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Kreiskyforum
Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit.
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
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Episodes
Mentioned books

Dec 9, 2023 • 59min
Daniela Schwarzer: FINAL CALL - Wie Europa sich zwischen China und den USA behaupten kann
Helfried Carl im Gespräch mit Daniela Schwarzer
FINAL CALL
Wie Europa sich zwischen China und den USA behaupten kann
»Daniela Schwarzer skizziert scharfsinnig die sich verändernde Welt, in der wir leben.«Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik
„Noch hat Europa die Chance, im globalen Wandel nicht zum Spielball zu werden, sondern mitzugestalten. Es kann seine außen- und sicherheitspolitische Rolle deutlich ausbauen, es kann seinen eklatanten technologischen Rückstand zumindest in einigen Bereichen aufholen, es kann seine Marktmacht noch stärker einsetzen, um global Standards mitzudefinieren, die unserem Wirtschafts- und Demokratiemodell entsprechen – sei es im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder des Datenschutzes. Es kann die transatlantischen Beziehungen in beiderseitigem Interesse mitgestalten und bei zukunftsentscheidenden Themen international Führung übernehmen, etwa beim Kampf gegen den Klimawandel. Es kann – und es muss!“ So forderte es Daniela Schwarzer schon vor der „Zeitenwende“ des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in ihrem Buch.
Daniela Schwarzer ist Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung. Die Politikwissenschaftlerin war zuvor Executive Director in Europa und Zentralasien der Open Society Foundations und davor Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Von 2020- 2022 war sie Sonderberaterin des Außenbeauftragten der Europäischen Union, Josep Borrell. Als Rapporteurin der deutsch-französischen „Gruppe der Zwölf” hat sie zuletzt den im September unter dem Titel „Sailing on High Seas – Reforming and Enlarging the EU for the 21st century“ vorgestellten Bericht mitverantwortet.
Helfried Carl, Diplomat, ist seit 2019 Partner des von ihm mitbegründeten Innovation in Politics Institute in Wien. Von 2014-2019 war er Botschafter Österreichs in der Slowakischen Republik, davor, von 2008-2014, Büroleiter und außenpolitischer Berater von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.

Dec 8, 2023 • 1h 10min
Michael Ignatieff: HUMAN RIGHTS AT 75 - END TIMES OR REBIRTH?
Oliver Rathkolb in conversation with Michael Ignatieff
HUMAN RIGHTS AT 75: END TIMES OR REBIRTH?
75 Years of the Universal Declaration of Human Rights
The Universal Declaration of Human Rights, adopted by the UN General Assembly in Paris on 10 December 1948, is a milestone document in the history of human rights. Drafted by Representatives with different legal and cultural backgrounds from all regions of the world, it set out, for the first time, fundamental human rights to be universally protected.
In their talk at Bruno Kreisky Forum, Oliver Rathkolb and Michael Ignatieff will debate whether human rights have a future in a world where the international order is in tatters, violence has inflamed the Middle East, and Ukraine struggles to repel an invasion. A rebirth of moral universalism, a commitment to the equality of peoples and nations, has never been more urgent, but is it possible?
Michael Ignatieff served as President and Rector of the Central European University between 2016 and 2021. He now is a professor in CEU’s history department. An international commentator on contemporary issues of democracy, human rights, and governance and a Canadian citizen, Ignatieff is also an award-winning writer, teacher, former politician, and historian with a deep knowledge of Central and Eastern Europe.
Oliver Rathkolb is Professor of Contemporary History at the Department of Contemporary History at the University of Vienna, and has chaired the department from 2016-22. He is Chairperson of the Academic Committee of the House of European History and Member of the Scientific Advisory Board of Bruno Kreisky Forum. He has published numerous books on European and Austrian history, on the history of international relations and on cultural and economic history.

Dec 7, 2023 • 1h 26min
Oliver Stuenkel: THE GLOBAL SOUTH & THE FUTURE OF WORLD ORDER
Philipp Blom in conversation with Oliver Stuenkel
THE GLOBAL SOUTH AND THE FUTURE OF WORLD ORDER
In a restless, multipolar world order, South America’s great powers — Brazil, Argentina, Colombia — are claiming a stronger voice and more agency in global politics. Their strategic position and their political alliances mean that international arrangements need to be readjusted or entirely rethought. Their stance on issues as diverse as Russia’s war on Ukraine and Decarbonization are less and less aligned to the interests of the USA or the EU and more open towards China, India, and Russia, while the size of their economies, internal and external migration, as well as organized crime, armed conflicts and political instability make them a volatile and increasingly crucial factor of the international order. How will South America’s influence evolve, and which interests will South American countries prioritize as the international order is creaking under the strains of multiple crises?
Oliver Stuenkel is a Professor at the School of International Relations at Fundação Getulio Vargas (FGV) in São Paulo. He is also a non-resident scholar at the Carnegie Endowment for International Peace in Washington DC and a columnist for Estado de São Paulo and Americas Quarterly. His research focuses on geopolitics and global order, Brazilian foreign policy, Latin American politics and emerging powers. He is the author of several books about geopolitics, including The BRICS and the Future of Global Order (Lexington) and the Post-Western World: How Emerging Powers Are Remaking Global Order (Polity).
Philipp Blom was born in Hamburg in 1970. After living and working in Oxford, London, and Paris, he is now based in Vienna. His historical works, essays, and novels have been translated into 16 languages and have received numerous awards, including a scholarship at the Getty Research Institute in Los Angeles and the German Non-Fiction Book Prize. Blom is also a prolific radio journalist and public speaker.
The discussion series Dialogues for Tomorrow critically
examines the present from multiple perspectives in order to create a better understanding of tomorrow. Together with the Bruno Kreisky Forum and the Institute for Human Sciences (IWM), the University of Applied Arts Vienna hosts experts from different disciplines to discuss future challenges.

Nov 30, 2023 • 1h 6min
Isabelle Werenfels: DAS NEUE SELBSTVERTRAUEN DER MAGHREB-STAATEN
Gudrun Harrer im Gespräch mit Isabelle Werenfels
DAS NEUE SELBSTVERTRAUEN DER MAGHREB-STAATEN
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine war die Hoffnung im
Westen groß, dass auch politische Führungen in Afrika und dem Nahen Osten das Vorgehen der transatlantischen Verbündeten mittragen würden. Doch die Länderanalysen offenbaren, wie sehr sich die Wahrnehmungen und Interessenlagen dieser Akteure von denen der westlichen Staatengemeinschaft unterscheiden.
Gerade in Algerien und Tunesien ist die russische Perspektive stark präsent, in der regierungsnahen Presse wie in den sozialen Medien: Nicht selten gilt der ukrainische Präsident als Provokateur und Aggressor. Derlei Reaktionen gründen in tiefsitzenden antiimperialistischen und antiamerikanischen Reflexen, wobei Russland paradoxerweise nicht als imperialistisch wahrgenommen wird.
Gleichzeitig ist die Verhandlungsmacht der Region gegenüber der EU aktuell durch das Migrationsthema gestärkt. Während die Europäische Union mit Tunesien über ein Flüchtlingsabkommen verhandelt, geht das nordafrikanische Land hart gegen Migrant:innen vor. Zudem herrscht große Uneinigkeit innerhalb der EU über die Frage, wie das europäische Asylsystem künftig ausgestaltet werden soll. Auch diesen Umstand können sich die Maghreb-Staaten zunutze machen.
Isabelle Werenfels ist Senior Fellow und ehemalige Leiterin der Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer Osten an der Stiftung
Wissenschaft und Politik in Berlin, wo sie zur Maghreb-Region forscht. Ihre Expertise erstreckt sich von politischen Transformationen, Elitenwandel und soziale Bewegungen in den Maghreb-Staaten, über inner-maghrebinische Beziehungen, bis hin zur deutschen und europäischen Politik gegenüber der Region.
Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien:

Nov 27, 2023 • 1h 14min
Quinn Slobodian: KAPITALISMUS OHNE DEMOKRATIE
Robert Misik im Gespräch mit Quinn SlobodianKAPITALISMUS OHNE DEMOKRATIE
Freiheit und Demokratie, so der Investor Peter Thiel 2009, seien
nicht länger kompatibel. Wer die Freiheit liebe, müsse daher versuchen, der Politik in all ihren Formen zu entkommen. Zuflucht suchen könnten Libertäre im Cyberspace, im Weltraum und auf dem offenen Meer. Das mag verblasen klingen, steht aber in einer jahrzehntealten Tradition marktradikaler Ideen: Denker wie Milton Friedman begeisterten sich für das noch unter britischer Oberhoheit stehende Hongkong; Margaret Thatcher träumte von einem Singapur an der Themse.
In Globalisten befasste sich Quinn Slobodian mit Versuchen, ökonomische Fragen der demokratischen Willensbildung zu entziehen, etwa durch ihre Übertragung an internationale Organisationen. In Kapitalismus ohne Demokratie geht es nun um eine andere Lösung für das von Thiel beklagte Problem: die Zerschlagung der Welt in Steueroasen, Privatstädte oder
Mikronationen. Slobodian nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise durch die Welt der neoliberalen Utopien. Sie führt nach Dubai und Liechtenstein, ins vom Bürgerkrieg zerrüttete Somalia und zu Elon Musks texanischem Weltraumbahnhof. Und sie weitet den Blick auf eine mögliche Zukunft, die uns Sorgen machen sollte.
Das Gespräch findet in englischer Sprache statt.
Quinn Slobodian, geboren 1978 im kanadischen Edmonton, ist Associate Professor am Department of History des Wellesley
College. Seine Spezialgebiete sind deutsche Geschichte, soziale
Bewegungen und das Verhältnis zwischen den Industrieländern und dem globalen Süden.
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist

Nov 24, 2023 • 45min
FALTER Radio & Kreisky Forum Talks: Was braucht eine moderne Sozialdemokratie?
Peter Michael Lingens im Gespräch mit Elfriede Hammerl, Nikolaus Kowall, Wolfgang Petritsch und Sonja Schneeweiss
ZEITZEUGE EINES JAHRHUNDERTS
Die Familiengeschichte Peter Michael Lingens‘ ist aufs Engste mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verzahnt. Sein Buch „Zeitzeuge eines Jahrhunderts“ ist ein Plädoyer gegen den Neoliberalismus, von dem er fürchtet, dass er die EU sprengen und einen neuen Faschismus herbeiführen könnte. Der inhaltliche Bogen spannt sich von den familiären Wurzeln in einer in einer Industriellendynastie über das intellektuelle Milieu im Verband sozialistischer Studenten der Zwischenkriegszeit, in dem seine Mutter sich bewegte, bis hin zu den prägenden Stationen seiner journalistischen Karriere in wichtigen Medien des Landes. Dabei führt uns Lingens durch die politischen Skandale der 70er und 80er bis hin zu den geopolitischen und wirtschaftlichen
Bedrohungen unserer Gegenwart, wie sie sich insbesondere in der Präsidentschaft Donald Trumps und der Aggression Wladimir Putins manifestierten.
Bei der Buchpräsentation im Bruno Kreisky Forum spricht Peter Michael Lingens mit Christian Kern und Elfriede Hammerl über prägende Ereignisse seiner Familiengeschichte, seiner Zeit als Journalist und über aktuelle Probleme und Herausforderungen für Österreich und Europa.
Peter Michael Lingens, Jahrgang 1939, war Berichtsaalberichterstatter des Kurier, Herausgeber von profil und Wochenpresse/Wirtschaftswoche, Co-Chefredakteur des Standard und ist derzeit Kommentator der Wochenzeitung Der Falter.
Elfriede Hammerl ist Journalistin, Kolumnistin, u.a. beim profil, und Schriftstellerin
Nikolaus Kowall, Wirtschaftswissenschafter, Gründungsmitglied der Sektion 8
Wolfgang Petritsch, Diplomat, Präsident des Österreichischen Instituts für internationale Politik (oiip)
Sonja Schneeweiss, Wirtschaftswissenschafterin, Europasprecherin des BSA (Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen
In Zusammenarbeit mit dem Böhlau Verlag

Nov 21, 2023 • 1h 9min
Wilhelmine Goldmann, Ferdinand Lacina & Lucile Dreidemy: ROTE BANDITEN
Wilhelmine Goldmann, Ferdinand Lacina & Lucile Dreidemy im Gespräch
„ROTE BANDITEN“Geschichte einer sozialdemokratischen Familie
Wilhelmine Goldmann gehört zu den VertreterInnen jener Generation, die erst spät angefangen hat, Fragen zu stellen. Die Geschichte ihrer Familie, vor allem die folgenschweren Auswirkungen des österreichischen Bürgerkriegsjahres 1934, blieb ihr lange verborgen. Es bedurfte mühsamer Recherchearbeit, um sie an die Oberfläche zu holen. Das Ergebnis ist eine über das Private hinausgehende Erzählung einer österreichischen Arbeitergeschichte. Am Beispiel ihrer Eltern macht Wilhelmine Goldmann die Entwicklung der Arbeiterklasse aus tiefem Elend zu Bildung und Wohlstand sichtbar. Ausgangspunkt ist der Industrieort Traisen im südlichen Niederösterreich. Den Eltern der Autorin war trotz Schulerfolgen eine höhere Bildung verschlossen. Immerhin konnte der Vater eine Lehre als Schriftsetzer abschließen, die Mutter erkämpfte sich einen Platz in der Handelsschule. Schon in ihrer Jugend begannen
beide, sich politisch zu engagieren. Als überzeugte SozialdemokratInnen kämpften sie für Gerechtigkeit und Bildung und verteidigten im Schicksalsjahr 1934 die demokratische Republik gegen die Dollfuß-Diktatur. Nach 1945 nahm Goldmanns Vater seine politische Tätigkeit in Traisen wieder auf, engagierte sich am Wiederaufbau der Republik und wurde 1961 zum Bürgermeister von Traisen gewählt. Die schmerzliche Erfahrung des Jahres 1934 hat nicht nur das Leben seiner
Generation geprägt, sie ist bis heute Konfliktstoff in der
österreichischen Innenpolitik. Den Hass der „Bürgerlichen“ auf die
„Sozis“ hat die Autorin auch in ihrem Berufsleben verspürt und sich immer gefragt: Wo kommt er her? Ihre Familiengeschichte ist der eindringliche Versuch einer historischen Klärung, der bis heute in beiden politischen Lagern ausgewichen wird, weshalb das Trauma des Bürgerkrieges immer wieder wie eine klaffende Wunde aufbricht.
Wilhelmine Goldmann: Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien war sie 20 Jahren in der Arbeiterkammer Wien tätig, in der Folge wirkte sie 16 Jahre lang als Managerin in Führungspositionen der ÖIAG, beim Postbus und in der ÖBB Personenverkehr AG. Danach war sie Aufsichtsrätin in verschiedenen Unternehmen, Kuratoriumsvorsitzende der Salzburger Festspiele und Universitätsrätin an der Kunstuniversität Graz.
Ferdinand Lacina: Ökonom, war seit seiner Jugend in der Sozialdemokratie aktiv. Er war u.a. Bundesminister für Finanzen
(1986-1995), BM für öffentliche Wirtschaft und Verkehr (1984-86), Staatssekretär im Bundeskanzleramt (1982-84) und Kabinettschef von Bundeskanzler Kreisky (1980-82).
Lucile Dreidemy: Historikerin, ist Senior Lecturer am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Redaktionsmitglied der Zeitschrift »zeitgeschichte« und Ko-Initiatorin der Forscher*innengruppe New Cold War Studies. Sie ist Austrofaschismus-Expertin, hat das Buch „Mythos Dollfuss » geschrieben und ist auch Mitglied der Historikerkommission zur Neugestaltung des Dollfuss Museums.

Nov 14, 2023 • 46min
FALTER Radio & Kreisky Forum Talks: Festwochen-Chef Milo Rau und das "toxische" Wien
IN KOOPERATION MIT BUCH WIEN & FALTER Radio
Robert Misik im Gespräch mit Milo Rau
DIE RÜCKEROBERUNG DER ZUKUNFT
«Milo Rau ist ein Genie.» Die Welt
Der neue Intendant der Wiener Festwochen im Gespräch im Kreisky Forum!
Kritiker haben ihn schon den „einflussreichsten“ (Die Zeit) und den „kontroversesten“ (New York Times) Theaterkünstler unserer Zeit genannt – den aus der Schweiz stammenden Autor und Regisseur Milo Rau. Anfang dieses Jahres wurde er in einem spektakulären Mutanfall der Verantwortlichen zum neuen Intendanten der Wiener Festwochen gekrönt. Im dichten Stakkato haut er auch Bücher raus. Eben wurde die „Rückeroberung der Zukunft“ ausgeliefert. Milo Rau wirbelt durch die Welt, gefühlt ist er jede Woche auf einem anderen Kontinent.
„Rückeroberung der Zukunft“, basiert auf den Zürcher Poetikvorlesungen des Vorjahrs. Poetik legt er da gleich in voller Breite aus, als Poetik von Solidarität, von gemeinschaftlichen Erfahrungen, Poetik des Kooperativen. Milo Rau ist all das: Künstler, Kämpfer, Denker. „Man kann nicht einsam denken“, sagt er. Ein ehrliches, herrliches, selbstironisches und kluges Buch.
Milo Rau, geboren 1977 in Bern, studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik in Paris, Zürich und Berlin. Er ist fester Teil des „Literaturclubs“ im Schweizer Fernsehen, Intendant der Wiener Festwochen und Hauskünstler des NTGent. Seine Theaterinszenierungen und Filme waren bislang in über 30 Ländern zu sehen, werden zu den wichtigsten nationalen und internationalen Festivals eingeladen und vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Europäischen Theaterpreis und dem Schweizer Filmpreis. Legendär etwa die „Zürcher Prozesse“ oder die „Moskauer Prozesse“ und „Hate Radio“.
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist

Oct 31, 2023 • 57min
Philipp Blom & Cathrin Kahlweit: AUFKLÄRUNG IN ZEITEN DER VERDUNKELUNG
„Aus Kreiskys Wohnzimmer“
Philipp Blom im Gespräch mit Cathrin Kahlweit
AUFKLÄRUNG IN ZEITEN DER VERDUNKELUNG
Das neue Buch von Philipp Blom ist der Aufruf zu einer neuen Klarheit des Denkens. Denn die Probleme von morgen können wir nicht mit der Denkweise und Philosophie von gestern bekämpfen. Wenn die wichtigsten politischen und philosophischen Errungenschaften der Aufklärung – Demokratie, Menschenrechte, evidenzbasiertes Denken – überleben sollen, müssen wir eine Lebensweise und ein Verständnis der Welt entwickeln, die dem menschlichen Wohlergehen verpflichtet sind und von planetarischer Gerechtigkeit getragen werden.
In existenziellen Krisen der Menschheit ist das Ethos der Aufklärung notwendiger denn je. In seinem kämpferischen Essay zeigt Philipp Blom: Es sind mit theologischem Schutt behaftete Ideen, die von der gemäßigten Hauptströmung der Aufklärung transportiert wurden und unser Denken und Handeln bis heute prägen. Jetzt ist es Zeit für die wahre, radikale Aufklärung!
Philipp Blom, geboren 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien. Zu den bekanntesten Büchern des vielfach ausgezeichneten Bestseller-Autors zählen Der taumelnde Kontinent, Die zerrissenen Jahre, Die Welt aus den Angeln, Was auf dem Spiel steht sowie zuletzt Die Unterwerfung. Neben seinen historischen und literarischen Werken ist Philipp Blom journalistisch tätig, moderiert die Sendung Punkt Eins auf dem österreichischen Kultursender Ö1, macht Filme wie die mehrfach preisgekrönte Dokumentarserie Der taumelnde Kontinent und kuratiert Ausstellungen in Europa und den USA.
Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin

Oct 25, 2023 • 54min
Manfred Matzka: SCHAUPLÄTZE DER MACHT
Oliver Rathkolb im Gespräch mit Manfred Matzka
SCHAUPLÄTZE DER MACHT
Geheimnisse, Menschen, Machenschaften
Wenn Wände sprechen könnten, wüssten wir, was sich in der einstigen Döblinger Präsidentenvilla, im Palais Trautson, im Kriegsministerium am Stubenring, in der Herrengasse, im Winterpalais des Prinzen Eugen, am Ballhausplatz, in hinteren Winkeln der Hofburg, im Vorwärts-Haus und im Palais Todesco alles abspielte. Denn wo Macht und Menschen zusammenkommen, sind kuriose Persönlichkeiten ebenso nah wie große Skandale, absurde Intrigen, finstere Klüngel, revolutionärer Elan und schicksalhafte Begegnung.
Mit Manfred Matzka, der Österreichs politischen Betrieb von innen kennt wie wenig andere, blicken wir nun hinter die Architektur der Macht – und begegnen jenen oft ganz speziellen Charakteren, die von hier aus mal besser, mal schlechter gewaltet und geschaltet haben. Geschichten kommen an das Licht der Öffentlichkeit, die es in der Regel nicht tun: fundiert recherchierte, spannende und erhellende Einblicke, Zusammenhänge und Analysen, durchaus auch politisch subjektiv.
Manfred Matzka, Jurist, langjähriger Präsidialchef des Bundeskanzleramtes, Minister- und Kanzlerberater, ist ein fundierter Kenner des politischen Tagesgeschäfts in Österreich. Er arbeitete 40 ahre im Bundesdienst, lange auch als Kabinettschef, wurde von der Politik als Insider akzeptiert und respektiert und hält mit seiner stets ebenso gut begründeten wie pointierten Meinung nicht hinter dem Berg. Er ist Autor der Bestseller „Die Staatskanzlei“ sowie „Hofräte, Einflüsterer, Spindoktoren“.
Oliver Rathkolb ist Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Seit 2004 ist er Herausgeber der Fachzeitschrift „zeitgeschichte“. Er ist Vorsitzender des Hauses der europäischen Geschichte (Europäisches Parlament/Brüssel) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Kreisky Forums. Zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte, zuletzt „Schirach. Eine Generation zwischen Goethe und Hitler“ (Molden-Verlag 2020, auch ins Englische und Französische übersetzt) sowie die mehrfach herausgegebene und ausgezeichnete Monographie „Die Paradoxe Republik. Österreich 1945-2015″(Paul Zsolnay Verlag Wien 2015; englische Übersetzung: Berghahn Books New York -Oxford 2021)
In Zusammenarbeit mit dem Brandstätter Verlag


