
Sternstunde Philosophie: Zimmer 42 – mit Barbara Bleisch Verhandeln: Wie krieg ich, was ich will, Roland Reichenbach?
Roland Reichenbach, Professor für Erziehungswissenschaft mit 35 Jahren Erfahrung in Verhandlungslehre. Er erklärt, warum Argumente oft nicht reichen. Es geht um Interessenausgleich statt Feilschen. Themen sind Vorbereitung, Machtanalyse, Exit-Optionen, langfristige Beziehungen, faule Kompromisse und praktische Verhandlungstipps für Alltag und Beruf.
52:19
Kinderszene Zeigt Grenzen Von Argumenten
- Kinder zeigen, dass Argumente selten wirken: Ein Kind, das nicht ins Bett will, lässt sich kaum mit Gründen überzeugen.
- Reichenbach nutzt dieses Alltagsbeispiel, um zu zeigen, dass man oft anderes anbieten oder autoritär handeln muss.
Prüfe Deine Exit Optionen Vor Dem Gespräch
- Prüfe vor einer Verhandlung deine Verhandlungsmacht und Alternativen.
- Reichenbach empfiehlt die Exit-Option als zentrale Machtquelle: Die Fähigkeit, Nein zu sagen oder wegzugehen, schafft wirkliche Power.
Gut Vorbereiten Und Nicht Alleine Verhandeln
- Bereite dich systematisch vor und verhandle nicht allein bei wichtigen Themen.
- Reichenbach nennt Daten- und Situationskenntnis plus gegebenenfalls einen Unterstützer als zwei immer zutreffende Regeln.
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Intro
00:00 • 2min
Beziehungen sind Verhandlungen
02:16 • 2min
Feilschen versus Interessenausgleich
04:43 • 2min
Warum Argumente oft nicht reichen
07:09 • 2min
Kinder lehren uns Verhandeln
09:30 • 4min
Vorbereitung und Machtanalyse
13:33 • 4min
Die wichtigste Macht: Nein sagen können
17:52 • 2min
Zwei verlässliche Rezepte
19:43 • 54sec
Langfristbeziehung als Verhandlungsbedingung
20:38 • 3min
Unverhandelbares: Wetter, Wahrheit, Beziehung
23:39 • 5min
Trump, Bullshit und Hintergrundkonsens
28:59 • 3min
Verhandeln als Geben und Nehmen
31:45 • 1min
Faule Kompromisse und moralische Grenzen
32:51 • 8min
Praktische Kurse: Situationsverständnis statt Tricks
40:47 • 4min
Harvard-Modell kritisch betrachtet
44:46 • 2min
Bildung als Urteilsbildung
47:08 • 56sec
Tipps fürs Mitarbeitergespräch
48:03 • 2min
Abschließende Empfehlung und Kurkuma-Brot
49:51 • 1min
Outro
51:01 • 1min

#56759
Das Harvard-Konzept


William Ury


Roger Fisher

#88407
Leben in Metaphern
Metaphors We Live By


Mark Johnson

George Lakoff
"Leben in Metaphern" ist die deutsche Übersetzung von "Metaphors We Live By" (1980), einem einflussreichen Werk, das zeigt, wie Metaphern nicht nur poetische Ausdrücke sind, sondern ein fundamentaler Mechanismus des menschlichen Geistes.
Das Buch argumentiert, dass unser konzeptuelles System weitgehend metaphorisch ist und dass Metaphern unsere Wahrnehmung, unser Denken und unsere Handlungen strukturieren, oft ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
#67655
Wie wir überwintern
Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten

Mirjam Zadoff
Mirjam Zadoffs Buch bietet eine Mischung aus persönlicher Reflexion und psychologischen Einsichten, um Menschen durch harte Zeiten zu begleiten.
Sie beschreibt Strategien, die helfen, Resilienz und Hoffnung auch in politisch oder persönlich belastenden Perioden zu bewahren.
Das Werk ist zugänglich geschrieben und richtet sich an ein breites Publikum, das nach Orientierung sucht.
Es verbindet Beispiele, Forschung und praktische Übungen, um Lebensmut zu stärken.
Die Autorin plädiert für annehmbare, realistische Wege, um emotionale Ressourcen langfristig zu stabilisieren.

#852
• Mentioned in 42 episodes
On Bullshit

Harry Frankfurt
In 'On Bullshit', Harry G. Frankfurt argues that bullshitters misrepresent themselves to their audience not by deliberately making false claims, but by conveying a certain impression without concern for whether anything is true.
He distinguishes bullshitting from lying, noting that liars at least acknowledge the importance of truth, whereas bullshitters disregard it entirely.
Frankfurt contends that excessive indulgence in bullshit can undermine the capacity to tell the truth in a way that lying does not, making bullshit a greater enemy of truth than lies.
The book explores the prevalence of bullshit in modern society and its implications for communication and truth.
#74758
Über Kompromisse und faule Kompromisse

Avishai Margalit
Avishai Margalit analysiert in diesem Werk den Unterschied zwischen legitimen und ‚faulen‘ Kompromissen, die auf Erniedrigung oder Ungerechtigkeit beruhen.
Er argumentiert, dass bestimmte Übereinkünfte moralisch untragbar sind, weil sie die Würde von Menschen verletzen.
Das Buch verbindet philosophische Begriffsarbeit mit politischen Beispielen und bietet Kriterien, um Kompromisse zu bewerten.
Es ist wichtig für Debatten über Moral in der Politik und in gesellschaftlichen Verhandlungen.
Margalit plädiert für eine sorgfältige Abwägung, wann Kompromisse möglich und wann sie ethisch ausgeschlossen sind.

#17418
• Mentioned in 3 episodes
Politik

Aristotle
In 'Politics', Aristotle examines the nature of the city-state (polis) as the highest form of human community, discussing various forms of government and their merits.
He critiques existing theories, such as those of Plato, and outlines his own vision for an ideal society, emphasizing the importance of a strong middle class and distributive justice.
The work is divided into eight books, covering topics from household management to the ideal size and structure of a city.

#17705
• Mentioned in 3 episodes
Menschliche Kommunikation


Paul Watzlawick


Don D. Jackson


Janet H. Beavin
Paul Watzlawicks 'Menschliche Kommunikation' ist ein grundlegendes Werk, das die komplexen Dynamiken der zwischenmenschlichen Kommunikation analysiert.
Es untersucht, wie Kommunikation sowohl auf inhaltlicher als auch auf Beziehungsebene stattfindet und wie Störungen in der Kommunikation zu Missverständnissen und Konflikten führen können.
Das Buch beleuchtet die Bedeutung von Paradoxien in der Kommunikation und wie diese unser Verhalten beeinflussen können.
Watzlawick stellt fünf Axiome der Kommunikation vor, die helfen, die grundlegenden Prinzipien der zwischenmenschlichen Interaktion zu verstehen.
Durch die Analyse verschiedener Kommunikationsmuster bietet das Buch wertvolle Einblicke in die Funktionsweise menschlicher Beziehungen und die Möglichkeiten zur Verbesserung der Kommunikation.

#6112
• Mentioned in 8 episodes
Unverfügbarkeit


Hartmut Rosa
In 'Unverfügbarkeit', Hartmut Rosa critiques modernity's relentless pursuit of making the world controllable, predictable, and available.
He argues that this drive for control leads to a 'verstummte' (muted) world where genuine dialogue is lost.
Rosa proposes 'Resonanz' (resonance) as a counterconcept, emphasizing the importance of engaging with the unpredictable and uncontrollable aspects of the world.
This resonance occurs when we open ourselves to the unfamiliar and the irritating, leading to unpredictable outcomes that cannot be planned or predicted.
Ein Upgrade im Hotel, mehr Lohn oder eine gerechtere Arbeitsaufteilung in der WG – wer gut verhandelt, kriegt auch, was er oder sie will. Roland Reichenbach sagt: Argumente helfen beim Verhandeln selten. Für Philosophin Barbara Bleisch eine harte Lektion.
Roland Reichenbach ist Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich - und gibt seit 35 Jahren Kurse über die Kunst des Verhandelns, die sich grosser Beliebtheit erfreuen. Sein Erfolgsrezept? Sicher nicht Argumente, denn die würden masslos überschätzt. Worum es stattdessen geht: Interessen ausbalancieren, dem Gegenüber etwas anbieten, was es haben will. Um erfolgreich zu verhandeln, müssen wir deshalb vor allem wissen, was wir wollen und welche Verhandlungsmacht wir haben. Nicht verhandelbar ist dabei nur eines: Die Beziehung. Wer sein Gegenüber übertölpelt, erpresst oder für dumm verkauft, kriegt auf Dauer sicher nicht, was er oder sie will. Warum Verhandeln immer ein Geben und Nehmen ist, weshalb Donald Trumps «Deals» uns so aus der Fassung bringen und was Kompromisse faul macht: Im Zimmer 42 gibt es einen Crash-Kurs in Diplomatie fürs bessere Zusammenleben.
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Habt ihr Fragen, Wünsche oder Feedback? Wir freuen uns auf eure Nachrichten über WhatsApp an 076 348 41 96 und Mails an zimmer42@srf.ch – und wenn ihr euren Liebsten von uns erzählt.
Postadresse:
Barbara Bleisch, Sternstunde Philosophie - Zimmer 42, Schweizer Radio und Fernsehen, Meret Oppenheim-Platz 1b, 4053 Basel
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00:00 Intro
3:39 Wir müssen in jeder Beziehung verhandeln
8:03 Warum Argumente selten helfen
13:28 Vorbereitung auf die Verhandlung
26:10 Was ist unverhandelbar?
42:28 Verhandeln heisst voneinander abhängig zu sein
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In dieser Folge erwähnt:
- George Lakoff und Mark Johnson: Leben in Metaphern Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern, Carl Auer-Verlag 2021.
- Hartmut Rosa: Unverfügbarkeit, Suhrkamp 2020
- Avishai Margalit: Über Kompromisse und faule Kompromisse, Suhrkamp 2011.
- Harry Frankfurt: Bullshit, Suhrkamp 2014.
- Aristoteles: Politik, Reclam 2024.
- Roger Fisher und William Ury et al.: Das Harvard-Konzept. Sachgerecht verhandeln – erfolgreich verhandeln, Campus 2015.
- Paul Watzlawick et al.: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien, Hogrefe 2016.
- Mirjam Zadoff: Wie wir überwintern. Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten, Hanser 2025.
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Team
- Host: Barbara Bleisch
- Produktion: Patricia Banzer
- Angebotsverantwortung: Judith Hardegger
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Das ist «Sternstunde Philosophie: Zimmer 42»:
Jeden zweiten Dienstag öffnet Philosophin Barbara Bleisch die Tür zum Zimmer 42. Hier knöpft sie sich gemeinsam mit Menschen aus Philosophie, Psychologie und Popkultur Lebensfragen vor, die uns nachts wachhalten.
Was tun gegen bohrende Selbstzweifel? Was sind Freunde fürs Leben? Und ist die Suche nach dem Sinn des Lebens vielleicht einfacher, als wir denken?
«Sternstunde Philosophie: Zimmer 42» ist ein Talk-Podcast von Schweizer Radio und Fernsehen SRF.
