WDR 5 Das philosophische Radio

WDR 5
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Mar 23, 2026 • 54min

Maria-Sibylla Lotter: Wie wir Opfer sehen und mit Verletzlichkeit umgehen

Die Gesellschaft ändert sich mit Blick auf Opfer und Täter. Verletzlichkeit steht zunehmend im Zentrum des Interesses und damit Schutzbedürftigkeit. Selbstverantwortung und Autonomie rücken dafür allerdings in den Hintergrund. Was bedeutet diese Entwicklung für unser Zusammenleben? Studiogast: Maria-Sybilla Lotter, Philosophin Moderation: Jürgen WiebickeDie Philosophin Maria-Sibylla Lotter (*1961) lehrt Ethik und Ästhetik an der Ruhr-Universität Bochum. In ihrem neuen Buch beschäftigt sie sich mit unsererm Bild vom Opfer als passives, hilfloses und psychisch beschädigtes Wesen und plädiert für einen bewussteren Umgang mit Verletzlichkeit.Kultur der Würde versus Opferkultur: Gisèle Pelicot als Beispiel für Selbstermächtigung statt stereotyper Opferrolle (02:02)Der Fall George Lloyd: Die Verkörperung der passiven Opferrolle (09:35)Wie die Erweiterung psychiatrischer Kategorien unseren Umgang mit Hindernissen verändert (13:47)Wie die Erweiterung des Gewaltbegriffs um strukturelle Gewalt die Handlungsfähigkeit des Subjekts begrenzt (27:20)Zwischen Jammern und Handeln: Die eigene Verwundbarkeit wahrnehmen und aus eigener Kraft das Leben bewältigen (34:18)Wie Schutz der Verletzlichkeit heute über andere Grundwerte dominiert (41:05)Warum Problembewusstsein gut ist, wir uns aber über die Ambivalenz des Umgangs mit Verletzlichkeit klarwerden müssen (50:05)LiteraturMaria-Sibylla Lotter (2026): Opfer: Über Verwundbarkeit als Selbstbild. München: Hanser Verlag. 288 Seiten. ISBN 978-3-446-28227-8Philosophieren Sie mit über die großen Themen unserer Zeit. Das philosophische Radio mit Jürgen Wiebicke immer montags um 19:04 Uhr live in WDR 5. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/index.htmlIm nächsten Podcast sprechen wir mit Stefan Weidner über Yoga.Sie haben Fragen oder Kritik? Schreiben Sie an philo@wdr.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, bewerten Sie uns gerne und empfehlen Sie uns auf ihrer liebsten Podcast-Plattform weiter. Unsere Podcast-Empfehlung:WDR Zeitzeichen – kompakte 15 Minuten für eine Reise in die Geschichte. https://1.ard.de/zeitzeichen
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Mar 16, 2026 • 56min

Martin Breul: Zum Tod von Jürgen Habermas

Martin Breul, Philosoph und Professor an der TU Dortmund mit theologischem Hintergrund, spricht über Jürgen Habermas. Er erzählt von ersten Begegnungen mit dessen Werk. Kernpunkte sind die kommunikative Vernunft, Demokratie als Lebensform und die Rolle als öffentlicher Intellektueller. Es geht auch um Öffentlichkeit, Bildung und den Umgang mit Rechtspopulismus.
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Mar 9, 2026 • 54min

Markus Rieger-Ladich: Privilegien in der Gegenwart

Markus Rieger-Ladich, Professor für Erziehungswissenschaften in Tübingen, forscht zu Bildungsungleichheit und Privilegien. Er spricht über Selbst- und Fremdzuschreibung von Privilegien. Themen sind Meritokratie versus reale Ungleichheit, konkrete Ausgleichsmaßnahmen in der Lehre und die politische Wirkung des Privilegienbegriffs. Auch globale Dimensionen und psychosoziale Folgen kommen zur Sprache.
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Mar 2, 2026 • 55min

Markus Gabriel: Ethik der KI

Markus Gabriel, Philosophie-Professor in Bonn und Autor, spricht über die ethischen Dimensionen und Risiken der Künstlichen Intelligenz. Kurze Gedanken zur Ontologie von KI und zur Frage, ob Systeme wirklich denken. Diskussion zu Bildung, Manipulationsgefahr durch Chatbots und Europas Chance für werteorientierte KI. Abschließend Bilder von Steuerung, Symbiose und knappen Zeitfenstern für ethische Programmierung.
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Feb 23, 2026 • 53min

Alfred Hirsch: Heimatweh

Alfred Hirsch, Philosophie-Professor an der Universität Witten‑Herdecke und Autor, liefert kurze Reflexionen zu Heimat, Raum und Fremdheit. Er erzählt von der historischen Entstehung des modernen Heimatbegriffs. Er erklärt Heimweh, Heimatweh, Beheimatung und Entheimatung. Er diskutiert Mobilität, Migration und die leibliche Bindung an Orte.
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Feb 16, 2026 • 51min

Jochen Hörisch: Warum Hände unser Denken prägen

Jochen Hörisch, Germanist, Medienwissenschaftler und Autor der Kulturgeschichte ‚Hände‘, erklärt, warum Hände Denken, Fühlen und Handeln verbinden. Kurze, prägnante Gespräche über Gestik, haptisches Wissen, Handschrift versus Tippen und die Unersetzlichkeit menschlicher Feinmotorik. Außerdem: Hände als Zeugnis von Identität, Heilpraxis und kultureller Bedeutung.
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Feb 9, 2026 • 56min

Wolfgang Detel: Die Ungleichheit und die Macht des großen Geldes

Wolfgang Detel, emeritierter Philosophieprofessor, der sich auf Ökonomie und Ungleichheit spezialisiert hat. Er diskutiert scharfe Vermögenskonzentration, historische Ursachen seit den 1970ern und neoliberale Vordenker. Es geht um Definitionen von Ultrareichtum, Steuerung durch Abgaben und konkrete Vorschläge wie einmalige Vermögensabgaben oder ein universelles Grunderbe.
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Feb 2, 2026 • 55min

Michael Quante: Altern in Würde

Michael Quante, Philosoph an der Universität Münster, spricht kurz über Ethik und Anthropologie. Er beleuchtet Altern als philosophische Herausforderung. Es geht um Weisheit versus Verzweiflung, radikale Lebensverlängerung, soziale Verantwortung und Ungleichzeitigkeit. Außerdem diskutiert er Solidarität, Selbstbestimmung beim Lebensende und Wege für generationenübergreifenden Dialog.
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Jan 26, 2026 • 56min

Frauke Rostalski: Klimawandel und Verantwortung

Der Klimawandel bleibt trotz zahlreicher anderer Krisen präsent. Gleichzeitig wird immer deutlicher, wie knapp die verbleibende Zeit ist. Wie der Schutz des Klimas gelingen kann, diskutiert Moderator Jürgen Wiebicke mit der Philosophin und Juristin Frauke Rostalski. Frauke Rostalski (*1985) ist eine Rechtswissenschaftlerin, Rechtsphilosophin und Professorin an der Universität zu Köln. Sie leitet das Institut für Strafrecht, ist Mitglied des Deutschen Ethikrats (seit 2020) und Chefredakteurin der Zeitschrift "REthinking Law". Ihre Forschungsschwerpunkte sind Künstliche Intelligenz im Recht, Medizinethik, Wirtschaftsstrafrecht und digitale Transformation.Debatte im Ethikrat über den Klimawandel (02:22)Die Rolle des Individuums (04:18)Was mit Gesinnungs- und Verantwortungsethik gemeint ist (06:31)Kritik am Pariser Klimaschutzabkommen (12:22)Bewusstsein für Klimaschutz schaffen (20:19)(Keine) Vorbildfunktion beim Klimaschutz? (28:34)Das Problem mit der "Moralfalle" (35:00)Klimaschutz: Kapitalismus versus Sozialismus (43:25)Was das Bundesverfassungsgericht zum Klimaschutz sagt (51:30) Literatur: Frauke Rostalski: Wer soll was tun? Warum wir nicht zum Klimaschutz verpflichtet sind und worin unsere Verantwortung besteht. C.H. Beck Verlag, München 2025. ca. 120 S., kart., ISBN 978-3-406-83750-0. 18 Euro.Mehr zum Thema im Philosophischen Radio:Christoph Quarch: über den Lebenssinn Andreas Zick: Wie wir mit Unsicherheit umgehen können Philosophieren Sie mit über die großen Themen unserer Zeit. Das philosophische Radio mit Jürgen Wiebicke immer montags um 19:04 Uhr live in WDR 5.Im nächsten Podcast sprechen wir mit dem Philosophen Michael Quante über das Ältwerden unserer Gesellschaft. Sie haben Fragen oder Kritik? Schreiben Sie an philo@wdr.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, bewerten Sie uns gerne und empfehlen Sie uns auf ihrer liebsten Podcast-Plattform weiter.Unser Podcast-Tipp: Beim Klimaschutz steht vieles auf dem Prüfstand. Das "ARD Klima Update" ordnet die aktuellen Debatten ein, liefert fundierte Recherchen und wissenschaftliche Analysen – und zeigt Perspektiven und Lösungen für die Zukunft.
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Jan 19, 2026 • 56min

Gregor Taxacher: Ist der Tod das Ende?

Gregor Taxacher, katholischer Theologe und Autor an der TU Dortmund, untersucht die Frage, ob der Tod das Ende ist. Er spricht über die mediale Präsenz des Todes, die Angst vor dem Sterben und erklärt die Unterschiede zwischen jüdisch-christlicher Auferstehungshoffnung und platonischer Seelenunsterblichkeit. Zudem erörtert er die Krise dieser Vorstellungen im 21. Jahrhundert und plädiert für eine nachmetaphysische theologische Sprache. Auch Nietzsches Kritik wird thematisiert, zusammen mit dem spannenden Vorher-Nachher-Paradox und digitalen Unsterblichkeitsfantasien.

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