

Wirtschaftliche Freiheit
Norbert Berthold, Jörn Quitzau
Der Ökonomen-Podcast für wirtschaftspolitische Themen. Zielgruppe: Interessierte Nicht-Ökonomen und professionelle Volkswirte.
Episodes
Mentioned books
.jpg&w=360&h=360)
Oct 31, 2022 • 29min
Vor den US-Zwischenwahlen: Wie ist die Stimmung in den USA?
Am 8. November finden in den USA die Zwischenwahlen statt, die sogenannten Midterm Elections. Die Welt schaut gebannt nach Amerika und erhofft sich Hinweise für die Präsidentschaftswahl 2024. Wie steht es heute um die amerikanische Gesellschaft? Wie gespalten ist das Land? Welche Politiker sind für die Präsidentschaftswahl 2024 im Auge zu behalten?
Ein Gespräch zwischen Dr. Jackson Janes (German Marshal Fund) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg).
Aus dem Inhalt:
Einleitung (00:18) +++
Wo steht die amerikanische Gesellschaft, wie tief sind die Gräben? (01:42) +++
Welche Rolle spielt die Wirtschaft, welche Rolle spielt die Inflation? (05:45) +++
Welche Rolle spielen kulturelle Aspekte für die gesellschaftlichen Spannungen? (12:27) +++
Ausblick auf die Zwischenwahlen (15:58) +++
Implikationen für die transatlantischen Beziehungen (22:56) +++
Die Referenten:
Dr. Jackson Janes is a resident senior fellow at the German Marshall Fund and president emeritus of the American Institute for Contemporary German Studies at the Johns Hopkins University in Washington, DC, where he has been affiliated since 1989.
Dr. Janes has been engaged in German-American affairs in numerous capacities over many years. He has studied and taught in German universities in Freiburg, Giessen, and Tübingen. He was the director of the German-American Institute in Tübingen (1977-1980) and then directed the European office of The German Marshall Fund of the United States in Bonn (1980-1985). Before joining AICGS, he served as director of Program Development at the University Center for International Studies at the University of Pittsburgh (1986-1988). He was also chair of the German Speaking Areas in Europe Program at the Foreign Service Institute in Washington, DC, from 1999-2000 and president of the International Association for the Study of German Politics from 2005-2010.
Dr. Janes is a member of the Council on Foreign Relations, the International Institute for Strategic Studies, and the Atlantic Council of the United States. He serves on the advisory boards of the Berlin office of the American Jewish Committee, Beirat der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik (ZfAS), the Robert Bosch Foundation Alumni Association, and the American Bundestag Intern Network (ABIN) in Washington, DC. He is a member of the board of the German American Fulbright Commission and serves on the Selection Committee for the Bundeskanzler Fellowships for the Alexander von Humboldt Foundation. He is a member of the Cosmos Club in Washington DC.
Dr. Janes has lectured throughout Europe and the United States and has published extensively on issues dealing with Germany, German-American relations, and transatlantic affairs. In addition to regular commentary given to European and American news radio, he has appeared on CBS, CNN, C-SPAN, PBS, CBC, and is a frequent commentator on German television. Dr. Janes is listed in Who’s Who in America and Who’s Who in Education.
In 2005, Dr. Janes was awarded the Officer’s Cross of the Order of Merit of the Federal Republic of Germany, Germany’s highest civilian award.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.

Oct 26, 2022 • 33min
Versteckte Inflation (Vollversion)
10 % Inflation – das ist die rasanteste Teuerung seit Bestehen der Währungsunion. Die Preise steigen, der Geldwert schwindet. Doch steckt in diesen Zahlen schon die ganze Wahrheit?
Offenbar nicht. Neben der Teuerung, die von den Statistikämtern offiziell ausgewiesen wird, gibt es noch die versteckte Inflation, die in ganz unterschiedlichen Formen auftreten kann.
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Gunther Schnabl (Universität Leipzig) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg).
Aus dem Inhalt:
Einleitung/Problemlage (00:18)
Was sind die Hauptgründe für die aktuell rasanten Inflationsraten? (01:16)
Nach Jahren der ultra-expansiven Geldpolitik: Wo ist die Inflation geblieben? (04:40) +++
Wo versteckt sich die Inflation noch? Qualitätsverschlechterungen… (08:00) +++
…Warteschlangen und Lieferfristen (16:52) +++
Subventionen und staatliche Preiskontrollen – Erfahrungen aus Japan (20:29) +++
Die Referenten:
Prof. Dr. Gunther Schnabl ist Professor für Wirtschaftspolitik und Internationale Wirt-schaftsbeziehungen an der Universität Leipzig, wo er das Institut für Wirtschaftspolitik leitet. Er hat an der Universität Tübingen zu Leistungsbilanzungleichgewichten und Währungsintegration in Ostasien und Europa promoviert und habilitiert. Er war Gastwissenschaftler an der Stanford University, der Katholischen Universität Leuven, der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, der Deutschen Bundesbank, der Bank of Japan, der Federal Reserve Bank of New York sowie der Europäischen Zentralbank. Vor seiner Berufung an die Universität Leipzig war er als Advisor bei der Europäischen Zentralbank tätig. Professor Schnabl hat in zahlreichen internationalen referierten Zeitschriften zu den Themenbereichen Währungsintegration, Wechselkurspolitik, Leistungsbilanzungleichgewichte sowie Boom-und-Krisen-Zyklen auf Finanzmärkten publiziert. Im Ranking der internationalen wissenschaftlichen Datenbank IDEAS gehört er zu den Top3 Prozent der Volkswirte in Deutschland und Europa. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zählt ihn zu den 100 einflussreichsten Ökonomen im deutschen Sprachraum. Er ist Mitherausgeber von Ordo – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft und The Economists’ Voice.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.

Oct 26, 2022 • 5min
# 35 IN ALLER KÜRZE: Versteckte Inflation
10 % Inflation – das ist die rasanteste Teuerung seit Bestehen der Währungsunion. Die Preise steigen, der Geldwert schwindet. Doch steckt in diesen Zahlen schon die ganze Wahrheit?
Offenbar nicht. Neben der Teuerung, die von den Statistikämtern offiziell ausgewiesen wird, gibt es noch die versteckte Inflation, die in ganz unterschiedlichen Formen auftreten kann.
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Gunther Schnabl (Universität Leipzig) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg).
Aus dem Inhalt:
Einleitung/Problemlage (00:18)
Was sind die Hauptgründe für die aktuell rasanten Inflationsraten? (01:16)
Nach Jahren der ultra-expansiven Geldpolitik: Wo ist die Inflation geblieben? (04:40) +++
Wo versteckt sich die Inflation noch? Qualitätsverschlechterungen… (08:00) +++
…Warteschlangen und Lieferfristen (16:52) +++
Subventionen und staatliche Preiskontrollen – Erfahrungen aus Japan (20:29) +++
Die Referenten:
Prof. Dr. Gunther Schnabl ist Professor für Wirtschaftspolitik und Internationale Wirt-schaftsbeziehungen an der Universität Leipzig, wo er das Institut für Wirtschaftspolitik leitet. Er hat an der Universität Tübingen zu Leistungsbilanzungleichgewichten und Währungsintegration in Ostasien und Europa promoviert und habilitiert. Er war Gastwissenschaftler an der Stanford University, der Katholischen Universität Leuven, der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, der Deutschen Bundesbank, der Bank of Japan, der Federal Reserve Bank of New York sowie der Europäischen Zentralbank. Vor seiner Berufung an die Universität Leipzig war er als Advisor bei der Europäischen Zentralbank tätig. Professor Schnabl hat in zahlreichen internationalen referierten Zeitschriften zu den Themenbereichen Währungsintegration, Wechselkurspolitik, Leistungsbilanzungleichgewichte sowie Boom-und-Krisen-Zyklen auf Finanzmärkten publiziert. Im Ranking der internationalen wissenschaftlichen Datenbank IDEAS gehört er zu den Top3 Prozent der Volkswirte in Deutschland und Europa. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zählt ihn zu den 100 einflussreichsten Ökonomen im deutschen Sprachraum. Er ist Mitherausgeber von Ordo – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft und The Economists’ Voice.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.

Sep 12, 2022 • 41min
Staatsschulden: Der unsichtbare Teil des Eisbergs
Der Staat verschuldet sich nicht nur explizit auf den Kapitalmärkten. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Und auch der wird, wie der Bundesrechnungshof jüngst moniert hat, noch verschleiert. Schattenhaushalte, Sondervermögen, Buchungspraktiken säumen den Weg zu tatsächlich höherer Verschuldung. Der größere Teil des Eisbergs ist mit der impliziten Verschuldung in den umlagefinanzierten Systemen der sozialen Sicherung allerdings unter Wasser. Das weicht die staatliche Budgetrestriktion weiter auf und wirkt wie ein Brandbeschleuniger des staatlichen, meist konsumtiven Ausgabenwachstums.
Über diesen Themenkomplex diskutieren Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen und Prof. Dr. Norbert Berthold.
Aus dem Inhalt:
Einleitung: Die Staatstätigkeit nimmt zu, insbesondere im Bereich der Sozialversicherung. Damit steigt die verdeckte bzw. implizite Staatsverschuldung. (00:20) +++
Warum wächst die Staatswirtschaft? (03:50) +++
Explizite vs. implizite Verschuldung: Wie groß ist der gesamte Eisberg? (10:29) +++
Wie kann der Anstieg der Schulden gestoppt werden? (23:37) +++
Begrenzung des Bundeszuschusses als Lösung des Problems? Die Rolle der Zentralbank. (34:45) +++
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (geb. 1957, verh., drei Kinder) ist Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und war Professor an der Universität Bergen, Norwegen (1994-2019). Zahlreiche Auslandsaufenthalte führten ihn u.a. in die USA aber auch immer wieder in die skandinavischen Länder. Neben seiner Mitwirkung an internationalen Forschungsprojekten beteiligt er sich – zum Beispiel als Mitglied der Rürup-Kommission, der Kommission Steuergesetzbuch oder als Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft – an Fragen der praktischen Sozialpolitik.
Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.

Aug 15, 2022 • 31min
Übergewinnsteuer: Das falsche Instrument
76 % der Deutschen halten die sogenannte Übergewinnsteuer, mit der die Krisengewinner zusätzlich zur Kasse gebeten werden sollen, für eine gute Idee (Infratest dimap-Umfrage für den ARD Deutschlandtrend). Ökonomen sehen das mehrheitlich anders – so auch der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesfinanzministerium. Was sind die Gründe, die gegen eine Übergewinnsteuer sprechen?
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Marcel Thum (Technische Universität Dresden, ifo Institut), Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium, und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg).
Aus dem Inhalt:
Einleitung/Problemlage (00:22) +++
Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats: Ist der Beirat unabhängig? (02:03) +++
Pro & Contra Übergewinnsteuer: Probleme bei Gewinnermittlung; Gerechtigkeitsaspekte (04:28) +++
Mineralölkonzerne und Tankrabatt: Wer ist zuständig beim Missbrauch von Marktmacht? (17:59) +++
Was ist dran an den Standardargumenten für die Übergewinnsteuer? (21:23) +++
Warum dringen Ökonomen mit ihren Argumenten oft nicht durch? (27:13) +++
Die Referenten:
Prof. Dr. Marcel Thum ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Dresden und Direktor des ifo Instituts in Dresden. Thum studierte von 1985 bis 1990 Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss das Studium als Diplom-Volkswirt ab. Anschließend war er dort am Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und wurde 1995 promoviert. Nach einem kurzen Aufenthalt als John Foster Dulles Visiting Lecturer an der Woodrow Wilson School der Princeton University kehrte er nach München zurück und war dort bis zu seiner Habilitation 2001 Wissenschaftlicher Assistent. Seit 2001 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der TU Dresden und seit 2004 Leiter der Niederlassung des ifo Instituts in Dresden. Er ist seit 2019 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.
.jpg&w=360&h=360)
Aug 10, 2022 • 55min
Inflation, Lohn-Preis-Spirale und Konzertierte Aktion
Die Zeiten haben sich geändert. Eine lange Phase niedriger Inflationsraten ist vorbei. Die Inflationsraten entwickeln sich auch in der EWU sehr dynamisch. Das ist keine ganz neue Entwicklung. Sie lässt sich schon seit geraumer Zeit beobachten. Der Ukraine-Krieg war ein Brandbeschleuniger. Die Hoffnung vieler, dass hohe Inflationsraten allenfalls eine temporäre Erscheinung seien, hat sich zerschlagen. Die EZB, zuständig für Preisstabilität in der EWU, ist nur widerwillig bereit, den dynamischen Prozess der Inflation zu bremsen. Sie geht geldpolitisch nur wenig vom Gas. Eine länger sehr hohe Inflationsrate schürt aber die Angst vor einer Lohn-Preis-Spirale. Die Gefahr ist groß, dass sich die Inflation verfestigt, auch weil sich die Preiserwartungen entankern. Der Preis einer anhaltend hohen Inflationsrate wäre erheblich. In der Not verfällt die Politik auf Instrumente aus einer längst vergangenen Welt, aus der Zeit der Globalsteuerung. Alte Glaubenssätze haben wieder Konjunktur. Eine Konzertierte Aktion soll helfen, inflationäre Tendenzen im Zaum zu halten.
Ein Gespräch zwischen Prof. Volker Wieland, Ph.D. (IMFS, Goethe Universität Frankfurt am Main) und Prof. Dr. Norbert Berthold (Universität Würzburg).
Aus dem Inhalt:
Problemlage: „Konzertierte Aktion“ als Antwort auf die hohe Inflation? (00:42)
Was sind die Gründe für die Inflation? (02:15)
Sind die Preissteigerungsraten nur temporär? (11:42)
Was sind die Rezepte gegen Inflation? (16:37)
Arbeitsteilung in der Wirtschaftspolitik – wer ist wofür zuständig? – Fiskalpolitische Dimensionen der Geldpolitik (19:13)
Folgen für die Lohnpolitik (27:52)
„Konzertierte Aktion“: Was ist davon zu halten? (38:54)
Kann eine dezentrale Lohnfindung das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale senken(49:46)
Die Referenten:
Prof. Volker Wieland hat seit März 2012 die IMFS-Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie inne. Seit Juni 2012 ist er zudem Geschäftsführender Direktor des IMFS. Zuvor war er Professor für Geldpolitik und Geldtheorie an der Goethe-Universität Frankfurt und gehörte zu den Gründungsprofessoren des IMFS. Von 2003 bis 2009 war er Direktor des Center for Financial Studies.
Wieland ist Research Fellow am Center for Economic Policy Research (CEPR) in London, Mitglied im Kronberger Kreis sowie im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums der Finanzen. Von 1. März 2013 bis 30. April 2022 war er Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und von Mai 2021 bis April 2022 Mitglied im Beirat des Stabilitätsrats.
Er studierte an den Universitäten Würzburg, State University of New York, Albany, dem Kieler Institut für Weltwirtschaft und der Stanford University. 1995 verlieh ihm die Stanford University den Titel Ph.D. in Economics. Bevor er im November 2000 nach Frankfurt kam, arbeitete Wieland als Senior Economist am Board of Governors des Federal Reserve Systems in Washington, DC. 2007 und 2008 nahm er zudem eine Gastprofessur am Stanford Center for International Development (SCID) wahr.
Wieland war und ist als Consultant für eine Reihe von Institutionen tätig, dazu gehörten unter anderem die Europäische Zentralbank, die Europäische Kommission, das Federal Reserve Board und die Reserve Bank of Finland.
Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.

Aug 3, 2022 • 1h
Der Staat expandiert, der Markt stagniert - Wege aus der ordnungspolitischen Verwahrlosung
Wirtschaftliche Not kennt kein ordnungspolitisches Gebot. Geht es nach der Politik, sind wir immer wirtschaftlich in Not. Die Staatsquote steigt nachhaltig, die (explizite und implizite) staatliche Verschuldung explodiert, der Staat reguliert zunehmend flächendeckend, monetäre Staatsfinanzierung wird salonfähig. Der Anteil des Sozialen an den staatlichen Ausgaben nimmt zu. Staatliche (Humankapital)Investitionen kommen weiter unter die Räder. Es dominiert organisierte Verantwortungslosigkeit. Aufgaben, Ausgaben und Einnahmen sind institutionell inkongruent. Weiche Budgetrestriktionen begünstigen staatlichen Schlendrian und das Leben auf Kosten künftiger Generationen. Es ist grob fahrlässig, bestehende Fiskal- und Äquivalenzregeln aufzuweichen, die Bürger von morgen vor den Lasten des hemmungslosen öffentlichen Konsums von heute schützen sollen. Das Gegenteil ist angesagt: Wir müssen sie schärfen.
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Christoph Schaltegger (Universität Luzern, Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik) und Prof. Dr. Norbert Berthold (Universität Würzburg).
Aus dem Inhalt:
Problemlage (00:33)
Woran erkennt man die Fußabdrücke der staatlichen Aktivität? (03:13)
Nationale Unterschiede bei der Staatstätigkeit – woher resultieren die Unterschiede? (08:13)
Warum ist die Staatswirtschaft auf dem Vormarsch? (21:47)
Warum liefert der Staat immer wieder ineffiziente Leistungen ab? (34:09)
Helfen institutionelle Regeln, die Staatstätigkeit zu begrenzen? (41:33)
Ist der Staat oder der Bürger schuld an den zunehmenden staatlichen Eingriffen? (47:25)
Die Referenten:
Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger ist Direktor des IWP (Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik) und für Forschung und Wissenschaft verantwortlich. Aufgewachsen in der Nähe von Basel, studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Universität der Rheinstadt, wo er 2003 sein Doktorat zu den fiskalischen Institutionen im Schweizer Föderalismus erwarb. Im Anschluss zog es ihn in die finanzpolitische Praxis. Bis 2008 arbeitete er als Referent von Bundesrat Hans-Rudolf Merz im Eidgenössischen Finanzdepartement. Danach leitete er als Mitglied der Geschäftsleitung den Bereich Finanz- und Steuerpolitik beim Dachverband der Schweizer Wirtschaft. 2009 folgte die Habilitation an der Universität St. Gallen. Seit 2010 ist Prof. Christoph A. Schaltegger Ordinarius für Politische Ökonomie an der Universität Luzern und lehrt daneben an der Universität St. Gallen zum Thema öffentliche Finanzen. Er veröffentlicht regelmässig in wissenschaftlichen Zeitschriften, verfasst Bücher, ist rege als wissenschaftlicher Gutachter tätig und zählt gemäss NZZ-Ranking zu den einflussreichsten Ökonomen der Schweiz.
Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.

Jun 29, 2022 • 22min
Zinswende: Was bedeutet das für den Immobilienmarkt?
Inflation, Lieferengpässe, Zinswende, Rezession. Das makroökonomische Umfeld hat sich in den vergangenen Monaten grundlegend verändert. Droht dem Immobilienmarkt der Abschwung?
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Tobias Just (IREBS/Universität Regensburg) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg).
Aus dem Inhalt:
Einleitung (00:20) +++
Verändertes makroökonomisches Umfeld: Was bedeutet das für den Immobilienmarkt? (02:22) +++
Offene Fragen bei Büroimmobilien (18:23) +++
Die Referenten:
Prof. Dr. Tobias Just FRICS ist Wissenschaftlicher Leiter der IREBS Immobilienakademie und Professor für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg.
Nach seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann beim Otto-Versand Hamburg studierte Tobias Just Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Hamburg und Uppsala/Schweden. Seine anschließende Promotion an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg zum Thema Globalisierung und Ideologie wurde 2001 mit dem Wissenschaftspreis der Universität ausgezeichnet. Von 2001 bis Oktober 2011 war Tobias Just als Senior Economist bei Deutsche Bank Research für bau- und immobilienrelevante Themen sowie für die Entwicklung von Branchenanalysetools verantwortlich; seit Anfang 2008 leitete er die Branchen- und Immobilienmarktanalyse. Ab 2004 nahm Tobias Just auch regelmäßige Lehraufgaben an der TU Berlin sowie an der IREBS Immobilienakademie wahr. 2006 war Tobias Just Research Fellow am American Institute of Contemporary German Studies an der Johns Hopkins Universität Washington DC. 2010 wurde er mit der Schrift Demografie und Immobilien an der TU Berlin habilitiert.
Von 2012 bis 2018 war Just Mitglied im Management Board des Urban Land Institute Germany sowie im Vorstand der ICG, dem Institut Corporate Governance der deutschen Immobilienwirtschaft e.V. Von 2013 bis 2021 war er im Vorstand der gif, Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung, seit 2015 war er deren Präsident. 2015 wurde Just von der F.A.Z. in der bundesweiten Rangliste der einflussreichsten Ökonomen in die Top 100 gewählt und wurde 2017 von der Royal Institution of Chartered Surveyors ehrenhalber zum Fellow (FRICS) ernannt. Tobias Just ist Herausgeber der ZIÖ Zeitschrift für Immobilienökonomie; er hat 14 Bücher publiziert, daneben über 200 wissenschaftliche und praxisnahe Artikel in Büchern und Zeitschriften veröffentlicht sowie 40 Namensartikel in Zeitungen geschrieben.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.

May 29, 2022 • 34min
Die Macht der Narrative
Narrative – also Erzählungen – sind zu einem wichtigen Instrument in der Politik geworden. Mit ihnen lassen sich Wähler für politische Botschaften und Konzepte gewinnen, ohne dass die Wähler die dahinter stehenden Problemlagen selbst verstehen müssen. Ihnen reicht oft eine plausible bzw. glaubwürdige Erzählung. Doch wie muss ein Narrativ gestrickt sein, um damit möglichst viele Menschen zu überzeugen?
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Joachim Weimann (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg).
Aus dem Inhalt:
Einleitung (00:18)
Weshalb haben Narrative im politischen Geschäft heute eine so große Bedeutung? (02:08)
Was setzt sich durch – einfache, komplexe oder emotionale Narrative? (12:03)
Narrative in der Klimapolitik (23:33)
Woran lässt sich erkennen, ob ein Narrativ zutreffend ist oder nicht? (28:46)
Die Referenten:
Prof. Dr. Joachim Weimann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Geschäftsführer der „Business School Magdeburg“. Er ist Autor eines Lehrbuchs zur Umweltökonomik, Vorsitzender der „Gesellschaft für experimentelle Wirtschaftsforschung e.V.“ und Initiator der Website „Nur mal kurz“, auf der er in kurzen Videoclips Fragen zur Klimapolitik leicht verständlich erklärt. Joachim Weimann beschäftigt sich gleichermaßen mit Grundlagenforschung (Experimente) und anwendungsorientierten Fragen (Umweltökonomik, Wirtschaftspolitik).
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.

May 9, 2022 • 48min
Energie-Embargo gegen Russland - Folgen aus Sicht der Industrie
Der Krieg in der Ukraine kommt näher. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind spürbar. Lebensmittel, Energie und Rohstoffe werden teurer. Noch schärfere Sanktionen, wie das geplante Öl-Embargo, werden diese Entwicklung beschleunigen. Mit den Sanktionen und einem Stopp der Ölimporte will die EU den russischen Präsidenten militärisch zum Einlenken bewegen. Ob das gelingt, ist zweifelhaft. Die Kosten eines solchen Embargos für uns sind zwar wohl nicht existentiell aber erheblich.
Die größte Gefahr geht allerdings von russischem Gas aus. Nicht wenige fordern, die Kriegskasse von Wladimir Putin durch ein umfassendes Energie-Embargo zu leeren. Es könnte allerdings auch sein, dass Russland den Gashahn zudreht bevor wir uns auf ein Embargo geeinigt haben. Um das Energie-Embargo ist ein heftiger Streit entbrannt. Große Teile der Wissenschaft sind eher optimistischer als die vorsichtigen Tarifpartner. Arbeitgeber und Gewerkschaften sehen wirtschaftlich schwarz, wenn es zu einem Stopp der russischen Gaslieferungen kommt, egal ob durch ein Energie-Embargo oder weil Putin den Gashahn zudreht. Wie stellt sich die Lage aus Sicht der Industrie dar?
Ein Gespräch zwischen Dr. Peter Westerheide, Chef-Volkswirt bei BASF und Prof. Dr. Norbert Berthold.
Aus dem Inhalt:
1. Was ist der Nutzen von Sanktionen? (04:10)
2. Was sind die Kosten für die Volkswirtschaft und für die Industrie? (07:37)
3. Was steht hinter der russischen Forderung, die Energierechnung in Rubel zu bezahlen? (09:14)
4. Was ist von den Studien zu den volkswirtschaftlichen Folgen eines Energieembargos zu halten? (11:26)
5. Gibt es in der Chemischen Industrie Eigenheiten im Produktionsprozess, die bei einem Energieembargo von besonderer Bedeutung sind? (19:34)
6. Was sind die längerfristigen Effekte für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen? (28:52)
7. Wie sollten wir aus Sicht der Chemischen Industrie vorsorglich handeln, wenn ein Lieferstopp droht? (30:47)
8. Wird es nach dem Krieg wieder normale Handelsbeziehungen mit Russland geben? (39:37)
9. Zukunft der Atomkraft (42:37)
10. Zukunft der Chemischen Industrie in Deutschland (43:41)
Die Referenten:
Dr. Peter Westerheide hat nach einer Berufsausbildung und mehrjähriger Berufstätigkeit in der Druckindustrie Wirtschaftswissenschaften an der Universität Witten/Herdecke studiert und an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promoviert. Von 1999 bis 2011 war er Wissenschaftler am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) mit den Forschungsschwerpunkten Immobilienmärkte, kapitalgedeckte Alterssicherung, Vermögensbildung und Vermögenspolitik und stellvertretender Leiter des Forschungsbereich Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement. Seit 2011 ist er Chefvolkswirt der BASF SE und weiterhin Research Associate am ZEW. Er ist Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschafts- und Marktanalysen beim Verband der Chemischen Industrie VCI und Chairman des Network of Economic Experts des European Chemical Industry Council cefic.
Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.


