
Sein und Streit Macht und Demokratie - Die Ordnung hinter den Gesetzen
May 3, 2026
Anna Katharina Mangold, Professorin für Europarecht und Forscherin zu Verfassungs- und Gleichheitsfragen, diskutiert Machtstrukturen im Recht. Sie erklärt, wie formale Neutralität Ungleichheiten verstärkt. Themen sind historische Wurzeln der Gleichheit, Care-Arbeit und Renten, Antidiskriminierung als Demokratienschutz sowie die Bedeutung betroffener Perspektiven und zivilgesellschaftlichen Engagements.
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Episode notes
Demokratisches Recht Als Zukunftsversprechen
- Demokratisches Recht ist kein Automatismus gegen Gewalt, sondern ein normatives Projekt, das Gleichheit als zukünftig einzulösenes Versprechen formuliert.
- Anna Katharina Mangold erklärt, dass Gesetze neu gerechtfertigt werden müssen und Mehrheitsentscheidungen historisch ausgeschlossene Gruppen einschließen können.
Formale Neutralität Verstärkt Unsichtbare Ungleichheit
- Formale Neutralität von Rechtsnormen kann indirekte Diskriminierung schaffen, weil sie an eine Vollerwerbsbiografie anknüpft.
- Mangold zeigt am Rentensystem, wie Care-Arbeit zu geringerem Rentenanspruch und Gender Pension Gap führt.
Wahlgleichheit Verlangt Soziale Teilhabe
- Politische Gleichheit (one person, one vote) steht in Verbindung mit sozialer Gleichheit, weil öffentliche Debatten Repräsentation und Politik formen.
- Mangold argumentiert, dass Ausschlüsse im Alltag die Teilhabe am demokratischen Prozess unterminieren und deshalb rechtlich bekämpft werden müssen.

