Oberbürgermeister Manfred Rommel erläutert seine Entscheidung
Der Moderator verweist zunächst darauf, dass der Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel (CDU) schon im Fall Claus Peymann in Sachen Terrorismus in die Kritik gekommen sei. [Claus Peymann hatte bei einer Theaterinszenierung von Camus’ "Die Gerechten" auf das Gefängnis Stuttgart-Stammheim angespielt. Rommel nahm ihn damals gegen alle Kritik in Schutz.]
Jetzt habe Manfred Rommel dem Wunsch des Vaters von Gudrun Ensslin und der Mutter von Andreas Baaders zugestimmt, die beiden in einem Gemeinschaftsgrab zu bestatten. Er habe die Entscheidung innerhalb weniger Minuten gefällt.
"Das Wichtigste schien mir, dass die Terroristen-Beerdigung geklärt ist im Zeitpunkt der Trauerfeierlichkeiten für Herrn Schleyer. Es war mir durchaus klar, dass ich mit dieser Entscheidung ziemlich allein stehen werde." Auch Raspe würde da beerdigt.
Kritik an der Entscheidung sei, wie im Fall Peymann, vor allem aus seiner eigener Partei gekommen. Die Gefahr einer "Gedenkstätte, einer Kultstätte der RAF", zitiert der Reporter den Bürgermeister, könne "durch die Friedhofsordnung unterbunden werden".
Aus der Archivdatenbank
Ausschnitte aus der Pressekonferenz: (O-Ton) Manfred Rommel, Oberbürgermeister von Stuttgart: Begründet seine Entscheidung für ein Gemeinschaftsgrab auf dem Dornhaldenfriedhof in Stuttgart der Terroristen Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan Carl Raspe