
Schöner glauben #interview | Aline Ott – Was ist hegemoniale Männlichkeit?
Was haben aktuelle Debatten über sexualisierte Gewalt, politische Aussagen und gesellschaftliche Machtstrukturen mit unserem Verständnis von Männlichkeit zu tun?
In dieser Folge spricht Jason mit der Theologin Aline Ott über das Konzept der hegemonialen Männlichkeit. Ausgangspunkt ist die Frage, warum Aussagen wie „alle Männer“ so emotional diskutiert werden – und ob sie vielleicht mehr beschreiben als individuelle Schuld.
Aline bringt die Theorie von Raewyn Connell ins Gespräch und zeigt, wie Männlichkeit nicht einfach „gegeben“ ist, sondern in Hierarchien organisiert wird: von hegemonialen Machtpositionen bis hin zu marginalisierten Männlichkeiten. Dabei wird deutlich, dass viele Männer – bewusst oder unbewusst – von einer sogenannten „patriarchalen Dividende“ profitieren.
Gemeinsam fragen sie:
Wie stabilisieren Männer dieses System gegenseitig?
Warum greifen einfache Schuldabwehr-Formeln zu kurz?
Und was hilft, um aus Ohnmacht und Überforderung herauszukommen?
Besonders spannend wird es, als Aline ihre Perspektive aus der feministischen Theologie einbringt. Sie zeigt, dass biblische Texte überraschend herrschaftskritisch gelesen werden können – etwa wenn Jesus Männlichkeitsbilder infrage stellt, Empathie stark macht und alternative Formen von Macht eröffnet.
Die Folge verbindet aktuelle gesellschaftliche Debatten mit theologischer Tiefenschärfe – und lädt dazu ein, Männlichkeit neu zu denken.
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