

Beziehungen verstehen.
Guy Bodenmann und Kristina Schneider
Wie entsteht Beziehung? Ist der Mensch monogam? Wie kommunizieren wir? Wieso streiten wir? Wie funktionieren Beziehungen und was braucht es, diese glücklich zu leben? Wie öffnet man sich emotional? Was ist Commitment? Was sagt mein Bindungsstil über mich aus?
In unserem wissenschaftlichen Psychologie-Podcast gehen wir jeden zweiten Mittwoch zahlreichen Fragen und faszinierenden psychologischen Prozessen auf den Grund, erklärt anhand praktischer Beispiele und echter Geschichten.
Professor und Paartherapeut Guy Bodenmann erzählt aus Forschung und Praxis, interviewed von Kristina Schneider.
In unserem wissenschaftlichen Psychologie-Podcast gehen wir jeden zweiten Mittwoch zahlreichen Fragen und faszinierenden psychologischen Prozessen auf den Grund, erklärt anhand praktischer Beispiele und echter Geschichten.
Professor und Paartherapeut Guy Bodenmann erzählt aus Forschung und Praxis, interviewed von Kristina Schneider.
Episodes
Mentioned books

Oct 8, 2025 • 54min
Alkoholsucht in der Partnerschaft - Ursachen, Folgen und was wirklich hilft
51 - Alkohol gehört bei vielen im Leben dazu; schon früh wird man zum Trinken sozialisiert, beobachtet es im Elternhaus oder in Filmen und kann es kaum erwarten, ins Trinkalter zu kommen. Auch fortlaufend findet sich Alkohol auf guten Feiern, beim Abendessen und einfach beim Geniessen des Lebens. Aber wieso sind wir so gewöhnt an eine potenziell so problematische Substanz? Wir sprechen darüber, wie der Alkohol in unsere Kreise kam, was Alkohol mit uns macht und wie er uns, wenn man nicht aufpasst, abhängig macht und im schlimmsten Fall eine Suchterkrankung triggern kann. Uns bei Beziehungen verstehen interessiert hier aber auch vor allem eins: wie Alkoholabhängigkeit sich auf die Partnerschaft auswirkt; wie sie Bindungsdynamiken beeinflusst, und unsere Partner*innen oder Kinder beeinträchtigt. Was tun, wenn der Partner oder die Partnerin doch ein paar Gläschen Wein mehr trinkt als zuvor vorgenommen, und das immer regelmäßiger? Wie geht man damit um, wenn die Stimmungszustände eines Nahestehenden immer unvorhersehbar werden; Verhalten impulsiver und den vorherigen Verantwortungen nicht mehr nachgegangen werden kann? Und was ist der nächste Schritt, wenn man bei sich selber allmählich den Kontrollverlust feststellt, wenn Alkohol im Spiel ist? Wir besprechen, wie eine Alkoholabhängigkeit entsteht, welche Ursachen und Risikofaktoren es zu beachten gilt, aber auch vor allem, was man rechtzeitig tun kann, für sich selber oder für den Partner bzw. die Partnerin. Alkoholkonsumstörung: Was ihr wissen solltet & was wirklich hilft!

Sep 24, 2025 • 52min
Mein Partner ist depressiv: Was jetzt?
50 - Die Depression trifft viele Menschen mit einem statistisch späteren Eintrittsalter in den 30ern – eine Lebensphase, in der viele Menschen bereits in einer festen Partnerschaft sind. Kaum jemand hat dieses Risiko für sich oder bei der Partnerwahl auf dem Schirm; und dennoch kann es jeden treffen. Was nun? Eine Depression kann viele Auslöser haben; ob Verlusterfahrungen wie eine schwere Trennung, der Tod einer nahestehenden Person oder wiederholte Niederschläge bei der Arbeit. Und dennoch tritt sie in vielen Fällen auch scheinbar „aus dem Nichts“ auf, ohne Vorahnung oder jegliche vorangehende Ereignisse. Auch wenn diese psychische Störung eine der meist erforschten Erkrankungen mit soliden Behandlungsmethoden darstellt und eine Beziehung an sich einen wichtigen Schutzfaktor: Im Fall einer Erkrankung reagieren die meisten Partner*innen instinktiv falsch. Denn durch das wohlwollende, unterstützende Verhalten, welches in liebevollen Beziehungen oft aufkommt, wird eine Depression paradoxerweise psychologische verstärkt, und nicht viel später leidet die ursprünglich gesunde Partei nicht selten selber unter klinisch relevanten Symptomen; aus einem Betroffenen werden zwei. Aber warum ist das so, wie funktioniert das? Und die vielleicht wichtigste Frage: Was kann man dagegen tun? Wir besprechen die psychologischen Prozesse hinter der Entstehung einer Depression, die ungewollten Verstärkungsprozesse durch die Partner*innen, und wie man diese Erkrankung gemeinsam überwindet und diese tiefe Schauerwolke über der Beziehung an sich vorbeiziehen lässt, ohne zusammen darin zu versinken.Diese Episode behandelt Depression, Suizid (erwähnt, nicht explizit).

Sep 10, 2025 • 41min
Die Suche nach Sinn – Was uns Menschen einzigartig macht
49 - Die Frage nach dem Sinn – eine Frage, vielleicht so alt wie die Zeit. Was, wenn wir euch sagen würden, dass es sich hierbei sogar um ein Grundbedürfnis des Menschen handelt? Denn auch wenn das Bedürfnis nach „Sinnhaftigkeit“ neben den anderen Grundbedürfnissen oft eine untergeordnete Rolle einnimmt, so könnte die Suche nach einem höheren Sinn ein Alleinstellungsmerkmal sein, das den Menschen einzigartig macht und von anderen Lebewesen unterscheidet. Aber was bedeutet überhaupt ein Bedürfnis nach Sinn; geht es hierbei um den höheren Sinn des Lebens, oder vielleicht auch nur um den Sinn hinter einer ordinären Tätigkeit, die ich ausführe wie die Kaffeemaschine zu entkalken? Wir diskutieren die evolutionspsychologische Herkunft des Sinnes-Bedürfnisses, wie und wann es sich entwickelte, und was es so elementar wichtig und einflussreich macht in unserem alltäglichen Leben. Wir besprechen, wie man dieses Bedürfnis gezielt aus Motivations-Ressource nutzen kann, aber auch, was für Risiken es birgt. Wie erfüllt man sich dieses Bedürfnis, und was passiert, wenn man es als nicht erfüllt wahrnimmt? Und warum scheitern manche Menschen genau daran, diesem Bedürfnis vergeblich nachzugehen? Findet heraus, wo dieses Bedürfnis evolutionär herkommt, wie es funktioniert und was es bewirken kann - und wie man es für sich benutzt, statt es gegen sich arbeiten zu lassen. Die wichtigsten Eigenschaften, Funktionen und Kehrseiten des fünften psychologischen Grundbedürfnisses – hier bei uns, in dieser Episode Beziehungen verstehen!

Aug 13, 2025 • 55min
Wie zu viel Selbstschutz unseren Selbstwert zerstört – Die Psychologie des Selbstwerts
48 - Ein elementares Bedürfnis des Menschen: Sich geliebt, kompetent und wertvoll fühlen – oder genauer gesagt: das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung und Selbstschutz. Aber was macht dieses Bedürfnis aus? Konträr zu populären Überzeugungen, dass der Selbstwert alleinig unsere eigene Verantwortung sei, widerspricht die psychologische Bindungsforschung ganz klar: Bei uns heisst es, ohne Fremdwert kein Selbstwert. Oder zumindest zunächst – denn wer durch gesunde Bindung Fremdwert zugesprochen bekommt und einmal einen gesunden Selbstwert aufbauen konnte steht resilienter im Leben. Aber wie genau beeinflussen unterschiedliche Erfahrungen unsere Überzeugungen von uns selbst, unsere ausschlaggebende Motivation im Leben und unsere mentale Gesundheit? Welche Strategien hat unsere Psyche entwickelt, um unseren Selbstwert auch trotz schlechter Voraussetzungen zu erhöhen und zu schützen? Wir diskutieren, wie ein gesunder Selbstwert aussieht; ab wann er unsere Verantwortung ist und wie man zwischen "Ego-Trip" und Selbstwertkomplexen die gesunde Mitte trifft. In dieser Episode erfährst du ausserdem, ab wann gesunde Selbstschutz-Strategien sogar Selbstwertschädlich werden können; für dich oder deine Mitmenschen!

Jul 30, 2025 • 33min
Das Paradox von Lust und Unlust – warum wir unglücklich werden, wenn wir nur Lust suchen
47 - Warum fühlen wir uns magisch zu schönen, angenehmen Dingen hingezogen – und tun fast alles, um unangenehme Erfahrungen zu vermeiden? In dieser Episode tauchen wir in eines der ältesten menschlichen Grundbedürfnisse ein: den Wunsch nach Lustgewinn und Unlustvermeidung. Wir sprechen darüber, wie dieses Bedürfnis entsteht, warum es uns antreibt und wie die beiden psychologischen Prozesse – Annäherung und Vermeidung – unser Verhalten formen. Wie beeinflussen diese Mechanismen unsere Motivation, unser Lernen und unsere psychische Gesundheit? Wie hängen sie mit Frustrationstoleranz und Emotionsregulation zusammen? Und ist das Bedürfnis dann erfüllt, wenn man maximale Lust erlebt und keine Unlust mehr verspüren muss? Die Antwort mag dich überraschen! Lerne über dieses elementare Bedürfnis und wie man es tatsächlich optimal erfüllt; und warum uns unsere Intuition oft in eine falsche Strategie leitet.

Jul 16, 2025 • 39min
Warum wir alles kontrollieren wollen – und das ein gesundes Bedürfnis ist
46 - Kontrolle: Für viele klingt das nach ständiger Planung, Perfektionismus, übertriebener Strenge oder Manipulation. Was wir im Umgangssprachlichen unter einem "Kontrollfreak" verstehen würden, sind wir aus psychologischer Sicht, im Grunde genommen, alle: Seit Beginn unseres Lebens lernen wir, was wir kontrollieren können, und was nicht. Je nachdem, wie diese frühen Kontrollerfahrungen ausfallen, entwickeln sich Verhalten, Motivation und Bedürfnisse auf unterschiedliche Weise; bestehen tut das Grundbedürfnis aber für den Rest unseres Lebens. Aber warum ist Kontrolle für uns so wichtig? Eng verbunden mit Bindung und tief vernetzt mit Motivation, Selbstwirksamkeit und psychischer Gesundheit: Kontrolle ist viel mehr als das, was sich die meisten darunter vorstellen. Wir diskutieren das Kontrollbedürfnis und unterschiedliche Kontrollerfahrungen aus psychologischer Sicht. Was Kontrolle und vor allem Nicht-Kontrolle mit uns macht: Hier in dieser Episode im Gespräch!

Jul 2, 2025 • 34min
Die 5 psychologischen Grundbedürfnisse – Warum sie erfüllt sein müssen
45 - Bindung, Kontrolle, Lustgewinn / Unlustvermeidung, Selbstwerterhöhung und Sinn – fünf Stichworte, die laut psychologischer Forschung den Kern all unserer psychologischen Wünsche bilden. Doch warum gerade diese fünf? Wie haben WissenschaftlerInnen sie überhaupt herausgefiltert, und was passiert, wenn ein Grundbedürfnis dauerhaft zu wenig, zu viel oder auf die falsche Weise befriedigt wird? In dieser Episode schauen wir in das „Basis-Set“ menschlicher Motivation: Wir diskutieren, wo die Bedürfnisse herkommen; zeigen, wie sie vernetzt sind und sich gegenseitig verstärken oder blockieren und werfen einen ersten Blick auf typische Kompensationsstrategien, die mehr schaden als helfen. Ein Überblick aus dem Kern psychologischen Handelns und Denkens: In der aktuellen Episode! In den hierauf folgenden Episoden gehen wir den einzelnen Bedürfnissen im Detail nach.

Jun 18, 2025 • 36min
Beziehung rettet Leben – Wie sie Psyche, Körper & Lebenszeit prägt
44 - Ob Herzinfarkt-Risiko, depressive Verstimmungen oder pure Lebenszufriedenheit; immer wieder zeigen Langzeitstudien, dass nichts unser Wohlbefinden sowie so manchen Gesundheitsverlauf so zuverlässig vorhersagt wie die Qualität unserer engsten Beziehungen. In dieser Auftaktfolge der neuen Staffel „Beziehung & Wohlbefinden“ erkunden wir, warum soziale Verbundenheit der stärkste Protektivfaktor ist, den wir haben können; und weshalb gerade die romantische Paarbeziehung – als emotional exklusive, meist einflussreichste Bindung, nach der sich die meisten von uns sehnen und die über 90 % mindestens ein mal in ihrem Leben eingehen werden – einen überproportional grossen Einfluss auf Langlebigkeit, Krankheitsanfälligkeit und seelische Resilienz hat. Wir verbinden neueste Forschung mit alltagsnahen Beispielen, trennen Mythen von Evidenz und fragen: Wie kann ein liebevolles „Wir“ tatsächlich Blutdruck senken, Stresshormone drosseln und sogar das Immunsystem stärken? Freu dich auf wissenschaftliche Einblicke, die dich dein eigenes Beziehungsnetz in einem neuen, gesundheitsstärkendem Licht sehen lassen!

Jun 4, 2025 • 49min
Alte Bindungsmuster durchbrechen – Trigger überwinden, Beziehung stärken
43 - Frühe Bindungserfahrungen formen unsere grundlegende Vorstellung von Nähe, Vertrauen und Rückzug – und oft tragen wir diesen unsichtbaren Ballast in jede neue Beziehung. Warum reicht ein beiläufiger Satz unserer Nachbarin, um tiefe Verunsicherung auszulösen? Weshalb finden ängstlich-verwickelte und vermeidend-distanziert gebundene Partner so häufig zusammen - und haben sie tatsächlich eine Chance, gemeinsam Sicherheit aufzubauen? In dieser Episode knüpfen wir an unsere bisherigen Bindungs-Episoden an und tauchen in den Prozess korrigierender Erfahrungen ein: Wir entschlüsseln, was hinter scheinbar überzogenen Trigger-Reaktionen steckt, zeigen, wie PartnerIn und Umfeld beim Umlernen unterstützen können, und beleuchten, wann professionelle Hilfe den entscheidenden Unterschied macht. Ob du selbst unsicher gebunden bist oder einen Menschen liebst, der es ist: Lass dich von psychologischer Forschung, praktischen Strategien und Aha-Momenten inspirieren, wie alte Muster aufgebrochen und Beziehungen zu sicheren Häfen werden können.

May 21, 2025 • 51min
Online Dating – Die Psychologie hinter Swipes und Matches
42 - Online-Dating; ein seit Beginn des Internets existierendes Partnerwahlverfahren. Was damals über E-Mail-Austausch begann, ist heute über Handy Apps wie Tinder, Bumble oder Hinge durch die Decke gegangen. Laut einer deutschen Umfrage lernten im Jahr 2024 rund 21 % von Menschen in Beziehung ihre Partner:in über eine Online-Dating-Plattform kennen. Die Gesamtzahl der Online-Nutzer von Dating-Plattformen belief sich zu ähnlicher Zeit auf 11,5 Millionen Nutzer:innen. Warum wir online-Dating mittlerweile als eine der prominentesten Partnersuche-Methoden ansehen sollten, ist klar. Aber was bedeutet das für Partnerwahl und unsere in der letzten Episode besprochenen Partnerwahlmodelle und psychologischen Prozesse? Was ändert sich im typischen Kennenlernrhythmus und Screening von potenziellen Partner:innen, wenn man zunächst nur anhand von Bild und Text, statt der gesamten Person ausfiltert? Was sind Vorteile, was auch Risiken vom Dating der heutigen Zeit? Das und mehr besprechen wir in dieser Anschlussepisode zur Psychologie der Partnerwahl!


