
Klassik für Taktlose Wie Wagners Walkürenritt zum Soundtrack des Krieges wurde
Was haben göttliche Kriegerinnen auf fliegenden Pferden mit Vietnam-Hubschraubern zu tun? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz nehmen sich in dieser Folge des „Walkürenritts“ von Richard Wagner an, dieser berühmten, flirrenden, bedrohlich klingenden Melodie aus der Oper „Die Walküre“. Und fragen sich: Wie wurde daraus der universelle Soundtrack für Angriff, Größenwahn und Überlegenheitsfantasien?
Denn der „Walkürenritt“ hat längst ein Eigenleben entwickelt, von seinem ikonischen Einsatz in Francis Ford Coppolas Film „Apocalypse Now“ bis hin zu diversen Parodien. Was die Frage aufwirft, wie diese Musik denn eigentlich gedacht war. Also spannt unser Podcast-Duo den Bogen von der nordischen Mythologie bis zu den Simpsons und klärt, was eigentlich eine Walküre ist, was in der Oper passiert (Götter! Helden! Inzest! Verrat!), wie die Melodie danach eingesetzt wurde und was die Nazis damit zu tun hatten.
Eine Erkenntnis sei gleich verraten: So böse die Melodie klingt, die Walküren sind es gar nicht. „Sie sind ein Transportunternehmen!“, erklärt Wilhelm Sinkovicz. Ein Transportunternehmen mit einem sehr eingängigen Werbejingle jedenfalls…
Die Beispiele aus Wagners Oper spielen die Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan. Sieglinde:Gundula Janowitz. (DG)
Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
