildermuth, im BR24-Medienmagazin erstmals öffentlich zu den erhobenen Vorwürfen. "Das Vertrauen, das wir genießen, wird überschattet durch neue Enthüllungen, durch individuelle Verfehlungen - das besorgt mich sehr, macht mich auch ein Stück weit fassungslos und wütend", so Wildermuth.
Mit Blick auf den BR betont die Intendantin, dass schon weit vor den Enthüllungen um die rbb-Spitze einige Prozesse "nachgeschärft" worden seien, darunter das Vier-Augen-Prinzip bei externen Verträgen und die Compliance-Regeln. Beim rbb hatte ein Bonussystem für Führungskräfte für viel Kritik gesorgt, etwa beim Erreichen von Sparzielen. Dies gebe es beim BR nicht, betont sie. Wildermuth äußert sich auch zur Kritik am Vertrag der BR-Technikdirektorin Birgit Spanner-Ulmer und erläutert, welche Umbauten es in ihrem Büro nach ihrem Amtsantritt im Jahr 2021 gegeben hat.
Aktuelle Entwicklungen und Enthüllungen zum rbb-Skandal veröffentlicht der Sender auf seinen Seiten:https://www.rbb24.de/politik/rbb-ruecktritt-intendatin-krise.html
Diese 10 Baustellen muss die ARD nach Meinung von Konrad Weber angehen:https://konradweber.ch/2022/08/14/10-baustellen-der-ard/
Auch hier sind Thesen zu einer Reform der öffentlich-rechtlichen Sender formuliert:https://unsere-medien.de/
Hier sind Informationen zum Verwaltungsrat des BR zu finden:https://www.br.de/unternehmen/inhalt/organisation/verwaltungsrat/index.html
Hier sind Informationen zum Rundfunkrat des BR zu finden:https://www.br.de/unternehmen/inhalt/organisation/rundfunkrat/index.html

Aug 12, 2022 • 26min
Die Affäre um den rbb und die Folgen
Luxus, Protz, Vetternwirtschaft und dubiose Beraterverträge - am Ende waren die Vorwürfe gegen rbb-Intendantin Patricia Schlesinger so groß, dass sie zurücktreten musste, als ARD-Vorsitzende und als Chefin des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Zweite Hauptperson in dieser Affäre ist der bisherige Vorsitzende des rbb-Verwaltungsrates, Wolf-Dieter Wolf. Er war gleichzeitig Aufsichtsratschef der einflussreichen Messe Berlin. Von beiden Posten ist er nach einigem Zögern inzwischen zurückgetreten. Wolf und der Verwaltungsrat sollen eigentlich die Geschäftsführung der Intendantin kontrollieren - doch es gibt geschäftliche Verflechtungen zwischen Schlesinger und Wolf, so dass die Generalstaatsanwaltschaft Berlin inzwischen wegen des Verdachts auf Untreue und Vorteilsnahme ermittelt. Nicht nur der rbb, sondern der öffentlich-rechtliche Rundfunk generell stehen inzwischen in der Kritik.Themen
Wie geht der rbb mit dem Skandal Schlesinger/Wolf um, wie ist die Stimmung im Sender?Gespräch mit Dagmar Bednarek, rbb-Redakteurin und Freienvertreterin
Was bedeutet der rbb-Skandal für die ARD und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk?Gespräch mit Sissi Pitzer, BR Medienexpertin
Vetternwirtschaft, Filz und Luxus - der Fall SchlesingerVon Christine Auerbach

Aug 5, 2022 • 22min
"Nah dran, aber trotzdem kritisch" - Berichterstattung über Männer- und Frauenfußball
Ab diesem Wochenende rollt der Ball wieder in der Fußball-Bundesliga. In der der Männer. Die Frauen starten erst Mitte September, und nach der Begeisterung für die EM der Frauen wird es interessant sein, zu sehen, ob auch die Frauen-Bundesliga mehr Aufmerksamkeit bekommt. Den Männern ist diese seit Jahrzehnten gewiss. Der Profifußball hat sich längst zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Mit den größten Finanziers sind die Fernsehanstalten. Hier hat sich der Markt enorm entwickelt. Inzwischen teilen sich zwei Pay-TV-Anbieter die Live-Rechte an den über 300 Saisonspielen auf. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer wird es entsprechend teurer. Noch können sie allerdings ohne Zusatzkosten auf die Zusammenfassungen im Öffentlich-Rechtlichen bauen: auf die ARD-Sportschau am frühen, das ZDF-Sportstudio am späteren Samstagabend und auf die Dritten Programme der ARD, die am Sonntag ab 21.45 Uhr die Zusammenfassungen der Spiele zeigen. Wie steht es angesichts dieses großen Geschäfts um kritische Berichterstattung? Um Nähe und kritische Distanz zwischen Reportern und Sportlern? Wie viele Reporterinnen arbeiten inzwischen hinter dem Mikrofon? Antworten geben im BR24-Medienmagazin die SWR-Hörfunk-Reporterin Julia Metzner, die als erste Frau im vergangenen Jahr ein EM-Finale der Männer kommentiert hat, und Joscha Bartlitz, der seit rund zehn Jahren u.a. für die ARD-Sportschau über die Bundesliga berichtet.

Jul 29, 2022 • 25min
Warum die Medienbranche über soziale Herkunft sprechen muss
Bachelor, Master, drei bis fünf Praktika und danach ein redaktionelles Volontariat: Das gilt als klassischer Weg in die Medien. Der Journalismus ist mittlerweile sehr akademisch geprägt - und damit zu elitär? Welche Perspektiven gehen verloren? Wie wirkt es sich auf die Berichterstattung aus? Braucht es die Skills aus dem Studium zwingend, um guten Journalismus zu lernen? Das Medienmagazin legt den Fokus auf einen Ausschlussmechanismus, der oft zu kurz kommt: Soziale Herkunft, Bildung und Armut. Denn auch unbezahlte Praktika kann sich längst nicht jeder leisten. Zu Gast sind: Olivier David, freiberuflicher Journalist und Autor von "Keine Aufstiegsgeschichte: Warum Armut psychisch krank macht", Raphaela Naomi Heinzl, BR-Podcast-Host und Absolventin des PULS Talente Programms, Clemens Finzer, Leiter Ausbildungsredaktion BR und Hendrik Zörner, Pressesprecher Deutscher Journalisten-Verband.
LMU / DFG: Prekarisierung im Journalismushttps://www.ifkw.uni-muenchen.de/lehrbereiche/hanitzsch/projekte/prekarisierung.pdf
PULS Talente; Hier zählt dein Talent – und nicht dein letztes Zeugnis!https://www.br.de/puls/ueber-uns/puls-talente/index.html
Grünphase: Der Nachhaltigkeits-Podcast mit Raphaela Naomi Heinzlhttps://www.br.de/puls/programm/podcasts/gruenphase-nachhaltigkeit-podcast-100.html
SZ: Einmal unten, immer unten – Interview mit Olivier Davidhttps://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/armut-soziale-mobilitaet-chancengleichheit-olivier-david-1.5522240?reduced=true

Jul 22, 2022 • 21min
Warum werden Whistleblower in Deutschland nicht besser geschützt?
Menschen, die Missstände aufzeigen in der Gesellschaft oder am Arbeitsplatz sind extrem wichtig. Ihre Hinweise sind wie ein Frühwarnsystem. Oft bringen diese Whistleblower Medien dazu größere Recherchen anzustoßen und damit auch die Politik zum Handeln. Aber sie sind in Deutschland nur schlecht geschützt. Teilweise werden Sie als Denunzianten verunglimpft und gemobbt. Eigentlich müsste es seit langem ein Gesetz zum besseren Schutz von Whistleblowern in Deutschland geben. Justizminister Marco Buschmann hat im April einen Gesetzentwurf vorgestellt. Aber die Politik tut sich schwer. Woran liegt das? Was müsste getan werden, um Whistleblower besser zu schützen? Und warum könnte eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA problematisch sein, was die Pressefreiheit angeht?Mit:
Brigitte Heinisch, frühere Altenpflegerin und Whistleblowerin
Professor Johannes Ludwig, Kommunikationswissenschaftler und Whistleblowing-Experte
Verena Nierle, Leiterin BR-Recherche
David Werdermann, Projektkoordinator bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte

Jul 15, 2022 • 29min
Verboten, Totgeschwiegen, Geflohen: Russische Oppositionsmedien im Exil
Unabhängige Medien gibt es in Russland nicht mehr, die Pressefreiheit wurde abgeschafft. Stattdessen drohen kritischen Medienschaffenden langjährige Haftstrafen, der Angriff gegen die Ukraine darf nicht "Krieg" genannt werden. Immer mehr Zeitungen, Sender, Webseiten werden verboten, ob russische oder ausländische wie beispielsweise die "Deutsche Welle" oder die russischsprachigen Seiten der Tageszeitung die "Welt".
Wie können russische Medien im Exil arbeiten? Das Beispiel Novaya Gazeta Europe.Von Christine Hamel
Umgang mit russischen Exil-JournalistInnen in Deutschland. Nachgefragt bei Reporter ohne GrenzenInterview mit Birger Schütz, Osteuropaexpertin
"Radio Wahrheit" - Kurzwellenprogramm und Onlinedienst aus München für RusslandGespräch mit Julia Smilga, Mitgründerin "Radio Wahrheit für Russland"
Am Zeitungskiosk in Moskau: Was die Bevölkerung vor Ort erfährtGespräch mit Martha Wilczynski, ARD-Korrespondentin Moskau

Jul 8, 2022 • 24min
Netzausbau, Medien, Cybersicherheit: Aspekte der geplanten Digitalstrategie der Bundesregierung
Im Spätsommer wird die Ampel ihre Digital-Strategie vorlegen. 226 Mal findet sich das Wort "digital" im Koalitionsvertrag, gleich das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem "digitalen Aufbruch", auf den sich SPD, Grüne und FDP einhellig verständigt haben. Durch den Krieg gegen die Ukraine wurde die Umsetzung in den verschiedenen Ministerien verzögert. Was ist geplant, was bereits angeschoben? Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche, hier geht es um die, die im weitesten Sinne mit Medien und der Nutzung des Internets zu tun haben.

Jul 1, 2022 • 29min
Exiljournalismus: Wie umgehen mit Fluchterfahrungen und Trauma?
JournalistInnen, die aus Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland flüchten, sind hier zwar relativ sicher. Aber wie verarbeiten sie oft traumatische Fluchterfahrungen, wie gehen sie damit um, dass sie Familienangehörige und KollegInnen zurücklassen mussten? Was hilft ihnen, in deutschen Medien anzukommen, Arbeit zu finden, mit der Sprache umzugehen? Darum geht es in diesem MedienMagazin, das u.a. mit einer Journalistin aus der Ukraine spricht, die bei KATAPULT Ukraine in Greifswald angekommen ist, und mit einem Journalisten aus Somalia, der innerhalb Afrikas ins Exil gehen musste.
Aus dem Krieg geflohen nach Greifswald: Erfahrungen mit "Katapult Ukraine"Interview mit Roksana Panashchuk, Journalistin
Trauma und Mental Health: Wie umgehen mit Fluchterfahrungen und Exil im Jounrnalismus?Interview mit Barbara Hans, Journalistin, Vorständin Dart Center for Journalism and Trauma in Deutschland
Ins Exil und zurück: Wenn man trotz Gefahren ins eigene Land zurückkehrt, um für Pressefreiheit zu kämpfenInterview mit Abdalle Ahmed Mumin, Journalist aus Somalia, Mitbegründer Somali Journalists Syndicate
Was können Medien, Politik und Gesellschaft in Deutschland tun, um ExiljournalistInnen zu unterstützen?Interview mit Sven Tetzlaff, Körber-Stiftung

Jun 10, 2022 • 27min
Anyway the wind blows: Von der Digitalkonferenz re:publica
"Anyway the wind blows" war das Motto der diesjährigen re:publica, der größten Digitalkonferenz Europas. Das Zitat aus dem Song "Bohemian Rhapsody" von Queen illustriert die Ungewissheit, die die gesamte Gesellschaft angesichts von Klima und Corona-Krise sowie des Angriffskrieges gegen die Ukraine erfasst hat. Tausende diskutierten in Berlin Folgen und Chancen der Digitalisierung in allen Lebensbereichen, nach zwei Jahren Pandemie-Pause wieder im "real life", ganz analog.


