

Meilensteine - Alben, die Geschichte machten
SWR1 Rheinland-Pfalz
Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
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Mar 30, 2026 • 1h 20min
50 Jahre BAP – "Paar Daach Spääder"
Diesmal geht es nicht nur um ein einzelnes Album, sondern BAP als Liveband im Spiegel von fünf Jahrzehnten Musikgeschichte. Passend dazu ist am 27. März 2026 die Jubiläumsbox "Paar Daach Spääder" erschienen, mit 50 Live-Aufnahmen aus 50 Jahren BAP.
Für dieses Meilensteine-Special kommt einer zu Wort, der diese Geschichte wie kein Zweiter geprägt hat: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Gemeinsam mit Meilensteine-Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach blickt er zurück auf 50 Jahre Bandgeschichte. Zur Aufzeichnung haben sich die drei im legendären Maarwegstudio2 in Köln getroffen, in dem auch einige BAP-Alben entstanden sind.
Die Anfänge von BAP – Vom Hühnerstall zum Rockpalast
Nach einem Malerei-Studium in den frühen 1970er-Jahren absolvierte Wolfgang Niedecken gerade den Zivildienst und macht immer wieder mit unterschiedlichen Leuten Musik. Die Gruppe, die sich ab 1976 um ihn bildet, trifft sich zunächst in wechselnder Besetzung. An eine Rockstar-Karriere denkt zu diesem Zeitpunkt niemand.
Wir hatten keinen Karriere-Plan.
Quelle: Wolfgang Niedecken zu den Anfängen von BAP
Der entscheidende Impuls kommt dann eher zufällig: Ein Saxophonist aus einer früheren Band meldet sich bei Niedecken. Er habe einen Bauernhof geerbt, erzählt er. Dort gebe es einen Hühnerstall, den man mit etwas Arbeit in einen Probenraum umbauen könne. Kein großer Plan und kein Karrieregedanke – einfach ein Ort, an dem man wieder zusammen Musik machen kann.
Seinen ersten kölschen Song schrieb Wolfgang Niedecken damals aus Liebeskummer. Der Song kommt gut an, nach und nach entstehen weitere Songs und schließlich ein ganzes Album. Nach der Veröffentlichung wird die Band allerdings wieder umbesetzt. Viele der Musiker haben andere berufliche Verpflichtungen. Auch in den folgenden Jahren bleibt BAP in Bewegung. Mit Klaus Heuser, genannt "Major", kommt 1980 dann aber ein Gitarrist dazu, der die Band und ihren Sound bis 1999 entscheidend prägt.
Das ist das schöne bei uns, es entwickelt sich alles organisch.
Quelle: Wolfgang Niedecken über die wechselnde Bandbesetzung
Als BAP im August 1982 auf der Loreley spielen, wird langsam klar, dass aus der Musik mehr werden könnte. Der Auftritt findet im Rahmen des Rockpalast statt. Das Konzert wird europaweit live im Fernsehen übertragen und verschafft der Band eine ganz neue Reichweite.
Als offiziellen Gründungstag nennt Wolfgang Niedecken übrigens den 19. Juni 1976 – den Tag, an dem ihn der Anruf wegen des Hühnerstalls erreichte.
"What the hell is this?" – Als BAP selbst Mick Jagger beeindruckten
In 50 Jahren haben BAP einige bemerkenswerte Meilensteine erreicht. Sie schafften es, 13 Nummer-eins-Alben herauszubringen und übertrumpften damit sogar die Beatles.
Im Jahr 1982 spielen BAP als Vorband für die Rolling Stones – eine Band, die für sie immer ein wichtiges Vorbild war. Ihr Song "Hück ess sing Band en der Stadt" ist ihnen gewidmet. Und auch an diesem Abend hinterlassen BAP Eindruck: Schon als Vorband reißen sie das Publikum mit – so sehr, dass es selbst den Stones nicht entgeht. Mick Jagger soll die Szene mit einem ungläubigen "What the hell is this?" kommentiert haben.
Diese unbändige Spielfreude (von uns), die war natürlich großartig. Wenn wir auf Festivals gespielt haben, hatte die Band, die nach uns gespielt hat, ein Problem.
Quelle: Wolfgang Niedecken über die Spielfreude von BAP bei ihren Konzerten
Wenn Kölsch plötzlich nicht passt
Politik, deutsche Geschichte und gesellschaftliche Haltung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Arbeit von BAP und Wolfgang Niedecken. Immer wieder greifen ihre Songs diese Themen auf – etwa in "Amerika" oder "Kristallnacht".
Auch "Absurdistan" gehört in diesen Zusammenhang und zeigt gleichzeitig eine Besonderheit: Der Song beginnt nicht auf Kölsch, sondern auf Hochdeutsch. Wolfgang Niedecken erklärt, dass das keine bewusste Entscheidung war, sondern eher ein Gefühl. Beim Einsingen merkt er, dass sich das Kölsch hier nicht richtig anfühlt. Erst im Refrain kehrt die vertraute Sprache zurück. Für Niedecken selbst war das eine interessante Erfahrung für seinen eigenen Songwritingprozess.
Die Musik von BAP als Spiegel deutscher Geschichte
Für SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach erzählt "Paar Daach Spääder" mehr als nur die Geschichte von BAP. In der Jubiläumsbox spiegelt sich auch ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte wider, und eine Band, die immer dann präsent war, wenn es darauf ankam, Position zu beziehen.
Haltung zu zeigen, sagt Wolfgang Niedecken, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er könne gar nicht anders. Dabei gehe es ihm nie darum, zu belehren oder politische Vorgaben zu machen. Vielmehr wolle er Menschen dazu bringen, sich mit den wichtigen Fragen auseinanderzusetzen.
Ich will die Leute dazu kriegen, dass sie sich mit den wichtigen Sachen auseinandersetzen.
Quelle: Wolfgang Niedecken über seine Intentionen bezüglich seiner Haltung
Grenzen von außen habe es dabei kaum gegeben. Weder Plattenfirmen noch andere Akteure hätten ihm vorgeschrieben, was gesagt werden darf oder was nicht. Haltung war bei BAP immer Teil der Musik.
Auch mit Blick auf jüngere Bands sieht Wolfgang Niedecken diese Haltung weiterleben. Gruppen wie Kraftklub, Von Wegen Lisbeth oder AnnenMayKantereit stehen für ihn für eine neue Generation von Künstlern, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Gerade in AnnenMayKantereit erkennt Niedecken dabei vieles wieder, was auch BAP geprägt hat.
50 Jahre BAP und 75 Jahre Wolfgang Niedecken
50 Jahre BAP – das sind fünf Jahrzehnte voller prägender Momente mit einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands und ihrem Frontmann Wolfgang Niedecken. Anlass genug, um zu gratulieren: zum Bandjubiläum und zu Niedeckens 75. Geburtstag.
Eine kleine, persönliche Geste gibt es obendrein: Meilensteine Host Frank König und SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach bringen dem Geburtstagskind ein Poster mit einer Collage aus 2CV-Enten mit. Eine Anspielung auf Niedeckens legendäre "Kastenente", die ihn in den Anfangsjahren von BAP oft begleitet hat.
Shownotes
Die neue CD/LP Box "Paar Daach Spääder" von BAPBAP - Zeitreise 81/82 - Sartory Säle, Köln 2023 in der ARD MediathekYouTube-Kanal von BAPWDR Rockpalast Doku "Dann kam alles anders - Wolfgang Niedecken wird 70"Maarwegstudio2 – hier haben wir die aktuelle Folge aufgenommenARD Podcast-Tipp: "Ball you need is love" von Arnd Zeigler
Über diese Songs vom Album "Paar Daach Spääder" sprechen wir im Podcast
(15:45) – "Hück ess sing Band en der Stadt"(24:51) – "Psycho-Rodeo"(37:15) – "Paar Daach fröher"(41:30) – "Helfe kann dir keiner"(46:30) – "Amerika"(54:26) – "Et Levve ess en Autobahn"(1:00:50) – "Time Is Cash Time Is Money (Bläck Fööss)"(1:04:47) – "Absurdistan"

Mar 23, 2026 • 1h 5min
Gorillaz – "Gorillaz"
Für die Gorillaz tun sich Damon Albarn und Jamie Hewlett zusammen
Mit den Gorillaz haben Damon Albarn und Jamie Hewlett eines der innovativsten Musikprojekte aller Zeiten erschaffen – aus Frust. Entstanden ist die Idee zu dem Projekt, als die beiden WG-Kollegen Ende der 90er zusammen MTV geschaut haben und sich über die glattgebügelte Scheinwelt aus produziertem Hochglanz-Pop ärgerten.
Damon Albarn erschafft die Gorillaz als Statement der scheinheiligen Popwelt
"Nichts ist da mehr echt! Und jede Fakeband könnte authentischer sein als das, was wir da sehen", so die frei übersetzte Hypothese der beiden. Also haben sie genau das gemacht. Sie haben mit den Gorillaz die erste echte Fakeband der Welt erfunden. Das musikalische Mastermind ist Damon Albarn, der mit seiner Band "Blur" bereits diverse Erfolge gefeiert hatte und eine der Ikonen des Britpop war.
An seiner Seite steht sein Mitbewohner und Freund Jamie Hewlett, der sich als Comiczeichner und Co-Autor des Erfolgscomics "Tank Girl" als Künstler einen Namen gemacht hatte.
Das Ziel war klar: Die Gorillaz sind ein Statement gegen die Popkultur-Scheinwelt. Die Gorillaz kritisieren das Popbusiness, während sie gleichzeitig damit spielen und es erobern – was für eine Ironie.
Damon Albarn und Jamie Hewlett erfinden ein Universum für die Gorillaz
Die (offizielle) Band Gorillaz besteht aus den vier fiktiven Charakteren Murdoch Nicalls, 2-D, Noodle und Russell – allesamt mit weitreichenden Hintergrundgeschichten, die spannend, verrückt und natürlich frei erfunden sind.
Man merkt erst heute, wie krass Visionär dieses Album war!
Quelle: Bianca Hauda, Musikjournalistin und Moderatorin über das Album "Gorillaz"
Die These des Projekts: Auch wenn etwas komplett frei erfunden ist, kann es authentischer sein als existierende Bands und Menschen aus Fleisch und Blut. Denn hier wird niemandem etwas vorgemacht.
Die Gorillaz sind ein 360-Grad-Kunstprojekt von Albarn und Hewlett
Mit den Gorillaz haben Damon Albarn und Jamie Hewlett nicht nur eine Band aus dem Nichts erschaffen, sondern gleich ein ganzes Universum drumherum. Die Fiktion hört nicht bei der Musik und bei den Videos auf. Es gibt mit "Rise Of The Ogre" eine Bandbiografie, Interviews mit den Bandmitgliedern und vieles mehr.
Die Gorillaz sind ein 360-Grad-Kunstprojekt, das immer wieder die Grenzen sprengt!
Quelle: Patrick Schütz, Musikredakteur über die Gorillaz
Hören, sehen, lesen – es macht Spaß, die Welt der Gorillaz zu entdecken
Elton John hat Damon Albarn, den musikalischen Kopf hinter der Band, als "interessantesten britischen Musiker" bezeichnet. Spannend ist dabei vor allem, dass es im Gorillaz-Kosmos – im Rahmen des Debütalbums und darüber hinaus – unglaublich viel zu erkunden gibt für die Fans. Es gibt viele Details und Muster, die immer wiederkehren und weitergetragen werden – diese zu entdecken macht unglaublich viel Spaß.
Neben der Musik gibt es auch viele Filmreferenzen
Besonders häufig finden sich auf dem Debütalbum zum Beispiel auch Filmreferenzen zu Klassikern der Kinogeschichte. Sei es zu den Italowestern, im Song "Clint Eastwood", dem bekanntesten Stück des Albums, oder zu Horrorfilmklassikern wie "The Shining" oder "Freitag der 13.".
Der Einfluss von Damon Albarn und den Gorillaz
Mit dem Debütalbum der Gorillaz haben Jamie Hewlett und Damon Albarn der damaligen Popwelt den Spiegel vorgehalten und gezeigt, dass man für Authentizität nicht mal echte Menschen braucht. Und als (fast schon) Nebeneffekt gibt es hierbei noch großartige Musik, die Weltmusik, Art-Pop, Dub, Triphop, Hip-Hop, Rock und noch vieles mehr verbindet.
Dieses Album hat uns gezeigt, dass es in der Musik keine musikalischen und kulturellen Grenzen gibt!
Quelle: Bianca Hauda über das Vermächtnis der Gorillaz
Shownotes
Die komplette Hintergrundgeschichte der GorillazDas Musikvideo zu "Clint Eastwood"Das Musikvideo zu "19-2000"Das Musikvideo zu "Rock The House"Das Musikvideo zu "Tomorrow Comes Today"Die Website der "Kong Studios"Kurzdoku über Damon Albarn von Musikjournalist Asa ParkModerator Zane Lowe im Interview mit Damon AlbarnFanwiki zu den GorillazDas Interview, das Jamie Hewlett für "Deadline" geführt hatARD-Podcast-Tipp: Bergfreundinnen
Über diese Songs vom Album "Gorillaz" sprechen wir im Podcast
(20:30) – "Re-Hash" (25:37) – "Tomorrow Comes Today"(36:18) – "Clint Eastwood"(45:53) – "Rock The House"(52:38) – "19-2000"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(30:50) – "I Got Law" von Blur(34:42) – "Java” von Augustus Pablo(35:22) – "Sunset Coming On” von Damon Albarn(47:22) – "Concrete Schoolyard” von Jurassic 5(49:08) – "Mistadobalina” von Del The Funky Homosapien

Mar 16, 2026 • 58min
Depeche Mode – "Black Celebration"
Für ihr Album "Black Celebration" sind Depeche Mode 1985 zurückgekehrt in die, für sie bereits bekannten, Hansa-Studios nach West-Berlin. Dort hatte die Gruppe um Sänger Dave Gahan bereits die beiden Vorgängeralben "Some Great Reward" und "Construction Time Again" aufgenommen.
Mit "Black Celebration" entwickeln sich Depeche Mode weiter
Für Musikredakteur und Depeche Mode-Fan Dave Jörg ist dieses Album die nächste Stufe in der Qualität der Band, erzählt er im Meilensteine-Podcast.
Das ist die klanglich bisher beste Depeche Mode-Platte, die überhaupt rausgekommen ist.
Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur über "Black Celebration"
Die Band hat sich von der Qualität ihrer Produktion und ihres Samplings enorm weiterentwickelt, findet Dave Jörg. Und sie haben damit auch Mut bewiesen, denn sie haben sich mit "Black Celebration" gegen die aktuellen Trends von sanftem und weichem Pop gestellt, wie zum Beispiel Samantha Fox, Sandra oder Modern Talking. Depeche Mode haben mit ihrem Album das Gegenteil gemacht und sind noch düsterer geworden.
Der dunkle Sound auf "Black Celebration" von Depeche Mode ist nicht negativ
Bereits der selbstbetitelte Album-Opener zieht uns mit seiner Soundcollage rein in die Platte. Alles klingt dabei sehr düster, aber diese Düsternis ist nichts Schlechtes, erklärt SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius: "Sie drehen dieses Düstere schon fast um".
Das passiert, indem sie eine Passage einer Rede von Winston Churchill nehmen, die er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehalten hat. Daraus nehmen Depeche Mode für den Anfang ihrer "schwarzen Feier", den Ausschnitt: "Wir dürfen uns eine kurze Zeit der Freude gönnen".
Es ist so, dass man eine Trauer und Schmerz mit der Musik gemeinsam wegtanzen und wegfeiern kann und sich auch in schweren Zeiten erlauben darf, zu feiern. Dafür ist diese Musik enorm gut, weil man sich da "drin einwickeln kann", sagt Jörg.
Es macht einen nicht depressiv, sondern im Gegenteil: Diese wohlige Stimmung darin, damit kann man sich zudecken.
Quelle: Dave Jörg über "Black Celebration"
Der Depeche Mode Song "Stripped" von "Black Celebration" ist stilprägend
Depeche Mode haben immer gerne mit Sounds und Samples herumprobiert und gespielt. Der Rhythmus bei ihrem Hit "Stripped" ist auch dadurch entstanden. Dafür hat die Band den Sportwagen von Sänger Dave Gahan im Tonstudio aufgenommen und diesen stark verlangsamt. So hat der Song seinen maschinellen, durchgängigen Beat bekommen.
Aber die Band hat noch mehr reale Geräusche genommen, um sie verfremdet im Song "Stripped" einzubauen. Bei den Aufnahmen haben sie zum Beispiel auch im Abstand von mehreren Metern Mikrofone, außerhalb des Tonstudios, auf den Boden gestellt und Feuerwerksraketen daran vorbeigeschossen – ein unglaublicher Aufwand.
Die Arbeit hat sich seither keiner mehr gemacht mit Feuerwerkskörpern, soweit ich weiß.
Quelle: Dave Jörg über den Produktionsaufwand bei "Stripped"
"Stripped" war übrigens der erste Song, den die Band für ihr fünftes Studioalbum "Black Celebration" überhaupt aufgenommen hat.
Die Bedeutung von "Black Celebration" für Depeche Mode
Mit "Black Celebration" haben Depeche Mode sich ein ganzes Stück weiterentwickelt, ihre Position im Popbusiness gefestigt und gleichzeitig ein neues Level erreicht, was ihre Karriere betrifft, so ordnen Dave Jörg und Katharina Heinius das Album im Kontext der Bandgeschichte ein.
Shownotes
Video und Interview zum Artwork von "Black Celebration"Depeche Mode – "Black Celebration" Kurzfilm (1986)Das Musikvideo zum Song "Stripped"Das Musikvideo zu "A Question Of Time"Buchtipp: "Behind the Wall: Depeche Mode - Fankultur in der DDR"Buchtipp: "Depeche Mode: Monument"Meilensteine Folge zu "Some Great Reward" mit Autor Sascha LangeARD Podcast-Tipp: "Danke, gut. Der COSMO Podcast über Pop und Psyche"
Über diese Songs vom Album "Black Celebration" sprechen wir im Podcast
(10:16) – "Black Celebration"(20:17) – "A Question Of Lust"(27:56) – "A Question Of Time"(35:30) – "Stripped"(47:22) – "But Not Tonight"(51:59) – "New Dress"

Mar 9, 2026 • 1h 12min
Daft Punk – "Discovery"
Daft Punk sind eine der größten House-Bands aller Zeiten. Den internationalen Durchbruch haben sie mit ihrer Single "Around The World" und dem dazugehörigen Album "Homework" geschafft. Mit ihrem zweiten Album "Discovery" hat die Gruppe ihren Stand gefestigt und gezeigt, dass sie keine musikalischen Eintagsfliegen sind.
Ab da ist die Erfolgskurve von Daft Punk, die man auch dadurch kennt, dass sie selbst immer mit Roboterhelmen verkleidet in der Öffentlichkeit aufgetreten sind, weiter steil nach oben gegangen.
Mit "Discovery" beginnt die Weltkarriere von Daft Punk
Daft Punk machen auf "Discovery" – und auch in der Zeit danach – eine besondere Form der House-Musik, nämlich: "French House". Diese spezielle Spielform hat ihre Ursprünge auch im französischen Hip-Hop, der vor allem in den äußeren Bezirken von Paris, den sogenannten "Banlieues" entsteht und stark vom Jazz geprägt ist, erklärt Musikredakteur Stephan Fahrig im Podcast.
Man muss sagen, dass French House nicht auf ein bestimmtes Genre festzulegen ist
Quelle: Stephan Fahrig, Musikredakteur über die Herkunft von French House
Die musikalische Zusammensetzung von "Discovery" und Daft Punk
Wie genau das Erfolgsrezept von French House und Daft Punk zusammengesetzt ist, erklärt Meilensteine Gast Sascha Simnovec. Dabei beginnt alles mit einem sehr genauen 4/4-Drumbeat, einer funky Bassline und einer Portion Nile Rodgers und Chic. Was sonst noch reingehört in das fein abgeschmeckte Rezept, das hört ihr im Meilensteine Podcast.
"Discovery" hat mich damals schon ziemlich umgehauen, weil da so eine Magie drinsteckt.
Quelle: Sascha Simnovec, Meilensteine Gast über "Discovery" von Daft Punk
Darüber hinaus lassen Daft Punk auf ihrem Album auch die Klänge verschiedener Instrumente verschwimmen. Es gibt Synthesizer, die wie Gitarren klingen, und Gitarren, die wie Synthesizer klingen – House-, Elektro-, Hip Hop- und Rockelemente bekommen hier vollkommen neue Klanggewänder übergezogen. Das hört man zum Beispiel auch beim Song "Digital Love".
Samples sind das Herzstück von Daft Punks Album "Discovery"
Auf ihrem Album "Discovery" bedienen sich Daft Punk auch ganz häufig bei mehr oder weniger bekannten, aber bereits veröffentlichten Songs – oft aus den 70ern. Hier werden einzelne Schnipsel von Songs genommen, stark bearbeitet und damit wird dann etwas Neues geschaffen. Auf die Spitze treiben Daft Punk es damit bei dem Song "Face To Face" wie Stephan Fahrig findet.
Das ist Sample-Masterclass! [...] 20 Songs werden in diesem einen verarbeitet!
Quelle: Stephan Fahrig über die Sampling-Qualität beim Song "Face To Face"
Diese Technik in der Musik wird "Sampling" genannt und ist vor allem in der elektronischen Musik und auch im Hip-Hop typisch. Das "Sampling" wird nicht immer unkritisch gesehen und hat schon mehrfach auch zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Künstlern und auch Plattenfirmen gesorgt.
Die erfolgreichste Single von Daft Punks "Discovery" ist "One More Time"
Der Überhit des Albums "Discovery" ist die Vorabsingle und Album-Opener "One More Time". Die Essenz des Songs ist ein Sample von Eddie Johns aus dem Jahr 1979. Das haben Daft Punk so reduziert und verändert, dass es nicht nach 70ern oder 90ern klingt, erklärt Sascha Simnovec, sondern es klingt "nach immer jetzt".
Was ich an "One More Time" schön finde: es klingt wie ein Roboter, der zum ersten Mal Glück empfindet.
Quelle: Sascha Simnovec, Podcast Gast über die Magie des Songs "One More Time"
Dieses stark verfremdete und sehr komprimierte Sample von Eddie Johns Song "More Spell On You" wirkt dabei durch die ständige Wiederholung intensivierend und entwickelt ein echtes Euphoriegefühl.
Der Einfluss von Daft Punk und "Discovery auf die Popmusik
Mit ihrem Album "Discovery" und ihrem French-House-Stil, haben Daft Punk die Popmusiklandschaft und Dancemusik der nachfolgenden Jahrzehnte stark beeinflusst, beweist Podcast Gast Sascha Simnovec mit Musikbeispielen von Lady Gaga, Madonna, Coldplay, The Weeknd und anderen Popmegastars.
In den Songs dieser Megastars lassen sich einige Elemente und Stilistiken wiederfinden, die wir auch aus dem Album "Discovery" von Daft Punk kennen.
Nach "Discovery": Weitere Erfolge und das Karriereende von Daft Punk
Später in ihrer Karriere haben sie noch mit anderen internationalen Künstlern wie Pharrell Williams, Nile Rodgers oder auch Elektro-Ikone Giorgio Moroder zusammengearbeitet. 2021 haben Daft Punk dann ihre Roboterhelme an den Nagel gehängt und das Ende von Daft Punk verkündet.
Shownotes
Die Geschichte von French HouseDie Geschichte zur Band "Daft Punk"French Touch: "Pop-Dissidenz"Arte-Blow-Up"Daft Punk: Musikduo und Filmproduzenten""Daft Punk Unchained" (Dokumentation)Interview zum Album-Release von "Discovery"Interstella 5555 (Trailer) - Der Film zum Album DiscoveryAlbum-Analyse der SamplesVideo zu den Samples von "One More Time"Tickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalARD-Podcast-Tipp: "Der KI-Podcast"
Über diese Songs vom Album "Discovery" sprechen wir im Podcast
(28:09) – "One More Time"(45:03) – "Digital Love"(50:17) – "Harder, Better, Faster, Stronger"(01:01:54) – "Face To Face"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(04:45) – "Nouveau Western" von MC Solaar(05:59) – "Parasite" von Motorbase(06:50) – "Acid Eiffel" von Laurent Garnier(07:06) – "Cassius 1999" von Cassius(07:16) – "So Flute" von St.Germain(07:28) – "13 La Rythme Et Le Cadence" von Dimitri from Paris (10:01) – "Around The World" von Daft Punk(11:06) – "Flat Eric" von Mr. Oizo(11:46) – "La Femme D'Argent" von Air(11:58) – "Music Sounds Better With You" von Stardust(12:09) – "Paradise" von Bob Sinclair(12:19) – "Lady (Hear Me Tonight)" von Modjo(17:05) – "Whole Again" von Atomic Kitten(17:27) – "Clint Eastwood" von Gorillaz(29:08) – "More Spell On You" von Eddie Johns(32:47) – "Believe" von Cher(45:59) – "I Love You More" von George Duke(46:52) – "September" von Earth, Wind & Fire(53:36) – "Cola Bottle Baby" von Edwin Birdsong(01:03:24) – "Evil Woman" von Electric Light Orchestra(01:03:36) – "Can't Get It Out Of My Head" von Electric Light Orchestra(01:03:43) – "Silent And I" von The Alan Parsons Project(01:04:01) – "House At Pooh Corner" von Loggins & Messina(01:04:11) – "Old And Wise" von The Alan Parsons Project(01:08:12) – "Hung Up" von Madonna(01:08:27) – "Fireflies" von Owlcity(01:08:47) – "Adventure Of A Lifetime" von Coldplay(01:09:13) – "I Feel It Coming" von The Weeknd(01:09:34) – "The Dead Dance" von Lady Gaga

Mar 2, 2026 • 1h 12min
Talk Talk – "The Colour Of Spring"
Dass "The Colour Of Spring" von Talk Talk tatsächlich das erfolgreichste Album der Gruppe ist, scheint schon fast kurios. Denn es fehlen mit "Such A Shame" und "It's My Life" zwei der erfolgreichsten Singles der Band auf dem Album.
Die Vorgeschichte von "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Auch wenn Talk Talk bekannt sind für ihren Synthie-Sound und ihre kultigen 80er-Vibes, kommt die Band – und vor allem Sänger Mark Hollis – eigentlich aus dem Punk und Post-Punk mit verzerrten Gitarren und jeder Menge Tempo.
Einen großen Einfluss auf den jungen Mark Hollis hatte sein größerer Bruder, der als leidenschaftlicher Plattensammler, wie Stephan Fahrig im Podcast erklärt, seinem Bruder ganz viel unterschiedliche Musik vorgespielt hat und damit die Musikbegeisterung des Jungen aus Tottenham weiter befeuert hat.
Die ersten eigenen musikalischen Gehversuche im Rahmen eines Bandgeflechts sind 1979 nach nur zwei Jahren und ohne echte Erfolge schon wieder vorbei.
Aber Mark Hollis bleibt dran, schreibt weiter Songs und gründet eine weitere Band: "Talk Talk". Gemeinsam nimmt die Gruppe verschiedene Demos auf und schickt diese ganz selbstbewusst an die Plattenfirma EMI – und die ist begeistert.
Anfangs wollte die Plattenfirma die Band noch in die New-Romantics-Richtung drängen, ihnen auch den Stempel aufdrücken und die Gruppe so vermarkten. Aber auch wenn die Band um Mark Hollis sich musikalisch vom Punk wegbewegt hat, sind sie innerlich dabei geblieben und haben sich dieses Image eben nicht aufzwängen lassen, erklärt Stephan Fahrig im Podcast.
Die Band hat sich von einer Synthie-Pop und New-Wave-Band [...] hin zu einer intellektuell anspruchsvollen Jazzrock-Band Ende der 80er entwickelt.
Quelle: Niels Berkefeld im Meilensteine Podcast über die Entwicklung von Talk Talk
Die Weiterentwicklung von Talk Talk auf "The Colour Of Spring"
Auch wenn Talk Talk als Band am Anfang ihrer Karriere mit synthesizerlastiger Musik bekannt geworden sind und damit große Erfolge gefeiert haben, zum Beispiel mit "Such A Shame" oder "It's My Life", war der Synthesizer doch alles andere als das Lieblingsinstrument von Sänger Mark Hollis, erklärt Stephan Fahrig.
Darum hat die Band sich bei ihrem Album "The Colour Of Spring" von dem Synthie-Sound weiter entfernt und das Album anders und organischer klingen lassen – das hören wir schon beim Albumopener "Happiness Is Easy". Die Band bringt keine poppigen Melodien, die sofort im Ohr bleiben, sondern zieht die einen langsam in das Album rein.
Für Musikredakteur Niels Berkefeld, der die früheren Sachen von Talk Talk sehr gerne gehört hat, war das ein neuer, ungewohnter Sound von der Band, in den er sich erstmal reinhören musste.
Bei mir persönlich war dieses Album Liebe auf den zweiten Blick. [...] "The Colour Of Spring" musst du dir als Hörer erarbeiten.
Quelle: Niels Berkefeld, im Meilensteine Podcast über "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Das Vermächtnis von "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Mit diesem Album steht die Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, da sind sich die SWR1 Musikredakteure einig. Talk Talk hat mit "The Colour Of Spring" die Tür auch für andere Musiker und Musikerinnen aufgestoßen, neue Wege zu gehen und alte Strukturen aufzubrechen.
Shownotes
Das legendäre Musikvideo zum Song "Living In Another World"Website von James Marsh, dem Künstler hinter dem Cover von "The Colour Of Spring"Der Talk Talk Album GuideArtikel zum 40. Geburtstag von "The Colour Of Spring"Die Entstehung von "The Colour Of Spring"ARD-Podcast-Tipp: "Spot Off – Der Backstagetalk"Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival
Über diese Songs vom Album "The Colour Of Spring" sprechen wir im Podcast
(17:22) – "Happiness Is Easy"(38:37) – "I Don't Believe In You"(45:06) – "Life's What You Make It"(50:12) – "Living In Another World"(01:00:34) – "Chameleon Day"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(06:49) – "Talk Talk Talk Talk" von The Reaction(47:41) – "Running Up That Hill" von Kate Bush(48:02) – "Green Onions" von Booker T. & The MG's(01:03:17) – "Flamenco Sketches" von Miles Davis(01:04:45) – "Streichquartett Nr. 2, op. 17" von Béla Bartók

Feb 23, 2026 • 1h 4min
Rush – "2112"
"2112" war die allerletzte Chance für Rush. Ihre beiden vorherigen Alben "Caress Of Steel" und "Fly By Night" blieben hinter den Erwartungen zurück und brachten die Band in finanzielle Schwierigkeiten, auch weil ihre komplexen Progressive-Rock-Songs kaum im Radio gespielt wurden.
Eigentlich wollte ihr Label Mercury Records sie schon fallen lassen. Rush-Manager Ray Daniels schaffte es aber zum Glück, das Label mit einer kleinen Notlüge von einem weiteren Versuch zu überzeugen. Daniels schwärmte von den Ideen für "2112" , obwohl er die Musik noch gar nicht gehört hatte.
Bei "2112" vertrauten Rush ganz auf ihre Intuition und kreative Freiheit und verweigerten sich bewusst den Vorgaben ihres Labels. Dieser letzte Alles-oder-nichts-Versuch ging auf und wurde zum Beweis dafür, wie weit man kommt, wenn man dem eigenen Bauchgefühl folgt.
"2112" und die futuristische Sci-Fi-Helden-Geschichte
Die A-Seite des Albums erzählt eine epische Science-Fiction-Geschichte über den Widerstand des Einzelnen gegen ein übermächtiges Kollektiv. Dieses Thema passt perfekt zur Bandgeschichte, denn auch Geddy Lee, Alex Lifeson und Neil Peart galten als drei Individualisten, die erst zusammen eine einzigartige Einheit bildeten und sich bewusst gegen die kommerziellen Vorgaben der Plattenindustrie stellten.
Wichtig war, dass [Rush] aus drei Individualisten bestand, die in der Band so eine Synthese erzeugt haben, die perfekt funktioniert hat.
Quelle: Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig über Rush
Vertont wurde die Geschichte in Form der siebenteiligen Suite "2112". Sie entwirft eine totalitäre Zukunft, in der ein Kollektiv aus Priestern und riesigen Computern die Macht übernommen hat. Als der namenlose Held der Geschichte eine Gitarre entdeckt, stellt er sich mit Musik, Kreativität und Individualität gegen das System. Der Konflikt gipfelt schließlich in einem epischen Finale – im Stück "Grand Final".
"2112" legte den Grundstein für den Sound von Rush
Meilensteine-Redakteur Stephan Fahrig sieht in "2112" den Grundstein für den typischen Rush-Sound. Das Progressive-Rock-Album vereint viele ihrer Markenzeichen, von schnellen Taktwechseln über klar zugeordnete musikalische Motive bis zu komplexen, präzisen gespielten Arrangements.
Gitarrist Alex Lifeson liefert die rhythmischen Elemente des Heldenmotivs, während die Priester durch markante Tom-Rolls im Schlagzeug gekennzeichnet sind. Gekrönt wird das Ganze vom unverwechselbaren und treffsicheren Gesang von Geddy Lee.
Das Vermächtnis von Rush
Rush haben mit "2112" viele weitere Metal, Progressive- und Hard-Rock Bands beeinflusst. Dazu gehören unter anderem Iron Maiden, Dream Theater, Tool oder The Samshing Pumpkins.
Sie sind mit dieser Platte die Begründer des Prog-Rock, ohne die sich ganz viel Musik nicht entwickelt hätte.
Quelle: Meilensteine-Redakteur Patrick Schütz über das Vermächtnis von Rush
Obwohl Drummer Neil Peart 2020 verstorben ist, gehen Rush auch heute noch auf Tour. Die aus Aschaffenburg stammende Drummerin Anika Nilles knüpft bei aktuellen Projekten an Pearts Erbe an und bringt dabei ihren ganz eigenen unverwechselbaren Stil mit ein.
Shownotes
Das Video zu "2112"Die überirdische Bedeutung von "2112"Wie das sogenannte Oriental-Riff aus "A Passage To Bangkok" in die westliche Musik gekommen istWeiteres zum Oriental-Riff in der westlichen MusikWebsite von RushWebsite von Anika NillesYouTube Video über Anika Nilles und über ihre ArbeitDie Gitarrenarbeit von Alex LifesonRush Doku bei ArteTickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalARD Podcast Tipp: "Das Portal"
Über diese Songs vom Album "2112" sprechen wir im Podcast
(12:30) – "Overture"(15:13) – "The Temples of Syrinx"(17:19) – "Discovery"(18:35) – "Presentation"(20:10) – "Oracle: The Dream"(21:25) – "Soliloquy"(22:00) – "Grand Final"(46:27) – "Something for Nothing(48:08) – "A Passage to Bangkok"
Über diese Songs sprechen wir außerdem
(49:30) – "Kung Fu Fighting" von Carl Douglas(51:47) – "Kashmir" von Led Zeppelin

4 snips
Feb 16, 2026 • 39min
Das werden die Meilensteine-Highlights 2026
Welche Highlights erwarten euch in den kommenden Monaten bei uns im Meilensteine-Podcast? Welche legendären Alben nehmen wir unter die Lupe? Und was hat es mit dem SWR Podcastfestival in Mannheim auf sich?
Ein Jahr voller Highlights: Was euch 2026 bei den Meilensteinen erwartet
In diesem Jahr haben wir Großes vor! Statt einer klassischen Folge zu einem legendären Pop- oder Rockalbum bieten wir euch heute einen umfassenden Ausblick auf das, was 2026 bei den Meilensteinen passiert. Unsere Hosts Frank König und Patrick Schütz verraten, auf welche Folgen sie sich persönlich besonders freuen, und sie geben euch exklusive Einblicke in die Pläne abseits des Podcasts.
Ein absolutes Highlight: Die Meilensteine sind auf dem SWR Podcastfestival in Mannheim – und ihr könnt mit dabei sein. Aber das ist nicht alles.
Die Meilensteine live erleben: Beim Podcastfestival in Mannheim
Merkt euch den 11. April 2026 vor, denn an diesem Tag könnt ihr die Meilensteine-Crew live erleben! Beim SWR Podcastfestival in der alten Feuerwache in Mannheim präsentieren Frank König, Katharina Heinius, Stephan Fahrig und Patrick Schütz eine ganz besondere Folge. Im Mittelpunkt steht eines der wohl einflussreichsten Alben der Musikgeschichte: „Purple Rain“ von Prince.
So könnt ihr live beim Podcastfestival mit dabei sein!
Hier auf SWR1.de könnt ihr euch euer Ticket für die Aufzeichnung der Meilensteine beim SWR Podcastfestival sichern. Alle wichtigen Daten rund um die Veranstaltung findet ihr hier.
Event-Infos:
Wann: 11. April 2026 | 15:30 UhrWo: Alte Feuerwache, Brückstraße 2, MannheimTickets hier sichern!
Für die Veranstaltung hat sich das Team einige Highlights ausgedacht. Darüber hinaus seid ihr herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und so Teil dieser besonderen Podcastfolge zu werden. Nach der Veranstaltung könnt ihr Frank, Katharina, Stephan und Patrick persönlich kennenlernen und so auch einen Blick hinter die Kulissen des Podcasts bekommen.
Ein Blick auf kommende Folgen: Von den Toten Hosen bis zu den Gorillaz
Natürlich stehen auch spannende "normale" Podcastfolgen auf dem Programm. Musikredakteur Patrick Schütz freut sich besonders auf die Episode zum Debütalbum der Gorillaz. Die von Damon Albarn gegründete fiktive Band revolutionierte Anfang der 2000er-Jahre die Musikwelt. Zuvor war Albarn Frontmann der Britpop-Legenden Blur.
Falls ihr Fans von Blur seid, könnt ihr euch schon jetzt die Folge zu ihrem Album „Parklife“ anhören, in der wir auch über die legendäre Rivalität mit der Band Oasis und den Gallagher-Brüdern sprechen. Beide Bands haben in der Vergangenheit bereits eigene Meilensteine-Folgen bekommen – und 2026 legen wir mit den Gorillaz nach!
Abschied mit Punkrock? Die Toten Hosen sagen "Trink aus! Wir müssen gehen"
Ein Highlight des Jahres wird der (unbestätigte) Abschied der deutschen Punkrock-Legenden Die Toten Hosen. Gehen Campino und Co. mit ihrer Tour "Trink aus! Wir müssen gehen" in den wohlverdienten Ruhestand?
Bevor es dazu kommt, möchten wir euch die Möglichkeit geben, das Kultalbum der Toten Hosen für eine Meilensteine-Folge zu bestimmen. Stimmt jetzt ab und entscheidet, welches Album wir in diesem Jahr gebührend feiern sollen.
Podcast-Highlights 2026: Jetzt abonnieren und nichts verpassen!
Neben dem Podcastfestival, den Gorillaz und den Toten Hosen freuen wir uns unter anderem aber auch auf unsere Folgen zu den Ärzten, Peter Gabriel, den Beatles, Blink182, Foreigner und noch viele, viele andere!
Shownotes
Tickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalVoting zur Folge über die Toten HosenMeilensteine Folge zu "Parklife" von BlurARD Podcast-Tipp: "1 plus 1 – Freundschaft auf Zeit"
Über diese Songs sprechen wir im Podcast
(09:11) – "The Rock Show" von Blink182(10:14) – "Clint Eastwood" von Gorillaz(10:57) – "Song 2" von Blur(13:35) – "Monkey's World" von Damon Albarn(14:39) – "Purple Rain" von Prince(19:32) – "Juke Box Hero" von Foreigner(20:59) – "Urgent" von Foreigner(22:10) – "The Temples Of Syrinx" von Rush(22:56) – "Sledge Hammer" von Peter Gabriel(23:41) – "Can Can" von Buena Vista Social Club(24:04) – "Graceland" von Paul Simon(24:54) – "E-Bow The Letter" von R.E.M.(26:07) – "Hotel California" von Eagles(29:53) – "3-Tage-Bart" von Die Ärzte(30:57) – "Azzuro" von Die Toten Hosen(31:21) – "Hier kommt Alex" von Die Toten Hosen(31:57) – "Bonnie & Clyde" von Die Toten Hosen(35:00) – "Polizist" von Extrabreit(35:40) – "Wannabe" von Spice Girls(36:15) – "Fight For Your Right (To Party)" von The Beastie Boys(36:38) – "Dancing Queen" von ABBA

Feb 9, 2026 • 1h 14min
Phil Collins – "Face Value"
Mark Bell, Historiker und Kulturwissenschaftler, erklärt kurz Phil Collins’ Solo-Durchbruch. Es geht um die persönliche Krise hinter Face Value. Gespräche über den ikonischen Drum-Sound, Gated Reverb, Drumcomputer und die genreübergreifenden Einflüsse von R&B, Jazzrock und Country. Zudem: Entstehungsgeschichten zu In The Air Tonight und das überraschende Drumfill.

Feb 2, 2026 • 1h 16min
Nick Cave And The Bad Seeds – "Murder Ballads"
"Murder Ballads" ist eine Mischung aus eigenen Songs, Traditionals und Coverversionen und vollgepackt mit illustren Mordgeschichten – düster, verstörend, aber in Teilen auch wunderschön. Und diese düsteren Mordsongs waren auch abseits von "Murder Ballads" immer Themen, die Nick Cave interessiert haben. Deshalb finden sich auch auf anderen Alben von Cave Songs zu diesem Thema.
Man merkt den Werken von Nick Cave an, dass er sehr belesen ist!
Quelle: Stefan Pitterling, Meilensteine Gast über Nick Cave
Wohlwollend aufgenommen wurde das Album auch von der australischen Version des Rolling Stone-Magazins. Es hat die Platte auf Platz 13 der besten australischen Alben aller Zeiten platziert.
Was sind "Murder Ballads" wie von Nick Cave?
Im Fall von "Murder Ballads" handelt es sich nicht um eine klassische Pop-Ballade, oder eine epische Power-Ballade, wie wir es vielleicht vermuten würden, erklärt Musikredakteurin Katharina Heinius.
Es geht hier viel mehr um ein kurzes, erzählendes Gedicht, das auch zum Singen geeignet ist.
Quelle: Katharina Heinius über die Bedeutung des Begriffs "Ballade" bei Nick Cave
Damit bewegt sich Nick Cave nah an der ursprünglichen Begrifflichkeit der "Ballade" und nicht an dem, wie wir im 21. Jahrhundert den Begriff alltagstypisch nutzen würden. "Die Tradition der Ballade stammt schon aus dem Mittelalter", erläutert Heinius im Podcast. Und auch wenn Nick Cave sich hier ganz dem Thema Tod und Mord widmet, so beweist er auch immer wieder viel Humor in seinen Texten und auch auf der Bühne, erklärt Podcast-Gast Stefan Pitterling.
Was das Erzählen dieser "Murder Ballads" noch eindrucksvoller macht, ist, dass neben der Musik, in der Komposition Sounddesignelemente genutzt werden, um die Morde noch dramatischer zu gestalten und den Hörer noch tiefer reinzuziehen. In diesem Fall ist Nick Cave nicht mehr nur Musiker, sondern ein musikalischer Regisseur, der den Film im Kopf des Hörers entstehen lässt, erklärt Katharina Heinius.
Der erfolgreichste Song auf "Murder Ballads" ist mit Kylie Minogue
Auf dem Album "Murder Ballads" hat Nick Cave einige Gäste mit dabei. Der deutsche Musiker Blixa Bargeld spielt in seiner Band, Sängerin und Ex-Partnerin PJ Harvey ist bei gleich zwei Songs mit am Mikrofon dabei und der australische Megastar Kylie Minogue singt mit Nick Cave das Duett "Where The Wild Roses Grow", dem erfolgreichsten Song der Platte.
Bei dem Musikvideo wurde Nick Cave vorgeworfen, dass er damit Femizide romantisieren würde, weil der Mord an der Frau, gespielt und gesungen von Kylie Minogue, sehr ästhetisch dargestellt worden ist. Warum genau diese Horrorgeschichte dort auf der Bildebene so lieblich dargestellt wird und was das beim Zuschauer auslösen soll, erklärt Heinius im Podcast.
Warum ist "Murder Ballads" von Nick Cave ein Meilenstein?
Als Nick Cave And The Bad Seeds "Murder Ballads" veröffentlicht haben, waren gerade Genres wie der späte Grunge oder Eurodance angesagt. Und für Podcast-Gast Stefan Pitterling macht diese Platte aus, dass sie eben keinem Trend folgt, was das Album total zeitlos macht, sagt er.
Es ist ein wunderbares Konzeptalbum zu einem Thema, das viele Leute fasziniert [...] und es zeigt vor allem, dass ein Künstler, der sich wirklich traut, etwas zu machen, was andere nicht machen, damit auch super erfolgreich sein kann.
Quelle: Stefan Pitterling, Podcaster und Gast über "Murder Ballads" von Nick Cave
Shownotes
Artikel zu Jean-Frédéric Schnyder aus der Zeitschrift "Künstler – kritisches Lexikon der Gegenwartskunst"Romantisiert "Where The Wild Roses Grow" Femizide? Masther Thesis zur DebatteOffizielles Musikvideo zu "Where The Wild Roses Grow" auf YoutubeTickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalARD Podcast-Tipp: "Sprechen wir über Mord!?"
Über diese Songs vom Album "Murder Ballads" sprechen wir im Podcast
(17:38) – "Song Of Joy"(33:58) – "Where The Wild Roses Grow"(48:08) – "Stagger Lee"(57:53) – "Henry Lee"(01:09:05) – "Death Is Not The End"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(08:31) – "Die Moritat von Mackie Messer" von Hildegard Knef(09:14) – "Midnight Rambler" von The Rolling Stones(09:52) – "Killer On The Loose" von Thin Lizzy(14:04) – "In The Ghetto" von Nick Cave(27:49) – "Ballad Of Hollis Brown" von Bob Dylan(50:51) – "Stagger Lee" von Ma Rainey(52:01) – "Stagger Lee" von Woody Guthrie(52:23) – "Stagger Lee" von James Brown(53:02) – "Stagger Lee And Billy" von Ike and Tina Turner

Jan 26, 2026 • 1h 6min
Parliament – "Mothership Connection"
"Mothership Connection" von Parliament gilt als eines der bedeutendsten Funkalben aller Zeiten. Für das Musikerkollektiv Parliament Funkadelic, die hinter dem Konzeptalbum stecken, war es darüber hinaus das erste Album, das eine Platinauszeichnung bekommen hat.
Die Beatles und The Who waren Vorbilder für "Mothership Connection" von Parliament
Die Inspiration für dieses Konzeptalbum hatte Mastermind George Clinton sich bei zwei anderen legendären Konzeptalben geholt: Bei "Sgt. Pepper" von den Beatles und bei "Tommy" von The Who.
Die Idee von "Mothership Connection" ist wie auch schon beim Vorgänger "Chocolate City", dass Afroamerikaner in Situationen oder Positionen gebracht werden, in denen sie zu der Zeit nicht erwartet worden sind. Bei "Chocolate City" war das zum Beispiel das Weiße Haus in Washington D.C. und bei "Mothership Connection" ist das eben auch der Weltraum. Auch nach "Mothership Connection" beschäftigen sich Parliament bei ihren nächsten beiden Alben mit der Weltraumthematik.
"Mothership Connection" ist das erste der drei legendären P.Funk-Mythologie-Alben.
Quelle: Johannes Heuft, SWR1 Musikredakteur über "Mothership Connection"
Darum ist "Mothership Connection" von Parliament ein Meilenstein
Für Musikredakteur Stephan Fahrig ist dieses Album so großartig, weil es "ein Schmelztigel von so vielem ist, was darin vorkommt". Vor allem schaffen Parliament es aber auf diesem Album auch einen "ganz neuen rohen Funk" zu entwickeln, erklärt Stephan Fahrig, der im Kontrast zu der sehr glatten Musik zu der Zeit steht, wie sie zum Beispiel die Commodores rund um Lionel Richie machen.
Darüber hinaus vermischen Parliament auf diesem Album viele Musikgenres wie zum Beispiel den kultigen James-Brown-Funk, Bebop, Gospel und auch Rhythm and Blues. Und so wie sie den Mix aus den Genres präsentieren, sind sie für Stephan Fahrig "eine Vorgänger-Version des Hip-Hop". Und der Kleber, der diese Band zusammenhält, so erklärt es Stephan Fahrig, ist eben Mastermind und Funklegende George Clinton.
"Mothership Connection", das sind fast 39 Minuten der besten, schweißtreibendsten, enthusiastischsten Funksongs, die je geschrieben wurden!
Quelle: Stephan Fahrig über "Mothership Connection" von Parliament
Was ist der P.Funk auf "Mothership Connection"?
Den Begriff P.Funk kann man auf unterschiedliche Formen interpretieren. Zum einen kann man ihn als Abkürzung für den "Parliament" Funk sehen, also die spezielle Spielart der Gruppe selbst. Es gibt auch die Lesart, dass das "P" für "Pure" steht – also den puren, rohen, unbeschnittenen Funk.
Alternativ kann das "P" auch für die Gruppe "Parliament" und das "Funk" für Funkadelic stehen, also das Musikerkollektiv hinter Mastermind George Clinton. Das würde insofern auch passen, als dass die beiden Bands Parliament und Funkadelic die Hauptvertreter des P.Funk-Genres sind. Aber auch darüber hinaus gibt es noch weitere Wege, wie das "P" zu verstehen ist, wie SWR1 Musikredakteur Johannes Heuft im Podcast erzählt.
"Mothership Connection" ist auch das erste von drei Parliament-Alben auf denen sich George Clinton und Co. eine ganze Mythologie zu ausgedacht haben, die sich um Diktatoren, Weltraumvölker und Funk dreht.
Wer sind Parliament, Funkadelic und Parliament-Funkadelic?
Im Grunde genommen sind Parliament und Funkadelic zwei unterschiedliche Bands, die aber aus dem gleichen Pool von Musikern bestehen, bei dem immer wieder Personen dazugekommen sind und andere sich vom Kollektiv entfernt haben. Daher werden die Gruppen auch oft als das Musikerkollektiv Parliament-Funkadelic bezeichnet.
Parliament hat in den beiden Jahren '74 und '75 insgesamt drei Alben rausgebracht und Funkadelic haben zwischen 1970 und 1975 sogar sieben Alben veröffentlicht. Man kann also behaupten, beide Bands hatten Anfang der 70er-Jahre einen enormen musikalischen Output.
Shownotes
Der Funk mathematisch betrachtetZur Cosmologie des FunkBuchtipp: "Black Prog"Konzertmitschnitt von Parliament Funkadelic (1976)Verschiedene Reviews zum Album "Mothership Connection"Artikel zum Afrofuturismus bei DLF-KulturARD-Podcast-Tipp: "Ready For Liftoff! Der Raumfahrtpodcast"Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival
Über diese Songs vom Album "Mothership Connection" sprechen wir im Podcast
(16:13) – "P.Funk (Wants To Get Funked Up)"(24:11) – "Mothership Connection"(52:56) – "Give Up The Funk (Tear The Roof Off The Sucker)"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(04:20) – "(I Wanna) Testify" von The Parliaments(44:19) – "Superbad" von James Brown(45:00) – "Fame" von David Bowie(49:03) – "Swing Down Sweet Chariot" von Elvis Presley(54:30) – "Standing On The Top" von The Temptations feat. Rick James(54:50) – "Uptown Funk" (Ultimix) von Bruno Mars und Mark Ronson(55:22) – "Who Am I (What's My Name?)" von Snoop Dogg und Dr. Dre(01:01:01) – "Hey Ya!" von Outkast(01:01:26) – "Not Like Us" von Kendrick Lamar(01:01:35) – "Can't Stop" von The Red Hot Chili Peppers


