

Meilensteine - Alben, die Geschichte machten
SWR1 Rheinland-Pfalz
Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
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Jan 26, 2026 • 1h 6min
Parliament – "Mothership Connection"
"Mothership Connection" von Parliament gilt als eines der bedeutendsten Funkalben aller Zeiten. Für das Musikerkollektiv Parliament Funkadelic, die hinter dem Konzeptalbum stecken, war es darüber hinaus das erste Album, das eine Platinauszeichnung bekommen hat.
Die Beatles und The Who waren Vorbilder für "Mothership Connection" von Parliament
Die Inspiration für dieses Konzeptalbum hatte Mastermind George Clinton sich bei zwei anderen legendären Konzeptalben geholt: Bei "Sgt. Pepper" von den Beatles und bei "Tommy" von The Who.
Die Idee von "Mothership Connection" ist wie auch schon beim Vorgänger "Chocolate City", dass Afroamerikaner in Situationen oder Positionen gebracht werden, in denen sie zu der Zeit nicht erwartet worden sind. Bei "Chocolate City" war das zum Beispiel das Weiße Haus in Washington D.C. und bei "Mothership Connection" ist das eben auch der Weltraum. Auch nach "Mothership Connection" beschäftigen sich Parliament bei ihren nächsten beiden Alben mit der Weltraumthematik.
"Mothership Connection" ist das erste der drei legendären P.Funk-Mythologie-Alben.
Quelle: Johannes Heuft, SWR1 Musikredakteur über "Mothership Connection"
Darum ist "Mothership Connection" von Parliament ein Meilenstein
Für Musikredakteur Stephan Fahrig ist dieses Album so großartig, weil es "ein Schmelztigel von so vielem ist, was darin vorkommt". Vor allem schaffen Parliament es aber auf diesem Album auch einen "ganz neuen rohen Funk" zu entwickeln, erklärt Stephan Fahrig, der im Kontrast zu der sehr glatten Musik zu der Zeit steht, wie sie zum Beispiel die Commodores rund um Lionel Richie machen.
Darüber hinaus vermischen Parliament auf diesem Album viele Musikgenres wie zum Beispiel den kultigen James-Brown-Funk, Bebop, Gospel und auch Rhythm and Blues. Und so wie sie den Mix aus den Genres präsentieren, sind sie für Stephan Fahrig "eine Vorgänger-Version des Hip-Hop". Und der Kleber, der diese Band zusammenhält, so erklärt es Stephan Fahrig, ist eben Mastermind und Funklegende George Clinton.
"Mothership Connection", das sind fast 39 Minuten der besten, schweißtreibendsten, enthusiastischsten Funksongs, die je geschrieben wurden!
Quelle: Stephan Fahrig über "Mothership Connection" von Parliament
Was ist der P.Funk auf "Mothership Connection"?
Den Begriff P.Funk kann man auf unterschiedliche Formen interpretieren. Zum einen kann man ihn als Abkürzung für den "Parliament" Funk sehen, also die spezielle Spielart der Gruppe selbst. Es gibt auch die Lesart, dass das "P" für "Pure" steht – also den puren, rohen, unbeschnittenen Funk.
Alternativ kann das "P" auch für die Gruppe "Parliament" und das "Funk" für Funkadelic stehen, also das Musikerkollektiv hinter Mastermind George Clinton. Das würde insofern auch passen, als dass die beiden Bands Parliament und Funkadelic die Hauptvertreter des P.Funk-Genres sind. Aber auch darüber hinaus gibt es noch weitere Wege, wie das "P" zu verstehen ist, wie SWR1 Musikredakteur Johannes Heuft im Podcast erzählt.
"Mothership Connection" ist auch das erste von drei Parliament-Alben auf denen sich George Clinton und Co. eine ganze Mythologie zu ausgedacht haben, die sich um Diktatoren, Weltraumvölker und Funk dreht.
Wer sind Parliament, Funkadelic und Parliament-Funkadelic?
Im Grunde genommen sind Parliament und Funkadelic zwei unterschiedliche Bands, die aber aus dem gleichen Pool von Musikern bestehen, bei dem immer wieder Personen dazugekommen sind und andere sich vom Kollektiv entfernt haben. Daher werden die Gruppen auch oft als das Musikerkollektiv Parliament-Funkadelic bezeichnet.
Parliament hat in den beiden Jahren '74 und '75 insgesamt drei Alben rausgebracht und Funkadelic haben zwischen 1970 und 1975 sogar sieben Alben veröffentlicht. Man kann also behaupten, beide Bands hatten Anfang der 70er-Jahre einen enormen musikalischen Output.
Shownotes
Der Funk mathematisch betrachtetZur Cosmologie des FunkBuchtipp: "Black Prog"Konzertmitschnitt von Parliament Funkadelic (1976)Verschiedene Reviews zum Album "Mothership Connection"Artikel zum Afrofuturismus bei DLF-KulturARD-Podcast-Tipp: "Ready For Liftoff! Der Raumfahrtpodcast"Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival
Über diese Songs vom Album "Mothership Connection" sprechen wir im Podcast
(16:13) – "P.Funk (Wants To Get Funked Up)"(24:11) – "Mothership Connection"(52:56) – "Give Up The Funk (Tear The Roof Off The Sucker)"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(04:20) – "(I Wanna) Testify" von The Parliaments(44:19) – "Superbad" von James Brown(45:00) – "Fame" von David Bowie(49:03) – "Swing Down Sweet Chariot" von Elvis Presley(54:30) – "Standing On The Top" von The Temptations feat. Rick James(54:50) – "Uptown Funk" (Ultimix) von Bruno Mars und Mark Ronson(55:22) – "Who Am I (What's My Name?)" von Snoop Dogg und Dr. Dre(01:01:01) – "Hey Ya!" von Outkast(01:01:26) – "Not Like Us" von Kendrick Lamar(01:01:35) – "Can't Stop" von The Red Hot Chili Peppers

Jan 19, 2026 • 60min
David Bowie – "Blackstar"
Weit mehr als 20 Alben hat David Bowie in seiner Karriere veröffentlicht, bevor als letztes 2016 das Album "Blackstar" erschienen ist. Für Musikredakteurin Katharina Heinius ist das der Startpunkt gewesen, sich ganz intensiv mit dem Ausnahmekünstler zu beschäftigen.
Für mich war "Blackstar" der Anker zu David Bowie! Weil ich da erst angefangen habe, mich richtig mit ihm zu beschäftigen, und dann chronologisch alles von vorne bis hinten durchzuhören. Da habe ich dann festgestellt, was für ein grandioses Meisterwerk "Blackstar" tatsächlich ist.
Quelle: Katharina Heinius, Musikredakteurin über ihre Beziehung zu David Bowie
Neben Moderator Frank König und Musikredakteurin Katharina Heinius ist Musiker Heinz Rudolf Kunze zu Gast in dieser Podcastfolge über "Blackstar" von David Bowie. Der deutsche Musiker ist seit langem Fan von Bowie und hat bei Rock am Ring Ende der 80er Jahre auch auf der gleichen Bühne gestanden wie Bowie und seine Band.
Auch über die musikalische Kollegenschaft hinaus hat Heinz Rudolf Kunze sich intensiv mit David Bowie beschäftigt. Für den NDR hat der Musiker eine neunteilige David-Bowie-Analyse namens "Der Favorit" recherchiert und moderiert. Und auch heute spielt David Bowie persönlich noch eine große Rolle für Kunze.
Ich glaube, dass er eine Lücke hinterlassen hat, die völlig unschließbar ist.
Quelle: Musiker Heinz Rudolf Kunze über seine Beziehung zur Musik von David Bowie
"Blackstar" gehört zwar nicht zu den kommerziell erfolgreichsten Alben seiner Karriere, aber auch damals standen bei den Konsumenten schon Musikstreamingdienste hoch im Kurs, erklärt Frank König im Podcast, und trotzdem hat "Blackstar" von David Bowie es auf über zwei Millionen verkaufte Einheiten gebracht und wurde mit Gold und Platin ausgezeichnet. Darüber hinaus gab es für "Blackstar" im Jahr 2017 dann noch vier Grammy-Auszeichnungen.
Jazz, Avantgarde, Rock – Was ist "Blackstar" von David Bowie?
Eine der Besonderheiten auf dem Album ist, dass David Bowie keine klassische Rockband für dieses Album engagiert hat, sondern eine Jazzgruppe, die dann Rockmusik gespielt hat, erklärt Frank König. Die geht mit dem Material von David Bowie ganz anders um, was es an sich schon sehr spannend macht. Gefunden hat David Bowie "seine" Band 2014 in einer Bar in New York.
In New York wurde das Album dann auch, zusammen mit Tony Visconti, geschrieben und aufgenommen. Das war aus organisatorischen Gründen wichtig, weil David Bowie durch seine Erkrankung schon geschwächt gewesen ist. "Die Wege mussten kurz sein", erklärt Katharina Heinius im Podcast.
Auf "Blackstar" lässt David Bowie sich auch vom Hip-Hop beeinflussen
Was für Heinz Rudolf Kunze bei "Blackstar" anders ist, als bei früheren Alben von David Bowie, ist, dass er früher selbst "der große Innovator" gewesen ist. Hier hat er sich wiederum selbst auch von Künstlern inspirieren lassen, die man nicht unbedingt sofort mit Bowie in Verbindung bringen würde, wie zum Beispiel Hip-Hop-Megastar Kendrick Lamar.
Für Katharina Heinius kommt hinzu, dass David Bowie sich auf "Blackstar" auch sehr zu sich selbst hinwendet. Neben Inspirationen "von außen" blickt Bowie hier auch auf sein eigenes Schaffen zurück und lässt sich von Dingen aus seiner eigenen Vergangenheit inspirieren.
Wir finden ganz viel auf "Blackstar", das auf sein eigenes Werk zurückzuführen ist. […] Er macht das, was er sein Leben lang mit anderen gemacht hat, jetzt mit sich selbst.
Quelle: Katharina Heinius über "Blackstar" von David Bowie
Auch auf "Blackstar" hat David Bowie viele Dinge ausprobiert von denen niemand sicher sein konnte, dass sie funktionieren. Aber, Bowie hat es trotzdem gemacht und das spricht vor allem für seinen Mut, erklärt Musiker Heinz Rudolf Kunze im Podcast.
Es gibt keinen anderen Superstar, nicht einen einzigen in der Rockmusik, der so viel riskiert hat, der so viel gewagt hat (wie David Bowie).
Quelle: Heinz Rudolf Kunze über den besonderen Mut von David Bowie
Shownotes
Buchtipp: David Bowie Is (Inside)Ausstellung im Victoria and Albert MuseumWebsite des Grafikdesigners Jonathan Barnbrook, der das Coverartwork von "Blackstar" gestaltet hatArtikel zur Produktion von "Blackstar"Interview mit Tony Visconti zu "Blackstar"Das Musikvideo zu "Blackstar"Website unseres Podcast-Gastes Heinz Rudolf KunzeTickets für die Meilensteine beim SWR PodcastfestivalARD-Podcast-Tipp: "Berlin Sounds Inside"
Über diese Songs von "Blackstar" sprechen wir im Podcast
(21:40) – "Blackstar"(36:14) – "Lazarus"(47:50) – "Girl Loves Me"(52:35) – "I Can’t Give Everything Away"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(11:05) – "Where Are We Now" von David Bowie(12:58) – "Sue (Or In A Season Of Crime)" von David Bowie(16:08) – "How Much A Dollar Cost" von Kendrick Lamar(25:41) – "Live On Mars" von David Bowie(29:44) – "Flaming Star" von Elvis Presley(53:38) – "A New Career In A New Town" von David Bowie(55:28) – "Never Let Me Down" von David Bowie(55:49) – "Black Tie White Noise" von David Bowie

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Dec 15, 2025 • 50min
Meilensteine Weihnachtsspecial 2025
Dave Jörg, Musikredakteur bei SWR1 und großer Fan von Manfred Mann’s Earth Band, teilt seine Erinnerungen an das kraftvolle Album ‚Criminal Tango‘ und die beeindruckende Mischung aus Rock und elektronischen Klängen. Sein persönliches Aha-Erlebnis vor dem Fernseher 1986 bleibt unvergesslich. Zudem beleuchtet Stefan Fahrig, ebenfalls Musikredakteur, das innovative Werk ‚Voodoo‘ von D’Angelo, einen der Wegbereiter des Neo-Soul. Er erklärt, wie D’Angelos reduzierte, jazzige Produktion und der Einfluss von Prince das Genre prägten.

Dec 8, 2025 • 1h 13min
The Beatles – "Rubber Soul"
In dieser Folge ist Oke Bandixen zu Gast, ein kompetenter Musikredakteur mit Fokus auf die Geschichte der Beatles. Die Diskussion dreht sich um die revolutionären Aspekte von 'Rubber Soul', das das Konzept des Rockalbums neu definierte. Oke erklärt, wie die Reisen der Beatles durch die USA und Begegnungen mit Künstlern wie Bob Dylan ihre Musik prägten. Zudem wird die Dynamik zwischen Lennon und McCartney beim Songwriting beleuchtet, sowie der Einfluss des Albums auf zukünftige Meisterwerke wie 'Pet Sounds' der Beach Boys.

Dec 1, 2025 • 1h 13min
Black Sabbath – "Paranoid"
Diese Folge ist für das Team der Meilensteine etwas ganz Besonderes. Es ist die erste Folge, die wir live in einem Club vor Publikum aufgezeichnet haben und mit dieser Folge verabschiedet sich das Meilensteine-Team von der verstorbenen Rock- und Heavy Metal-Legende Ozzy Osbourne.
Wie groß das Vermächtnis von Ozzy Osbourne ist, habe ich selbst erst nach seinem Tod gemerkt. [...] Ich habe noch nie so viele Reaktionen namhafter Musiker und Stars auf allen Kanälen gesehen, wie bei Ozzys Tod. Gefühlt war das die gesamte Musikwelt. Immer wieder fiel dabei ein Satz: "Ohne ihn und Black Sabbath wäre ich nicht das geworden, was ich bin."
Quelle: Stephan Fahrig über das Vermächtnis von Ozzy Osbourne
"Paranoid" von Black Sabbath ist stilprägend für den Heavy Metal
"Paranoid" von Black Sabbath gilt heute als eines der stilprägenden Alben des Heavy Metal. Der Begriff Heavy Metal war ein Jahr zuvor zum ersten Mal in einem Song erwähnt worden, bei Steppenwolfs "Born To Be Wild" heißt es:
I like smokin' Lightning, Heavy Metal Thunder, Racing with the Wind and the Feeling, that I'm under.
Quelle: Textzeile aus "Born To Be Wild" von Steppenwolf
Und auf "Paranoid" machen Black Sabbath sich auf den Weg, die Musik zu machen, aus der der Heavy Metal entsteht. Damit hat in den kommenden Jahren der Hardrock und Heavy Metal dann gefühlt musikalisch die Zeit der Hippie-Musik abgelöst und ist zum musikalischen "Next Big Thing" geworden.
Bis Black Sabbath so geklungen haben, wie sie auf "Paranoid" klingen, hat es noch eine kurze Weile gedauert. In der Anfangszeit bestand die Band noch aus sechs Musikern und machte eher Heavy Blues-Musik.
Die Geschichte von Black Sabbath und "Paranoid" beginnt wie viele Bandgeschichten
Heute lernen sich viele Musiker über soziale Netzwerke kennen, um sich fürs gemeinsame Musikmachen zusammenzufinden. Das alles gab es zur Zeit von Black Sabbath im Birmingham der 60er-Jahre noch nicht. Ozzy Osbourne und Gitarrist Tony Iommi lernen sich klassisch in der Schule kennen.
Tony Iommi ist ein echter Schulrowdy und auch Ozzy wird von ihm sogar verprügelt. Kaum zu glauben, dass diese Jungs sich danach zusammengetan haben, um eine Band zu gründen und Musikgeschichte zu schreiben.
Ist "Paranoid" von Black Sabbath schon Heavy Metal?
Ob das Album "Paranoid" von Black Sabbath schon Heavy Metal ist, oder noch Heavy Blues, oder etwas anderes dazwischen, darüber streiten sich Fans gerne. Worüber sich viele Fans einig sind, ist, dass es wegweisend für das Genre Heavy Metal ist. Genau deshalb ist es auch ein absoluter Meilenstein.
Es hat unbestreitbar die Wurzeln des Heavy Metal und auch alle Zutaten dieses Genres schon beinhaltet, wie wir sie heute als Heavy Metal definieren würden.
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Paranoid"
Der Kulthit auf dem Black Sabbath Album ist der Titelsong "Paranoid"
Es ist eines der ikonischsten Gitarrenriffs und Songanfänge der Musikgeschichte: "Paranoid" von Black Sabbath. Spannend ist dabei, dass der Song erst ein halbes Jahr nach dem Album veröffentlicht worden ist. Heute würde man das vermutlich anders machen, aber damals hatte ein Album noch einen viel höheren Stellenwert als heute.
Beim Song selbst gibt es auch ein weit verbreitetes Missverständnis. Es geht nämlich nicht um Paranoia oder paranoide Schizophrenie, sondern es geht um Depressionen. Beim Songwriting gab es innerhalb der Band nämlich eine Verwechslung der Begriffe Depression und Paranoia, erklärt Stephan Fahrig. Aber für ihn ist diese Verwechslung unter dem Entstehungsmomentum des Songs nachvollziehbar:
Ich sage mal: Das kann vorkommen, wenn man einen Welthit in 20 Minuten schreibt.
Quelle: Stephan Fahrig über die Entstehung des Songs "Paranoid"
Der Gitarrensound von Tony Iommi und Black Sabbath auf "Paranoid"
Der Gitarrensound auf "Paranoid" von Black Sabbath ist ikonisch. Wie Tony Iommi zu diesem Sound gekommen ist und wie er von seiner Fender Stratocaster zur für ihn typischen Gibson SG-Gitarre gewechselt ist (dabei spielen ein Unfall und ein Zufall eine entscheidende Rolle), und vieles mehr besprechen wir im (Live)Podcast zu "Paranoid" von Black Sabbath.
Shownotes
Youtube-Kanal von Black SabbathArtikel zum Duo "Cindy und Bert" und ihrer Version von "Paranoid"Der Ort unserer Liveaufzeichnung: "Circus Maximus" in KoblenzArtikel über die Ur-Geschichte des Heavy MetalARD-Podcast-Tipp: "Iron East – Heavy Metal im Osten"Tickets für das SWR Podcastfestival in Mannheim
Über diese Songs vom Album "Paranoid" sprechen wir im Podcast
(19:55) – "War Pigs"(41:09) – "Paranoid"(47:07) – "Iron Man"(01:01:58) – "Hand Of Doom"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(21:42) – "Born To Be Wild" von Steppenwolf(22:49) – "Warning" von Black Sabbath(25:56) – "You Really Got Me" von The Kinks(26:25) – "Immigrant Song" von Led Zeppelin(26:47) – "Speed King" von Deep Purple(26:59) – "It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock 'n' Roll)" von AC/DC(28:31) – "Breaking The Law" von Judas Priest(28:44) – "Number Of The Beast" von Iron Maiden(44:07) – "Communication Breakdown" von Led Zeppelin(01:09:49) – "Wherever I May Roam" von Metallica(01:10:09) – "Outshined" von Soundgarden(01:10:34) – "Seasons In The Abyss" von Slayer

Nov 24, 2025 • 59min
Fehlfarben – "Monarchie und Alltag"
Das "Wohnzimmer und die Keimzelle" der Fehlfarben, so beschreibt Katharina Heinius es im Podcast, war der Ratingerhof in Düsseldorf, ein bekannter Szenetreff für Künstler und Punks in der Düsseldorfer Altstadt. Wie passend, dass auch hier die Geschichte der Fehlfarben startet.
Der Geburtsort von den Fehlfarben und "Monarchie und Alltag" ist der Ratinger Hof in Düsseldorf
Bevor die Fehlfarben hier begonnen haben, hatten alle Mitglieder auch schon in anderen Punkbands aus dem Umfeld des Ratingerhofs gespielt und wurden teilweise sogar abgeworben.
Wir waren so eine Art Supergroup der Ratinger-Hof-Szene!
Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben
Vom linken Szenetreff mit Punks und Künstlern sind die Fehlfarben für die Aufnahmen zum ersten Album schnell aufgestiegen. Den Plattenvertrag gab’s bei EMI, keinem kleinen Punklabel, sondern einer großen internationalen Firma.
"Monarchie und Alltag" von den Fehlfarben kommt aus einem großen Studio
Passend zum großen Namen der Plattenfirma durften die Fehlfarben ihr Album "Monarchie und Alltag" auch in einem namhaften Tonstudio aufnehmen, den Maarweg Studios. In denen hatten zuvor schon die Rolling Stones aufgenommen und Jahre später würde auch Herbert Grönemeyer hier sein Album "Mensch" aufnehmen.
Wir wurden beschimpft, dass wir bei der großen Industrie was machen, aber eigentlich war die EMI das größte Independent Label der Welt […] weil die haben alles unter einem Dach gemacht und waren komplett autark und unabhängig.
Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben
Die Fehlfarben Texte auf "Monarchie und Alltag" haben sich in den Alltag geschlichen
Für Musikredakteur Stephan Fahrig hat "Monarchie und Alltag" das Prädikat Meilensteine vor allem schon dadurch erlangt, dass es textlich herausragend ist. "Es war so passend in der Zeit", erklärt Stephan Fahrig. Bei ihm haben sich einzelne Textzeilen und Wörter aus den Fehlfarben Songs in seiner Schulzeit sogar in seine Alltagssprache gebahnt. Ein Punkalbum war "Monarchie und Alltag" für Stephan Fahrig dabei nie.
Das Vermächtnis des Fehlfarben Debüts "Monarchie und Alltag"
Im Podcast erzählt Thomas Schwebel von seinem ganz persönlichen Vermächtnis von "Monarchie und Alltag". Wenn man so ein erfolgreiches Album gemacht hat, dann hat das ein Leben schon persönlich sehr geprägt, erzählt der ehemalige Gitarrist der Band.
So ein Album prägt alles was du danach machst! Du wirst immer mit allem was du machst an dieser Platte gemessen. Es ist eine Bürde, aber eben auch eine große Chance, die einem so eine Platte eröffnet.
Quelle: Thomas Schwebel, ehemaliger Gitarrist der Fehlfarben
Die Geschichte der Fehlfarben abseits von "Monarchie und Alltag"
Neben den Geschichten zum Album und der Musik sprechen wir im Podcast zu "Monarchie und Alltag" auch über die Bandsituation und das Leben der Fehlfarben. Diese Chance muss man schließlich nutzen, wenn zwei (ehemalige) Bandmitglieder selbst im Podcast sind.
Gemeinsam mit Katharina Heinius und Stephan Fahrig sprechen die beiden Mitglieder der Fehlfarben Thomas Schwebel und Peter Hein auch darüber warum Peter Hein damals die Band verlassen hat, um wen genau es im Song "Grauschleier" eigentlich geht, wie die Texte entstanden sind und noch vieles mehr aus der Geschichte der Band.
Shownotes
Peter Hein über seine Zeit bei den FehlfarbenFehlfarben im Fadenkreuz der StasiARD-Podcast-Tipp: "Das Geheimnis – Musikalische Rätsel und Krimis zum Mitraten"
Über diese Songs vom Album "Monarchie und Alltag" sprechen wir im Podcast
(19:03) – "Ein Jahr (Es geht voran)"(32:23) – "Grauschleier"(39:22) – "Gottseidank nicht in England"(42:00) – "All That Heaven Allows"(49:19) – "Paul ist tot"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(23:36) – "Le Freak" von Chic(25:18) – "I Want Your Love" von Chic

Nov 17, 2025 • 1h 10min
Queen – "A Night At The Opera"
Stefan Fahrig und Katharina Heinius, beide Redakteure der SWR1-Musikredaktion, nehmen uns mit in die Welt von Queen und ihrem Meisterwerk "A Night At The Opera", das sein 50-jähriges Jubiläum feiert. Sie beleuchten die außergewöhnliche Struktur von "Bohemian Rhapsody" und erklären, wie unterschiedliche Songbeiträge der Bandmitglieder das Album prägten. Zudem diskutieren sie die Herausforderungen bei den Aufnahmen in mehreren Studios und die Bedeutung des neuen Managements für die Zukunft der Band.

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Nov 10, 2025 • 1h 17min
Patti Smith – "Horses"
Katharina Franck, Sängerin und Frontfrau der Rainbirds, sowie Kathi Heinius, Musikerin und Kommentatorin, sprechen über das Debütalbum 'Horses' von Patti Smith. Franck hebt den Einfluss Smiths auf junge Musikerinnen hervor, während Kathi den kulturellen Kontext und die einzigartige Produktion des Albums analysiert. Sie erkunden die Provokation in Smiths Texten, die Macht des ikonischen Coverfotos und die emotionalen Themen, die von Verlust und Identität handeln. Beide Gäste zeigen auf, wie 'Horses' bis heute inspiriert und das Bild des Female Rock geprägt hat.

Nov 3, 2025 • 1h 6min
Pete Townshend – "White City (A Novel)"
"White City (A Novel)" erschien am 11. November 1985 als das fünfte Solo-Album des Sängers und The Who-Gitarristen Pete Townshend. Mit dem Album reflektiert Townshend seine eigene Kindheit und beschreibt die Welt, aus der er stammt.
"White City (A Novel)": Ein Album als Therapie
Der Sänger wuchs in der Nachkriegszeit in West London, in der Nähe des realen White City-Viertels auf. Die Gegend war in der Zeit eine Sozialbausiedlung, geprägt von Hoffnungslosigkeit, Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit. Das Foto auf dem Albumcover wurde tatsächlich auch in diesem Viertel aufgenommen.
Pete Townshends Eltern trennten sich, als er etwa fünf Jahre alt war. Da beide Musiker waren und oft unterwegs, musste er bei seiner Großmutter leben. Diese Zeit war für ihn äußerst traumatisch, da er dort emotionale Misshandlung erfuhr.
Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre verlor Townshend mehrere enge Weggefährten, was ihn stark prägte und in eine Depression stürzte. Zusammen mit seinen Kindheitserfahrungen verarbeitete er dies zunächst in der Therapie und später auch künstlerisch in "White City (A Novel)".
Ich finde, dass dieses Album so eine Tiefe hat, das merkst du ja nicht, wenn du es das erste Mal hörst.
Quelle: Meilensteine Host Frank König über seinen Eindruck von "White City (A Novel)"
Pete Townshend und die Studio-Panne bei "Give Blood"
Für den Album-Opener "Give Blood", holte sich Pete Townshend nicht nur seinen guten Freund und Pink Floyd-Gitarristen David Gilmour ins Studio, sondern auch Simon Phillips am Schlagzeug und Pino Palladino am Bass. Beide gehörten zu Townshends Lieblingsmusikern zu dieser Zeit.
Dabei passierte jedoch ein kleines Missgeschick: Pete Townshend hatte Simon Phillips versehentlich eine Woche zu früh gebucht. David Gilmour schaffte es dennoch zu den Aufnahmen, während Pino Palladino erst in der darauffolgenden Woche dazukam.
"White City Fighting" ist der Schlüsselsong des Albums
Auch bei "White City Fighting" ist David Gilmor mit dabei. Eigentlich hatte Townshend den Song für Gilmours Album "About Face" geschrieben. David Gilmour konnte sich aber nicht mit dem Text identifizieren und lehnte ihn deshalb ab.
Glücklicherweise – denn thematisch passte "White City Fighting" perfekt zu "White City (A Novel)". Der Song behandelt, wie der Titel schon andeutet, Kämpfe – sowohl innere als auch äußere. Es geht um soziale Konflikte sowie um Townshends persönliche Auseinandersetzung mit seiner eigenen Vergangenheit.
Das Vermächtnis von "White City (A Novel)"
"White City (A Novel)" greift tiefgehende existenzielle und soziale Themen auf und gibt Einblicke in die traumatische Kindheit von Pete Townshend. Für Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig ist es ein Album, das wegen seiner ernsten Inhalte besonders aus dem eher künstlichen Image der 1980er heraussticht.
Ich finde, die Melodien, die er hier bringt, gehören zu den besten, die er je komponiert hat.
Quelle: Meilensteine Redakteur Stephan Fahrig über "White City (A Novel)"
Meilensteine Redakteurin Katharina Heinius sieht das Werk sogar als den Abschluss einer Trilogie, die mit "Tommy" beginnt, mit "Quadrophenia" fortgeführt wird und schließlich in "White City (A Novel)" endet.
Shownotes
Podcast-Tipp "Pop und Pubertät – 1001 Alben", Sonderfolge:"Lifechanging Songs I"Podcast-Tipp "Pop und Pubertät – 1001 Alben", Sonderfolge:"Lifechanging Songs II"Ort des CoverfotosArtikel auf "The Circle" über das Album von Sina Buchwitz und Christof LeimPete Townshend über "White City (A Novel)"ARD Podcast Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie PodcastMeilensteine live im Circus Maximus in Koblenz
Über diese Songs vom Album "White City (A Novel)" sprechen wir im Podcast
(21:19) – "Give Blood"(36:12) – "Come To Mama"(39:14) – "Brilliant Blues"(45:15) – "Face The Face"(54:47) – "White City Fighting"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(40:20) – "The Story Of The Blues" von Pete Wylie & The Mighty WAH!

Oct 27, 2025 • 49min
Die Fantastischen Vier – "MTV Unplugged"
Im Jahr 2000 wurde diese Ehre der deutschen Hip Hop oder Rapgruppe "Die Fantastischen Vier" zuteil, als erste deutsche Ausgabe nach Herbert Grönemeyer. Aufgenommen wurde das Unplugged-Album der Band in der Balver Höhle in Nordrhein-Westfalen.
Viele Hits der Fantastischen Vier im neuen (Sound-)Gewand
Das Besondere an einem Unplugged-Album ist oft, dass darauf die größten Hits eines Künstlers, einer Künstlerin oder einer Gruppe sind und eben nicht nur das eine Album mit dem einen oder den zwei Hits. Außerdem klingt ein Unplugged-Album, der Name verrät es bereits, immer etwas anders, weil viele elektronische Elemente fehlen und Songs oft anders arrangiert werden – oft mit Orchestermusikern, weil die grundsätzlich "unplugged" – also nicht eingestöpselt spielen.
Als im Jahr 2000 das Unplugged-Album der "Fantas" rausgekommen ist, hatte die Band schon elf Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel und schon fünf Alben im Gepäck. Es gab also einiges an Material, auf das Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon zurückgreifen konnten.
Die Fantastischen Vier und die Anfänge des Hip Hops in Deutschland
Als die "Fantas" sich Ende der 80er gegründet haben, war Hip Hop und Rap vor allem in Amerika, wo die Musik ihren Ursprung hat, ein großes Ding. Einer der bekanntesten Vertreter war dort zum Beispiel "Grandmaster Flash & The Furious Five".
In Deutschland steckte Hip Hop noch in den Kinderschuhen und die Fantastischen Vier waren neben der Heidelberger Gruppe Advanced Chemistry eine der ersten erfolgreichen Rap- und Hip-Hop-Gruppen des Landes.
Während Rap heute oft geprägt ist von viel vulgärer und aggressiver Sprache, weil es eben auch eine Musikrichtung des Protestes sein kann, hat SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein an der Musik von den Fantastischen Vier auch besonders gut gefallen, dass deren Texte eben ohne viel Fluchen ausgekommen sind.
Im Mainstream und in der Szene – Die Fantastischen Vier kommen gut an
Glaubwürdigkeit – oder "Credibility" – ist in vielen Musikgenres ein wichtiges Thema, ganz besonders aber im Hip Hop und Rap. Das macht es umso beeindruckender, dass die Fantastischen Vier mit ihren braveren oder gesitteteren Texten sowohl im Mainstream als auch in der Hip Hop Szene gut ankommen.
Im Normalfall ist das eine klassische Entweder-Oder-Geschichte. Entweder die Szene liebt mich und ich habe dort den Respekt der "echten" Fans, oder ich richte mich nach den Regeln und (ungeschriebenen) Gesetzen der Popwelt, verdiene vielleicht mehr Geld, werde dafür aber von der Hip Hop Szene schief angeschaut.
Mut und Jede Menge Arbeit – Nur so konnte das Unplugged Album der Fantastischen Vier entstehen
Das Besondere an dem Unplugged-Album der Fantastischen Vier ist für SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein, dass sich die Hip-Hop-Gruppe mit diesem Album eine gewaltige Aufgabe auferlegt hat, denn die Musik der Gruppe ist größtenteils elektronisch und nicht klassisch instrumentiert.
Es wurde hier also nicht nur "ein Stecker gezogen", sondern die Songs mussten aufwendig neu arrangiert werden. Das war nicht nur viel Arbeit, sondern damit hat die Band auch jede Menge Mut bewiesen, findet SWR1-Redakteurin Julia Gehrlein.
Shownotes
Podcast-Tipp: "Fanta Vier Forever, Baby"Meilensteine Folge zum Album "Am Wasser gebaut" von Fettes Brot
Über diese Songs vom Album "MTV Unplugged" sprechen wir im Podcast
(18:54) – "Sie Ist Weg"(25:47) – "Tag Am Meer"(30:51) – "Der Picknicker"(39:08) – "MfG"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
(06:22) – "The Message" von Grandmaster Flash & The Furious Five(12:54) – "Die Da" von Die Fantastischen Vier


