Das Klima

Florian Freistetter, Claudia Frick
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Oct 19, 2023 • 3min

"Das Klima"-Treffen in Überlingen am Bodensee am 27. Oktober 2023

Wir feieren unsere 100. Folge! Hallo liebe Hörerinnen und Hörer von "Das Klima". Keine Sorge, es ist alles in Ordnung; wir haben uns nicht im Kalender vertan. Folge 98 des Podcast wird wie geplant am 30. Oktober 2023 erscheinen. Aber in der letzten Folge haben wir ja ein Treffen am Bodensee angekündigt und mehr Details dazu versprochen. Und da dieses Treffen schon am 27. Oktober stattfinden wird, wäre es ein bisschen spät, mit den Details bis zur nächsten Folge zu warten. Also: Die 100. Folge von "Das Klima" wird Ende November veröffentlicht. Da haben wir leider keine Zeit gefunden, um irgendwas spezielles zu veranstalten. Deswegen ziehen wir die Feierlichkeiten ein bisschen vor. Ich bin nächste Woche bei einem Vortrag am Bodensee - am 26. Oktober um 19 Uhr, organisiert von der Sternwarte Überlingen, falls jemand Lust hat. Und weil ich danach ein wenig Zeit habe, haben Claudia und ich beschlossen, uns am 27. Oktober ebenfalls in Überlingen am Bodensee zu treffen. Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr gerne dazu kommen! Weder Claudia noch ich waren bis jetzt in Überlingen, das heißt, wir wissen nicht so genau, wo man sich da gut treffen kann. Aber wir dachten uns, wir treffen uns mal direkt am See, an der Uferpromenade, beim Denkmal des Bodenseereiters. Da gibt es nicht nur nen Kiosk und ein öffentliches WC, sondern nebenan auch eine Pizzeria - da sollte eigentlich für alles gesorgt sein. Wer kommen will, kommt also am besten um 17 Uhr dorthin, oder später nach. Wir haben uns die Zeit von 17 bis 21 Uhr für das Treffen reserviert. Ihr könnt uns auch gerne noch eine Mail schreiben, wenn ihr kommen wollt: podcast@dasklima.fm
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Oct 16, 2023 • 59min

DK097 - Klimakompensation funktioniert nicht!

...und wir treffen uns am 27.10.2023 am Bodensee! DK097 - Klimakompensation funktioniert nicht! …und wir treffen uns am 27.10.2023 am Bodensee! "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 97 fragen wir uns, wie das mit der Klimakompensation läuft. Kann man sich von seinen Co2-Emissionen freikaufen? Man kanns probieren, aber so richtig funktionieren tut das nicht. Dazu gibt es aktuelle Forschung und genau darüber und den Rest sprechen wir in dieser Folge. Wir schauen uns REDD+ Projekte zum Schutz der Wälder an und klären, warum sie nicht funktionieren. Außerdem: Am 27.10.2023 gibt es ein kleines Hörertreffen in Überlingen am Bodensee. Details in den Shownotes. Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Klimakompensation Die Frage um die es geht lautet: Wie kann man "CO2-neutral" werden, wenn man trotzdem noch Treibhausgase emittiert? Man kompensiert: Man sorgt also dafür, dass die Menge an Treibhausgase, die man selbst nicht einsparen kann, woanders eingespart werden. Die Idee ist auf den ersten Blick gar nicht mal so dumm. Weil das Klima ist global und es ist egal, wo die Treibhausgase ausgestoßen werden - oder eingespart werden. Wie macht man das konkret? Gibt unterschiedliche Methoden. Am besten wäre es, wenn man die Menge, die man selbst ausstößt, irgendwie direkt aus der Atmosphäre rausholen könnte. Geht theoretisch, ist in der Praxis aber noch nicht so wirklich durchführbar, zumindest nicht in relevanten Mengen. Aber es geht indirekt, zum Beispiel durch Aufforstung. Ein Baum holt eine gewisse Menge an CO2 aus der Atmosphäre und speichert die für eine gewisse Zeit. Ich könnte also ausrechnen, wie viele Bäume ich brauche, um das CO2 einzusammeln, dass ich selbst freisetze und dann einfach eine entsprechende Menge pflanzen. Klingt gut, gibt aber ein paar Fallstricke - darüber reden wir dann später noch; das wird das eigentliche Thema dieser Folge sein. Zuerst schauen wir noch kurz, was es sonst für Kompensationsprojekte gibt. Ich kann zum Beispiel einfach eine Windkraftanlage irgendwo hin bauen. Die spart auch CO2 ein. Oder den Menschen, die jetzt mit sehr ineffizienten Öfen heizen müssen, effiziente Öfen geben. Ich könnte auch einfach einen Schwung Wärmepumpen kaufen und an Leute verschenken, dann wird auch CO2 eingespart. Und so weiter - es gibt noch mehr Projekte, die wir vielleicht am Ende noch anschauen. Wir müssen aber zuerst noch ein Grundprinzip der Kompensation klären, nämlich die sogenannte "Zusätzlichkeit" der Emissionsminderung. Ich besitze zum Beispiel kein Auto. Das heißt, im Vergleich zu einem Durchschnittsmensch in Österreich spare ich dadurch eine gewisse Menge an CO2 ein. Jetzt kann aber nicht einfach eine Firma herkommen und sagen: Schau, der Florian Freistetter spart da was ein, das heißt wir können eine entsprechende Menge CO2 in die Luft pusten. Das wäre keine Kompensation. Die gäbe es nur, wenn ich sage: Hey, ich kauf mir jetzt ein Auto und fahr damit die ganze Zeit herum. Es sei denn, irgendwer gibt mir Geld, das nicht zu tun! Wenn mir dann jemand Geld gibt und ich tatsächlich nur deswegen nicht mit dem Auto fahre, ist tatsächlich im Sinne dieses Wortes etwas kompensiert worden. Kompensation kann es auf unterschiedlichen Ebenen geben. Es kann auf staatlicher Ebene passieren, wenn Länder zum Beispiel im Rahmen des Pariser Klimaabkommens ihre CO2-Emissionen verringern müssen. Und es gibt die freiwilligen Märkte, also das, was man kennt, wenn man zum Beispiel mit dem Flugzeug in Urlaub fliegt, ein schlechtes Gewissen hat und die beim Flug entstehenden Emissionen kompensieren will. Wir werden heute vor allem über den zweiten Fall reden, es geht jetzt also nicht um die per Gesetz festgelegten CO2-Preise und Zertifikate, die Firmen dann kaufen müssen, wenn sie CO2 emittieren oder verkaufen können, wenn sie Emissionen eingespart haben, und so weiter. Wir schauen ganz allgemein auf die Kompensation beziehungsweise speziell auf eine Art der CO2-Einsparung, die unter dem Akronym REDD+ bekannt ist. Ich rede jetzt noch kurz über dieses Akronym, weil es eh noch später komplex genug wird. Dieses REDD+-Konzept hat ne lange Geschichte, die ist durchaus spannend und man kann daraus einiges über Klimapolitik lernen. Das muss ich aber auslassen, sonst wirds zu viel heute. Das ganze hat 2005 angefangen, damals als RED, mit einem D, ohne +. Das steht für "„Reducing Emissions from Deforestation in Developing Countries“ und war genau das, ein Vorschlag von Costa Rica und Papua Neuguinea wie man die Abholzung irgendwie begrenzen kann. Auf der Klimakonferenz 2007 in Bali hat man dann ein zweites D dazu gegeben und "Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation" draus gemacht. Es geht jetzt also nicht mehr nur um Abholzung sondern auch Waldschädigung. Und 2009 hat man dann gesagt, wir inkludieren in das ganze Projekt auch noch den Erhalt der Wälder, die Erhöhung der Kohlenstoffspeicherfähigkeit, die unterschiedlichen Formen der Waldwirtschaft und hat das ganze Ding "Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and the role of conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries" genannt, aber netterweise kein neues Akronym mehr daraus gebastelt, sondern einfach REDD+ genommen. Was heißt das jetzt? Die Grundidee ist simpel: Leute holzen Wälder ab, weil das Geld einbringt. Ein gefällter Baum hat einen gewissen Wert, ein Baum, der einfach nur so rumsteht, nicht unbedingt. Vor allem, wenn es ein Baum ist, der einfach nur so im Wald rumsteht und nicht auf einer schönen Plantage irgendwelche Früchte produziert. Aber was, wenn man den Leuten einfach Geld zahlt, damit sie eine Baum NICHT fällen? Dann hat der Wald einen Wert - denn er aus Klimasicht ja sowieso hat, aber dann kann man das irgendwie in das kapitalistische System reinbasteln. Auch diese Idee ist prinzipiell gut. Aber halt auch schwierig umzusetzen. Weil ich kann ja nicht einfach hingehen und sagen: So, da ist unser Wald, wir hätten gern X Millionen Euro dafür. Bzw. kann man schon und wär vermutlich auch gar nicht so blöd, das so zu machen. Aber wir müssen ja mit diesem Konzept der "Zusätzlichkeit" arbeiten. Es geht bei REDD+ also nur um Zahlungen, die auf gewissen Leistungen basieren und die Leistung ist es, den Wald zu schützen, so dass messbare und überprüfbare Reduktionen bei den Emissionen entstehen. Man muss also vorher irgendwie ausrechnen, wie viel Emissionen bei "normaler" Abholzung entstehen würden und dann berechnen, wie viel man eingespart hat, weil man irgendwelche Schutzmaßnahmen oder Ähnliches gesetzt hat. Daraus ergibt sich eine gewisse Menge an CO2, das eingespart worden ist, und dafür kann man dann Geld kriegen. Wie genau man Geld kriegt, ist wieder eine ganz andere Sache; da gibt es wieder die bekannten "Finanzierungslücken" und so weiter. Aber wenn wir jetzt mal die staatliche Seite beiseite lassen, dann kann man dafür einfach entsprechende Zertifikate ausgeben und verkaufen. Zertifikate, die man dann auch als Privatperson kaufen kann, wenn man irgendwo was kompensieren will oder als Firma, die gerne CO2-neutral werden will. Es geht also jetzt nicht um staatliche REDD+-Initiativen, da gibt es noch nichts Verbindliches, sondern quasi private REDD+-Projekte, die dann auch nur kleinere Gegenden umfassen und nicht zum Beispiel den gesamten Waldbestand eines Landes. Womit wir jetzt bei den Problemen sind. Und davon gibt es jede Menge, bei der Kompensation allgemein und bei REDD+ im Speziellen. Das fängt schon mal damit an, dass ein Wald zwar wichtig als CO2-Speicher ist, aber eben nicht nur. In so einem Wald geht noch viel mehr, da geht es um Artenvielfalt, um Schutzwirkung vor Naturkatastrophen (Murenabgänge, etc). Aus REDD-Sicht spielt das aber keine so große Rolle, da geht es nur um CO2-Speicherung und eine Ölpalmenplantage kann unter Umständen als Klimschutzprojekt durchgehen. Dann ist REDD+ auch ein Instrument, dass Klimaschutz auf die sich entwickelnden Länder abwälzt, die ja eigentlich eh nicht so viel dafür können. Aber Klimaschutz ist die Aufgabe von allen Ländern und ganz besonders von den reichen Industrienationen. Das eigentliche Problem sind aber die REDD+-Projekte selbst. Das ganze Konzept macht überhaupt nur dann Sinn, wenn damit tatsächlich Emissionen eingespart werden. Und das ist nicht immer so einfach zu überprüfen, wie man möchte bzw. wird nicht so gemacht, wie es gemacht werden sollte. Dazu ist Ende August eine Forschungsarbeit erschienen, in Science. Mit dem durchaus bemerkenswerten Titel "Action needed to make carbon offsets from forest conservation work for climate change mitigation" bzw auch hier frei zugänglich. "Action needed" liest man nicht so oft im Titel einer wissenschaftlichen Arbeit. Die Leute dort haben sich 26 REDD-Projekte angesehen, in Südamerika, Afrika und Asien - überall dort, wo tropischer Regenwald ist. Und haben versucht, den Effekt dieser Projekte unabhängig zu bewerten. Es geht, wie gesagt, um private REDD-Projekte, wo Wälder durch diverse Maßnahmen geschützt werden sollen, zum Beispiel durch verstärkte Überwachung, Verbreitung nachhaltiger Maßnahmen der Waldwirtschaft, die lokale Bevölkerung einbeziehen, und so weiter. Diese Projekte werden finanziert durch die Kommerzialisierung der eingesparten CO2-Mengen, aus der Atmosphäre entfernt oder zumindest nicht emittiert werden, wegen der Projekte. Das ist keine geringe Menge an Geld, die da involviert ist, 1,3 Milliarden Dollar sind 2021 über REDD-Projekte gehandelt worden. Wie berechnet man jetzt die Menge an eingespartem CO2? Vereinfacht gesagt: Man schaut, wie viel Wald in einer bestimmten Gegend da ist und vergleicht das mit dem, was man erwartet hätte, wenn das entsprechende REDD+-Projekt nicht stattgefunden hätte; man bastelt also ein "Baseline Szenario" aus historischen Daten über Abholzung etc. Das ist aber schon ein bisschen knifflig. Weil wenn sich irgendwo politisch oder wirtschaftlich etwas verändert, dann hat das Einfluss auf die Abholzung. Hat man ja zB in Brasilien gesehen: Der eine Präsident sagt, alles wird abgeholzt, der andere will wieder Wald schützen. Die aus historischen Daten stammenden Basislinien der Abholzung, mit denen man den Effekt der Projekte vergleicht, haben also vielleicht am Ende gar nix mit der Realität zu tun und das macht die Abschätzung des Erfolgs eines Projekts enorm fehleranfällig. Und man kann natürlich auch einfach betrügen: Ich muss nur behaupten, dass da enorm viel abgeholzt worden wäre, dann wächst dadurch automatisch der Erfolg meines Projekts. Es fehlt also, kurz gesagt, bei vielen dieser REDD-Projekte möglicherweise die "Zusätzlichkeit"; wir wissen nicht, ob die wirklich verantwortlich sind für die Einsparung oder nicht. In dieser Studie hat man jetzt eine "synthetische Kontrolle" modelliert, also Kontrollregionen gesucht, die eine ähnliche Waldbedeckung haben wie die Projektregionen, die auch sonst ähnlich sind und die einem ähnlichen Abholzungsdruck ausgesetzt sind. Man hat auch geschaut, dass die historische Entwicklung der Abholzung ähnlich war, usw. Das haben sie dann auch getestet und geschaut, ob ihre Modellregionen die Abholzungsrate reproduzieren können, die in den Projektregionen vor Start der REDD-Projekte geherrscht haben. Und sich dann nur die genommen, wo der Test auch funktioniert hat. Das waren dann am Ende die schon erwähnten 26 REDD-Projekte. Was haben sie gefunden? Acht der 26 Projekte haben Anzeichen von "Zusätzlichkeit" gezeigt, könnten also tatsächlich etwas bewirkt haben, was nicht passiert wäre, wenn es die Projekte nicht gegeben hätte. Das war vor allem bei den Projekten in Peru der Fall, da war das bei der Hälfte so. Bei den afrikanischen Projekten war gar kein Effekt der Projekte zu sehen. Ist natürlich 1) nicht gut für den Wald und 2) nicht gut für die ganze CO2-Kompensation. Wenn man das entsprechend berechnet, dann sind 68% der Zertifikate dieser Projekte verkauft worden, obwohl die Projekte genau nix an CO2 eingespart haben. Und bei den restlichen 32 Prozent ist zwar was eingespart worden, aber nicht so viel wie behauptet - weil selbst bei den Projekten, die einen Effekt hatten, war der Effekt kleiner als behauptet. Tatsächlich sind insgesamt nur 6 Prozent der CO2-Menge eingespart wurden, die behauptet wurde. Jetzt sind noch nicht alle dieser Zertifikate verkauft worden, aber wenn man sich die anschaut, die verkauft worden sind, dann sind das dreimal mehr, als durch die Projekte eigentlich eingespart worden sind. Warum haben die Projekte nicht funktioniert? Zum einen, weil die Baselines falsch waren; weil man von höherer Abholzung ausgegangen ist, als dann tatsächlich stattgefunden hat, als die Projekte gestartet worden sind. Man hat den Effekt also deutlich überschätzt. Man hat sich die falschen Regionen ausgesucht, also Gegenden, wo eh schon wenig abgeholzt wird. Und natürlich wird man auch hier und dort einfach behauptet haben, viel einsparen zu können, damit man besser Zertifikate verkaufen kann. Und dann kann das Projekt auch einfach so nicht funktionieren. Es ist ja leicht zu sagen: Hier holzen wir nix ab. Aber wenn dann doch wer kommt und Bäume fällt und man keinen Plan hat, wie man das verhindert, dann bringts auch nix. Projekte können schlecht gemanagt sein, können zu wenig finanziert sein. Was kann man dagegen tun? Mehr Transparenz. Die Bewertung der Projekte muss extern und unabhängig erfolgen, nicht durch die Betreiber selbst. Strengere Regeln und vor allem: Sich das genau anschauen, was tatsächlich funktioniert hat, zum Beispiel die Projekte in Peru. Oder - jetzt kommt wieder meine Meinung und nicht die Forschungsarbeit - sich überlegen, ob das mit dieser Kompensation wirklich so ein super Plan ist. REDD+ an sich ist ja ne gute Idee. Wälder gehören geschützt, es gehört sinnvoll aufgeforstet, und so weiter und dafür muss es im Rahmen der internationalen Klimapolitik auch Geld geben und entsprechende Finanzierungsmechanismen. Aber ich halte es zumindest für fraglich, ob man da einen privatwirtschaftlichen Handel mit Zertifikaten braucht. Womit wir jetzt wieder bei der Kompensation allgemein sind, und nicht nur bei REDD+. Das scheint ja nicht so zu funktionieren, wie es gedacht war. Aber so wie es gedacht war, ist es auch nicht unbedingt optimal. Weil man - auch aus der Forschung - durchaus weiß, dass das Kompensieren nicht zwingend dazu führt, dass was reduziert wird. Man hat zeigen können, dass Menschen, die ihre Emissionen kompensieren, das quasi als Ausrede nutzen (meistens unbewusst) um mehr klimaschädliche Sachen zu machen, vermutlich weil die Kompensation das unbewusste Schuldgefühl reduziert. Wenn das nur private Projekte sind, kann sich das Problem auch nur verlagern. Ich mache ein REDD+-Projekt und schütze in der einen Gegend einen Haufen Wald. Und die globale Holzfirma sagt dann, ok, dann schneiden wir die Bäume eben in einem anderen Land oder auf einem anderen Kontinent um. Und dann gibt es auch noch physikalische Probleme. Wir wollen das CO2 dauerhaft nicht in der Atmosphäre. Wenn ich jetzt aber einen Wald pflanze als Kompensation und der brennt dann aber beim nächsten Waldbrand ab: Dann hab ich genau nix kompensiert. Psychologisch ist es auch ein Problem: Eine Firma kann sich einen Haufen Zertifikate kaufen und dann sagen: Wir sind klimaneutral. Unsere Produkte sind klimaneutral. Könnt ihr ohne Probleme kaufen, ohne schlechtes Gewissen. Nur sind das dann halt vielleicht Zertifikate, die genau nix gebracht haben. "Greenwashing" ist mittlerweile weit verbreitet und die vielen Anbieter von Zertifikaten, mit diversen unterschiedlichen Standards, mangelnder Transparenz usw machen es schwer, zu klären, was da wirklich abgeht. Politische Probleme gibt es auch: Wenn jetzt zum Beispiel in Peru Wald geschützt wird, kann Peru sagen: Hey, wir haben hier X Tonnen CO2 durch Waldschutz eingespart und kann das zum Beispiel für die NDCs im Pariser Klimaabkommen anrechnen. Wenn in Deutschland eine Firma einen Haufen ihrer Emissionen kompensiert und zwar mit Zertifikaten aus dem Projekt in Peru, dann kann sie auch sagen: Wir haben X Tonnen eingespart und Deutschland kann das dann aus seinem Budget für Paris für den Industriesektor abziehen. Jetzt hat man das aber natürlich doppelt gezählt und für dieses Problem gibt es noch keine wirklich international verbindliche Lösung. Dann kommen noch moralische Probleme dazu, wenn zum Beispiel einer Firma erlaubt wird, irgendwo Wald aufzuforsten, wo aber eigentlich schon lange Leute leben, die da jetzt spontan keinen Wald haben wollen, dann kann man die wunderbar vertreiben und ihnen ihr Land wegnehmen (ist in Uganda zB passiert). Ist gut fürs Klima, aber nicht das, was wir eigentlich wollen. Am Ende ist die Kompensationssache halt vor allem deswegen ein Problem, weil wir unsere Emissionen nicht kompensieren müssen, sondern einstellen! Wir müssen so viel reduzieren wie nur irgendwie geht und nur bei dem, was tatsächlich gar nicht mehr geht, können und müssen wir uns überlegen, wie wir das irgendwie sinnvoll kompensieren können. Aber die Kompensation, so wie sie jetzt existiert, lädt einen ein, das zu vergessen. Hab ich kompensiert, muss ich mich nicht mehr kümmern. Oder: Wir kompensieren eh; wir brauchen dafür kein Tempolimit, können weiter Billigflieger betreiben, können weiter Öl fördern, etc. Es gibt alternative Konzepte für so etwas wie die Kompensation; das läuft dann unter dem Stichwort "Klimaverantwortung", da kann man auch Emissionen einen Preis zuweisen, usw. Aber das heben wir uns vielleicht mal für eine andere Folge auf. Hörertreffen am 27.10.2023 in Überlingen am Bodensee Florian wird am 26.10.2023 einen Vortrag in Überlingen am Bodensee halten. Der Eintritt ist kostenlos und mehr Infos gibt es hier - die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Weil Florian am 28.10.2023 nebenan in der Schweiz noch einen Vortrag hält (Infos hier), nutzen wir die Gelegenheit, um am 27.10.2023 in Überlingen nicht nur die Folge 100 aufzunehmen, sondern uns auch mit Hörerinnen und Hörern zu treffen. Wir treffen uns in Überlingen, beim Denkmal des Bodenseereiters. Da gibt es nicht nur nen Kiosk und ein öffentliches WC, sondern nebenan auch eine Pizzeria - da sollte eigentlich für alles gesorgt sein. Wer kommen will, kommt also am besten um 17 Uhr dorthin, oder später nach. Wir haben uns die Zeit von 17 bis 21 Uhr für das Treffen reserviert. Ihr könnt uns auch gerne noch eine Mail schreiben, wenn ihr kommen wollt: podcast@dasklima.fm Hinweis zur Werbung und Unterstützung Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Mastodon Florian| Mastodon Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Oct 2, 2023 • 50min

DK096 - Kreuzfahrten, Containerschiffe und das Klima

Und: Warum Schiffe das Klima gekühlt haben, aber jetzt nicht mehr DK096 - Kreuzfahrten, Containerschiffe und das Klima Und: Warum Schiffe das Klima gekühlt haben, aber jetzt nicht mehr "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 96 stechen wir in See! Claudia klärt die Frage, ob die 16 größten Containerschiffe der Welt wirklich so viel CO2 ausstoßen wie alle Autos (Spoiler: Nein). Die Schiffe tun aber etwas anderes: Nämlich Schadstoffe emittieren und diese Luftverschmutzung hat die Erde abgekühlt. Aber weil die Schiffe seit ein paar Jahren sauberer sind (sein müssen), fällt dieser Effekt jetzt weg. Wie das funktioniert und wie das mit den Kreuzfahrten ist, erfahrt ihr in dieser Folge. Außerdem: Wir waren im Radio und sind der Hit in Dänemark! Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Das Klima war im Radio Wir haben in der Sendung “Frag die Science Busters” auf FM4 ein paar Fragen zum Klima beantworten. Kann man hier noch nachhören, aber nicht mehr lange - und später dann aber im Science Busters Podcast. Containerschiffe vs Autos Hörer David wollte von uns wissen, wie das mit dem CO2-Ausstoß der “10 größten Containerschiffen” ist. Sind die wirklich so viel schlimmer als all die Autos? Zuerst hat Claudia mal geschaut, wo die Geschichte her kommt und ist über einen alten Reddit-Thread auf einen Artikel in der Mail on Sunday gestoßen und auch bei China Daily wurde sie fündig. Trotzdem: Die Story ist Quatsch, wenn es um den CO2-Ausstoß geht; sie ist ein bisschen weniger Quatsch wenn es um Schwefelpartikel geht (siehe zum Beispiel hier). Der Schadstoffaustoß der Schiffe Das wirklich spannende an der Sache mit den Schiffen ist aber die Luftverschmutzung die sie verursachen. Beziehungsweise verursacht haben, weil seit 2020 neue Regeln existieren, die das deutlich reduzieren. Davor haben die Schadstoffe dafür gesorgt, dass ein bisschen weniger Sonnenlicht zur Erde durchgedrungen ist; in der sauberen Luft fehlt dieser Effekt. Und deswegen sind die Meere jetzt deutlich wärmer geworden. Das kann man auch hier sehen. Anders gesagt: Wir haben ein (ungeplantes) Geoengineering-Projekt abrupt beendet und können jetzt live die Folgen davon erforschen. Wer mehr wissen will, kann zum Beispiel diesen Fachartikel lesen, oder diesen oder diesen hier. Wie klimaschädlich sind Kreuzfahrten? Bei Kreuzfahrtschiffen ist die Datenlage anders; da geht es ja auch um Tourismus und die daraus folgenden Konsequenzen für das Klima. Das schauen wir uns in einer anderen Folge mal genauer an; halten aber fest, dass wir beide nicht die Typen für Kreuzfahrtreisen sind. Hinweis zur Werbung und Unterstützung Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Mastodon Florian| Mastodon Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Sep 18, 2023 • 46min

DK095: Wie viele Hitzetote verursacht die Klimakrise?

Und: Warum haben wir keine Siesta? In Folge 95 wird es heiß! Klimakrise heißt auch Hitzewellen und wenn es zu lange zu heiß ist, dann werden wir krank oder sterben. Wie viele Menschen im Jahr 2022 durch die Hitze gestorben sind, wissen wir jetzt: Mehr als 60.000 in Europa. Was das genau heißt, welche Länder und Menschen besonders betroffen sind und was das für die Zukunft bedeutet: Darüber reden wir in der aktuellen Folge. Außerdem: Warum haben wir eigentlich keine Siesta? Wie bestimmt man Todesfälle durch Hitze? "Hitze" steht als Todesursache in keinem Totenschein. Man stirbt auch nicht direkt daran, sondern an den Folgen der Hitze für das Kreislaufsystem, das Immunsystem, und so weiter. Um die Zahl der "Hitzetoten" zu bestimmen, muss man sich deswegen die Übersterblichkeit ansehen. Das heißt, man definiert einen Zeitraum einer Hitzewelle und vergleicht die Todeszahlen mit denen des gleichen Zeitraums, als es da kühler war. Mit ein wenig Statistik, die wir unter anderem in der Pandemie bei der Bestimmung der Corona-Sterblichkeit gelernt haben, kann man so die Zahl der Hitzetoten bestimmen. Aber: Es kommt darauf an, was man als "Hitzewelle" definiert. Da gibt es keine einheitlichen Definitionen und deswegen können sich die Zahlen unterscheiden, je nachdem, wer die Berechnungen anstellt. Hitzewelle 2022 2022 war das fünftwärmste Jahr global, in Europa ist es aber immer noch mal ein Grad wärmer als global. Der Sommer 2022 war bis dahin der wärmste in Europa seit es Messungen gibt und das hat Folgen. Nicht nur Dürren, Überschwemmungen, etc sondern auch Todesfälle. Eine neue Arbeit hat sich nun angesehen, wie viele das waren im Zeitraum von 30.Mai 2022 bis 4. September 2022. Klar ist: Je heißer, desto mehr Todesfälle. Aber auch: Je älter man ist, desto größer ist das Risiko. Unter 65 Jahren ist man noch vergleichsweise sicher; bei einem Alter über 80 Jahre steigt es dramatisch an. Und Frauen sind signifikant stärker betroffen als Männer. Der Juni, Juli und August 2022 waren in Europa allesamt heißer als in der Vergleichsperiode von 1991 bis 2020. Ganz besonders der Juli, da war es 3,5 Grad wärmer. Insgesamt sind in diesem Sommer laut statistischer Auswertung 61.672 Menschen gestorben, 114 pro Million Einwohner. Bei den Frauen gab es 63 Prozent mehr Hitzetote als bei den Männern. Am heißesten war es in Frankreich, der Schweiz, Italien, Ungarn und Spanien. Das korreliert aber nicht direkt mit der Hitzesterblichkeit. Die war in Italien, Griechenland, Spanien und Portugal am größten. 2003, 2022 und die Zukunft Auch 2003 gab es eine Hitzewelle in Europa mit ähnlich vielen Toten. Damals war das aber ein außergewöhnliches Ereignis mit dem auch aus klimawissenschaftlicher Sicht nicht gerechnet werden konnte. Die Hitzewelle 2022 passt aber genau ins Bild dessen, was wir in den letzten Jahren beobachtet haben und war keine Überraschung. Und in Zukunft werden wir so etwas noch viel öfter sehen. Wenn alles einfach so weitergeht wie bisher, dann werden ab 2030 jedes Jahr fast 70.000 Hitzetote erwartet, ab 2050 sind es 120.000. Wir wissen ja leider, das 2022 schon längst durch 2023 als heißester Sommer abgelöst worden ist. Der heißeste Tag, der jemals gemessen wurde, war der 7. Juli 2023. Siesta Wegen der Hitze haben in diesem Sommer die Amtsärzt:innen in Deutschland eine Siesta gefordert. Und auch in Österreich hat man darüber diskutiert. Prinzipiell klingt das sinnvoll, im Detail ist es aber komplizierter als man denkt. Hinweis zur Werbung und Unterstützung Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia
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Sep 4, 2023 • 56min

DK094 - Klimafreundliche Bibliotheken: Kann man Klimaschutz ausleihen?

Und: Wie viele Einhornbackformen braucht man wirklich? DK094 - Klimafreundliche Bibliotheken: Kann man Klimaschutz ausleihen? Und: Wie viele Einhornbackformen braucht man wirklich? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 94 geht es um Bibliotheken. Claudia ist ja unter anderem auch Bibliothekarin und hat sich deswegen angesehen, was Bibliotheken für den Klimaschutz tun können. Dabei geht es nicht nur um PV-Anlagen am Büchereidach - sondern zum Beispiel um “Bibliotheken der Dinge”, um Saatgutbibliotheken, um die schwierige Frage des CO2-Fußabdrucks einer Stadtbücherei und um die Klimafolgen der Datenspeicherung. Und wir fragen uns, wie viele Einhornbackformen man tatsächlich braucht. Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Klimafreundliche Bibliotheken Was kann eine Bibliothek tun, um klimafreundlich zu werden? Oder besser gesagt: Was kann eine Bibliothek tun, um klimafreundlich zu werden, was nur eine Bibliothek tun kann? Abgesehen davon, dass es immer nachhaltiger ist, ein Buch zu leihen als eines zu kaufen, ist das eine spannende Frage und dass es da tatsächlich viel gibt, was man tun kann, kann man in diesem Ratgeber mit Best-Practice-Beispielen aus der Schweiz nachlesen. Man kann zum Beispiel nicht nur Bücher verleihen, sondern auch andere Sachen. So etwas nennt sich “Bibliothek der Dinge” und wer mal einen Blick auf so eine Einrichtung werfen will, kann die “Leila Wien” oder das “Gummersbacher Jedöns” besuchen. Was man in manchen Bibliotheken auch leihen kann, ist Saatgut - ebenfalls mit vielfältig positiven Klimafolgen. Ein weiterer Service von klimafreundlichen Bibliotheken wäre das Angebot, Wertstoffe o.ä. anzunehmen - dann müssen nicht alle immer selbst mit dem Auto zum Wertstoffhof fahren. Wie bestimmt man den CO2-Abdruck einer Bibliothek? Es ist immer schwierig, den CO2-Fußabdruck zu bestimmen, aber bei Bibliotheken ist es noch ein wenig schwerer. Was da alles berücksichtigt werden muss, kann man hier am Beispiel der Stadtbibliothek Pankow nachlesen. Wenig überraschend machen Strom, Heizung und Mobilität der Angestellten den allergrößten Teil aus. In Bibliotheken werden aber nicht nur Bücher aufbewahrt, sondern auch digitale Daten und die müssen regelmäßig geprüft werden. Auch das verursacht Emissionen und damit hat sich diese Arbeit beschäftigt. Ergebnis: Will man den gesamten Datenbestand der Virginia Tech Bibliothek prüfen, hat man so viele Emissionen wie bei der Produktion von 3 Kilogramm Käse entstehen. Hinweis zur Werbung und Unterstützung Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Mastodon Florian| Mastodon Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 21, 2023 • 31min

DK093 - Climates of the Caribbean

Wie man die Arbeit IPCC kurz (und humorvoll) erklärt DK093 - Climates of the Caribbean Wie man die Arbeit IPCC kurz und humorvoll erklärt "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 93 machen Florian und Claudia ein wenig Pause. Weil der Podcast aber natürlich nicht ausfallen soll, haben wir uns was ausgedacht. Im Hörbuch “Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt” der Science Busters gibt es auch ein Kapitel über das Klima und die Arbeit des IPCC. Geschrieben hat es Florian; und deswegen kommt auch der Podcast “Das Klima” darin vor. Und weil es ein gutes Kapitel ist, könnt ihr es in dieser Podcastfolge hören. Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Climates of the Carribean Die Wissenschaftskabarett-Gruppe Science Busters feiert ihr 15jähriges Jubiläum und hat dazu das Buch “Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt” veröffentlicht. Es gibt das Buch auch als Hörbuch, wunderbar gelesen von Thomas Loibl. Das Kapitel, in dem es um das Klima und “Das Klima” geht, könnt ihr euch in dieser Podcastfolge anhören. Die Sache mit den Piraten, mit Jack Sparrow und Elisabeth Swann, von der wir im Podcast zuerst reden, kommt leider im Hörbuch (doch) nicht vor. Deswegen gibt es den entsprechenden Ausschnitt hier in den Shownotes: Hinweis zur Werbung und Unterstützung Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Mastodon Florian| Mastodon Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 7, 2023 • 1h 23min

DK092 - Klimakleben, Wissenschaft und Humor: Was liegt, das pickt!

…und kann Klimaaktivismus eigentlich auch lustig sein? **DK092 - Klimakleben, Wissenschaft und Humor: Was liegt, das pickt! ** …und kann Klimaaktivismus eigentlich auch lustig sein? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 92 machen Florian und Claudia ein wenig Pause. Weil der Podcast aber natürlich nicht ausfallen soll, haben wir uns was ausgedacht. Im März 2023 fand in Wien ein Benefizabend für den Klimaaktivismus statt, an dem auch Florian beteiligt war. An diesem Abend gab es interessante (und lustige!) Gespräche mit diversen Menschen aus Wissenschaft und Aktivismus. Und weil die auch jetzt immer noch interessant (und lustig) sind, bekommt ihr die jetzt einfach in dieser Podcastfolge zu hören! Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Was liegt, das pickt! Die Wissenschaftskabarett-Gruppe Science Busters hat am 23. März 2023 in Wien einen Benefizabend für den Klimaaktivismus gestaltet. Unter dem Titel “Was liegt, das pickt” sind diverse Wissenschaftler:innen und Künstler:innen auf der Bühne gestanden. In dieser Podcastfolge hört ihr die Beiträge von Reinhard Steurer von der BOKU Wien, von Andreas Jäger (Meteorologe) und Franz Essl, Ökologe von der Uni Wien und Wissenschaftler des Jahres 2022. Außerdem hört ihr auch Mina Canaval und Jacob Ranftl von der Letzten Generation Österreich. Das Video des kompletten Abends (mit allen Beiträgen) gibt es auf YouTube. Video und diesen Podcast haben wir kostenfrei gemacht und veröffentlicht, aber es war trotzdem ein Benefizprojekt. Wenn ihr wollt und könnt, könnt ihr gerne etwas spenden: Spenden Letzte Generation Spenden System Change not Climate Change Spenden Extinction Rebellion. Hinweis zur Werbung und Unterstützung Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Mastodon Florian| Mastodon Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Jul 24, 2023 • 40min

DK091 - Pflanzen, Pilze und das CO2 in der Atmosphäre

…und müssen wir in Zukunft Pilze zu Weihnachten sammeln? DK091 - Pflanzen, Pilze und das CO2 in der Atmosphäre …und müssen wir in Zukunft Pilze zu Weihnachten sammeln? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 91 geht es wieder mal um Pilze. Diesmal schauen wir uns die Rolle der Pilze im Kohlenstoffkreislauf der Welt an und stellen fest: Die Dinger spielen eine überraschend wichtige Rolle. Ohne die Pilze könnten Pflanzen längst nicht so viel CO2 speicher wie sie es tun und wenn wir wollen, dass diese CO2-Senke nicht verschwindet, müssen wir uns auch um die Pilze kümmern. Sammeln und essen können wir sie natürlich trotzdem doch, aber dank der Klimakrise wird das in Zukunft vermutlich nicht mehr in der üblichen Pilzsaison stattfinden. Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Die Geschichte der Pilze im Kohlenstoffzyklus Die Arbeit “Mycorrhizal mycelium as a global carbon pool” hat sich das erste Mal im Detail angesehen, welche Rolle die Pilze im globalen CO2-Zyklus spielen. Und beginnt mit einer interessanten historischen Einleitung: Als vor circa 400 Millionen Jahren die Pflanzen sich auf dem Land ausgebreitet haben, hatten sie schon eine Symbiose mit den Pilzen. Das hat die Ausbreitung leichter gemacht und dadurch konnten die Pflanzen den CO2-Gehalt der Atmosphäre um das Zehnfache verringern. Pflanzen und Pilze und die Atmosphäre Wenn Pflanzen und Pilze zusammenarbeiten, dann nennt man das “Mykorrhiza” und es gibt drei wichtige Arten von Mykorrhiza-Pilzen: Arbuskuläre Mykorrhiza, Ektomykorrhiza und Ericoide Mykorrhiza. Erstere findet man bei 70 Prozent der Landpflanzen und vor allem bei Gräsern, Kräutern und Bäumen. Zu zweiteren gehören viele der großen Pilze, die wir auch gerne sammeln und essen und ca 25% der Pflanzen arbeiten mit Ektomykorrhiza zusammen, vor allem in den borealen Wäldern. Und die letzte Gruppe findet man in Kooperation mit Sträuchern und Unterholz. In einer ausführlichen Literaturstudie wurde untersucht, wie gut die verschiedenen Mykorrhiza CO2 speichern können. Insgesamt sind die Pilze für das Speichern von 13 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich, was immerhin ein Drittel der jährlichen menschengemachten Emissionen aus fossilen Treibstoffen entspricht. Das sollte man berücksichtigen, wenn man neuen detaillierte Klimamodelle baut. Und vor allem, wenn es darum geht, Wälder und andere Ökosysteme zu schützen und Landwirtschaft zu betreiben. Pilzsammelzeitenänderung Eine zweite aktuelle Arbeit hat die Pilzreifezeiten im Jahresverlauf untersucht (“Temperature affects the timing and duration of fungal fruiting patterns across major terrestrial biomes” - hier die Pressemitteilung dazu). Gerade wenn es um Europa geht, hängt die “Pilzsaison” stark von der Temperatur ab und wird sich daher durch die Klimakrise verschieben. Vielleicht müssen wir in Zukunft im Dezember Pilze sammeln gehen. Hinweis zur Werbung und Unterstützung Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Mastodon Florian| Mastodon Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Jul 10, 2023 • 43min

DK090 - Wer ist betroffen, wenn Flüsse über die Ufer treten?

…und wie läuft die Klimakrise in Entenhausen? DK090 - Wer ist betroffen, wenn Flüsse über die Ufer treten? …und kann man in Zukunft noch am Wasser leben? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 90 geht es um Hochwasser. Es gibt jede Menge Flüsse auf der Erde und jede Menge Menschen leben in der Nähe dieser Flüsse. Wenn es dann ein Hochwasser gibt, wird es kritisch. Die potenziellen Schäden kann man in Form von Geld quantifizieren. Aber es geht auch anders und Claudia stellt eine Forschungsarbeit vor, die genau das untersucht. Denn es kommt auch darauf an, welche Art von Fluss da fließt und wie in der Umgebung gebaut worden ist. Außerdem diskutieren wir über die Klimakrise in Entenhausen… Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Die Klimakrise in Entenhausen Bevor es losgeht diskutieren wir noch kurz über die Klimakrise in Entenhausen. Und fragen uns, ob die Donaldismus-Forschung ein paar Antworten dazu habt… Wenn Flüsse über die Ufer treten Wie gefährlich wird es, wenn Flüsse über die Ufer treten? Und wie quantifiziert man das Gefahrenpotential? Das hat die Arbeit “Flood hazard potential reveals global floodplain settlement patterns” untersucht. Und zwar nicht, in dem das Schadenpotenzial durch Geld ausgedrückt wird, sondern durch die betroffene Fläche. Und das ist gar nicht so einfach, wie es klingt. Denn es gibt ja verschiedene Arten von Flussbetten, die in dieser Abbildung aus dem Artikel zusammengefasst sind: Je nach Art des Flussbettes entscheidet sich auch, was an Fläche überschwemmt wird und Claudia hat das in dieser Abbildung visualisiert: Die reine Überschwemmungsfläche sagt aber erstmal nicht unbedingt etwas über die Schäden aus; dazu muss man auch noch die unterschiedlichen Arten der Bebauung ansehen: Und wenn man jetzt beide Abbildungen kombiniert, bekommt man eine Übersicht darüber, wie sensitiv Natur und Mensch gegenüber der verschiedenen Arten von Überschwemmungen sind: Global gesehen sind Deutschland und Österreich nicht unbedingt die sensitivsten Orte was Flusshochwasser angeht; was aber nicht heißt, dass es hier nicht auch ein Risiko gibt. Aber hier spielt der Levee-Effekt eine Rolle: Wenn Deiche oder andere Schutzmaßnahmen gebaut werden, dann siedeln sich die Menschen erst Recht direkt am Fluss an und wenn dann ein außergewöhnliches Hochwasser kommt, sind besonders viele betroffen. Hinweis zur Werbung und Unterstützung Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Mastodon Florian| Mastodon Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Jun 26, 2023 • 49min

DK089 - Die ökologische Nische der Menschheit und das existenzielle Risiko der Klimakrise

…und wann kann Wissenschaft nicht mehr neutral sein? DK089 - Die ökologische Nische der Menschheit und das existenzielle Risiko der Klimakrise …und wann kann Wissenschaft nicht mehr neutral sein? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Für Folge 89 haben wir uns angesehen, wie man die Folgen der Klimakrise quantifizieren kann. Bisher ist das meistens durch Geld als Metrik passiert, aber das ist ethisch schwierig. Jetzt gibt es einen neuen ökologischen Ansatz. Dabei wird geschaut, wie das, was wir jetzt in der Gegenwart tun, die Lebensbedingungen in der Zukunft verändert. Und es zeigt sich: Wenn wir so weiter machen, können Ende des Jahrhunderts mehr als die Hälfte der Menschheit nicht mehr in lebensfreundlichen Gegenden wohnen. 3 bis 4 Menschen die heute leben, setzen während ihres Lebens so viel CO2 frei, dass ein Mensch der Zukunft nicht mehr in einer lebensfreundlichen Region leben kann. Ganz hart wird es Indien treffen, aber der ganze globale Süden wird massiv leiden und große Bereiche der Erde könnten lebensfeindlich werden. Die Folge ist ein wenig deprimierend, aber so ist die Lage eben. Und weil sie so ist, diskutieren wir am Ende noch kurz darüber, wie das mit der “Neutralität” der Wissenschaft ist bzw. sein soll. Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter. Wie quantifiziert man Menschenleben? In der Klimaforschung muss man die Auswirkungen der Klimakrise irgendwie quantifizieren. Das macht man bisher oft durch Geld als Metrik. Und es ist gut zu wissen, was uns das alles kosten wird. Aber man überschätzt dabei den Einfluss, den die Krise auf reiche Menschen haben wird und unterschätzt die Folgen für die Zukunft. Deswegen gibt es einen neuen Ansatz, der in der Arbeit “Quantifying the human cost of global warming” vorgestellt wird. Die ökologische Nische der Menschen Die Idee dahinter: Jedes Lebewesen hat einen optimalen Temperaturbereich, in dem es leben kann und das gilt auch für die Menschheit. Diesen Bereich kann man bestimmen und er verteilt sich um eine Jahresmitteltemperatur von 12 Grad Celsius. Außerhalb davon wird es ungemütlich für uns; es wird weniger lebensfreundlich und im Extremfall sogar lebensfeindlich. Wir können das mit Technik und Verhaltensänderungen ausgleichen, aber nur bedingt. Derzeit leben nur 10 Prozent der Menschen außerhalb des optimalen Bereichs, aber das kann sich in Zukunft massiv ändern. Wenn wir beim Klimaschutz so weitermachen wie bisher und Ende des Jahrhunderts bei einer globalen Erwärmung von 2,7 Grad landen, dann werden ein Viertel der Menschheit extremen Temperaturen ausgesetzt sein und fast 40 Prozent nicht mehr innerhalb der ökologischen Nische leben. Sollte es in Sachen Klimaschutz schlimmer werden, kann auch mehr als die Hälfte der Menschen in lebensfeindlichen Regionen landen. Wenn wir uns aber doch noch anstrengen, können wir diese Zahlen deutlich verringern. Ganz besonders schlimm wird es Indien treffen, allein dort könnten fast eine Milliarde Menschen betroffen sein. Dann folgen Nigeria und Indonesien. Europa wird dagegen weiterhin in der ökologischen Nische bleiben. Für jede Erhöhung der globalen Erwärmung Ende des Jahrhunderts um 0,3 Grad werden 410 Millionen mehr Menschen aus der Nische fallen. 3,5 Menschen die heute leben, sorgen mit ihrem CO2-Emissionen dafür, dass ein Mensch der Zukunft aus der Nische fällt. Nimmt man nur die EU-Bürger:innen, dann reichen auch schon 2,7. Wie neutral soll die Wissenschaft sein? Und zum Abschluss noch zwei Zitate direkt aus dem Fachartikel: ”The worst-case scenarios of ~3.6 °C or even ~4.4 °C global warming could put half of the world population outside the historical climate niche, posing an existential risk. The ~2.7 °C global warming expected under current policies puts around a third of the world population outside the niche.” Und: ”Our results show the huge potential for more decisive climate policy to limit the human costs and inequities of climate change.” Das ist das Result wissenschaftlicher Forschung, die mit der natürlich neutralen wissenschaftlichen Methode durchgeführt worden ist. Aber angesichts dieser Tatsachen kann man schlicht und einfach nicht “neutral” sein. Darüber Bescheid zu wissen, und NICHT mehr Klimaschutz zu fordern, ist nicht “neutral” sondern irrational und unwissenschaftlich. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Mastodon Florian| Mastodon Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

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