ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Nov 28, 2025 • 36min

Was hilft gegen den Nachwuchs- und Fachkräftemangel in der Labormedizin, Frau Jaster und Herr Raddatz?

Woran es hängt und was dagegen zu tun wäre. In Praxen, Kliniken, Laboren und der Pflege – überall gibt es Klagen über drohenden Fachkräftemangel. Woran es hängt und was dagegen zu tun wäre, erläutern Carola Jaster und Fabian Raddaz im „ÄrzteTag“-Podcast am Beispiel der medizinischen Fachlabore. In vielen Praxen und Kliniken tun sich zunehmend Lücken in der Personaldecke auf, der Wettbewerb um das Personal wird härter. Nachwuchs ist knapp, und viele Berufsangehörige gehen auf die Rente zu. Das trifft besonders die medizinischen Fachlabore, hat jetzt eine Arbeitsgruppe der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.) festgestellt. In einem vor kurzem vorgelegten Positionspapier „MT-Berufegesetz praxisnah weiterentwickeln – Qualität sichern, Fachkräfte gewinnen“ werden unter anderem fehlende bundeseinheitliche Standards in der Ausbildung, die ungleiche Finanzierung der Ausbildung, problematische Wege der Anerkennungsverfahren für internationale Fachkräfte, schwierige Bedingungen für die Berufsschulen und ein viel zu komplizierter Quereinstieg aus benachbarten Berufen beklagt. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichten die beiden Sprecher der Arbeitsgruppe Carola Jaster, Prokuristin im Labor 28 in Berlin, und Fabian Raddatz, Geschäftsführer des Labors Berlin Charité Vivantes, über die spezielle Problematik für die Labore, die sich aus dem MT-Berufegesetz (MTBG) ergeben. Zum Beispiel die ungeklärte Finanzierung vieler Schulen oder die Regulatorik, die die Kosten der Berufsausbildung für die Labore nach oben treibt. So führten viele Faktoren dazu, dass für ein so vielfältiges Berufsbild, wie die Medizinische Technologie (MT) es bietet, Ausbildungsplätze verloren gingen, anstatt zusätzliche zu schaffen. Dabei brächten gerade die technische Entwicklung, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und auch neue Biomarker, die erforscht werden, immer neue Arbeitsfelder für MTL, so Jaster und Raddatz.
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Nov 25, 2025 • 39min

Wie sieht Versorgungssteuerung in Ihrem Praxisalltag aus, Dr. Blumenthal?

Die Hausärztin setzt im Alltag vieles um, das auf die Lotsenfunktion einzahlt Während Versorgungssteuerung derzeit vielfach diskutiert wird und neue gesetzliche Regelungen wie ein Primärarztsystem im Raum stehen, passiert in zahlreichen Praxen längst einiges, um Patienten Tag für Tag bedarfsgerecht und effizient durch das Gesundheitssystem zu steuern. Dazu gehören Geduld, Kommunikation, aber auch der Aufbau des Teams. Das und mehr berichtet Dr. Sandra Blumenthal, Hausärztin mit eigener Praxis in Berlin, aktiv in der DEGAM und eine der Vorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Berlin-Brandenburg. Kommen Patienten gut vorbereitet in die Praxis, spart das vor Ort eine Menge Zeit. Deshalb sind verständliche, mehrsprachige Infos auf der Praxishomepage für die Berliner Hausärztin heute genauso wichtig wie ein ausführliches Erstgespräch mit neuen Patienten. Doch Steuerung bedeutet mehr als Organisation: Es geht um Verantwortung. Wann ist eine gebietsärztliche weitere Diagnostik wirklich nötig? Wie lassen sich unnötige Termine vermeiden, ohne Risiken einzugehen? Blumenthal berichtet, wie ihr digitale Tools, Wissensdatenbanken und der Austausch mit Kollegen jeden Tag bei der Entscheidungsfindung helfen. Warum Aufklärung und Wissensvermittlung oftmals nicht nur für Patienten einen Erkenntnisgewinn bringen, beschreibt sie im „ÄrzteTag“-Podcast. Im Gespräch wird deutlich: Gute Versorgungssteuerung beginnt im Kleinen – am Tresen, im Sprechzimmer und in der Kommunikation mit den Menschen im Kiez. (Länge: 38.08 Minuten)
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Nov 18, 2025 • 36min

Warum braucht es Hausärzte, um die Abruptio-Versorgung sicherzustellen, Alicia Baier und Margit Kollmer?

Was sich in Deutschland tun muss, erläutern die Ärztinnen vom Verein "Doctors for Choice" Alicia Baier: Das Patriarchat im Uterus. Ein Plädoyer für körperliche Selbstbestimmung. 2025, ISBN: 978-3-426-56609-1 Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch nach Bundesländern: https://doctorsforchoice.de/regelung-schwangerschaftsabbruch-bundeslaender/
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Nov 11, 2025 • 34min

Warum sind auch Hausärzte für das Lungenkrebs-Screening wichtig, Professor Vogel-Claussen?

Der Radiologe gibt einen Überblick über die geplanten Abläufe. Im Frühsommer vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen, im Frühherbst vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt: Das Lungenkrebs-Screening mit Niedrigdosis-CT für starke (Ex-)Raucher kommt. Nur noch die Umsetzung des Beschlusses im EBM mit der Honorierung der Leistungen, die zuweisende und ausführende Ärztinnen und Ärzte erbringen, fehlt noch. Im „ÄrzteTag“-Podcast spricht Professor Jens Vogel-Claussen, der zum 1. Oktober die Professur für Radiologie an der Charité übernommen hat, über die unterschiedlichen Aspekte des Lungenkrebs-Screenings: Wer dafür infrage kommt, wie Betroffene zur Teilnahme motiviert werden können, welche Voraussetzungen Ärztinnen und Ärzte erfüllen müssen, um Patientinnen und Patienten zum Screening überweisen beziehungsweise das Screening durchführen zu können, was die Geräte können müssen, wie Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen soll, und wie das Zusammenspiel zwischen den Fachgruppen bei der Vorbereitung des G-BA-Beschlusses war – bis hin zu Fortbildungsrichtlinien der Bundesärztekammer für diese künftige Leistung. Vogel-Claussen sieht vor allem die Notwendigkeit, Hausärztinnen und Hausärzte, die neben Internisten und Arbeitsmedizinern für die Zuweisung sorgen sollen, zu aktivieren, damit sie ihre Patienten motivieren, das Screening in Anspruch zu nehmen. Ein Einladungsverfahren wie beim Mammografie-Screening kommt bei dieser risiko-adjustierten Vorsorge-Leistung nicht infrage. Die Aktivierung der Zuweiser sei auch eine Frage der Honorierung des Beratungsgesprächs, glaubt der Radiologe. Thema im Podcast ist auch die Frage nach dem Risiko falsch-positiver Befunde, welche Erkenntnisse die HANSE-Studie zum Thema bringt und wie die Zielgenauigkeit beim Aufspüren von Lungenkrebs noch weiter erhöht werden kann. (Länge: 33:58 Minuten)
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Nov 4, 2025 • 30min

Was hat Sie an der Kassenzulassung so schnell frustriert, Dr. Schmidt?

Dr. Thorsten Schmidt ist ein Hausarzt mit zwei Standbeinen. Er hat eine halbe Zulassung als Kassenarzt und bietet Leistungen in der ästhetischen Medizin an. Vor gut zweieinhalb Jahren hat er sich im bayerischen Schwandorf niedergelassen – und schnell ereilte ihn der Frust über die hohe Regelungsdichte in der vertragsärztlichen Versorgung. Im „ÄrzteTag“-Podcast schildert der Arzt, wie er mit der Bestellung eines Impfstoffs in Regress geriet, obwohl er zu Beginn von der KV Bayerns in einem Art Mentoring-Programm an die Hand genommen worden war. Der Aufwand, der betrieben wurde, bis das Regress-Verfahren abgeschlossen war, erregt Schmidt noch immer: Zehn bis 20 Mannstunden für Gutachten, Stellungnahmen und Einwendung, „und das nur für 284 Euro Regress!“, wie er im Podcast-Gespräch unterstreicht. „Und da wundert man sich, wo unser Gesundheitswesen hingeht…“ Tipp für Kolleginnen und Kollegen, die kurz vor der Niederlassung stehen Der Paragrafen-Dschungel, der ihn gleich zu Beginn erwischt hat, hat den Hausarzt schnell ernüchtert. Vor allem die Rolle als Vermittler der Botschaften der Krankenkassen für seine Patienten nervt ihn immer wieder: Dass er es ist, der weitergeben muss, welche Medikamente nicht verschrieben werden dürfen, welche Leistungen nicht Teil des Leistungsumfangs der Krankenkassen sind. Und dass er sich immer wieder vor den Kassen rechtfertigen muss, obwohl er doch eine elfjährige Ausbildung zum Facharzt gemacht hat und eigentlich weiß, wie er medizinisch vorgehen kann und warum. Im Podcast erläutert Schmidt, wie seine Patienten darauf reagieren, dass er an zwei Tagen in der Woche nicht als Kassenarzt erreichbar ist, wie er es schafft, in Notfällen doch immer ansprechbar zu sein und warum die Allgemeinmedizin ihn trotzdem weiterhin fasziniert. Er beschreibt, was Kolleginnen und Kollegen zu seiner Entscheidung sagen, die vertragsärztliche Tätigkeit wieder zurückzufahren – beziehungsweise was sie nicht sagen. Und er hat einen Tipp für junge Ärztinnen und Ärzte parat, die kurz vor der Niederlassung stehen, wie sie sich gegen unnötige Fehler wappnen können. (Länge: 30:19 Minuten)
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Oct 29, 2025 • 30min

Wie relativiere ich falsche Glaubenssätze bei Nackenschmerz, Professor Kötter?

Wie man Schmerzpatienten die Angst vor Sport nehmen kann. Bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen wird in der aktualisierten S3-Leitlinie vor allem Aktivität empfohlen. Viele Schmerz-Patientinnen und -Patienten scheuen sich aber davor, das schmerzende Körperteil zu bewegen und nehmen eine Schonhaltung ein. Zu groß ist die Angst, etwas „kaputt“ zu machen. Diesem Problem sollten Ärztinnen und Ärzte mit Aufklärung begegnen, schreibt das Autorenteam der Leitlinie „Nicht-spezifischer Nackenschmerz“. Patientenedukation wird mit einer „sollte“-Empfehlung bei akuten und chronischen Nackenschmerzen empfohlen. Es geht darum, die Denkweise und Schmerzwahrnehmung der Patienten neu zu gestalten. Durch Patientenedukation sollen Betroffenen ein besseres Verständnis ihrer Erkrankung erhalten und sie sollen motiviert werden, sich aktiv an ihren Behandlungsprogrammen zu beteiligen, so die Theorie. Wie sich die Empfehlungen in der hausärztlichen Praxis umsetzen lassen, erklärt Dr. Thomas Kötter, Allgemeinmediziner und Koordination der Leitlinie, im „ÄrzteTag“-Podcast. Zudem erklärt er, welche drei Übungen er seinen Patientinnen und Patienten bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen empfiehlt und welche „Red Flags“ bei Nackenschmerzen auf strukturelle Ursachen hinweisen.
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Oct 23, 2025 • 30min

Dürfen Vertragsärzte Kassenpatienten Privattermine anbieten, Frau Vogtmeier?

Was Ärzte dürfen und wo klare rechtliche Grenzen liegen. Die Terminvergabe in Vertragsarztpraxen ist immer wieder Streitpunkt zwischen Krankenkassen und Ärztinnen und Ärzten. Da geht es um Vorwürfe der Bevorzugung von Privatpatienten vor Kassenpatienten, da geht es um Honorare, die angeblich nur für die Terminvergabe verlangt werden – oder darum, dass Kassenpatienten, um Wartezeiten zu verkürzen, Termine in einer Privatsprechstunde angeboten werden. Was Ärzten erlaubt und was klar verboten ist – und wo vielleicht Grauzonen liegen: Darüber klärt Rechtsanwältin Katharina Vogtmeier im neuen „ÄrzteTag“-Podcast zum Thema Recht in der Praxis auf. Beispiel Termin gegen Honorarzahlung: Hier zieht die Fachanwältin für Medizinrecht aus der Kanzlei D+B Rechtsanwälte in Berlin eine klare Grenze. Da die Terminvergabe selbst weder in der GOÄ noch im EBM als Leistung verzeichnet sei, dürften dies weder Kassenärzte noch Privatärzte tun. Im Gespräch erläutert sie, warum das nicht nur nach den Abrechnungsregeln nicht lege artis wäre, sondern auch nach Berufsrecht und sogar nach Vertragsarztrecht – mit allen möglichen Konsequenzen für Vertragsärzte. Nicht ganz so einfach ist laut Vogtmeier die Antwort auf die Frage, ob Vertragsärzte Termine für Kassenpatienten ablehnen dürfen, wenn gleichzeitig noch Termine für Privatpatienten und Selbstzahler vergeben werden. „Im Prinzip spitzt sich das auf die Frage zu, wann bin ich als Vertragsarzt an einem Punkt, wo ich legitimerweise sagen kann, ich darf Termine für Kassenpatienten ablehnen.“ Das Erreichen der Budgetgrenze beispielsweise sei kein solcher Punkt. Ein anderer Punkt sind die Kapazitätsgrenzen einer Vertragsärztin oder eines Vertragsarztes. Die bisherige Rechtsprechung sei zwar eher ärzte-unfreundlich, aber die Rechtslage habe sich inzwischen auch geändert an einigen Punkten. Im Gespräch führt Vogtmeier im einzelnen aus, unter welchen Bedingungen es möglich sein könnte, nur noch Privatpatienten Termine anzubieten, Kassenpatienten aber abzulehnen – und welche Rolle die Mindestsprechzeiten für Vertragsärzte oder auch die verpflichtend angebotenen „offenen Sprechstunden“ dabei spielen.
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Oct 16, 2025 • 27min

Ist „Longevity-Medizin“ eigentlich nur etwas für Privatpatienten, Professor Kleine-Gunk?

Welche Perspektiven für Niedergelassene es gibt erklärt der Gynäkologe im ÄrzteTag-Podcast Ist Altern wirklich „die Mutter aller Krankheiten“? Oder ist es ein natürlicher Prozess, der dann aber typische Krankheiten mit sich bringt? Für den Gynäkologie Professor Bernd Kleine-Gunk aus Nürnberg gilt auf jeden Fall ersteres. „Krebs, Osteoporose, Demenz und viele weitere Krankheiten sind doch altersassoziiert“, sagt der Präsident der German Society of Anti-Aging Medicine (GSAAM) im „ÄrzteTag“-Podcast. Und: Der Wunsch vieler Menschen, gesund alt zu werden, sei doch nachvollziehbar. Im Gespräch wehrt sich der Mediziner, der die Anti-Aging-Medizin bereits seit 25 Jahren betreibt, auch gegen Vorwürfe, diese Medizinrichtung sei vor allem Industrie-getrieben und vor allem etwas für reiche Patienten. Das, was wirklich etabliert sei in der Longevity-Medizin, „kostet alles kein Geld“, so Kleine-Gunk: Rauchstopp, mehr Bewegung, die richtige Ernährung. Im Podcast erläutert er weiter, was darüber hinaus geht: Epigenetische Tests, die Forschungen, was Menschen altern lässt – und wie dies messbar gemacht werden kann, und im nächsten Schritt dann auch therapierbar. Diskutiert wird im Podcast auch, welche Evidenz die Longevity-Medizin bereits zu bieten habe, warum RCT-Studien, wenn es um Langlebigkeit geht, ihre Grenzen haben und welche Studien die Richtung besonders voranbringen könnten. Kleine-Gunk gibt zudem einen Überblick, wie niedergelassene Ärztinnen und Ärzte vorgehen können, die sich mit Longevity ein zusätzliches Standbein aufbauen wollen. Nicht zuletzt spricht er über Nahziele von Longevity – gesund 100 Jahre alt werden – sowie über langfristige Perspektiven und darüber, in welchem Alter Menschen in Zukunft vielleicht in Rente gehen werden.
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Oct 14, 2025 • 38min

Wie organisieren Sie die HPV-Impfung, Dr. Hösemann?

Das SIKO-Mitglied über ihren Ansatz Dr. Cornelia Hösemann, niedergelassene Gynäkologin in Großpösna bei Leipzig in Sachsen, ist HPV-Impfärztin der ersten Stunde und hat auch noch den Nobelpreisträger und „Erfinder“ der Impfung, Professor Harald zur Hausen, kennengelernt. Das Mitglied im Beirat der Sächsischen Impfkommission (SIKO) impft fast täglich Patientinnen – und häufig auch gleich deren Partner – gegen HPV, um die Verbreitung des Zervix-Karzinoms und anderer Krebsarten, die mit HPV assoziiert sind, einzudämmen. Wie sie dabei ihre Patientinnen anspricht, wie sie auch Frauen mit Kindern kurz vor dem Eintritt ins Jugendalter nach dem Impfstatus ihrer Zöglinge fragt und welche Erfolge sie mit Schulimpfungen erzielt, das erläutert Hösemann im „ÄrzteTag“-Podcast. Sie gehört seit Kurzem auch zum Experten-Team der Hotline Impfen der Ärzte Zeitung. Ganz wichtig ist der Gynäkologin, dass auch Jungen geimpft werden – so wie es auch die Vision von Professor zur Hausen gewesen sei. Das habe die SIKO auch deutlich früher für Sachsen umgesetzt als die Ständige Impfkommission für den Rest der Republik, erwähnt sie nebenbei. Im Gespräch erläutert Hösemann, warum sie meint, dass jeder Arzt impfen sollte und auch aufklären sollte – und warum die HPV-Impfung nicht nur einigen Fachgruppen „gehört“. Auch das Thema unterschiedliche Honorierung der HPV-Impfung spricht Hösemann an – und fordert einheitliche Impfhonorare für ganz Deutschland. Ihre Erfahrungen mit der Impfung in den vergangenen fast 20 Jahren seien durchgängig gut gewesen, sie habe keine schweren Impfkomplikationen erlebt, berichtet Hösemann. Ärzteschaft und Elternschaft hätten es jetzt in der Hand, die Durchimpfungsraten voranzubringen, etwa durch aufsuchendes Impfen – in möglichst jungen Alter, weil dann nur zwei Impfungen erforderlich seien. Auch das Thema Erwachsenen-Impfung, die von immer mehr Krankenkassen, teilweise als Satzungsleistung, übernommen wird, schneidet Hösemann im Gespräch an – und welche Besonderheiten hier in der Aufklärung zu beachten sind. Nicht zuletzt erläutert sie, warum Impfen für Ärztinnen und Ärzte immer auch Beziehungsarbeit ist.
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Oct 2, 2025 • 12min

Wie politisch muss eine wissenschaftliche Fachgesellschaft wie die DEGAM heute sein, Frau Hummers?

Die neugewählte DEGAM-Präsidentin über Primärarztsyteme und Wissenschaft in der Politik. Die am Mittwochabend (1. Oktober) gewählte neue DEGAM-Präsidentin Professorin Eva Hummers will als erstes das Thema, wie Hausärztinnen und Hausärzte sich ein Primärarztsytem vorstellen, angehen. Das sei den Hausärzten „vor die Füße gerollt“ worden, so die Direktorin am Institut für Allgemeinmedizin in Göttingen im Podcast „ÄrzteTag vor Ort“ vom 59. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin in Hannover. Wie ihr Vorgänger Professor Martin Scherer hebt Hummers die Rolle der eigentlich wissenschaftlichen Fachgesellschaft in der politischen Diskussion hervor. Die DEGAM werde in der Politik als Stimme der Allgemeinmedizin wahrgenommen und auch gefragt – und das solle auch so bleiben. Im Gespräch geht Hummers auch auf weitere Schwerpunkte der zukünftigen DEGAM-Arbeit ein, zum Beispiel Evidenz herstellen zur Arbeit in Hausarztpraxen mit KI, zur Entwicklung der Teamarbeit in Praxen, zum Einsatz neuer Gesundheitsberufe. Auch die Leitlinienarbeit und die Auseinandersetzungen darüber mit anderen Fachgesellschaften stehen für Hummers im Fokus. Im Podcast erläutert sie, was Hausärzte in den Praxen aus Diskussionen über Leitlinien mitnehmen können und wie wichtig es ist, eigene Evidenz aus der hausärztlichen Ebene heraus zu schaffen.

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