

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
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Nov 30, 2020 • 23min
Warum das Embryonenschutzgesetz eine Reform nötig hat
und die Politik sich ziert
Das Bayerische Oberste Landesgericht hat im November in einem Revisionsverfahren ein maßgebliches Urteil zur künstlichen Befruchtung mit einer Eizellspende gefällt. Konkret ging es dabei um das Einsetzen von gespendeten Eizellen im sogenannten Vorkernstadium, bei denen bereits ein Spermium eingedrungen ist, aber noch keine Zellteilung stattgefunden hat. Die Richter werteten die Eizellen daher als noch unbefruchtet. Und weil eine Eizellspende in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten ist, saht das Gericht darin einen Gesetzesverstoß.
Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) reagierte enttäuscht auf das Urteil und sieht sich einmal mehr in seiner Forderung bekräftigt, dass es 30 Jahre nach Einführung des Embryonenschutzgesetzes dringend neue, zeitgemäße Regelungen für Fragen der Reproduktionsmedizin braucht. Was an diesem Urteil kritisiert wird und welche konkreten Änderungen am bestehenden Embryonenschutzgesetz nötig wären, das erläutert im Podcast-Gespräch die Humangenetikerin Dr. Gabriele du Bois. Sie ist Vorsitzende des DÄB-Ethikausschusses sowie Vorsitzende der gemeinsamen Ethikkommission zur Präimplantationsdiagnostik (PID) der Länder Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen.

Nov 27, 2020 • 14min
Volle Kliniken in Ostsachsen – was tun, Herr Bodendieck?
Ärztekammer-Präsident Erik Bodendieck über Corona im Freistaat
Im Frühjahr und Sommer war der Osten der Republik verhältnismäßig gering von SARS-CoV-2-Neuinfektionen betroffen. Das hat sich jetzt geändert: Allein in Sachsen liegen drei Landkreise bei der Sieben-Tages-Inzidenz bei über 300 Fällen je 100.000 Einwohner. Die ersten Kliniken können bereits keine Patienten mehr aufnehmen.
Droht im Freistaat etwa schon die Triage? Wohin können die Patienten verteilt werden? Wie hilft das „Kleeblatt“-Prinzip und wie können Reha-Kliniken jetzt unterstützen? Darüber reden wir in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast mit Erik Bodendieck, dem Präsidenten der Sächsischen Landesärztekammer.
Foto: Bundesärztekammer

Nov 25, 2020 • 27min
„Nach 20 Jahren können wir endlich eine E-Mail verschicken!“
Dr. Werner Baumgärtner über Corona, die ePA und Selektivverträge
Dr. Werner Baumgärtner gilt als leidenschaftlicher Kritiker vieler Digitalisierungsprojekte im Gesundheitswesen – ganz besonders der Telematikinfrastruktur (TI). Telemedizin per se ist aber nichts Schlechtes, im Gegenteil: Tele- und Videosprechstunden werden auch nach Corona bleiben, sagt der MEDI-Vorstandsvorsitzende in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Aber: Digital erbrachte Leistungen müssten genauso vergütet werden wie beim persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt.
An der TI und der E-Patientenakte (ePA) lässt er aber nach wie vor kein gutes Haar: „Die ePA ist von vornherein ein Flop. Nach 20 Jahren sind wir in der Lage, eine E-Mail zu verschicken!“ Das sei „erbärmlich“. Die eAV hingegen, die „elektronische Arztvernetzung“ im Hausarzt- und Facharztprogramm in Baden-Württemberg sei nicht nur sicherer, sondern schon weiter: „Bei uns ist ein Versand strukturierter Daten schon möglich.“
Von Minister Spahns „Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege“ (GPVG) hält der Allgemeinmediziner Baumgärtner auch „sehr wenig“. Es verspreche zwar mehr Möglichkeiten für Selektivverträge, halte es aber nicht ein: „Wir brauchen eine Förderung für Vollversorgungsverträge“, fordert Baumgärtner. Und weniger Befugnisse für das Bundesamt für soziale Sicherung (BAS): „Wenn das BAS ins Spiel kommt, ist jeder Selektivvertrag gefährdet.“
Foto: MEDI Baden-Württemberg e.V.

Nov 24, 2020 • 23min
KIM könnte die Digitalisierung in der Arztpraxis beflügeln
Dr. Martin Albrecht über das KBV-Praxisbarometer
Wunsch und Wirklichkeit liegen bei der Digitalisierung in Deutschlands Arztpraxen oft auseinander: Obwohl die Mehrheit sich etwa den digitalen Austausch von Arztbriefen wünscht, nutzen nur die wenigsten Ärzte E-Arztbriefe. Warum ist das so? Das hat Dr. Martin Albrecht vom Berliner IGES-Institut untersucht. Über seine Befunde im jüngsten KBV-Praxisbarometer und die Ursachen sprechen wir mit ihm in dieser „ÄrzteTag“-Episode.
Der Geschäftsführer und Bereichsleiter Gesundheitspolitik bei IGES spricht aber auch über mögliche Gamechanger, die Telemedizin und Co beflügeln könnten. Könnte das KIM sein, oder gibt es womöglich nicht die eine „Killeranwendung“? Und warum hinkt der bundeseinheitliche Medikationsplan nicht nur, sondern sinkt sogar die Akzeptanz? Außerdem erzählt er, was Ärzte von einem besonderen „TÜV“ halten.
Foto: IGES

Nov 20, 2020 • 23min
Wie das Corona-Virus uns auf die Leber schlägt
Leber-Check-up im Fokus des Deutschen Lebertags
Mit dem Aufruf "Check-up für die Leber" erinnert der Deutsche Lebertag daran, den Gesundheitsstatus dieses lebenswichtigen Organs im Blick zu behalten. Denn die Leber hält zwar einiges aus – aber gerade während der Corona-Pandemie hat sie bei vielen Menschen doch einiges mehr abbekommen als sonst. Wie sich unsere neue Lebenssituation in den letzten Monaten mitunter ungünstig auf die Lebergesundheit ausgewirkt hat und wie obendrein SARS-CoV-2-Infektionen Patienten mit bestehenden Lebererkrankungen zusätzlich belasten, das erläutert der Leberexperte Professor Christoph Sarrazin im Podcast-Gespräch. Er ist Chefarzt der Medizinischen Klinik II am St. Josefs-Hospital Wiesbaden sowie Leiter des Leberzentrums Wiesbaden und Vorstand der Deutschen Leberhilfe e.V.

Nov 18, 2020 • 14min
Was eine Medizinstudentin an ihrer Ausbildung ändern würde
... und was an der ÄApprO-Reform gut ist
Das Medizinstudium soll praxisnäher werden: Das ist einer der Punkte, die sich die Politiker mit dem Masterplan 2020 vor Jahren in ihr Aufgabenheft geschrieben haben. So soll etwa das Arzt-Patienten-Gespräch in den Fokus rücken und mehr Wert auf wissenschaftliches Arbeiten gelegt werden. Auch die Allgemeinmedizin soll gestärkt werden. Jetzt haben wir 2020 – etwa 12 Monate sind seit dem letzten Arbeitsentwurf der Reform vergangen.
Alles anders machen oder Altbewährtes nicht ändern? Wir wollten von einer angehenden Ärztin wissen, welche geänderten Punkte ihr schmecken würden und wo es hakt: Lena Jamaszyk studiert in Hannover Medizin und macht derzeit ein Praktikum in der Redaktion der "Ärzte Zeitung". Ein Gespräch über eine breitere Ausbildung, elektronische Prüfungen, den ÖGD und das Hannoveraner Konzept der Landpartien. Außerdem bricht sie eine Lanze für ein Medizinstudium, das die Auswirkungen des Klimawandels in den Blick nimmt. (Dauer: 14:15 Minuten)

Nov 17, 2020 • 12min
Diabetes und Sex – wenn nichts mehr geht
Wie ein Tabuthema sensibel zur Sprache gebracht werden kann
Viele Menschen mit Diabetes entwickeln im Laufe ihrer Stoffwechselkrankheit weitere Begleiterkrankungen – an Augen, Herz und Nieren etwa. Eine über die dabei nur selten offen gesprochen wird, sind Sexualfunktionsstörungen. Und die betreffen nicht allein die männlichen Diabetiker. Ein Experte, der sich dieses Tabuthemas angenommen hat, ist Professor Thomas Haak, Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim und Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Hilfe. Im Podcast erläutert der Diabetologe, wie häufig Störungen des Sexuallebens bei Diabetes auftreten, wie sie sich bei Männern und wie bei Frauen bemerkbar machen – und vor allem, wie Ärzte ihre Patienten sensibel ansprechen und Hilfe anbieten können.

Nov 16, 2020 • 26min
Wie wird die ärztliche Weiterbildung besser, Max Tischler?
Ein Gespräch über die Pflichten von Weiterbildern und Ärzten in Weiterbildung
Viele angehende Fachärzte sind unzufrieden mit ihrer Weiterbildung, wie eine Umfrage des Hartmannbunds unter 800 Ärzten in Weiterbildung gezeigt hat. Nahezu die Hälfte der Assistenzärzte sagt, dass die vorgesehene Kompetenzvermittlung weitestgehend nicht stattfinde. Fast jeder dritte Befragte moniert, es gebe kein jährliches verpflichtendes Feedbackgespräch. 60 Prozent klagen, dass die Rotationspläne nicht umgesetzt werden.
In dieser „ÄrzteTag“-Episode sprechen wir mit Max Tischler vom Hartmannbund über die Befunde. Der angehende Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten setzt große Hoffnung ins E-Logbuch. Er sagt aber auch, dass auch die Ärzte in Weiterbildung eine Holschuld haben. Und er erzählt, welche Modelle er für die Weiterbildung „spannend“ findet und was man von den Kompetenzzentren lernen könne.
Foto: privat

Nov 12, 2020 • 27min
Mit „Gesundheitsregionen“ mehr sprechende Medizin – und Geld sparen
Dr. Helmut Hildebrandt über sein Konzept für „Innovative Gesundheitsregionen“
Dr. Helmut Hildebrandt von OptiMedis und zahlreiche andere Autoren haben ein „Zukunftskonzept für Innovative Gesundheitsregionen“ veröffentlicht. Darin skizzieren sie ein Gesundheitssystem, dass die Regionen als wichtige Akteure einbezieht. Die Selbstverwaltung, also die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) oder der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), sollen damit nicht abgeschafft werden, im Gegenteil, wie er im „ÄrzteTag“-Podcast erklärt.
Wir sprechen mit ihm darüber, welchen Vorteil Gesundheitsregionen haben und wie es um die Integrierte Versorgung generell steht. Im Gespräch erklärt er, wie sein Modell die sprechende Medizin und eine „Medizin auf Augenhöhe mit den Patienten“ fördern würde. Und er sagt, woher das Geld kommen soll und wie die Krankenkassen dadurch sparen würden.
Foto: Bente Stachowske / OptiMedis

Nov 11, 2020 • 19min
Wie es um die Männerseele bestellt ist
und wie Stress und Depressionen von Männern wahrgenommen werden
Der November steht seit einigen Jahren im Zeichen der Männergesundheit. Denn Männer gelten gemeinhin als Vorsorgemuffel – bei der Krebsvorsorge wie beim Gesundheits-CheckUp. Männer rauchen und trinken auch mehr und ernähren sich ungesünder als Frauen. Und dennoch schätzen rund 70 Prozent der Männer ihren allgemeinen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein.
Auch bei der psychischen Gesundheit gibt sich das starke Geschlecht gerne stark. Nach aktuellen Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geben in Deutschland nur etwa halb so viele Männer wie Frauen an, sich seelisch belastet zu fühlen. Zumindest die Diagnose Depression wird bei ihnen auch tatsächlich seltener gestellt als bei Frauen.
Und doch begehen dreimal so viele Männer Selbstmord wie Frauen. Hauptursache für Suizide sind – ja – eben Depressionen. Wie das männliche Selbstbild und psychische Erkrankungen zusammenhängen und wie Männer besser bei der Gesundheitsvorsorge erreicht werden können, ist Thema des Podcast-Gesprächs mit Dr. Gernot Langs, Chefarzt an der Psychosomatischen Klinik der Schön Klinik Bad Bramstedt.


