
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast Museum Folkwang – Neue Welten
Museum Folkwang – Neue Welten | Peter Gorschlüter, Thomas Seelig, Anna Brohm
Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Hinweis: Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.
„Neue Welten“ klingt nach Entdeckungsgeschichte – und trägt genau deshalb einen Widerhaken in sich. Der Begriff erinnert an historische europäische Erzählungen, an Projektionen, an Macht. In dieser Folge steht er im Plural. Und damit verschiebt sich etwas: Weg von einer einzigen großen Erzählung, hin zu mehreren Perspektiven. Zu Welten, die parallel existieren, sich überlagern, sich widersprechen.
Das Gespräch führt ins Museum Folkwang – und in die Frage, wie ein Museum mit Wandel umgeht: mit neuen künstlerischen Sprachen, mit technischen Entwicklungen, mit anderen Formen von Öffentlichkeit. Und auch mit der eigenen Geschichte.
Zu Gast ist Prof. Peter Gorschlüter, Direktor des Hauses. Er spricht über die Folkwang-Idee, über Karl Ernst Osthaus und über die Grundhaltung, die bis heute mitschwingt: Kultur als Bewegung. Als etwas, das sich nicht festschreibt, sondern weiterdenkt.
Mit dabei sind außerdem Thomas Seelig, verantwortlich für die fotografische Sammlung, und Anna Brohm, Kuratorin für Malerei, Skulptur, Medienkunst und zeitgenössische Kunst. Gemeinsam entsteht ein Gespräch über Sammlungen, Gegenwart und die Frage, wie „neu“ im Museum eigentlich entstehen kann.
Neue Welten als Museumsfrage
Im Gespräch wird deutlich: „Neue Welten“ ist kein Marketingbegriff. Es ist eine Haltung, die im Museum als tägliche Praxis auftaucht. Neue Welten entstehen, wenn ein Museum seine Sammlung nicht als abgeschlossenen Besitz behandelt, sondern als Gesprächspartner. Wenn historische Werke nicht im sicheren Abstand bleiben, sondern in Beziehung gesetzt werden – zu neuen Arbeiten, neuen Stimmen, neuen Sehgewohnheiten.
Ein Beispiel, das in der Folge auftaucht, ist die temporäre Verbindung zwischen einem ikonischen Werk wie Monets Seerosenteich und zeitgenössischen Positionen. Auch wenn ein Dialog nur wenige Wochen dauert, verändert er die Wahrnehmung: Plötzlich wird sichtbar, wie stark Gegenwart die Vergangenheit neu belichtet – und umgekehrt.
Osthaus, Folkwang, Gegenwart
Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte des Hauses – nicht als Rückblick, sondern als Gegenwartsfrage. Karl Ernst Osthaus erscheint im Gespräch als jemand, der Kultur nicht als Dekoration verstand, sondern als gesellschaftliche Kraft. Seine Idee eines offenen Museums, eines Ortes für Bildung, Austausch und ästhetische Erfahrung wirkt bis heute nach.
Dabei geht es auch um das Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Bewegung: Wie bleibt ein Museum bei sich, ohne starr zu werden? Wie bleibt es offen, ohne beliebig zu wirken? Und wie verändert sich der Blick, wenn man „Neue Welten“ nicht als Ziel formuliert, sondern als Prozess?
Fotografie, Sammlung, Sichtbarkeit
Mit Thomas Seelig öffnet sich die Perspektive auf Fotografie – als Medium zwischen Dokumentation und künstlerischer Setzung. Fotografie taucht in dieser Folge nicht als Nebenschauplatz auf, sondern als Teil jener Frage, die Museen heute permanent beschäftigt: Was wird gesammelt? Was wird gezeigt? Was bleibt im Depot? Und welche Entscheidungen prägen, was in zehn oder fünfzig Jahren als kulturell relevant gilt?
In diesem Zusammenhang wird auch klar, wie sehr Sammlungsarbeit mit Verantwortung verbunden ist: für Geschichte, für Gegenwart, für zukünftige Lesarten.
Malerei, Skulptur, Medienkunst – und die Frage nach dem Heute
Anna Brohm spricht über kuratorische Praxis im Spannungsfeld verschiedener Medien: Malerei, Skulptur, Medienkunst, zeitgenössische Positionen. Das Gespräch berührt dabei eine zentrale Museumsfrage: Wie zeigt man Gegenwart, ohne sie zu glätten? Wie lässt man Unterschiede stehen – in Formen, in Sprachen, in Ansprüchen?
„Neue Welten“ bedeutet in diesem Sinne auch: Das Museum bleibt ein Ort, an dem nicht alles sofort auflösbar ist. Wo Irritation erlaubt ist. Wo man länger hinschaut.
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Die Stiftung engagiert sich langfristig für kulturelle Teilhabe und für Institutionen, die Kunst in Nordrhein-Westfalen zugänglich machen. Unterstützt werden Projekte, die nicht auf schnelle Effekte zielen, sondern auf Kontinuität: auf Bildung, Öffentlichkeit und auf die Frage, wie Kunst im Alltag verankert bleiben kann.
Themen dieser Folge
Museum Folkwang · Neue Welten · Karl Ernst Osthaus · Sammlung · Fotografie · Kuratieren · Gegenwartskunst · Monet · Museumsarbeit
Gäste
Prof. Peter Gorschlüter · Direktor Museum Folkwang
Thomas Seelig · Fotografische Sammlung Museum Folkwang
Anna Brohm · Kuratorin (Malerei, Skulptur, Medienkunst, zeitgenössische Kunst)
Links & Credits
Museum Folkwang · Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
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Weitere Gespräche aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West finden sich in der Kategorie Sparda-Stiftung x die Leichtigkeit der Kunst.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.
Herzlichen Dank an Raffaele Horstmann für die begleitenden Fotografien im Museum Folkwang.
