

Das Klima
Florian Freistetter, Claudia Frick
Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Darum ist es nötig, dass möglichst viele Menschen über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen. Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht regelmäßig sogenannte “Sachstandsberichte” die das jeweils aktuelle Wissen zur Klimakrise zusammenfassen. Diese tausenden Seiten sind schwere Lektüre, die wir euch mit diesem Podcast ersparen wollen. Das gleiche gilt für die vielen anderen neuen Erkenntnisse der Klimaforschung. In jeder Folge wird aktuelle Forschung rund um die Klimakrise so vermittelt, dass sie auch ohne Studium der Klimawissenschaft verständlich sind.
Ein Podcast von Florian Freistetter (Astronom und Autor) und Claudia Frick (Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation).
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Ein Podcast von Florian Freistetter (Astronom und Autor) und Claudia Frick (Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation).
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Episodes
Mentioned books

Jan 30, 2023 • 41min
DK078 - Outtake Special
…und gibt es Outtakes von Outtakes?
DK078 - Outtake Special
…und gibt es Outtakes von Outtakes?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 78 machen wir kurz Pause. Nach der kompletten Besprechung des Sachstandsberichts geht der Podcast ja mit neuem Format weiter und wird nicht mehr wöchentlich sondern alle 14 Tage erscheinen. Damit die erste Pause aber ein wenig kürzer wird, haben wir einfach mal alle Outtakes aus allen bisherigen Folgen zusammengeschnitten. Muss man sich nicht anhören, kann man aber. Und ansonsten geht es dann nächste Woche wie gewohnt mit Klimawissenschaft weiter.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Jan 23, 2023 • 58min
DK077 - 10.000 Seiten später
…und wie wird “Das Klima” weitergehen?
DK077 - 10.000 Seiten später
…und wie wird “Das Klima” weitergehen?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 77 blicken wir auf die Lektüre von 10.000 Seiten IPCC-Bericht zurück. Jetzt, wo wir alles gelesen und durchgesprochen haben fragen wir uns: Was hat das alles mit uns gemacht? Wie hat die intensive Auseinandersetzung mit der Klimakrise uns verändert; beruflich, privat und anderweitig. Was haben wir gelernt? Und wir klären die wichtige Frage: Wie geht es mit dem Podcast weiter, jetzt wo der IPCC-Bericht durch ist? Spoiler: Es wird weitergehen!
Würden wir das noch mal machen?
Claudia fragt sich und Florian, ob wir jetzt, wo alles vorbei ist, das ganze nochmal machen würden. Wir sind uns einig: Ja! Wünschen uns aber auch Stephen King als zukünftigen Mitautor des IPCC-Berichts.
Was waren unsere Lieblingskapitel?
Welche Kapitel fanden wir am besten? Florians Favorit war Kapitel 5 von Teil 3 wo es um die Maßnahmen geht, die unseren Alltag direkt betreffen. Und Claudia fand Cross-Chapter-Paper 2 aus Teil 2 am besten, weil da die schwimmenden Küstenstädte drin vorkommen.
Was haben wir gelernt?
Wir sind uns einig, dass wir wahnsinnig viel gelernt haben. Florian vor allem etwas über die dominierende Relevanz der Nicht-Naturwissenschaften in der Klimaforschung. Claudia war von den vielschichtigen sozialen Aspekten überrascht und wir beide über die Deutlichkeit der Aussagen im IPCC-Bericht. Außerdem fanden wir die Fortschritte in der Attributionsforschung (siehe Folge 24 und Folge 25) beeindruckend.
Florian hat außerdem gelernt, dass die Lektüre eines 10.000-Seiten-Dokuments Mut zur Lücke braucht.
Was ist in unseren Köpfen passiert?
Was die Lektüre des Berichts in unseren Köpfen angestellt hat, hat Claudia schon ausführlich in einem anderen Gespräch erzählt. Bei Florian hat sich auch viel getan; ohne die Arbeit mit dem IPCC-Bericht hätte er vermutlich nicht an einer Aktion mit der “Letzten Generation” teilgenommen.
Wie hat das Lesen des Berichts unsere Berufe verändert?
Claudia hat durch den Podcast nun wissenschaftlich sehr viel mehr mit der Klimakrise und der Kommunikation der Krise zu tun; und auch bei Florian hat sich die Thematik seiner publizistischen Arbeit von der Astronomie zum Klima deutlich ausgeweitet.
Wie wird die Zukunft des Podcasts aussehen?
“Das Klima. Der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise” ist immer noch das gültige Motto. Wir haben den Bericht zwar zu Ende gelesen; Wissenschaft und Krise ist aber immer noch ausreichend übrig. Wir werden ab jetzt also alle 14 Tage eine neue Folge veröffentlichen und darüber über aktuelle Forschung aus der Klimawissenschaft sprechen. Und immer wieder auch diversen Menschen einladen, die zu dem Thema mehr wissen, als wir.
Schlechte Witze über Österreich
Als “Geschenk” hat Claudia für Florian zum Abschluss noch ein paar schlechte Wortwitze über Österreich mitgebracht. Nun ja….
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Jan 16, 2023 • 1h 10min
DK076 - Wir sind am Ende!
…und wurde am IPCC-Bericht herumlobbyiert?
DK076 - Wir sind am Ende!
…und wurde am IPCC-Bericht herumlobbyiert?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 76 sind wir am Ende! Nämlich mit unserer Besprechung des 6. Sachstandberichts des IPCC. Ganz zum Schluss werfen wir noch einen Blick in die offizielle Zusammenfassung des dritten Teils. Und auf das “Technical Summary”. Und vor allem auf die Anfang des Jahres geleakte Version der offiziellen Zusammenfassung. Wir stellen fest: Da scheinen doch ein paar sehr relevante Stellen zu fehlen. Wir schließen die Folge mit einer Geschichte über die französische Käsekrise, was relevanter ist als es klingt.
Summary for Policymakers
Die Summary for Policymakers ist der Teil des IPCC-Berichts der vermutlich die meiste und größte Aufmerksamkeit von Seiten der Medien erfährt. Da wir aber in diesem Podcast den kompletten Bericht gelesen haben, schauen wir uns die Zusammenfassung ganz zum Schluss an. Wenig überraschend finden wir dort nichts, was wir nicht schon in den paar 1000 Seiten zuvor gelesen haben.
Ein paar schöne Übersichtsabbildungen können wir aber dennoch zur erneuten Analyse empfehlen. Zum Beispiel Abbildung SPM.7, die noch einmal zusammenfasst, was die einzelnen Maßnahmen zum Klimaschutz bringen.
Oder Abbildung SPM.8, die zeigt, was Klimaschutz zusätzlich noch vor Vorteile bringt:
Das Technical Summary
Wir werfen außerdem einen Blick auf das Technical Summary, wo Claudia besonders die Abbildung TS.20a interessant fand. Wie physikalisch man diese Klima-Waage interpretieren kann, ist aber unklar:
Best of aus der deutschen Zusammenfassung
Eine Zusammenfassung der Hauptaussagen des IPCC-Berichts gibt es auch auf deutsch und da schauen wir natürlich auch kurz hinein. Und merken uns vor allem diesen Satz: ”Der globale wirtschaftliche Nutzen einer Begrenzung der Erwärmung auf 2 °C übersteigt gemäß den meisten der bewerteten Studien die Kosten zur Minderung des Klimawandels.”
Der Leak der SPM
Anfang des Jahrs haben Scientist Rebellion den IPCC-Bericht geleakt. Zumindest die Summary for Policymakers und Kapitel 1 des dritten Teils. Wir schauen uns diese Vorabversion an und vergleichen sie mit der tatsächlich veröffentlichten Version. Und stellen fest: Da gab es doch ein paar Änderungen, die so aussehen, als hätten Lobbyisten ihren Willen durchgesetzt. Mehr dazu kann man in diesem Text nachlesen.
Der letzte Rest
Wir stellen noch kurz die Existenz der SPM Headline Statements fest. Und warten auf den Synthese-Report, der den 6. Berichtszyklus abschließen wird. Der sollte eigentlich schon erschienen sein, ist es aber noch. Was wir schon wissen: Dieser Abschlussbericht wird vermutlich 42,5 Seiten haben.
Die Käsekrise
In Frankreich gibt es eine Käsekrise. Der Klimawandel macht dem Luxuskäse zu schaffen und das mag irrelevant klingen. Demonstriert aber noch einmal sehr hervorragend, dass die Klimakrise JEDEN Bereich unseres Lebens treffen wird. Es gibt nichts, was sich nicht verändern wird!
Wie wird die (Podcast)Zukunft
In der nächsten Folge werden wir uns (das erste Mal) im echten Leben treffen und darüber sprechen, was das Lesen des Berichts mit uns gemacht hat (was Claudia zum Teil schon anderswo bei den Fire Shonks getan hat. Wie es dann mit dem Podcast weitergehen wird, jetzt wo wir den Bericht zu Ende gelesen haben, wird sich zeigen.
Weiterführende Informationen
Die SPM des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Jan 9, 2023 • 1h 12min
DK075 - Yoga für den Klimaschutz
…und wie schaffen wir eine nachhaltige Wende?
DK075 - Yoga für den Klimaschutz
…und wie schaffen wir eine nachhaltige Wende?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 75 sind wir beim letzten Kapitel des letzten Teils des IPCC-Berichts angelangt. Und ganz am Ende taucht noch einmal alles auf, was wir bisher besprochen haben. Diesmal aber aus dem Blickwinkel der nachhaltigen Entwicklung. Denn wir dürfen nicht einfach nur auf den Klimaschutz schauen (was schon schwer genug ist), sondern müssen auch aufpassen, dass die klimafreundliche Welt für alle lebenswert ist und am besten lebenswerter als jetzt. Klimaschutz muss auch Armut, Hunger und jede Menge andere Probleme berücksichtigen. Wir reden in der Folge über Yoga, freiwillige Zielsetzungen, das Problem der fossilen Brennstoffe und am Ende beschließen wir, einen Spaziergang zu machen.
Beschleunigte nachhaltige Entwicklung
Das letzte Kapitel des Berichts beschäftigt sich mit der Frage, wie man den Wandel hin zu einer klimafreundlichen Welt beschleunigen kann und das im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung. Man muss mehr als nur Geschwindigkeit betrachten. Es muss nicht nur schnell, sondern auch vernünftig passieren; es dürfen nicht nur Symptome bekämpft, sondern das System verändert werden. Die Welt darf nicht unerträglicher werden als sie jetzt ist und deswegen darf man die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) nicht aus dem Blick verlieren. Diese 17 Ziele die bis 2030 erreicht werden sollen wollen Armut, Hunger, Ungleichheit und jede Menge andere Probleme beseitigen.
Freiwillige staatliche NachhaltigkeitsPR
Wie es um das Erreichen der SDGs steht, können Länder und Städte in “Voluntary National Reviews (VNR)” und “Voluntary Local Reviews (VLR)” mitteilen. Das machen Deutschland, Österreich, die Schweiz und ganz viele andere Länder. Ist aber am Ende doch eher PR anstatt echter Aktion.
Ein wenig objektiver sind die Fact-Sheets der UNO zu dem Thema (hier das für Deutschland). Die VLRs kann man sich hier ansehen
Yoga für den Klimaschutz
Wenn die Welt sich wandeln soll, müssen sich auch die Menschen wandeln? Aber wie kriegt man einen individuellen Wandel hin? Was führt dazu, dass Menschen eine klimafreundliche Geisteshaltung einnehmen? Es braucht “Inner transitions” und die können zum Beispiel durch klassische Bildung entstehen. Und sie können sich unter anderem durch Yoga und Meditation verbreiten.
Das Pariser Abkommen und die Nachhaltigkeitsziele
Das Pariser Klimaabkommen ist zwar nicht so erfolgreich wie es geplant war. Aber es bezieht sich explizit auf die SDGs. Was auch wichtig ist: Bei der Verfolgung der langfristigen Ziele nicht die kurzfristigen aus den Augen verlieren. Man muss alles gemeinsam planen; es braucht mehr Ganzheitlichkeit in der Politik. Und mehr Geld. Denn das Haupthindernis bei der Erreichung der SDGs ist, wenig überraschend, das fehlende Geld. Dabei braucht es nur 2-3 Prozent des globalen BIPs. Was nicht so viel ist, wie es scheint - aber das Geld muss dorthin, wo es gebraucht wird und das ist schwierig.
Klimaschutz und Nachhaltigkeit hängen zusammen
Klimaschutz und Nachhaltigkeit hängen zusammen. Zum Beispiel: Je mehr Klimaschutz, desto weniger Menschen sind von Wasserknappheit betroffen. Wenn wir das 2-Grad-Ziel erreichen, würde das auch die Luftverschmutzung reduzieren und circa eine Million vorzeitige Todesfälle bis 2050 verhindern. Aber: Es kann auch zu mehr Hunger führen, wenn man beim Anbau von Biomasse die Landwirtschaft vergisst. Es ist kompliziert…
Das große Problem der fossilen Brennstoffe
Wenn wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen wollen, müssen wir global Netto-Null in den CO2-Emissionen bis 2050/2060 erreichen. Und mit der Kohle muss um 2050 Schluss sein. Aktuell macht Kohle 30% aller Emissionen aus dem Energiesektor aus; in den letzten 20 Jahren stammen 90% dieser Emissionen aus Asien. Mit der fossilen Infrastruktur die jetzt existiert würden wir das 1,5-Grad-Ziel definitiv verfehlen und das 2-Grad-Ziel vermutlich auch. Die Kohlekraftwerke dürfen das Ende ihrer geplanten Lebenszeit nicht erreichen, sondern müssen vorher abgeschaltet werden. Und zwar zwei bis drei 500-Megawatt-Generatoren pro Woche über die nächsten 15 Jahre!
Der komplexe Zusammenhang zwischen Klimaschutz und SDGs
Die Maßnahmen zum Klimaschutz helfen uns auch dabei die SDGs zu erreichen. In seltenen Fällen können sie aber auch in Konflikt dazu stehen. Wie das genau aussieht, zeigt Abbildung 17.1:
Was ist schlecht für den Übergang?
Was hindert uns beim Übergang zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Welt? Ein Mangel an realistischen Erwartungen zum Beispiel. Und unsere Gewohnheiten: Insbesondere wenn es um Transport geht. Wir haben uns an unsere Autos gewöhnt; und wollen sie nicht aufgeben. Was dagegen helfen kann, ist unter anderem Aktionismus und Information. Aber: Individuelle Aktionen sind zwar notwendig, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen. Aber nicht ausreichend.
Ein Waldspaziergang zum Schluss
Als Schlusswort zum Bericht zitieren wir gerne diesen Satz: ”The results from these research communities reveal how experiential learning takes place and how it encourages bonding between people, society and nature. This can be achieved by going jointly and consciously into nature.”
Also: Macht einen Spaziergang! Das tut gut.
Weiterführende Informationen
Kapitel 17 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Jan 2, 2023 • 1h 23min
DK074 - Wer erfindet die Weltrettungsmaschine?
…und was weiß die künstliche Intelligenz über die Klimakrise?
DK074 - Wer erfindet die Weltrettungsmaschine?
…und was weiß die künstliche Intelligenz über die Klimakrise?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 74 geht es um Innovation. Die wird ja gerne als Lösung für alles ins Feld geführt: Wir erfinden einfach in Zukunft irgendwas, und dann ist die Klimakrise gelöst! So einfach ist es aber nicht; der Innovationsprozess ist komplex und ihn wissenschaftlich zu beschreiben und politisch zu steuern ist noch viel komplexer. Wir reden über das, was Technologie daran hindert, ihr volles Potenzial zu erreichen (Spoiler: Politik) und wie man den Erfolg von Innovation messen kann - was den Blutdruck von Claudia ein wenig in die Höhe treibt. Außerdem: Klimakrisentipps von der Künstlichen Intelligenz.
Wir erfinden was
In Kapitel 74 geht es um Innovation. Und es bestreitet niemand, dass es wichtig und relevant ist, dass wir nicht nur bestehendes Wissen anwenden um die Klimakrise anzuwenden, sondern auch neues Wissen und neue Technologien schaffen müssen. Aber können wir einfach so eine “Weltrettungsmaschine” erfinden und alles ist gut? Eher nicht. Vor allem, weil man bei der Forschung ja nie weiß, was raus kommt. Als Albert Einstein Anfang des 20. Jahrhunderts seine Forschung zur Quantenmechanik gemacht hat, war ja auch noch lange nicht klar, dass am Ende dabei die Solarzelle rauskommen wird. Grundlagenforschung ist halt Grundlagenforschung und der Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft ist komplex.
Wenn man zum Beispiel einen fernen Kometen erforschen will, ist das das eine. Wenn als Nebenprodukt dieser Forschung dann eine Kamera zur Entdeckung von Waldbränden entwickelt wird ist das das andere. Man darf die Grundlagenforschung aber nicht durch die potenziellen Anwendungen rechtfertigen, denn ansonsten verpasst man eventuell viel, was man ansonsten nie entdeckt hätte.
Wie fertig ist die Technologie?
Wir reden ein wenig über “Technology Readiness Level”, also unterschiedliche Stufen der Technologieentwicklung. Normalerweise gehen die von 1 bis 9; im IPCC-Bericht haben sie die Skala bis 11 erweitert.
So sieht das normalerweise aus (aus: Goldense, 2017):
Man kann sich auch anschauen, wer bei den einzelnen Stufen zuständig ist und das Geld dafür bereitstellt(aus: Hensen et al, 2015)
Im IPCC-Bericht sieht man die TLRs in Tabelle 16.2:
Das ist alles ein wenig abstrakt, aber es geht eben nicht um konkrete Erfindungen, sondern um die Frage: Wie sieht der Innovationsprozess aus, wie lenkt man ihn, wie evaluiert man ihn?
Was auch wichtig ist: “Learning by doing”, denn nur so können existierende Produkte weiter entwickelt werden.
Im Tal des Todes
Es gibt jede Menge Gründe, warum eine Technologie nicht in der Lage ist, ihr volles Potenzial zu entwickeln. Die kann man in Tabelle 16.6 nachlesen:
Den Haupthinderungsgrund könnte man mit “Unfähige Politik!” zusammenfassen.
Wie steuert man die Innovation?
Die Umweltauswirkungen von Innovation hängten vor allem davon ab, wie eine Technologie eingesetzt wird. Denn es wird ja auch noch Zeug für klimaschädliche Technologie erfunden; zum Beispiel bei der Energiegewinnung aus Braunkohle. Und deswegen braucht es Steuerung damit diese Innovation den klimafreundlichen Erfindungen keine Konkurrenz machen. Die Richtung des technologischen Wandels hängt auch von der Größe des Marktes für schmutzige Technologien ab.
Woher soll man wissen, was man in der Zukunft machen soll? Man kann wenige Projekte fördern, die dafür aber mit viel Geld. Oder viele Projekte fördern, mit weniger Geld. Am Ende besteht immer die Gefahr, genau das nicht ausreichend zu fördern, was wirklich gebraucht werden würde.
Indikatoren für Innovation
Claudia regt sich auf. Und zwar über Tabelle 16.7. Die enthält “quantitative Metriken für Innovation” und sehr viele davon:
Mit vielen dieser Indikatoren gibt es Probleme; denn sie messen nicht unbedingt das, was sie messen sollen. Und am Ende kriegt man das Problem, dass die Zahl zum Ziel wird und nicht der Prozess, den die Zahl eigentlich messen soll.
Wem gehört eine Idee?
Wer was erfindet, will eventuell nicht, dass alle anderen sofort damit arbeiten können. Deswegen gibt es Patente und die können durchaus dafür sorgen, dass sich Wissen verbreitet, das ansonsten nicht verbreitet wird. Der genaue Ablauf ist aber kompliziert und es ist umstritten wie weit Patentsysteme die Innovation fördern oder ncht.
Das Klimawissen der KI
Claudia hat der Künstlichen Intelligenz ChatGPT die Fragen aus der FAQ des Kapitels gestellt. Unter anderem ”Will innovation and technological changes be enough to meet the Paris Agreement objectives?” Die Antwort war überraschend ausführlich und korrekt.
Weiterführende Informationen
Kapitel 16 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Dec 26, 2022 • 1h 23min
DK073 - Klimafinanzen: Wo bleibt das Geld?
…und warum gibt es keinen grünen James Bond?
DK073 - Klimafinanzen: Wo bleibt das Geld?
…und warum gibt es keinen grünen James Bond?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 73 reden wir über Geld und Investitionen. Finanzen sind definitiv nicht unsere Kernkompetenz - aber sie stehen im Zentrum der Klimakrise, also müssen wir uns damit beschäftigen. Und stellen fest: Es wird zwar viel Geld in die Bewältigung der Klimakrise gesteckt. Aber nicht genug und weniger als in die Förderung fossiler Technologie. Außerdem: Kryptowährungen und Klimakrise und die Finanzierung der Klimafolgen in den Ländern die sich das nicht leisten können.
Es geht ums Geld
Finanzen sind nicht unsere Spezialität. Aber sie sind zentral wenn man verstehen will, warum wir in der Klimakrise stecken und wie wir wieder rauskommen. Also schauen wir zu erst einmal, was “Klimafinanzen” eigentlich bedeutet. Im Prinzip: Alles an Geld was man irgendwie zur Bewältigung der Klimakrise ausgibt. Das kann entweder direkt sein oder aber indirekt, wenn man Geld für was ausgibt, was nichts mit dem Klima zu tun hat, dem Klima aber trotzdem hilft.
Wer mehr über Klimafinanzen wissen will, kann beim BMZ und der OECD nachschauen.
Pariser Finanzen
Das Pariser Klimaabkommen sagt sehr explizit, dass man entsprechend investieren muss, wenn das Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad erreichen will. Und der IPCC-Bericht stellt fest, dass diese Finanzierung nicht von selbst passiert sondern nur, wenn sich die Politik entsprechend darum kümmert.
Wo bleibt der gerechte Übergang?
Das Konzept des “Gerechten Übergangs” (Just Transition) ist wichtig, wenn es darum geht, nicht einfach nur die Klimakrise zu bewältigen, sondern es auf eine Weise zu tun, die möglichst wenig Menschen schadet. Bis jetzt haben sich aber nur eine Handvoll Länder dazu bekannt. Ds ist schlecht, denn je ungerechter die Welt ist, desto schwerer wiegen die Folgen der Klimakrise.
Aber: Wenn man sich ansieht was passiert, wenn man sich nicht um die Klimakrise kümmert, dann stellt man fest: Für die Wirtschaft ist es immer besser, in Klimaschutz zu investieren als einfach so zu tun als wäre nichts.
Mehr zum Gerechten Übergang gibt es hier und hier.
Die globalen Klimafinanzflüsse
In den letzten Jahren sind hunderte Milliarden von Dollarn in die Klimafinanzierung geflossen. Meistens in sich entwickelnde Länder und in die Sektoren Elektrizität und Transport. Mehr dazu gibt es in Abbildung 15.3:
100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz
Die Länder, die am stärksten von der Klimakrise betroffen sind, können am wenigsten dafür und haben am wenigsten Geld. Deswegen hat man schon 2009 beschlossen, einen Klimafonds mit 100 Milliarden Dollar pro Jahr bereit zu stellen. Hat man aber bis jetzt noch nicht gemacht. Tja.
Kein Geld mehr für fossile Brennstoffe
Die International Energy Agency (IEA) hat in ihrem “Net Zero by 2050 scenario” festgestellt, dass wir bis 2035 keine Verbrenner mehr zulassen dürfen. Dass Kohle bis 2050 um 90% zurückgehen muss; Öl um 75% und Erdgas bis 2040. Nur dann erreichen wir bis 2050 das Netto-Null-Ziel. Außerdem müssen die Investitionen in neue fossile Infrastruktur runtergefahren und in die erneuerbare Infrastruktur hochgefahren werden.
Es braucht 1,5 Billionen Dollar pro Jahr; das ist sehr viel mehr als aktuell investiert wird. In die fossilen Energien wird dagegen bis zu 650 Milliarden Dollar pro Jahr investiert. Und zwar mehr als insgesamt global an Klimafinanzierung existiert. Und die fossile Förderung steigt immer noch.
Das Finanzierungsbedürfnis
Wir müssen bis zu einer Billion Dollar pro Jahr bis 2030 investieren, wenn wir die Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen wollen; aktuell investieren wir 250 Milliarden pro Jahr. Wie das Finanzierungsbedürfnis im Detail aussieht, zeigt Abbildung 15.4:
Eine hässliche Abbildung
Abbildung 15.5 sollte eine visuelle Zusammenfassung von Kapitel 15.6 sein. Ist aber einfach nur grauenhaft:
Das finanzielle Risiko der Klimakrise
Früher hat sich die Wirtschaft im Klimaschutz engagiert, um aus ethischen Gründen gut da zu stehen. Heute stellt sie fest: Man kann das auch aus handfesten finanziellen Gründen tun.
Denn die Krise birgt jede Menge Risiken für die Wirtschaft. Das globale BIP wird ohne Maßnahmen bis 2080 um 7% sinken; mit Maßnahmen nur um 1%. Ohne Maßnahmen erhöht sich auch das Risiko für Bankenkrisen; für die Versicherungen, und so weiter. Und sehr viele assets werden wertlos werden, wenn man nichts tut.
Die Risiken der Klimatransformation kann man sich in Abbildung 15.6 ansehen:
Kryptowährungen & Co
Wer nachhaltig investieren will, kann sich mit “Green Bonds” beschäftigen (hier sind Details. Dafür, dass das dem Klima hilft, gibt es aber noch keine Belege.
Sehr wohl Belege gibt es aber dafür, dass Kryptowährungen wie Bitcoin dem Klima schaden können. Wie sehr? Kann man sich bei der Uni Oxford ansehen - oder im neuen Buch der Science Busters nachlesen: “Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt: Das große Jubelbuch der Science Busters”.
Es gibt genug Geld
Zum Schluss stellt der IPCC-Bericht explizit fest, dass es genug Geld gibt. Es ist nur nicht da, wo es sein soll: ”There’s no shortage of money globally: it is simply that it has yet to travel to where it’s most needed.”
Claudia hät einen Vortrag
Am 28. Dezember 2022 wird Claudia in einem Online-Talk über ihrer Erfahrungen beim Klimabericht sprechen. Mehr Infos gibt es hier
Weiterführende Informationen
Kapitel 15 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Dec 19, 2022 • 1h 10min
DK072 - Die Tragödie des Gemeinguts
…und warum gründen wir keinen Klimaklub?
DK072 - Die Tragödie des Gemeinguts
…und warum gründen wir keinen Klimaklub?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 72 geht es um die internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz. Oder halt das Fehlen der internationalen Zusammenarbeit, je nachdem. Wir reden auf jeden Fall über das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCC), das Kyoto-Protokoll und das Pariser Klimaabkommen. Haben die was gebracht und wenn ja, was? Und wenn nein, warum nicht? Außerdem: Die Gefahren des Solar Radiation Managements aus politischer Sicht.
SLAPP-Klagen gegen Klimaschutz
“SLAPP” steht für “Strategic Lawsuits against Public Participation” und bezeichnet Klagen, die von Firmen oä zur Einschüchterung genutzt werden. Wir sind zum Glück nicht verklagt worden…
Es wird international!
Das Klima ist ein globales Phänomen und die Klimakrise ebenfalls. Das heißt, dass auch die Lösung dafür international gefunden und umgesetzt werden muss. Deswegen wurde 1992 das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (United Nations Framework Convention on Climate Change - UNFCCC gestartet. Da sind fast alle Länder der Welt mit dabei (bis auf den Vatikan), aber nur weil man dabei ist, muss das noch nichts heißen. Gleiches gilt für die aus dem UNFCCC entstandenen Kyoto-Protokoll und dem Pariser Klimaabkommen.
Es kommt vor allem auch darauf an, wie man das Problem einbettet, d.h. das Framing. Bisher ging das mit dem “Global Commons Problem”: Wenn alle gemeinsam für etwas zuständig sind, dann fühlt man sich als einzelnes Land weniger verantwortlich, als es nötig wäre. Internationale Zusammenarbeit kann das ändern, zumindest im Prinzip. Mehr zu dieser “Tragödie des Gemeinguts” kann man hier sehen und in der Realität ist es eben tatsächlich oft eine Tragödie: “Warum sollen wir was machen, wenn in China nix gemacht wird?” - solche Sätze sind nicht nur falsch, sondern leider auch sehr häufig. Damit sich das ändert, muss man die Spielregeln der internationalen Zusammenarbeit ändern.
Man könnte die Transformation an sich als Framing verwenden, aber da fehlt leider noch ein simpler Indikator, um zu messen, wann und ob eine Transformation erfolgreich ist.
Wie bewertet man Klimaabkommen?
Klimaabkommen gibt es einige, aber um zu wissen, ob sie was bringen, muss man sie irgendwie bewerten. Dafür braucht es Kriterien und die werden im IPCC-Bericht auch vorgestellt. Aber leider sind die alle ein wenig “weich”:
Der/die/das UNFCC
Seit 1992 gibt es das UNFCCC, seit 1997 das Kyoto-Protokoll und seit 2015 das Pariser Klimaabkommen. Bei Kyoto hat man einen “Top Down”-Ansatz gewählt, also quasi von oben vorgeschrieben, was sich ändern soll. Beim Pariser Abkommen hat man einen “Bottom Up”-Ansatz verwendet und die Länder selbst entscheiden lassen, was sie tun wollen. Und was passiert, wenn ein Land sich dem Abkommen verweigert? Überraschenderweise ist das Pariser Klimaabkommen recht stabil, trotz Menschen wie Donald Trump.
Kyoto und Paris: Was bringen Klimaabkommen?
Die Klimaabkommen von Kyoto und Paris sind sehr unterschiedlich, wie man in dieser langen Tabellen sehen kann:
Es geht vor allem aber auch um die Frage, was sie bringen. Dazu kann man zuerst einmal einen Blick in das Parise Rulebook werfen, dass einem sagt, wie man mit dem Pariser Abkommen umgehen soll. Insbesondere ist die Kooperation wichtig, aber die Frage nach dem Erfolg der Abkommen ist immer och unbeantwortet. Und das was man weiß, ist schwer zu verstehen weil es so vage klingt:
Es gibt aber immerhin ein bisschen Attributionsforschung dazu, wie man hier sehen kann:
Solar Radiation Modification
Über “Solar Radiation Modification” haben wir schon ein paar mal gesprochen. Bei SRM geht es darum, die Welt so zu verändern, das mehr Sonnenlicht reflektiert wird. Zum Beispiel durch Ausbringung von Aerosolen in der Atmosphäre. Das hilft zwar nicht nachhaltig beim Klimaschutz, kann aber unter Umständen attraktiv für populistische Politiker sein (siehe dazu auch hier). Aber was, wenn ein Land aus welchen Gründen auch immer einen Alleingang in Sachen SRM plant, wie zB im Buch “The Ministry for the Future” von Kim Stanley Robinson beschrieben? Das könnte sehr negative Folgen haben und hier ist die internationale Zusammenarbeit besonders wichtig.
Weiterführende Informationen
Kapitel 14 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Dec 12, 2022 • 1h 18min
DK071 - Brauchen wir die Ökodiktatur?
…und wann kriegt Österreich endlich ein Klimagesetz?
DK071 - Brauchen wir die Ökodiktatur?
…und wann kriegt Österreich endlich ein Klimagesetz?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 71 müssen wir über Politik reden. Denn davon handelt Kapitel 13 des IPCC-Berichts. Wir fragen uns, wann Österreich endlich ein Klimagesetz bekommt. Und was solche Gesetze bringen. Wir stellen fest, dass demokratische Systeme besser für den Klimaschutz sind; ebenso wie grüne Parteien. Klimaklagen lohnen sich; Emissionshandel nur dann, wenn er richtig abläuft. Und es reicht bei weitem nicht, einfach nur ein Netto-Null-Ziel festzulegen. Man muss auch einen Plan haben!
Wir müssen über Politik reden
Kapitel 13 heißt “National and Subnational Policies and Institutions”. Aber im wesentlichen geht es um Politik. Um Institutionen, Normen, Regeln, Gesetze und den ganzen Rest, der steuern kann, wie sich das Klima schützen lässt.
Wo bleiben die Klimagesetze?
Klimagesetze sind Gesetze, die sich ums Klima kümmern. Das ist vage, lässt sich aber nicht ändern. Sie können aber, wenn sie gut gemacht sind, Plattformen schaffen, Sicherheit bieten und sind speziell für ärmere Länder wichtig um Investitionen anzuziehen. Was es für Klimagesetze auf der Welt gibt, kann man sich in der “Climate Change Laws of the World”-Datenbank anschauen. Aktuell haben 56 Länder Klimagesetze und diese 56 Länder erzeugen insgesamt 53 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Die Zahl der Gesetze ist in den letzten Jahren stark gestiegen, von 342 im Jahr 2010 auf 694 im Jahr 2020.
In den Gesetzen steht allerdings nicht immer das drin, was aus wissenschaftlicher Sicht drin stehen sollte. Und ihre Wirkung auf die Treibhausgasemissionen ist schwer einzuschätzen. Aber schaden tun sie hoffentlich nicht. Wo es Gesetze gibt, zeigt Abbildung 13.1
Kein Klimaschutzgesetz hat Österreich. Da warten wir schon bald das dritte Jahr darauf - aber die ÖVP bremst leider. Deutschland hat immerhin seit 2019 das Bundes-Klimaschutzgesetz
Nationally Determinend Contributions
Über die NDCs haben wir schon ausführlich in Folge 62 gesprochen. Das ist das, was die Länder laut Pariser Klimaabkommen machen sollen. Aber nur 10 Prozent der Länder haben einen wirklich guten Plan.
Brauchen wir die Ökodiktatur?
Strukturelle Faktoren wie Ressourcen oder das politische System spielen eine Rolle, bestimmen die Klimapolitik aber nicht alleine. Ander Akteure können das beeinflussen, zum Beispiel die Gesellschaft oder die Wirtschaft.
Auf jeden Fall ist es gut fürs Klima, wenn die Öffentlichkeit möglichst weit und transparent am politischen Prozess teilhaben kann. Gleiches gilt für das Wahlsystem: Wenn es auf proportionaler Repräsentation beruht ist das besser fürs Klima als zB ein Zweiparteiensystem. Was auch gut fürs Klima ist: Korporatismus und die Einbindung von Sozialpartnern ins politische System. Außerdem sind grüne Parteien gut fürs Klima, im Gegensatz zu Korruption.
Wer steuert Klimapolitik?
Die Politik kann natürlich jede Menge steuern; tun das aber hauptsächlich dann, wenn sie sich davon Wählerstimmen erhoffen können. Die Wirtschaft macht mal dieses und mal jenes; und die fossile Industrie macht vor allem schlechte Stimmung für Klimaschutz. Aktivismus kann durchaus Einfluss auf Klimagesetzgebung nehmen und hat das auch schon getan.
Klimaklagen
Klimaklagen werden immer häufiger; finden aber trotzdem noch vor allem in den USA statt. In den meisten Fällen richten sich die Klagen gegen die Regierung, damit die mehr für den Klimaschutz tut. Das ist durchaus auch erfolgreich, zum Beispiel im Fall Urgenda v State of the Netherlands 2015. Sehr viel mehr Fälle kann man sich in der Climate Change Litigation Database ansehen.
Medien in der Klimakrise
Die Berichterstattung der Medien über die Klimakrise wächst; in allen Medien. Auch in der Popkultur und irgendwann reden wir auch noch mal über Kinofilme und Computerspiele. Die Korrektheit der Berichterstattung ist auch gestiegen; aber nicht überall, vor allem in den USA gibt es immer noch viele Probleme.
CO2 ab Hof: Emissionshandel und CO2-Steuern
Man kann jede Menge regeln um dem Klima zu helfen. Zum Beispiel durch CO2-Steuern. Die gibt es mit Stand 2021 in 27 Ländern, die Steuern sind aber meistens viel zu gering und außerdem auch noch unpopulär.
Emissionshandel kann man auch machen: Da wird eine bestimmte Emissionsmenge festgelegt und Zertifikate dafür an alle Akteure verteilt. Wer dann am Ende mehr verbraucht hat als vorgesehen, muss zusätzliche Zertifikate von denen kaufen, die sparsamer waren. Gibt es derzeit in 38 Ländern. Und es bringt auch was; und es würde noch mehr bringen, wenn die Preislevel dem Stand der Wissenschaft angeglichen würden. Eine Tonne CO2 müsste 170 bis 290 Dollar kosten, wenn wir das 1,5 Grad Ziel erreichen wollen; derzeit liegt der Preis zwischen 40 und 80 Dollar.
Sehr viel bringen würde es, wenn man die Förderung fossiler Energien stoppt. Denn da wird wirklich SEHR viel Geld reingesteckt, wie Abbildung 13.5 zeigt:
Netto-Null-Ziele
Welche Länder für ihre Emissionen Netto-Null-Ziele festgelegt haben, kann man in der Zerotracker-Datenbank ansehen. 131 Länder haben sich dazu auf die eine oder andere Art geäußert; aber nicht alle davon haben einen Plan wie das erreicht werden soll. Wozu auch Deutschland gehört…
Geht's auch ein bisschen schneller?
Klar geht es schneller. Es braucht nur vernünftige Politik, die konkrete Maßnahmen setzt, die umfassend sind, nachhaltig und langfristig. Und die sich Gedanken über die soziale Absicherung der Menschen macht, die kurzfristig durch die Transformation negative Auswirkungen spüren.
Weiterführende Informationen
Kapitel 13 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Dec 5, 2022 • 1h 17min
DK070 - Wo bleibt der große CO2-Sauger?
…und wer schreibt endlich den IPCC-Roman?
DK070 - Wo bleibt der große CO2-Sauger?
…und wer schreibt endlich den IPCC-Roman?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 70 geht es um “sektorenübergreifende Perspektiven”. Das klingt sehr öde, weswegen wir stattdessen über Methoden reden, wie man CO2 direkt aus der Luft filtern kann. Was aber exakt so eine sektorenübergreifende Perspektive ist. Außerdem geht es um künstliche Verwitterung und andere Wege, die man “Geoengineering” nennen kann, die durchaus Potenzial haben, aber bei weitem nicht genug, um unser Klimaproblem lösen zu können.
Was bitte sind "Sektorenübergreifende Perspektiven"?
Unter dem Begriff “Sektorenübergreifende Perspektiven” kann man verschiedene Dinge verstehen. Aber im Prinzip geht es um Maßnahmen, die in mehr als einem Sektor eingesetzt werden bzw. nicht einem Sektor zugeordnet werden können. Zum Beispiel, wenn man CO2 irgendwo einfängt und bindet oder Abwärme von Chemiebetrieben zur Heizung von Gebäuden verwendet. Vermeiden muss man dabei “Carbon Leakage”, also wenn die Reduktion in einem Sektor zu Emissionserhöhung in anderem Sektor führt.
Was kostet die Weltrettung?
Bei der Kapitelüberschrift “Aggregation der sozialen Kosten” stellen wir fest, dass wir uns einen gut lesbaren und spannenden IPCC-Roman wünschen anstatt des trockenen Berichts. Und in gewissen Sinne gibt es sowas schon, nämlich die “Science in the Capital”-Romane von Kim Stanley Robinson (Teil 1, Teil 2, Teil 3]).
Auf jeden Fall müssen wir im Jahr 2030 circa 60 Milliarden Tonnen CO2e weg kriegen, pro Jahr und das kostet. Was man fürs Geld kriegen kann, zeigt Abbildung 12.1
Man kann in jedem Sektor was machen! Mehr als die Hälfte des Potenzials kriegt man schon für 0-20$. Aber wenn man sich nur auf die billigen Methoden beschränkt, erreicht man nur eine Reduktion von 38 Milliarden Tonnen. Deswegen muss man das Potenzial erhöhen und das geht nur sektorenübergreifend.
La réduction du dioxyde de carbone
Nachdem wir uns gefragt haben, was “CDR”(Carbon Dioxide Removal) auf französisch heißt, widmen wir uns zwei anderen Methoden, nämlich BECCS und DACCS. Ersteres (bioenergy with carbon capture and storage) hatten wir schon in früheren Folgen, deswegen schauen wir uns heute DACCS an, was für “Direct Air Carbon Capture and Storage” steht. Es geht um Methoden, CO2 direkt aus der Luft einzufangen und irgendwo zu speichern.
Was es da alles gibt, sieht man in Abbildung 1 der Box CC 8:
Wir holen das CO2 direkt aus der Luft
CO2 kann man aus der Luft holen und im Boden speichern. Oder als Rohstoff nutzen. Diese DACCS Methoden können aber nur ein Extra sein und sind nicht in der Lage, andere Maßnahmen zu ersetzen. Vor allem braucht das Energie und damit CO2-freie Energiequellen. Ein weiteres Problem ist die dauerhafte Lagerung des CO2, die Konkurrenz der Anlagen zu anderen Arten der Land- und Wassernutzung. Und vor allem: Es gibt noch keine richtigen Studien zum Potenzial von DACCS. Und DACCS-Methoden neigen dazu, das Timing von anderen Maßnahmen zu verschieben.
*Hier wird noch von Hand verwittert+
Eine andere DACCS-Methode ist “enhanced weathering”. Bei der Verwitterung von Gestein wird CO2 gebunden und diesen natürlichen Prozess könnte man ja beschleunigen. Zum Beispiel wenn man Gestein zermahlt und dadurch dessen Oberfläche erhöht. Hat man bisher aber nur im Labor und bei kleinen Feldversuchen gemacht. Ein Problem ist die Frage, was mit dem Staub passiert, denn der liegt ja irgendwo rum, geht ins Wasser und so weiter. Das weiß man noch nicht.
In der Studie “Carbon dioxide removal through enhanced weathering of basalt on agricultural land – Assessing the potential in Austria” hat man sich das Potenzial dieser Methode für Österreich angeschaut und festgestellt: Wenn man alle Ackerflächen mit Basaltstein bedeckt, braucht man 5% des gesamten Stroms zum Zermahlen und kriegt trotzdem nur eine CO2-Reduktion von 2%.
Schmeissen wir das CO2 doch ins Meer
Im Meer kann man CO2 (vermutlich) sehr lange speichern. Zum Beispiel wenn man Eisendüngung und andere Mineralien nutzt um das Pflanzenwachstum im Meer zu erhöhen. Hat man aber auch nur im Labor getestet bist und es ist unklar, wie lange das CO2 wirklich drin bleibt.
Wie realistisch ist das alles?
Wo sind die Problemen bei all diesen Methoden? Sieht man in Abbildung 12.4:
Sektorenübergreifende Lebensmittel
Lebensmittel sind auch ein Bereich, der alle Sektoren betrifft. Reden wir aber nur kurz drüber, denn das haben wir schon oft behandelt.
Es braucht mehr Forschung
Wir stellen fest: Es braucht bei dem Thema mehr Forschung; vor allem was das Framing und die Kommunikation angeht. Denn wenn man so tut, als wären CDR, BECCS, DACCS & Co die einzigen Lösungsansätze, wäre das nicht so toll fürs Klima.
Weiterführende Informationen
Kapitel 12 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian

Nov 28, 2022 • 1h 32min
DK069 - Im Baumarkt der Klimakrise: Klimaschutz und Industrie
…und wer braucht ernsthaft Plastikstrohhalme?
DK069 - Im Baumarkt der Klimakrise: Klimaschutz und Industrie
…und wer braucht ernsthaft Plastikstrohhalme?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 69 reden wir über die Industrie. Stahl, Zement, Beton, Plastik: Wir machen einen Ausflug in den großen Baumarkt des industriellen Sektors und schauen, was da in Sachen Klimaschutz möglich ist. Überraschend viel! Auch wenn - wie immer - die Politik die ganze Angelegenheit erheblich bremst.
Was und warum ist Industrie?
Der industrielle Sektor ist die größte globale Quelle an Treibhausgasen, wenn man die direkten und die indirekten Emissionen berücksichtigt. 65 Prozent der Emissionen dieses Sektors kommen von der Schwerindustrie. Der IPCC-Bericht präsentiert uns eine detaillierte Version der Kaya-Identität, die uns zeigt, wie sich diese Emissionen zusammensetzen.
Welche Optionen wir da für die Zukunft haben, zeigt uns Abbildung 11.1:
Industrielle Trends
In der Vergangenheit wurden die Emissionen von Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum getrieben worden. Die Emissionen in der Industrie sind generell gestiegen; die gesteigerte Energieffizienz hat das nicht verhindern können; auch die Materialeffizienz nicht.
Wachstumsrate der Industrieemissionen ist zwar in den letzten Jahren um 1% gesunken. Um die Emissionen nachhaltig zu verringern braucht es aber ein Negativwachstum um 9 Prozent pro Jahr bis 2050.
Materialeffizienz
Materialeffizienz kann man aus zwei Blickwinkeln betrachten. Wir können das, was produziert wird, entweder länger und öfter nutzen. Oder gleich darauf schauen, dass wir weniger Material brauchen, um etwas herzustellen.
Ein Blick in unser Materiallager
Was haben wir alles und wie viel davon? Sehr viel! Die Materialien der Industrie sind von 36 Milliarden Tonnen im Jahr 1900 auf 1100 Milliarden Tonnen im Jahr 2020 gestiegen. Die Menge hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt und das meiste davon ist Zeug, das wir zum bauen nutzen; insbesondere Beton.
Das mit der Materialeffizienz funktioniert noch nicht so richtig, da wegen falscher Politik die Anreize dafür fehlen.
Zwei Drittel der globalen Energie braucht die Industrie, sie dominiert den Energieverbrauch.
Welche Industrie macht welche Emissionen?
Im Jahr 2019 kam der Hauptteil der Emissionen aus der Verbrennung (7 Gigatonnen), 6 Gigatonnen kamen aus Strom und Wärme. Der gesamte Sektor setzt circa 20 Gigatonnen frei. Es ist aber auch ein Problem der Buchhaltung; es kommt immer drauf an, wie und wann das CO2 in den industriellen Produkten wieder freigesetzt wird.
Welche Weltgegenden wie viele Emissionen erzeugen, kann man in Abbildung 11.5 sehen:
Vor allem China hat hier wirklich zugeschlagen. Dort wurde aber auch zwischen 2000 und 2012 jeden Monat 12 schwerindustrielle Projekte gebaut!
Sechs Strategien für die Zukunft
Sechs Hauptoptionen haben wir für eine bessere Zukunft: Materialnachfrage, Materialeffizienz
Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz, Elektrifizierung und andere Kraftstoffe und Carbon Capture and Storage/Carbon Capture and Usage (CCS/CCU)
Wie das mit der Materialeffizienz aussieht, kann man sich in Abbildung 11.7 ansehen.
Der Sinn einer Kreislaufwirtschaft ist klar: Besser reparieren als neu kaufen. Ist aber eine Sache des Designs.
Wie wichtig Recycling ist, sieht man am Aluminium und in Abbildung 11.8:
Wundermittel Wasserstoff
Momentan produzieren wir global 70 Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr. 76% davon kommen aus Erdgas, 23% aus der Kohle. Das heißt: Die Wasserstoffproduktion ist für 5% der Emissionen aus dem Industriesektor verantwortlich.
Carbon Capture
CO2 aus der Industrie einzufangen und zu nutzen bzw. zu speicher ist natürlich prinzipiell gut. Es kommt aber drauf an wie man es macht; man kann aber sogar negative Emissionen kriegen. Erforscht und politisch ausgearbeitet ist das aber alles noch nicht.
Es geht um Stahl
Die Stahlproduktion ist überall gestiegen; 2019 war sie für 20% der direkten Emissionen aus dem Sektor verantwortlich. Um das zu verbessern kann man zum Beispiel Schrott nutzen. Oder was an den Methoden der Stahlherstellung machen. Momentan werden 73 Prozent des Stahls mit dem Blast furnace-basic oxygen furnace Verfahren produziert, mit Lichtbogenöfen macht man 26% des Stahls.
Man kann klassische Hochöfen mit CCS/CCU-Kapazität ausrüsten; ist aber teuer und nicht so effektiv. Besser wäre es, das alles gleich neu zu bauen und auch nicht wirklich teurer. Man kann auch ganz neue Methoden verwenden, an denen gerade geforscht wird und die die Stahlproduktion vielleicht komplett CO2-neutral machen können.
Zement
Bei Zement lässt sich sehr schwer was einsparen. 14% der globalen Emissionen aus Industrie stammen vom Zement. Was aber möglich ist: Besseren Beton produzieren, denn dann braucht man weniger davon. Oder gleich andere Materialien als Beton und Zement nutzen. Das braucht aber Aufklärung und Bildung für alle, die das Zeug nutzen und herstellen.
Chemikalien
Die chemische Industrie braucht am meisten Energie und ist der drittgrößte Emittent des Sektors. Vor allem die Produktion von Ammoniak ist kritisch; und für 30% der CO2-Emissionen der chemischen Industrie verantwortlich. Kann man ändern, wenn man alles elektrifiziert oder synthetischen Kohlenstoff bzw. Biomasse als Ausgangsmaterial verwendet.
Plastik
Die globale Produktion von Plastik ist massiv gestiegen; um 8.4 Prozent pro Jahr und doppelt so schnell als das Bruttosozialprodukt. In den entwickelten Ländern nutzen wir 20 mal mehr Plastik pro Kopf als anderswo und es gibt keine Anzeichen, dass das weniger wird. 14% des globalen Öls und 8% des globalen Erdgases werden für Plastik genutzt und die Plastikproduktion ist für fast 2 Milliarden Tonnen CO2e pro Jahr verantwortlich
Druck auf die Industrie
Die Chemie wird sich mit anderen Sektoren zusammentun müssen, zum Beispiel der Forst- und Landwirtschaft. Auch die Stadtplanung muss involviert werden, dann kann man zum Beispiel die Abwärme der Industrie zum Heizen verwenden (in Dänemark passiert das schon bei 5% der Haushalte). Nicht vergessen werden dürfen auch die Auswirkungen der Klimakrise auf die Industrie - und die der Politik, die die Industrie bis jetzt aktiv vor den Kosten der Klimakrise geschützt hat.
*Was passiert in Zukunft?
Die Dekarbonisierung der Industrie ist bis 2050 möglich. Aber alles was wir jetzt machen muss enorm hochskaliert werde, damit das funktioniert. Außerdem braucht es multi-institutionale Koordination, und konkrete politische Maßnahmen mit detaillierten Vorgaben und transparenten Prozessen zur Überwachung. Tja.
Wie solche politischen Maßnahmen aussehen können, zeigt Abbildung 11.15:
Klimavernetzung in NRW
Das Projekt IN4climate.NRW wird vom IPCC extra hervorgehoben. Das ist ein ”Thinktank für die klimaneutrale Industriezukunft. Impulse für NRW und darüber hinaus.” Kann man machen, auch wenns komisch klingt.
Treibhausgaslabels
Wenn auf unseren Produkten steht, wie viele Kalorien sie haben, dann kann man doch auch drauf schreiben, wie viel CO2 bei ihrer Herstellung emittiert wurde, oder? Ja, kann man, sagt der Bericht und es würde auch helfen. Aber die Politik muss es halt machen. Und das ist auch das Fazit: Es braucht ein kohärentes politisches System, damit sich die Industrie darauf einstellen kann. Sonst wird das alles nix.
Weiterführende Informationen
Kapitel 11 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar.
Hinweis zur Werbung und zu Spenden
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian
Twitch Claudia | TikTok Claudia
Twitter Florian|
Twitter Claudia
Blog Florian|
Homepage Florian|
Veranstaltungen Florian


