

Holger ruft an
Übermedien
Der Übermedien-Podcast, in dem Host Holger Klein jede Woche mit wechselnden Gästen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe spricht.
Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik und berichtet seit 2016 über Medien: unabhängig, werbefrei und finanziert ausschließlich durch unsere Community.
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Dec 23, 2022 • 38min
Holger ruft an ... wegen Podcasts
Was macht gute Podcasts aus und wie findet man sie?
Zum Ende des Jahres wird es bei uns im Podcast etwas meta: Holger Klein ruft diesmal bei Podcast-Experte Sandro Schroeder an und spricht mit ihm, na klar, über Podcasts!
In den vergangenen vier Jahren, in denen Sandro Schroeder gemeinsam mit Larissa Vassilian und Marcus Engert bei Übermedien fast 100 Ausgaben der Kolumne "Die Podcastkritik" geschrieben hat, hat sich in der Branche viel getan. „Die Szene hat sich wahnsinnig professionalisiert. Podcasts klingen toller und sind aufwendiger geworden“, sagt Schroeder.
Selbst kleine Lokalzeitungen produzieren mittlerweile gute Audioserien. Und auch den Öffentlich-Rechtlichen sei nun endlich klar, dass Podcast kein Trend ist, der schnell wieder vorbei geht. Von einer Streaming-Plattform als Alternative zum großen Anbieter Spotify sei man aber doch noch ein Stück entfernt, meint Schroeder. Dabei findet er die Idee richtig gut.
Was waren seine Podcast-Highlights 2022? Warum hält er Promis mit viel Reichweite nicht für die besten Hosts? Und wie und wo findet er eigentlich neue, gute Podcasts?
Darüber reden Holger Klein und Sandro Schroeder anlässlich der letzten Ausgabe unserer Kolumne im Podcast.
Links:
"The Trojan Horse Affair": Ein Lehrstück über Journalismus und Recherchen
"Hören/Sagen" – Sandro Schroeders Newsletter über Podcasts
Aktuelle "Onlinestudie" von ARD und ZDF
Alle Folgen der Podcastkritik bei Übermedien

Dec 16, 2022 • 20min
Holger ruft an ... wegen gedruckter Zeitungen
Ist Print tatsächlich tot oder lohnt sich eine Reanimation?
Seit knapp drei Wochen erscheint der "Tagesspiegel" im neuen, kleineren Format – ein Relaunch, für den der Verlag viel Geld ausgegeben hat. Und die "taz" soll es mittelfristig unter der Woche nur noch digital geben, dafür stellte sie kürzlich eine neue gedruckte Wochenendausgabe vor.
Wieso das denn jetzt? Hieß es nicht schon vor Jahren, Print sei tot? Warum investieren Medienunternehmen überhaupt noch ins Papier?
Holger Klein ruft diese Woche an bei Medienwissenschaftler Stephan Weichert. "Wir wissen, dass Print noch genug Geld bringt, dass es sich lohnt, diese geduckten Blätter am Leben zu erhalten. Wir reden hier noch nicht von künstlicher Beatmung."
Kann man junge Zielgruppen so erreichen? Und was wollen die eigentlich? Immerhin sehnen sie sich nach Momenten der Entspannung – ohne Smartphone, sagt Weichert. Der richtige Moment für eine gedruckte Zeitung? Und hat eigentlich jemand an die steigenden Papierpreise in Folge des Krieges und der Energiekrise gedacht?
Links:
Wie der "Tagesspiegel" die gedruckte Zeitung revolutionieren will ("Spiegel")
"taz" bringt neue Wochenzeitung heraus ("Spiegel")
VOCER - Institut für digitale Resilienz

Dec 6, 2022 • 21min
Holger ruft an ... wegen der Sittenpolizei
Was muss man über Irans Propaganda wissen, um nicht darauf reinzufallen?
Der Iran habe die Sittenpolizei abgeschafft, berichteten am Sonntag und Montag internationale Medien. Ist doch eine gute Nachricht, ein Zeichen, dass das Regime nachgibt, oder? Nicht wirklich. Holger Klein ruft diese Woche an bei Gilda Sahebi. Für die Journalistin, die seit Monaten die Ereignisse in der Islamischen Republik bei Twitter und in Medien einordnet, ist diese Meldung ein „Ablenkungsmanöver“. Und viele Medien seien darauf reingefallen.
Das Kommunikationsziel des iranischen Regimes sei es stets, den Schein der Legitimität zu wahren. Vorzutäuschen, dass man es mit einer „normalen“ Regierung zu tun habe. Doch seitdem die Weltöffentlichkeit nach dem Tod der Kurdin Mahsa Zhina Amini und den davon ausgelösten Protesten auf das Land schaut, weil auch Medien mehr darüber berichten, bröckelt dieses Bild.
Warum übernehmen Medien trotzdem immer noch häufig die Narrative der iranischen Führung und verbreiten dadurch Desinformation? Wie kommt man als Journalistin an verlässliche Informationen aus dem Land? Und wie hat sich die deutsche Berichterstattung über Iran in den vergangenen Monaten verändert? Darüber sprechen Holger Klein und Gilda Sahebi diese Woche im Podcast.
Links:
Wie sich deutsche Medien von iranischer Propaganda einlullen lassen
Adnan Tabatabai: Ein "Iran-Experte" mit Nähe zum System
Warum die Abschaffung der Sittenpolizei ein Ablenkungsmanöver der Mullahs ist ("Der Spiegel")
Geleakte Aufnahme: Was die iranische Führung über die Proteste denkt ("Der Spiegel")

Dec 2, 2022 • 23min
Holger ruft an ... wegen Amazon
Was macht Recherchen über den Handelsriesen so schwierig?
Tiefgehende Recherchen sind im Lokaljournalismus oft schwierig. Verlage müssen sparen, Redaktionen werden zentralisiert, und auf weniger Mitarbeiter:innen lastet mehr Arbeit. Es fehlen die Ressourcen für investigative Arbeit. „Correctiv Lokal“ will diese Situation verbessern, indem ein deutschlandweites Netzwerk Themen gemeinsam angeht und die Informationen mit der Community teilt.
Holger Klein ruft diese Woche an bei Jonathan Sachse. Er leitet das Netzwerk "Correctiv Lokal" und hat mit Journalist:innen aus ganz Deutschland in den vergangenen Monaten zum Unternehmen Amazon recherchiert. „Es war uns wichtig zu vermitteln, was für prekäre Arbeitsbedingungen das für die Menschen sind“, erzählt Jonathan Sachse, Leiter von „Correctiv Lokal“ im Übermedien-Podcast. Der Text „Maschine Amazon“ ist kürzlich bei „Correctiv“ erschienen. Parallel veröffentlichten acht lokale Medienhäuser ihre Ergebnisse.
Interessant ist die PR-Strategie des Online-Versandhändlers. Anders als Tesla schottet sich Amazon nicht ab. Die Taktik ist offenbar: Offenheit signalisieren und dadurch Aufmerksamkeit lenken. Wenn zum Beispiel in der „Black Week“ zu Streiks aufgerufen wird, lädt Amazon die lokale Presse zur Werksführung ein, erzählt Jonathan Sachse. Unterbesetzte Redaktionen müssen dann entscheiden, welchen Termin sie wahrnehmen.
Schwierig ist das Thema Amazon in vielen Redaktion auch deshalb, weil Verlage mit dem Versandhändler kooperieren und dadurch wirtschaftliche Abhängigkeiten entstehen. Sachse: „Amazon vor Ort anfragen trauen sich viele nicht.“
Wie kann „Correctiv Lokal“ da helfen? Was haben Sachse und sein Team zu Amazon herausgefunden? Und was hat es mit all den seltsamen Artikeln auf Nachrichtenseiten zum „Black Friday“ auf sich? Darüber sprechen Holger Klein und Jonathan Sachse im Podcast.
Links:
Die Maschine Amazon – Recherche von "Correctiv Lokal"
Schlechte Arbeitsbedingungen: Millionenschwere Imagekampagne von Amazon (Lobbycontrol)
Den Verlagen fehlen die Strategien für das "Post-Cookie-Zeitalter"

Nov 25, 2022 • 20min
Holger ruft an... wegen Filterblasen
Sind Filterblasen gar nicht so schlimm, wie alle sagen?
Vor einem Monat hat Elon Musk Twitter gekauft. Und alle fragen sich immer noch unruhig: Was passiert mit der Plattform? Geht Twitter jetzt bald kaputt?
Holger Klein ruft diese Woche an bei Frank Rieger, dem Sprecher des „Chaos Computer Clubs“. Er glaubt nicht, dass Twitter kaputt geht. „Aber es wird sehr vieles anders werden.“
Riegers These: Die sozialen Netzwerke sind zu groß geworden, „wir brauchen wieder kleinere Kontexte“. So, wie es die dezentrale Plattform Mastodon bietet. Rieger vergleicht Twitter mit einem großen Stadion, in dem jeder seine These in ein Megaphon brüllt und versucht, die anderen von sich zu überzeugen. Mastodon hingegen sei überschaubarer, wie verschiedene Kneipen, in denen man sich zum Austausch trifft.
Wer sich in den vergangenen Wochen bei Mastodon angemeldet hat, hat vielleicht schon festgestellt, dass der Ton dort etwas freundlicher ist. Mehr Gleichgesinnte, weniger Provokation. Aber ist das gut? Wurde vor den sogenannten Filterblasen, in denen man nur das erfährt, was der eigenen Sichtweise sowieso schon entspricht, nicht immer gewarnt? Frank Rieger sieht genau darin die Chance der neuen, kleineren Communitys. Er fordert: "mehr und bessere Filterblasen".
Links:
Übermedien bei Mastodon
Für mehr und bessere Filterblasen (Kolumne von Frank Rieger)
Elon Musk hat eine Vision, nur leider die falsche (Süddeutsche Zeitung)
Warum sollte es einen überhaupt kümmern, was da gerade bei Twitter passiert? (Podcast)
Studie "The effect of social balance on social fragmentation"

Nov 18, 2022 • 21min
Holger ruft an ... wegen der Ukraine
Wie kritisch sollten Medien mit der Ukraine umgehen?
Macht womöglich auch die Ukraine Fehler, nicht immer nur Russland? Die Lage ist komplex, gerade deshalb erfordert sie einen besonderen medialen Umgang. Im Übermedien-Podcast erzählt Reporter Moritz Gathmann, worüber zu wenig berichtet wird, welche "Eigentore" die ukrainische Regierung macht und wie man als Journalist damit umgehen sollte.
Moritz Gathmann ist Chefreporter beim Magazin „Cicero“, seit Februar 2022 berichtet aus der Ukraine. 2014/2015 berichtete er für „Zeit Online“ und „Spiegel“ vom Euromaidan und über den russisch-ukrainischen Krieg im Donbass. Von 2016 bis 2019 arbeitete er als Moderator des russischsprachigen Berliner Fernsehsenders „OstWest“.
Links
Solidarität mit der Ukraine darf kein Filter für Nachrichten sein (Übermedien)
"Bild" und die "unwahrscheinliche dritte Möglichkeit" (Bildblog)
Raketeneinschlag in Polen – was bekannt ist und was nicht (Tagesschau)
Das Leiden in der Ukraine betrachten – Essay von Tanjev Schultz (Übermedien)
Ein Zug voller Atompanik (Übermedien)

Nov 11, 2022 • 33min
Holger ruft an ... wegen Twitter
Warum sollte es einen überhaupt kümmern, was da gerade bei Twitter passiert?
Seit Elon Musk Twitter übernommen hat, brennen die Timelines: Was wird der Milliardär mit und aus dem Netzwerk machen? Geht es nun den Bach runter? Und: Muss einen das interessieren? Holger Klein ruft an: bei Stefan Niggemeier, einem der Übermedien-Gründer, der erklärt, weshalb er Twitter so wichtig findet. Für ihn persönlich, aber auch ganz allgemein.
Stefan Niggemeier ist Gründer von Übermedien und „BILDblog“. Seit vielen Jahren Autor, Blogger und freier Medienkritiker, früher unter anderem bei der FAS und beim „Spiegel“. Seit 2008 ist er auf Twitter. Derzeit folgen ihm dort rund 321.000 Accounts.
Links
"Chaos bei Twitter" – was bisher geschah ("Spiegel")
"Die Sache hat einen blauen Haken, Elon Musk". (Übermedien)
Was die Twitter-Übernahme für unabhängig Schaffende bedeutet (Mela Eckenfels)
"Druckbetankung mit Welt" – warum Gabriel Yoran auf Twitter ist (Übermedien)
"Alternative Plattfomen: So klappt der Umzug auf Mastodon" ("Netzpolitik")
"Inside the Twitter meltdown" ("Platformer")

Nov 3, 2022 • 16min
Holger ruft an ... wegen Frankfurts Oberbürgermeister
Was sind das für Abwahl-Anzeigen in den Zeitungen in Frankfurt am Main?
Frankfurter Zeitungen bieten einen saftigen Rabatt für Anzeigen an – aber offenbar nur für Gegner des angeschlagenen Oberbürgermeisters Peter Feldmann. Aufgedeckt hat das taz-Korrespondent Christoph Schmidt-Lunau. Im Übermedien-Podcast mit Holger Klein erzählt er, was es mit den Anzeigen auf sich hat und wer teilweise dahinter steckt.
Christoph Schmidt-Lunau ist seit 1975 "taz"-Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Vorher hat er als Reporter, Moderator und Redaktion für mehrere ARD-Radiosender gearbeitet, war Programmdirektor bei Radio ffn und Landtageskorrespondent in Wiesbaden für den HR-Hörfunk, die ARD und den „Tagesspiegel“.
Korrektur! Im Podcast heißt es, der reguläre Preis einer Anzeigenseite in den Zeitungen liege bei „um die 300.000 Euro“. Das stimmt nicht.
Eine Anzeigenseite kostet, laut taz, lediglich um die 30.000 Euro, genau: 27.413,76 Euro.Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Links
Seltsame Rabatte bei Frankfurter Zeitungen (taz)
So läuft der Bürgerentscheid in Frankfurt ab (hr)
Was Sie über den Prozess gegen Frankfurts OB wissen müssen (hr)

Oct 27, 2022 • 28min
Holger ruft an ... wegen Suppe auf Van Gogh
Kriegen „Suppen-Attacken“ mehr Aufmerksamkeit als die Botschaft dahinter?
Tomatensuppe auf Van Gogh, Kartoffelbrei auf Monet: die Proteste von Klimaaktivist:innen in Museen haben in den vergangenen Wochen mediales Aufsehen erregt. Der Kern der Forderungen – politisches Handeln, um die Klimakrise zu bewältigen, allem voran ein Abschied von fossiler Energie – geht in der Berichterstattung dabei oft unter, kritisiert Simon Teune.
Holger Klein ruft diese Woche an bei Simon Teune. Der Soziologe beschäftigt sich wissenschaftlich unter anderem mit der Medienwirkung von Protesten und sagt im Übermedien-Podcast: „Wenn man innerhalb von Stunden einen Artikel liefern muss, kann man nicht die grundsätzlichen Fragen stellen.“ Journalist:innen, die nicht tagesaktuell arbeiten, gingen anders an solche Themen heran, so seine Beobachtung.
Warum sind die Suppen-Aktionen aus seiner Sicht dennoch effektiv? Was unterscheidet die Klimaproteste von anderen Protesten? Und wie schaffen es Medien, mehr über die Inhalte von Protesten zu berichten, anstatt nur über die Aktionen an sich? Darüber spricht Holger Klein mit Simon Teune diese Woche im Podcast.
Links:
Die Klimakrise eskaliert und der Journalismus kommt nicht hinterher
Im Spaßbad der Hitzebilder
Glaubwürdigkeit über Bord: "Zeit-Reisen" mit dem Kreuzfahrtschiff

Oct 21, 2022 • 25min
Holger ruft an ... wegen Tesla
Auf welche Probleme stößt eine Investigativreporterin, wenn es um Tesla geht?
Jedes Jahr verleiht das Netzwerk Recherche die "Verschlossene Auster". Der Negativpreis geht an Firmen und Organisationen für deren intransparentes Verhalten gegenüber Medien und der Öffentlichkeit. Informationsblockierer 2022 ist Tesla.
Holger Klein ruft diese Woche an bei Janine Richter. Sie ist Investigativreporterin bei der "Märkischen Oderzeitung" und beschäftigt sich vor allem mit Teslas sogenannter Gigafactory in Grünheide bei Berlin.
90 Prozent ihrer Presseanfragen werden gar nicht erst beantwortet, erzählt sie im Übermedien-Podcast. Möglichkeit, selbst in das Werk zu kommen, hat sie nicht. Es gibt keine offizielle Pressestelle, an die sie sich wenden kann. Und auch Kontakt zu Mitarbeiter:innen aufzunehmen, ist schwer.
Wie kommt sie dann an Informationen? Was erlebt sie bei ihren Recherchen? Wie nimmt sie die Behörden und Politik im Umgang mit Tesla wahr? Und welche Risiken sieht sie für die Natur in der Umgebung? Das alles erzählt sie Holger Klein diese Woche im Podcast.
Links:
Großes Werk in Brandenburg – Der Begriff "Gigafactory" hat es in die Alltagssprache geschafft
Tesla-Werk in Grünheide: Neue Daten über Luftqualität erhoben
Lackunfall in Grünheide: Wasserverband ist beunruhigt
"Verschlossene Auster": Netzwerke Recherche verleiht Negativpreis an Tesla


