Das Klima

Florian Freistetter, Claudia Frick
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Oct 4, 2021 • 1h 17min

DK009 - Wir brauchen mehr Vulkanausbrüche

…und wo haben wir eigentlich die Extratropen gelassen? DK009 - Wir brauchen mehr Vulkanausbrüche …und wo haben wir eigentlich die Extratropen gelassen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Wir sind bei Kapitel 4 des IPCC-Berichts angekommen. Und da geht es um die Zukunft. Was wird mit dem Klima passieren? Wie werden die Temperaturen steigen, wie wird sich der Niederschlag verändern und so weiter: Wir schauen bis ins Jahr 2100 und auf das, was uns erwartet. Nichts gutes, wenn wir so weiter machen wie bisher. Es gäbe Wege in die Zukunft, auf denen wir die Klimakrise halbwegs in den Griff kommen. Wenn wir die aber nicht gehen, dann müssen wir auf den einen oder anderen Vulkanausbruch hoffen. Wie die das Klima beeinflussen, besprechen wir am Ende der Folge. Willkommen in der Zukunft In Kapitel 4 verlassen wir Vergangenheit und Gegenwart und schauen nach vorne in unsere ganz schön warme Zukunft. Dabei ist alles ein wenig anders als bisher. Während die bisherigen Kapitel immer Stück für Stück die verschiedenen Komponenten unseres Klimasystems (Atmosphäre, Kryosphäre, Ozeane und Biosphäre) durchgegangen sind, gehen wir jetzt Stück für Stück immer weiter in die Zukunft. In der nahen Zukunft (near-term, 2021-2040) können wir noch kaum Unterschiede sehen zwischen den verschiedenen Zukunftsszenarien, die unser mögliches menschliches Verhalten aufspannen. Das ändert sich aber in middle-term (2041-2060) und erst recht long-term (2081-2100) gegen Ende unseres Jahrhunderts. Wie heiß wird es noch werden? Wenn wir uns anstrengen, was den Klimaschutz angeht, dann können wir die Erwärmung der Erde bis zum Jahr 2100 noch unter 1,5 Grad halten. Wenn wir uns weniger anstrengen, wird es wärmer und wenn wir das weiter tun, was wir jetzt gerade tun, dann wird es wirklich heiß werden. Tabelle 4.5 des Berichts zeigt das sehr eindeutig: Was man auch sehr gut sieht und zwar in Abbildung 4.12 des Berichts: Wenn man die Temperaturveränderungen der Zukunft in einem Diagramm darstellen will, dann braucht man eigentlich nur Farben um eine Erwärmung anzuzeigen. Kälter wird es nämlich nicht werden. Die Diagramme des IPCC-Berichts sind aber sowieso eine ganz besondere Angelegenheit. Kalibrierte Diagramme Über Fehlerbalken, Konfidenzintervalle und die Bandbreite der Modellvorhersagen haben wir schon oft gesprochen und wir haben sie schon oft gesehen. Jedenfalls in Zeitreihen, also wenn wir uns z.B. die globale Temperatur über die Zeit auftragen. Aber wie stellt man eigentlich auf Karten dar, wo die Modelle gut übereinstimmen oder gar signifikante Werte liefern und wo nicht? Claudia taucht mit Euch ab in die Einführung kalibrierter Diagramme im Bericht. Während die Berichte vorher da noch uneinheitlich vorgegangen sind, will man es diesmal richtig machen. Wenn man in den aktuellen Bericht oder den dazugehörigen interaktiven Atlas schaut, und letzteren können wir sehr empfehlen, sieht man ganz viele Karten der Erde und wo die Temperatur wie ansteigt. Darüber liegen ab und an Schraffierungen: mal von unten links nach oben rechts, mal von unten rechts nach oben links und mal gekreuzt. Das hat alles seine kalibrierte Bedeutung. Da wo keine Schraffur zu sehen ist, stimmen die Modelle jedenfalls gut überein und es bleibt nur wenig Zweifel an der dargestellten Zukunft. In Cross-Chapter Box Atlas.1, insbesondere Tabelle 1, findet man eine gute Zusammenfassung, aber auch unter jede Abbildung wurde im Bericht eine Erklärung gepackt, was die Schraffierungen oder deren fehlen bedeutet. Ein Schritt Richtung einheitlicher Darstellung, der zwar erstmal kompliziert klingt, es uns auf lange Sicht aber leichter macht. Wie lange haben wir noch Eis? Keine Überraschungen gibt es, was das Eis angeht: Im Sommer wird die Arktis bis zum Ende des Jahrhunderts quasi eisfrei sein. Je nach dem, was wir in Sachen Klimaschutz noch unternehmen, können wir ein klein wenig Eis erhalten. Aber die Chancen stehen gut, dass demnächst alles weg ist: Best of “Wasser von oben” Heute schlägt Claudia ziemlich viel nieder, denn es geht um die Veränderung des mittleren Niederschlags, aber auch um dessen großskalige Veränderungen. Während bei der Temperatur einfach überall die Werte steigen, gibt es Regionen auf der Welt die künftig mit deutlich mehr Wasser von oben rechnen müssen, z.B. die Polarregionen im Winter, und welche, die mit deutlich weniger Wasser von oben auskommen müssen. Hier müssen wir zuerst noch klären, wie das mit den Tropen ist. In der Klimaforschung kennt man nämlich auch noch Extratropen und Subtropen. Das klingt exotisch, ist es aber nicht. In Deutschland oder Österreich befindet man sich in den Extratropen; die Subtropen findet man schon im Mittelmeerraum. Und dort wird es trocken werden! Auf der Nordhalbkugel steigt in den Extratropen der Niederschlag jedoch insgesamt an. Das ist aber nur das Mittel über alle Regionen. Schauen wir doch mal nach Europa. Für unsere weniger schönen Zukünfte, also die Szenarien in denen wir Menschen zu wenig machen oder gar weitermachen wie bisher, wird es im Bereich des Nordatlantik auf längere Sicht nämlich trockener, wie man in Abbildung 4.24 sehen kann: Dieses trockene Band reicht bis zu uns in Europa. Spanien und das Mittelmeer sind definitiv betroffen, in Sommer und Winter. Insgesamt hat man aber ausgerechnet, dass der globale mittlere Niederschlag mit jedem Grad mehr Erderwärmung um 1 bis 3% ansteigt und in diese Erkenntnis hat man hohes Vertrauen. Wir brauchen mehr Vulkanausbrüche Bevor wir Menschen in das Klima eingegriffen haben, waren Vulkanausbrüche die größten klimarelevanten Ereignisse. Die brechen natürlich auch heute immer noch aus, wie man gerade auf den kanarischen Inseln sehen kann. Und im Gegensatz zu den menschengemachten Treibhausgasen sorgen Vulkanausbrüche für eine Abkühlung des Klimas. Wie das genau ausschaut und vor allem wie das in Zukunft aussehen könnte, hat sich das IPCC im Detail angesehen. Ein Ausbruch wie der des indonesischen Vulkans Samalas im Jahr 1257 könnte die Temperatur der Erde wieder auf ein vorindustrielles Niveau drücken. Allerdings nur für ein paar Jahre und die Nebenwirkungen sind auch nicht ohne. Der eine oder andere Vulkanausbruch in den nächsten Jahrzehnten könnte uns aber trotzdem ein wenig Zeit verschaffen, unsere Klimaziele zu erreichen. Hoffen sollten wir aber nicht darauf… Ausblick In der nächsten Folge werden wir den Rest des Kapitels besprechen und dann geht es um die noch fernere Zukunft, um Ereignisse, die unwahrscheinlich aber sehr dramatisch sind und um technische Möglichkeiten, das Klima in den Griff zu kriegen. Fehlermeldung Solltet ihr meinen, einen Fehler im IPCC-Bericht entdeckt zu haben, könnt ihr dieses Formular nutzen um es zu melden. Kontakt Wer uns Feedback, Grüße oder sonstige Nachrichten schicken will, tut das am besten über podcast@dasklima.fm. Ansonsten freuen wir uns schon auf Kapitel 4. Denn da blicken wir in die Zukunft! Obwohl die Chancen gut stehen, dass wir uns nach der Lektüre nicht mehr freuen… Weiterführende Informationen Kapitel 4 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Sep 27, 2021 • 1h 13min

DK008 - Wir schubsen an der Klimaschaukel

…und hat die AfD eigentlich Lack gesoffen? DK008 - Wir schubsen an der Klimaschaukel …und hat die AfD eigentlich Lack gesoffen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Wir sind bei Kapitel 3 des IPCC-Berichts angekommen und damit dem, was wir Menschen so getrieben haben. Wir arbeiten uns durch die zweite Hälfte und das erste Mal wagen wir uns sogar in den Anhang eines Artikels vor. Denn darin findet man spannendes über die Klimaschaukel. Bevor es soweit ist, müssen wir aber erst einmal die menschengemachten Veränderungen im Rest des Klimasystems abarbeiten. Das Meereis schmilzt, die Gletscher schmelzen, im Ozean ist immer mehr Wärme, die Meeresströmungen verändern sich und die Daten zeigen mehr als klar: Das alles lässt sich nur erklären, wenn man die menschlichen Aktivitäten berücksichtigt. Außerdem stoßen wir im Wahlprogramm der AfD auf schon längst vergessen gedachten Klimaunsinn zum “guten Einfluss” des CO2, diskutieren ein weiteres Mal über Schokowürfel und freuen uns über die gut formatierten Abbildungen der FAQ-Sektion. Kryosphäre: Der Höhepunkt kommt im September Jedes Jahr im September ist das arktische Meereseis so wenig wie sonst nie und die im September noch von Eis bedeckte Fläche wird von Jahr zu Jahr kleiner. Diese Daten sind so eindeutig, dass sie nur mit dem Einfluss des Menschen erklärbar sind; irgendwelche natürlichen Schwankungen reichen als Erklärung nicht aus. In der Antarktis dürfte es ähnlich sein; hier ist die Datenlage allerdings dünner und die Aussagen sind darum weniger verlässlich. Konsistent weniger Schnee Florian kommt zwar aus Österreich und kann selbstverständlich Skifahren. Tut er aber schon längst nicht mehr und nicht nur deswegen, weil kaum noch Schnee fällt. Was der Fall ist und im IPCC-Bericht ist das sogar regional modellierbar. Niederschläge sind ja im Allgemeinen schwer kleinräumig zu beschreiben, bei der Schneebedeckung kann man aber sehr konsistent einen Zusammenhang zur Oberflächentemperatur herstellen. Und wandern ist sowieso viel schöner! Gletscher weg Die Gletscher schmelzen und der Mensch ist schuld. Dieser Befund ist mittlerweile so klar, dass man kaum noch mehr dazu sagen muss. Die schöne Abbildung 3.21 Nicht alle Abbildungen im IPCC-Bericht sind schön anzusehen. Ein paar sind aber wirklich sehr instruktiv und 3.21 gehört dazu: Mehr als deutlich sieht man hier, dass die Beobachtungsdaten zur Eisbedeckung (oben) nicht allein durch natürliche Veränderungen im Klima zu erklären sind (Mitte) sondern nur durch den Einfluss des Menschen (unten). Die Ozeane und ein Schokoladenwürfel Die Ozeane nehmen etwa 91% der zusätzlichen Wärmeenergie auf, die uns der anthropogene Klimawandel beschert. Die bisherige Energiemenge, die wir schon in Folge 6 besprochen haben, kann man übrigens in Schokolade umrechnen, genauer gesagt in einen Würfel Vollmilchschokolade mit einer Kantenlänge von 26km. Claudia wüsste jetzt gerne was das in weißer Schokolade ist. Wenn wir bald schon keine Eisberge mehr haben, dann wenigstens Schokoladenwürfel. Schwimmt Schokolade eigentlich? Das die Erwärmung der Ozeane sicher ist, wissen wir schon. Diesmal lernen wir noch dazu, dass natürliche Antriebe diesen Anstieg nicht erklären können. Der Mensch hat seine Finger im Spiel. Abbildung 3.26 zeigt zudem schön, dass die Unsicherheiten von Klimasimulationen und Beobachtungen, die sich jeweils in Fehlerbalken zeigen, ganz ähnlich groß sind: Das Salz im Schokoladenwürfel und der Offline-Meeresspiegel Es gibt ein hohes Vertrauen in die Fähigkeit der aktuellen Klimamodelle die Änderungen im Salzgehalt der Ozeane ihren Quellen zuordnen zu können. Dass der Salzgehalt da steigt wo mehr Meerwasser verdunstet als Niederschlag fällt (Atlantik) und dort sinkt (freshening) wo es mehr Niederschlag fällt als Meerwasser verdunstet (Pazifik) wissen wir aus Folge 6. Jetzt wissen wir aber auch, dass die Modelle die Veränderungen im Salzgehalt nur dann widerspiegeln, wenn die Treibhausgase ansteigen. Darin haben wir mittleres Vertrauen. In Anbetracht der zahlreichen Belege ist es extrem wahrscheinlich, dass der Mensch zu den weltweit beobachteten Veränderungen des Salzgehalts in den oberen und mittleren Ozeanschichten seit Mitte des 20. Jahrhunderts beigetragen hat. Was die Veränderung des Meeresspiegels angeht, lernen wir, dass die globalen Klimamodelle erst langsam in die Richtung gehen diesen explizit zu simulieren. Bisher hat man nur die thermosterische Veränderung (also die thermische Ausdehnung des Wassers bei steigender Wärmemenge) und seit neuestem auch die Veränderung durch die Eisschilde. Alles andere wird offline, also im Nachgang aus den Modellen ermittelt. Das macht es nicht schlechter, nur koppelt der Effekt des steigenden Meeresspiegels durch die nicht explizit simulierten Änderungen nicht in die Klimamodelle zurück. Deshalb resümiert der Bericht auch nüchtern, dass die derzeitigen Studien zur Erkennung und Zuordnung noch nicht alle Prozesse umfassen, die für den Meeresspiegelanstieg wichtig sind. Dennoch hält man es, basierend auf der aktuellen Studienlage für sehr wahrscheinlich, dass die Meeresspiegeländerung auf anthropogene Einflüsse zurückzuführen ist. Energieumverteilung im Atlantik Diesmal schauen wir auf die Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC). Dabei handelt es sich um die zonale Komponente (also die Nord-Süd-Komponente) der atlantischen Umwälzzirkulation. An der Oberfläche strömt warmes, salzhaltiges Wasser nach Norden, in der Tiefe fließt kälteres Wasser nach Süden zurück. Hier wird also viel Wärme transportiert und vom Äquator zum Nordpol hin umverteilt. Wir beobachten eine Abschwächung dieser Zirkulation, aber leider ist der Zeitraum, seit dem wir die AMOC beobachten und vermessen noch zu kurz, um abzuschätzen, ob diese Abschwächung signifikant ist. Auch wenn die Modellensembles die allgemeinen Merkmale des Durchschnittszustands der AMOC einigermaßen gut simulieren, so unterstützen Sie noch keine robuste Bewertung der Rolle des anthropogenen Einflusses bei der beobachteten Abschwächung. Ein Teil der AMOC ist der für das Klima in Nordeuropa wichtige Golfstrom. Und der, das zeigt eine [aktuelle Forschungsarbeit](https://www.nature.com/articles/s41558-021-01097-4 ), ist dabei, langsam zusammenzubrechen. Es ist zwar noch nicht völlig klar ob der Mensch daran schuld ist, aber es ist sehr wahrscheinlich… Die AfD und das Kohlendioxid Auch in der Biosphäre gibt es Veränderungen. In Kapitel 2 haben wir schon dem Wein- und Marillenanbau hinterhergetrauert. Aber ist CO2 nicht eigentlichg gut für Pflanzen? Wächst nicht immer mehr, wenn wir mehr CO2 in die Atmosphäre pusten? Wäre es nicht sehr schlecht für die globale Landwirtschaft, wenn wir die CO2-Emissionen reduzieren? Das behauptet zumindest die AfD in ihrem Parteiprogramm. Da steht allerdings auch jede Menge anderer Quatsch drin und selbstverständlich ist das mit dem “guten” CO2 Unsinn. Genauso wie die Behauptung der AfD, das IPCC würde sich nicht mit diesem Thema beschäftigen. Was es sehr wohl tut, nämlich genau hier in Kapitel 3. Und da wird tatsächlich festgestellt, dass CO2 das Pflanzenwachstum fördert. Aber nur bis zu einer gewissen Grenze, denn die Erderwärmung sorgt auch für Wasserknappheit, Nährstoffmangel und Dürren. Was für die Pflanzen alles andere als gut ist. Es stellt sich also heraus, das die Behauptungen der AfD zum Klima völliger Unsinn sind - was für eine Überraschung… Leaf Area Index Zu den eher obskureren Indikatoren der Klimawissenschaft gehört der “Leaf Area Index”. Der misst, wie viele Blätter auf den Pflanzen der Erde wachsen. Wir schubsen die Klimaschaukel Claudia war mutig und hat sich in den Anhang Nr. 4 des IPCC-Berichts vorgewagt. Dort schaut sie etwas näher auf die North Atlantic Oscillation (NAO). Das ist die atlantische Komponente des Northern Annular Mode (NAM) und wird durch den Luftdruckunterschied zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch beschrieben. Diese Moden kann man auch Klimaschaukeln nennen (was Florian begeistert tut). Die Forschung an der NAO als Klimaschaukel begann schon im 18. Jahrhundert und führt sich bis heute fort. Ist der Druckunterschied besonders hoch, haben wir einen positiven NAO-Index, der mit bestimmten Luftströmungen und Phänomenen einhergeht, z.B. besonders milden Wintern in Nord- und Mitteleuropa. Die neuesten Klimamodelle simulieren die räumlichen Merkmale und die Varianz der NAO und der damit verbundenen Fernwirkungen auf Luftströmungen und Phänomen sehr gut. Darin hat man hohes Vertrauen. Es gibt aber nur begrenzte Belege für eine signifikante Rolle anthropogener Einflüsse bei den beobachteten multidekadischen Schwankungenseit Mitte des 20. Jahrhunderts. Und weil wir wissen, dass diese Schaukel unser Wetter seit mehr als 100.000 Jahren bestimmt, sollten wir da auf jeden Fall in Zukunft ganz genau hinschauen. Übersäuerte Sicherheit Im Abschnitt über die Übersäuerung der Meere findet man eine der seltenen Stellen, bei denen das IPCC ein Phänomen “virtually certain” zuordnen kann. Nämlich selbige Übersäuerung den menschlichen Aktivitäten. Worst of Kapitel 3 In der Zusammenfassung von Kapitel 3 gibt es ein “Worst of”-Klimakrise. In kurzer Folge kann man nochmal von all den negativen Dingen lesen, an denen wir Menschen schuld haben. FAQs: Woher wissen wir, dass wir schuld sind? Die FAQs sind immer der beste Teil der Kapitel. Sehr verständlich und mit schön formatierten Abbildungen werden noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst. Diesmal empfehlen wir vor allem einen Blick auf Abbildung FAQ 3.1. So deutlich wie dort kann man die Frage: “Woher wissen wir, dass wir schuld an der Klimakrise sind?” kaum beantworten: Und wer gerne alle anderen FAQs gesammelt lesen möchte, findet sie in diesem Dokument. Abschluss und Ausblick und Kontakt Wer uns Feedback, Grüße oder sonstige Nachrichten schicken will, tut das am besten über podcast@dasklima.fm. Ansonsten freuen wir uns schon auf Kapitel 4. Denn da blicken wir in die Zukunft! Obwohl die Chancen gut stehen, dass wir uns nach der Lektüre nicht mehr freuen… Weiterführende Informationen Kapitel 3 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Sep 20, 2021 • 1h 20min

DK007 - Die Differenzierung des Scheiterns

…und warum wir den Wasserdampf ignorieren DK007 - Die Differenzierung des Scheiterns …und warum wir den Wasserdampf ignorieren "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Wir sind bei Kapitel 3 des IPCC-Berichts angekommen und damit dem, was wir Menschen so getrieben haben. Nix gutes, was das Klima angeht, das kann man sich denken. Um das ganze aber auch wissenschaftlich seriös abzusichern, geht es um dritten Kapitel ganzt explizit darum, welchen Anteil die diversen menschlichen Aktivitäten an den beobachteten Änderungen in allen Bereichen des Klimasystems haben. Darum klären wir zuerst einmal, wie man das eigentlich ausrechnet (Spoiler: Man braucht jede Menge Methoden mit seltsamen Akronymen). Danach schauen wir ein bisschen im Detail auf die Mechanismen des Klimawandels und vor allem zurück in die Geschichte seiner Erforschung. Wie lange wissen wir eigentlich schon, dass wir das Klima verändern? Und wer hat das rausgefunden? Am Ende erklärt Claudia noch ganz konkret, was an menschengemachten Veränderungen in der Atmosphäre stattfgefunden hat. Inklusive chaotischer Variabilitäten, der überraschenden Verbindung zwischen Monsun und Mikrochips und dem - zu Recht! - vernachlässigten Wasserdampf. Außerdem: Geht zur Wahl! Und zum Klimastreik! Grüße an Veronika Eyring Veronika Eyring ist eine koordinierende Hauptautorin von Kapitel 3. Sie ist Leiterin der Abteilung für Erdsystemmodellevaluierung und -analyse am Institut für Physik der Atmosphäre des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Außerdem erhielt sie 2021 (und nicht 2020 wie Claudia im Podcast fälschlicherweise behauptet) den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für ihre herausragenden Leistungen in der Klimamodellierung. Wie schuld sind wir Menschen (bis jetzt)? In Kapitel 2 ging es um eine allgemeine Feststellung von all dem, was sich im Klimasystem der Erde so geändert hat. Kapitel 3 will nun klären, welchen Anteil wir Menschen daran haben. Das ist nicht nur an sich wichtig, sondern vor allem wichtig, wenn wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllen wollen. Denn um mit klimaschädlichen Verhalten aufzuhören, müssen wir ja zuerst einmal wissen, was wir bis jetzt angerichtet haben. *Akronym-Overkill: CMIP, MIP und andere Modelle Die Veränderungen im Klimasystem zu beobachten, ist vergleichsweise einfach. Was zwar so auch nicht ganz stimmt, aber es ist auf jeden Fall einfacher, als herauszufinden, welchen Anteil an dieser beobachteten Veränderung die menschlichen Aktivitäten haben. Das IPCC macht das CMIPs, MIPs, CVDP und ESMValTool. Das sind jede Menge Akronyme, die am Ende darauf hinauslaufen, das Klima im Computer zu simulieren und die menschlichen Akivitäten dabei einmal wegzulassen und einmal nicht. In der Praxis ist das natürlich SEHR viel komplizierter, weswegen wir uns diesem Thema auch ausführlich im Podcast widmen. Denn es braucht natürlich vereinheitliche Modelle (das sind die CMIPs), es braucht vereinheitlichte Arten, das Klimamodell zu betrachten (das sind die MIPs) und es braucht standardisierte Datenauswertungsmethoden (das sind CVDP und ESMAValTool). Wer noch mehr über die CMIPs lesen will, kann das hier tun und sich hier ein Video dazuansehen. Mehr zu den MIP-Klimaexperimenten findet man hier. Und wer gerne selbst mit den Datenauswertungsprogrammen rumspielen will, schaut hier oder hier. Treibhauseffekt physikalisch Wir haben schon oft über den Treibhauseffekt gesprochen, ihn aber noch nie näher erläutert, denn er ist nur ein kleiner Teil des Strahlungshaushalts unseres Erdsystems. Deshalb reden wir in dieser Folge ausführlicher darüber. Wir kennen die Energie (Solarkonstante), die wir von der Sonne in Form von kurzwelliger Strahlung abkriegen und wissen, dass ein Teil davon direkt wieder reflektiert wird und somit keine Energie ins System einbringt. Ein Hoch auf die Albedo dafür. Die restliche Strahlung wird aber von unserer Atmosphäre und der Erdoberfläche aufgenommen, die sich deshalb beide erwärmen. Die Moleküle geraten in Schwingung und geben dadurch ihrerseits langwellige Strahlung (Wärmestrahlung) ab. Aber all das hat noch nichts mit dem Treibhauseffekt zu tun, denn wäre es nur das was passiert, hätte wir im Mittel frostige -18°C auf der Erdoberfläche. Nicht so schön. Der Treibhauseffekt kommt erst jetzt ins Spiel, denn für langwellige Wärmestrahlung ist unsere Atmosphäre nicht sehr durchlässig (wenn wir nicht gerade durchs atmosphärische Fenster schauen) und deshalb wird ein großer Teil der Wärmestrahlung von der Erdoberfläche in der Atmosphäre durch die Treibhausgase absorbiert. Diese strahlen die zusätzliche Energie dann wieder aus und zwar Richtung Weltraum, aber auch zurück Richtung Erdoberfläche. Dieser Wärmestau ist der Treibhauseffekt und er beschert uns, in seiner natürlichen Form, im Mittel lauschige 15°C auf der Erdoberfläche. Eigentlich etwas gutes, wenn man ihn nicht künstlich weiter hochdreht. Treibhauseffekt historisch Es hat ein wenig gedauert, bis wir verstanden haben, wie das mit dem Klimawandel funktioniert. Zuerst einmal musste wir rausfinden, dass sich das Klima überhaupt ändern kann und das hat so richtig erst im 17. Jahrhundert begonnen. So richtig konkret verstanden haben wir das aber erst im 19. Jahrhundert. Da hat Joseph Fourier als erster auch mathematisch-physikalisch korrekt beschrieben, wie Treibhausgase die Erde erwärmen können (und mehr dazu kann man hier nachhören). Lange Zeit dachte man, dass John Tyndall derjenige gewesen ist, der als erster den konkreten Zusammenhang zwischen der Menge an CO2 in der Atmosphäre und der Temperatur der Erde beschrieben hat. Was er definitiv getan hat, und noch viel mehr spannende Sachen. Aber unabhängig davon und ein paar Jahre früher hat die amerikanische Frauenrechtlerin und Chemikerin Eunice Newton Foote diesen Zusammenhang ebenfalls entdeckt (hier gibt es noch ein Video dazu). Ihr Beitrag wurde - wie so oft bei der wissenschaftlichen Arbeit von Frauen - lange Zeit ignoriert und vergessen. Erst 2010 hat man ihre Aufzeichnungen wieder “entdeckt”. Die Geschichte der Meteorologie ist überhaupt ein sehr spannendes Thema und deswegen empfehlen wir euch dazu das Buch “Das Wetter-Experiment: Von den Pionieren der Meteorologie” von Peter Moore. Variabilitäten Die interne Variabilität beschreibt die Veränderung des Klimasystems, die durch dessen chaotische Natur und den “Schmetterlingseffekt zustande kommt” (im Gegensatz zur externen Variabilität durch z.B. die Sonne und Vulkane). Auf Zeitskalen um die 30 bis 40 Jahren haben diese natürlichen Schwankungen einen erheblichen Einfluss und können längerfristige Trends überdecken. Im Bericht wird deshalb genau geschaut, ob die Klimamodelle diese internen Schwankungen gut abbilden, insbesondere bei der Erdoberflächentemperatur. Das Vertrauen ist sehr hoch, dass die Modelle gut genug sind. um eine vom Menschen verursachte Erwärmung nachzuweisen und zuzuordnen. Was man besonders schön in Abbildung 3.8 des Berichts sehen kann: Die Übereinstimmung zwischen der beobachteten Erderwärmung (ganz links in grau) und der dem Menschen zugeschriebenen Erwärmung (in orange) spricht für sich. Bei Abbildung 3.9 rät Claudia zu wachsamen Augen, denn hier sind die Achsen ein wenig uneinheitlich, was einen Vergleich der Erwärmungen unterschiedlicher Regionen nur durch die Betrachtung der Abbildung schwer macht. Warum kümmern wir uns nicht um den Wasserdampf? Das deutsche Klimakonsortium (DKK) schreibt: “Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas in der Erdatmosphäre.“ Aber warum reden wir dann immer nur über CO2, Methan und Co? Das liegt hauptsächlich daran, dass die Menge an Wasserdampf in der Atmosphäre im Allgemeinen mit der Zeit nicht wesentlich schwankt, solange die Temperatur stabil ist. Kurz gesagt: Wasserdampf ist kein Emissionsgas. Wir pusten keinen zusätzlichen Wasserdampf in den Wasserkreislauf. Die Konzentration von Wasserdampf in der Atmosphäre steigt zwar, aber das verursacht der Mensch nicht direkt, sondern indirekt über die Temperaturerhöhung. Unsicherer Niederschlag, Monsun und Mikrochips Wie wir mittlerweile wissen, ist es beim Niederschlag schwierig, eindeutige Aussagen zu machen. Für die mittleren Breiten, in denen wir ja leben, hat der menschliche Einfluss aber wahrscheinlich zu den veränderten Niederschlägen seit Mitte des 20. Jahrhunderts beigetragen. Der Blick auf großskalige Niederschläge hingegen, wie den Monsun, sieht anders aus. Dort wo die Sonneneinstrahlung senkrecht auf die Erde fällt, erwärmt sich die Luft besonders stark und nimmt über dem Ozean viel Wasser auf. Diese feuchte warme Lufte steigt auf und es regnet. Da die Erdachse sich mit den Jahreszeiten neigt, passiert das mal nördlich und mal südlich vom Äquator. Luft strömt dann von Norden und Süden in dieses Gebiet nach. Diese Zone, in der die Luft zusammen strömt, also konvergiert, nennt man Innertropische Konvergenzzone (ITCZ). Liegt sie im Nordhalbkugelsommer nördlich vom Äquator, wird (dank der Corioliskraft) der Südost-Passat beim Überwehen des Äquators zum Südwest-Wind und z.B. über Indien zum Südwest-Monsun.Warme feuchte Luft weht gegen den Himalaya und beschert der Region ganz viel Regen in sehr kurzer Zeit. Wer das nochmal graphisch sehen mag, kann sich dieses Video zum Monsun und dieses zur ITCZ ansehen. Während anthropogene Treibhausgase den Monsunniederschlag über Land gesteigert haben, wurde dieser Trend bis in die 80er durch anthropogene Aerosole überdeckt. Man hat jedoch mittleres Vertrauen darin, dass auf der Nordhalbkugel interne Variabilität im Einfluss auf die Veränderung des Monsuns dominiert. Und wer sich jetzt denkt: Veränderter Monsun, was geht mich das an?, sollte vielleicht einen Blick auf die großen Zusammenhänge werfen. Schwächerer Monsun heißt weniger Regen, heißt stärkere Dürre, heißt weniger Wasser und Wasser brauchen wir nicht nur zum Trinken, sondern auch für die Wirtschaft. Insbesondere für die Herstellung von Mikrochips. Die durch die Klimakrise verursachten Änderungen in den Wettermustern sind also durchaus mitverantwortlich für den weltweiten Mangel an Computerchips und damit in letzter Konsequenz einer der Gründe, warum man sich derzeit zum Beispiel keine Playstation 5 kaufen kann. Tja, so kanns gehen (mehr dazu kann man hier - kostenpflichtig - nachlesen. Klimastreik und Bundestagswahl Am 24. September 2021 finden überall auf der Welt Aktionen zum “Klimastreik” statt. In Österreich, in Deutschland und überall sonst auch. Schaut doch mal, was bei euch so passiert und ob ihr nicht Lust habt, euch zu beteiligen. Ansonsten kann man - in Deutschland - auch noch zwei Tage später etwas zum Klimaschutz beitragen. Nämlich bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 und was die einzelnen Parteien so zum Klima zu sagen haben, kann man zum Beispiel hier nachlesen. Weiterführende Informationen Kapitel 3 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Sep 13, 2021 • 1h 30min

DK006 - Gletscher- und Marillenschwund

…und warum bewegt sich eigentlich die Luft? DK006 - Gletscher- und Marillenschwund …und warum bewegt sich eigentlich die Luft? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Wir sind im zweiten Teil von Kapitel 2 des IPCC-Berichts und darin geht es um all das, was sich in den letzten Jahrzehnten und Jahrtausenden so in unserem Klimasystem verändert hat. Ziemlich viel nämlich und in letzter Zeit immer mehr und immer schneller. Claudia erklärt die fundamentale Frage nach der Bewegung der Luft, während Florian die Aussagen österreichischer Politiker über die Gletscher auseinander nimmt. Außerdem geht es um die Frage der schneearmen Winter und der Menge an Wärme, die in unseren Ozeanen steckt (absurd viel!). Die Biosphäre ändert sich auch, was nicht nur für die Tiere und Pflanzen dramatische Folgen hat, sondern auch Marillen-Fan Florian und Wein-Fan Claudia in große Sorge stürzt. Claudia erklärt derweil, wie es mit El Nino, dem Monsun und anderen großräumigen Wettermustern weitergeht. Am Ende stellen wir fest, dass früher alles anders war, selbst als es noch so war wie jetzt und dass wir uns gar nicht erst daran gewöhnen zu brauchen, wie es jetzt ist, weil sich alles noch weiter verändern wird. Neues aus der Vergangenheit Wir stehen auf Seite 459 von 3949 des IPCC-Reports und beschäftigen uns mit den Veränderungen im großräumigen Klimasystems. Wir starten mit Abschnitt 2.3 “Changes in Large Scale Climate” und mit neuen Daten aus der Paläoklimatologie, die uns besser als früher sagen, wie sich alles im Vergleich zu damals geändert hat. Außerdem lernen wir einen Schwung neuer Abkürzungen. Wie geht's dem Wasser in der Atmosphäre? In der Hydrologie hat sich auch einiges verändert; vor allem ist jetzt mehr Wasser in der Atmosphäre als früher. Das heißt nicht nur: Mehr Regen. Das heißt auch: Mehr Energie in der Atmosphäre, die alles ein wenig heftiger macht. Interessant ist aber auch die Messung des Absinkens der relativen Luftfeuchtigkeit über Land: Die Wärme führt zu einer Ausdehnung der Luft und deswegen ist relativ gesehen weniger Wasser drin als vorher. Oder anders gesagt: Es kann mehr regnen, obwohl es sich für uns trockener anfühlt. Das alles zu wissen ist wichtig für den Energiehaushalt und Austausch zwischen Ozean und Atmosphäre. Und wir können gar nicht genug wissen, denn wenn es zum Beispiel um die Messung von Niederschlagsdaten geht, ist die Lage noch recht unsicher. Es ist eben schwierig, Daten aus der Vergangenheit zu kriegen. Da hilft auch mehr Geld nichts. Gleiches gilt für den Wind und die Veränderung in den Tiefdruckgebieten: Auch hier haben wir wenig historische Vergleichsdaten. Wahrscheinlich gibt es heute mehr Tiefdruckgebiete als früher. Wir können es aber nicht genau sagen, da Wirbelstürme eher keine Fossilien produzieren. *Warum bewegt sich die Luft? Diese auch für das Klima relevante Frage klärt Meteorologin Claudia gleich mal grundlegend. Im Prinzip geht es ja nur um die Sonnenenergie pro Zeit und Fläche die auf der Erde ankommt. Wie warm es wird, hängt vom Winkel der Sonneneinstrahlung ab. Deswegen gibt es ein Energieungleichgewicht und es kommt zu einem Ausgleich. Anders gesagt: Der Wind weht. Das würde er gerne vom Pol zum Äquator tun. Ganz ungestört. Die Erde dreht sich aber und das macht die Sache kompliziert. Die “Coriolis-Kraft” wirkt und führt zu unserer globalen Zirkulationen mit ihren Zirkulationszellen. Was macht Hadley in seiner Zelle? Eine besonders wichtige Zirkulationszelle ist die Hadley-Zelle. Die allerdings nicht nach dem Astronomen John Hadley benannt ist, sondern nach seinem Bruder George Hadley, der eigentlich Rechtsanwalt war. Diese Zelle hat sich vergrößert, vor allem im Norden. Auch hier fehlen die historischen Daten, aber auf jeden Fall hat das großen Einfluss auf den Verlauf der Winde und das lokale Wetter. Wann wird's mal endlich wieder Winter? Jedes Jahr im Winter warten wir auf den Schnee. Da können wir in Zukunft aber länger warten, denn die Schneebedeckung im Winter nimmt ab, seit 1978 schon und immer weiter. Wie es mit Schnee und Eis auf der Erde aussieht, hat das IPCC schon sehr ausführlich in einem eigenen Bericht untersucht: Dem “IPCC-Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima” Wir wissen auf jeden Fall mehr über die Arktis als über die Antarktis, aber weniger wird das Eis überall. Die schwindende Schneebedeckung kann man sich sehr schön in Abbildung 2.22 des Berichts ansehen: Gletscherschwund und österreichische Politik Was ebenfalls schwindet, sind die Gletscher der Erde. Zwischen 2010-2019 sind 290 Gigatonnen Eis pro Jahr geschmolzen. Einen größeren Massenverlust haben wir noch nie gemessen. Man kann das schwer veranschaulichen; das entspricht eine Kugel mit 8 Kilometern Durchmesser aus festem Eis! Das ist beeindruckend, manche Politiker interessiert das aber gar nicht, weswegen sich Florian ein bisschen über Herbert Kickl aufregt, Chef der nicht unbedingt wissenschaftsaffinen rechtsextremen FPÖ in Österreich. Der hat kürzlich Quatsch über Gletscher erzählt und sollte dringend mal in den IPCC-Report schauen. Permafrost Der Permafrost taut - wenig überraschend - ebenfalls auf. Und das ist nicht gut, weil da jede Menge Methan in die Atmosphäre entkommt, das wir dann nicht mehr in den Boden zurück kriegen. Was macht das Meer? Die Ozeane sind unsere Wärmespeicher. Der Großteil der Erdoberfläche ist mit Ozeanen bedeckt und diese nehmen auch den Großteil der Erwärmung auf, die wir gerade produzieren. Sie erwärmen sich aber sehr langsam, viel langsamer als Luft, dank ihrer hohen Wärmekapazität. Wer kennt es nicht, dass das Wetter schon seit Wochen richtig sommerlich und die Luft heiß ist ist, aber das Wasser im Freibad noch eher zum Frösteln. Wenn die Ozeane dann aber warm sind, dauert eine Abkühlung auch länger. Wenn wir also jetzt das Ruder rumreißen in Sachen Treibhausgasemissionen, reagieren die Ozeane noch langsamer als die Atmosphäre. Claudia berichtet also vom Wärmegehalt der Ozeane und wie der angestiegen ist. Was übrigens nicht unsicher ist, sondern feststeht. Wir reden hier von etwa 500 Zetajoule mehr seit der vorindustriellen Zeit. Diese Zahl hat vorne eine Fünf und dahinter 23 Nullen. Das sind sehr viele Schokotafeln. Wie viele genau können Claudia und Florian gerade nicht aus dem Kopf berechnen. Das hat natürlich einen Einfluss auf die Zirkulation in den Ozeanen. Dazu gibt es einen guten Vortrag von Stefan Rahmstorf den wir hier sehr empfehlen. Damit geht es dann von der süßen Schokolade hin zum salzigen Meerwasser, denn auch da verändert sich was. Last but not least schauen wir noch auf den Meeresspiegelanstieg. Aktuell ist die thermische Ausdehnung des Wassers hier noch der treibende Faktor, aber bald werden schmelzende Gletscher und der Rest der Kryosphäre hier übernehmen. Die Biosphäre und das Marillen-Drama Wenn sich alles ändert, ändert sich auch das, was in der Atmosphäre der Erde lebt und zwar die Biosphäre. Pflanzen fangen früher zu blühen als sonst, Früchte sind eher reif und wachsen dort, wo sie früher nicht wachsen konnten. Der Lebensraum vieler Tiere verändert sich und sie müssen sich andere suchen. Eine komplette Analyse der Veränderungen in der Biosphäre geht auch über das hinaus, was der IPCC leisten kann. Aber exemplarisch hat man sich ein paar phänologische Phänomene angesehen und in Abbildung 2.32 dargestellt: Gerade diese Änderungen haben einen sehr direkten Einfluss auf das Leben vieler Menschen. Claudia und Florian, die beide aus Weinanbaugebieten kommen, können das bestätigen. Und ganz besonders schlimm findet Florian die Auswirkungen des Klimawandels auf den Marillenanbau in der Wachau. Was, wenn es irgendwann mal keine Marillenmarmelade mehr gibt?! Alles zusammen Eine Synthese von allem findet man in Abbildung 2.34. Nämlich der hier: Prognose aus der Vergangenheit Am Ende schauen wirt noch auf das Klima im Pliozän. Da war der CO2-Gehalt das letzte Mal so hoch wie jetzt. Die großen Wälder konnten weiter nach Norden vordringen als heute, was die Erde dadurch noch wärmer gemacht ist, als sie jetzt ist. Das mit den Wäldern haben wir ja durch exzessive Abholzung gelöst… El Nino und die Veränderung der Veränderung Die interne Klimavariabilität, also interne Klimaschwankungen, die durch Wechselwirkungen in oder zwischen den Subsystemen (Atmosphäre, Kryosphäre, Ozeane, Biosphäre) entstehen, kann den menschengemachten Klimawandel streckenweise überlagern und unsichtbar machen, aber auch selbst von ihm beeinflusst werden. Da gibt es Schwankungen, sogenannte Moden, die sich auf kleineren Zeitskalen im Bereich von Dekaden zyklisch abspielen, dazu gehört z.B. die El Niño/Southern Oscillation (ENSE). Claudia erklärt wie ENSO auf unser Wetter wirkt und wie das Klima aus ENSO wirkt. Bei allen Moden gibt es noch viel Daten- und Forschungsbedarf und der nächste Sachstandsbeicht kommt bestimmt. FAQs und Vorschau auf Kapitel 3 Die FAQs am Ende von Kapitel 2 sind wie immer informativ, vor allem weil es sich um zwei Klassiker handelt: ”Was ist jetzt anders als früher, wo sich das Klima ja auch geändert hat?” und ”Was sind die Belege für Klimawandel?” Dann folgen 82 Seiten Supplement mit den Quellen für alle Daten des Kapitels und die fast ebenso lange Literaturliste. Mit einem Ausblick auf Kapitel 3 beenden wir die Folge. Weiterführende Informationen Kapitel 2 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Die Coriolis-Kraft wird in diesem Video sehr schön erklärt. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Sep 6, 2021 • 1h 20min

DK005 - Ein Lob auf das Ozonloch

…und was treibt den Klimawandel eigentlich an? DK005 - Ein Lob auf das Ozonloch … und was treibt den Klimawandel eigentlich an? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Kapitel 2 des IPCC-Berichts erzählt von all den Dingen, die das Klima verändern. Das ist weit mehr als nur das CO2 von dem (durchaus auch zu Recht) so gut wie immer die Rede ist. Aber es gibt jede Menge “Klimatreiber”, die alle unterschiedlich stark wirken und sich unterschiedlich verändert haben und verändern. Die Astronomie ist fein raus; Sonnenaktivität und Erdbahnveränderung haben nur einen minimalen Einfluss auf das Klima. Vulkane, Abgase und Aerosole dagegen viel mehr. Und vor allem die ganzen Gase, die in der Atmosphäre so rumschwirren. Wir beschäftigen uns ausführlich mit den FCKWs, die uns in den 1990er Jahren das Ozonloch beschert haben. Um das haben wir uns gekümmert, was auch überraschende und dramatische Auswirkungen auf das Klima hatte und hat. Außerdem erklärt Claudia, warum die Re-Analyse von Daten in der Meteorologie so wichtig ist, was das mit den vielen unterschiedlichen Messgeräten und Messmethoden zu tun hat und wir stellen fest: Auf Vulkane kann man sich nicht verlassen. Veränderungen im Klimasystem Nach einem kurzen Austausch über die Zitierweise im IPCC-Bericht geht es direkt zum Thema von Kapitel 2: Die Klimatreiber. Das ist alles das, was unser Klima verändern kann. Und damit wir wissen, was sich bei ihnen verändert hat, müssen wir uns zuerst einmal mit der Vergangenheit beschäftigen und die diversen Referenzperioden verstehen. Dazu schauen wir uns die Cross-Chapter-Box 2.1 an und erfahren, wann die Atmosphäre das letzte Mal in einem Zustand war, wie heute. Das ist verdammt lange her und kein gutes Zeichen für die Zukunft… Jahreszeiten: Meteorologie vs. Astronomie Wenn es um die Definition der Jahreszeiten geht, dann haben Astronomie und Meteorologie sehr unterschiedliche Auffassungen. Die Meteorologie will vor allem die Daten ordentlich sortieren können, während die Astronomie auf die korrekte Stellung der Himmelskörper achtet. Was das Klima angeht, haben aber sowieso beide hinter der “Phänologie” zurückzustehen: Also dem, was man tatsächlich erlebt. Sonnenaktivität und Klima Wer den menschengemachten Klimawandel leugnet, gibt gerne mal der Sonne die Schuld an der Misere. Abgesehen davon, dass das an den Folgen der Krise auch nichts ändern würde, ist es aber auch falsch. Der Bericht stellt klar, dass die Aktivität der Sonne nicht in der Lage ist, die beobachteten Veränderungen auch nur annähernd zu erklären. Milankovic-Zyklen Gleiches gilt für die Veränderungen in der Bahn der Erde. Die finden zwar statt und sie haben Auswirkungen auf das Klima. Diese Veränderungen passieren aber über sehr lange Zeiträume und sind nicht in der Lage, die schnelle Aufheizung der Erde zu erklären, die derzeit stattfindet. Vulkanismus und Staub Was das Klima der Erde tatsächlich sehr schnell verändern kann, ist der ganze Staub den Vulkane in die Atmosphäre pusten. Der kühlt die Erde aber erstens ab und zweitens dauert dieser Effekt nicht lange an. Die vom IPCC gesammelten Daten zeigen deutlich die großen Ausbrüche der Vergangenheit. Sie zeigen aber ebenso deutlich, dass wir mit den von uns ausgestossenen Treibhausgasen mittlerweile jeglichen vulkanischen Abkühlungseffekt aufgehoben haben. Ein weiterer Klimatreiber der für eine Abkühlung sorgt, ist der Staub den wir aus Auspuffen und Schornsteinen in die Luft pusten. Das haben wir - wie die Daten des IPCC zeigen - aber zumindest in Europa und Nordamerika ziemlich reduziert, was sehr gut ist, aber eben auch einen Klimatreiber verringert hat, der der Aufheizung der Erde entgegen gewirkt hat. Re-Analyse-Daten Der IPCC-Bericht ist in Kapitel 2 voll mit Daten aus allen möglichen Quellen und Zeiträumen, die für sich alleine genommen ihre ganz eigene Aussagekraft haben. Will man aber wissen, welches Gesamtbild die komplette Atmosphäre, Kryosphäre und die Ozeane hatten und haben, muss man diese Daten aus den unterschiedlichsten Quellen irgendwie sinnvoll organisieren und das macht man nicht mal so nebenbei. Der Prozess der hier abläuft heißt Datenassimilation und am Ende stehen Re-Analyse-Daten. Wie genau so eine Re-Analyse funktioniert, erklärt Claudia recht ausführlich, weil es wirklich grundlegend ist, wenn man das mit dem Klima verstehen will. Diverse Treibhausgase In der Atmosphäre schwirrt ja nicht nur CO2 herum, sondern auch Methan, Lachgas und diverse andere Treibhausgase. Die müssen alle berücksichtigt werden, was Kapitel 2 auch tut. Vor allem aber muss man auch verstehen, warum die scheinbar kleinen Mengen an Treibhausgasen durchaus eine Wirkung haben. Man misst sie zwar in “parts per Million”, ihre Auswirkungen sind aber trotzdem relevant. Ozonloch und FCKWs Das zweite Hauptthema der Folge ist das Ozonloch. Das hat zwar nicht direkt etwas mit dem Klima zu tun, indirekt aber schon. Denn die Treibgase, die das Ozonloch verursacht haben, sind gleichzeitig auch mächtige Treibhausgase. Deswegen beschäftigt sich auch das IPCC damit und deswegen sprechen wir in der Folge über zwei aktuelle Arbeiten die zeigen, dass es eine sehr, sehr gute Idee war, seit den 1990er Jahren dafür zu sorgen, dass das Zeug nicht mehr in die Atmosphäre gelangt. Denn ansonsten hätten wir schon längst keine Chance mehr, unsere Klimaziele zu erreichen. Umso bedenklicher ist es, dass manche Treibgase immer noch in immer größeren Mengen in die Atmosphäre gelangen. Troposphären/Stratosphäre Viel von dem, was klimamäßig in der Atmosphäre passiert, passiert in der Troposphäre und der Stratosphäre, also in der untersten Luftschicht und in der Luftschicht direkt darüber. Getrennt werden diese durch die Tropopause, Dass es sich dabei nicht um eine feste Trennfläche handelt, nimmt Claudia zum Anlass, sich einmal ordentlich “auszumeteorologisieren” und wir lernen, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt Tropopause zu definieren, je nachdem wie man sich die Sache ansieht. Was treibt das Klima? Alle Klimatreiber die in Kapitel 2 besprochen wurden, sind in Abbildung 2.10 des Berichts versammelt. Die schauen wir uns deswegen im Detail an und ihr solltet das auch tun. Genauso wie die Figure 1 der Cross-Chapter-Box 2.1. Die zeigt uns eine Zukunft, die im Diagramm kaum auffällt, was ein wenig erschreckend ist, weil das bedeutet, dass sich die Dinge so schnell ändern werden, wie sie das in der Vergangenheit noch nie getan haben. Tja. Weiterführende Informationen Kapitel 2 des Klimaberichts ist hier als pdf downloadbar. Wie das mit der Sonnenaktivität und dem Klima tatsächlich ist, kann man in diesem Podcast nachhören. Die Milankovic-Zyklen sind hier ausführlich erklärt. Wie das mit der Treibhauswirkung von CO2 und Co funktioniert und warum die Wirkung groß ist, auch wenn nur wenig davon in der Atmosphäre ist, kann man hier nachhören. Ein bisschen mehr zur Re-Analyse von Daten findet man hier, hier und hier. Und wer selbst mal solche Daten ansehen möchte, kann das hier tun. Wie das mit dem Ozonloch funktioniert, ist hier genau erklärt und über Thomas Midgley, den Erfinder der FCKWs, kann man sich hier informieren. Berichte über die Klimawirkung der FCKWs gibt es im Standard und bei Spektrum. Die zugrundeliegenden Fachartikel sind hier und hier zu finden. Und über Chinas FCKW-Ausstoß gibt es hier noch was zu lesen. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. 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Aug 30, 2021 • 1h 7min

DK004 - Die fünf Zukünfte der Welt

…und was versteht die Klimaforschung unter einer Überraschung? DK004 - Die fünf Zukünfte der Welt … und was versteht die Klimaforschung unter einer Überraschung? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den aktuellen Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Es geht um die Zukunft! Der Weltklimarat hat fünf verschiedene Zukünfte der Welt betrachtet und nachgesehen, wie sich die auf unser Klima auswirken werden. Die gute Nachricht: Es gibt auch eine Zukunft, in der wir das mit dem Klima noch halbwegs in den Griff kriegen könnten. Die schlechte Nachricht: Besser als jetzt wird es nicht mehr; wir können aber noch beeinflussen, wie unangenehm es noch werden wird. Die zweite Hälfte des ersten Kapitels im Sachstandsbericht des IPCC beschäftigt sich mit dem, was wir aus der Vergangenheit über das Klima wissen und was man daraus für die Zukunft ableiten kann. Wie das funktioniert und welche Dinge man bei der Simulation des Klimas beachten muss: Das ist Thema von Folge 4 unseres Podcasts. Altes Klima Wir starten auf Seite 247 von 3949 und mit den sogenannten “Basislinien”. Also dem, was man in der Klimaforschung als Referenz aus der Vergangenheit für die Diskussion der Zukunft benutzt. Da muss man natürlich auch wissen, wie das Klima und das Wetter früher war. Wenn man Glück hat, hat man Wetterstationen, die schon seit Jahrhunderten Daten sammeln, so wie die an der Sternwarte Jena. Oder man muss sich die Daten mühsam aus anderen Quellen sammeln - wobei im Rahmen von Citizen-Science-Projekten wie “Old Weather” alle Menschen helfen können. Auf jeden Fall wissen wir aber - wie uns die Cross-Chapter-Box 1.2 des Berichts informiert, dass wir die globale Temperatur zwischen 1750 und 1850 um 0,1 Grad erhöht haben. Das waren noch Zeiten! Überraschung! Wenn man die zukünftige Entwicklung des Klimas untersuchen will, muss man auch die unerwarteten Ereignisse berücksichtigen. Damit beschäftigt sich der Bericht in Abschnitt 1.4.4.3. Da geht es unter anderem um Kipppunkte, die uns in Zukunft noch weiter beschäftigen werden; über die man sich aber in der Zwischenzeit in einer Folge der “Sternengeschichten” informieren kann. Und auch “Überraschungen” kann es im Klima geben. Das IPCC versteht darunter aber keine spontane Geburtstagsparty, sondern eher Sachen wie einen Atomkrieg, eine Pandemie oder ein paar massive Vulkanausbrüche. Ungenauigkeiten und Ensembles Mit Unterkapitel 1.5 und ganz besonders mit Abschnitt 1.5.4.2 haben wir uns ausführlich beschäftigt. Denn da geht es um etwas, das sehr grundlegend für die Klimaforschung ist: Die simuliert man am Computer die Entwicklung des Klimas? Immerhin ist das ein enorm komplexes und chaotisches System. Florian hat solche Simulationen im Rahmen seiner Arbeit als Astronom bei der Bewegung der Asteroiden kennengelernt; Claudia erklärt aber, dass es beim Klima noch ein kleines bisschen komplizierter ist, als bei ein paar schnöden Himmelskörpern. Aber immerhin: Es gibt Wege, wie man mit den dem Klima innewohnenden chaotischen Phänomen im Rahmen einer Simulation umgehen kann. Mehrere sogar und genau die erklären wir ausführlich (und empfehlen dazu auch einen Blick auf Figure 1.21 des Berichts). Die fünf Zukünfte der Welt Das Unterkapitel 1.6. des Berichts trägt den schönen Titel “Dimensions of Integration”. Wir schauen aber vor allem auf Abschnitt 1.6.1., der sich mit den sogenannten “Shared Socioeconomic Pathways” beschäftigt. Das sind die Zukünfte, die sich das IPCC für die Welt angesehen hat. Im Gegensatz zu früheren Berichten wird aber nicht mehr nur einfach nur anhand von rein physikalischen Gegebenheiten in die Zukunft geschaut. Sondern komplexe soziale und politische Entscheidungen in eine mögliche Zukunft integriert, deren Auswirkungen auf das Klima prognostiziert und darauf entsprechende Modelle basiert. Fünf solcher Zukünfte werden vom IPCC im Detail betrachtet und bei allen haben wir es mit steigenden Temperaturen zu tun. Wenn wir uns aber sehr schnell sehr viel Mühe kriegen, können wir einen Weg einschlagen, bei dem die Zukunft noch halbwegs angenehm sein könnte. Die restlichen Zukünfte sind aber eher unangenehm, unter anderem auch die, die aus dem folgen würde, was wir derzeit an politischen Entscheidungen getroffen haben. Aussagen über das Klima im Wandel der Zeit Am Ende von Kapitel 1 schauen wir uns noch die FAQs an, die den Text abschließen und werfen einen Blick auf den Appendix, in dem sich eine Tabelle mit dem Titel ”Historical overview of major conclusions of IPCC assessment reports.” befindet. Wer dem IPCC vorwirft, “alarmistisch” zu sein, sollte sich mal ansehen, wie sich die Aussagen zwischen 1990 und 2021 verändert haben. Man war immer sehr vorsichtig bei der Wiedergabe der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Und gerade weil das IPCC immer so vorsichtig war, ist der aktuelle Befund um so dramatischer: ”It is unequivocal that human influence has warmed the atmosphere, ocean and land.” Tja. Weiterführende Informationen Wer gerne mehr über das von Claudia erwähnte “Coupled Model Intercomparison Project” erfahren will, findet alle Infos hier. Sehr ausführliche Informationern über die Globalen Zirkulationsmodelle, die den Klimasimulationen zugrunde liegen, gibt es hier. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 23, 2021 • 1h 11min

DK003 - Wie spricht man über das Klima?

… und wie katastrophistisch soll man dabei sein? DK003 - Wie spricht man über das Klima? … und wie katastrophistisch soll man dabei sein? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den aktuellen Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. Wo sind wir, wie sind wir dahin gekommen und wohin gehen wir jetzt. Fundamentale Fragen, die der aktuelle Bericht des Weltklimarates netterweise allesamt anspricht. Und das gleich im ersten Kapitel, das genau das Kapitel ist, dessen erste Hälfte wir in dieser Folge ausführlich besprechen. Es geht um die Grundlagen der Forschung, der wir unser Wissen über das Klima verdanken. Es geht aber auch um die Sprache, mit der dieses Wissen kommuniziert wird. Die ist beim Weltklimarat nämlich ein bisschen anders, als man es gewöhnt ist. Außerdem reden wir noch über den “Strahlungsantrieb” und die Frage, wer da was antreibt und was das für Auswirkungen hat. Spoiler: Sie sind eher nicht so gut. Die Basics: Summary for Policymakers und Technical Summary Der sechste Sachstandsbericht des IPCC wurde letzte Woche veröffentlicht. Man kann das ganze Dokument online lesen, sollte sich aber gut überlegen, was man da macht. Das Ding hat 3949 Seiten und - wie wir gleich zu Beginn der Folge feststellen: Die äußere Form der Arbeit kann nur als mangelhaft bezeichnet werden. Claudia und Florian ärgern sich ein wenig darüber, bevor sie dann mit der Lektüre beginnen. Denn trotz aller Formprobleme ist dieser Bericht immerhin: ”the most up-to-date physical understanding of the climate system and climate change”. Da kann man die nervigen Formalitäten durchaus kurz mal ignorieren. Kapitel 1: Framing, context and methods Der Titel des ersten Kapitels (hier als pdf verfügbar) ist eher trocken. Der Inhalt dafür umso spannender. Es geht los mit der Frage: “Wo sind wir jetzt?” und die Antwort lautet: Im Wesentlichen mitten in der Krise. Das, was wir jetzt erleben, werden wir auch weiterhin erleben. Besser wird es nicht mehr; wir können uns nur noch aussuchen, wie schlecht es noch werden soll. Aber immerhin… Wie kommuniziert man über das Klima? Dass man über das Klima reden muss, steht außer Frage. Was unklar ist: Auf welche Weise soll und will man das tun? Das IPCC verwendet dafür eine “kalibrierte Sprache”. Das hat sehr gute Gründe, ist aber auch ein wenig verwirrend, wenn Wörter wie “wahrscheinlich” auf einmal eine Bedeutung haben, die über das hinausgeht, was man ihnen beim alltäglichen Sprechen an Bedeutung zuschreibt. Wissenschaft macht die Kommunikation dadurch zwar präziser und gesicherter, aber es sich eben auch noch ein wenig schwerer. Aber es hat ja auch niemand behauptet, dass das alles leicht ist. Strahlungsantrieb und Klimasensitivität In Unterkapitel 1.3 geht es um die “Lines of Evidence”. Also: Was wissen wir und wie haben wir es rausgefunden. Dazu kann man sich auf jeden Mal die Abbildung 1.6. ansehen (deren Auflösung aber so mies ist, dass man nur wenig erkennt). Wir reden daher lieber ausführlich über den menschlichen Einfluss auf das Klima und den “Strahlungsantrieb”. Das ist nichts, was man im Maschinenraum der Enterprise findet, sondern ein fundamentales Konzept der Klimawissenschaft, das deswegen auch ausführlich von Claudia erklärt wird. Ebenso wie die “Klimasensitivität”. Aber keine Sorge: Darüber werden wir in den kommenden Folgen noch oft genug sprechen. Klar ist auf jeden Fall: Wir Menschen sind es, die das Klima antreiben und dafür gesorgt haben, dass die Erde sich in einem neuem Gleichgewicht einfinden muss. Wir enden aber positiv. Zumindest so positiv, wie es angesichts der Fakten möglich ist. Das, was mit dem Klima passiert, wird weiterhin passieren. Ein guter Teil der Veränderungen ist nicht verhinderbar und kann auch nicht umgekehrt werden. Wir können aber noch bestimmen, wo sich das Klima stabilisieren wird. Weiterführende Informationen Über die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, die auch für das Klima relevant sind, kann man sich hier informieren. Wer gerne wissen möchte, wie die eher unzulänglichen Nationally Determined Contributions zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens im Detail aussehen kann sich hier desillusionieren lassen. Wie das Global Stocktaking im Jahr 2023 aussehen wird, kann man hier nachlesen. Den von Claudia erwähnten Überblick über die verschiedenen Arten von Reviews findet man hier. Noch mehr Details zum Strahlungsantrieb gibt es hier und wie man den Strahlungsantrieb sogar vom All aus messen kann, steht in diesem Artikel. Die spannende Geschichte der Keeling Kurve kann man sich hier anhören. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. 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Aug 16, 2021 • 47min

DK002 - Was ist ein IPCC?

…und wer schreibt die Berichte des Weltklimarates? DK002 - Was ist ein IPCC? … und wer schreibt die Berichte des Weltklimarates? In den Sachstandsberichten des IPCC wird der aktuelle Stand des Wissens zum Klima der Erde zusammengefasst. Aber was ist ein IPCC überhaupt, was steht in den Berichten, wie werden sie erstellt und wer schreibt die Dinger überhaupt? Daniel Huppmann zum Beispiel, und weil er schon mal bei so einem Bericht mitgeschrieben hat, erklärt er uns in dieser Folge ausführlich, was es mit den Sachstandsberichten des IPCC auf sich hat. Wer gibt den Auftrag für diese Berichte, wer verfasst sie, wie werden sie erstellt und warum werden sie geschrieben? Wird man reich, wenn man IPCC-Autor*in ist und muss sich die Politik an das halten, was darin steht? Und wer bestimmt überhaupt, was am Ende dort zu lesen ist? Daniel hat die Antworten! Wie funktioniert ein IPCC-Bericht? Der sechste Sachstandsbericht des IPCC wurde letzte Woche veröffentlicht. Man kann das ganze Dokument online lesen. Muss man aber nicht, weil Claudia und ich das auch tun und in den kommenden Folgen des Podcasts davon erzählen werden. Bevor wir damit anfangen, müssen wir aber erst einmal klären, was so ein Bericht eigentlich ist, was da drin steht und wie er entsteht. Dazu haben wir uns Daniel Huppmann eingeladen. Er ist Klimawissenschaftler am IIASA, dem “International Institute for Applied Systems Analysis” in Laxenburg bei Wien. Er hat bei einem der letzten IPCC-Reports als Autor mitgearbeitet und ist daher optimal geeignet, um uns zu erklären, was es mit diesen Berichten auf sich hat. Das, was letzte Woche erschienen ist, hat zwar fast 4000 Seiten, ist aber nur der erste Teil von insgesamt drei Teilen des kompletten Berichts, dem dann aber noch ein paar “kleine” Berichte folgen. Daniel erklärt, was die Aufgabe des Berichts ist, das ihn zu erstellen ein sehr komplexer Vorgang ist, der Jahre dauert und für die beteiligten Forscher*innen keine finanziellen Vorteile bietet. Die Arbeit daran lohnt sich aber trotzdem, meint Daniel. Die Politik beauftragt den Bericht zwar, hat aber beim Inhalt nicht viel mitzureden. Beziehungsweise schon, aber nur bei der Zusammenfassung. Das IPCC sagt auch ganz explizit, dass es zwar die Entscheidungsgrundlage für politische Maßnahmen liefert, aber keinesfalls vorschreibt, wie die Politik zu handeln hat. Aber wenn man sich ansieht, was die Politik so treibt, ist man fast ein bisschen versucht, diese Einschränkung nochmal zu überdenken … Weiterführende Informationen Den kompletten Bericht und alle zusätzlichen Informationen des ersten Teils des Sechsten Sachstandsberichts des IPCC kann man im Internet runterladen. Ein kurzes Video zum Bericht hat das IPCC auch produziert. Ein paar deutschsprachige Videos zu den Grundlagen der Berichte kann man bei der deutschen Koordinierungsstelle des IPCC ansehen. Informationen zum Sechsten Sachstandsbericht gibt es hier und die deutsche Koordinierungsstelle des IPCC hat noch viel mehr Informationen. Dort gibt es auch noch einmal einen kurzen Überblick über den Erstellungsprozess der Berichte. Mehr zu den vergangenen und kommenden Berichten des IPCC findet man hier. Dort ist auch der “Special Report: Global Warming of 1.5 ºC”, an dem Daniel mitgeschrieben hat, zu finden. Dieser Report war eine Folge des “Übereinkommen von Paris”, über dass man sich bei der Europäischen Kommission informieren kann. Über den klimawissenschaftlichen Unsinn, den der österreichische Bundeskanzler Kurz von sich gegeben hat, [kann man beim Standard mehr lesen]( https://www.derstandard.at/story/2000128368900/kurz-haelt-bekaempfung-des-klimawandels-ohne-verzicht-fuer-moeglich). Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Daniel ist auf seinem Twitteraccount @daniel_huppmann zu erreichen, wo ihr ihm auch gerne Fragen stellen könnt. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 9, 2021 • 20min

DK001 - Wirklich viel Klima

Noch mehr Klima passt in keinen Podcast! DK001 - Wirklich viel Klima Noch mehr Klima passt in keinen Podcast! Das Klima ist wichtig. Ganz besonders, wenn es sich verändert. Was es tut und zwar auf eine Weise, die uns Sorgen machen sollte. Um die Klimakrise zu bekämpfen, müssen wir über den Zustand des Klimas richtig gut Bescheid wissen. Zum Glück setzen sich Wissenschaftler*innen auf der ganzen Welt alle paar Jahre zusammen und verfassen einen “Sachstandsbericht” über das Klima. Heute ist der erste Teil des sechsten Sachstandsberichts erschienen und deswegen gibt es diesen Podcast. Wir gehen die tausenden Seiten des Berichts durch und erklären, was da drin steht. Kapitel für Kapitel, Podcastfolge für Podcastfolge. Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Die Beschäftigung mit der Krise muss nachhaltig und langfristig erfolgen, es reicht nicht, einfach nur zu reagieren. Dazu müssen wir über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen! Podcastvorstellung Der Sechste Sachstandsbericht des IPCC ist gerade erst erschienen, wir fangen daher mal mit einer Vorstellung des Podcasts an, bevor es wirklich losgeht. Immerhin sollen ja alle auch Bescheid wissen, was wir planen und wer wir sind. Nämlich Florian (Freistetter) und Claudia (Frick). Florian ist Astronom und hat zwar Ahnung von den grundlegenden physikalischen Mechanismen des Klimas. Ein Experte ist er aber nicht; dafür hat Claudia aber Meteorologie studiert und auch als Meteorologin gearbeitet und kennt die Details zwischen Himmel und Erde. Beide haben sich in den letzten Jahren außerdem ausgiebig mit der Wissenschaftskommunikation und der allgemeinverständlichen Vermittlung von komplexer Forschung beschäftigt. Zusammen haben wir uns jetzt dem Sachstandsbericht des IPCC gewidmet und diesen Podcast gestartet, um den Zustand des Klimas und die Wissenschaft hinter der Klimakrise für alle verständlich zu machen, die sie verstehen wollen. Weiterführende Informationen Informationen zum Sechsten Sachstandsbericht gibt es hier und die deutsche Koordinierungsstelle des IPCC hat noch viel mehr Informationen. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

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