

Das Klima
Florian Freistetter, Claudia Frick
Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Darum ist es nötig, dass möglichst viele Menschen über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen. Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht regelmäßig sogenannte “Sachstandsberichte” die das jeweils aktuelle Wissen zur Klimakrise zusammenfassen. Diese tausenden Seiten sind schwere Lektüre, die wir euch mit diesem Podcast ersparen wollen. Das gleiche gilt für die vielen anderen neuen Erkenntnisse der Klimaforschung. In jeder Folge wird aktuelle Forschung rund um die Klimakrise so vermittelt, dass sie auch ohne Studium der Klimawissenschaft verständlich sind.
Ein Podcast von Florian Freistetter (Astronom und Autor) und Claudia Frick (Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation).
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
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Nov 10, 2025 • 36min
DK157 - Was glaubt die Welt über das Klima?
Und: Warum glaubt man in Österreich was anderes als in Deutschland?
DK157 - Was glaubt die Welt über das Klima?
Und: Warum glaubt man in Österreich was anderes als in Deutschland?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 157 geht es um Glauben. Wir beschäftigen uns mit Klimaglaubenssätzen. Was glauben wir über das Klima, wie hängen unsere Glaubenssätze zusammen und was bedeutet das für die Bewältigung der Klimakrise?
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Was sind Klimaglaubenssätze?
Claudia erklärt, dass Klimaglaubenssätze Aussagen sind, an die Menschen glauben oder denen sie vertrauen – etwa die Überzeugung, dass die Klimakrise real ist oder dass sie vom Menschen verursacht wird. Dabei geht es nicht um religiösen Glauben, sondern um Vertrauen in Quellen, Wissenschaft und Information. Diese Überzeugungen bilden zusammen Netzwerke, die das Verhalten und die Einstellung der Menschen gegenüber der Klimakrise prägen. Ob jemand handelt, protestiert oder politische Maßnahmen unterstützt, hängt stark von diesen Glaubenssätzen ab.
Erforscht wurde das Thema in der aktuellen Arbeit “Variations in Climate Change Belief Systems Across 110 Geographic Areas”. Die Studie untersucht, wie Klimaglaubenssätze in 110 Regionen der Welt miteinander verknüpft sind. Sie beschreibt diese als Netzwerke aus acht zentralen Überzeugungen, die in unterschiedlichen Kombinationen auftreten.
Zu den abgefragten Klimaglaubenssätzen gehören unter anderem:
Glaube an die Existenz des Klimawandels
Glaube an den menschlichen Einfluss auf die Klimakrise
Besorgnis über die Klimakrise
Wahrgenommene Bedrohung für sich selbst und für künftige Generationen
Meinung über die Nutzung fossiler Brennstoffe und erneuerbarer Energien
Einschätzung, wie hoch die Priorität des Klimawandels für Regierungen sein sollte
Ein Netzwerk der Überzeugungen
Die Forscherinnen und Forscher betrachten diese Glaubenssätze als miteinander verknüpfte Knotenpunkte in einem Netzwerk. Zwischen diesen Punkten bestehen Verbindungen – starke, wenn Überzeugungen häufig gemeinsam auftreten, und schwache oder widersprüchliche, wenn sie sich gegenseitig ausschließen. Besonders interessant sind dabei sogenannte „Inkonsistenzen“: etwa, wenn jemand mehr erneuerbare Energien befürwortet, aber gleichzeitig nicht weniger fossile Brennstoffe nutzen möchte.
Für die Studie wurden 99.000 Teilnehmende aus 110 Ländern befragt. Die Datenerhebung erfolgte 2022 über Facebook, was zwar eine gewisse Verzerrung durch die Plattformnutzung bedeutet, aber eine große Stichprobe ermöglichte. Die Länder wurden zehn Weltregionen zugeordnet, darunter Asien, Europa, Nordamerika und der Mittlere Osten.
Als repräsentative Beispiele dienten:
USA für Nordamerika
Australien für Ozeanien
Deutschland für Europa
Guatemala für Zentralamerika
Haiti für die Karibik
Brasilien für Südamerika
Nigeria für Subsahara-Afrika
Indien für Asien
Saudi-Arabien für den Mittleren Osten und Nordafrika
Dichte und Inkonsistenz
Die Studie unterscheidet zwei zentrale Eigenschaften der Glaubensnetzwerke:
“Dichte” beschreibt, wie stark die Überzeugungen miteinander verknüpft sind, und
“Inkonsistenz”, wie stark sie sich gegenseitig widersprechen.
Europa, Nordamerika und Australien weisen besonders dichte Netzwerke auf – die Überzeugungen hängen eng zusammen. In Ländern wie Brasilien oder Saudi-Arabien hingegen finden sich mehr widersprüchliche Verbindungen, etwa die gleichzeitige Zustimmung zu erneuerbaren Energien und zur fortgesetzten Nutzung fossiler Brennstoffe.
Der globale Norden zeigt generell stabilere, also dichtere Glaubensnetzwerke als der globale Süden. Das bedeutet jedoch auch, dass diese Überzeugungen schwerer zu verändern sind – stabile Systeme reagieren weniger auf neue Informationen.
Die Forschenden ordnen die Ergebnisse in vier Kategorien ein:
stabiler Support, stabiler Widerstand, instabiler Support und instabiler Widerstand.
Europa befindet sich großteils im stabilen Bereich, wobei 55 % der Länder stabilen Support und 41 % stabilen Widerstand zeigen. Österreich zählt laut Studie zum stabilen Support, Deutschland hingegen zum stabilen Widerstand.
In Asien sind die Netzwerke lockerer und daher instabiler – dort besteht die Möglichkeit, Überzeugungen durch Information zu verändern. Das macht Regionen mit instabiler Unterstützung besonders ansprechbar für positive Kommunikation über die Klimakrise.
Inkonsistenzen treten laut Studie vor allem dort auf, wo Länder wirtschaftlich stark von fossilen Energien abhängen. Der häufigste Widerspruch liegt zwischen dem Wunsch nach mehr erneuerbarer Energie und dem gleichzeitigen Festhalten an fossilen Brennstoffen. Auch widersprüchliche Einstellungen zwischen der Reduktion fossiler Energien und der Priorität, die Regierungen dem Klimaschutz einräumen sollten, kommen häufig vor.
Einflussfaktoren: Bildung, Information und Wirtschaft
Die Autorinnen und Autoren untersuchten auch, welche Faktoren die Glaubensnetzwerke beeinflussen.
Je mehr Zugang Menschen zu Informationen über die Klimakrise haben, desto kohärenter werden ihre Überzeugungsnetzwerke. Je stärker ein Land hingegen wirtschaftlich von fossilen Energien abhängig ist, desto mehr Widersprüche treten auf.
Das Bildungsniveau spielt ebenfalls eine Rolle: Es beeinflusst, wie dicht und stabil die Netzwerke sind.
Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass Informationsräume entscheidend sind: Menschen müssen Zugang zu verständlichen, verlässlichen Klimainformationen haben. Kommunikation sollte gezielt dort ansetzen, wo Überzeugungen schwach verbunden oder widersprüchlich sind. In Regionen mit geringer Dichte können Informationen Brücken schlagen zwischen „es passiert“ und „es ist menschengemacht“.
Zudem ist es wichtig, ökonomische Übergänge für Länder zu gestalten, die stark von fossilen Brennstoffen abhängen. Nur so lassen sich soziale und wirtschaftliche Konflikte verringern.
Die Studie basiert auf einer Facebook-Umfrage und spiegelt daher nicht alle gesellschaftlichen Gruppen gleichmäßig wider. Auch werden die Ergebnisse auf Länderebene gemittelt, wodurch individuelle Unterschiede und Bildungseffekte verwischt werden können.
Trotzdem eröffnet die Untersuchung neue Perspektiven: Sie zeigt, dass gesellschaftliche Überzeugungen über den Klimawandel als Netzwerke verstanden werden können – stabil, widersprüchlich oder veränderlich.
Ein dichtes Netzwerk ist dabei weder gut noch schlecht: Es zeigt nur, wie fest Überzeugungen miteinander verbunden sind. Instabile Überzeugungen bieten die Chance, proklimatische Einstellungen zu fördern. Information hilft, Abhängigkeiten zu überwinden und Widersprüche zu verringern.
Science Buster Buch
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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Oct 27, 2025 • 41min
DK156 - Day Zero: Die Wasserknappheit ist schon da
Und: Wie verhindern wir die kommende Trockenheit?
DK156 - Day Zero: Die Wasserknappheit ist schon da
Und: Wie kriegen verhindern wir die kommende Trockenheit?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 156 wird es trocken. Wir reden über die durch die Klimakrise verursachte Wasserknappheit. Eine neue Studie zeigt: Das wird kein Problem, das wir in Zukunft bekommen, sondern ist ein Problem, das wir jetzt schon haben. Das Wasser wird knapp werden, auch bei uns in Europa.
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Das Wasser wird knapp
Wir reden über die Studie “The first emergence of unprecedented global water scarcity in the Anthropocene”, die sich mit “Day Zero Droughts” beschäftigt. Der Begriff „Day Zero“ steht, vereinfacht gesagt, für den Tag, an dem kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt. Er wurde 2018 bekannt, als Kapstadt in Südafrika kurz vor einem solchen Tag stand. Nach drei extrem trockenen Jahren (2015–2018) waren die Reservoirs nahezu leer. Nur durch unerwartete Regenfälle im Winter konnte die Stadt den „Day Zero“ knapp vermeiden. Dieses Beispiel zeigt, wie kritisch die Wasserversorgung werden kann, wenn Dürre und hohe Nachfrage zusammentreffen.
Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Dürre und Wasserknappheit: Dürre beschreibt meteorologische Phänomene wie ausbleibenden Niederschlag und sinkende Bodenfeuchtigkeit, während Wasserknappheit zusätzlich technische, soziale und wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt – etwa Wasserqualität, Infrastruktur, Speicherung und Verbrauch.
Die Studie: Beispiellose Wasserknappheit im Anthropozän
Die Studie untersucht, wann und wo auf der Erde Wasserknappheit erstmals eindeutig auf menschlichen Einfluss zurückgeführt werden kann. Dazu verwendet sie mehrere Indizes:
SPEI₄₈ (Standardized Precipitation Evapotranspiration Index): misst Trockenheit, also Niederschlag minus Verdunstung.
SRFI₄₈ (Standardized River Flow Index): beschreibt den Rückgang des Flussabflusses.
SWSI₄₈ (Standardized Water Scarcity Index): Verhältnis von Wasserangebot zu Verbrauch – Werte unter 1 deuten auf Knappheit hin.
Die Forschenden nutzten zwei Klimaszenarien, um die Entwicklung bis zum Jahr 2100 zu simulieren:
SSP2-4.5 (moderate Klimaschutzmaßnahmen) und SSP3-7.0 (hohe Emissionen).
Ein Blick in die Zukunft
Abbildung 1 zeigt deutlich: Gegen Ende des 21. Jahrhunderts werden fast alle Regionen einem hohen Risiko für schwere, langanhaltende Dürreperioden ausgesetzt sein. Besonders betroffen sind:
der Westen der USA
die Mittelmeerregion
Nord- und Südafrika
Indien
Nordchina
Südaustralien
In vielen dieser Gebiete treten künftig mehrere Extremereignisse gleichzeitig auf: mehrjährige Niederschlagsdefizite, geringere Flussabflüsse und akute Wasserknappheit. Damit entsteht das, was die Forschenden als Day Zero Drought (DZD) bezeichnen – ein zusammengesetztes, mehrjähriges Extremereignis.
Der Zeitpunkt des ersten Auftretens (Time of First Emergence)
Die Studie führt ein zentrales Konzept ein: die Time of First Emergence (ToFE). Sie beschreibt das erste Jahrzehnt, in dem mit mindestens 99 % Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden kann, dass eine DZD vom Menschen verursacht wurde. Grundlage ist der FAR (Fraction of Attributable Risk) – der Anteil des Risikos, der auf menschliche Einflüsse zurückgeht. Ein FAR von 1 bedeutet, dass ein Ereignis ohne menschliches Zutun gar nicht aufgetreten wäre.
Abbildung 2 zeigt die Ergebnisse: Bereits zwischen 2020 und 2030 erleben 19 % der Landfläche der Erde ihre erste vom Menschen verursachte DZD. Bis 2030 steigt der Anteil auf 35 %, und bis zum Ende des Jahrhunderts werden rund 75 % der Landoberfläche mindestens einmal ein solches Ereignis erfahren.
Wenn Dürre zur Dauerkrise wird
Ein weiterer entscheidender Parameter ist die Waiting Time – die Zeitspanne zwischen dem Ende einer DZD und dem Beginn der nächsten. In vielen Regionen ist diese Wartezeit kürzer als die Dauer des Ereignisses selbst. Das bedeutet: Die Erde hat keine Zeit zur Erholung. Besonders kritisch sind der Mittelmeerraum, Südafrika, Australien und Teile Asiens. In etwa 12 % der betroffenen Gebiete herrscht fast durchgehend Wasserknappheit.
In Amerika und Nordafrika treten DZD-Ereignisse seltener auf, dauern dann aber besonders lange.
Millionen Menschen ohne Wasser
Laut der Studie werden unter dem Szenario SSP3-7.0 mehr als 753 Millionen Menschendirekt von DZD-Ereignissen betroffen sein – davon 467 Millionen in Städten und 286 Millionen auf dem Land. Städte sind besonders gefährdet, da dort die Wassernachfrage durch Bevölkerungswachstum und Wirtschaftstätigkeit schneller steigt als das Angebot. Auch wenn urbane Infrastrukturen meist besser ausgebaut sind, bleibt die Anfälligkeit groß – mit Folgen für Energieversorgung, Hygiene und soziale Stabilität.
Bei einer globalen Erwärmung von nur 1,5 °C – also dem Ziel des Pariser Klimaabkommens – wären immer noch 488 Millionen Menschen betroffen. Selbst bei Einhaltung dieses Ziels bleibt das Problem also bestehen.
Strategien gegen die Wasserkrise
Die Forschenden betonen, dass die Lösung nicht allein in technischen Maßnahmen liegt. Es braucht ein Zusammenspiel von lokalem Wissen, kooperativem Wassermanagement, angepasster Governance und vielfältigen Strategien:
Neuplanung und Anpassung von Wasserreservoirs
Entsalzung von Meerwasser
Regenwassernutzung
Abwasserwiederverwertung
Gleichzeitig müssen Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen steigen, um einen nachhaltigen Zugang zu Wasser zu sichern – auch in Mitteleuropa. Denn, wie der Wasserexperte Thorsten Wagener von der Universität Potsdam erklärt:
„Andere Regionen sind zwar trockener, aber wir haben uns an eine hohe Wasserverfügbarkeit angepasst und sind daher oft empfindlicher für zukünftige Dürren.“
(Quelle: scinexx.de – Städten könnte schon bald das Wasser ausgehen)
Er verweist auf aktuelle Beispiele: Die Reisernte im Norden Italiens ist wegen niedriger Wasserstände im Po eingebrochen, Frankreich musste Kraftwerke drosseln, da Flusswasser zu warm wurde, und der Rhein war streckenweise nicht mehr schiffbar.
Fazit: Wir leben mitten im Zeitalter der “First Emergence of Unprecedented Global Water Scarcity”. Die beispiellose Wasserknappheit ist keine Zukunftsvision mehr – sie passiert jetzt.
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Oct 13, 2025 • 34min
DK155 - Globale Gletscherschmelze
Und: Brauchen wir mehr Skipisten in Island?
DK155 - Globale Gletscherschmelze
Und: Brauchen wir mehr Skipisten in Island?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 155 geht es ins Eis. Zumindest so lange noch etwas davon da ist. Wir schauen in eine neue Studie, die sich die globale Gletscherschmelze angesehen und dafür vor allem einen neuen Ansatz zur Datengewinnung entwickelt hat. Damit sollen die Methoden verbessert werden, die beim letzten IPCC-Bericht benutzt worden sind.
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Auf zu den Gletschern!
Claudia hat für diese Folge ein Paper mitgebracht, das einen neuen globalen Datensatz zur Veränderung der Gletschermassen von 2000 bis 2023 vorstellt:
Community estimate of global glacier mass changes from 2000 to 2023 (Nature, 2024)
Das Paper stammt aus dem GLAMBIE-Projekt – dem Glacier Mass Balance Intercomparison Exercise (glambie.org). Ziel des Projekts ist es, die vielen verschiedenen Messmethoden, die weltweit zur Erfassung von Gletschermassen genutzt werden, zu harmonisieren. Bisher waren die Daten stark fragmentiert: Unterschiedliche Regionen, Messzeiträume und Verfahren erschwerten den globalen Vergleich.
GLAMBIE bringt über 35 Forschungsteams und 450 Datensammler*innen zusammen, um aus Satelliten-, Radar-, Gravimetrie- und Geländemessungen einen konsistenten Datensatz zu erstellen. Diese Arbeit bildet eine neue Basis für den kommenden IPCC-Sachstandsbericht (AR7).
Vier Wege, die Gletscherschmelze zu messen
Insgesamt werden vier Messmethoden für das GLAMBIE-Projekt kombiniert:
Direkte glaziologische Messungen – Stangen und Bohrkerne vor Ort, hochpräzise, aber nur an wenigen Gletschern möglich.
Digitale Höhenmodelle (DEM) – aus Satelliten- oder Flugzeugaufnahmen; sie zeigen Höhenveränderungen über Jahre hinweg.
Altimetrie – Satelliten messen die Oberflächenhöhe mit Laser oder Radar, allerdings nur entlang ihrer Flugbahn.
Gravimetrie – Satelliten wie GRACE oder CryoSat erfassen Massenänderungen direkt über winzige Unterschiede im Schwerefeld der Erde.
Jede Methode hat Vor- und Nachteile in Genauigkeit, Auflösung und Abdeckung. Das Besondere an GLAMBIE ist, dass alle vier Ansätze in einem globalen Datensatz kombiniert werden – ein Meilenstein der Klimaforschung.
Die Ergebnisse: Ein globales Bild des Gletscherschwunds
Die Studie zeigt deutlich:Alle 19 untersuchten Gletscherregionen verlieren an Masse. Besonders betroffen sind kleine Gletscher, etwa in den Alpen, die relativ zur Gesamtmasse den größten Verlust verzeichnen – über ein Drittel ihrer Eismasse seit dem Jahr 2000.
Auch global fällt die Bilanz deutlich aus:
Der globale Massenverlust beträgt rund 18 Millimeter Meeresspiegelanstieg.
Alaska trägt mit etwa vier Millimetern am stärksten zum globalen Anstieg bei.
Grönland und Kanada (Arctic Canada North) folgen mit jeweils über zwei Millimetern.
In Mitteleuropa beträgt der Beitrag hingegen nur 0,13 Millimeter, was jedoch den massiven relativen Verlust der kleinen alpinen Gletscher nicht relativiert.
Verbesserung für den nächsten IPCC-Bericht
Im sechsten IPCC-Bericht (AR6) stützten sich die Gletscheranalysen noch weitgehend auf Höhenmodelle. Mit dem neuen GLAMBIE-Datensatz soll der nächste Bericht präzisere und methodisch vielfältigere Daten verwenden können. Ziel ist zudem eine höhere zeitliche Auflösung – von jährlichen auf monatliche Daten –, um auch saisonale Schwankungen besser zu erfassen.
Das neue Vorgehen reduziert Fehlerbalken und erhöht die Genauigkeit erheblich. Die Autor*innen betonen, dass der Datensatz noch weiterentwickelt wird und in Zukunft eine noch bessere Grundlage für Prognosen zur Gletscherschmelze und zum Meeresspiegelanstieg bieten soll.
Fazit: Schmelzende Gletscher und wachsende Erkenntnisse
Die Gletscher der Erde verlieren weiterhin rasant an Masse. Der neue Datensatz liefert nun erstmals ein homogenes, globales Bild dieser Entwicklung und schafft damit eine präzisere Grundlage für zukünftige Klimamodelle. Auch wenn der Trend eindeutig negativ bleibt, zeigt die Forschung, wie eng Zusammenarbeit, Datenaustausch und technologische Fortschritte miteinander verknüpft sind – und wie wichtig sie für das Verständnis des Klimawandels sind.
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Sep 29, 2025 • 32min
DK154 - CO2-Speichern im Auenland
Und: Wo gibt es eine schöne Au?
DK154 - CO2-Speichern im Auenland
Und: Wo gibt es eine schöne Au?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 154 geht es in die Au. Diese Feuchtgebiete sind nicht nur wichtig für die Artenvielfalt und als Hochwasserschutz, sondern können auch sehr gute CO2-Speicher sein und noch dazu sehr resilient. Das zumindest hat aktuelle Forschung gezeigt und genau darüber reden wir heute. Und über Eddies.
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Auen – unterschätzte CO₂-Speicher
Wenn über Kohlenstoffspeicher gesprochen wird, fallen meist zuerst Bäume und Wälder ein. Doch nicht überall wachsen Wälder – und es gibt andere Landschaften, die eine ebenso wichtige Rolle für das Klima spielen. Moore etwa sind riesige Kohlenstoffspeicher (ein Thema für sich). Heute geht es jedoch um ein Mittelding zwischen Moor und Wald: die Auen.
Auen sind Uferlandschaften von Bächen und Flüssen, die in ständigem Austausch mit dem Wasser stehen. Sie sind dynamische Lebensräume, geprägt vom Wechsel zwischen Überflutung und Trockenheit. Ihre ökologische Bedeutung ist vielfältig: Hochwasserschutz, Abbau von Nitraten und dadurch Verbesserung der Wasserqualität, Lebensraum für eine enorme Artenvielfalt usw.
Eine Übersicht über Auen findet man im [https://www.bmluk.gv.at/service/publikationen/wasser/Aueninventar-Oesterreichs---Karte.html](Aueninventar Österreichs) oder beim BfN in Deutschland
Die Funktion der Au als CO2-Senke wurde in einer aktuellen Arbeit (“Impact of various flood conditions on the CO2 ecosystem exchange as a component of floodplain grassland restoration”) anhand des WWF-Auenreservat Marchegg untersucht. Das ist ein rund 1.100 Hektar großes Schutzgebiet an der Grenze zwischen Österreich und Tschechien. Seit 1978 steht die Aue unter Naturschutz. Seit Kurzem steht dort eine Messstation der BOKU Wien, die Teil des EU-Projekts Rewet ist. Ziel: Das Potenzial von Feuchtgebieten als Kohlenstoffsenken erfassen. Während es in Europa bereits viele Daten zu Mooren gibt, sind Auen bislang kaum untersucht. In Marchegg wurde ein Jahr lang auf einer beweideten Auwiese gemessen – sogar während extremer Bedingungen wie einer vier Meter hohen Überschwemmung im Jahr 2024. (Bilder kann man in diesem Artikel sehen).
Zum Einsatz kam die Methode der Eddy Covariance: Sie erfasst winzige Luftwirbel („eddies“), die Gase wie CO₂ transportieren. So lässt sich die Treibhausgasbilanz direkt messen.
Das Ergebnis war überraschend positiv: Trotz Überschwemmungen – inklusive des Jahrhunderthochwassers im September – blieb die Fläche eine CO₂-Senke. Am Jahresende lag die Bilanz bei –17,6 Gramm CO₂-Äquivalent pro Quadratmeter.
Was bei einer Überflutung mit der Auwiese passiert, zeigt Abbildung 8) aus der Arbeit.
Auch die Weidetiere hatten kaum negative Auswirkungen.
Die Ergebnisse zeigen: Auen können auch unter Extrembedingungen CO₂-Senken bleiben. Das macht Hoffnung, dass die Wiederherstellung von Feuchtgebieten nicht nur für Artenvielfalt und Hochwasserschutz wichtig ist, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.
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Sep 15, 2025 • 51min
DK153 - Schwitzende Bäume und kühle Köpfe
Und: Wo ist der richtige Ort für den richtigen Baum?
DK153 - Schwitzende Bäume und kühle Köpfe
Und: Wo ist der richtige Ort für den richtigen Baum?
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In Folge 153 geht es um Bäume in Städten. Bäume sind kein Allheilmittel, aber mächtige Verbündete beim Kampf gegen die urbane Hitze. Es reicht aber nicht, einfach wahllos irgendwo Bäume hinzupflanzen. Es müssen die richtigen Bäume am richtigen Ort sein. Wie Bäume sinnvoll eingesetzt werden können, schauen wir uns in dieser Folge anhand aktueller Forschung an.
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Warum Bäume kühlen
Bäume sind mehr als nur schön anzusehen – sie wirken wie natürliche Klimaanlagen. Sie spenden Schatten, reflektieren Sonnenstrahlen, speichern weniger Wärme als Asphalt und kühlen durch Transpiration, also das „Schwitzen“ ihrer Blätter. Dabei verdunstet Wasser, was der Umgebung Wärme entzieht und die Luft spürbar erfrischt. Ein einzelner großer Baum kann an einem heißen Tag bis zu 100 Liter Wasser verdunsten. Dieser Effekt ist so stark, dass ganze Parks oder Alleen merklich kühlere Mikroklimata schaffen.
Allerdings können Bäume auch Wärme speichern und nachts die Abkühlung behindern, wenn dichte Kronendächer die Wärmestrahlung blockieren. Ob sie kühlen oder eher wärmen, hängt also stark vom Standort und der Baumart ab.
Die Metastudie zur Kühlleistung von Stadtbäumen
Wir schauen uns die Studie Cooling Efficiency of Trees Across Cities is Determined by Background Climate, Urban Morphology and Tree Traits an, die 182 Einzelstudien ausgewertet hat. Sie kommt zu dem Schluss: Bäume sind kein Allheilmittel, aber sie können entscheidend zur Hitzeminderung beitragen – wenn man die richtigen Faktoren beachtet.
Die Studie identifiziert drei zentrale Einflussgrößen:
Hintergrundklima: In heißen, trockenen Regionen erzielen Bäume durch Verdunstung besonders große Kühleffekte – bis zu 12 Grad Temperaturunterschied. In feuchten Tropen verpufft dieser Effekt, da die Luft schon gesättigt ist.
Stadtstruktur: Enge Altstädte mit hohen Gebäuden (Local Climate Zones 1–3) profitieren weniger von zusätzlichem Schatten, da ohnehin wenig direkte Sonneneinstrahlung den Boden erreicht. Hier können dichte Baumkronen sogar für Hitzestau sorgen. Effektiver sind lockere Pflanzungen oder Alternativen wie Dachbegrünungen.
Baumarten und Eigenschaften: Laubbäume kühlen besonders im Sommer, immergrüne Arten wirken das ganze Jahr über, aber weniger stark durch Transpiration. Eine Mischung verschiedener Baumarten – hoch und niedrig, Laub- und Nadelbäume – erzielt die beste Kühlwirkung und erhöht gleichzeitig die Biodiversität.
Die Empfehlung der Forschenden lautet daher: Right Tree, Right Place – der richtige Baum am richtigen Ort.
Mehr zu den Local Climate Zones findet ihr in dieser Studie.
Stadtplanung mit Weitblick
Die Pflanzung von Stadtbäumen ist ein langfristiges Projekt. Bäume brauchen Jahrzehnte, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Deshalb müssen Stadtplanerinnen und -planer berücksichtigen, wie sich das Klima in 20 bis 30 Jahren entwickeln wird. Bäume, die heute gepflanzt werden, müssen auch in einer wärmeren Zukunft widerstandsfähig sein und ihre Kühlleistung erbringen können.
Darüber hinaus ist die Akzeptanz in der Bevölkerung entscheidend. Alte Bäume werden oft emotional verteidigt, selbst wenn jüngere oder andere Arten für die Klimaanpassung geeigneter wären. Stadtgrün ist also nicht nur eine Frage der Wissenschaft, sondern auch ein sensibles gesellschaftliches Thema.
Interaktive Karte
Zur Studie gehört auch eine interaktive Karte.
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Sep 1, 2025 • 41min
DK152 - Solarstrom aus dem Weltall
Und: Ab wann wird Weltall-Power wirtschaftlich?
DK152 - Solarstrom aus dem Weltall
Und: Ab wann wird Weltall-Power wirtschaftlich?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 152 sind wir wieder im Normalbetrieb. Und heben gleich ab ins Weltall: Dort scheint die Sonne ständig und es wäre wesentlich einfacher, Solarstrom zu erzeugen. Das würde natürlich viel kosten, aber selbst wenn der Solarstrom aus dem All teurer ist als der von der Erde, könnten wir damit in Zukunft quasi unseren gesamten Bedarf damit decken. Denn am Ende wäre das für die Stromnetze besser (und damit auch insgesamt billiger) als die Alternativen.
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Das österreichische Klimagesetz
Nach zehn Wochen intensiver Auseinandersetzung mit dem österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel schauen wir zu Beginn nochmal, was das alles gebracht hat. Der Entwurf des österreichischen Klimagesetzes enthält leider nicht die erhofften ambitionierten Ziele enthält.
Sonnenenergie aus dem Weltall
Auf der Erde ist Sonnenenergie zwar eine der wichtigsten erneuerbaren Quellen, doch die Atmosphäre sorgt dafür, dass mehr als die Hälfte der Strahlung schon auf dem Weg nach unten verloren geht. Bei Nacht oder Bewölkung kommt überhaupt nichts an. Die Idee ist also: Sonnenenergie direkt im Weltall sammeln und zur Erde übertragen.
Ursprünglich tauchte diese Vision in Isaac Asimovs Kurzgeschichte Reason (1941) auf. In den 1970er-Jahren entwickelte der Ingenieur Peter Glaser das erste wissenschaftliche Konzept für „Space-Based Solar Power“ (SBSP) und ließ es 1973 sogar patentieren. Die Grundidee ist, die Energie im All in Mikrowellen umzuwandeln, zur Erde zu strahlen und dort mit sogenannten Rectennas wieder in Strom umzuwandeln. Erste Experimente der japanischen Raumfahrtagentur JAXA und ein Caltech-Prototyp von 2023 haben gezeigt, dass die Technik prinzipiell funktioniert – auch wenn bisher nur „detectable power“ ankam).
Neue Studie: Potenzial für Europa
Eine aktuelle wissenschaftliche Arbeit vom 21. August 2025, durchgeführt vom King’s College London und der Jiaotong-Universität in China, untersucht, wie SBSP in ein europäisches Stromnetz eingebunden werden könnte: Assess space-based solar power for European-scale power system decarbonization. Das europäische Netz ist besonders komplex und politisch geprägt, weshalb eine wetterunabhängige, kontinuierliche Energiequelle wie SBSP attraktiv erscheinen könnte. Dank technischer Fortschritte – effizientere Solarzellen, drahtlose Energieübertragung und wiederverwendbare Raketen – könnte SBSP ab den 2030er-Jahren technisch machbar werden.
Für die Modellierung nutzten die Forschenden das Energiemodell PyPSA-Eur sowie die ENTSO-E 2050 Vision (vision.entsoe.eu).
Zwei grundlegende Konzepte
Die NASA hat zwei Referenzdesigns beschrieben (NASA-Report 2024):
RD1 – Heliostat-Schwarm: Spiegel leiten Sonnenlicht auf zentrale Kollektoren. Technisch noch wenig erprobt (niedriges TRL), aber fast durchgängig verfügbar (~99,7 %). Könnte nahezu Grundlast liefern.
RD2 – Planar Array: Flache Solarpaneele im geostationären Orbit. Technisch reifer, aber nur ~60 % Verfügbarkeit.
Wirtschaftlichkeit und Szenarien bis 2050
Die NASA schätzte 2024 die Kosten auf 0,61 bis 1,59 US-Dollar pro kWh. Mit fallenden Startkosten, effizienterer Produktion und längerer Lebensdauer könnten die Preise theoretisch auf 4–8 Cent sinken. Zum Vergleich: Für Wind- und Solarenergie am Boden wird 2050 ein Preis von rund 2 Cent erwartet – also weiterhin deutlich günstiger.
Die neue Studie modellierte SBSP für Europa in verschiedenen Szenarien bis 2050.
Ergebnis:
2020: Keine Wirtschaftlichkeit.
2050: Wenn SBSP rund 6–10 Mal (RD1) oder 10–14 Mal (RD2) teurer ist als Photovoltaik am Boden, lohnt es sich trotzdem als Ergänzung – vor allem wegen der hohen Verfügbarkeit von RD1.
Bei sinkenden Kosten:
Rund 9×/6× teurer: SBSP wird attraktiver, RD1 kann Wind- und Solaranteile verdrängen.
Rund 3× teurer: RD1 könnte fast die gesamte Energieversorgung übernehmen. Saisonale Speicher würden weitgehend überflüssig.
Das Modell zeigt also nicht, dass SBSP in naher Zukunft billig wird – aber es quantifiziert, wie stark die Kosten fallen müssten, damit die Technologie vom Nischenkonzept zur tragenden Säule der Energieversorgung wird.
Auch die ESA denkt über SBSP nach. Im Rahmen des Programms SOLARIS sollen bis 2040 Demo-Satelliten getestet werden. Diese könnten langfristig 7–30 % des europäischen Energiebedarfs decken. Damit ist klar: Space-Based Solar Power ist kein bloßes Gedankenspiel mehr, sondern ein mögliches Element der künftigen Energiewende.
Forschung zum Podcast
Zum Schluss bitten wir unsere Hörerinnen und Hörer um Teilnahme an einer Umfrage zur Erforschung von Wissenschaftspodcasts. Die Befragung läuft anonym, ist an den Podcast gekoppelt und bietet die Chance, den Podcast in den Forschungsdaten explizit zu vertreten: Zur Umfrage.
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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Aug 18, 2025 • 43min
DK151: Pseudowissenschaft, Weltall und Wissenschaftskommunikation
Und: Was ist eigentlich wichtig?
DK151: Pseudowissenschaft, Weltall und Wissenschaftskommunikation
Und: Was ist eigentlich wichtig?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung, jeden zweiten Montag.
In Folge 151 machen wir noch einmal kurz Pause, zu hören gibt es aber trotzdem was. Und zwar eine Folge des Podcasts “Was wichtig ist” in dem Anna Wallner mit Florian über Wissenschaftskommunikation, Klima, Weltall, Geschlechterunterschiede in der Wissenschaft und andere Themen spricht.
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Ins Weltall reisen mit Florian Freistetter von „Sternengeschichten“
In der Folge Ins Weltall reisen mit Florian Freistetter von „Sternengeschichten“ des Podcasts “Was wichtig ist” der Presse hat Anna Wallner mit Florian über alle möglichen Themen gesprochen. Es geht um die Faszination am Weltall und an Wissenschaft allgemein und die Frage, wie man so etwas vermitteln kann. Es geht ums Klima, um Pseudowissenschaft und das Einschlafen mit Podcasts. Es geht um die Frage, warum mehr Männer Podcasts hören als Frauen und noch viel mehr.
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Aug 11, 2025 • 52min
DK150: Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich: Österreich und die Klimakrise
Und: Wie ist es so, einen Klimabericht zu schreiben?
DK150: Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich: Österreich und die Klimakrise
Und: Wie ist es so, einen Klimabericht zu schreiben?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen und erklären den aktuellen Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel.
In Folge 150 schließen wir die Reihe zum Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel ab. Wir reden mit Margreth Keiler und Daniel Huppmann, die als Co-Vorsitzende an der Verfassung des Berichts beteiligt waren und diskutieren die Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung. Und dann haben wir noch ein paar Fragen zum Abschluss.
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Hier ist der Link zur Zusammenfassung für politische Entscheidungsfindung.
Abschlussgespräch zum Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht Klimawandel
Daniel Huppmann war schon zweimal zu Gast bei uns und bei seinem dritten Besuch hat er Margreth Keiler von der Uni Innsbruck mitgebracht. Die beiden sind, zwei der vier Co-Vorsitzenden des Zweiten Österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel (AAR2). Gemeinsam ziehen wir ein Resümee, schauen uns die Zusammenfassung für politische Entscheidungsfindung an und geben Einblicke in die Entstehung, den Inhalt und die Zielsetzung des Berichts.
Noch viel ausführlicher haben die beiden über ihre wissenschaftliche Karriere und den Bericht in Folge 107 des Science Buster Podcast gesprochen.
Fünf Leitfragen als Struktur
Die Zusammenfassung ist in fünf Abschnitte gegliedert, die jeweils eine zentrale Frage beantworten:
A – Ist Österreich auf Kurs zur Klimaneutralität?
Der aktuelle Trend zeigt sinkende Emissionen um rund sieben Prozent pro Jahr, doch diese Entwicklung reicht nicht aus, um die Ziele für 2030 und 2040 zu erreichen. Vor allem für das Ziel der Klimaneutralität 2040 ist Österreich laut Projektionen derzeit nicht auf Kurs.
B – Wie wirkt sich die Erderhitzung in Österreich aus?
Die Zusammenfassung zeigt sowohl bereits beobachtete Veränderungen als auch Zukunftsprojektionen. Zentrale Themen sind Hitze, Dürren, Hochwasser, Vegetationsveränderungen, Biodiversitätsverluste und Kaskadeneffekte. Schäden könnten sich in Zukunft auf bis zu 10 Milliarden Euro jährlich summieren. Besonders betont wird der Gesundheitssektor als ein oft unterschätztes Schlüsselrisiko.
C – Welche Optionen gibt es zur Emissionsvermeidung?
Windkraft und Photovoltaik bieten das größte Potenzial, fossile Energieträger zu ersetzen. Wo Elektrifizierung nicht möglich ist, sollen klimaneutrale Kraftstoffe wie E-Fuels oder grüner Wasserstoff eingesetzt werden. Diese müssen jedoch überwiegend importiert werden, da der Ausbau erneuerbarer Energie in Österreich begrenzt ist.
D – Wie kann Österreich die Emissionsreduktionsziele erreichen?
Ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen ist nötig: Ausbau erneuerbarer Energien, Stärkung der Energieeffizienz und gezielter Einsatz klimaneutraler Kraftstoffe. Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich, um langfristige Infrastruktur- und Systemänderungen rechtzeitig umzusetzen.
E – Welche Politikmaßnahmen unterstützen eine gerechte Klimagovernance?
Strukturelle Hürden müssen abgebaut und klare rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist entscheidend – Maßnahmen müssen sozial gerecht sein und besonders einkommensschwache Haushalte berücksichtigen. Der Bericht zeigt zudem auf, dass Klimaschutz viele positive Nebeneffekte wie bessere Gesundheit und höhere Lebensqualität bringt.
Reaktionen und Wirkung
Aus Politik und Öffentlichkeit kommt überwiegend positives Feedback. Es gibt Anfragen für Vorträge und Beteiligungen an Steuerungsgruppen, auch über Österreich hinaus. Wie viel davon tatsächlich in konkrete Maßnahmen einfließt, bleibt jedoch abzuwarten.
Persönliche Bilanz der Co-Vorsitzenden
Trotz der intensiven und teils stressigen Arbeit würden Daniel und Margreth das Projekt wieder angehen. Positiv war auch der wissenschaftliche Nebeneffekt: eine engere Vernetzung innerhalb der Community und neue gemeinsame Projekte.
Wichtigste Botschaften
Welche Aussage finden Margreth und Daniel am wichtigsten? Diese hier:
Sofortige Maßnahmen sind dringend erforderlich – und wir wissen, welche es sind. Richtig umgesetzt, bringen sie zahlreiche Vorteile für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.
Schlüsseldiagramme
Wir haben die beiden zum Abschluss noch gefragt, welche Abbildungen sie am wichtigsten finden:
Daniel empfiehlt Abbildung 1 aus der Zusammenfassung, die die Entwicklung der Emissionen seit 70 Jahren sowie mögliche Zukunftsszenarien zeigt.
Margreth verweist auf das Burning-Ember-Diagramm, das verdeutlicht, wie Schlüsselrisiken mit steigender globaler Temperatur zunehmen.
Transparenz-Hinweis
Die Podcastfolgen zum Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel sind in Zusammenarbeit mit dem Koordinationsteam des AAR2 entstanden und wurde vom Klima- und Energiefonds finanziell unterstützt.
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Aug 4, 2025 • 1h 2min
DK149: Nur ein Hauch von Gas: Wie gelingt Österreich die Transformation?
Und: Wann kriegen wir endlich mehr Windräder?
DK149: Nur ein Hauch von Gas: Wie gelingt Österreich die Transformation?
Und: Wann kriegen wir endlich mehr Windräder?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen und erklären den aktuellen Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel.
In Folge 149 geht es um die Zukunft. Wenn Österreich klimaneutral werden will, dann geht das zumindest in der Theorie. Wie es in der Praxis aussehen kann, was das alles kostet, wer die Transformation behindert und was helfen würde: Genau das ist das Thema des letzten Kapitels im Österreichischen Sachstandsbericht und Thema dieser Folge.
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Hier ist der Link zum achten Kapitel des Sachstandsberichts.
Transformationspfade für den Klimaschutz in Österreich
Im letzten Kapitel des Berichts dreht sich alles um mögliche Transformationspfade hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft. Es geht nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um tiefgreifende Veränderungen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Technik – kurz: eine systemische Transformation.
Was sind Transformationspfade?
Transformationspfade sind langfristige, tiefgreifende Veränderungen, die über bloße technische Lösungen hinausgehen. Sie umfassen kulturelle, institutionelle und soziale Aspekte. Dabei werden unterschiedliche Ansätze verfolgt, von technikorientierten bis hin zu gerechtigkeitszentrierten Perspektiven. Zentral ist die Abkehr vom Denken in Einzelmaßnahmen hin zu einem systemischen Verständnis: Wie muss sich die Gesellschaft als Ganzes verändern, um klimaneutral zu werden?
Planetare Grenzen und die Dringlichkeit der Transformation
Ein zentrales Argument für die Notwendigkeit tiefgreifender Transformationen liefert das Konzept der planetaren Grenzen. Diese ökologischen Belastungsgrenzen dürfen nicht überschritten werden, um die Lebensgrundlage der Menschheit zu sichern. Österreich hat bereits sechs von neun planetaren Grenzen überschritten – unter anderem bei CO₂-Emissionen, Phosphor- und Stickstoffeintrag sowie der Landnutzung. Diese Überschreitungen haben nicht nur ökologische, sondern auch soziale Folgen – von sinkender Lebenserwartung bis hin zu Gefährdungen der Demokratie.
Von der Maßnahme zur Transformation
Ein Umstieg vom Benziner auf ein E-Auto ist eine Maßnahme. Eine Transformation hingegen würde bedeutet, den städtischen Raum so zu gestalten, dass Fuß- und Radverkehr im Mittelpunkt stehen. Transformationen dieser Größenordnung werden notwendig, um innerhalb der planetaren Grenzen zu bleiben. Gleichzeitig bieten sie große Co-Benefits: Sie fördern Gesundheit, Gleichheit, Resilienz und Lebensqualität.
Die Rolle der SDGs
Die Sustainable Development Goals (SDGs) spielen eine wichtige Rolle: Viele der Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen, unterstützen gleichzeitig andere Nachhaltigkeitsziele. Besonders stark sind die Zusammenhänge bei den Zielen „nachhaltige Städte“, „Gesundheit und Wohlergehen“, „bezahlbare und saubere Energie“ und „weniger Ungleichheit“. Diese Synergien erhöhen die politische und gesellschaftliche Akzeptanz.
Maßnahmen und Minderungspotenziale
Diese Abbildung zeigt zum Beispiel: Windkraft bietet in Österreich das größte Minderungspotenzial. Gefolgt von Photovoltaik, Gebäudedämmung und Elektrifizierung des Verkehrs. Die kosteneffizientesten Maßnahmen sind oft auch die am schnellsten umsetzbaren – beispielsweise Gebäudedämmung oder der Ausbau des ÖPNV.
Drei österreichische Szenarien im Vergleich
Der Bericht vergleicht drei zentrale Szenarien:
WEM (With Existing Measures): Status quo mit bereits beschlossenen Maßnahmen. Das reicht aber nicht aus.
WAM (With Additional Measures): Geplante, aber nicht umgesetzte Maßnahmen. Fortschrittlicher, aber nicht 1,5-Grad-kompatibel.
Transition 2040: Ein ambitionierter Transformationspfad mit umfassender Elektrifizierung, gesellschaftlichem Wandel und starkem Ausbau erneuerbarer Energien. Nur dieses Szenario schafft fast vollständige Klimaneutralität.
Treibhausgasemissionen bis 2050
Die Abbildung macht deutlich: Nur das Transitionsszenario führt zu einer signifikanten Reduktion der Emissionen um bis zu 95% bis 2040. Besonders auffällig ist der drastische Rückgang im Verkehrssektor. Der Landwirtschaftssektor bleibt dagegen auch 2050 ein relevanter Emissionsfaktor.
Obwohl der Gesamtenergiebedarf im Transitionsszenario sinkt, steigt der Strombedarf durch Elektrifizierung stark an. Das bedeutet: Der Strom muss möglichst emissionsfrei erzeugt werden.
Zusammensetzung des Energiebedarfs 2040
Relevant ist auch noch Abbildung 8.9b, die uns zeigt, wo die Energie in Zukunft herkommen kann:
In den Net-Zero-Szenarien ist der Anteil fossiler Energiequellen fast verschwunden. Strom und Wasserstoff dominieren, je nach Szenario in unterschiedlicher Zusammensetzung.
Strommix in Österreichs Zukunft
Und wo kommt der Strom her? Das zeigt Abbildung 8.11b
Photovoltaik wird zur zentralen Säule der Stromproduktion – neben einem moderaten Ausbau der Wasserkraft. Windkraft spielt vor allem dann eine große Rolle, wenn Unabhängigkeit von Energieimporten angestrebt wird.
Investitionen und ökonomische Effekte
Tabelle 8.1 zeigt, was uns das alles kosten wird. Das Transition-2040-Szenario erfordert zusätzliche Investitionen von 6,2 bis 10,9 Milliarden Euro jährlich. Das entspricht etwa 1–2 % des österreichischen BIP. Teurer wäre das Nichtstun: Schäden durch die Klimakrise könnten 7,3 bis 14,6 Milliarden Euro pro Jahr kosten.
Zusätzlich entstehen im Transitionsszenario bis zu 50.000 neue Arbeitsplätze – deutlich mehr als im Szenario mit heutigen Maßnahmen.
Hinderungsgründe und Ermöglichungsfaktoren
Wer stört und was hilft? Das steht in Tabelle 8.2. Der Bericht benennt systematisch die wichtigsten Hindernisse (z. B. politische Kurzfristigkeit, Wissenschaftsskepsis, nationale Egoismen) und Faktoren, die Transformation fördern können: Bildung, neue Narrative, internationale Kooperation, gezielte Investitionen und partizipative Prozesse. Die Minimumanforderungen kann man in Tabelle 8.3 ansehen.
Fazit: Transformation ist möglich – aber nur gemeinsam
Der Bericht endet mit einer realistischen, aber klaren Botschaft: Transformation ist möglich, aber sie braucht Kompromissbereitschaft, Dialog und gesellschaftliche Beteiligung. Einzelmaßnahmen reichen nicht – nötig ist ein struktureller Wandel in Wirtschaft, Politik und Kultur. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll, aber der Nutzen – für Klima, Gesellschaft und Lebensqualität – überwiegt deutlich.
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Jul 28, 2025 • 57min
DK148: Windrad statt Gipfelkreuz: Die Alpen in der Klimakrise
Und: Wie leben wir in Zukunft in den Bergen?
DK148: Die Alpen in der Klimakrise
Und: Gibt es bald Alpenrüben?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen und erklären den aktuellen Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel.
In Folge 148 geht es in die Berge! Wir schauen uns die Alpen an, die ganz besonders wichtig für Österreich sind. Für das Land insgesamt aber natürlich auch angesichts der Klimakrise. Wir diskutieren, was sich dort in der Natur verändert, aber auch die Auswirkungen auf die Alpen als Wirtschafts- und Lebensraum.
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Hier ist der Link zum siebten Kapitel des Sachstandsberichts.
Die Alpen im Klimawandel: Ein umfassender Überblick
Kapitel 7 des österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel beleuchtet die alpinen Regionen unter verschiedenen Aspekten – als Naturraum, Wirtschafts- und Versorgungsraum sowie als Lebensraum für Menschen. Wie gehen auf die klimatischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen ein, die sich in den Alpenregionen durch den Klimawandel ergeben.
Österreich und die Alpen
Österreich besitzt mit 29 % den größten Flächenanteil der Alpen, rund 65 % der Landesfläche sind alpin geprägt. Dennoch leben dort nur etwa 40 % der Bevölkerung – mit regionalen Unterschieden: Während die Westregionen wie Tirol und Vorarlberg wachsen, sind viele östliche Seitentäler von Abwanderung betroffen. Die räumliche Enge, hohe Grundstückspreise und Herausforderungen bei der Infrastrukturplanung machen die alpine Siedlungsentwicklung besonders komplex. Der Begriff „Dauersiedlungsraum“ (DSR) hilft dabei, jene Gebiete zu beschreiben, die ganzjährig bewohnt und bewohnbar sind – ein wichtiger sozioökonomischer Faktor.
Dreifacher Blick auf die Alpen: Natur, Wirtschaft, Lebensraum
Die Betrachtung der Alpen erfolgt aus drei Perspektiven:
Naturraum – mit Fokus auf Ökosysteme, Artenvielfalt und Naturgefahren.
Wirtschafts- und Versorgungsraum – etwa durch Tourismus, Energie und Landwirtschaft.
Lebensraum für Menschen – inklusive Mobilität und Siedlungsstrukturen.
Die Alpen sind ein Biodiversitäts-Hotspot: 40 % der europäischen Flora sind hier beheimatet, darunter viele endemische Arten. Ihre besondere Geografie mit starken Temperatur- und Höhenunterschieden auf engem Raum macht sie besonders anfällig für klimatische Veränderungen.
Klimatische Entwicklungen: Mehr als Gletscherverlust
Die durchschnittliche Temperatur in den Alpen ist bereits um 3,1 °C gestiegen – doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. Die Null-Grad-Grenze verschiebt sich derzeit um rund 130 Meter pro Jahrzehnt nach oben, was weitreichende Folgen für Schnee, Niederschlag und Gletscher hat. Auch die Schneefallgrenze steigt: Im Süden um bis zu 88 Meter pro Jahrzehnt. Die Folge sind verkürzte Schneedeckendauern und eine deutliche Reduktion der Skisaisonen, wie man in Abbildung 7.3 sehen kann:
Schon bei 4 °C globaler Erwärmung verschwinden die Gletscher nahezu vollständig. In Regionen wie Obergurgl könnte sich die Skisaison bis 2100 um bis zu 80 % verkürzen – ohne Kunstschnee.
Auswirkungen auf Wasser, Biodiversität und Naturgefahren
Der Rückgang der Gletscher hat weitreichende Konsequenzen für die Wasserversorgung Mitteleuropas. Frühere Hochwässer im Winter, längere Niedrigwasserphasen im Sommer und zunehmende Felsinstabilität durch tauenden Permafrost gefährden sowohl Ökologie als auch Infrastruktur. In den Alpen wird man sich an den Begriff: „GLOF“ – Glacial Lake Outburst Floods gewöhnen müssen. Solche Gletscherseeausbrüche, stellen eine wachsende Bedrohung dar.
Wärmeliebende Arten verdrängen kälteangepasste wie das Schneehuhn. Gleichzeitig verschiebt sich die Baumgrenze nach oben, wodurch ein „Greening“ in 77 % der Alpen über der bisherigen Waldgrenze beobachtet wird. Ob kälteresistente Arten in sogenannten „Kälterefugien“ überleben können, ist Gegenstand aktueller Forschung.
Tourismus und Wirtschaft im Wandel
Der Alpenraum ist überdurchschnittlich vom Tourismus abhängig – in Tirol machen tourismusnahe Einnahmen bis zu 20 % des BIP aus. Mit dem Verlust der Schneesicherheit ist der klassische Wintertourismus gefährdet. Alternativen wie Ganzjahrestourismus (Wandern, Radfahren) gewinnen an Bedeutung, setzen aber ehrenamtliche Strukturen – z. B. im Alpenverein – unter zunehmenden Druck.
Auch die Landwirtschaft wird sich verändern: Weideland schrumpft, Möglichkeiten für Ackerbau nehmen theoretisch zu. In der Forstwirtschaft drohen vermehrte Schäden durch Borkenkäfer, Stürme und Nährstoffmangel – mit negativen Folgen für die Schutzfunktion der Wälder gegen Erosion und Lawinen.
Im Bereich Energie liegt großes Potenzial in Photovoltaik (hohe Strahlung in Höhenlagen) und Windkraft (vor allem im Westen). Doch auch hier stehen gesellschaftliche Widerstände im Raum. Wasserkraft wird durch sich ändernde Abflussmuster eingeschränkt.
Lebensraum Alpen: Resilienz, Mobilität und Infrastruktur
Die steigenden Naturgefahren, wirtschaftlichen Unsicherheiten und touristischen Umwälzungen erhöhen die Verwundbarkeit vieler alpiner Regionen. Abwanderung, saisonale Übernutzung und unzureichende Infrastruktur verschärfen die Situation. Besonders die Mobilität stellt eine Herausforderung dar: Durch die Topografie sind viele Orte auf das Auto angewiesen. Öffentlicher Verkehr muss gezielt mit E-Mobilität und besserer Planung ergänzt werden.
Straßen und Bahntrassen, oft für Kälte konzipiert, müssen an neue Hitzeverhältnisse angepasst werden. Frühwarnsysteme, Monitoring und Notfallpläne sind essenziell, um Risiken wie GLOFs, Muren und Hangrutschungen besser begegnen zu können.
Empfehlungen und Transformationsbedarf
Das Kapitel endet mit einem Blick auf notwendige Maßnahmen und Transformationen. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung naturbasierter Lösungen wie dem Erhalt von Schutzwäldern oder angepasstem Hochwasserschutz durch Begrünung und Retentionsflächen. Auch soziale Maßnahmen – etwa Versicherungen und Bewusstseinsarbeit – sind notwendig. Alle Details findet man in Tabelle 7.1 – Vermeidbare Risiken, notwendige Anpassungen und Verbesserungen
Fazit: Früh handeln, gezielt unterstützen
Die Alpen sind vom Klimawandel überdurchschnittlich betroffen. Aufgrund der enormen regionalen Unterschiede ist differenzierte Planung entscheidend. Frühzeitige Investitionen in Infrastruktur, Natur- und Katastrophenschutz, soziale Netze sowie Transformation der Tourismus- und Energiewirtschaft sind essenziell, um langfristige Schäden und Kosten zu vermeiden. Das Kapitel bietet eine ausgezeichnete Synthese der Herausforderungen und Chancen für den Alpenraum – auch über Österreich hinaus relevant.
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