

Das Klima
Florian Freistetter, Claudia Frick
Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Darum ist es nötig, dass möglichst viele Menschen über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen. Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht regelmäßig sogenannte “Sachstandsberichte” die das jeweils aktuelle Wissen zur Klimakrise zusammenfassen. Diese tausenden Seiten sind schwere Lektüre, die wir euch mit diesem Podcast ersparen wollen. Das gleiche gilt für die vielen anderen neuen Erkenntnisse der Klimaforschung. In jeder Folge wird aktuelle Forschung rund um die Klimakrise so vermittelt, dass sie auch ohne Studium der Klimawissenschaft verständlich sind.
Ein Podcast von Florian Freistetter (Astronom und Autor) und Claudia Frick (Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation).
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Ein Podcast von Florian Freistetter (Astronom und Autor) und Claudia Frick (Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation).
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Episodes
Mentioned books

Mar 30, 2026 • 35min
DK167 - Wie viele Bäume brauchen wir um das Klima zu retten?
Und: Was ist eigentlich ein Wald?
DK167 - Wie viele Bäume brauchen wir um das Klima zu retten?
Und: Was ist eigentlich ein Wald?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 167 geht es um Bäume. Wenn wir nur genug Bäume Pflanzen, dann ist das Klima gerettet. Oder? Ob das wirklich stimmt, schauen wir uns in dieser Folge an. Spoiler: Man kann nicht überall Bäume pflanzen wo man gerne möchte und selbst da wo man sie pflanzen kann, ist das nicht immer die beste Lösung.
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ÖFG-Preis für Wissenschaftsjournalismus
Wir haben den Preis der ÖFG für Wissenschaftsjournalismus gewonnen. Und freuen uns sehr!
Retten Bäume unser Klima?
Claudia hat sich die Studie “Addressing critiques refines global estimates of reforestation potential for climate change mitigation” angesehen. Es geht um die Frage: Wie viele Bäume können wir eigentlich pflanzen? Denn dass es sich lohnt, Bäume zu pflanzen, steht außer Frage. Sie speichern CO2, sie kühlen, sie helfen Ökosystemen, und so weiter. Aber es ist nicht überall Platz für Bäume. Wo Platz ist, kann man in entsprechenden Karten sehen. Und die aktuelle Arbeit hat sich genau diese Karten angeschaut und geprüft: Kann man da wirklich überall Bäume pflanzen? Oder gibt es Konflikte, zum Beispiel mit der Landwirtschaft, der Biodiversität, und so weiter. Das Resultat: Wir können nur knapp 200 Millionen Hektar aufforsten, maximal. Und damit 5 Prozent unseres aktuellen CO2-Ausstoßes speichern. Das ist nicht nichts, aber viel ist es auch nicht…
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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8 snips
Mar 16, 2026 • 37min
DK166 - Die Wirtschaftswissenschaft versteht das Klima nicht!
Kritik an ökonomischen Modellen, die Klima-Schäden verharmlosen. Die Rolle von Schadensfunktionen und ihre Unfähigkeit, Kipppunkte und kaskadierende Effekte zu erfassen. Warum mittlere Temperaturwerte Extremereignisse und wiederholte Schocks übersehen. Vorschläge für realistischere Modelle und alternative Schadenmetriken jenseits des BIP.

Mar 2, 2026 • 41min
DK165 - Mitreden statt Meckern: Transdisziplinarität im Klimaschutz
Und: Was ist real im Reallbor?
DK165 - Mitreden statt Meckern: Transdisziplinarität im Klimaschutz
Und: Was ist real im Reallbor?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 165 geht es um komplizierte Wörter. Zum Beispiel “Transdisziplinarität”. Das Konzept dahinter ist aber essentiell, wenn wir wollen, dass nicht nur an Klimaschutz geforscht, sondern das Erforschte dann auch umgesetzt wird. Und zwar so, dass am Ende alle damit zufrieden sind.
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Transdisziplinarität und Realllabore
Transdisziplinarität klingt kompliziert. Ist aber wichtig. Wir merken immer wieder, dass Klimaschutz-Maßnahmen nicht daran scheitern, dass wir zu wenig Daten oder zu wenig Fakten hätten, sondern an Akzeptanz, Machtfragen, Politik, Umsetzung in der Praxis und manchmal schon daran, dass wir uns nicht einmal einig sind, was das konkrete Problem vor Ort ist. Genau dann kommt Transdisziplinarität ins Spiel.
Aber zuerst die Begriffsklärung: Disziplinäre Forschung heißt: Wir arbeiten innerhalb eines Fachs und bleiben in dessen Methoden und Denktraditionen. Multidisziplinär ist ein Schritt weiter: Ein Problem, mehrere Disziplinen schauen jeweils aus ihrer Perspektive darauf, aber im Grunde nebeneinander her. Interdisziplinär wird es, wenn die Disziplinen wirklich gemeinsam an einer Fragestellung arbeiten, Methoden zusammenbringen und eine gemeinsame Antwort entwickeln. Transdisziplinär wird es dann, wenn zusätzlich zur interdisziplinären akademischen Zusammenarbeit noch Akteurinnen und Akteure aus nicht-akademischen Kontexten beteiligt sind, etwa Verwaltung, Zivilgesellschaft, Bürgerinnen und Bürger oder auch Unternehmen, und zwar idealerweise über den ganzen Prozess hinweg: von der gemeinsamen Problemdefinition über Datenerhebung und Auswertung bis hin zu Ergebnissen und Umsetzung.
Der Kern ist ein Perspektivwechsel: Statt Wissenschaft für die Gesellschaft zu machen, machen wir Wissenschaft mit der Gesellschaft. In so einem Prozess passiert Wissenschaftskommunikation nicht erst am Ende, wenn Ergebnisse “verkündet” werden, sondern laufend, während gemeinsam Wissen entsteht.
Das ist aber aufwendig. Wir müssen Zeit investieren, eine gemeinsame Sprache finden und Begriffe klären, die nicht einmal zwischen Disziplinen automatisch gleich verstanden werden, geschweige denn zwischen Forschung, Verwaltung, Unternehmen und Öffentlichkeit. Dazu kommt ein praktisches Problem, das wir aus Förderlogiken kennen: Wenn wir die Fragestellung wirklich gemeinsam entwickeln wollen, brauchen wir dafür schon Ressourcen, bevor überhaupt klar ist, was am Ende exakt untersucht wird. Genau diese frühe Phase ist aber im klassischen Antragssystem schwer abzubilden.
Ein wichtiger Baustein ist, dass wir unterschiedliche Wissensformen ernst nehmen. Neben akademischem Wissen gibt es Erfahrungswissen, zum Beispiel von Menschen, die täglich den Nahverkehr nutzen und genau wissen, welche Verbindung regelmäßig ausfällt oder wo es im Alltag hakt. Dazu kommt Methodenwissen und schließlich das, worauf im Klimakontext vieles hinausläuft: Transformationswissen, also Wissen darüber, wie wir die Welt tatsächlich verändern können, hin zu dem, was wir erreichen wollen, inklusive Handlungswissen, das auch in der Praxis trägt.
Am Ende landen wir bei einem Begriff, der im deutschsprachigen Raum zunehmend auftaucht und trotzdem vielen noch fremd ist: Reallabor. Reallabore sind eine Art transdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsumgebung, kein Laborraum mit Kitteln und Geräten. “Experiment” heißt hier: Wir probieren Maßnahmen in realitätsnahen Settings aus, ohne zu wissen, ob sie funktionieren, und wir lernen gemeinsam aus dem Verlauf, auch wenn etwas scheitert.
Als konkretes Beispiel sprechen wir über das Reallabor Co-Site an der TH Köln, das Klimaanpassungslösungen für die Region rund um Köln mit Partnern aus Verwaltung, kritischer Infrastruktur und weiteren Akteursgruppen entwickelt.
Wissenschaftliche Literatur dazu:
Transdisciplinary Field Guide
Auf dem Weg zu einer transformativen Hochschule. Voraussetzungen, Herausforderungen und Zugänge am Beispiel des Projekts Co-Site der TH Köln
Transdisciplinarity in climate change adaptation: An agenda for evidence generation
Impacts of real-world labs in sustainability transformations: Forms of impacts, creation strategies, challenges, and methodological advances
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Feb 16, 2026 • 31min
DK164 - Der Frühling, sein blaues Band und die Mathematik
Und: Warum sammeln Pflanzen Wärmepunkte?
DK164 - Der Frühling, sein blaues Band und die Mathematik
Und: Warum sammeln Pflanzen Wärmepunkte?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 164 wird es frühlingshaft. Und das viel früher als üblich. Die Klimakrise sorgt dafür, dass Pflanzen immer früher austreiben. Aber die Reaktion der Pflanzen auf die zusätzliche Wärme scheint in den letzten Jahren abgenommen zu haben. Die Ursache dafür hat aber nichts mit Botanik zu tun - sondern mit Mathematik!
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Frühling und Mathematik
Es gibt keine echten Jahreszeiten mehr. Der Frühling beginnt früher. Der Herbst dauert länger. Ein „echter“ Winter ist auch nicht mehr da. Und so weiter. Das hört man immer wieder, wenn man über das Wetter redet. Es ist aber auch ein Phänomen, das erforscht werden kann.
Die Phänologie beschreibt den Kalender der Natur: Wann treiben Pflanzen aus? Wann blühen sie? Wann reifen Früchte? Wann fallen die Blätter? Der Deutsche Wetterdienst stellt dafür sogar eine phänologische Uhr bereit, die zeigt, wie sich die Jahreszeiten in „Natur-Jahreszeiten“ einteilen lassen. Auch in Österreich gibt es mit Phenowatch eine entsprechende phänologische Uhr.
Dass Pflanzen – besonders Bäume – heute im Frühling deutlich früher austreiben als noch vor wenigen Jahrzehnten, gilt als eines der klarsten biologischen Signale des Klimawandels. Beobachtungen am Boden, langfristige Messreihen und Satellitendaten zeigen übereinstimmend: Mit steigenden Temperaturen verschieben sich viele Entwicklungsphasen nach vorne.
Was wir aber auch messen und das ist überraschend: Die Reaktion der Pflanzen auf Temperaturanstiege scheint schwächer zu werden. Früher führte ein zusätzliches Grad Erwärmung zu einer starken Vorverlegung des Frühlings – heute wirkt derselbe Temperaturanstieg weniger „effektiv“.
Das klingt zunächst so, als würden Pflanzen sich „anpassen“ oder als kämen sie an ihre biologische Grenzen: Vielleicht fehlt den Pflanzen durch mildere Winter die notwendige Winterkälte (Chilling), die viele Gehölze brauchen, um überhaupt austreiben zu können. Vielleicht spielt die Tageslänge eine größere Rolle und begrenzt den Austrieb, selbst wenn es warm genug wäre. Oder vielleicht verändern sich Pflanzenpopulationen langfristig durch Anpassung an lokale Klimabedingungen.
Doch neuere Forschung zeigt auch: Für die meisten gemäßigten Baumarten ist die Winterkälte in Europa derzeit noch ausreichend. Es wären deutlich drastischere Veränderungen nötig, um den Austrieb wirklich zu verzögern. Auch experimentelle Studien deuten darauf hin, dass die Tageslänge bei vielen nördlichen Gehölzen bislang nicht der dominierende Faktor ist.
Aber wenn es nicht Biologie ist – was dann? Die Antwort: Mathematik! Das sagt zumindest eine neue Studie “Rethinking the interpretation of spring phenological temperature sensitivity”.
Denn Pflanzen treiben nicht an einem festen Datum aus. Sie „warten“ nicht auf den 20. März oder den ersten sonnigen Sonntag. Stattdessen funktioniert der Frühling für viele Arten wie ein Sammelprozess: Pflanzen benötigen eine bestimmte Wärmesumme, eine Art internes Wärmekonto. Jeder warme Tag bringt ein paar „Wärmepunkte“. Je wärmer es ist, desto schneller kommen diese Punkte zusammen. Sobald genug Punkte gesammelt sind, beginnt der Austrieb oder die Blüte. Und wenn es insgesamt wärmer wird, wird diese Wärmesumme natürlich schneller erreicht und der Frühling kommt früher.
Anders gesagt: Der Zeitgewinn pro zusätzlichem Grad Temperatur wird automatisch kleiner, weil der Zusammenhang nicht linear ist. Ein Grad Erwärmung hat bei kühlen Frühlingen einen großen Effekt auf die Entwicklungsdauer, bei bereits warmen Frühlingen aber einen deutlich kleineren. Der beobachtete Rückgang der Sensitivität ist nicht zwingend ein biologisches Warnsignal – sondern kann schlicht ein mathematischer Effekt sein.
Das hat Konsequenzen für die Klimaforschung: Prognosen zur Pflanzenentwicklung müssen nichtlinear gerechnet werden. Sonst besteht die Gefahr, dass man Ursachen falsch interpretiert. Wenn in Zukunft tatsächlich Chilling-Mangel oder Tageslängenlimits eine größere Rolle spielen, müsste man das gezielt nachweisen – etwa durch steigende notwendige Wärmesummen, mechanistische Modelle oder Experimente – nicht allein durch eine abnehmende lineare Steigung.
Aber auch wenn die Vorverlegung pro Grad in warmen Bereichen „nur noch“ 3 oder 4 Tage beträgt, hat das enorme Auswirkungen. In der Natur zählt nicht nur, ob etwas früher passiert, sondern ob es im richtigen Moment passiert. Die Synchronisation von Blüte und Bestäubern, das Risiko von Spätfrost, Wasserstress, landwirtschaftliche Erträge oder auch die Länge der Allergiesaison hängen empfindlich von diesen Verschiebungen ab.
Bücher
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Feb 2, 2026 • 41min
DK163 - Kinder und Jugendliche in der Klimakrise
Und: Warum lassen wir die jungen Menschen nicht mitbestimmen?
DK163 - Kinder und Jugendliche in der Klimakrise
Und: Warum lassen wir die jungen Menschen nicht mitbestimmen?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 163 geht es um Kinder und Jugendliche. Sie sind die, die in Zukunft am meisten unter der Klimakrise zu leiden haben. Aber in der Forschung dazu kommen sie kaum vor. Was wir über das Wissen der jungen Menschen, ihre Ängste und Vorstellungen herausgefunden haben, diskutieren wir in der neuen Folge von “Das Klima”.
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Jugendliche und die Klimakrise
Wir wollen heute wissen, was die Wissenschaft über Klimakrise und junge Menschen tatsächlich sagen kann und wo die großen Lücken liegen.Aber: Was meinen wir überhaupt, wenn wir Kinder und Jugendliche sagen? Je nach Studie fallen die Definitionen unterschiedlich aus. Aber prinzipiell sind Kinder zwischen 0 bis 17 Jahre alt und Jugendliche 10 bis 24 Jahre. Die Zahlen machen deutlich, dass es um enorme Gruppen geht: Kinder sind rund 30 Prozent der Weltbevölkerung, Jugendliche etwa 25 Prozent. Das ist keine kleine Randgruppe, sondern ein großer Teil der Menschheit, der in der Klimakrise gleichzeitig besonders verletzlich ist und zugleich ständig mit Erwartungen überhäuft wird.
Kinder gelten meist als vulnerable Gruppe, die geschützt werden muss. Erwachsene, also wir, gelten als Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, an die Politik adressiert wird. Jugendliche hängen oft dazwischen. Genau deshalb schauen wir uns heute zwei Forschungsarbeiten aus 2025 an, die beide zeigen, dass Jugendliche sowohl politisch als auch wissenschaftlich unterrepräsentiert sind.
Als erstes nehmen wir eine Studie (Inclusion of children and youth in the IPCC Assessment Reports (AR1-AR6)), die ganz nüchtern zählt und einordnet: Wie oft kommen Kinder und Jugendliche eigentlich in den IPCC-Sachstandsberichten vor und in welchem Zusammenhang werden sie erwähnt?
Die Autorinnen und Autoren schauen auf die Berichte 1 bis 6 und zeigen, dass in den frühen Sachstandsberichten praktisch kaum etwas zu finden ist. Erst ab Bericht 5 wird es sichtbarer, und im sechsten Bericht gibt es einen deutlichen Sprung. Dabei fällt besonders auf, dass Jugendliche bis einschließlich AR5 fast unsichtbar bleiben und erst in AR6 spürbar häufiger auftauchen.
Wir sprechen nicht nur über die Anzahl, sondern vor allem über das Framing. Ein erheblicher Teil der Erwähnungen passiert in Aufzählungen, in denen Kinder und Jugendliche zusammen mit anderen Gruppen genannt werden, etwa wenn von vulnerablen Gruppen die Rede ist. Das heißt: Sie kommen vor, sind aber oft nicht der Fokus. Wenn sie stärker im Mittelpunkt stehen, dominieren bei Kindern die Risiken, während bei Jugendlichen häufiger die Reaktionen und die Art, wie sie mit der Klimakrise umgehen, beschrieben werden.
Bei den Risiken sieht man eine klare Trennung: Bei Kindern geht es stark um körperliche Gesundheit, Ernährung, Sterblichkeit, Wasserversorgung und Hygiene. Bei Jugendlichen tauchen häufiger psychische Gesundheit, Belastung und Migration als Risiko-Kontexte auf. Bei den Reaktionen wird es noch deutlicher: Kinder werden vor allem über Verletzlichkeit und Ungleichheit geframed, Jugendliche sehr stark über Partizipation und Aktivismus. Das klingt einerseits nach Anerkennung, kippt aber schnell in ein Ungleichgewicht: Jugendlichen wird Verantwortung zugeschoben, während ihnen echte Mitbestimmung häufig fehlt.
Wie verhalten sich Jugendliche angesichts der Klimakrise?
Als zweites schauen wir auf eine Scoping Review, die bündelt, was die Forschung über Jugendliche und Klimakrise bisher überhaupt herausgefunden hat (Climate Change Cognition, Affect, and Behavior in Youth: A Scoping Review).
Der Review ordnet Erkenntnisse in drei Bereiche: Kognition, also Wissen und Verstehen, Affect, also Gefühle und emotionale Reaktionen, und Verhalten, also Handlungen und Engagement. Gleichzeitig zeigt sie, wie dünn die Forschungslage ist. Insgesamt werden 50 Studien gefunden, das erste Paper in diesem Feld stammt aus 1992. Die regionale Abdeckung ist stark ungleich, viele Studien kommen aus Ländern wie den USA und Schweden. Außerdem sind Langzeitstudien selten, obwohl gerade die Zeitdimension wichtig wäre, weil sich Einstellungen, Sorgen und Reaktionen über Jahre verändern können.
Beim Denken und Wissen wirkt das Bild zunächst stabil. Die Existenz der Klimakrise wird von großen Mehrheiten anerkannt. Auch die Ursachen werden überwiegend menschlichen Aktivitäten zugeschrieben, mit Ausnahmen in einzelnen Studien, in denen natürliche Ursachen oder religiöse Deutungen stärker auftreten. Bei den Auswirkungen ist das Bild gemischter: In ungefähr der Hälfte der Studien sagen Jugendliche, dass sie Auswirkungen bereits spüren, und häufig wird ein Zusammenhang zwischen Klima und Gesundheit hergestellt. Bei Lösungen sehen wir, dass frühere Studien teils ein unspezifisches Umweltverständnis zeigen, während später die Verbindung zwischen konkreten Maßnahmen und konkreten Problemen klarer wird. Viele Jugendliche stehen Gesetzen, Regeln und auch Instrumenten wie Steuern eher positiv gegenüber, zweifeln aber daran, dass die nötigen Schritte tatsächlich umgesetzt werden.
Wenn wir zu Gefühlen kommen, wird es deutlich lückenhafter. Sorge, Angst und Bedenken sind verbreitet, variieren aber stark nach Kontext und Region. Ein wiederkehrender Befund ist, dass die Sorge steigt, wenn man sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, etwa in Kursen oder Unterricht. Das ist keine Fehlentwicklung, sondern eine normale Reaktion auf eine bedrohliche Faktenlage. Entscheidend ist, dass Jugendliche danach nicht allein gelassen werden. Dort, wo Langzeitdaten vorliegen, nimmt die Sorge über die Jahre eher zu. Für Optimismus und Hoffnung ist die Studienlage so dünn, dass wir kaum robuste Aussagen bekommen.
Beim Verhalten sieht man, dass viele Jugendliche aktiv sind, etwa durch Veränderungen im Alltag oder durch Protest. Besonders wichtig ist die soziale Komponente: Wenn Handeln als gemeinschaftliche Aufgabe organisiert wird, funktioniert es oft besser, als wenn alles auf individuelles Verhalten reduziert wird. Aktivismus taucht dabei auch als Coping-Strategie auf, also als ein Weg, mit Ohnmacht und Belastung umzugehen. Gleichzeitig bleibt die Belastung real, und wir nehmen aus der Review vor allem mit, dass Bildung nicht nur Klimaphysik vermitteln sollte, sondern stärker auf Lösungen, gemeinsames Handeln und den Umgang mit Emotionen setzen muss. Wissen allein erzeugt keine Handlung, sondern braucht Motivation, Unterstützung und kollektive Strukturen.
Jugendliche und die Diktatur
Am Ende gibt es noch einen kurzen Exkurs zu einem Thema, das auf den ersten Blick nicht Klima ist, aber indirekt viel damit zu tun hat: Demokratie und autoritäre Einstellungen. Wir sprechen über eine Umfrage aus Österreich, in der gefragt wurde, ob unter bestimmten Umständen eine Diktatur im nationalen Interesse die bessere Staatsform sei. Deprimierend ist besonders die Aufschlüsselung nach Alter, weil die Zustimmung bei jüngeren Menschen höher ausfiel als bei älteren.
Aus der Jugendforschung zur Klimakrise können wir nicht einfach ableiten, wie die nächsten Jahrzehnte politisch laufen werden. Die Datenlage ist zu lückenhaft, zu regional verzerrt und oft zu stark an Schulen und Hochschulen rekrutiert. Aber wir halten fest: Verantwortung wird Jugendlichen schnell zugeschoben, echte Gestaltungsmacht dagegen viel seltener.
Bücher
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Jan 19, 2026 • 31min
DK162 - Wie die Klimakrise Konflikte verstärken kann
Und: Was können wir dagegen tun?
DK162 - Wie die Klimakrise Konflikte verstärken kann
Und: Was können wir dagegen tun?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 162 geht es um den Zusammenhang zwischen Klima und Konflikten? Kann die Klimakrise Konflikte auslösen, und wenn ja: Wie? Und vor allem: Was können wir dagegen unternehmen? Das hat sich die Wissenschaft anhand historischer Daten aus Europa angesehen.
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Klima, Wetter und Konflikte
Wetter begleitet uns jeden Tag. Und Konflikte irgendwie auch. Die Klimakrise verändert das Wetter – also drängt sich eine große Frage auf: Was bedeutet das für gesellschaftliche Spannungen und politische Konflikte?
Das hat die Arbeit mit dem Titel „A climate of conflict: How the Little Ice Age sparked rebellions and revolutions across Europe“ untersicht. Sie beschäftigt sich nicht mit Gegenwart oder Zukunft, sondern mit der Vergangenheit.
Im Zentrum der Studie steht die sogenannte Kleine Eiszeit. Wie lange diese Phase genau dauerte, ist in der Forschung umstritten; die Autor*innen datieren sie grob auf den Zeitraum von etwa 1250 bis 1860. Es war eine Epoche, die insgesamt kühler und trockener war als die Jahrhunderte davor und danach – aber vor allem war sie geprägt von extremen Schwankungen. Die Kleine Eiszeit war also keine gleichmäßige Abkühlung, sondern eine Zeit voller klimatischer Unberechenbarkeit.
Historikerinnen und Klimaforscherinnen beschäftigen sich schon lange mit der Frage, wie Umweltbedingungen den Verlauf der Geschichte beeinflussen - siehe dazu das Buch “Wie das Wetter Geschichte macht: Katastrophen und Klimawandel von der Antike bis heute”. Dürreperioden, extreme Kälte, Missernten – all das kann Gesellschaften destabilisieren. Klima ist dabei kein isolierter Schicksalsfaktor, aber es kann ein Katalysator für Krisen sein.
Ein Beispiel liefern die Autor*innen gleich in der Einleitung: die Französische Revolution. Bereits um 1770 erlebte Europa eine besonders kalte Phase, die der Landwirtschaft schwer zusetzte. In Frankreich kam es 1775 zu Getreidemangel infolge mehrerer schlechter Ernten, Unruhen brachen aus. 1783 verschärfte der Ausbruch des isländischen Vulkans Laki die Lage zusätzlich: Das Wetter in Nordeuropa spielte verrückt – ein extrem heißer Sommer mit Gewittern und Hagel, gefolgt von einem sehr harten Winter, dann wieder Überschwemmungen durch rasche Schneeschmelze. In den folgenden Jahren reihten sich Wetterextreme aneinander. Hunger, Armut und Stress nahmen zu, während Frankreich gleichzeitig in eine Finanzkrise rutschte. 1788 folgten eine extreme Dürre und ein bis dahin beispielloser Hagelsturm; die Getreidepreise explodierten, viele Menschen mussten ihr gesamtes Einkommen für Brot ausgeben. Der Winter 1788/89 war einer der kältesten überhaupt – und im Sommer 1789 kam es schließlich zum Sturm auf die Bastille.
Hat also das Klima die Französische Revolution ausgelöst? So einfach ist es nicht. Und genau hier setzt die Studie an: Sie versucht, den Zusammenhang systematisch zu untersuchen. Dazu stellten die Forschenden eine historische Datenbank mit 140 dokumentierten Rebellionen und Revolutionen in Europa, Russland und dem Osmanischen Reich zusammen, für den Zeitraum von 1570 bis 1860, in dem die Quellenlage besonders gut ist. Diese Daten kombinierten sie mit Klimarekonstruktionen (Temperatur aus Baumringen, Niederschlagsdaten, Dürreindizes), Informationen zur Sonnenaktivität, Daten zu vulkanischer Aktivität sowie historischen Getreidepreisen. Mithilfe statistischer Methoden analysierten sie dann die Zusammenhänge.
Das Ergebnis: Besonders kalte Phasen gingen mit einer deutlich höheren Konfliktdichte einher. Auch geringe Niederschläge und starke Dürre korrelieren mit mehr Konflikten, wenn auch etwas schwächer. Sehr deutlich ist der Zusammenhang bei den Getreidepreisen: Steigen die Preise stark, nehmen soziale Unruhen signifikant zu. Phasen, in denen mehrere Belastungen zusammenkamen – kalt, trocken, geringe Sonnenaktivität, hohe Preise – decken sich zeitlich mit den höchsten Peaks an Rebellionen und Revolutionen. Der stärkste dieser Peaks liegt zwischen 1775 und 1845, mit bis zu 1,4 Konflikten pro Jahr. Auch Phasen intensiver vulkanischer Aktivität, erkennbar an erhöhten Sulfat- und SO₂-Konzentrationen, fallen auffällig oft mit Konfliktspitzen zusammen.
Was folgt daraus? Erstens: Klima entscheidet nicht, ob Konflikte entstehen, sondern wie häufig und wie heftig sie eskalieren. Zweitens: Klimaveränderungen können Gesellschaften destabilisieren – vor allem dann, wenn ihre Anpassungsfähigkeit begrenzt ist. Drittens zeigt die Analyse einen zentralen Vermittlungsmechanismus: Mangelernährung. Klimastress führt zu schlechten Ernten, diese zu steigenden Preisen, Hunger und einer geschwächten Bevölkerung. Dadurch sinkt die gesellschaftliche Resilienz, Frustration und Wut nehmen zu. Hungersnöte sind dabei jedoch keine zwangsläufige Folge des Klimas, sondern entstehen oft durch institutionelles Versagen: schlechte Krisenpolitik, ungerechte Verteilung, fehlende soziale Sicherung. Der Druck kommt vom Klima – das Ausmaß der Katastrophe wird politisch mitbestimmt.
Die Studie zeigt auch, dass es anders gehen kann. England etwa schnitt in vielen Krisenphasen besser ab – unter anderem durch frühe politische Reformen, Innovationen in Landwirtschaft und Industrie sowie durch koloniale Strukturen, die als eine Art soziales und demografisches Sicherheitsventil wirkten.
Und was heißt das für uns heute? Klima ist eine ernsthafte Herausforderung für gesellschaftliche Stabilität. Aber wir sind ihr nicht hilflos ausgeliefert. Resiliente Landwirtschaft, funktionierende Gesundheitssysteme, soziale Absicherung und eine vorausschauende Politik können die negativen Folgen erheblich abfedern.
Oder, wie es die Autor*innen selbst formulieren: ”Die Kleine Eiszeit wirkt wie ein Weckruf. Sie zeigt, wie unzureichende Anpassung an klimatische Unsicherheit und das Versäumnis, die Folgen des Klimawandels abzumildern, zu Aufständen gegen staatliche Autoritäten führen können.”
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Jan 5, 2026 • 50min
DK161 - Hoffnung, Angst und Aggression in der Klimakrise
Mit Podcasts aus der Klimapsychologie
DK161 - Hoffnung und Angst in der Klimakrise
Mit Podcasts aus der Klimapsychologie
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
Zu Jahresbeginn gibt es ein Special: Ihr hört eine Folge des Podcasts “Klimagefühle”, der im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der LMU München entstanden ist. Franzi, Greta und Lea erzählen von der Hoffnung. Und danach gibt es 2 Folgen von “Mind the Planet”; ebenfalls ein Podcast aus der Lehrveranstaltung in München.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Klimagefühle: Hoffnung
Der Podcast “Klimagefühle” ist im Rahmen einer Lehrveranstaltung von Mitho Müller (bekannt aus Episode DK134 und Florian Freistetter an der LMU München entstanden. Die Teilnehmer:innen sollten Themen aus der Klimapsychologie in Form einer Podcastfolge ausarbeiten. Das Resultat einer Gruppe könnt ihr in dieser Spezialfolge hören. Das Intro/Outro von “Klimagefühle” ist “Good Vibe Background Music by SethMakesSounds”, Creative Commons 0
Mind the Planet
Leon und Dorothee haben im Rahmne der Lehrveranstaltung den Podcast “Mind the Planet” konzipiert, aus dem ihr hier 2 Episoden hören könnt: Über Climate Anxiety und den Zusammenhang zwischen Hitze und Aggression.
Science Buster Buch
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at
Live Shows
Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
Hinweis zur Werbung und Unterstützung
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an podcast@dasklima.fm. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
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Dec 22, 2025 • 23min
DK160 - Der Klimawandel auf der Weihnachtsinsel
Krabben, Kekse und das Klima
Der Klimawandel auf der Weihnachtsinsel
Krabben, Kekse und das Klima
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In dieser speziellen Folge für den WissPod-Adventskalender geht es um den Klimawandel auf der Weihnachtsinsel. Die ist zwar klein, aber dafür wird sie von sehr, sehr vielen Krabben bewohnt. Die führen ein sehr spezielles Leben und das könnte durch die Klimakrise beeinflusst werden.
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Weihnachtsinselkrabben und Klimakrise
Über die klassischen Weihnachtsthemen haben wir schon in der Folge DK101 gesprochen. Heute geht es deswegen zur Weihnachtsinsel.
Die Weihnachtsinsel liegt im Indischen Ozean, etwa zwischen Australien und Java. Sie ist nur rund 135 Quadratkilometer groß und gehört zu Australien. Die “Hauptstadt” heißt Flying Fish Cove – die Bucht der fliegenden Fische. Rund 1700 Menschen leben dort, fast alle in der Hauptstadt.
Ihren Namen verdankt die Insel übrigens der britischen Ostindien-Kompanie, die am 25. Dezember 1643 an ihr vorbeisegelte. Der Entdecker und Pirat William Dampier landete dort 1688 – und rund 200 Jahre später fand man Phosphat, woraufhin die Insel 1888 von England annektiert wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie von Japan besetzt, danach wieder an Großbritannien übergeben und schließlich 1958 Teil Australiens.
Bekannt ist die Insel heute nicht nur als früheres Quarantänezentrum, sondern vor allem für ihre berühmtesten Bewohnerinnen: die Weihnachtsinsel-Krabben (Gecarcoidea natalis).
Diese leuchtend roten Landkrabben leben ausschließlich auf der Weihnachtsinsel und den Kokosinseln – und das in beeindruckender Zahl: 2022 waren es rund 190 Millionen Tiere! Jede einzelne etwa 12 Zentimeter groß, in knalligem Rot, Orange oder Purpur. Sie ernähren sich vom Laub des Regenwalds – denn Regenwürmer gibt’s dort nicht – und fressen gelegentlich auch tote Vögel, Schnecken oder sogar andere Krabben.
Im November, zu Beginn der Regenzeit, beginnt eines der spektakulärsten Naturereignisse der Welt: die Massenwanderung der Weihnachtsinsel-Krabben. Millionen von ihnen machen sich gleichzeitig vom Wald auf den Weg zur Küste, um ihre Eier im Meer abzulegen. Wie sie sich orientieren, ist bis heute nicht ganz klar – ihre Wanderung hängt jedenfalls auch von den Mondphasen ab. Wie so eine Wanderung aussieht, kann man in diesem Video sehen.
Jedes Weibchen legt rund 100.000 Eier, die im Meer freigesetzt werden. Nach dem Schlüpfen wandern die winzigen Babykrabben vom Ozean zurück in die Wälder.
Die Krabben sind eine Schlüsselart auf der Insel. Sie halten den Regenwald gesund, indem sie Laub zersetzen und Nährstoffe im Boden recyceln. Natürliche Feinde haben sie kaum – nur eine eingeschleppte Ameise macht ihnen zu schaffen. Für die Menschen auf der Insel ist die Krabbenwanderung allerdings Fluch und Segen zugleich: Sie ist ein unglaubliches Naturschauspiel – aber auch ein logistischer Albtraum. Die Tiere krabbeln über Straßen, Autos und alles, was im Weg steht.
Doch wie wirkt sich der Klimawandel auf dieses empfindliche Ökosystem aus?
Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025 hat sich die Auswirkungen veränderter Salzgehalte im Küstenwasser auf die Entwicklung der Krabbenembryonen angesehen. Denn stärkere Regenfälle im Monsun könnten das Meerwasser verdünnen. Also testeten Forschende, wie sich unterschiedliche Salzgehalte auf die Entwicklung im Ei auswirken – gemessen wurden unter anderem Herzschlag, Schlüpfzeitpunkt und Bewegungen der Larven.
Das Ergebnis: überraschend positiv. Der Salzgehalt hatte keinen Einfluss auf die Entwicklung der Krabbenlarven. Ein kleines Happy End also – zumindest fürs Erste.
Aber: Die Studie lief nur über 24 Stunden, und nur ein Faktor – der Salzgehalt – wurde getestet. Andere Stressfaktoren wie Temperatur, Sauerstoffgehalt oder pH-Wert sind noch nicht untersucht.
Schon frühere Studien, etwa aus dem Jahr 2013, zeigen, dass die Krabbenwanderung stark von Niederschlagsmustern und damit vom El-Niño-Phänomen abhängt. Wenn sich diese klimatischen Zyklen verschieben, kann das auch den Zeitpunkt der Fortpflanzung durcheinanderbringen – mit möglicherweise drastischen Folgen für die Art.
Science Buster Buch
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Dec 8, 2025 • 34min
DK159 - Hinter den Eisbergen (kommt der Meeresspiegelanstieg)
Und: Wie schmilzt die Antarktis eigentlich genau?
DK159 - Hinter den Eisbergen (kommt der Meeresspiegelanstieg)
Und: Wie schmilzt die Antarktis eigentlich genau?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 159 geht es um Eis. Und zwar das Eis der Antarktis, das schmilzt. Soweit ist alles klar, aber neue Forschung hat jetzt gezeigt, wie das Abschmelzen genau funktioniert und was das für die Entstehung von Eisbergen und den Anstieg des Meeresspiegels bedeutet.
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Das Eis der Antarktis
Wir sprechen in dieser Episode über ein neues Forschungspapier zu antarktischem Schelfeis (“Damage development on Antarctic ice shelves sensitive to climate warming”). Und wir erklären, weshalb diese riesigen, schwimmenden Eisplatten für den zukünftigen Meeresspiegelanstieg so entscheidend sind.
Es geht um den grundlegenden Unterschied zwischen dem antarktischen Eisschild und dem Schelfeis: Während der Eisschild fest auf dem Kontinent aufliegt, schwimmt das Schelfeis bereits auf dem Meer, ist aber noch mit dem Eisschild verbunden. Diese Verbindung wirkt wie ein Stützpfeiler, der den Abfluss der Gletscher verlangsamt. Sobald Schelfeis geschwächt wird und Kalben einsetzt, fällt dieser Stützeffekt weg. Dadurch beschleunigt sich der Fluss des Eises nach außen, was wiederum den Meeresspiegel stärker ansteigen lässt.
Die neue Studie hat erstmals mit umfangreichen Beobachtungsdaten und modernen Bildauswertungsmethoden quantifiziert, wie sich Schäden im Schelfeis entwickeln und welche Rolle sie für zukünftige Veränderungen spielen. Mithilfe von hochauflösenden Satellitendaten und Machine-Learning-Verfahren wurden Risse, Spannungslinien, Eisflüsse und die Dicke des Schelfeises über zwei Jahrzehnte hinweg erfasst. Diese Daten erlauben, die Mechanismen hinter dem Fortschreiten der Schäden viel besser zu verstehen.
Die Analyse zeigt, dass geschädigtes Schelfeis mit höherer Wahrscheinlichkeit kalbt. Bricht es ab, fließt der Gletscher dahinter deutlich schneller nach, wodurch wiederum neues Schelfeis entsteht, das ebenfalls schneller geschädigt wird. Diese Rückkopplungsschleife beschleunigt sich mit steigenden Temperaturen. Im globalen Überblick ergibt sich ein heterogenes Bild: Manche Regionen verlieren Schelfeisfläche, in anderen wächst sie, allerdings meist mit zunehmender Schädigung. Insgesamt ist die geschädigte Fläche seit den späten 1990er-Jahren zurückgegangen, weil auch die Gesamtfläche des Schelfeises kleiner geworden ist.
Wie schaut es in Zukunft aus, bis zum Jahr 2100? Unter dem optimistischen Emissionsszenario (RCP 2.6) bleiben Veränderungen moderat. Unter dem Hoch-Emissionsszenario (RCP 8.5) jedoch zeigen viele Schelfeisregionen drastisch zunehmende Schäden. Besonders stark betroffen ist die Ross Sea, deren riesige Schelfeisflächen im Modell nahezu durchgehend stark geschwächt erscheinen. Die Folge ist ein deutlich beschleunigter Eisabfluss vom antarktischen Kontinent, der den Meeresspiegel stärker steigen lässt, als es allein durch die Schmelze von Eisbergen erklärbar wäre.
Auch wenn die Studie selbst keine konkrete Zahl zum zusätzlichen Meeresspiegelanstieg liefert, wird klar, dass dieser Mechanismus künftig in Klimamodellen stärker berücksichtigt werden muss. Die Forschung zeigt, dass die Dynamik des antarktischen Eises weitaus sensibler reagiert als lange angenommen.
Science Buster Buch
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Nov 24, 2025 • 38min
DK158 - Retten wir Wein und Schokolade mit Geoengineering?
Und: Warum die deutsche Weinwirtschaft schwere Zeiten haben wird
DK158 - Retten wir Wein und Schokolade mit Geoengineering?
Und: Warum die deutsche Weinwirtschaft schwere Zeiten haben wird
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 158 geht es um Wein, Kaffee und Schokolade. Denn diese Luxusgüter werden, wie alles andere, durch die Klimakrise Probleme kriegen. Ob wir das mit Geoengineering in den Griff kriegen können, hat sich eine aktuelle Studie angesehen. Spoiler: Eher nicht und für den deutschen Wein wäre das alles andere als gut.
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Die Zukunft von Wein und Schokolade
Wir starten diese Folge am Weihnachtsmarkt, aber es fehlen nicht nur Schnee und winterliche Stimmung – in Zukunft könnten auch Glühwein, Schokolade und Kakao knapp werden. Aber vielleicht können wir das mit Geoengineering lösen!
Es gibt eine aktuelle Studie mit dem Titel “Macroclimate Growing Conditions for Luxury Crops after Stratospheric Aerosol Injection”, in der untersucht wird, wie sich die Ausbringung von Schwefeldioxid in die Stratosphäre – die sogenannte Stratospheric Aerosol Injection (SAI) – auf die globalen Temperaturverläufe und insbesondere auf landwirtschaftliche Bedingungen auswirken könnte.
SAI soll die Sonneneinstrahlung reduzieren, ähnlich wie es natürliche Vulkanausbrüche tun. Im Modell der Studie wird von 2035 bis 2069 jährlich Schwefeldioxid an vier Punkten nahe und etwas entfernt vom Äquator ausgebracht, sodass sich die globale Temperatur auf 1,5 Grad oder sogar 1 Grad Erwärmung stabilisieren soll. Die Modelle basieren auf dem sozioökonomischen Pfad SSP2-4.5, der moderate Klimaschutzmaßnahmen annimmt. Während die globale Temperatur in den Simulationen tatsächlich sinkt, verändern sich regionale Klimamuster stark. Genau diese regionalen Verschiebungen sind für den Anbau der drei untersuchten Luxusfrüchte entscheidend.
Ausgangspunkt der Analyse sind agrarmeteorologische Indizes, die etwa Temperaturgrenzen, Kältestunden, Feuchtigkeit, Schädlinge oder Niederschlagsmengen abbilden. Ein Jahr gilt in der Studie dann als ungeeignet für die jeweilige Pflanze, wenn einer der relevanten Grenzwerte überschritten oder unterschritten wird. Die Forschenden verbinden diese Klimaprojektionen anschließend mit historischen Exportdaten aus 18 wichtigen Anbauländern, um mögliche wirtschaftliche Effekte abzuschätzen.
Die Ergebnisse zeigen ein komplexes und regional stark variierendes Bild.
Während die für den Weinanbau geeigneten Flächen global betrachtet leicht zurückgehen, profitieren einige Regionen vom Geoengineering überraschend deutlich. Spanien zählt im Modell zu den Gewinnern: In rund 80 Prozent der Simulationen verbessern sich die Bedingungen für den Weinanbau. Deutschland hingegen hat fast ausschließlich negative wirtschaftliche Auswirkungen zu erwarten und verliert deutlich an geeigneten Anbauflächen. Auch Kalifornien und Australien profitieren, während Chile beim stärkeren Geoengineering einen massiven Einbruch seiner Exportmöglichkeiten erleidet.
Beim Kaffee ist die Lage noch unübersichtlicher. Besonders Brasilien, Uganda und Vietnam verlieren in beiden Geoengineering-Szenarien deutlich an Eignung. Nur Kolumbien und Indonesien profitieren in der Tendenz, wobei die Spannweite der Simulationsergebnisse groß bleibt.
Der Kakaoanbau reagiert ebenfalls sehr unterschiedlich. Während die globalen Eignungsflächen leicht zunehmen, verschieben sich die Anbauzonen. Kamerun profitiert klar, während die Hauptproduzenten Côte d’Ivoire und Ghana stark verlieren. In der fernen Zukunft (2056–2065) verstärken sich viele dieser Trends.
Ecuador etwa verliert wieder, nachdem es in der nahen Zukunft noch profitiert hatte, und Kamerun bleibt zwar im Plus, doch der positive Effekt fällt geringer aus. Auch beim Kaffee verschärfen sich negative Trends – Vietnam hat in der späten Projektionsperiode nahezu keine geeigneten Jahre mehr.
Die Studie betont, dass Geoengineering zwar die globale Temperatur senken könnte, aber keineswegs verlässlich positive Effekte auf den Anbau von Wein, Kaffee oder Kakao mit sich bringt. Diese Kulturen reagieren empfindlich auf Niederschläge, Feuchtigkeit und jahreszeitliche Temperaturverläufe – Faktoren, die sich durch SAI regional stark und teils unvorhersehbar verändern. Besonders der Niederschlag lässt sich nicht so leicht ausgleichen wie Hitze; während Trockenheit oft mit Bewässerung begegnet werden kann, sind Starkregenereignisse oder Überschwemmungen kaum kontrollierbar. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Studie kommen zu dem Fazit, dass SAI wegen der hohen regionalen Variabilität keine zuverlässige Maßnahme ist, um den Anbau dieser Luxusfrüchte zu sichern.
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