

Freiraum für Führungskräfte - für mehr Klarheit im Leben
Nicole Zätzsch
Freiraum für Führungskräfte - für mehr Selbstbestimmung und Klarheit im Leben.
Nicole Zätzsch teilt ihre Erlebnisse aus ihren Coachings, persönliche Erfahrungen als Führungskraft und Personalleiterin sowie ihr Wissen aus der Positiven Psychologie.
Hier finden Sie Experteninterviews, konkrete, leicht umsetzbare Coachingstipps und wissenschaftlich fundierte Methoden für Ihren Berufsalltag.
Kurz, konkret und auf dem Punkt. Alle 14 Tage
Nicole Zätzsch teilt ihre Erlebnisse aus ihren Coachings, persönliche Erfahrungen als Führungskraft und Personalleiterin sowie ihr Wissen aus der Positiven Psychologie.
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Apr 20, 2022 • 41min
#36 Was wir von Piraten über Führung lernen können - Interview mit Stefanie Voss
„Bist du Pirat oder Beute?“ fragt Stefanie Voss.
Stefanie ist key note speaker, Leadership & Team Coach und Weltumseglerin.
Leadership, Souveränität, Wagemut und Entscheidungsklarheit – das sind ihre Themen.
Als gebürtige Rheinländerin mag es Stefanie Voss auf Menschen zuzugehen und in Kontakt zu kommen. Sie schätzt das Unkonventionelle und hinterfragt auch mal gerne den Status Quo. Als Crewmitglied auf einer Segelyacht hat sie die Welt umsegelt und dabei viel über sich und andere Menschen gelernt.
Schon mit 31 Jahren wurde sie Abteilungsleiterin in einem DAX-Konzern, hat in Europe, USA und Lateinamerika gelebt. Seit 2009 ist sie selbständig.
Unter dem Motto „business mind meets pirate soul” fordert sie uns auf, in der Führung und Selbstführung von den Piraten zu lernen.
Was das im Einzelnen bedeutet und warum wir als Führungskraft uns auch mal fragen sollten, ob unsere Mitarbeitenden uns wählen würden, das bespreche ich mit Stefanie in dieser Folge.
Stefanie weist darauf hin, dass in der aktuellen VUCA-Welt Konformität kein Erfolgsrezept sei. Besser sei es, den Status Quo beherzt zu hinterfragen und auch mal Rebell zu sein.
In Coachings empfiehlt Stefanie die sog. „Piratenfrage der Führung“, nämlich „Würden meine Mitarbeitenden mich wählen?“
Was viele nicht wissen, Piraten haben ihre Anführer gewählt.
Stell dir also mal die Frage: Würden deine Mitarbeiter dich als Führungskraft wählen?
Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Die Gedanken hierzu können sehr aufschlussreich sein.
Stefanies Überzeugung nach braucht gute Führung drei Komponenten:
einen wertschätzenden Umgang auf Augenhöhe, ein faires Miteinander und Menschlichkeit.
Sie empfiehlt, sich immer mal Feedback von den Mitarbeitenden zu holen. Am besten in einem professionell moderierten Prozess. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass das Feedback möglichst konkret und verhaltensorientiert ist. So wird der Veränderungserfolg auch messbar und Vertrauen wieder aufgebaut.
Zur Frage „Pirat oder Beute?“ erläutert uns Stefanie, dass Piraten sich damals bewusst für ein zwar lebensgefährliches, dafür aber selbstbestimmtes Leben entschieden haben. Für Stefanie ist das ein Sinnbild für das Ziel, das eigene Leben fest in der eigenen Hand zu haben. Also „Leader on my ship“ zu sein.
Sie fordert uns auf, Eigenverantwortung zu übernehmen und bewusst in die Selbstführung zu gehen. Selbstreflexion ist ihrer Ansicht nach ein wichtiger Schlüssel dafür.
Stefanie Voss ist sehr aktiv in den sozialen Medien und veröffentlicht regelmäßig kleine Impulse in ihrem youtube-Kanal.
Mehr findest du unter
https://stefanie-voss.de/

Jan 30, 2022 • 50min
#35 Brutal Prioritäten setzen - so geht Loslassen, Interview mit Markus Jotzo
Fällt es Dir auch oft so schwer, loszulassen? Die Kontrolle abzugeben ist nicht immer einfach.
Gerade von Führungskräften wird das aber erwartet.
Hierüber spreche ich mit Markus Jotzo. Markus hat ein interessantes Buch zu dem Thema geschrieben „Loslassen für Führungskräfte“.
Markus Jotzo ist Coach, Trainer, Redner und Autor. Und er beschreibt sich selbst als „brutalen Prioritätensetzer“. Das hat mich neugierig gemacht.
Wie also geht Loslassen?
In seinem Buch spricht Markus von den 9 Säulen des Loslassens, um sich auf das Wesentliche zu fokussieren.
In unserem Interview konzentrieren wir uns auf drei Punkte und schauen darauf, wie man konkret eine Veränderung einleiten kann.
Der erste Punkt ist die bewusste Gestaltung von Beziehungen. Vergegenwärtige Dir, welche Menschen, welche Beziehungen Dir Energie rauben (sog. Energie-Vampire).
Und prüfe, ob und wie Du diese loslassen kannst. Konzentriere Dich konsequent auf Beziehungen, die Dir Kraft geben. Und lasse die Energie-Vampire los.
Hierzu könntest Du z.B. die Übungen „Das soziale Netz“ machen und aufzeichnen, mit welchen Menschen Du viel Zeit verbringst und was das mit Dir macht. Mehr dazu im Gespräch.
Der zweite Punkt und aus Sicht von Markus auch der wichtigste ist „das Ego parken“. Er regt an, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und Perfektion loszulassen.
Ein guter Indikator hierfür kann der eigene Redeanteil sein. Das ist auch zugleich Punkt drei.
Stelle Dir nach einem Mitarbeitergespräch folgende Fragen:
Wie hoch war mein Redeanteil? Und
Von wem kam die Lösung?
Als Führungskraft ist es letztlich Deine Aufgabe, die PS Deiner Mitarbeitenden auf die Straße zu bringen. Wie kannst Du sie dabei unterstützen? Wie kannst Du sie dabei unterstützen, dass sie die Lösungen entwickeln und nicht Du?
In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, dass Führungskräfte mir entgegnen: „Ich würde ja gerne mehr abgeben. Aber die Mitarbeiter wollen nicht die Verantwortung gehen.“
Markus sagt dazu, dass jeder Mensch grundsätzlich leisten will. Das sei ein Überlebensreflex. Aber manche hätten verlernt, dass sich Leistung lohnt. Wenn z.B. jemand immer wieder gehört hat „Du wirst hier nicht fürs Denken bezahlt.“
Solche Mitarbeitenden solltest Du umso mehr motivieren, Interesse zeigen, nachfragen und loben.
Am Beispiel einer IT-Firma, die Markus begleitet, macht er deutlich, wie wichtig es ist, sich als Führungskraft regelmäßig Feedback einzuholen. Oft fallen Eigen- und Fremdwahrnehmung auseinander. Markus bezeichnet das Feedback der Mitarbeitenden als Währung.
Auf meine Frage, wie man selbst so hartnäckige Muster und Gewohnheiten ändern kann, sagt Markus, dass dies durchaus herausfordernd sein kann.
Wichtig sei, erstmal zu erkennen, dass Veränderungsbedarf bestehe. Dann sollte man sich fragen, welchen Preis die Veränderung habe. Was gebe ich auf? Von was muss ich mich trennen? Und warum ist mir die Veränderung wichtig?
Und dann bedürfe es bei hartnäckigen Mustern immer wieder Erinnerungen.
Markus gibt uns eine Reihe von Beispielen aus seinem Privatleben und macht daran deutlich, wie er konsequent und „brutal“ priorisiert, was ihm wirklich wichtig ist.
Am Ende des Gesprächs teilen wir noch einen Buchtipp: „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware.
Die Australierin Bronnie Ware hat mehrere Jahre lang Sterbende bis zu ihrem letzten Atemzug begleitet und ihnen genau zugehört. Was diese Menschen vor ihrem Tod beschäftigt, davon handelt das Buch.
Wenn Du mehr von Markus Jotzo lesen oder hören magst:
• https://www.markus-jotzo.com/de/
• Podcast: Führen wie ein Löwe, über die üblichen Podcast-Plattformen
Ich durfte auch Gast in seinem tollen Podcast sein (Folge 99 B) zu dem Thema „Stärkenfokussierte Positionierung“.

Dec 19, 2021 • 39min
#34 Glück & Arbeit - wie geht das? Interview mit Dr. Kerstin Humberg
In diesem Interview geht es um ein großes Thema: das Thema Glück.
Gemeinsam mit Dr. Kerstin Humberg schaue ich darauf, was Glück bedeutet und wie wir uns mehr davon in unser Leben holen können. Insbesondere in unser Arbeitsleben.
„Glück ist die Bedeutung und der Sinn des Lebens, das Ziel der menschlichen Existenz.“
Aristoteles
Große Worte. Dr. Kerstin Humberg und ich versuchen, das Mysterium Glück verständlicher zu machen.
Kerstin ist gewissermaßen eine Expertin für das Thema. Der claim ihrer Firma Yunel lautet „make hapiness work“.
Linkbeschreibung
Was das bedeutet und wie das konkret aussehen kann, beleuchten wir in unserem Gespräch.
Kerstin hat eine spannende Vita, die sie mit ihren Stationen und wie sie sagt radikalen Jobwechseln zu dem geführt hat, wofür sie heute antritt.
Der Name ihrer Firma Yunel steht für die beiden Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesch und Nelson Mandela. Kerstin hatte das große Glück beide persönlich kennen zu lernen. Beide sind Vorbilder für sie und inspirieren sie immer wieder dazu, über sich selbst hinaus zu wachsen. In ihren Augen haben die Zwei gezeigt, zu was wir Menschen in der Lage sind. Mit Vision, Engagement und Mut können wir nicht nur uns selbst, sondern ganze Gesellschaften verändern. Yunel soll einen Beitrag in diesem Sinne leisten, indem Kerstin mit ihrer Arbeit hilft, menschliche Potenziale zu entfalten.
Was ist Glück?
Nach Ed Diener, amerikanischer Psychologieprofessor, braucht es dafür subjektives Wohlbefinden und persönliche Lebenszufriedenheit.
Subjektives Wohlbefinden setzt sich aus dem Verhältnis von positiven und negativen Emotionen zusammen. Überwiegen die positiven Emotionen, so erlebt ein Mensch subjektives Wohlbefinden. Hier muss nun noch die kognitive Komponente hinzukommen. Sie beinhaltet den Grad der Zufriedenheit mit den eigenen Lebensbedingungen.
Studien zeigen, dass wir aktiv etwas zu unserem persönlichen Wohlbefinden beitragen können. Wir können Denk- und Verhaltensmuster trainieren, um positive Emotionen zu mehren und uns der eigenen Zufriedenheit bewusster zu werden.
Hierzu gehört z.B. die Übung, abends den Tag Revue passieren zu lassen und sich zu fragen,
• Wofür bin ich heute dankbar?
• Was war heute ein guter Moment und wie habe ich dazu beigetragen?
• Welche Stärken habe ich hierfür eingesetzt?
Diese Übung kann Denkmuster verändern, wenn Du es regelmäßig und auch
schriftlich machst. Notiere doch mal in den nächsten drei Wochen Deine Gedanken dazu.
Kerstin teilt mit uns eine kleine Übung, die sog. „Füllstände“, mit der wir uns unserer Zufriedenheitsgrad bewusst machen können.
Und da Weihnachten vor der Tür steht, frage ich Kerstin zum Ende nach einer persönlichen Weihnachtsgeschichte.

Dec 5, 2021 • 46min
#33 Mut zur Doppelspitze - Topsharing
Meine Gäste heute sind doppelt stark: Carola Garbe und Catherine-Marie Koffnit sind seit einigen Jahren gemeinsam in Doppelspitze für die Deutsche Bahn AG unterwegs.
Die Zwei teilen sich eine Führungsposition, sog. Topsharing.
Carole Garbe war seit 2011 HR-Managerin im Regionalbereich Ost für die Netz AG. Catherine-Marie Koffnit war als Personalleiterin direkt unter ihr tätig.
In 2016 brachten zwei unerwartete Todesfälle in ihrem Kollegenkreis die Zwei ins Grübeln: Wollen wir wirklich so weiter machen oder ist es Zeit, etwas in unserem Leben zu ändern?
Carola Garbe wurde klar, sie wollte mehr Freizeit, mehr Leben, aber nicht ihren geliebten Job aufgeben oder eine Karrierestufe zurückgehen. Teilzeit war in ihrem Job im Topmanagement keine Option.
Da entstand die Idee, sich eine Stelle zu teilen. Das Konzept hierfür entwickelten sie in den Folgemonaten wie einen Projektplan. Sie informierten sich, führten Interviews mit anderen Doppelspitzen, die sie über die sozialen Netzwerke kontaktierten und bereiteten ein detailliertes Stakeholder-Management vor.
Im Februar 2017 präsentierte Carola das Konzept ihrer Chefin und bekam grünes Licht. Allerdings mit Vorbehalt: Für ein Jahr durften Carola und Catherine ihr Projekt als Pilot leben. Danach sollten entschieden werden, ob es fliegt.
Vier Jahre später sind sie immer noch überzeugt: Das war der richtige Schritt!
In unserem Interview erzählen uns Carola und Catherine von ihren Erfahrungen. Sie sprechen über die größten Herausforderungen und die Erfolgsfaktoren für eine gute Doppelspitze.
In diesem Gespräch erfährst Du
Wie Topsharing funktionieren kann
Was die Erfolgsfaktoren hierfür sind
Was mögliche Bremser oder Verhinderer sein können
Wie ein solches Modell aussehen kann.
Carola und Catherine sind überzeugt: Der Nutzen für sie Zwei, aber gerade auch für ihren Arbeitgeber ist sogar größer als anfangs gedacht. Ihr Arbeitgeber hat nun zwei gestandene Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Stärken auf der Stelle und sie Zwei haben jeweils den besten Coach an ihrer Seite.
So war auch klar: Wenn sie inhaltlich etwas Neues machen, dann wieder im Doppel.
Seit April 2021 teilen sie sich nun die Stelle der Ombudsfrau bei der Deutschen Bahn AG.

Oct 29, 2021 • 44min
#32 Führen mit Leidenschaft, Interview mit Joachim Höhler
Was macht gute Führung aus? Und was braucht es dafür?
Diese Fragen beschäftigen Joachim Höhler bereits seit Jahren. Seit mehr als 20 Jahren ist er selbst Führungskraft, die letzten Jahre im Bereich Supply Chain.
Seit 12 Monaten setzt er sich mit diesem Thema auch in seinem Podcast „whatidoinspiresyou“ auseinander. Gemeinsam mit seinen Gästen, inspirierenden Menschen mit Expertise im Thema Führung, teilt er wertvolle Impulse.
Joachim Höhler selbst denkt bei Führung an das Bild eines Gärtners. Ein Gärtner, der aufmerksam und liebevoll eine große, bunte Blumenwiese hegt und pflegt. Er empfindet eine große Freude dabei, verschiedene Blumen zum Blühen zu bringen und sie je nach ihren individuellen Bedürfnissen zu behandeln.
Er bezeichnet es als ein unbeschreibliches Gefühl, zu beobachten, was daraus entsteht und zu beobachten, wie Menschen mit seiner Unterstützung zur besten Version ihrer selbst zu werden.
Mit seinem Podcast möchte er Menschen unterstützen, gute Führung zu verstehen und lernen.
In seinen Interviews spürt man regelrecht seine Leidenschaft für das Thema Führung. Bei mir kam der Funke an. Hör rein, ob es Dir auch so geht!
In diesem Gespräch erfahren wir von Joachim, was er als gute Führung ansieht.
Er differenziert dabei zwischen mindset/ innere Haltung und Handwerk. Mindset in dem Sinne Menschenbild und was Führung für mich bedeutet. Handwerk steht für die persönlichen Erfahrungen und das, was ich mir aneignen, lernen kann.
Joachim sagt, ein guter Indikator ist, sich zu fragen, was mich bei der Führung zum Lächeln bringt. Was macht mir Freude?
Und er teilt mit uns zwei wichtige Elemente für gute Führung, die er selbst von seinen Interviewgästen mitgenommen hat: Vertrauen als zentraler Bestandteil (nach Bodo Janssen) und „mit dem guten Auge zu schauen“ wie Prof. Dr. Nico Rose sagt.
Joachims Podcast findest Du überall dort, wo es Podcasts gibt, u.a. hier
https://open.spotify.com/show/3z2rUMCCTJ4bF3agDttFh9
Du kannst Joachim Höhler auch auf Instagram und LinkedIn folgen.
Vielleicht zaubert ja dieses Gespräch auch Dir ein Lächeln ins Gesicht.

Oct 20, 2021 • 7min
Bonusfolge Übungen zum Selbstmitgefühl
„Achte darauf, was Du zu Dir sagst, denn Du hörst Dir selber zu.“ lautet ein weiser Satz.
Selbstmitgefühl bedeutet, dass Du Dich selbst so behandelst wie Du mit einem Freund oder Freundin umgehen würdest, die gerade eine schwere Zeit durchmacht, auch wenn sie etwas vermasselt hat oder sich unzulänglich fühlt.
Kurz gefasst ist Selbstmitgefühl eine liebevolle, verbundene Präsenz.
In dieser Bonusfolge findest Du drei kurze Übungen, um Dein Selbstmitgefühl zu trainieren:
Die Selbstmitgefühl-Pause
Die Stopp-Taste
Der Brief an Dich selbst

Oct 20, 2021 • 15min
#31 Wozu brauchen wir Selbstmitgefühl?
„Achte darauf, was Du zu Dir sagst, denn Du hörst Dir selber zu.“ lautet ein weiser Satz.
Der innere Kritiker in uns ist häufig sehr laut und sehr hart. Viele von uns – besonders die Leistungsorientierten – verurteilen sich selbst scharf, wenn sie mal nicht erfolgreich sind. Wir beschimpfen uns selbst und machen uns klein.
Was dann emotional und physisch in uns abläuft, gleicht einer Bedrohungssituation. Wir sind Opfer und Angreifer zugleich.
Es wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Wir gehen in den sog. fight, flight or freeze mode. Unsere Atmung wird flacher, die Muskeln spannen sich an. Der Fokus verengt sich zum Tunnelblick.
Emotional findet eine Anhaftung, eine Überidentifikation mit dem Gefühl statt – wir fokussieren uns auf die Angst, Scham oder Wut.
Hört sich wenig hilfreich an? Das sehe ich auch so.
Der innere Kritiker hat zwar meist eine gute Absicht, hilft aber – in seiner Vehemenz – selten.
Viel hilfreicher ist eine innere Haltung des Sebstmitgefühls.
Selbstmitgefühl hört sich vielleicht zunächst nach lauwarmen Badewasser an. Nach „feel good-Zeug“. Das ist es nicht.
Selbstmitgefühl bedeutet, dass Du Dich selbst so behandelst wie Du mit einem Freund oder Freundin umgehen würdest, die gerade eine schwere Zeit durchmacht, auch wenn sie etwas vermasselt hat oder sich unzulänglich fühlt.
Durch Selbstmitgefühl lernen wir, uns selbst ein innerer Verbündeter zu werden anstatt ein innerer Feind.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Menschen, die selbstmitfühlender sind, zufriedener, motivierter und gesünder sind und weniger unter Ängsten und Depressionen leiden.
Für mich selbst war das Buch von Kristin Neff „Selbstmitgefühl“ und die Auseinandersetzung mit dem Konzept ein Augenöffner. Bei mir hat es regelrecht Klick gemacht.
Ich habe besser verstanden, wie ich mich vorher selbst sabotiert habe und dass mein Streben, mich durch Selbstkritik auf Zehenspitzen zu halten, zu besseren Leistungen anzuspornen, letztlich nach hinten los ging.
In den letzten sieben Jahren habe ich aktiv an meiner inneren Haltung des Selbstmitgefühls gearbeitet. Ein Mindful Selfcompassion-Kurs (MSC) hat mir hilfreiche Impulse und Übungen mit an die Hand gegeben.
Das Konzept des Selbstmitgefühls besteht aus drei Elementen:
Freundlichkeit uns selbst gegenüber
Gemeinsames Menschsein / Verbundenheit
Achtsamkeit
Kurz gefasst ist Selbstmitgefühl eine liebevolle, verbundene Präsenz.
Im Folgenden findest Du Tipps & Ressourcen. Außerdem gibt es eine Bonusfolge mit 3 Übungen zum Selbstmitgefühl – Hor rein!
Tipps & Ressourcen:
Ted-Talk von Kristin Neff https://www.youtube.com/watch?v=IvtZBUSplr4
Buch „Selbstmitgefühl“ von Kristin Neff und das „Übungsbuch Selbstmitgefühl“ von Kristin Neff & Christopher Germer
Mindful Self Compassion (MSC) - Kurs: Anbieter u.a. (auch online) Christine Brähler
https://www.christinebraehler.com/de/
Meditationen u.a. bei https://www.christinebraehler.com/de/

Oct 3, 2021 • 39min
#30 Die Kunst, Grenzen zu setzen - Interview mit Mirjam Rolfe
Mirjam Rolfe steht für “Chances in Change“. Sie ist Beraterin, Trainerin & Coach.
Sie begeistert sich für innere Stärke und Wachstum in stürmischen Zeiten. Mirjam steht für den Chancenblick.
Sie verbindet die originären Resilienz-Ansatz mit der Positiven Psychologie.
Hierzu hat sie ein interessantes Buch geschrieben „Positive Psychologie und organisationale Resilienz“.
https://chances-in-change.com/
In unserem Gespräch erläutert uns, Mirjam, was aus ihrer Sicht förderliche Arbeitsbeziehungen ausmacht. Ein ganz wichtiges Element, damit es gelingt, ist laut Mirjam, dass man Grenzen setzt.
Ihrem Ansatz nach kann das Grenzen setzen eine Beziehung stärken und nicht, wie man häufig denkt, schwächen oder gefährden. Sie spricht sogar von „einem Geschenk für die Beziehung“.
Sie nimmt uns mit in die 5 Schritte, wie man klar Grenzen setzt und dabei die Beziehung stärkt.
Mitgefühl für mich und mein Gegenüber
Innere Klarheit & Kongruenz
Äußere Klarheit
Verantwortung
Wohlwollen
Mirjam und ich gehen diese 5 Schritte im Einzelnen durch. Mir sind dabei viele Lichter aufgegangen.
Spannend fand ich insbesondere, dass das Selbstmitgefühl dabei eine Rolle spielt und wie wichtig die innere Klarheit und Kongruenz im Sinne einer Übereinstimmung von Gefühl und Handlung ist.
Zunächst uns erst einmal klar zu werden, was wir wollen und dies dann auch nach außen hin klar zu äußern („Sag, was Du willst und brauchst!“)
Damit – so meint Mirjam – geben wir unserem Gegenüber einen Kompass zu uns selbst mit an die Hand. Wir schenken Vertrauen und zeigen Verletzlichkeit.
Gleichzeitig grenzen wir uns damit respektvoll vom anderen ab.
Was das Ganze mit dem Bild eines Tenniscourts zu tun hat, erläutert Mirjam mit den Begriffen „Über- und Unter-Verantwortung“.
Ich fühle mich nach dem Gespräch gestärkt, meine Grenzen bewusster wahrzunehmen und klarer zu kommunizieren. Ich bin gespannt, was Du mitnehmen kannst.
Besonders hilfreich finde ich die innere Haltung, Grenzen setzen mit Wohlwollen zu betrachten, als Geschenk für die Beziehung. Es verliert damit das Trennende, vor dem wir häufig Angst haben.
Buchempfehlungen:
Mirjam Rolfe, „Positive Psychologie und organisationale Resilienz“
Susan David, „Emotionale Beweglichkeit“
David Bradford & Carole Robin, „Connect: Building Exceptional Relationships with Family, Friends and Colleagues”
Praxis-Empfehlung:
Onlinekurse von Mirjam Rolfe
https://chances-in-change.com/kursangebote/

Sep 24, 2021 • 10min
Bonus - Morgenmeditation
Kleine Morgenmeditation im Liegen oder Sitzen
Eine 10 minütige Meditation, ein morgendlicher Check-In bei dir.
Probier es aus!
Forschungen zeigen, bereits 14 Tage Meditation können eine Veränderung bewirken.

Sep 22, 2021 • 14min
#29 Morgengold - hast du eine Morgenroutine?
„Set the tone“ – oder wie du deine innere Haltung für den Tag bestimmst.
Darum geht es in dieser Folge.
„Morgenstund hat Gold im Mund“ sagt man. Das sieht nicht jeder so. Die Morgenmuffel unter uns sicherlich nicht.
Fest steht, wie du in den Tag startest, mit welcher inneren Haltung, bestimmt deine Wahrnehmung des gesamten Tages.
Rocky Balboa, der bekannte Boxer, in den insgesamt acht Rocky-Filmen, beginnt seinen Tag um 5 Uhr morgens. Direkt nach dem Klingeln des Weckers haut er sich 5 rohe Eier rein und geht dann bei Sonnenaufgang joggen. Rocky startet seinen Tag wie ein Champion: diszipliniert, fokussiert und energiegeladen.
Wie willst du in deinen Tag starten? Welchen Ton magst du setzen?
Mit welcher inneren Haltung magst du in den Tag gehen?
Innere Haltung oder auch Mindset. Das sind wiederkehrende Gedankenmuster, die beeinflussen, wie wir unsere Welt sehen und maßgeblich unsere Emotionen und unser Verhalten beeinflussen.
Vielleicht willst du neugierig, wach und offen in den Tag starten. Oder freundlich und mit einem liebevollen Blick auf dich selbst.
Und was unterstützt dich dabei, die gewünschte innere Haltung zu erreichen?
Wenn es nicht die 5 rohen Eier sind, dann sind es vielleicht die Stretching-Übungen am Morgen, eine kurze Meditation oder ganz entspannt eine Tasse Kaffee im Bett.
Wenn du für dich die Gewohnheiten gefunden hast, die deine gewünschte innere Haltung unterstützen, dann mach sie zur Routine. Denn Forschungen zeigen, dass wir nur dann etwas nachhaltig verändern, wenn wir neue Gewohnheiten konsequent etablieren.
Erst dann kann aus einem neuen Trampelpfad im Gehirn eine Landstraße und irgendwann eine Autobahn werden. Veränderung brauchen Wiederholungen.
In dieser Folge teile ich meine Morgenroutine mit dir. Und teile mir dir, was insoweit mein größtes Learning in den letzten 8 Jahren war.
Fang morgen an und etabliere deine eigene Morgenroutine!
Schau, wie du dich am Tag fühlen magst, welche innere Haltung du etablieren möchtest.
Und was dich dabei unterstützt. Geh mit Disziplin gepaart mit einem liebevollen Blick auf dich selbst daran.
Entdecke, welches innere Gold du am Morgen zum Glänzen bringen magst.
Du findest hier eine Bonus-Folge mit einer Morgen-Mediation von mir.


