
Archivradio – Geschichte im Original DDR-Flüchtlinge und Vertriebene im Lager Rastatt | 1952 - 1959
May 8, 2021
35:36
Unwürdige Zustände, beengte Verhältnisse, viele Schlafplätze in einem Raum, Schlägereien unter Flüchtlingen – das alles gab es schon in den 1950er-Jahren, als Hunderttausende aus der DDR in den Westen flohen und Millionen ihre Heimat in den ehemals deutschen Ostgebieten verlassen mussten.
Im Südwesten kommen viele von ihnen in das Flüchtlingslager Rastatt. Es handelt sich um ein ehemaliges Lazarett aus der Zeit der Badischen Revolution im 19. Jahrhundert. In der NS-Zeit wurde das Lazarett zur einer Anstalt für psychisch kranke Menschen – im Volksmund "Irrenhaus" – umfunktioniert. Dann war es eine Kaserne. Nach dem Krieg diente es ab 1945 als Lager für Displaced Persons – also vor allem Zwangsarbeiter aus dem Osten, die sich nach Kriegsende in Deutschland aufhielten. Ab 1952 werden Flüchtlinge hier untergebracht. Obwohl es Durchgangslager heißt, bleiben manche über Jahre hier.
Wie die drei Berichte aus den Jahren 1952, 1957 und 1959 zeigen, verschärft sich die Situation zunehmend.
Die Reportage vom 14. Juli 1952 lässt vor allem die Bewohner zu Wort kommen.
