Beziehungen verstehen.

Guy Bodenmann und Kristina Schneider
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Mar 25, 2026 • 55min

Borderline in Beziehungen – Warum Nähe gleichzeitig ersehnt und gefürchtet wird

61 - Intensive Nähe. Tiefe Verbundenheit. Vielleicht die intensivste Beziehung, die man je erlebt hat. Und dann plötzlich: Verlustangst, Wut, Rückzug oder Überforderung. Gefühle, die sich manchmal überwältigend anfühlen.In dieser Episode sprechen wir über die Borderline-Persönlichkeitsstörung – auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt – und darüber, wie sich entsprechende Persönlichkeitsmuster in Beziehungen zeigen können. Warum schwanken Beziehungen mitunter zwischen Idealisierung und kompletter Entwertung? Wie kann Nähe gleichzeitig ersehnt und gefürchtet werden?Kennzeichnend für Borderline sind stark schwankende Affekte, Identitätsunsicherheit, innere Leere und – in ausgeprägteren Formen – selbstverletzendes Verhalten. Auch wenn nicht jede betroffene Person all diese Merkmale zeigt: Wir klären, wie emotional instabile Muster entstehen, welche Rolle frühe Bindungserfahrungen spielen können und warum selbstschädigende Impulsivität, starke Affekte und Verlassensängste Beziehungen beidseitig herausfordern können.Gleichzeitig geht es um Differenzierung: Was ist ein Persönlichkeitsmerkmal, was eine Störung? Warum Borderline weit mehr ist als die Klischees, die oft darüber kursieren.Eine Folge über Intensität, Verletzlichkeit – und die Dynamiken und Lebensvielfalt hinter starken Gefühlen.
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Mar 11, 2026 • 42min

Gibt es zu viel Nähe? – Emotionale Abhängigkeit & dependente Persönlichkeitsstörung

Guy Bodenmann, Paartherapeut und Forscher zu Paarbeziehungen, erklärt dependente Persönlichkeitsmuster kurz und prägnant. Es geht um Entscheidungsunsicherheit, Konfliktvermeidung, Trennungsangst und wie frühe Erfahrungen Autonomie blockieren. Außerdem werden Partnerwahl, Machtgefälle und behutsame Schritte zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und Bindung besprochen.
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Feb 25, 2026 • 42min

Zu gut um wahr zu sein? – Wie paranoide Muster Beziehungen sabotieren

59 - Geht er mir fremd? Liebt sie mich wirklich? Nutzt er mich nur aus? Wo war sie den ganzen Abend? Misstrauen kann schützen; es kann uns aufmerksam machen, wenn etwas nicht stimmt. Aber was passiert, wenn sich Misstrauen und paranoide Stimmung als Grundgefühl einstellen? Wenn Komplimente hinterfragt, harmlose Bemerkungen als Angriff interpretiert und gute Absichten infrage gestellt werden?In dieser Episode sprechen wir über die paranoide Persönlichkeitsstörung und paranoide Persönlichkeitsmuster: Wie entstehen sie? Warum wirkt das Umfeld oft „bedrohlich“, obwohl objektiv wenig Anlass besteht? Und wo liegt der Unterschied zwischen gesunder Skepsis und einer verfestigten Persönlichkeitsstruktur? Wir schauen auf typische Dynamiken in Beziehungen: Wie Partner, wenn Vertrauen dauerhaft brüchig ist und wie wir unsere eigenen Beziehungen selbst sabotieren, bis sie zerfallen und unsere Muster verstärken. Rückzug, Rechtfertigungsschleifen oder eskalierende Konflikte; eine Folge über Misstrauen, Verletzlichkeit – und die Frage, wie Vertrauen überhaupt möglich wird.
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Feb 11, 2026 • 47min

Aufmerksamkeit um jeden Preis? - Histrionische Persönlichkeit in Beziehungen

58 - Aufmerksamkeit um jeden Preis - so wirken Menschen auf uns, die etwas zu gerne im Mittelpunkt stehen wollen; sei es durch absichtliches Verfehlen des Dresscodes oder theatralischem Auftreten. Aber warum macht man so etwas?In dieser Episode geht es um histrionische Verhaltensmuster, und in ihrer stärksten Ausprägung die histrionische Persönlichkeitsstörung. Auch wenn die meisten keine Diagnosekriterien erfüllen; wie sieht diese Persönlichkeitsstruktur aus und ab wann sprechen wir von einer Störung? Wir besprechen spannende Vorerfahrungen aus der Kindheit und wie Aufmerksamkeitssuchendes Verhalten entsteht und später aufrechterhalten wird. Spannend wird diese Dynamik auch in romantischen Beziehungen; was zunächst als spannend, auffallend besonders und lebhaft auffällt wird schnell zu einem anstrengenden Konflikt. Wie sich histrionisches Verhalten in Beziehung äussert, woran man es erkennt und wie man echte Emotion von instrumentell eingesetzter Theatralik unterscheidet, und vor allem: was man tun kann, um die Problematik zu lösen und den Bedürfnissen auf den Grund zu gehen, das und mehr diskutieren wir in dieser Episode.
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Jan 28, 2026 • 1h 11min

Narzissmus in Beziehungen – Psychologie statt Halbwissen

Guy Bodenmann, Professor und Paartherapeut, erklärt kurz und prägnant psychologische Konzepte rund um Narzissmus. Er klärt Unterschied zwischen Eigenschaft und Störung. Es geht um Entstehung, Typen wie grandios/vulnerabel, Beziehungsdynamiken, Manipulation und Therapieansätze. Praktische Beispiele und konkrete Kommunikations‑ und Interventionshinweise runden das Gespräch ab.
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Jan 14, 2026 • 58min

Wie wichtig ist die Persönlichkeit meiner Partner*in?

56 - Persönlichkeit macht Beziehungen einzigartig – und manchmal auch schwierig. Ob offen oder zurückhaltend, strukturiert oder chaotisch, humorvoll und emotional: Wir alle unterscheiden uns darin, wie wir denken, fühlen und handeln. Doch was ist eigentlich Persönlichkeit? Wann sprechen wir von stabilen Persönlichkeitsmerkmalen, und wann eher von situativen Reaktionen? In dieser Episode schauen wir auf Persönlichkeit im Beziehungskontext. Welche Persönlichkeitsmerkmale sind für Partnerschaften besonders relevant? Woran machen wir Passung fest? Warum zeigen sich bestimmte Eigenschaften gerade in engen Beziehungen oft stärker als im Alltag? Und wieso geraten manche Paarkonstellationen immer wieder an dieselben Konfliktpunkte? Wir sprechen über typische Persönlichkeitszüge, die in Paarforschung und Therapie besonders häufig auffallen; und darüber, wie sie Beziehungen belasten können, ohne automatisch „problematisch“ oder pathologisch zu sein. Gleichzeitig schlagen wir die Brücke zu den kommenden Episoden und klären, wo die Grenze zwischen Persönlichkeit, verfestigten Mustern und Persönlichkeitsstörungen verläuft. Eine Folge über Persönlichkeit, Passung, und darüber, warum wir in Beziehungen Persönlichkeit oft dort vermuten, wo eigentlich ganz andere Prozesse wirken.
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Dec 3, 2025 • 1h 8min

Autismus: Häufig missverstanden – und stärker in Beziehungen, als viele denken

55 - Autismus wird von vielen noch immer stark missverstanden. Zwischen Klischees vom „Genie“ auf der einen Seite und dem „beziehungsunfähigen Aussenseiter“ auf der anderen gehen oft die eigentlichen Merkmale und Stärken unter. In dieser Episode sprechen wir über die Autismus Spektrum Störung (ASS), die nach ICD-11 als Spektrum verstanden wird, und darüber, was Autismus tatsächlich ist – und was nicht. Wir erklären die zentralen Kriterien, zum Beispiel Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und rigide Routinen, aber auch das besondere Wahrnehmungsprofil, aus dem sich häufig Nischeninteressen und beeindruckende Talente in bestimmten Bereichen entwickeln. Wir gehen darauf ein, warum Menschen mit ASS sehr wohl Emotionen wahrnehmen und emotionale Empathie besitzen, gleichzeitig aber kognitive Empathie und unausgesprochene soziale Regeln anspruchsvoll sein können. Im Beziehungskontext schauen wir uns an, warum Smalltalk, Gruppensituationen und soziale Veranstaltungen anstrengend sind, weshalb Online-Dating für manche Menschen im Spektrum eine hilfreiche Alternative ist und welche typischen Missverständnisse in Partnerschaften entstehen. Gleichzeitig sprechen wir über Stärken, die in Beziehungen besonders wertvoll sind: Direktheit statt Spielchen, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Loyalität, wenn man sich einmal auf eine Person eingelassen hat – und was sich neurotypische Paare davon vielleicht abschauen können. Wir geben einen Einblick in die Autismus Spektrum Störung aus Beziehungs- und Alltagsperspektive: Welche Herausforderungen begegnen Betroffenen und Angehörigen, was entlastet im Miteinander und wo liegen die Chancen in Beziehungen mit Menschen im Spektrum. Eine Episode über Mythen, Realität und darüber, warum Autismus in Beziehungen oft ganz anders aussieht, als viele glauben.
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Nov 19, 2025 • 50min

Von Sorgen bis Panik: Generalisierte Angststörung und Agoraphobie in der Partnerschaft

54 - „Overthinker“ oder gefangen in einer Angstspirale? In dieser Episode widmen wir uns den beiden Angststörungen, die Beziehungen am stärksten belasten: der Generalisierten Angststörung (GAS) und der Agoraphobie (inklusive Panikstörung, oder losgelöst). Während die letztens besprochenen Phobien die häufigsten Störungsformen sind, zeigen gerade diese beiden Störungen eine der engsten Verbindungen zu niedriger Partnerschaftszufriedenheit; mit oft tiefgreifenden Folgen für den gemeinsamen Alltag.Wie führt das ständige Sorgenmachen bei der GAS zu einer psychischen Dauerbelastung, die körperliche Folgen hat und auch den Partner mit hineinzieht? Wie entsteht aus gut gemeinter Unterstützung plötzlich Co-Rumination, emotionale Erschöpfung und das Gefühl, dass die Beziehung zunehmend schwerer und negativer wird? Und ab wann sind Sorgen kein Persönlichkeitsstil oder „Overthinking“ mehr, sondern ein pathologisches Muster?Bei der Agoraphobie sprechen wir über die Natur von Panikattacken. Aber auch darüber, wie Vermeidung den Radius des eigenen Lebens immer weiter verkleinert; und wie die Partnerin oder der Partner oft unbemerkt als willkommene „Flucht“ Teil des Sicherheitsverhaltens wird. Was bedeutet es für eine Beziehung, wenn eine Person das Haus kaum noch allein verlässt? Warum wird Nähe dann manchmal zur Falle, weil sie Sicherheit gibt, aber uns mit der Zeit die Autonomie nimmt?Wir erklären, wie diese Störungen entstehen, wie sie sich im Alltag zeigen, warum sie Beziehungen so stark beeinflussen und welche Mechanismen die Angst unbeabsichtigt immer weiter verstärken. All das, und wie kleine Veränderungen im Interaktionsmuster so viel bewirken können, gibt’s in dieser Episode.
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Nov 5, 2025 • 52min

Soziale Angst & Phobien – wie Angst entsteht und sich selbst verstärkt

53 - Phobien gehören zu den häufigsten psychischen Störungen überhaupt: Fast jede dritte Person erlebt im Laufe ihres Lebens eine Form davon. Doch wie wird aus einem Tier, einer Situation oder einem Gegenstand plötzlich etwas, das Panik, Herzrasen und Schweißausbrüche auslöst? In dieser Episode sprechen wir über die Entstehung und Aufrechterhaltung von Phobien; warum unser Gehirn Angst manchmal „lernt“, obwohl keine reale Gefahr besteht, und wie sich dieses Lernen verselbstständigen kann. Wir besprechen, wie sich Ängste verfestigen, wie Vermeidung sie langfristig verstärkt, und was dabei in Körper Psyche vor sich geht. Ein besonderer Fokus liegt hier auch auf der sozialen Angststörung: eine Störung, die tief in unser Denken und Fühlen eingreift. Wir besprechen, wie soziale Angst Partnerwahl und Beziehung beeinflusst, warum sich Betroffene zunehmend zurückziehen, und weshalb wohlmeinende Schonung durch Partnerin oder Partner die Angst verstärkt. Ausserdem kann man bestimmte Ängste selbst angehen; alleine oder mit PartnerIn. Wir zeigen, wie einfache Verhaltensängste im Alltag desensibilisiert werden können und wie wir Nahestehenden helfen, Angst langfristig zu überwinden. Eine Folge über die Mechanismen von Angst, Beziehungsdynamiken und Wege, „mutiger“ durchs Leben zu gehen.
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Oct 22, 2025 • 55min

Essstörungen verstehen - Anorexie, Bulimie & Binge-Eating im Alltag und in Beziehungen

52 - Manchmal geniessen wir es, manchmal schlingen wir es runter auf dem Weg zum Meeting. Manche orientieren ihre Alltagsroutine daran, andere nehmen es so, wie der Hunger kommt: Essen ist weit mehr als blosse Nahrungsaufnahme. Es ist für viele ein Teil von Kultur und Alltag, aber auch Nähe und Intimität. Doch was geschieht, wenn das Essen langsam den ganzen Alltag, irgendwann auch das gesamte Denken einnimmt? Was für manche unvorstellbar ist, ist für viele Realität: zwischen 5 und 18%, je nach Bericht, sind in westlichen Regionen von Essstörungen betroffen. Wir unterscheiden hierbei klinisch die Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa und die Binge-Eating-Störung. Auch wenn die drei Störungsbilder sich stark voneinander unterscheiden, tragen sie im Kern eine Gemeinsamkeit: Das gestörte Essverhalten, das schwer unter Kontrolle zu kriegen ist. Aber wie entsteht so eine Essstörung? Spielen Schönheitsideale und Medien, Gewohnheiten und Routinen der Eltern, Persönlichkeitseigenschaften oder doch frühe Bindungserfahrungen eine zentrale Rolle? In unserem Podcast sprechen wir auch darüber, wie Essstörungen sich auf Partnerschaften auswirken. Rigide Routinen, Sorgen oder überhöhter Perfektionsanspruch zu gefallen; wir besprechen spannende Verstärker-Dynamiken, die unter Partnern entstehen können. Während die Anorexie oft schon vor einer Beziehung beginnt, treten die Herausforderungen für Paare erst im Zusammenleben deutlich hervor. Bei Bulimie und Binge-Eating zeigen sich die Belastungen häufig später – aber mit gravierenden Auswirkungen auf die gemeinsame Lebensgestaltung. Wir diskutieren, wie dieses Störungsbild Alltag, Sozialleben, Sexualität und vieles mehr beeinträchtigt – und wie man in einem so sensiblen Feld einen hilfreichen Umgang findet.

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