F.A.Z. Bücher-Podcast

Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Jul 4, 2021 • 39min

Mit Proust beginnt etwas völlig Neues

Ein Gespräch mit Andreas Platthaus und drei Fragen an die Bachmann-Preisträgerin Nava Ebrahimi Am 10. Juli feiern wir den 150. Geburtstag von Marcel Proust. Sein Hauptwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" zählt womöglich ebenso viele Verehrer wie Zögerliche, die sich vom Ruf der sieben Bände haben einschüchtern lassen – oder von seinem schieren Umfang, den dreitausendfünfhundert Seiten, die auf sie warten. Was heißt es, Proust zu lesen – ein erstes Mal, ein zweites Mal? Was heißt es, sich hundert Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in das Werk zu vertiefen? Wie hat sich "die Recherche" in den Augen der Leserinnen und Leser seit jener Zeit entwickelt? Was gibt es sonst noch von Proust, was gibt es über ihn? Und was wäre jenen Zögerlichen zu sagen, zu denen auch wir selbst uns zählen müssen? Wir haben mit Andreas Platthaus, Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen, über die Gegenwärtigkeit, den Witz und die Wirkung Marcel Prousts gesprochen. Drei Fragen über das Schreiben und Lesen, die uns die frisch gekürte Bachmann-Preisträgerin Nava Ebrahimi beantwortet, runden diese Folge des Bücher-Podcasts ab. Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik Was man über Proust lesen muss – und was nicht: Eine Einordnung von Andreas Platthaus nebst bibliographischen Angaben aller Bücher Haben Sie Proust auch nicht zu Ende gelesen? Antworten der Schriftsteller Louis Begley, Berit Glanz, Viktor Jerofejew, Jochen Schmidt, Clemens Setz, Bov Bjerg und Ronya Othmann "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Marcel Proust und andere Werke auf der Website des Suhrkamp Verlags "Die Verwobenheit der Welt": Gastbeitrag Nava Ebrahimis über ihren auch westlich geprägten Blick auf ihre Heimat zur zeit der Proteste in Iran Die Romane Nava Ebrahimis auf der Website des Verlags btb
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Jun 27, 2021 • 36min

Über die Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga und den Orlanda Verlag

Ein Gespräch mit Annette Michael und ein Gedicht von Sappho In diesem Jahr wird wieder einmal eine Schriftstellerin den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten, Tsitsi Dangarembga. Noch ist nur ein einziges Buch von ihr in deutscher Übersetzung zu haben, erschienen beim Orlanda Verlag. Für September ist ein zweiter Roman der Schriftstellerin aus Simbabwe angekündigt. Wie kommt eine international ausgezeichnete Autorin zu einem eher kleinen Verlag? Wie kommt der Orlanda Verlag, der sein Programm unter das Motto "Frauen, Weltkultur, Bewegung" stellt, zu seinen Autorinnen und Autoren? Wir haben mit Annette Michael, Geschäftsführerin und Programmleiterin Belletristik des Orlanda Verlags, über Entdeckungen und Empfehlungen gesprochen, über die Bücher und das politische Engagement Tsitsi Dangarembgas und über andere exemplarische Titel aus dem Programm. Ein Lied der antiken griechischen Dichterin Sappho rundet diese Folge des Bücher-Podcasts ab. "Aufbrechen" von Tsitsi Dangarembga auf der Website des Orlanda Verlags Die Herbstvorschau auf der Website des Orlanda Verlags Frankfurter Anthologie: Hans-Albrecht Koch über "Das hat mir ja das Herz in der Brust zusammenzucken lassen" von Sappho Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik
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Jun 20, 2021 • 29min

Ein erster Ausblick auf den literarischen Herbst

Über große Namen, kleine Geheimnisse, neue Übersetzungen und Vorschusslorbeer von Übersee Noch sind nicht alle Bücher des Frühlings erschienen, geschweige denn gelesen, schon machen die Verlage mit ihren Versprechungen für das Herbstprogramm Appetit auf die nächste literarische Saison. Ein amerikanischer Auftakt steht ins Haus und ein kanadischer Klassiker, der den Ehrengast der Buchmesse im zweiten Anlauf schmücken wird. Die angekündigten Romane vor allem hiesiger Schriftstellerinnen machen uns neugierig. Und ein kühn und klar "Gedicht" untertitelter Hundertsechzigseiter. Dazu gibt es eine Kühnheit aus China und das Wagnis der Neuübersetzung eines Klassikers zum Ehrentag. Worauf freut sich, wer täglich mit Romanen, Erzählungen und Dichtkunst zu tun hat? Was kann ihn noch überraschen, was hat ihn überrascht in der laufenden Saison? Wir haben mit Andreas Platthaus, Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen, über das gesprochen, was da kommen wird. Eine neues Literaturrätsel komplettiert diese Episode des Bücher-Podcasts. Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik und des Rätsels Lösung Der Preis des Literaturrätsels im Juni Die Teilnahmebedingungen des Literaturrätsels
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Jun 13, 2021 • 1h 34min

Wo die Freiheit zuhause war: Rahel Varnhagen und ihr Salon

Ein Gespräch aus dem Freien Deutschen Hochstift Am 19. Mai haben wir den 250. Geburtstag Rahel Varnhagen von Enses gefeiert. Als "Genie der Geselligkeit" hatte sie in bewegter Zeit Dichterinnen und Adlige, Franzosen und Russen, Juden und Christen, Diplomaten und Schauspielerinnen zu abendlichen Tees eingeladen. Aus diesem Anlass sprechen Nikolaus Gatter und Heide Volkening über Herkunft, Umfeld und Ausstrahlung einer Schriftstellerin, deren Briefe und Papiere ihre Zeit und Umgebung virtuos einfangen, beleuchten und hinterfragen. Es moderiert Tilman Spreckelsen. Das Programm des Freien Deutschen Hochstifts Der Bücher-Podcast und weitere Artikel bei FAZ.NET Chronik einer unerfüllten Liebe: Tilman Spreckelsen über 350 zuvor unbekannte Briefe Karl August Varnhagen von Enses, geschrieben Jahre nach dem Tod seiner Frau Rahel, die Ende 2019 beim britischen Auktionshaus Bonhams zum Verkauf standen
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Jun 6, 2021 • 31min

Dorothy Wests Roman "Die Hochzeit": Schwarz, weiß und alles dazwischen

Ein Gespräch unter Leserinnen, Fragen an die Lektorin – und drei Fragen an die Schriftstellerin Jovana Reisinger Im Jahr 1948 schrieb die amerikanische Autorin Dorothy West ihren ersten Roman, "The Living is Easy". Bis sie ihren zweiten Roman veröffentlichte, sollten fast fünfzig Jahre ins Land gehen. Erst 1995 erschien "Die Hochzeit", da war Dorothy West schon 88 Jahre alt. Dass sie "Die Hochzeit" überhaupt vollendete, haben wir den Überredungskünsten ihrer Nachbarin zu verdanken, einer gewissen Jacqueline Kennedy-Onassis, die als Lektorin im Verlag Doubleday in New York arbeitete. In "Die Hochzeit" treffen sich die Lebensthemen und Konfliktlinien von fünf Generationen einer Familie an einem Spätsommertag Anfang der Fünfziger auf Martha's Vineyard. Der Roman über Rassismus und Klassismus erscheint im Verlag Hoffmann und Campe in einer neuen Ausgabe – und nach fünfundzwanzig Jahren aktualisierter Übersetzung. Wir sprechen mit unserer Kollegin Ursula Scheer über das Buch und haben auch seine Lektorin Maria Mair dazu befragt. Drei Fragen an Jovana Reisinger, deren zweiter Roman "Spitzenreiterinnen" gerade im Verbrecher Verlag erschienen ist, beschließen diese Episode. "Die Hochzeit" von Dorothy West wurde von Christa E. Seibicke übersetzt, ist bei Hoffmann und Campe erschienen, hat 288 Seiten und kostet 23 Euro. "Die Hochzeit" von Dorothy West auf der Website des Verlags Hoffmann und Campe "Spitzenreiterinnen" von Jovana Reisinger auf der Website des Verbrecher Verlags Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik
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May 30, 2021 • 38min

Götz Alys Buch „Das Prachtboot“: Die Südsee-Inseln wurden rattenkahl abgesammelt

Ein Gespräch mit Andreas Kilb und ein Gedicht von Sergej Jessenin Das sogenannte Luf-Boot ist eines der Prunkstücke des Ethnologischen Museums in Berlin und soll eines der Highlights des Humboldt-Forums werden: ein fünfzehn Meter langes Auslegerboot von einer Insel, die vor dem Ersten Weltkrieg Teil des deutschen Kolonialbesitzes rings um den Bismarck-Archipel im heutigen Papua-Neuguinea war. Auf der Website des Ethnologischen Museums steht, es sei für einen Häuptling gebaut worden, jedoch „nie zum Einsatz“ gekommen, bis es im Jahr 1903 vom Geschäftsführer einer deutschen Handelsgesellschaft „erworben“ worden sei. Das klingt angenehm harmlos neben all den viel diskutierten Fällen kolonialer Raubkunst. Und es stimmt nicht, wie Götz Aly in seinem neuen Buch „Das Prachtboot“ ausführt. Wir haben mit Andreas Kilb, im Feuilleton der F.A.Z. mit Geschichtsfragen, mit Restitution, Kulturpolitik und vielem mehr befasst, über das Buch gesprochen. Ein Gedicht von Sergej Jessenin, zu finden in der „Frankfurter Anthologie“, beschließt diese Folge des Bücher-Podcasts. "Das Prachtboot – Wie Deutsche die Kunstschätze der Südsee raubten" von Götz Aly auf der Website des Verlags S. Fischer Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik und des Rätsels Lösung Von Kunsträubern und Kulturschändern: Andreas Kilbs Besprechung von Götz Alys Buch zum Berliner Südsee-Boot Kulturkampf, erster Akt: Andreas Kilbs Besprechung von Bénédicte Savoys Buch über Raubkunst aus Afrika Frankfurter Anthologie: Martin Lüdke über das Gedicht "In meiner Heimat leb ich nicht mehr gern" von Sergej Jessenin
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May 16, 2021 • 30min

"Thérèse und Isabelle" von Violette Leduc: Was ist diesem Buch alles angetan worden!

Ein Gespräch über einen Roman aus den Fünfzigern – und ein neues Literaturrätsel Fast fünfzig Jahre hat es gebraucht, bis "Thérèse und Isabelle" in Frankreich in seiner ursprünglichen Form erscheinen konnte, noch einmal zwanzig die deutsche Übersetzung der unzensierten Fassung: Violette Leduc erzählt in diesem Roman, eigentlich erster Teil eines Romans, die Liebesgeschichte zweier Internatsschülerinnen. Das schmale Buch, etwa 160 Seiten stark, schildert wenige Tage und Nächte in erstaunlicher körperlicher und sprachlicher Intensität. Erstaunlich nicht nur in den fünfziger Jahren, in denen das Buch, begeistert gelesen immerhin von Simone de Beauvoir, nicht hatte erscheinen können. Was ist "Thérèse und Isabelle" für ein Buch? Was wissen wir über seine Autorin, seine Geschichte, ihre Geschichte? Darüber sprechen wir mit unserer Kollegin Julia Bähr. Ein neues Literaturrätsel beschließt diese Folge des Bücher-Podcasts. "Thérèse und Isabelle" von Violette Leduc erscheint im Aufbau-Verlag, wurde von Sina de Malafosse übersetzte, hat 169 Seiten und kostet 20 Euro. Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik und des Rätsels Lösung Der Preis des Literaturrätsels im Mai Die Teilnahmebedingungen des Literaturrätsels "Thérèse und Isabelle" von Violette Leduc auf der Website des Aufbau-Verlags
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May 9, 2021 • 38min

Mareice Kaiser über "Das Unwohlsein der modernen Mutter": Eigentlich ist das ein Buch für Männer

Ein Gespräch mit der Autorin und ein Gedicht von Robert Graves Wer in Mareice Kaisers neuem Buch "Das Unwohlsein der modernen Mutter" liest, welchen Ansprüchen, Urteilen und Erwartungen Mütter in unserer Zeit ausgesetzt sind, könnte das Wort "Unwohlsein" rasch für eine Verharmlosung halten. Doch zum einen ist es einer Studie entlehnt, die festhält, dass sich das mentale Wohlbefinden bei einem Drittel aller Mütter in den sieben Jahren nach Geburt eines Kindes substantiell verschlechtert. Und zum anderen hat es für Mareice Kaiser, sagt sie in unserem Gespräch, genau die richtige Größe: vom kleinen Bauchweh über Depressionen bis hin zum Gang in die psychiatrische Notaufnahme. Welche politische Dimension hat Muttersein heute? Was muss sich strukturell ändern, um Mütter zu entlasten, was im Selbstbild von Müttern – und Vätern? Wir haben mit Mareice Kaiser über ihr Buch und sein Thema gesprochen. Ein Gedicht aus der "Frankfurter Anthologie" schließt diese Podcast-Folge ab. **"Das Unwohlsein der modernen Mutter" von Mareice Kaiser ist bei Rowohlt Polaris erschienen, hat 256 Seiten und kostet 16 Euro. ** "Das Unwohlsein der modernen Mutter" von Mareice Kaiser auf der Website des Rowohlt-Verlags Die Folge des Bücher-Podcasts mit dem Gespräch mit Jutta Allmendinger über Geschlechtergerechtigkeit "Lasst die Mütter einfach machen!": Ein paar Wünsche an die Gesellschaft zum Muttertag von Lucia Schmidt Frankfurter Anthologie: Rüdiger Görner über das Gedicht "Fragment" von Robert Graves
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May 2, 2021 • 35min

Kiley Reids Roman "Such a Fun Age": Frauen, die auf „woke“ machen

Johanna Christner über das Buch und Alltagsrassismus, Shida Bazyar über das Schreiben und Lesen Ein Notfall wird zur Falle: Eine junge Frau wird von den Eltern, zu denen sie dreimal die Woche nachmittags zum Babysitten kommt, spät am Abend auf einer Party angerufen, um sich während eines Polizeibesuchs um die Zweijährige zu kümmern. Nicht zu Hause, sondern im Supermarkt drei Straßen weiter, der nach elf Uhr nachts noch geöffnet ist. Dort wird ein Wachmann auf die junge Frau mit dunkler Haut und die Kleine mit der hellen Haut auf ihrem Arm aufmerksam. Verdacht: Kindesentführung. Kiley Reids Debütroman "Such a Fun Age" erzählt spitz, temporeich und witzig von den Verwicklungen, die sich aus diesem Zwischenfall ergeben oder durch ihn weiter verdichten. Wir haben mit unserer Kollegin Johanna Christner über das Buch und eigene Erfahrungen mit Alltagsrassimus gesprochen. Drei Fragen über das Schreiben und Lesen an die Schriftstellerin Shida Bazyar, deren Roman "Drei Kameradinnen" gerade erschienen ist, beschließen diese Folge des Bücher-Podcasts. Artikel rund um diese Folge bei FAZ.NET Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik und des Rätsels Lösung "Such a Fun Age" von Kiley Reid auf der Website des Ullstein-Verlags "Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar auf der Website des Verlags Kiepenheuer & Witsch
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Apr 25, 2021 • 55min

Solvejg Nitzke und Susanne Wedlich über Schleime in der Literatur: Wie wir trocken wurden

Ein Gespräch über Allgegenwart und Unentbehrlichkeit, Ekel und Abstoßung – und Parasiten Die alten Ägypter sahen in ihm den Ursprung von Leben, seit ein paar Jahrhunderten ist er uns peinlich, eklig und fremd. Dabei wäre unser Leben ohne Schleim undenkbar. Wann und wie und warum haben wir uns kulturgeschichtlich vom Schleim verabschiedet? Wie ist sein Triumph in der Horrorliteratur zu erklären? Wo hinterlässt er sonst noch seine kulturellen Spuren? Was macht seine Faszination aus und woher der Ekel? Wir haben mit der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Solvejg Nitzke und der Biologin und Autorin Susanne Wedlich über Schleim gesprochen. Oder über Schleime, wie die beiden lieber sagen: Das Thema ist so vielseitig! Ein neues Literaturrätsel, die Auflösung des letzten und die Verkündung des Gewinners oder der Gewinnerin runden die neue Folge des Bücher-Podcasts ab. Artikel rund um diese Folge bei FAZ.NET Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik und des Rätsels Lösung Der Preis des Literaturrätsels im April Die Teilnahmebedingungen des Literaturrätsels "Mit der Koralle bleibt man per Sie": Das erste Gespräch mit Judith Schalansky und Solvejg Nitzke über Nature Writing im Bücher-Podcast Wie sieht die nächste Epoche aus? Manuela Lenzen über Donna J. Haraways Buch "Unruhig bleiben" "How trees talk to each other": TED-Talk von Suzanne Simard bei Youtube "Parasiten: Warum wir die Bad Boys der Biodiversität schätzen und schützen sollten" von Susanne Wedlich auf riffreporter.de **"Das Buch vom Schleim" von Susanne Wedlich **auf der Website des Verlags Matthes und Seitz Berlin "Nicht viel mehr als steifes Wasser": Kai Spanke über Susanne Wedlichs "Buch vom Schleim" "Warum Schleim und Schnodder so wichtig für uns sind" von Georg Rüschemeyer

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