
Die Filmanalyse Ep. 285: Die Leere der Demokratie: LA GRAZIA von Paolo Sorrentino – Kritik & Analyse
Mar 22, 2026
Melancholie über einen ermüdeten Präsidenten und die Last formaler Verfahren. Ein Sterbehilfe-Gesetz als Prüfstein politischer Unentschlossenheit. Private Affären werden zum Motor politischer Entscheidungen. Philosophische Bezüge zu Hobbes und Carl Schmitt hinterfragen Autorität und Souveränität. Filmstil: komische Tragik, Bildsprache und die Leere demokratischer Mitte.
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Episode notes
Sorrentinos Ruhige Melancholie
- Paolo Sorrentinos La Grazia ist ungewöhnlich zurückgenommen und melancholisch statt opulent inszeniert.
- Die Kamera zeigt noch luxuriöse Räume und Choreografien, doch das Gesamtbild fragt eher nach Bedeutung als nach Glanz.
Der Zaudernde Präsident
- Der Protagonist Mariano de Santis ist ein amtsmüder Präsident und ehemaliger Richter, der Verfahren und Wahrheitssuche über schnelle Entscheidungen stellt.
- De Santis hat 2000 Seiten Strafrechtskommentar geschrieben und regiert technokratisch, zögert aber bei Begnadigungen und Sterbehilfe.
Wahrheit In Der Schwebe
- Der Film verknüpft politische Entscheidungsfindung mit persönlichem Zweifel, etwa de Santis' Suche nach der Wahrheit über Auroras Untreue.
- Sorrentino relativiert einen Wahrheitsmoment, sodass Wahrheit im Film immer in der Schwebe bleibt.


