

F.A.Z. Bücher-Podcast
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die F.A.Z.-Redakteure Maria Wiesner, Fridtjof Küchemann, Kai Spanke und Paul Ingendaay stellen im Bücher-Podcast der F.A.Z. ausgewählte Neuerscheinungen und Klassiker der Literatur vor. Sie sprechen mit Schriftstellern, Übersetzern und anderen Experten des Literaturbetriebs und beschäftigen sich mit den Eigenheiten des literarischen Lebens und Lesens.
Jeden Sonntag erscheint eine neue Episode. Einmal im Monat wird ein Literaturrätsel gestellt und unter den Einsendern der richtigen Lösung ein Buch verlost. Viel Spaß beim Mitmachen!
Die E-Mail-Adresse für Anmerkungen, Nachfragen, Lob und Kritik: buecher-podcast@faz.de. Der Bücher-Podcast auf Instagram: @fazbuecher.
Alle Folgen können jederzeit hier angehört werden: https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-buecher-podcast
Jeden Sonntag erscheint eine neue Episode. Einmal im Monat wird ein Literaturrätsel gestellt und unter den Einsendern der richtigen Lösung ein Buch verlost. Viel Spaß beim Mitmachen!
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Episodes
Mentioned books

Oct 20, 2022 • 26min
Ein Weg in die Freiheit: Juri Andruchowytsch über seinen Roman "Radio Nacht"
Ein Gespräch mit Sandra Kegel am F.A.Z.-Stand auf der Frankfurter Buchmesse
Er war "Barrikadenpianist" und Salonmusiker, er wurde zum Attentäter, musste ins Gefängnis und fliehen, als er wieder rauskam: In seinem neuen Roman "Radio Nacht" erzählt Juri Andruchowytsch die Geschichte von Josip Rotsky. Im Gespräch mit Sandra Kegel stellt der Autor sein Buch am F.A.Z.-Stand auf der Buchmesse vor.
"Radio Nacht" von Juri Andruchowytsch wurde aus dem Ukrainischen übersetzt von Sabine Stöhr, ist bei Suhrkamp erschienen, hat 472 Seiten und kostet 26 Euro.

Oct 20, 2022 • 24min
Woraus unsere Seelen gemacht sind: Mithu Sanyal über ihr Buch „... über Emily Brontë“
Ein Gespräch mit Elena Witzeck am F.A.Z.-Stand auf der Frankfurter Buchmesse
Wie kann ein mehr als hundertsiebzig Jahre alter Roman auf alle wesentlichen Fragen von heute klare, aktuelle, zukunftsweisende Antworten haben? In "… über Emily Brontë" schildert Mithu Sanyal, wie sie in "Sturmhöhe" eigene Fremdheitserfahrungen wiederfand. Im Gespräch mit Elena Witzeck stellt die Autorin ihr Buch am F.A.Z.-Stand auf der Buchmesse vor.
Mithu Sanyal "… über Emily Brontë" ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, hat 160 Seiten und kostet 20 Euro.

Oct 19, 2022 • 28min
Sie haben Querdenkern zugehört: Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey über ihr Buch "Gekränkte Freiheit"
Ein Gespräch mit Patrick Bahners am F.A.Z.-Stand auf der Frankfurter Buchmesse
Er hat den Anspruch, mündig und eigenverantwortlich zu sein, und erlebt sich in einer komplexer werdenden Welt doch zunehmend als einflusslos: Durch zahlreiche Fallstudien konturieren die Sozialforscher Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey den Protesttypus des libertären Autoritäre. In ihrem Buch "Gekränkte Freiheit" arbeiten sie heraus, wie dessen Ruf nach individueller Souveränität zur Bedrohung der Demokratie werden kann. Im Gespräch mit Patrick Bahners stellen Autorin und Autor ihr Buch am F.A.Z.-Stand auf der Buchmesse vor.
"Gekränkte Freiheit – Aspekte des libertären Autoritarismus" von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey hat 480 Seiten und kostet 28 Euro.

Oct 16, 2022 • 41min
Unterwegs in einer entvölkerten Landschaft: Sergio del Molinos „Leeres Spanien“
Ein Gespräch mit Paul Ingendaay
Mehr als die Hälfte Spaniens ist verwaist. Während sich die Einwohner zu rund fünfundsiebzig Prozent auf Madrid und die Küstenregionen verteilen, besteht der Rest des Landes aus vielen sterbenden Dörfern. Die dortige Bevölkerungsdichte wird in Europa nur von Lappland und Teilen Finnlands unterschritten. Dabei gilt: Je kleiner der Ort, desto älter die Menschen, die in ihm leben. Noch in den Sechzigerjahren fehlte es zahlreichen spanischen Gemeinden am selbstverständlichsten Komfort. Wer Madrid mit dem Auto verlässt, muss dreihundert Kilometer fahren, um in der nächsten Stadt anzukommen.
„Das leere Spanien ist ein anderes Land“, schreibt der Journalist Sergio del Molino. Sein Buch zum Thema ist im Original 2016 erschienen. Es hat gleichsam über Nacht Parlamentsdebatten ausgelöst und zu weiteren Buchveröffentlichungen geführt. Heute gibt es Fernsehdokumentationen über das entvölkerte Spanien, Zeitungen berichten regelmäßig darüber – und Molino ist ein gefragter Kolumnist. Warum das Buch, das nun auch auf Deutsch vorliegt, so erfolgreich ist, was es auszeichnet und an Themen wie Stilen vereint, darüber spreche ich mit Paul Ingendaay in dieser Episode unseres Bücher-Podcasts.
Die Adresse für Anregungen, Lob und Kritik
„Eine andere Geschichte der Abgehängten“: Paul Ingendaays Besprechung von Sergio del Molinos Buch „Leeres Spanien“

Oct 2, 2022 • 58min
Aufregende Geschichten aus einem unbekannten Land: Die neuen spanischen Erzähler
Paul Ingendaay im Gespräch mit Autorinnen und Autoren des Gastlands der Frankfurter Buchmesse
Es ist mehr als dreißig Jahre her, dass Spanien Gastland der Frankfurter Buchmesse war. In diesen Jahrzehnten sind manche Autoren kanonisch geworden wie der jüngst verstorbene Javier Marías („Mein Herz so weiß“, „Morgen in der Schlacht denk an mich“) oder auch der schon 2015 gestorbene Rafael Chirbes, der besonders in Deutschland mit Romanen wie „Krematorium“ und „Am Ufer“ als wichtigster Chronist der spanischen Krise gilt. Wer aber sind die neuen, jüngeren Stimmen? Woher kommen sie, wovon erzählen sie, vor allem: wie?
Bei mehr als 400 spanischen Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt ist ein Überblick fast unmöglich, aber ein paar Stimmen lassen sich vernehmen, einige Trends bestimmen und neue Schreibweisen erkunden. In diesem Bücherpodcast spreche ich mit Irene Vallejo, Autorin des spanischen Sachbuchbestsellers „Papyrus“, ferner mit der Erzählerin Cristina Morales sowie dem Autor Isaac Rosa. Außerdem behandele ich im Schnelldurchgang einige andere spanische Neuerscheinungen - die vollständige Titelliste folgt hier:
Kiko Amat: „Träume aus Beton“. Übersetzt von Daniel Müller. Heyne Verlag.
Milena Busquets: „Meine verlorene Freundin“. Übersetzt von Svenja Becker. Suhrkamp Verlag.
Najat El Hachmi: „Am Montag werden sie uns lieben“. Übersetzt von Michael Ebmeyer. Orlanda Verlag.
Almudena Grandes: „Die drei Hochzeiten von Manolita“. Übersetzt von Roberto de Hollanda. Hanser Verlag.
Javier Marías: „Tomás Nevinson“. Übersetzt von Susanne Lange. S. Fischer.
Cristina Morales: „Leichte Sprache“. Übersetzt von Friederike von Criegern. Matthes & Seitz.
Isaac Rosa: „Im dunklen Zimmer“. Übersetzt von Luis Ruby. Liebeskind.
Irene Vallejo: „Papyrus“. Übersetzt von Maria Meinel und Luis Ruby. Diogenes.

Sep 25, 2022 • 40min
Man kann die Unterschicht riechen: Martin Kordić über seinen Roman "Jahre mit Martha"
Maria Wiesner und Fridtjof Küchemann im Gespräch mit dem Autor – und ein neues Literaturrätsel
Eigentlich hatte es ein ganz anderes Buch werden sollen, erzählt Martin Kordić, doch schon nach den ersten drei Sätzen entwickelte sich die Geschichte in eine ungeplante Richtung. Die Sätze sind geblieben am Anfang von "Jahre mit Martha", dem zweiten Roman des Schriftstellers.
Seine Figuren haben ihn einfach mitgenommen, mitgenommen in die Beziehungsgeschichte von Željko, dem Erzähler, den wir kennenlernen, als er fünfzehn ist, und Martha, einer erwachsenen Frau, einer Professorin. Ihre Geschichte wirft ein Schlaglicht darauf, was es heißt, in diesem Land als Kinder von Eltern aufzuwachsen, die auf dem Bau und als Putzfrau bis zum Umfallen arbeiten, die aus der Herzegowina noch Deutschland gekommen sind und die eine Heimat nie ganz hinter sich gelassen haben, während sie in der anderen nicht wirklich haben ankommen können. Deren Nachname es seiner Herkunft nach noch den Kindern schwer macht.
Was zwischen Željko und Martha passiert, ist schöner und schlauer als alles, was man erwarten oder befürchten könnte. Wie sich der Junge aus den Einschränkungen durch seine Herkunft herausarbeitet und wieder von ihnen eingeholt zu werden droht, ist klug konstruiert und erzählt. Was es heißt, aus einem Land zu kommen, gekommen zu sein vor vielen Jahren, das später ein Krieg zerrissen hat, schlägt mit einer solchen Wucht in den Roman, dass nicht nur Martha davon richtig schlecht wird.
Wir haben mit Martin Kordić über "Jahre mit Martha" gesprochen, über die Arbeit am Roman, seine Hintergründe und das literarische Geschick, die Figuren ihren Weg finden zu lassen. Außerdem stellen wir noch ein neues Literaturrätsel, verraten die Lösung aus dem August und natürlich auch, wer diesmal unseren Buchpreis gewonnen hat.
"Jahre mit Martha" von Martin Kordić auf der Website des S. Fischer Verlags
"Die Krümmung der Welt": Simon Strauß über den Roman "Wie ich mir das Glück vorstelle", das Debüt von Martin Kordić
faz.net/literaturraetsel: Die Seite für Ihre Teilnahme am Literaturrätsel
Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik

Sep 18, 2022 • 35min
Auch Schneekristalle haben etwas zu erzählen: Stefanie Arndt über ihre Expeditionen in die Polargebiete
Kai Spanke im Gespräch mit der Autorin
Der Arktische Ozean ist 15,5 Millionen Quadratkilometer groß und hat eine durchschnittliche Wassertiefe von 1200 Metern. Die Landmasse der Antarktis wiederum misst 13,5 Millionen Quadratkilometer. Daran schließt sich das Eis des Südpolarmeers an. Beide Regionen sind am stärksten von der Erderwärmung betroffen. Zugleich sind die Klimamodelle für die Pole besonders unsicher. Was dort wann und wie zu erwarten sein wird, weiß niemand ganz genau. Worauf sich die meisten Forscher allerdings einigen können: Bis September 2050 werden wir mindestens einmal eine fast eisfreie Arktis im Sommer erleben.
Die Meereisphysikerin Stefanie Arndt reist regelmäßig in die Polarregionen und hat nun ein Buch über ihre Arbeit vorgelegt. Darin geht es genauso um die Bedeutung des Golfstroms für das Klima in Europa wie um Pinguine oder Eisbären, deren Lebensraum bedroht ist. Im Podcast erzählt Stefanie Arndt von der Schönheit der Arktis und Antarktis, sie schildert, welche Folgen das Abschmelzen der Polkappen hätte, und sie verrät, warum man sich am Südpol nicht so dick einpacken muss, wie man vermuten würde.
Die Adresse für Anregungen, Lob und Kritik
„An Dauerregen und extreme Hitze werden wir uns gewöhnen müssen“: Kai Spankes Besprechung des Buchs „Expeditionen in eine schwindende Welt“

Sep 4, 2022 • 55min
Wenn der eine oder andere Kritiker schlucken muss: Paul Ingendaay im Gespräch mit Maxim Biller
Über Deutschland, Jüdischsein und das Handwerk des Schreibens
Man kennt den 1960 in Prag geborenen und seit langem in Berlin lebenden Maxim Biller als angriffslustigen Journalisten und begnadeten Polemiker. Man kennt ihn aber auch als überaus produktiven Schriftsteller, der in rund dreißig Jahren ein vielfältiges literarisches Werk geschaffen hat, zuletzt den Roman „Der falsche Gruß“. Was hat der eine Maxim Biller mit dem anderen zu tun? Und was nicht? Was treibt ihn um? Was treibt ihn an? Sicher ist jedenfalls, dass er die Diskussion über jüdische Literatur in deutscher Sprache oder überhaupt das Jüdischsein in Deutschland entscheidend mitgeprägt hat. Allein der Band „Wer nichts glaubt, schreibt“ (2020), eine Sammlung seiner Essays, Reden und Einwürfe aus drei Jahrzehnten, liefert Stoff für zahlreiche Deutschland-Gespräche - scharfsinnig, provokant und ohne Angst vor Tabubrüchen.
Im Bücher-Podcast habe ich Maxim Biller erst einmal gefragt, wie es ihm bei seiner Heidelberger Poetik-Dozentur vor vier Jahren ergangen ist – und ob man das Schreiben überhaupt lehren kann. Danach durchstreifen wir seine literarische Produktion, sprechen über Lehrmeister und Weggefährten, Einflüsse und Gegnerschaften, Motive und Obsessionen.
Die wesentlichen Buchtitel unseres Gesprächs:
„Bernsteintage“. Erzählungen.
„Der gebrauchte Jude“. Selbstporträt.
„Biografie“. Roman.
„Sechs Koffer“. Roman.
„Der falsche Gruß“. Roman.
„Wer nichts glaubt, schreibt“. Essays über Deutschland und die Literatur.

Aug 28, 2022 • 49min
Wie hatte sie so naiv sein können? Alexa Hennig von Lange über ihren Roman "Die karierten Mädchen"
Maria Wiesner und Fridtjof Küchemann im Gespräch mit der Autorin – und ein neues Literaturrätsel
Mehr als hundertdreißig Kassetten sind es schließlich gewesen, die Alexa Hennig von Langes Großmutter im hohen Alter aufgenommen hatte. Konzentriert und detailliert hatte sie aus ihrem Leben erzählt – mit leichter, heller Stimme, wie die Schriftstellerin sie gar nicht in Erinnerung hatte, aus den jungen Jahren; als es dann ernster wurde, mit einer Strenge, die Alexa Hennig von Lange so gut kannte.
Was heißt es, das Leben der eigenen Großmutter von ihr erzählt zu bekommen, ohne nachfragen zu können? Wie ist es zu hören, dass sie als ganz junge Frau entschieden hatte, für ein Kinderheim in Oranienbaum bei Dessau, das Anfang der Dreißigerjahre vor dem Aus stand, staatliche Unterstützung zu suchen, es also ebenso entschlossen wie widerwillig den Nationalsozialisten ans Herz zu legen, die von Mai 1932 an im Freistaat Anhalt an der Regierung waren? Wie wird ein solcher Stoff zum Buch? Wie geht man mit den Auslassungen in der Erzählung um, was gibt es zu ergänzen?
Wir haben mit Alexa Hennig von Lange über ihren neuen Roman "Die karierten Mädchen" gesprochen, über ihre Quellen, ihre Recherchen, ihr Schreiben. Ein neues Literaturrätsel rundet diese Episode des Bücher-Podcasts ab.
"Die karierten Mädchen" von Alexa Hennig von Lange auf der Website des DuMont Buchverlags
"Frecher als vermutet": Martin Lhotzky über Alexa Hennig von Langes Roman "Die Wahnsinnige"
faz.net/literaturraetsel: Die Seite für Ihre Teilnahme am Literaturrätsel
Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik

Aug 21, 2022 • 42min
Frauen sind besser als Männer: Armin Falk erklärt, warum es so schwer ist, altruistisch zu handeln
Kai Spanke im Gespräch mit dem Autor
Jeden Tag finden wir uns in Situationen wieder, die moralische Entscheidungen fordern: Altruismus oder Egoismus? Klar, man könnte mit dem Bus zur Arbeit fahren, nur ist es jetzt schon so spät, dass am Auto doch eigentlich kein Weg vorbeiführt. Um das Geburtstagsgeschenk für die Kollegin könnte ich mich ja kümmern, aber warum soll ich das eigentlich jedes Jahr machen? Dem Obdachlosen an der S-Bahn-Station müsste ich mal wieder etwas Geld geben, allerdings habe ich Anfang des Jahres zwanzig Euro gespendet.
Laufend wägen wir Kosten und Nutzen ab, und immer wieder scheitern wir an den eigenen Ansprüchen und der Vorstellung davon, wie ein gutes, korrektes, empathisches und umsichtiges Verhalten aussehen sollte. Wir plädieren für Tierwohl und die Rettung des Klimas, essen jedoch Billigfleisch und fliegen mehrmals im Jahr von A nach B. Warum fällt es uns so schwer, verantwortungsvoll zu handeln? Und gilt das überhaupt für alle Menschen? Haben Frauen in dieser Hinsicht Männern etwas voraus? Gibt es Kulturen die großmütiger sind als andere? Der Verhaltensökonom Armin Falk beschäftigt sich schon lange mit solchen Fragen. In seinem neuen Buch uns unserem Podcast gibt er Auskunft zum gegenwärtigen Erkenntnisstand.
Die Adresse für Anregungen, Lob und Kritik


