ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Mar 24, 2026 • 44min

Was wird aus den Gesprächs- und Untersuchungsleistungen in der neuen GOÄ, Dr. Singe?

5595 neue Positionen, (nahezu) keine Steigerungsfaktoren mehr, stattdessen rund 1400 (Erschwernis-)Zuschläge: Die Privatmedizin steht in den kommenden Jahren vor einem echten Umbruch. Die Einführung der neuen Gebührenordnung für Ärztinnen und Ärzte (GOÄ) ist nicht nur für Bundesärztekammer, Private Krankenversicherung und nun auch für die Bundesregierung ein Mammut-Projekt, sondern auch für jede einzelne Praxis, die (auch) Privatpatientinnen und -patienten betreut. Der Entwurf, den Bundesärztekammer (BÄK), der Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV-Verband) und die Beihilfe erarbeitet haben, steht, sehr große Änderungen werden in der Bearbeitung des Bundesgesundheitsministeriums und von seiten der Bundesländer nicht mehr erwartet. Wie Ärztinnen und Ärzte, aber auch bereits die Praxisteams, sich auf die Umstellung vorbereiten können, erläutert Dr. Conrad C. Singe im „ÄrzteTag“-Podcast.(Dauer: 43:58 Minuten) Singe ist privatärztlich niedergelassener Internist und Gastroenterologe in Mannheim, und seit Jahren als GOÄ-Spezialist auf Kongressen und auf Fortbildungen aktiv. Im Gespräch geht das Vorstandsmitglied des Verbands der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) und der 1. Vorsitzende des ärztlichen Beirates der PVS Südwest zuerst auf die Grundlagen der neuen GOÄ ein und beschreibt dann vor allem, wie sich die Abrechnungsbedingungen bei Gesprächen und bei körperlichen Untersuchungen ändern werden. Singe erläutert vor allem die neue Abrechnungssystematik bei den Gesprächsleistungen, die zwar nicht sehr viel höher gesetzt sind im Honorar als in der alten GOÄ – je nachdem, welcher Faktor aktuell angesetzt wird. Aber die neuen Gesprächspositionen können viel flexibler mit anderen Leistungen kombiniert werden als nach GOÄalt, und je nach Zeitdauer kann die Nachfolge-Leistung der GOÄ-Nr. 3 (ausführliches Gespräch) auch mehrfach angesetzt werden. Ebenso geht er ausführlich darauf ein, wie in Zukunft mit den Untersuchungsleistungen umzugehen sein wird. Was dabei in Zukunft zu beachten sein wird, welche Sonderleistungen neben diesen Standard-Positionen dann möglich sein werden und was aus der alten Homöopathie-Erstanamnese werden könnte: All das beschreibt GOÄ-Spezialist Conrad Singe anschaulich im Gespräch – und entwirft nicht zuletzt sogar eine Vision, wie in Zukunft Künstliche Intelligenz die Abrechnung deutlich erleichtern könnte.
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Mar 10, 2026 • 48min

Wo drückt Ärzten bei der Digitalisierung am meisten der Schuh, Herr Eckert?

Was Ärzte tun können, um wenig Ärger mit ePA und PVS zu haben Unter Hausärzten ist Moritz Eckert aus Herzberg im Harz digitaler Vorreiter. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert er, was Kollegen tun können, um möglichst wenig Ärger mit ePA und Praxisverwaltungssystemen zu haben. „Vorteile, die Freude machen“: Wenn Digitalisierung sich positiv auf den Praxisalltag auswirkt, dann steigen Hausärztinnen und Hausärzte gerne bei neuen Anwendungen ein und sind keineswegs die Bremser der Digitalisierung. Das postuliert Moritz Eckert, Hausarzt in Herzberg am Harz, im „ÄrzteTag“-Podcast. Solche Vorteile gebe es durchaus, so Eckert. Zum Beispiel habe das E-Rezept dafür gesorgt, dass die „Horden an Rezeptabholern, die sonst mittags die Flure füllten“, nicht mehr in den Praxen auftauchen müssten. Denn nun lasse sich jedes Rezept über die elektronische Gesundheitskarte vom Server abrufen, ein Praxisbesuch, zum Beispiel für Folgerezepte, erübrigt sich. Nicht immer, so Eckert, bringen neue IT-Anwendungen echte Vorteile für die Praxen, zum Beispiel, wenn ein Prozess einfach nur von analog auf digital umgestellt werde, was häufig eher frustrierend für Praxen ende. Eckert hatte das E-Rezept bereits sehr früh implementiert und arbeitete so auch mit seinem Softwarehaus daran, die Abläufe möglichst reibungslos für die Praxis zu gestalten – so wie auch bei der elektronischen Patientenakte (ePA). Es gebe genug „Nervfaktoren“ bei der Digitalisierung: Die Instabilität der Telematikinfrastruktur bringe zum Beispiel immer wieder Sand ins Getriebe der Praxen und mache häufig teure Techniker-Einsätze erforderlich, obwohl es gar nicht am Praxisverwaltungssystem liegt. Eckert ist einer der beiden wissenschaftlichen Leiter des HIT-Kongresses in Köln, bei dem sich am 13./14.03.2026 Hausärzte zum Thema Digitalisierung treffen. Ein Thema dort ist auch der Vergleich der PVS-Systeme, die sich allesamt dort präsentieren. Die jüngste Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung hat bestätigt, dass nach wie vor die Unzufriedenheit der Ärztinnen und Ärzte mit den Systemen groß ist. Im Podcast erläutert Eckert, worauf beim angepeilten Wechsel besonders zu achten ist, er beschreibt, wie gut die Datenübernahme von einem aufs andere System klappt und warum er eine Konsolidierung bei der PVS-Anbietern erwartet. Nicht zuletzt gibt er auch eine Einschätzung dazu ab, welche Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) bereits in Hausarztpraxen sinnvoll eingesetzt werden können und wie er gerade versucht, eine Praxis-App für Patienten an sein System anzubinden.
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Mar 3, 2026 • 23min

Gehen die Hausärzte nach der Entbudgetierung jetzt in die Menge?

Das erste Quartal ohne Budgetierung für Hausärztinnen und Hausärzte in der vertragsärztlichen Versorgung ist vorbei. Die Praxen haben die Abrechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung übermittelt, deren Abrechnungsbescheide sind allerdings noch nicht verschickt. Das heißt, was die Entbudgetierung den Praxen im Endeffekt genau gebracht haben wird, das ist noch nicht bekannt. Arzt und Praxisberater Dr. Georg Lübben von der AAC Praxisberatung in Berlin hat sich die Abrechnungen von einigen Hundert Praxen, die er betreut, schon einmal angesehen und analysiert. Er kann daher in etwa abschätzen, wie die Neuregelung gewirkt hat. In erster Linie hätten die Praxen profitiert, die zuvor ihr Budget auch überschritten hatten, erläutert Lübben im „ÄrzteTag“-Podcast. Auch Praxen, die vorher restriktiv abgerechnet hatten, weil die Leistungen ohnehin nicht bezahlt worden wären, schauten jetzt eher darauf, dass alles, was erbracht worden ist, auch in der Abrechnung berücksichtigt wird, was zu deutlichen Honorarsteigerungen führen könne. Eine deutliche Mengenausweitung im Zuge der Entbudgetierung sieht Lübben derzeit nicht, auch wenn die Kassen sogar in der Nachschusspflicht sind, falls das Geld für die hausärztliche Versorgung nicht reicht. Das habe sich auch bei den Kinderärztinnen und Kinderärzten nach den ersten Quartalen nicht gezeigt. Es gebe auch bei den Fallzahlen keinen großen Trend nach oben. Eine starke Mengenausweitung einer Praxis könne an anderer Stelle auch zu Prüfungen, warnt er im Gespräch, zum Beispiel bei den Zeitprofilen. Lübben analysiert im Gespräch auch, wie stark sich die nicht aufgehobene Budgetierung für Ultraschall-Leistungen und Psychosomatik auf das Gesamthonorar auswirkt, und wie die Schmerztherapie in den meisten KVen behandelt wird. Nicht zuletzt nimmt der Berater dazu Stellung, ob durch die Entbudgetierung in erster Linie Hausärzte in ohnehin überversorgten Gebieten der Großstädte Berlin und Hamburg profitieren oder ob auch Praxen in ländlichen Gebieten etwas von der Entbudgetierung haben.
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Feb 17, 2026 • 11min

Für wen lohnt sich die Bewerbung beim Charity Award, Professorin Kellerer?

Insgesamt 60.000 Euro Preisgeld und jeweils dicke Medienpakete für die drei Preisträger, um für die eigene Initiative zu werben – um diesen Einsatz geht es jedes Jahr wieder, wenn der Springer Medizin Charity Award ausgeschrieben wird. Aktuell läuft die Bewerbungsfrist, bis Ende Mai können sich Projekte, die sich ehrenamtlich für die Gesundheitsversorgung in Deutschland einsetzen, bei Springer Medizin bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai, danach entscheidet eine unabhängige Jury über die Gewinner. Schirmherr des Preises ist seit 2009 der amtierende Bundesgesundheitsminister oder die Gesundheitsministerin, aktuell Nina Warken (CDU). Im „ÄrzteTag“-Podcast beschreibt die Jury-Vorsitzende Professorin Monika Kellerer die Intention, die die Verlagsgruppe Springer Medizin mit der Ausschreibung des Preises hat: die Förderung ehrenamtlichen Engagements im Gesundheitswesen. Bewerben könnten sich ehrenamtlich Engagierte, zum Beispiel aus den Bereichen Pflege, Prävention, Gesundheitsförderung, Betreuung von Demenz-Patienten, psychosoziale Unterstützung, Patientenbegleitung oder auch innerärztliche Projekte, so Kellerer, die als Ärztliche Direktorin am Marienhospital in Stuttgart beschäftigt ist. Im Podcast geht es auch um Teilnahmebedingungen, den (geringen) Aufwand für eine Bewerbung und die Möglichkeiten, die sich Gewinnern mithilfe des Preisgelds und des Medienpakets ergeben, um weitere Mittel für das eigene Projekt zu mobilisieren. Kellerer beschreibt außerdem Projekte, die in den vergangenen Jahren Preisträger des Charity Awards waren – Vorbilder für die kommenden Bewerber, die sich ehrenamtlich im Gesundheitswesen engagieren._ (Länge: 11:26 Minuten)_
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Jan 27, 2026 • 23min

Wie ticken Menschen mit Autismus, Prof. Freitag?

Völlige Verschlossenheit oder plötzlicher Wutausbruch: Bei Menschen mit Autism Spectrum Disorder (ASD) stoßen Patienten und Ärzte gegenseitig an ihre Grenzen. Denn: Ein Arztpraxisbesuch stellt Autisten, wie sie auch umgangssprachlich genannt werden, vor besondere Herausforderungen. Und eine Seltenheit sind sie nicht: Schätzungen gehen davon aus, dass einer von hundert Bundesbürgern ASD hat. Wie begegnen Ärzte und Ärztinnen ihnen also optimal, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen? Prof. Christine M. Freitag hilft uns bei dieser Einordnung: Sie hat Evangelische Theologie und Humanmedizin studiert und leitet die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Und sie hat intensiv zum Thema Autismus geforscht. Mit Prof. Freitag finden wir heraus, wie ASD-Patienten ticken und warum ihr Gehirn überhaupt anders funktioniert als die anderen 99 Prozent der Bevölkerung. Kleiner Spoiler für diese Podcast-Episode: Es liegt insbesondere daran, dass ASD-ler Probleme damit haben, Sinneseindrücke zu filtern – dies überfordert sie konstant. Auch bei anderen Themen gibt die Forscherin und Ärztin eine Einordnung: Prof. Freitag erklärt, wieso die Neuklassifizierung von Autismus im ICD-11 richtig ist. Sie sagt auch, welche Screening-Tools für Mediziner einen Hilfe bei der Autismus-Diagnose darstellen – und wo deren Limitierungen sind. Sie berichtet zudem, wieso ihr Team Harry Potter-Filme eingesetzt hat, um Kindern mit ASD zu behandeln. Am Ende wird es besonders praxisrelevant: Zusammen betrachten wir, welche kleinen und großen Bausteine Menschen mit Autism Spectrum Disorder in der Arztpraxis helfen. Prof. Freitag zeigt, warum schon kleine Änderungen im Gespräch mit solchen Patienten die Behandlung auf beiden Seiten verbessert. (Dauer: 23:06 Minuten)
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Jan 20, 2026 • 44min

Lassen sich mit einer Arztpraxis als GmbH wirklich viele Steuern sparen, Dr. Lindenau?

Welche Gesellschaftsform welche Vorteile bietet. Kann der Wechsel der Gesellschaftsform einer Praxis als Steuersparmodell funktionieren? Rechtsanwalt Dr. Lars Lindenau räumt im „ÄrzteTag“-Podcast mit Vorurteilen auf und erläutert, welche Gestaltungsmöglichkeiten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte heute haben. Ist eine ärztliche Praxis in Form einer GmbH eine Steuerspardose, auf die der Fiskus keinen Zugriff hat – oder zumindest viel weniger Zugriff als auf die persönlichen Einnahmen? Ganz so einfach ist die Sache nicht, erläutert Dr. Lars Lindenau, auf Medizin- und Gesellschaftsrecht spezialisierter Rechtsanwalt mit Kanzlei in Erlangen, im „ÄrzteTag“-Podcast. Denn sobald sich die Eigentümer die Gewinne der Gesellschaft auszahlen lassen, halte das Finanzamt nochmals die Hand auf, so Lindenau, dessen Kanzlei Teil der Steuer- und Rechtsberatungsgruppe ETL ist. Die Gesamtsteuerlast könne dann sogar höher ausfallen als in einer Personengesellschaft. Wie das Modell dennoch funktionieren kann, erläutert Lindenau im weiteren Gespräch. Thema im Podcast sind auch die vielfältigen Möglichkeiten, die Praxisform zu gestalten, sei es im Vertragsarztrecht – Einzelpraxis (mit und ohne angestellte Ärzte), BAG, ÜBAG, Praxisfilialen, MVZ etc. –, aber ebenso im Gesellschaftsrecht mit der Personengesellschaft, der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), der Partnerschaftsgesellschaft, der GmbH und mit den Veränderungen durch das Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) etc. Vor allem geht es darum, aus welchen Gründen welche Gesellschaftsform interessant sein könnte, zum Beispiel bei einer reibungslosen Übergabe einer gewachsenen Praxisstruktur oder einer Übergabe vom Praxisinhaber an angestellte Ärztinnen und Ärzte.
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Jan 13, 2026 • 26min

Wie schlimm steht es um die Sicherheit der Telematikinfrastruktur, Herr Saatjohann?

Ein bisschen Provokation muss sein: Über „Noch mehr Kaos in der Telematikinfrastruktur“ hat Professor Christoph Saatjohann beim Chaos Communication Congress in Hamburg gesprochen. Immer wieder hat der ethisch arbeitende Hacker vom Chaos Computer Club, der sich an der FH Münster unter anderem mit Cybersicherheit im Medizinumfeld beschäftigt, Sicherheitslücken in der TI aufgedeckt. Dies ist ihm auch bereits im Mailing-Dienst in der TI Kommunikation im Medizinwesen, kurz KIM. Dieses Kunststück hat Saatjohann im vergangenen Jahr wiederholt und beim Kongress in Hamburg am Jahresende die Ergebnisse vorgestellt. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Saatjohann, welche Angriffsmöglichkeiten auf KIM-Mails er gefunden hat und warum Empfänger von Mails über KIM nicht ganz sicher sein können, dass diese Mails tatsächlich „sauber“ sind.   Zur Sprache kommt auch, warum in der wachsenden Telematikinfrastruktur immer mehr potenzielle „Innentäter“ unterwegs sind - allein durch die immer weiter steigenden Anwenderzahlen. Auch aus diesem Grund sei es möglich, dass über KIM Phishing-Attacken auf eine Praxis vorstellbar wären. Welche Konsequenzen Ärztinnen und Ärzte und Praxisteams aus diesen möglichen Angriffsszenarien ziehen sollten und wie sie sich gegen Attacken schützen können, beschreibt der IT-Sicherheitsforscher im Gespräch. Nicht zuletzt kommen auch die Schwachstellen in Klinikinformationssystemen (KIS) und Praxisverwaltungssystemen (PVS) zur Sprache und wie eine verstärkte Regulierung helfen könnte, die Lücken zu schließen. (Dauer: 25:45 Minuten)
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Dec 16, 2025 • 28min

Wie erkenne ich Schmerzen bei Menschen mit Demenz, Professorin Miriam Kunz?

Über Selbst- und Fremdeinschätzung von Schmerzen Im „ÄrzteTag“-Podcast erklärt Professorin Miriam Kunz, Medizinische Psychologie und Soziologie, Universität Augsburg, wie sich Schmerzen bei Demenz-Patienten erfassen lassen. Worauf gilt es bei Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung zu achten? Hier gibt es weitere Informationen: GeriPAIN-Leitlinie Beurteilung von Schmerzen bei Demenz (BESD) Beobachtungsinstrument für das Schmerzassessment bei alten Menschen mit Demenz (BISAD) PAIC 15 Skala (Pain Assessment in Impaired Cognition) PAIC 15 E-Training Zurich Observation Pain Assessment (ZOPA)
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Dec 9, 2025 • 26min

Wie schaffen es Praxen, die Kriterien für die neue Vorhaltepauschale zu erfüllen, Dr. Lübben?

Welche Hausarztpraxis schafft es, mindestens acht von zehn Kriterien zu erfüllen, um durch die Vorhaltepauschale(n) in Zukunft mehr Honorar zu generieren als bisher? Und wer könnte ab Januar, wenn die neue Gebührenordnungsposition nach GOP 03040 ff. in Kraft tritt, zu den Verlierern gehören? Und was müssen Praxen tun, damit sie zu den Gewinnern gehören? Mit diesen Fragen haben sich in den vergangenen Monaten die Kassenärztlichen Vereinigungen, aber auch Allgemeinarzt und Unternehmensberater Dr. Georg Lübben von der Praxisberatung AAC (Berlin) intensiv beschäftigt. Lübben hat anhand der Daten von Hunderten von Praxen simuliert, wie sich die Änderungen bei der Vorhaltepauschale, die im Sommer beschlossen worden sind, auf das Honorar auswirken werden. Ähnliches haben auch viele KVen getan – laut Lübben mit ähnlichen Ergebnissen wie er. Das Ergebnis: „Die allermeisten Praxen werden nicht verlieren“, so die Prognose Lübbens. Sie würden mindestens zwei der zehn Kriterien wie Anzahl der Hausbesuche, Geriatrie-Leistungen, Videosprechstunden oder Praxisöffnungszeiten in Randbereichen erfüllen. Acht bis zehn Prozent, so die Schätzung Lübbens auf Basis der Simulation, könnten direkt acht Kriterien erreichen und so das bisherige Honorar für die Vorhaltepauschale um 20 Punkte und damit um rund 2,50 Euro je Fall steigern. Im Podcast erläutert der Praxisberater aber auch, dass es viele Praxen gebe, die sechs oder sieben Kriterien aus dem Stand erfüllen und damit nur relativ geringen Aufwand haben würden, um auf acht erfüllte Kriterien zu kommen. Lübben führt weiter aus, inwieweit sich die Ergebnisse seiner Simulation retrospektiv über mehrere Quartale mit Simulationen aus den KVen decken. Manche Leistungen würden bereits erbracht, bei der Abrechnung gerade in großen Praxen aber teilweise vergessen. Nicht zuletzt beschreibt er, was Praxen tun können, um mehr Kriterien als bisher zu erfüllen, wie Praxen schon im Quartalsverlauf nachhalten können, wie sie bei den Kriterien aktuell dastehen, und inwieweit die Erfüllung mancher Kriterien auch den Fallwert anderweitig deutlich steigern könnte. (Dauer: 25:51 Minuten)
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Dec 2, 2025 • 32min

Was bringen die neuen Hybrid-DRG für die Praxis, Herr Henniger?

Die Ambulantisierung bei Operationen wird in Deutschland 2026 weiter vorangetrieben. Statt bisher 22 wird es dann nach Beschluss des ergänzten erweiterten Bewertungsausschusses 69 Hybrid-DRG geben, hinter denen 904 statt bisher 583 OPS-Codes liegen. Unter anderem sollen dann auch Appendektomien, Cholezystektomien sowie minimalinvasive Eingriffe an den Koronararterien und peripheren Gefäßen über Hybrid-DRG abgerechnet werden können. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert der Vorsitzende des Berufsverbands der Niedergelassenen Chirurgen (BNC) Jan Henniger die Konsequenzen des Beschlusses und welche Bedeutung die bisher bereits gültigen Hybrid-DRG für seine Praxis in Frankfurt haben. Henniger beschreibt, wie er mit einer Klinik vor Ort zusammenarbeitet und dort den OP nutzen kann, wie sich die Aufteilung der neuen Honorare zwischen Anästhesisten und Chirurgen zunächst „einruckeln“ musste und in welchen Bereichen bereits viele Operationen nach Hybrid-DRG erbracht werden. Neue Hybrid-DRG und zusätzliche OPS-Codes, die darüber abgerechnet werden können, seien für die niedergelassenen Chirurgen kein Selbstzweck, sie müssten schon eine Verbesserung des Status quo bringen, sagt Henniger. Er verweist auf manche Fuß-Operationen, die nach der Umstellung auf Hybrid-DRG praktisch nicht mehr erbringbar gewesen seien, weil nicht kostendeckend berechnet. Hintergrund: Wegen der in die Hybrid-DRG inkludierten Sachkosten können teure Implantate, die in einer Operation verwendet werden müssen, die Erträge für die operierenden Ärztinnen und Ärzte komplett aufzehren. Henniger beschreibt, welche Auswirkungen die neuen Hybrid-DRG auf die Fallzahlen haben könnten, weil für manche Fachgruppen der Zugriff auf den Bereich der sektorengleichen Vergütung völlig neu sein werde, etwa für Kardiologen. Im Podcast wird auch deutlich, wie wichtig es zukünftig werde, die Kompetenzen zwischen ambulant und stationär tätigen Ärzten zu bündeln – und warum es schwierig sein kann, in einem akuten Fall wie einer Blinddarmentzündung ein hybrides Setting zu wählen. Auch um die Pläne, die Honorierung der Hybrid-DRG an die Vergütung der ambulanten Operationen anzugleichen, äußert sich der BNC-Chef engagiert im Podcast.

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