Wirtschaftliche Freiheit

Norbert Berthold, Jörn Quitzau
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Jun 30, 2023 • 34min

Warum gibt es so wenige Professorinnen? Erklärungen zur „Leaky Pipeline“

Der berufliche Aufstieg von Frauen ist immer noch mit Hindernissen verbunden. Auf dem Weg nach oben gehen viele potentielle weibliche Fach- und Führungskräfte verloren, sodass Frauen in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert sind. Dieser Befund gilt auch für die Universitäten. Prof. Margit Osterloh hat den Zusammenhang gemeinsam mit drei Ko-Autorinnen untersucht und kürzlich die Studie „How to explain the Leaky Pipeline“ veröffentlicht. Die Studienergebnisse widersprechen einigen weit verbreiteten Erklärungsmustern und haben deshalb harsche öffentliche Kritik zur Folge gehabt. Was sind die Ergebnisse der Studie und woran entzündet sich die Kritik? Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Dr. h.c. Margit Osterloh (Universität Zürich, CREMA) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg). Aus dem Inhalt: Einleitung (00:30) +++ Was ist die „Leaky Pipeline“ und worum geht es in der Studie (01:19) +++ Warum gehen so viele Frauen auf dem beruflichen Weg nach oben verloren? Welche Kritik gibt es an der Studie? (04:05) +++ Gibt es berechtigte Kritik und was sagt die Kritik über unsere Debattenkultur aus? (22:49) Die Referenten: Prof. Dr. Dr. h.c. Margit Osterloh studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Berlin und schloss als Diplom-Ingenieurin ab. Nach einer sechsjährigen Tätigkeit in der Industrie und einem Stipendium am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin promovierte sie 1981 an der Freien Universität Berlin. 1990 folgte die Habilitation an der Universität Erlangen-Nürnberg bei Horst Steinmann. Osterloh hatte bis zur Emeritierung im Jahr 2009 eine ordentliche Professur für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich inne. Von 2010 bis 2013 war sie Professor of Management Science an der Warwick Business School, University of Warwick, UK. Von 2013 bis 2015 war sie Gastprofessorin an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Margit Osterloh ist Forschungsdirektorin von CREMA (Center for Research in Economics, Management and the Arts) in Zürich sowie permanente Gastprofessorin an der Universität Basel im Rahmen von CREW (Center for Research in Economics and Well-Being). Margit Osterloh hat einen Ehrendoktor von der Leuphana Universität Lüneburg. Sie war von 2005 bis 2011 Mitglied des Deutschen Wissenschaftsrates. Sie hatte mehrere Aufsichts- und Verwaltungsratsmandate in der Schweiz und in Deutschland inne. Sie ist Mitglied des Universitätsrates der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 2018 ist sie Ehrenmitglied des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB). Ihre Forschungsgebiete umfassen Organisations- und Unternehmenstheorien, Innovations- und Technologiemanagement, Prozessmanagement, Knowledge Management, Vertrauensmanagement, Wissenschaftstheorie, Gender Economics, Corporate Governance, Research Governance, Migration und aleatorische Demokratie. Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.
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Jun 23, 2023 • 34min

Energie-Sanktionen: Schlechter als ihr Ruf?

Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Marcel Thum und Prof. Dr. Norbert Berthold. Mit der Ukraine-Krise ist auch die Diskussion über Sanktionen wieder zurück. Erst drohten westliche Länder mit ihnen. Die Drohungen sollten Russland abschrecken, die Ukraine zu überfallen. Das hat nicht funktioniert. Dann sollten harte Sanktionen helfen, den russischen Angriffskrieg möglichst schnell zu beenden. Auch das scheint nach fast 1 ½ Jahren nicht so zu klappen wie erhofft. Die russische Wirtschaft ist nicht kollabiert, russische Raketen und Drohnen ermorden Menschen, zerstören Häuser und legen die Infrastruktur der Ukraine in Schutt und Asche. Russland hält noch immer 1/5 des ukrainischen Staates besetzt. Ein Ende der Sanktionspolitik gegen Russland ist deshalb auch nicht in Sicht. Die EU-Kommission hat sich gerade auf das 11. Sanktionspaket verständigt. Ein Schwerpunkt der Sanktionen liegt im Energiebereich, bei Kohle, Öl und Gas. Viele Ökonomen glauben, harte Energiesanktionen würden wirken, wenn auch erst mit Zeitverzögerung. Kai A. Konrad (MPI) und Marcel Thum (TU Dresden) sind allerdings skeptisch. Sie haben gefragt, ob sich Sanktionen bei fossilen Energieträgern überhaupt als Druckmittel in Verhandlungen eignen. Können Embargos von Energie wirklich so viel Druck auf rohstofffördernde Länder ausüben, dass sie die Dauer des Konflikts verkürzen und das sanktionierte Land konzessionsbereiter machen? Oder sind die Energiesanktionen gegen Russland womöglich ein Schlag ins Wasser? Die Referenten: Prof. Dr. Marcel Thum ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Dresden und Direktor des ifo Instituts in Dresden. Thum studierte von 1985 bis 1990 Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss das Studium als Diplom-Volkswirt ab. Anschließend war er dort am Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und wurde 1995 promoviert. Nach einem kurzen Aufenthalt als John Foster Dulles Visiting Lecturer an der Woodrow Wilson School der Princeton University kehrte er nach München zurück und war dort bis zu seiner Habilitation 2001 Wissenschaftlicher Assistent. Seit 2001 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der TU Dresden und seit 2004 Leiter der Niederlassung des ifo Instituts in Dresden. Er ist seit 2019 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen. Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.
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May 4, 2023 • 51min

Deutsche Industrie unter Druck: Was ist die richtige Politik für den Strukturwandel?

Die wirtschaftlichen Strukturen sind im Fluss. Unternehmen kommen und gehen. Biontech verlagert die Krebsforschung nach Großbritannien, BASF produziert die Grundchemie verstärkt in China, Bayer betreibt Genforschung künftig in den USA. Aber es gibt auch Zuzüge. Tesla baut E-Autos in Grünheide, Apple verlegt sein Design-Zentrum nach München, Intel produziert künftig Chips in Magdeburg. Und dann gibt es noch Viessmann. Ist das die Geburt eines transatlantischen Klima-Champions, wie das BMWK meint, oder der weitere Verlust einer Klimatechnologie aus Deutschland? Das alles wirft Schlaglichter auf den strukturellen Wandel. Und es ist nur die Spitze des Eisberges. Alte, industrielle Sektoren, die Deutschland groß und wohlhabend gemacht haben, sind immer öfter in Schwierigkeiten. Neue, zukunftsträchtige Branchen, von denen wir noch nicht sehr viele haben, tun sich schwer. Und was tut die Politik? Sie betreibt noch immer Strukturpolitik. Einerseits werden schwindsüchtige Branchen finanziell gepäppelt und regulativ geschützt. Der Vorschlag einer Industriepreisbremse ist der neuste Coup. Aber es werden auch auserwählte Sektoren, von denen die Politik meint, dass sie zukunftsträchtig seien, mit Subventionen gedopt. Es gibt aber auch eine andere Seite. Energieintensive Branchen haben wenig zu lachen. Verbrenner werden verboten, Öl- und Gasheizungen auch. Das ist Klimapolitik mit der Brechstange. Der Automobil-Cluster Deutschland mit über 900.000 Beschäftigten zerbröselt. Ein süddeutscher „Rostgürtel“ wird denkbar. Die Politik bremst und gibt gleichzeitig Gas. Was ist aber nun die richtige Politik in einer solchen Situation des strukturellen Wandels? Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Oliver Holtemöller (Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Prof. Dr. Norbert Berthold (Universität Würzburg). Aus dem Inhalt: Einleitung (00:18) Was ist eigentlich Strukturwandel? (03:25) Steht das „Geschäftsmodell Deutschland“ auf dem Spiel? Welche Rolle spielt der ökologische Umbau? (16:24) Sind Politiker die besseren Unternehmer? (27:39) Was ist von der „transformativen Angebotspolitik“ zu halten? (36:58) Wie sollte eine gute Politik für den Strukturwandel aussehen? (46:27) Die Referenten: Prof. Dr. Oliver Holtemöller ist stellvertretender Präsident des Instituts. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Leiter der Abteilung Makroökonomik am IWH. Von 2001 bis 2003 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 373: Quantifizierung und Simulation Ökonomischer Prozesse an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2003 bis 2009 war er Juniorprofessor für Allgemeine Volkswirtschaftslehre an der RWTH Aachen. Er hat Volkswirtschaftslehre, Angewandte Mathematik und Praktische Informatik an der Justus-Liebig-Universität Gießen studiert. Anschließend war er von 1998 bis 2001 Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und absolvierte das gemeinsame Graduiertenkolleg Angewandte Mikroökonomik der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Promotion erfolgte 2001 an der Freien Universität zu Berlin (Dissertation: Vector Autoregressive Models and Monetary Policy Analysis). Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.
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Apr 19, 2023 • 26min

Wirtschaftswunder 2.0: Mehr Wunsch als Wirklichkeit

Bundeskanzler Olaf Scholz blickt außerordentlich optimistisch auf die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Scholz erwartet Wachstumsraten wie zu Zeiten des Wirtschaftswunders in den 50er und 60er Jahren. Die hohen Investitionen in den Klimaschutz sollen das gewaltige Wachstum ermöglichen. Aus ökonomischer Sicht spricht allerdings wenig dafür, dass es zu einem zweiten Wirtschaftswunder kommen kann. Im Gegenteil, das Wachstumspotential droht in den nächsten Jahren zu sinken. Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Stefan Kooths (IfW Kiel) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg). Aus dem Inhalt: Wird der ökologische Umbau der Wirtschaft ein Wachstumsmotor? (00:27) +++ Wachstum ohne Wohlstand? (14:58) +++ Zwischen Wirtschaftswunder (Olaf Scholz) und Rezession (IWF) – Wie geht es weiter mit der deutschen Wirtschaft? (21:25) +++ Die Referenten: Prof. Dr. Stefan Kooths ist Vizepräsident des IfW Kiel und Direktor des Forschungszentrums Konjunktur und Wachstum. Nach dem Volkswirtschaftsstudium und anschließender Promotion an der Universität Münster war er dort zunächst mehrere Jahre in Forschung und Lehre tätig, zuletzt als Geschäftsführer des Muenster Institute for Computational Economics. 2005 wechselte er in die angewandte Wirtschaftsforschung und wurde Forschungsleiter in der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Seit 2010 arbeitet er für das IfW Kiel, zunächst als Repräsentant in Berlin und als Verantwortlicher für die Analyse der deutschen Konjunktur. 2014 übernahm er die Leitung des Prognosezentrums, das 2020 im Forschungszentrum Konjunktur und Wachstum aufging. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen neben der Konjunkturforschung vor allem Fragen der Stabilisierungspolitik, des Geld- und Währungswesens, der internationalen Wirtschaftsbeziehungen sowie der Ordnungsökonomik. Er vertritt ein koordinations- und prozessorientiertes Paradigma zur Analyse ökonomischer Phänomene, das gesamtwirtschaftliche Fehlentwicklungen primär als Symptom gestörter Koordinationsmechanismen versteht, die in systemischer Weise weite Teile des Wirtschaftsgeschehens durchdringen. Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.
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Apr 1, 2023 • 44min

Inflation: Wie kommt der Geist zurück in die Flasche?

Die Inflationsraten kommen aus extremer Höhe wieder zurück. Sie sind dennoch weiterhin viel zu hoch. Auch die Kernraten der Inflation (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) signalisieren, dass die Gefahr noch nicht gebannt ist. Die Geldpolitik bleibt also gefordert. Durch die Unruhe im Bankensektor (u.a. Silicon Valley Bank, Credit Suisse) müssen die Zentralbanken neben der Preisstabilität nun aber auch die Finanzstabilität im Auge haben. Was ist das richtige Vorgehen? Wie kommt der Inflationsgeist zurück in die Flache? Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Aymo Brunetti (Universität Bern), Prof. Dr. Norbert Berthold und Dr. Jörn Quitzau. Aus dem Inhalt: Einleitung (01:35) +++ Preisstabilität vs. Finanzstabilität: Welche Auswirkungen haben die Probleme im Bankensektor (00:19) +++ Was sind die aktuellen Ursachen der Inflation?? (07:32) +++ Inflation das Ergebnis des „Über die Verhältnisse lebens“? (23:30) +++ Was ist von Preisbremsen zu halten? (26:30) +++ Lohn-Preis-Spirale als Problem (32:30) +++ Wie bekommt man das Inflationsproblem in den Griff? (40:10) Die Teilnehmer: Prof. Aymo Brunetti ist Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Bern. Aymo Brunetti hatte Beratungsmandate u.a bei der OECD, der Weltbank und bei der UBS. Er ist ein herausragender Kenner der Schweizer Wirtschaftspolitik: Er war Mitglied der Geschäftsleitung im Staatssekretariat für Wirtschaft und leitete dort u.a. die Direktion für Wirtschaftspolitik. Im Anschluss an die globale Finanzkrise war Aymo Brunetti Mitglied der Expertenkommission, die Lösungsansätze zur Milderung der «too-big-to-fail»-Problematik erarbeitete. Er war Leiter einer durch das Eidgenössische Finanzdepartement eingesetzten Expertengruppe für die Weiterentwicklung der Finanzmarktstrategie und er leitete anschließend den „Beirat Zukunft Finanzplatz“, der vom  Eidgenössischen Finanzdepartement eingesetzt wurde. Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts. Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcast.
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Feb 17, 2023 • 37min

Steuerpolitik in Krisenzeiten

Die Krisen der vergangenen Jahre haben die Staatsfinanzen strapaziert. Welche Wege führen heraus aus den Schulden? Die EU setzt auf die Besteuerung von „Übergewinnen“ und die Abschöpfung von „Zufallsgewinnen“. Aus ökonomischer Sicht ist dies ein zweifelhafter Weg. Die Vermögensteuer zu reaktivieren, würde aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ebenfalls mehr Probleme schaffen als lösen. Doch was wären die Alternativen? Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Dominika Langenmayr (KU Eichstätt-Ingolstadt) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg). Aus dem Inhalt: Einleitung (00:17) +++ Ist eine Übergewinnsteuer die angemessene Reaktion auf krisenbedingte Gewinne? (02:10) +++ Wäre eine Vermögensteuer eine Option? (20:50) +++   Welche steuerpolitischen Alternativen gibt es? (30:57) +++ Die Teilnehmer: Prof. Dr. Dominika Langenmayr studierte Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten München und Oxford und promovierte anschließend an der Universität München. Sie forscht zu steuerpolitischen Themen. Seit 2016 ist sie Professorin für Volkswirtschaftslehre, insb. Finanzwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und lehrt dort u.a. im Bachelorstudiengang Sustainability in Business & Economics und im Masterstudiengang Taxation. Seit 2021 ist sie Mitglied im wissenschaftlichen Beirat beim Bundesfinanzministerium. Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcast.
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Feb 4, 2023 • 28min

Rezession, Stagnation, Wohlstandsverluste – Welche wirtschaftlichen Folgen hat der Krieg?

Der Russland-Ukraine-Krieg und die damit einhergehende Energiekrise haben Spuren hinterlassen. Die Konjunktur hat einen kräftigen Dämpfer bekommen. Was folgt daraus für die deutsche Wirtschaft? Kommt die Rezession? Oder kommt Deutschland mit einer Stagnation davon? In jedem Fall hat der Krieg zu erheblichen Wertschöpfungsverlusten geführt. Von dem kräftigen Wachstum, das es ohne den Krieg in den Jahren 2022 und 2023 hätte geben sollen, ist nichts übriggeblieben. Laut Berechnungen des IW Köln kostet der Krieg im Jahr 2023 jeden Bürger in Deutschland im Schnitt 2.000 Euro – ein Wohlstandsverlust, der sich für Deutschland auf insgesamt 175 Mrd. Euro summiert. Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Michael Grömling (IW Köln) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg). Aus dem Inhalt: Einleitung: Schon wieder Krise (00:17) +++ Schwere Rezession, leichte Rezession, Stagnation, Mini-Wachstum: Wo stehen wir und was ist für 2023 zu erwarten? (03:05) +++ Inflation und Nachfrage (11:53) +++ Krieg und Energiekrise: Wie viel Wirtschaftsleistung geht wegen der Anpassungslasten verloren? (21:40) +++ Die Teilnehmer: Prof. Dr. Michael Grömling, Leiter der Forschungsgruppe Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur am IW Köln. Professur an der Internationalen Hochschule Bad Honnef/Bonn im Fach Volkswirtschaftslehre. Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcast.
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Jan 29, 2023 • 53min

Was kann die E(W)U von der Schweiz lernen?

Die EU hat gewiss viele Erfolge ermöglicht, ökonomische und politische. Der europäische Binnenmarkt mit seinen vier Grundfreiheiten ist ein Meilenstein. Er ist die Magna Charta der wirtschaftlichen Integration. Als Motor für die politische Integration taugt er aber nur bedingt. Das liegt auch daran, dass die EU von Anfang an ein ungelöstes Problem mit sich herumschleppt. Die vertikalen Kompetenzen sind willkürlich verteilt, bisweilen verworren, oft gehen sie kreuz und quer, manchmal stehen sie auch auf dem Kopf. Damit ist aber der Streit zwischen einer machtbewussten EU-Kommission und souveränen Mitgliedsländern unvermeidlich. Mit der gemeinsamen Währung, dem Euro, hat sich die EWU ein weiteres Problem ausgehalst. Die fiskalischen Leitplanken, als Absicherung gegen die deutsche Angst vor Inflation installiert, haben sich zum ständigen Zankapfel entwickelt. Eine Lösung ist weit und breit nicht in Sicht. Es fügt sich, dass die Schweiz für beide Probleme, die vertikale Kompetenzverteilung und die Fiskalregeln, auf nationaler Ebene sinnvolle Lösungen gefunden zu haben scheint. Zumindest auf den ersten Blick ist die Schweizer Interpretation des Föderalismus eine gelungene Lösung des Problems der Kompetenzverteilung zwischen Bund, Kantonen und Kommunen. Auch bei den Fiskalregeln ist die Eidgenossenschaft der EWU meilenweit voraus. Die Schuldenbremse à la Suisse scheint gut zu funktionieren. Obwohl Deutschland einst die Schweizer Schuldenbremse zum Vorbild genommen hat, kämpft sie hierzulande allerdings politisch ums Überleben. „Sondervermögen“ säumen den fiskalischen Weg. Alles in allem: Die EU hat zwei konkrete Probleme, die Schweiz hat dafür möglicherweise Lösungen. Wie wäre es, wenn die EU von der Schweiz lernen würde, wie man vertikale Kompetenzen effizient verteilt und wirksame Fiskalregeln installiert? Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Christoph Schaltegger (Universität Luzern, Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik) und Prof. Dr. Norbert Berthold. Aus dem Inhalt: Einleitung (00:39) + Kompetenzverteilung in der EU (04:28) Fiskalregeln in der EWU (12:08) Wie hat die Schweiz die Probleme mit der Kompetenzverteilung und den Fiskalregeln gelöst? (21:20) Hat die direkte Demokratie Einfluss auf die Regelbefolgung? Welche Rolle spielt eine stabilitätsorientierte Tradition? (35:03) Was kann die E(W)U von der Schweiz lernen? (37:50) Zusammenfassung: Sechs Sätze zum Abschluss (50:12) Die Referenten: Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger ist Ordinarius für Politische Ökonomie an der Universität Luzern und Direktor des IWP (Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik). Er lehrt daneben an der Universität St. Gallen öffentliche Finanzen. Nach dem NZZ-Ranking zählt er zu den einflussreichsten Ökonomen der Schweiz. Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.
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Jan 11, 2023 • 36min

Wirtschaftspolitik auf Abwegen - Die Rolle der Medien

Ist die Wirtschaftspolitik auf Abwegen? Oder hat sich die Welt so sehr geändert, dass eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung Richtung Staatswirtschaft sachgerecht ist? Welche Rolle spielen die Medien, zum Beispiel bei der Verbreitung neuer wirtschaftspolitischer Narrative? Ein Gespräch zwischen Claus Döring (Börsen Zeitung) und Dr. Jörn Quitzau (Berenberg). Aus dem Inhalt: Ist die Wirtschaftspolitik auf Abwegen? (00:30) +++ Beispiele für wirtschaftspolitische „Neubewertungen“ (10:39) +++ Die Rolle der Medien? (20:05) +++ Die Teilnehmer: Claus Döring, Jahrgang 1958, ist Kolumnist der Börsen-Zeitung, deren Chefredakteur er von 2000 bis 2021 war. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft mit Abschluss als Diplom-Volkswirt begann er seine journalistische Laufbahn 1983 mit einem Redaktionsvolontariat und anschließender Tätigkeit als Wirtschaftsredakteur bei der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ in Ludwigshafen. 1988 wechselte er zur Börsen-Zeitung nach Frankfurt in das Ressort Unternehmensberichterstattung. 1990 übernahm er die Leitung des Ressorts. 1998 wurde Döring zum Mitglied der Chefredaktion ernannt, im Jahr 2000 zum Chefredakteur. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören die Entwicklung der Kapitalmärkte und deren Regulierung, die Geld-, Währungs- und Finanzpolitik sowie Corporate Governance. Döring gehört dem Kuratorium der Gesellschaft für Kapitalmarktforschung e.V. in Frankfurt an sowie dem Beirat der DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management). Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.
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Nov 10, 2022 • 55min

Bürgergeld statt Hartz IV - Ein sozialpolitischer Rückschritt

Die Tage von Hartz IV sind gezählt. Das Arbeitslosengeld II, wie es offiziell heißt, soll am 1. Januar 2023 durch ein Bürgergeld ersetzt werden. Darüber ist heftiger politischer Streit entbrannt. Worum geht es? Hartz IV ist das wichtigste Element der staatlichen Grundsicherung. Es soll allen, die unverschuldet oder selbst verschuldet in Not geraten sind, ein Existenzminimum garantieren. Konzipiert ist es allerdings als Hilfe zur Selbsthilfe. Das kling einfach, ist es aber nicht. Alle staatliche Umverteilung steht vor einem Dilemma. Das gilt auch für Arbeitslosengeld II und Bürgergeld. Ist der Staat bei der Grundsicherung zu knickrig, behebt er die Notlage nicht. Agiert er dagegen zu großzügig, sabotiert er die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Leistungen des Sozialstaates sind nicht bedingungslos. Letztlich geht es immer darum, wie „fördern und fordern“ ausbalanciert wird. Veränderte ökonomische Umstände und volatiler distributiver Zeitgeist lösen den Zielkonflikt unterschiedlich. Die Vor-Hartz-Zeit setzte stärker auf „fördern statt fordern“. In der Hartz-Zeit wurde mehr Wert auf „fördern und fordern“ gelegt. In der Nach-Hartz-Zeit scheint das Pendel wieder zurückzuschwingen. Über diese Themen diskutieren Prof. Dr. Ronnie Schöb und Prof. Dr. Norbert Berthold. Aus dem Inhalt: Einleitung (ab Minute 00:19) +++ Die Zeit vor Hartz IV: „Fördern und fordern“, Drehtüreffekt (ab Minute 03:36) +++ Die Hartz-Reform, Transferentzugsraten und Arbeitsanreize (ab Minute 07:39) +++ Hartz IV: Kritische Aspekte (ab Minute 19:25) +++ Das neue bzw. beabsichtigte Bürgergeld (ab Minute 35:48) +++ Die Debatte um das sogenannte Schonvermögen (41:10) +++ Die Transferentzugsrate beim Bürgergeld (44:56) +++ Weiterbildung als Element des Bürgergeldes (48:08) +++ Bessere Alternative zum Bürgergeld (50:55) +++ Prof. Dr. Ronnie Schöb ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Seine Schwerpunkte sind: Arbeitsmarktpolitik, Steuerlehre, Reform des Sozialstaates, Umweltökonomie und Ressourcenökonomie. Seit 2008 ist er Forschungsprofessor am ifo-Institut Dresden. Frühere Stationen an der Universität München, University of Essex (UK), University of Western Ontario (Canada), Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und als Geschäftsführer des Vereins für Socialpolitik. Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.

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