

Handelsblatt Economic Challenges - Podcast über Wirtschaft, Konjunktur, Geopolitik und Welthandel
Professor Michael Hüther und Professor Bert Rürup, Handelsblatt
Im Podcast Handelsblatt Economic Challenges diskutieren Professor Bert Rürup, der Chefökonom des Handelsblatts, und Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, aktuelle nationale wie globale wirtschaftliche Probleme sowie die politischen Optionen und deren Folgen.
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Jetzt reinhören: Jeden Freitag Bert Rürup, Handelsblatt-Chefökonom, im Gespräch mit Michael Hüther, dem Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft
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Feb 1, 2024 • 25min
Familienpolitik als Wachstumspolitik? Neue Lösungsansätze für die deutsche Volkswirtschaft
In dieser Folge von Economic Challenges beleuchten Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, die Wachstumsschwäche, in der die deutsche Volkswirtschaft seit Längerem steckt. Sie gehen im Podcast auf geopolitische Verwerfungen, wirtschaftspolitische Versäumnisse und handwerkliche Fehler der Regierung ein.
Außerdem diskutieren die Ökonomen über die Idee, den Trend zur Kurzarbeit in Frage zu stellen und stattdessen das Erwerbsverhalten zu verändern, damit das Humankapital hochqualifizierter Frauen besser genutzt werden kann. Dabei betonen sie die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung der Familienpolitik als Wachstumspolitik. Die Einführung des Elterngelds, der Ausbau der Kinderbetreuung und die flexiblere Arbeitszeitgestaltung etwa seien bereits Schritte in die richtige Richtung.
Doch es müsse mehr getan werden, insbesondere in Bezug auf Ganztagsschulen und eine konsistente Gestaltung der Zeitmuster in verschiedenen Bildungseinrichtungen. Rürup und Hüther betonen, dass auch Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Familienpolitik und der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt spielen müssten. Zu guter Letzt stellen die Wirtschaftsexperten klar, dass sich die Verbindung von Kapital und Arbeit ändern müsse, um den Bedürfnissen verschiedener Gruppen am Arbeitsmarkt gerecht zu werden – und schlagen vor, wie das gehen kann.
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Jan 25, 2024 • 28min
Standortrisiko Bahnstreik: Wie die GDL so mächtig werden konnte - und was das die deutsche Wirtschaft kostet
In dieser Folge von Economic Challenges beleuchten Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, den aktuellen Streik der Gewerkschaft der Lokführer gegen die Deutsche Bahn, der als der bislang längste in der Geschichte des Landes gilt. Die beiden Ökonomen werfen einen Blick auf die Hintergründe dieses Streiks und versuchen, den eigentlichen Grund für die verhakte Situation zu identifizieren.
Ein zentraler Punkt, der eine Rolle spielt, ist die Tatsache, dass die Deutsche Bundesbahn ein Staatsunternehmen ist, das jedoch als Aktiengesellschaft geführt wird. Dies führt zu einer besonderen Konfliktlage, ähnlich wie in anderen Branchen wie der Luftverkehrswirtschaft oder in Krankenhäusern, in denen es traditionell mehrere Gewerkschaften gibt. Diese kleineren Gewerkschaften hatten jedoch keine Tariffähigkeit, da der Grundsatz der Tarifeinheit galt. Demnach kann in einem Unternehmen nur ein Tarifvertrag gelten.
Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat erst nach 2010 Tariffähigkeit erlangt und ist nun in 18 Betrieben der Deutschen Bahn mächtiger als die Eisenbahner-Gewerkschaft. Dies führt zu einer doppelten Konfliktsituation, die sich auf die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber und den Wettbewerb mit anderen Gewerkschaften im Unternehmen auswirkt. Die GDL nutzt diese Situation aus, um ihre Macht und Mitgliederzahl zu steigern – und setzt dabei auf Konfliktstrategien anstelle von Verhandlungen oder Kooperation.
Der Streik der Lokführer hat erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und die Logistiksysteme. Automobilhersteller müssen Produktionsstillstände verordnen, Häfen haben Probleme mit der Abfertigung von Containern und die gesamte Lieferkette ist gefährdet. In einer Zeit, in der die deutsche Wirtschaft ohnehin mit Problemen zu kämpfen hat, ist dieser Streik eine zusätzliche Belastung.
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Jan 18, 2024 • 26min
Zweite Amtszeit für Donald Trump? Diese Folgen hätte seine Wiederwahl für Deutschland
Die erste Vorwahl in Iowa war ein Triumph für Donald Trump. Er rückt einer erneuten Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat damit näher. Somit wird auch ein zweites Duell zwischen ihm und seinem demokratischen Gegenspieler Joe Biden wahrscheinlicher. Bert Rürup und Michael Hüther nehmen dies zum Anlass, um die beiden US-Politiker zu vergleichen.
Obwohl sich ihre wirtschaftspolitischen Programme nur geringfügig unterscheiden würden, sei die geopolitische Perspektive eine andere. Während Biden auf Allianzen setze, denke Trump eher national und sei gegenüber Bündnissen wie der NATO skeptisch. Eine zweite Amtszeit von Trump könnte die geopolitische Landschaft somit verändern. Für die exportabhängige deutsche Wirtschaft, die nach wie vor stark von internationalen Handelsbeziehungen abhängig ist, wäre dies nach Ansicht der beiden Ökonomen eine große Herausforderung.
Eine Wiederwahl Trumps erfordere deshalb eine moderne und flexible deutsche Wirtschaftspolitik. Im Podcast diskutieren Hüther und Rürup darüber, wie eine solche politische Antwort von deutscher Seite aussehen sollte.
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Jan 11, 2024 • 29min
Schleichende Demontage des multilateralen Freihandels: Warum Globalisierung ein Auslaufmodell ist
Bert Rürup und Michael Hüther sprechen im Podcast darüber, wie historische Umbrüche – zum Beispiel der Börsencrash von 1929 und die globale Finanzkrise von 2008 – wirtschaftliche Konzepte verändert haben.
Hüther ist überzeugt, dass die Weltwirtschaftskrise von 1929 das liberale Paradigma beendete und dem Keynesianismus zum Durchbruch verhalf. Das neoliberale Paradigma der Chicago-Schule habe nach der Finanzkrise 2008 zwar dominiert. Seit etwa zehn Jahren beobachte Hüther jedoch eine schleichende Demontage des multiliberalen Freihandels. Es handele sich dabei um eine Spätfolge der Krise von 2008, die laut Hüther zu einem Auseinanderdriften der westlichen Staaten führte.
Außerdem geht es im Podcast um die Autonomie der Unternehmen in Bezug auf Standortfragen und geopolitische Veränderungen. Bert Rürup glaubt, dass sich die Weltwirtschaft in Zukunft grundlegend ändern wird – mit verschiedenen Machtzentren, unterschiedlichen Freihandelszonen und einer Auflösung der globalen Idee des multilateralen Freihandels. Insgesamt betrachten Bert Rürup und Michael Hüther die Globalisierung als Auslaufmodell.
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Jan 4, 2024 • 26min
Dienstpflicht für Heranwachsende: Kitt für die Gesellschaft – oder Problem für die Wirtschaft?
In der ersten Podcast-Folge des Jahres diskutieren Michael Hüther und Bert Rürup über die Idee eines allgemeinen Pflichtjahres als Alternative zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Der Vorschlag eines solchen Pflichtjahres wurde bereits von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorgetragen und könnte zur Lösung verschiedener gesellschaftlicher Probleme beitragen. Ein zentrales Argument für die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht ist die Förderung des Gemeinsinns und der Gemeinwohlorientierung in einer individualisierten Gesellschaft. Durch den Dienst in verschiedenen Bereichen wie der Bundeswehr, der Pflege, der Flüchtlingshilfe und dem Umweltschutz könnten junge Menschen erste Lebenserfahrungen sammeln und der schwindende Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden.
Michael Hüther und Bert Rürup diskutieren die verschiedenen Perspektiven auf diese Frage. Während Rürup betont, dass eine konstruierte Öffentlichkeit und ein stärkerer Gemeinschaftssinn notwendig sind, um die Herausforderungen der modernen Gesellschaft zu bewältigen, weist Hüther auf die gesamtwirtschaftlichen Kosten hin, die mit einer allgemeinen Dienstpflicht einhergehen würden. Insbesondere in einer alternden Gesellschaft, in der ein ganzer Jahrgang aus dem Erwerbsleben genommen wird, könnten die Nachteile überwiegen.
Die Ökonomen beleuchten dabei auch die internationalen Erfahrungen mit ähnlichen Dienstpflicht-Systemen in Ländern wie Schweden. So wird deutlich, dass die Auswirkungen einer allgemeinen Dienstpflicht stark von der konkreten Umsetzung abhängen und dass sorgfältige Abwägungen zwischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen getroffen werden müssen. Insgesamt sind sich Hützer und Rürup einig, dass die Debatte über eine allgemeine Dienstpflicht intensiv geführt werden sollte. Es gilt, die gesellschaftlichen Herausforderungen und die möglichen Lösungsansätze genau zu beleuchten und abzuwägen, ob und in welcher Form eine solche Dienstpflicht sinnvoll sein könnte.
Hinweis: Das Buch „Abschied von der Öffentlichkeit“ von Michael Hüther ist im Herder-Verlag erschienen. Über die Politisierung des Ökonomischen diskutiert er zudem Ende Februar in Heidelberg, mehr Infos dazu gibt es hier.
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Dec 14, 2023 • 27min
Botschaft für das zweite Rezessionsjahr: Politische Mitte sollte staatspolitischer Verantwortung gerecht werden
Drei Thesen von Bert Rürup:
1, Das geopolitisch bedeutendste Ereignis war das bescheidene Ergebnis der Weltklimakonferenz in Dubai, bei der sich 70.000 Teilnehmer aus 197 Staaten letztendlich nicht auf einen Ausstiegsplan aus der Nutzung fossiler Energien einigen konnten. Dies stellt zweifellos einen Punktsieg für die ölproduzierenden Länder dar.
2, Die Finanzierungslücken im Bundeshaushalt für 2024 in Höhe von 17 Milliarden werden durch eine Kombination aus Sparmaßnahmen und erstaunlicherweise Abgabenerhöhungen geschlossen, anstatt erneut auf eine Aussetzung der Schuldenbremse zu setzen. Dies zeigt das Bestreben der Ampel-Regierung, an der Macht zu bleiben, obwohl diese Maßnahmen zweifellos die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Landes beeinträchtigen werden.
Die Union wird alles daransetzen, dass diese Koalition nicht auseinanderfliegt. Und deswegen fürchte ich, dass wir zwei Jahre Stagnation vor uns haben.
Drei Thesen von Michael Hüther:
Wir haben kein Staatsschuldenproblem. Mit einer Schuldenstandsquote von etwa 65 Prozent sind wir gut aufgestellt. Unser Status als bester Schuldner am Kapitalmarkt bleibt unverändert. Also stellt sich die Frage, warum wir so handeln, als ob Kürzungen die Antwort auf gesamtwirtschaftliche Notwendigkeiten in dieser Situation wären?
Wir spielen im Grunde Minigolf in einem Kurpark, während es darum geht, die globalen Auseinandersetzungen ernst zu nehmen. Wir werden in der Verteidigungspolitik vor Herausforderungen stehen und den Staatskonsum umstrukturieren müssen. Es wird nicht viele Möglichkeiten für Sozialbudgets geben, wenn das Verteidigungssystem hochgefahren werden muss, da dies aus dem Steuerhaushalt finanziert werden muss. Das ist überhaupt nicht vorgedacht.
Ich will das noch einmal sehr deutlich sagen: Wir schärfen unsere Standortbedingungen nicht und stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit nicht durch das strikte Einhalten der Schuldenbremse im Jahr 2024, sondern vielmehr durch eine kluge Investitionspolitik. Am Ende könnte jedoch etwas ganz anderes passieren – nämlich dass uns diese Schuldenbremse komplett um die Ohren fliegt. Dann stellt sich die Frage: Was machen wir denn dann?
Das Institut der Deutschen Wirtschaft erwartet ein zweites Rezessionsjahr in Folge. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2024 voraussichtlich um 0,5 Prozent zurückgehen.
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Dec 7, 2023 • 27min
Freihandelszone mit Mercosur fraglich: Europa verpasst Chancen in der globalen Dynamik und verliert gegenüber China
Drei Thesen von Michael Hüther im Podcast:
Ist die aktuelle Finanzverfassung dieses Landes überhaupt in der Lage, die Herausforderungen zu bewältigen? Wir appellieren an die Notwendigkeit offener Diskussionen und weisen darauf hin, dass eine Haltung der Diskursverweigerung inakzeptabel ist. Diskussionen müssen geführt, geöffnet und ideologische Schranken beiseite geschoben werden, um Lösungsräume sichtbar zu machen.
Mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Bundeswehr stellt eine erhebliche Belastung dar. Die Finanzierung aus dem laufenden Haushalt bedeutet eine zusätzliche finanzielle Last von etwa 30 Milliarden Euro. Reicht das, um die sicherheitspolitischen Anforderungen zu erfüllen?
Die Herausforderungen in der Sicherheitslandschaft erfordern eine umfassende Zusammenarbeit, die über bestehende Strukturgrenzen hinausgeht und eine kohärente Verteidigungsstrategie für Europa ermöglicht. Die politische Herausforderung besteht darin klarzustellen, dass höhere Ausgaben für Verteidigung nur auf Kosten von Sozialausgaben möglich sind.
Drei Thesen von Bert Rürup
Die bisherige Zurückhaltung der Regierung und vorheriger Regierungen im Umgang mit dem Alterungsproblem ist problematisch. Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich erheblich, und Modernisierungsdefizite in Bereichen wie staatlicher Infrastruktur und Digitalisierung sind offensichtlich. Angesichts der zu erwartenden geopolitischen Multipolarität, wie zuvor angesprochen, sehe ich die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland als gefährdet an.
Die globale Organisation der Zusammenarbeit, die Deutschland zwischen 1990 und etwa 2015 erlebte, löst sich auf und markiert das Ende unserer goldenen Zeit. Es ist an der Zeit, einzusehen, dass eine Rückkehr zu dieser glorreichen Ära nicht mehr möglich ist.
Deutschland steht heute vor massiven binnenwirtschaftlichen Problemen. Dabei geht es nicht nur um die Globalisierung, sondern vor allem um die bedenkliche Entwicklung der Fragmentierung und dem Wiederaufleben von Blöcken. Vorsichtig formuliert kann man sagen, dass dies für die deutsche Wirtschaft ein Desaster darstellt.
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Nov 30, 2023 • 26min
Haushaltskrise verlängert die Rezession: Die Ampel-Regierung muss sparen und zerstört Vertrauen der Investoren
Drei Thesen von Michael Hüther im Podcast:
Eine stärkere Rezession steht bevor: Die gegenwärtige Entwicklung weist klar darauf hin, dass Deutschland unaufhaltsam in eine Rezession steuert, und diese wird voraussichtlich intensiver als die aktuelle sein. Die Prognose beruht auf der erwarteten Verschärfung wirtschaftlicher Herausforderungen, die sich über das nächste Jahr hinaus erstrecken.
Es droht eine langfristige rezessive Stagnation: Es besteht die ernsthafte Besorgnis, dass Deutschland eine langanhaltende rezessive Stagnation bevorsteht. Grund ist die Aussicht, dass die aktuelle problematische Phase der Finanzpolitik über einen ungewöhnlich langen Zeitraum anhalten wird, was weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte.
Notwendig ist eine Verfassungsänderung, um finanzpolitisch effektiv handeln zu können: Die jüngsten Erfahrungen unterstreichen überzeugend, dass das isolierte Handeln der Regierung nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. Die Opposition muss über eine Verfassungsänderung in eine wirksame und dauerhafte Lösung einbezogen werden.
Zwei Thesen von Bert Rürup:
Die Schuldenbremse ist Ergebnis der Finanzkrise 2008: Die Schuldenbremse wurde 2009 von einer großen Koalition ins Grundgesetz aufgenommen. Ohne das damalige Finanzdesaster wäre sie nicht implementiert worden.
Die Schuldenbremse muss überdacht werden: Angesichts massiver ökologischer und gesamtwirtschaftlicher Krisen ist eine Überprüfung und Lockerung der Schuldenbremse zu fordern. Die aktuelle Situation stellt eine andere Art von Krise dar. Erforderlich ist eine flexible Reaktion der Finanzpolitik. Doch die bestehende Schuldenbremse ist ungeeignet, um adäquat reagieren zu können.
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Nov 23, 2023 • 23min
Staatskrise durch ein Gerichtsurteil: Bund und Länder sind finanzpolitisch nicht mehr handlungsfähig
Bert Rürup und Michael Hüther diskutieren im Podcast über die Folgen des Urteils, durch das die Verfassungsrichter die gesamte Finanz- und Wachstumspolitik in Deutschland eingeengt und in Frage gestellt haben.
Drei Thesen von Bert Rürup:
Die Frage drängt sich auf: Welche Überlegungen hat das Bundesverfassungsgericht bei diesem Urteil angestellt? Die Richter waren sich offensichtlich der Konsequenzen bewusst. Wenn man es bösartig formulieren will, dann hat sich dieses Gericht vor den staatspolitischen Konsequenzen eigentlich weggeduckt.
Mit zunehmender Diskussion wird die anfängliche Begeisterung für dieses Urteil durch Kritik ersetzt. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich: Es handelt sich um ein äußerst kurzsichtiges Urteil.
Das Oberste Gericht hat sehr viele Wege verschlossen bzw. keine Optionen aufgezeigt. Wir werden bald von allen Seiten eine Schelte des Verfassungsgerichts erleben. Was uns aber nicht hilft.
Drei Thesen von Michael Hüther:
Das Urteil beschreibt einen Zukunftszustand, in dem alles wieder gut ist, jedoch fehlt der Weg der Anpassung. Einfach Annullierungen abzuleiten und so zu tun, als sei dies ein Phänomen der Portokasse, wie es einige tun, das besorgt mich.
Das Urteil erfordert von uns, nicht nach einfachen oder oberflächlichen Antworten zu suchen. Wir müssen die dauerhaften Folgen dieses Urteils ernsthaft in Betracht ziehen, da es nicht nur die aktuelle Regierung betrifft, sondern auch zukünftige.
Regierung und demokratische Opposition müssen zusammenkommen, um die erforderlichen verfassungsrechtlichen Anpassungen zu besprechen. Das Urteil hat weitreichende Konsequenzen und lässt wenig Spielraum für Übergangslösungen. Es erfordert eine staatspolitische Vernunft aller Beteiligten, sich mit dieser Situation ernsthaft auseinanderzusetzen.
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Nov 16, 2023 • 26min
Der Kapitalstock der deutschen Volkswirtschaft ist veraltet und schrumpft. Er muss grundlegend modernisiert werden.
Fünf Thesen von Bert Rürup und Michael Hüther im Podcast
Das Trendwachstum in der Eurozone, insbesondere in Deutschland, ist erheblich gesunken - von 1,4 Prozent vor der Corona-Pandemie auf lediglich 0,4 Prozent. Dieser dramatische Wachstumsverlust ist eine ernsthafte Bedrohung für langfristige Wirtschaftsziele, insbesondere Wirtschaftswachstums.
Der volkswirtschaftliche Kapitalstock in Deutschland ist nicht nur überaltert, sondern schrumpft auch. Er muss dringend erhöht und modernisiert werden. Die Transformation zu Klimaneutralität allein ist kein automatisches Wachstumsthema. Denn Investitionen in die Dekarbonisierung können Des-Investitionen und Stilllegungen mit sich bringen.
Es scheint, als würde die Lohnpolitik jetzt versuchen, Verluste aufzuholen. Jedoch könnten die aktuellen Lohnforderungen, insbesondere in der Stahlindustrie, den Druck auf die Zentralbank erhöhen, weitere Zinsschritte zu unternehmen.
Investitionsentscheidungen erfordern eine langfristige Perspektive, und daher sollte die Finanzpolitik einen umfassenderen Ansatz verfolgen. Es fehlt eine konstruktive Debatte darüber, welche Maßnahmen die makroökonomischen Akteure ergreifen sollten.
Die Erwartung eines Wirtschaftswunders im Zusammenhang mit der Transformation zur Klimaneutralität ist fraglich. Die grüne Transformation führt nicht automatisch zu wirtschaftlichem Wachstum im herkömmlichen Sinne.
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