
Weltwoche Daily Meilensteine: Prof. Mörgeli über die Meisterleistung von Hermann Müller, Pionier des Schweizer Weinbaus
Apr 4, 2026
Prof. Christoph Mörgeli, Historiker und Referent zu Schweizer Meilensteinen, erzählt kurz zu Hermann Müller (Müller‑Thurgau). Er beschreibt Herkunft und Ausbildung, die Kreuzung von Riesling und Schassler sowie die Namensgebung in Wädenswil. Es geht um Popularität der Sorte, Rebkrankheiten und Müllers Forschung zu Gärung sowie die regionale Bedeutung und sein wissenschaftliches Erbe.
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Ursprung Der Müller‑Thurgau Rebe
- Hermann Müller kreuzte Riesling als Mutter mit einer Schassler‑Form (Madeleine Royale) und schuf so die früh reifende, muskatartige Sorte später bekannt als Müller‑Thurgau.
- Die genaue Vaterpflanze wurde erst 1998 mittels molekularbiologischer Forschung korrigiert, Müller selbst war unsicher und sprach nicht definitiv von Silvaner.
Warum Die Sorte Marktlich Traf
- Die Sorte war ein Durchbruch, weil sie früh reifte, süsser war und rasch Säureabbau zeigte, dazu ein blumiges, fruchtiges Muskat‑Aroma.
- Müller brachte 150 Setzlinge nach Wädenswil, selektierte sie und etablierte die Sorte wissenschaftlich und kommerziell bis 1913.
Müller‑Thurgau Half Der Rebenkrise
- Müller‑Thurgau half dem Rebbau nach der Reblauskrise, weil Kreuzungen und amerikanische Sorten Resistenz brachten und der Riesling‑Silvaner sich gut hielt.
- Müller forschte zudem tief zur Gärung und setzte Pasteurs Erkenntnisse in der Önologie fort.
