Das Klima

Florian Freistetter, Claudia Frick
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Sep 19, 2022 • 1h 13min

DK059 - Kann die Religion das Klima retten?

…und wer braucht eigentlich den Utilitarismus? DK059 - Kann die Religion das Klima retten? …und wer braucht eigentlich den Utilitarismus? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 59 fangen wir mit dem dritten und letzten Teil des IPCC-Berichts an. Das erste Kapitel ist noch ein wenig vage. Aber wir reden darüber, wie man die Klimakrise abschwächen kann. Und beschäftigen uns dazu mit dem, was der Papst und der Islam zu der ganzen Sache sagen. Außerdem geht es um das Potenzial von Krisen, Utilitarismus, Ethik und die Psychologie der Veränderung. Rückblick auf die Apokalypse Wir schauen noch mal zurück auf die letzte Folge und die Forschung zu apokalyptischen Klimaszenarien. Claudia hat sogar eine eigene Fachzeitschrift für den Weltuntergang entdeckt und Florian erinnert sich an ein Buch das er dazu mal geschrieben hat Auf geht’s in Teil 3 Wäre unser Podcastprojekt ein Marathonlauf, dann wären wir jetzt an dem Punkt, wo es so richtig hart wird. Und Claudia fand die Beschäftigung mit Kapitel 1 tatsächlich ein wenig schwierig… Was möchte Kapitel 1? Zuerst klären wir mal, wie wir das Wort “Mitigation” am besten übersetzen sollen. Abschwächung? Abmilderung? Wir entscheiden uns vorerst für Klimawandelanpassung Ansonsten erwartet uns ein Wechselbad von Wirtschaft, Finanzen, Religion, Ethik, Wissenschaft und all den anderen Dingen, die wir für die Mitigation brauchen. Was treibt den Wandel an? Mit “Wandel” meinen wir ab jetzt nicht mehr nur den Klimawandel sondern vor allem den Wandel hin zu mehr Klimaschutz. Also eigentlich besser eine “Transformation”. Und was treibt diesen Wandel an? Das Potenzial von Krisen, sagt der IPCC. Nicht nur, aber gerade die Corona-Pandemie hat ja gezeigt: Viel geht jetzt, was vorher nicht ging. Aber wir haben dann halt leider auch bald wieder damit aufgehört. Religion und Klimakrise Zu den Faktoren die die Transformation antreiben können gehört auch die Religion. Weswegen wir uns anschauen, was der Papst zu der ganzen Sache sagt. Das kann man in “Laudato Si von Papst Franziskus Über die Sorge für das gemeinsame Haus” nachlesen. Das ist ein durchaus sehr wissenschaftlicher Text, in dem Sachen stehen wie das hier: “Viele von denen, die mehr Ressourcen und ökonomische oder politische Macht besitzen, scheinen sich vor allem darauf zu konzentrieren, die Probleme zu verschleiern oder ihre Symptome zu verbergen, und sie versuchen nur, einige negative Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren.” Aber dann findet man halt doch auch wieder sehr viel religiöses Zeug, das mit Wissenschaft nicht viel zu tun hat… Die islamische Erklärung zum globalen Klimawandel Der Islam äußert sich auch zur Krise. Zumindest die Islamic Foundation for Ecology and Environmental Sciences (IFEES), die 2015 eine “ Islamic Declaration on Global Climate Change” veröffentlicht hat. Ebenfalls voll mit wissenschaftlich seriösen Inhalten. Unter anderem steht dort das: ”Wir rufen insbesondere die wohlhabenden Nationen und Ölförderstaaten dazu auf: die Richtung zu weisen, indem sie ihre Treibhausgas-Emissionen frühstmöglich und nicht später als bis zur Jahrhundertmitte reduzieren; die weniger Wohlhabenden sowohl finanziell als auch technisch großzügig darin zu unterstützen, einen frühstmöglichen Abbau der Treibhausgase zu erreichen; die moralische Verpflichtung dazu anzuerkennen, den Verbrauch zu senken, damit das, was an nicht-erneuerbaren Ressourcen der Erde noch übrig ist, den Armen zugute kommt; innerhalb der „Zwei-Grad-Grenze“ zu bleiben, oder vorzugsweise innerhalb der „1,5-Grad-Grenze“ - in Anbetracht dessen, dass zwei Drittel der nachgewiesenen Erdöl-Reserven im Erdinneren bleiben; ihre Anliegen neu auszurichten – vom skrupellosen Profit aus der Umwelt hin zu deren Erhaltung sowie darauf, die Lage der Armen auf der Erde zu verbessern; in die Gestaltung einer grünen Wirtschaft zu investieren” Jetzt müsste man sich nur noch daran halten. Oder zumindest den Newsletter “Eco-Islam” abonnieren. Wehe den anderen geht es besser als mir! Bei der Kategorisierung von Antriebskräften der Transformation geht es oft auch Fairness. Und da haben wir so unsere Probleme. Was sich unfair anfühlt, machen wir nicht. Und denken uns: Besser allen geht es schlechter, als dass es anderen besser geht als mir. Was man ja auch sehr gut bei der FDP und der Diskussion um das 9-Euro-Ticket sehen kann. Wirtschaftliche Faktoren für die Transformation Die Kosten für erneuerbare Energie sinken. Aber was, wenn es noch günstiger wird? Dann warten wir vielleicht lieber ab mit unseren Investitionen, was wir aber eigentlich nicht sollten… Das nennt sich “Lock in”-Effekt und man kann sowas gut bei der QWERTZ-Tastatur sehen. Die haben wir jetzt, die bleibt auch, obwohl es durchaus anders und besser sein könnte. Politische Faktoren für die Transformation Politik ist wichtig für die Bewältigung der Klimakrise. Aber es braucht auch Stabilität bei der Gesetzgebung, wie Florian am Beispiel des Nichtraucherschutzes in Österreich illustriert. *Illustrative Wege Wie die Transformation ablaufen kann, zeigen die “Illustrative Mitigation Pathways (IMPs)”, die man hier genauer erklärt bekommt: Utilitarismus vs Ethik Am Ende geht es noch um Frameworks: Also Aspekte und Blickwinkel unseres Lebens/Handels von denen man aus auf die Transformation schauen kann. Vier Stück davon hat der IPCC zu bieten: Zum Beispiel der Blick durch und auf die wirtschaftliche Effizienz → Es wird also utilitaristisch. Nur das Gesamtergebnis zählt - und das ist sehr oft nicht unbedingt optimal. Der ethische Blickwinkel beginnt mit der Feststellung, der Klimawandel sei der perfekte moralische Sturm und beschäftigt sich danach mit den sozialen Kosten. Es geht also um eine explizite Gegenposition zum Wirtschaftsblickwinkel. Transformatorisch sehen wir die Sache, wenn wir schauen wie unter bestimmten Umständen Innovation und Veränderung passieren. Und psychologisch/politisch wird es, wenn wir feststellen: Wenn was neues kommt lehnen wir es intuitiv ab. Was aber sehr oft doch etwas doof ist. Vorschau auf die nächste Folge In Kapitel 2 wird es sehr konkret werden. Wir reden dann nämlich über Emissionen. Weiterführende Informationen Kapitel 1 des dritten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Sep 12, 2022 • 52min

DK058 - Die apokalyptischen Reiter der Klimakrise

Zwei Drittel sind geschafft! DK058 - Die apokalyptischen Reiter der Klimakrise Zwei Drittel sind geschafft! "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 58 sind wir endlich mit dem zweiten Teil des IPCC-Berichts fertig. Wir schauen noch einmal kurz auf die offizielle Zusammenfassung. Und beschäftigen uns dann mit den “apokalyptischen Reitern der Klimakrise”. Den führende Klimaforscher:innen fordern, sich mit den extremen Klimaszenarien zu beschäftigen, die zwar nicht unbedingt wahrscheinlich sind, dafür aber das Potenzial zum Weltuntergang haben. Wir reden darüber, ob dass der Klimakommunikation eher nützt oder nicht. Und freuen uns schon auf Teil III des Berichts. Finale Wir sind durch! Heute reden wir noch mal über die “Summary for Policymakers”, also die Zusammenfassung des IPCC-Berichts an der auch die Politik mitgewirkt hat. Wie das alles abläuft könnt ihr in Folge 2 nachhören Da wir aber eh schon alles im Detail durchbesprochen haben, verweisen wir nur noch mal auf ein paar instruktive Abbildungen: Klima und Krankheiten Nicht im IPCC-Bericht ist diese wunderbare Infografik über die Klimakrise und Krankheiten. Schaut euch die auf jeden Fall an; mehr dazu könnt ihr hier hören SPM auf deutsch Eine sehr kurze Zusammenfassung des zweiten Teils auf deutsch kann man hier lesen. Darin findet man Sätze wie diesen: ”Klimaresiliente Entwicklung wird gefördert, wenn Regierungen, die Zivilgesellschaft und der Privatsektor integrative Entwicklungsentscheidungen treffen, die Risikominderung, Gleichstellung und Gerechtigkeit priorisieren, und wenn Entscheidungsfindungsprozesse, Finanzmittel und Maßnahmen über Regierungsebenen, Sektoren und Zeitrahmen hinweg integriert werden (sehr hohes Vertrauen). Eine klimaresiliente Entwicklung wird durch internationale Zusammenarbeit gefördert sowie dadurch, dass Regierungen auf allen Ebenen mit Gemeinschaften, der Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen, wissenschaftlichen und anderen Institutionen, Medien, Investoren und Unternehmen zusammenarbeiten; außerdem wird sie durch die Entwicklung von Partnerschaften mit traditionellerweise marginalisierten Gruppen einschließlich Frauen, Jugendlichen, indigenen Völkern, lokalen Gemeinschaften und ethnischen Minderheiten, gefördert (hohes Vertrauen). Diese Partnerschaften sind am wirksamsten, wenn sie durch förderliche politische Führung, Institutionen, Ressourcen - einschließlich Finanzierung - sowie Klimadienstleistungen, Informationen und Instrumente zur Entschedungshilfe unterstützt werden (hohes Vertrauen)” Das sind zwar sehr wichtige Aussagen. Aber die Sprache ist grauenhaft; das sollte man vielleicht nochmal überdenken… Technical Summary Zum IPCC-Bericht gehört auch noch das Technical Summary. Worin man sehr schöne Abbildungen findet: Die apokalyptischen Reiter der Klimakrise Zum Abschluss sprechen wir noch über die Arbeit “Climate Endgame: Exploring catastrophic climate change scenarios”. Es geht um die extremen Klimaszenarien, bei denen die Erde so warm wird, dass wir mit apokalyptischen Zuständen rechnen müssen. Die Forscher:innen erwähnen darin auch die “apokalyptischen Reiter der Klimakrise”; also die extremen Gefahren, die uns in so einem Szenario drohen können. Das tun sie nicht aus Weltuntergangslust, sondern weil sie der Meinung sind, wir sollten auch über die Extreme Bescheid wissen, selbst wenn sie unwahrscheinlich sind. Und fordern deswegen einen IPCC-Sonderbericht zu diesem Thema. Der Fokus auf die Extreme wird nicht von allen gut gefunden, wie man zum Beispiel hier nachlesen kann. Zwei Drittel sind geschafft: Vorschau auf den dritten Teil So. Und jetzt sind wir fertig mit Teil 2. Und wenn alles gut läuft, werden wir den kompletten IPCC-Bericht am 16. Januar 2023 fertig besprochen haben! Weiterführende Informationen Die SPM des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Sep 5, 2022 • 44min

DK057 - Waldwiderstand der Baumgemeinschaft: Klima und tropische Wälder

…und warum liegt die Verantwortung für die Tropenwälder außerhalb der Tropen? DK057 - Waldwiderstand der Baumgemeinschaft: Klima und tropische Wälder …und warum liegt die Verantwortung für die Tropenwälder außerhalb der Tropen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 57 lesen wir das letzte reguläre Kapitel in Teil 2 des IPCC-Berichts. Und schauen uns die Tropenwälder der Erde an. Das Fazit ist eigentlich simpel: Der Wald wird weniger. Und wir müssen schnell und dringend aufhören, ihn abzuholzen. Außerdem stellen wir fest: Kapitalismus kann zur Abwechslung auch im Sinne des Klimaschutzes eingesetzt werden. Wir gehen in die Tropenwälder Am Anfang kommt wie immer die Definition: Was ist ein Tropenwald? Bzw. wo wächst tropische Vegetation? Überall dort, wo es das ganze Jahr über frostfrei ist. Man kann sich auch einfach diese Karte anschauen: Was man hier nicht sieht ist der Rückgang der Wälder. 420 Millionen ha Wald in den letzten 30 Jahren verloren gegangen. Das sind 1600 Saarländer oder 17 mal Großbritannien. Und 90 Prozent davon sind Tropenwald. Die Entwaldungsrate ist zwar zurück gegangen. Aber auch die Wideraufforstung. Deswegen verlieren wir weiterhin 7,3 Millionen Hektar pro Jahr.. Dank der Klimakrise ist das Wachstum der Wälder gehemmt; die Artenzusammensetzung in Baumgemeinschaft ändert sich und wir sehen einen Übergang von feuchteren Wäldern zu trockenere Wäldern. Außerdem speichern die Wälder weniger Kohlenstoff, was alles nur noch schlimmer macht. Nicht nur das Klima macht dem Wald zu schaffen Es ist bemerkenswert, dass trotz unserer finanzieller Möglichkeiten und des Bewusstseins über ihre Bedeutung, die Wälder immer noch bedroht sind. Das ist sogar so bemerkenswert, dass das genau so im IPCC-Bericht steht. Und der Hauptgrund für den schwindenden Wald sind wir Menschen, die die Bäume einfach abholzen. Das ist durchaus ein internationales Problem; in Europa zB gibt es einen Zuwachs bei den Wäldern; anderswo sorgen wir durch unseren Handel aber dafür, dass Wald weniger wird. 50% des Artenverlust den wir verursachen, verursachen wir außerhalb der Landesgrenzen Was können wir tun? Was wir tun können ist eigentlich sehr simpel: Keine verdammten Wälder mehr abholzen! Ein bisschen genauer zeigt es diese Abbildung: Und wir sollten das ernst nehmen, denn wenn sich die Erde um mehr als 4 Grad erwärmt, dann wird keine Anpassungsmaßnahme den Wald mehr schützen können. Man kann natürlich auch Anreizsysteme schaffen; zum Beispiel in dem man Bäumen Geldwerte zuordnet, wie das bei REDD+ passiert. Ja, der Kapitalismus kann auch positiv genutzt werden. Muss man nur machen. Die Verantwortung für die tropischen Wälder liegt außerhalb der Tropen! Aus europäischer Sicht sind die Tropen weit weg. Aber die Verantwortung für die tropischen Wälder liegt außerhalb der Tropen! Da müssen wir uns drum kümmern und das nicht den Menschen vor Ort umhängen. Vorschau auf das nächste Kapitel: Das Finale Im nächsten Kapitel kommt das große Finale von Teil 2. Wir schauen noch mal auf die offizielle Zusammenfassung. Weiterführende Informationen Kapitel CCP 7 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 29, 2022 • 42min

DK056 - Es wird matschig: Die Klimazukunft der Polarregionen

…und soll man Urlaub in der Antarktis machen? DK056 - Es wird matschig: Die Klimazukunft der Polarregionen …und soll man Urlaub in der Antarktis machen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 56 wird es kalt. Obwohl es auch wärmer wird und zwar in den Polarregionen. Das hat Auswirkungen, durchaus auch positive. Zumindest für Schifffahrt und Tourismus, was aber wieder ganz neue Probleme mit sich bringt. Was mit den Polarregionen der Erde passieren wird und wo in Zukunft die Schiffe langfahren werden, besprechen wir in der neuen Folge. Es wird eisig! Arktis und Antarktis sind beides kalte Ecken der Erde. Aber ansonsten sehr unterschiedlich. Was alles laut IPCC zu den Polarregionen zählt (u.a. ganz Finnland), zeigt diese Abbildung: In der Antarktis gibt es jede Menge spezielle Ökosysteme; dort gibt es auch viele hohe Berge (was die Gegend auch für die Astronomie sehr interessant macht. Warum sind die Polarregionen wichtig? Dass die Pole aus Klimasicht wichtig sind, wissen wir ja. Dort erwärmt sich die Erde viel stärker und schneller als anderswo. Und die Änderungen haben sehr viel längerfristige Auswirkungen. Und auch wenn wir nicht an den Polen wohnen, sind wir betroffen, zum Beispiel durch die Fischerei. In Zukunft wird es in der Arktis mehr regnen und weniger schneien. Und in der Antarktis, wo es bis jetzt wegen der Kälte oft extrem trocken war, wird es in Zukunft mehr Schnee geben. Risiken und Anpassungen Welche Risiken in Zukunft zu erwarten sind, kann man in Tabelle CCP6.6 nachlesen. Es wird zum Beispiel Risiken für die Infrastruktur geben, wenn der Permafrost schmilzt und Straßen und Gebäude Schaden nehmen. Sich darum zu kümmern, wird teuer. Wenn das Eis schmilzt, kann aber auch in Gebieten Ressourcen wie Öl abbauen, an die man zuvor nicht gekommen ist. Ob das aber auch getan werden soll, ist wieder ne ganz andere Frage. Die Tierwelt ist vor allem negativ betroffen; die Landwirtschaft eher positiv, denn da wird man bald mehr anbauen können. Schiffahrt und Tourismus Es wird in Zukunft einfacher werden, mit Schiffen durch die Arktis zu fahren. Das hat positive Auswirkungen auf den Handel und den Tourismus. Man muss aber darauf achten, die neuen Probleme in den Griff zu kriegen. Denn Tourismus an den Polen ist nicht unbedingt hilfreich Wo man in Zukunft durch die Arktis schippern kann, zeigt diese Grafik: Eher schwierig wird es aber für den Transport auf der Straße und der Schiene werden. Wieder mal wegen des tauenden Permafrost… Vorschau auf das nächste Kapitel: Tropenwälder Im nächsten Kapitel wird es wieder heiß, wenn wir uns auf den Weg in die Tropenwälder machen. Weiterführende Informationen Kapitel CCP 6 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 22, 2022 • 55min

DK055 - Am Gipfel wird es knapp

…und was treibt das Klima in den Bergen? DK055 - Am Gipfel wird es knapp …und warum eigentlich Berge? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 55 gehen wir auf den Berg! In Cross-Chapter-Paper 5 beschäftigen wir uns mit der Klimakrise auf den Bergen dieser Welt. Da passiert viel und wenn auf den Bergen viel passiert sind auch die Flachländer betroffen. Durch zu viel oder zu wenig Wasser, durch Probleme bei der Energieversorgung und durch jede Menge andere Probleme. Wir stellen überrascht fest, dass Zombie-Pilze aus dem Himalaya ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind und Skigebietsbetreiber mal ihre Einstellung zur Klimakrise auf die Reihe kriegen sollen. Zurück aus der Podcastpause Wir sind zurück aus der Podcastpause. Von der habt ihr zwar nichts mitbekommen, aber wir müssen uns erst mal wieder in die Lektüre des IPCC-Berichts reinfinden. Aber immerhin: Mittlerweile ist der zweite Teil des Berichts auch in der Endfassung und schön formatiert vorhanden! Die Oliven aus Köln und dem Burgenland lassen aber noch auf sich warten. Warum Berge? Warum brauchen Berge ein eigenes Kapitel? Weil dort enorm viel Biodiversität herrscht. Weil die Klimakrise dort stärker zuschlägt. Und weil die Berge für uns Menschen wichtig sind; nicht nur direkt sondern auch indirekt. Und nicht nur zum Wandern und Skifahren, sondern auch bei der Wasserversorgung oder der der Energieproduktion. Wo laut IPCC überall Berge zu finden sind, kann man in dieser Abbildung sehen: Fast ein Viertel der Landfläche der Erde sind Berge und 1,38 Milliarden Menschen leben dort. Am Gipfel wird es knapp In den Bergen existieren jede Menge unterschiedliche Ökosysteme, je nach Höhe. Und wenn die Klimakrise die verändert, wandern die Tiere und Pflanzen nach oben. Sofern wir dort noch nicht alles mit Skiliften zugepflastert haben. Und die dort schon lebenden Tiere und Pflanzen nix dagegen haben. Und am Gipfel wird es irgendwann eng. So oder so: an den Ökosystemgrenzen (den Ökotonen) wird die Lage in Zukunft ernst. Wo es auch ernst wird, ist die Energieversorgung durch Wasserkraft. Denn diese Flüsse kommen oft aus den Bergen und wenn da dank Gletscherschmelze zuerst sehr viel und dann dank Trockenheit sehr wenig Wasser kommt, wird es schwierig. Zombie Pilze aus dem Himalaya In den Bergen wird auch viel angebaut, was wir essen. Dort wachsen Bäume, die wir fällen. Und so weiter - zu was wir die Berge brauchen, zeigt diese Abbildung: Interessanterweise sind bestimmte Pilze, die Raupen befallen ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Himalaya-Region. Wie es diesen Pilzen in Zukunft gehen wird, ist aber noch unklar. Klimaklagen Wen die Berge in Zukunft auch beschäftigen werden: Die Gerichte! Denn das, was dort passiert, wird immer öfter Anlass für Klimaklagen werden. So wie der Fall bei dem ein peruanischer Bauer den deutschen RWE-Konzern verklagt. Es geht - noch - nicht um viel Geld, aber es wird ein Musterprozess werden. Wenn man Firmen direkt für Klimaschäden verantwortlich machen kann, wird sich einiges verändern. Anpassungsmaßnahmen Wie so oft wird die Verantwortung für die Anpassung an die Krise den Individuen aufgeladen. Mehr als 90 Prozent aller Maßnahmen fallen derzeit in diese Kategorie. Die Firmen beteiligen sich aktuelle so gut wie gar nicht an der Anpassung. Oder machen - wie im Falle der Skigebiete in Österreich alles nur noch schlimmer, wenn sie Sonderrechte bei der Energieversorgung einfordern. Vorschau auf das nächste Kapitel: Polarregionen Im nächsten Kapitel werden wir uns in die Polarregionen begeben. Dort gibt es nämlich nicht nur traurige Eisbären, die auf Eisschollen rumsitzen. Weiterführende Informationen Kapitel CCP 5 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 15, 2022 • 38min

DK054 - Oliven aus Köln: Die Zukunft des Mittelmeerraums

…und wo machen wir demnächst eigentlich Urlaub? DK054 - Oliven aus Köln: Die Zukunft des Mittelmeerraums …und wo machen wir demnächst eigentlich Urlaub? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 54 reisen wir einmal rund um und durch das Mittelmeer. Denn da wird sich in Zukunft sehr viel tun und - wenig überraschend - sieht es nicht so gut aus. Nicht nur der Meeresspiegelanstieg wird für Probleme sorgen, auch die Trockenheit, Dürren, Wasserknappheit, Waldbrände, und so weiter. Das wird schwierig werden für die Menschen die dort leben. Und für die Oliven. Es geht zum Mittelmeer Das Cross-Chapter-Paper 4 behandelt das erste Mal das Mittelmeer als komplette Einheit. Auch Portugal und Jordanien gehören dazu, obwohl sie keine Küste am Mittelmeer haben. Es geht um diese Region: Mehr über unsere kurze Abschweifung zu “Atlantropa” kann man bei “Geschichten aus der Geschichte” hören. Was passiert mit dem Mittelmeerraum?` Dem Mittelmeerraum wird nicht nur der Meeresspiegelanstieg zu schaffen machen. Sondern auch Wasserknappheit, Dürren, Überschwemmungen, Erosion, Waldbrände, Salzwassereinbrüche und so weiter. Das bedroht ziemlich viel, unter anderem das gemeinsame kulturelle Erbe. den Tourismus, die Ökosysteme, die Gesundheit, und so weiter. Auch die Menge an Wasser in Flüssen wird weniger, sehr stark: Und das fürht zu noch mehr Wasserknappheit, was Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Energieerzeugung haben wird. Unter anderem. Die Ökosysteme sind jetzt schon stark belastet. Ihre Anpassungsfähigkeit kann/wird an harte Grenzen stoßen, also einen Zustand erreichen, der nicht mehr korrigiert oder umgekehrt werden kann. Und wenn wir über das Jahr 2100 hinaus schauen, dann wird der Meeresspiegel so weit ansteigen, dass die Regionen am Mittelmeer sich daran nicht mehr anpassen werden können. Noch schlimmer macht alles der Bevölkerungszuwachs. Mehr Menschen sind betroffen; mehr Menschen brauchen Wasser, das aber knapp wird. Das trifft die Landwirtschaft, stärkt die Abhängigkeit vom Tourismus, der aber auch stark leiden wird. Welche Risiken im Mittelmeerraum zu finden sein werden, kann man sich hier ansehen: Kann sich der Mittelmeeraum anpassen? Alles was über 10 bis 20 Zentimeter Meeresspiegelanstieg hinaus geht, wird so viel Investitionen brauchen, dass manche Regionen sich nicht mehr anpassen werden können. Und mit so einem Anstieg ist bis zur Mitte des Jahrhunderts durchaus zu rechnen. Die Zukunft der Olive Die Landwirtschaft ist prinzipiell stark von der Klimakrise getroffen. Insbesondere die Oliven. Die brauchen nämlich Jahre, bis sie Ertrag liefern. Ein Waldbrand, eine Dürre, etc hat also nicht nur momentane Auswirkungen sondern sehr viel langfristigere Nachwirkungen. Und wenn man sich anschaut, wo Oliven hauptsächlich angebaut werden, dann ist das quasi der komplette Mittelmeerraum. Auch wenn die nördlichste Anpflanzung derzeit in Köln zu finden ist. Vorschau auf das nächste Kapitel: Berge Im nächsten Kapitel werden wir uns die Bergregionen dieser Welt ansehen und schauen, wie es da mit der Klimakrise aussieht. Weiterführende Informationen Kapitel CCP 4 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 8, 2022 • 46min

DK053 - Die Wüste lebt (und breitet sich aus)

…und warum brauchen wir mehr Pastoralismus? DK053 - Die Wüste lebt (und breitet sich aus) …und warum brauchen wir mehr Pastoralismus? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 53 geht es um die Wüste. Beziehungsweise um die Wüstenbildung. In sehr vielen Ecken der Erde ist es jetzt schon trocken und das ist auch ok. Nicht ok ist es, wenn es zu trocken wird und die trockenen Regionen sich immer weiter ausbreiten. Deswegen reden wir in dieser Folge über die Wüstenbildung, Sandstürme, Trockenheit und Landdegradationsneutralität. Wir reden über Wüsten Grob die Hälfte der Landfläche der Erde ist von Trockengebieten bedeckt und circa 3 Milliarden Menschen dort. 6 Prozent der Megastädte sind in diesen Wüstengebieten. Es ist also durchaus wichtig zu schauen, was dort abgeht. Vor allem, weil die Wüsten auch einen großen kulturellen Wert für die Menschheit hatten und haben. Und immer mehr Menschen sich in solchen Gebieten ansiedeln. Und es ist nicht unbedingt super, wenn es immer mehr Wüsten gibt. Deswegen klären wir zuerst, was mit “land degradation” gemeint ist: Nämlich ein negativer Langzeittrend der durch menschliche Aktivität ausgelöst wird und das Land so beeinflusst, dass sein biologischer oder ökologischer Wert sinkt. Und wenn so etwas in Trockengebieten stattfindet, dann nennt man das “Desertifikation” beziehungsweise “Wüstenbildung”. Ein Index für die Trockenheit Man kann Trockenheit zum Beispiel über den mittlere Jahresniederschlag messen und dann kriegt man den Ariditätsindex (AI). Das ist ein ok-er Index, aber er ist nicht immer die beste Wahl. Zum Beispiel die Evapotranspiration wird von solchen simplen Indizes nicht immer gut berücksichtigt. Einen globaler Trend bei der Wüstenbildung und Trockenheit auszumachen ist schwierig; in trockenen Gebieten ist die globale Erwärmung aber höher als anderswo: 1,2-1,3 Grad mehr im Vergleich zu 0,8-1,0 Grad in den feuchteren Gebieten. Sandstürme! Wenn die Böden immer trockener werden, gibt es mehr Staub und damit mehr Sand/Staubstürme. Es ist allerdings nicht immer leicht bei der Ursache dafür zwischen Klimafolge und Landnutzungsfolgen zu unterscheiden. Aber die natürlichen Trockengebieten verursachen mehr als drei Viertel allen Staubs; das, was durch Landwirtschaft % Co produziert wird ist also auf jeden Fall weniger. In Zentralasien zum Beispiel kann es in Zukunft zu Staubstürmen kommen, die die landwirtschaftlichen Flächen dort bis zu 10 Zentimeter dick mit Sand und Staub bedecken. Wie es mit den “High Dust Days” aktuell aussieht, kann man in dieser Abbildung sehen: Und diese Tage werden in Zukunft auf jeden Fall mehr und das schlecht für so ziemlich alles. Was ist Pastoralismus und warum brauchen wir mehr davon? Pastoralismus hat nichts mit Religion zu tun sondern bedeutet “Naturweidewirtschaft”. Die wird in Europa nicht so intensiv betrieben, aber anderswo auf der Welt sehr wohl. Mehr als 200 Millionen Haushalte nutzen diese Viehhaltungsform und das auf einem Viertel der globalen Landfläche. Und Vieh so zu halten, hat eine sehr deutlich geringeren Einfluss auf das Klima als die konventionelle Tierhaltung. Es wäre also gut, wenn das auch anderswo verstärkt eingesetzt wird. Stattdessen wird eher versucht, den Pastoralismus auch dort abzuschaffen, wo er jetzt noch praktiziert wird. DIe Zukunft der Wüste Wenn wir die globale Erwärmung bei 1,5 Grad halten können, dann wird eine Dürre, die ansonsten alle 50 Jahre stattfinden, eher doppelt so häufig sein. Und es wird natürlich schlimmer, wenn es noch wärmer wird. Bis 2050 wird es mehrjährige Dürren geben, die es bis jetzt so noch nie gab und zwar unter anderem in Australien, Brasilien, Spanien, Portugal und den USA. Auf allen Kontinenten (bis auf die Antarktis) werden sich die Trockengebiete ausdehnen. Bis 2100 werden im schlimmste Fall mehr als 3 Milliarden zusätzliche Menschen in Gegenden leben, die großer Trockenheit ausgesetzt sind. Und das wird finanzielle Folgen haben. Zum Beispiel werden allein die Gesundheitskosten dadurch im Südwesten der USA von aktuell 13 Milliarden Dollar pro Jahr auf fast 50 Milliarden Dollar pro Jahr steigen. Landdegradationsneutralität Abgesehen davon, dass man die Klimakrise in den Griff kriegen sollte, sollte man auch versuchen, die Landdegradierung zu begrenzen und rückgängig zu machen. Das ist das Ziel von Landdegradationsneutralität, zu der sich sehr viele Länder verpflichtet haben. Ob es auch was bringt, wird sich zeigen. Ein großes Problem ist die Politik. Für die ist es cooler, wenn sie sich nach einer Katastrophe hinstellen und Hilfsangebote machen können anstatt schon vorher dafür zu sorgen, dass gar keine Katastrophe stattfindet. Und wie immer gilt: Die Menschen wissen zu wenig Bescheid über die Probleme und Risiken. Vorschau auf das nächste Kapitel: Das Mittelmeer Im nächsten Kapitel wird es auch um Wüsten gehen. Und um alles, was wir bisher in den Cross-Chapter-Papers gesprochen haben. Denn dann reden wir über das Mittelmeer. Weiterführende Informationen Kapitel CCP 3 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Aug 1, 2022 • 41min

DK052 - Zukunft mit schwimmenden Städten

…und was geht ab im Ästuar? DK052 - Zukunft mit schwimmenden Städten …und was geht ab im Ästuar? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 52 beschäftigen wir uns mit der Lage der Küstenstädte. Wodurch sind sie bedroht und was kann man dagegen tun? Welche Maßnahmen sind geeignet, um auch in Zukunft an der Küste leben zu können? Werden wir schwimmende Städte bauen? Oder einfach die ganze Stadt anheben? Und neben all diesen Fragen klären wir außerdem noch: Was ist eigentlich ein Ästuar? Immer noch Cross-Chapter-Papers! Wir sind immer noch bei den Cross-Chapter-Papers, den kurzen Schlusskapiteln von Teil 2. Und heute geht es um die Küstenstädte. Dort lebt es sich eigentlich ganz gut. Wenn nur nicht die Klimakrise wäre, die die Lage in Zukunft sehr ungemütlich machen wird. Was geht ab mit den Küstenstädten? In den Küstenstädten haben immer schon viele Menschen gelebt; es waren und sind Zentren für Innovation und dort passiert jede Menge. Im Guten, wie im Schlechten und wenn man hier Maßnahmen für die Zukunft trifft, dann können die weitreichende Folgen haben. Was ist denn eigentlich Küste? Küste ist nicht gleich Küste. Da kann einfach nur mehr sein; da kann ein Fluß sein, oder ein Delta oder ein Ästuar - was einfach nur der Fachbegriff für “Flussmündung” ist. Was es für Arten von Küstenstädten gibt, kann man hier sehen: Was können die Küstenstädte machen? Wie passen sich die Küstenstädte an die Klimarisiken an? Schwimmende Städte werden gerne prophezeit, aber die gibt es noch nicht. Was es gibt sind Anschauungsbeispiele aus Tokio (aus [Esteban et al. (2020): “Adaptation to sea level rise: Learning from present examples of land subsidence”] https://doi.org/10.1016/j.ocecoaman.2019.104852). Die Stadt ist in den letzten Jahrzehnten abgesunken und man sieht da sehr gut, wie alte Anpassungsmaßnahmen irgendwann nicht mehr funktionieren. Wie das mit schwimmenden Häusern in der Zukunft aussehen könnten, zeigt dieses Beispiel (aus Nilubon et al. (2016): “Amphibious Architecture and Design: A Catalyst of Opportunistic Adaptation? – Case Study Bangkok”. Es ist ein wenig komplizierter als das, was man aus der Science-Fiction erwartet. Aber immerhin könnte es tatsächlich funktionieren: Leicht wird es aber trotzdem nicht werden. Denn von heute und morgen lässt sich eine Stadt eher schwer umbauen… Vorschau auf das nächste Kapitel: Wüsten In der nächsten Folge werden wir uns mit den Wüsten beschäftigen. Denn dort liegt nicht nur Sand rum… Weiterführende Informationen Kapitel CCP 2 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Jul 25, 2022 • 37min

DK051 - Die Ratte und der Frosch

…und warum braucht Klimaschutz die Biodiversität? *DK051 - Die Ratte und der Frosch …und warum braucht Klimaschutz die Biodiversität? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 51 geht es um die Biodiversität. Beziehungsweise ihre Bedrohung. Die Tiere und Pflanzen sind von der Klimakrise ebenfalls bedroht und die Biodiversität sinkt. Was nicht nur an sich ein Problem ist, sondern auch dazu führt, dass die Welt wesentlich schlechter auf die Klimakrise reagieren kann. Wo und welche Biodiversität-Hotspots bedroht sind, was das für Folgen hat und was man dagegen tun kann, besprechen wir in dieser Folge. Jetzt kommen die Cross-Chapter-Papers! Nach 18 langen und großen Kapitel fangen wir jetzt mit den letzten sieben Kapiteln des IPCC-Berichts (Teil 2) an. Diese “Cross-Chapter-Papers” sind kurz und behandeln jeweils ein ganz konkretes Thema. Es geht um Biodiversität Wir legen los mit der Biodiversität beziehungsweise den Biodiversität-Hotspots. Das sind Gegenden der Welt die klar begrenzt und trotzdem sehr artenreich sind. Inklusive seltener und bedrohter Arten. Wo man solche Hotspots auf der Erde finden kann, zeigen diese Abbildungen: Die Hotspots auf dem Land und in den Flüssen und Seen haben sich in den letzten 50 Jahren weniger stark erwärmt als der Rest der Welt; die Hotspots in den Meeren aber sehr viel mehr. Dazu kommt, dass im Meer die thermale Toleranz kleiner ist als auf dem Land. Wenn es ungemütlich wird, dann migrieren die Spezies. Das geht aber nicht beliebig. Sie wandern in kühlere Breiten oder die Berge hinauf. Aber irgendwann ist da auch der Raum weg und noch dazu muss man sich mit den Spezies auseinandersetzen, die da schon leben. Die niedrigen Breitengrade um den Äquator werden derweil immer artenärmer. Der Frosch und die Ratte Zwei Spezies, die durch den Klimawandel schon ausgestorben sind, sind der Goldfrosch und die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte. Der eine hat in den Bergen gelebt und die andere auf einer Insel und das sind genau die Habitate, die derzeit dem größten Risiko ausgesetzt sind. Wenn die globale Erwärmung auf 1,5 Grad beschränkt werden kann, werden 2% der Spezies bedroht sind, werden es +3 Grad, dann steigt die Zahl auf 20 bis 32%. Oder anders gesagt: Eine Verdoppelung der Erwärmung sorgt für eine Verzehnfachung des Aussterberisikos: Macht es kühler Was kann man tun? Das wichtigste: Weniger Treibhausgase emittieren! Ohne das bringt alles andere nichts. Tiere umsiedeln funktioniert sowieso nicht sinnvoll; was helfen kann ist die Vergrößerung der Habitate. Aber alle Anpassungsmaßnahmen bringen nichts, wenn wir nicht die Treibhausgase reduzieren! Warum ist Biodiversität wichtig? Man kann sich ja fragen: Warum brauchen wir die Biodiversität überhaupt? Wenn die Arten sterben ist das doof, aber wir kämen doch auch mit weniger Arten klar, oder? Vermutlich, aber je diverser ein Ökosystem ist, desto widerstandsfähiger ist es auch was den Klimawandel angeht. Und ein diverses Ökosystem kann auch dabei helfen, die Auswirkungen der Klimakrise zu reduzieren. Vorschau auf das nächste Kapitel: Küstenstädte In Kapitel 18 werden wir dann darüber reden, wie wir die Welt zu einer widerstandsfähigeren Version ihrer selbst transformiert kriegen. Oder nicht. Weiterführende Informationen Kapitel CCP 1 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian
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Jul 18, 2022 • 1h 22min

DK050 - Geht’s dem Klima gut, geht’s dem Finanzmarkt gut!

…und warum stopfen wir die Klimasocken nicht? DK050 - Geht’s dem Klima gut, geht’s dem Finanzmarkt gut! …und warum stopfen wir die Klimasocken nicht? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung. In Folge 50 kommt das große Finale. Was nicht heißt, dass Teil II des IPCC-Reports nicht noch weiter geht. Aber in Kapitel 18 geht es um die Transformation. Wie kriegen wir eine Welt hin, in der nicht nur die Klimarisiken minimal sind - sondern in der auch so gut wie alle Menschen ein vernünftiges, würdiges Leben führen kann. Es gibt viele Wege in die Zukunft, aber nicht alle Wege sind auch sinnvoll. Wie wir den richtigen Weg finden und was die Transformation fördern oder behindern kann: Das ist das Thema der heutigen Folge. Kapitel 18: Der Weg in die Zukunft “Climate resilient development”, also eine klimaresiliente Entwicklung ist offiziell definiert als ein Prozess, der nicht nur für eine Reduktion der Treibhausgase sorgt, sondern auch eine nachhaltige Zukunft für alle Menschen schaffen kann. Zur Einstimmung reden wir über drei kurze Statements aus dem Kapitel. Das, was wir derzeit so tun und planen führt uns weg von einer vernünftigen Zukunft. Das was wir jetzt tun, bestimmt, wie die Welt in Zukunft aussehen wird Wir haben nur wenig Zeit, etwas zu tun und diese Zeit wird immer weniger. Wie das mit den Wegen in die Zukunft schematisch aussieht, kann man sich in dieser Abbildung anschauen: Wie misst man den Erfolg einer Transformation? Wie misst man eigentlich, ob sich die Welt in eine sinnvolle Richtung ändert? Es gibt Maßzahlen, aber die sind nicht immer ausreichend. Es gut hier um einen andauernden Prozess und nichts, was an einem bestimmten Punkt vorbei ist. Aber wenn man sich an den Zielen der nachhaltigen Entwicklung der UN orientiert, macht man auf jeden Fall nichts falsch. Geht's der Wirtschaft gut… Was der Bericht ganz explizit feststellt: Wirtschaftswachstum ist nicht alles. Und führt nicht dazu, dass es allen Menschen besser geht. Sondern dass es den Menschen, denen es jetzt schon nicht so gut geht, unter Umständen noch schlechter geht. Der Slogan der österreichischen Wirtschaftskammer - “Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut” - ist also wissenschaftlich belegt Unsinn. Nachhaltige Entwicklung und fünf Säulen Eine Transformation zu einer sinnvollen Welt muss auf jeden Fall die 17 Ziele der Nachhaltigen Entwicklung berücksichtigen. Dazu muss man sich auf “fünf Säulen” konzentrieren: People, Planet, Prosperity, Peace and Partnership Und man muss berücksichtigen, dass sich das, was man unter “Entwicklung” versteht, im Laufe der Zeit geändert hat. Weg von “Wirtschaftswachstum” und hin zu einer “Post-Wachstums-Welt”. Kleine Inseln als Vorbild Dass Transformationen durchaus auch möglich sind, zeigt das Beispiel der Pazifik-Insel Tokelau. Dort hat man es geschafft, die Energie 100 Prozent nachhaltig zu produzieren. Auch andere Pazifik-Inseln sind auf einem guten Weg. Übrigens: diese Seite hier liefert nicht immer verlässliche Infos Wie kommen wir in eine Transformation? Wir müssen vor allem vier Systeme transformieren: Energie, Land- und Ökosysteme, Urbane- und Infrastrukturen und Industrie. Die Energiesysteme brauchen vor allem finanzielle Anreize für nachhaltige Transformationen. Die Ökosysteme transformieren sich schon, aber eher zum schlechteren. Da müssen wir viel tun, zum Beispiel “Climate Smart Forestry” um die Wälder zu schützen. In den Städten ist vor allem das Wassermanagement wichtig und auch urbane Landwirtschaft muss stärker ausgebaut werden. Die Industrie muss weniger Treibhausgase rauswerfen und weniger Material und Ressourcen einsetzen. Und darf sich dabei nicht auf zukünftige Erfindungen verlassen, denn die brauchen lange bis sie einsatzbereit sind. Außerdem gibt es noch ein fünftes System, das transformiert werden muss, nämlich die Gesellschaft. Das ist schwierig, aber man kann klein anfangen und probieren, wenige Menschen nachhaltig zu erreichen, die dann ihrerseits wieder Einfluss auf andere Menschen und die Politik nehmen. Welche Bedingungen fördern die Transformation? Sehr relevant für die Förderung der Transformation ist natürlich die Politik. Sie kann Dinge möglich machen, muss dabei aber auch scheinbar sinnvolle Aktion kritisch betrachten. Und vor allem Dinge ansprechen, um ihnen Bedeutung zu verleihen, so wie beim Pariser Klimaabkommen. Wie können Wirtschaft und Finanzen helfen? 17 Prozent des Gelds, das global in irgendwelchen Aktienportfolios steckt ist dem Risiko der Klimakrise ausgesetzt. Wenn man auch die indirekten Klimafolgen berücksichtigt, dann sind es sogar knapp 50 Prozent. Es läge also im Interesse der Finanzmärkte, das Klima zu schützen. Bringt Wissenschaft die Transformation? Wissenschaft ist natürlich geeignet, Innovationen und auch Transformationen hervorzubringen. Dabei muss man aber darauf achten, dass die neuen Technologien allen zu gut kommen. Und wir müssen uns der Grenzen der Technologie bewusst sein. Die Grenzen der Klimaaktion Die Regierung hat lange nix gemacht. Das hat dazu geführt, dass viele neue Jugendbewegungen entstanden sind, die ein ”unprecedented public engagement with climate change” geschaffen haben. Das könnte ein neuer Zugang sein um soziale Transformation zu beschleunigen. Am Ende gibt es Conclusions Auch wenn es Wege in eine klimaresiliente Zukunft gibt: Es ist noch lange nicht ausgemacht, dass wir es auch schaffen, diese Wege zu gehen. Wir müssen uns anstrengen! Vorschau auf das nächste Kapitel: Biodiversität Im nächsten Kapitel werden wir und das erste Mal mit Cross-Chapter-Papers beschäftigen und fangen mit der Biodiversität an. Weiterführende Informationen Kapitel 18 des zweiten Teils vom Klimabericht ist hier als pdf downloadbar. Hinweis zur Werbung und zu Spenden Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden. Kontakt und weitere Projekte Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm. Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”. Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” regelmäßig über Wissenschaft. Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien: Instagram Florian| Facebook Florian Twitch Claudia | TikTok Claudia Twitter Florian| Twitter Claudia Blog Florian| Homepage Florian| Veranstaltungen Florian

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